Ausgabe 
4.12.1933 Drittes Blatt
 
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chenjahres 1932/33 weist 27 Todesfälle auf. Zwei der Verstorbenen waren m Großen-Linden geboren, wohnten auswärts, wurden aber hier bestattet. Anstelle des verstorbenen Müllers Wilhelm S p r u ck, der 25 Jahre den Posten als @ e meinbemüller in der Bauernmühle versehen bat, wurde mit Wirkung von 1. Dezember der Mül- ter Wilhelm Quast von hier aus einen Beschluß des Gemeinderats hin verpflichtet.

Q Lollar, 3. Dez. In der jüngsten Gemein- r a t s s i tz u n g wurde beschlossen, das Hassia-Jn- g e n b heim käuflich zu erwerben unb ben Jugend­organisationen für ihre Zusammenkünfte zur Ver­fügung zu stellen. Ein Stück des anliegenden Ge­ländes soll dazu gekauft werden. Ferner wurde dem Kaninchenzuchtoerein auf Antrag eine Un­terstützung zu der Kreisgruppenschau in Höhe von 29 Mark bewilligt.

' Z Wirberg, 2. Dez. Unsere seit dem Weggang des Pfarrers DÖll nach Steinbach verwaiste P f a r r st e l l e wird nun wieder besetzt werden. Wie wir hören, wird voraussichtlich am 2. Advent Pfarrverwolter W. Volz hier ordiniert und in fein Amt eingeführt werden. Damit wird nicht nur ein dringender Wunsch der Gemeinden erfüllt, son­dern auch der aus die Dauer unhaltbare Zustand, wie er jetzt war, beseitigt.

Kreis ölls-cld.

Aus dem Streife Alsfeld, 2. Dez. Auf Veranlassung der Kreisleitung Alsfeld der NSDAP, fanden in Kirtorf, Hom­berg und Grebenau Gastspiele des bekannten Freiheitssängers des Dritten Reiches Sepp Sum­mer statt. Der Gast bereitete seinen zahlreichen Zuhörern einen bedeutsamen Abend unb schone

Oie Mart in der Hand st weniger, als das stolze Bewußtsein, Arbeit und Brot verschafft zu haben.

Feierstunben. Lebhafter Beifall empfing ben Sän­ger, ber zuerst bie Zuhörer im Geiste in bas gött­liche Weltall führte unb bazu einige seiner herr­lichen, weltweiten Lieber sang. Er schilderte im weiteren Verlauf ber Abenbe wahres Helbentum unb vertiefte seine Worte burch schöne Landsknechts- lieber. Er sprach von ber beutschen Frau unb Mutter, von bem heiligen Symbol ber Ehe und der Bedeutung ber Rasse für unser Volk. Zum Schluß ging er ben Ursachen bes Verfalls bes alten Reiches nach unb schilberte bann in berebten Wor­ten bas Werben bes Dritten Reiches, seine hohe Senbung für Deutschlanbs Zukunft. Er gebuchte auch ber Gefallenen bes Weltkrieges unb ber beut­schen Freiheitsbewegung, beren Anbenken in wür­diger Weise geehrt würbe. Schöne vaterlänbische Lieber unb ein nationalsozialistisches Kampflieb, bas nach kurzer Instruktion auch von ben Besuchern mttgesungen werben konnte, umrahmten ben Abenb. Das Deutschlanb- unb Horst-Wessel-Lied ließen die Feierstunden ausklingen.

ll. Merlau, 2. Dez. Hier fand die D e r ft e i gerung der Massegrundstücke aus ber Feldbereinigung statt. Während aus der Gemarkung Merlau etwa 53 Morgen zum Ver­kauf kamen, wurden aus der Gemarkung Kirsch- garten 14 846 Quadratmeter, aus der Gemarkung Nieder-Ohmen 3071 Quadratmeter und 893 Quadrat­meter aus der Gemarkung Ilsdorf verkauft. Es wurden gute Verkaufspreise erzielt. Insgesamt wurden etwa 35 000 Mark gelöst, so daß der Mor- Sen auf etwa 660 Mark kam. Die Derkaufssummen

nb in 6 Raten zahlbar.

II. Flensungen, 2. Dez. Auf Einladung des Evangelischen Pfarramtes sprach hier der ehemalige Durenkommandant Koos I o st e überAfrika und das Burenland". Mit besonderem Interesse wurden feine Ausführungen über den Burenkrieg ausge­nommen. Durch Vorträge des hiesigen Gesangver­eins und der Schulkinder wurde die Veranstaltung verschönt.

Preußen.

Ärcie Metzlar.

# Krofdorf, 3. Dez. Aus ber jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung von Krofdorf-Gleiberg ist zu berichten: Die beiden neu bestellten Gemeinde- verordneten Weißbinder Karl Leib zu Gleiberg unb Buchbrucker Karl Schmitt zu Krofbors wur­den burch ben Ortsbürgermeister in ihr Amt ringe- führt. Als Schiebsmann wählte bie Vertretung den Justizfckretär Wilh. Wagner, als Stellvertreter ben Maurermeister Karl Drescher sen. Die beantragte Anschaffung vonFahnenfürbieKirche würbe abgelehnt: die politische Gemeinde ist dazu nicht ver- pflichtet unb hat auch keine Geldmittel dafür zur Verfügung. Die seither übliche Sargbeschaf­fung auf Gemeindekosten wird ab 1. Ja­nuar 1934 aufgehoben. In Rot geratene Gemeinde- Mitgliedern steht es frei beim Sterbefall von An- gehörigen eine Kostenerstattung bei der Gemeinde zu beantragen.

-o- Bieber, 2. Dez. Die NSBO -Zelle Bieder hielt dieser Tage wieder einen Schu­lungsabend im Saalbau Scherer ab, ber sehr gut besucht war. Zellenleiter Süß gab zunächst bie neuen Verfügungen ber Reichs-, Gau- unb Kreis- leitung bekannt. Presiewart Peter sprach über bas ThemaSozialismus- unb bie NSBO ", Hein­rich Soll über bie deutsche Innenpolitik. Die Vor- trüge würben mit großer Aufmerksamkeit ausge­nommen. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde bekanntgegeben, daß in unserem Orte eine Hitlerjugend durch Pressewart Peter ge­gründet worden sei.

# Dutenhofen, 3.Dez. Der Gemeinde- Haushaltsplan für 1933 wurde durch den (Semeinberat beraten unb in ben einzelnen Positiv- nen festgesetzt. Der Etat schließt in Einnahme unb in Ausgabe mit 107 610 Mark ab. Die Gemeinde­steuern bleiben dieselben wie im Vorjahre: 410 v. H. Der Grunbvermögenssteuer I, 350 o. H. ber Grunb- steuer II, je 410 v. H. ber Gewerbesteuer vom (Er­trag unb von bem Kapital, bas 1'/,fache bes Landes- satzes der Bürgersteuer und das einfache ber Bier­steuer.

Kunst und Wissenschaft.

Der Maler Albert Lang f.

Der Maler Albert Lang, der letzte aus dem Streife der großen Deutsch-Römer Feuerbach. Ma- rte», Hildebrand, ist in Bern 86jährig gestor­ben.

Q.A.-'fpoTt

SA. und Spott Hand in Hand.

Rcichsminifter Röhm schafft ein LA.-Sportabzeichen.

Der Chef des Stabes der SA-, Röhrn, erläßt un­ter dem 2. Dezember folgende Anordnung:

Der neue Staat verlangt ein widerstandsfähiges hartes Geschlecht. Neben der weltanschaulichen Schu­lung bes Geistes muß eine kämpferische Schulung bes Leibes burch einfache, nützliche und natürliche Körperübung gefordert werden.

Um dem Streben der Jugend vermehrten Anreiz und Richtung zu geben, verfüge ich für die ge­tarnte SA. einschließlich aller unterstellten Gliede­rungen die Schaffung eines SA.-Sportabzeichens, welches nach Abschluß einer gewissenhaft durchge- führten Ausbildungszeit durch Ablegung einer Lei­stungsprüfung erworben wirb.

Um der Verantwortung ber SA. als Garant bes neuen Staates für bie Pflege wehrhaften Geistes ber Iugenb in allen Teilen bes deutschen Volkes bewußten Ausdruck zu verleihen, bestimme ich ferner daß dieses SA.-Sportabzeichen auch von allen Nichtangehörigen der SA. erworben unb getragen werben darf, sofern sie praktisch unb weltanschaulich ben SA.-mäßigen Voraussetzungen entsprechen.

Die Erlaubnis zum Tragen bes Abzeichens wirb daher nur von besonders bestimmten SA.-Führern erteilt werden. Ausführungsbestimmungen erläßt der Chef des Ausbildungswesens der SA."

Der Chef des Stabes gez. Röhm.

Die Derbandsfpiele in Nordheffen.

Die beiden ehemals süddeutschen Dezirksllgisten Hanau und Friedberg operierten am Sonntag bei den Gauligakämpfen des Gaues Nordhefsen wenig

glücklich. Hanau erreichte auf eigenem Plaltz gegen SC. Kastel 03 trog starker Uederlegenheit nur ein 1:1 Unentschieden, behält jedoch bie Führung mit einem Punkt Vorsprung weiter bei. Der VfB. Fried­berg enttäuschte in Hersfeld schwer. Wie schon Hanau bei seinem ersten Auftreten m ber Lullus- ftaöt, so muhten auch bie Friedberger geschlagen den Platz verlassen. Mit 3:0 fiel diese Niederlage zudem noch sehr deuttich aus. In ben beiden Kastrier Lokalspielen gab es bie erwarteten Siege von Sport über Hermannio mit 4:2 und von Kurhesten über ben Spieloerein mit 2:1. Borussia Fulda fertigte Kurhesten Marburg überlegen mit 9:0 ab.

Oie Ergebnisse der Bezirksklaffe.

Die Fußballspiele im hiesigen Bezirk enbeten mit folgenben Ergebnisten: Germania Marburg Bad- Nauheim 1:1 DfR. ButzbachTeutonia" Watzen- born-Steinberg 0:2; Lollar Wetzlar 2:2. Das Ge- sellschaftsspiel 1900 gegen Germania Fulda fiel aus.

Gaukiga-VerbandSspiele in Süddeutschland.

(Bau Südwest.

Eintracht FSV. Frankfurt 0:2; Mainz 05 SD. Wiesbaden 3:2; A. O Worms Wormatia Worms 0:2; Phönix Ludwigshafen Offenbacher Kickers 1:2.

(Bau Bayern:

Bayern München 1860 München 1:0; FC. Bayreuth ASV. Nürnberg 2:3; 1. FC. Nürn­berg Schweinfurt 05 2:1; Schwaben Augsburg gegen Wacker München 2:5; Würzburger FV. FC. München 2:1.

Deutscher Kußballsieg über Polen.

Entscheidung in vorletzter Minute.

Die Fachleute, die bem Deutschen Fußball-Bunb geraten hatten, gegen bie Polen nur bie aller­beste Mannschaft zu stellen, haben recht behalten. Die Polen haben in Berlin sowohl burch ihr sehr beachtliches Können, wie auch burch ihren großen Kampfeiser imponiert, unb erst in ber vorletzten Minute bieses rassigen Kampfes ist es ber beut­schen Mannschaft gelungen, durch einen Treffer bes Westdeutschen Rafselnberg ben Kampf zu entscheiben. 30 000 Zuschauer hatten sich bereits ba- mit abgefunben, baß berStampf torlos enben würbe. Der Spielboben bes Poststabions hatte burch ben Frost gelitten, mit bem steinhartenFelb hatten beibe Mannschaften ihre Schwierigkeiten.

Die polnischen Fußballspieler würben schon bei ihrem Erscheinen mit lebhaftem Beifall begrüßt, bie Sympathien ber Zuschauer steigerten sich aber noch im Kampfverlauf, ba bie Polen burch ihr Können bie Massen überraschten. Als bie Deutschen erschie­nen, brauste ein Jubelsturm auf. Die National­hymnen ertönten, bann begann ber Kampf.

Oer Spielverlauf.

Die brutsche Mannschaft griff gleich munter an, aber ber harte unb glatte Boben machte bie Stür­mer im Schuh unsicher. Nach fünf Minuten zeigte auch ber Gegner seinen ersten gefährlichen Angriff, im allgemeinen behielten aber bie schnelleren Deut­schen bie Oberhanb. Chancen ergaben sich auf bei­den Seiten, aber bie Hintermannschaften waren sehr aufmerksam. Im zweiten Teil ber Halbzeit würbe ber Kampf immer offener. Die Polen zeigten nun gleichfalls eine erstaunliche Schnelligkeit in allen Bewegungen unb Aktionen. Sie spielten aber auch sehr sauber zu.- In den letzten Minuten vor ber Pause war bann bie beutsche Mannschaft roieber stärker im Angriff, doch Tore fielen nicht.

Dr. Goebbels als Zuschauer.

Währenb ber Pause erschien vom Publikum stürmisch begrüßt Reichsminister Dr. Joseph Goebbels mit seiner Gemahlin. Unter ben Ehren­gästen bemerkte man auch u. a. ben Reichssport­führer v. Tschammer unb Osten, sowie den polnischen Gesandten L i p s k i.

Harter Kampf nach der Pause.

Nach der Pause wurde ber Kamps wechselooller, aber auch härter. Beiberseits sah man gute Tor­möglichkeiten, boch schossen bie Stürmer nicht sicher genug. Die Polen griffen zeitweise sehr ungestüm an, aber unsere ausgezeichnete Abwehr schlug sie zurück. Gegen Schluß würbe ber Druck ber beutschen Mannschaft roieber stärker, aber es mangelte ber plazierte Torschuß. Einmal sah man eine Bombe von Lachner, bie aber von Albanski meisterhaft ge­halten würbe. Enblich in ber 88. Minute fiel bie Entscheidung. Hohmann legte zu Rasselnberg vor unb ber schoß plaziert ein. Der Beifall ber Zu­schauer war kaum verklungen, ba ertönte schon Der Schlußpfiff.

Kurze Kritik.

Es würbe schon gesagt, baß der glatte Boben kein ganz einwanbfteies Spiel zulieh. Dennoch hätte man von unserem Sturm, ber sonst recht gut zu- fammenarbeitete, etwas mehr Schußsreubigkeit sehen mögen. Die Läuferreihe unserer Mannschaft hatte in Janes ihren besten Mann. Mit zu ben besten Leuten unserer Mannschaft zählten H a r i n g e r unb Jakob. Die Polen hinterließen als Mann­schaft einen recht guten Einbruck. Ihre besten Kräfte waren bie beiben Flügelstürmer, ber grohe 23er- teibiger Martynia unb ber Tormann A l banski. Mit ber Spielleitung bes Schweben Olsson konnte man zufrieben fein.

Skisport auf dem Hoherobskopf.

Gestern, zu früher Stunbe, schrttten mit geschul­terten Skiern, bie Freunbe bes Wintersportes durch bie Straßen unserer Stadt, bem Lubwigsplatz zu. Punkt 7 Uhr rollten bort zwei große Omnibusse ber Reichspost an; schnell würben bie Skier auf dem Verdeck verstaut, rasch hatten sich bie Teilnehmer der Sonbersahrt im Wagen zurechtgerückt unb in rascher Fahrt strebten bie Kraftwagen bem Vogels- berg zu. Schon am Waldausgang ber Strahe nach Lich (vor Steinbach) war Der Hoherobskopf zu sehen, ber im ersten Frühlicht fchckrf gegen ben hel­leren Himmel ftanb. Lich, Laubach unb Schotten passierten bie Wagen, ließen bie in frieblicher Stille liegenben Stäbtchen balb hinter sich unb langsamer ging es bann ben Berg hinauf, bem Hoherobskopf zu. Gegen 9 Uhr war Breungeshain erreicht. Schneibende Kälte überfiel hier bie Sportler. 11 n- oerbroffen machte man sich aber auf ben Weg zur Höhe. Ein gehässiger eisiger Winb wehte von Norb- ost, fegte ben körnigen Schnee vor sich her, wirbelte ihn auf unb warf ihn ben Menschen ins Gesicht, die ba, einer hinter bem anberen, auswärts strebten Es stach nKe mit tausenb Nabeln. Im hellen 'Son­nenschein leuchtete ber Schnee wie Silber.

Zu kurzer Pause unb zu einer Tasse Kaffee ver­schwanden zunächst bie meisten im Klubhaus bes Vogelsberger Höhenklubs. Dann aber begab man sich zu ben getreuen Brettern, bie erst jetzt angc- schnallt wurden, glitt hinein in ben winterlichen ©alb, fuhr zur Rennbahn, übte, probierte Stemm­bogen unb Christianja, Quersprung, um schließlich einige Male in rafenber Schlußfahrt jene unbe­schreibliche Freude zu erleben, bie eine rasche Tal­fahrt auf Skiern sei es auch nur im Rahmen ber bescheidenen Möglichkeiten bes Hoherobskopfes immer bebeutet. Kein Aufstieg über bie glatt gefahrenen Hänge ist zu viel, keine Anstrengung zu groß, um bie Freube dieser Abfahrt immer roieber zu erleben. So war aus den Uebungshügel vom frühen Morgen bis jum Abend lebhafter Betrieb. Jedermann war bemüht, die Gliedmaßen wieder an die Skiern zu gewöhnen, die heute zum ersten Male nach langer Zeit wieder hervorgeholt worden waren.

Ader man beschränkte sich nicht auf die Hebung im Gelände der Rennbahn. Die meisten gingen auf Strecke", zwar nicht zum Wettkampf, wohl aber zu einer der herrlichen Wanderungen auf Skiern, rote sie gerade der Vogelsberg in unenb- licher Fülle und Verschtebenheit zuläht. Die einen wanderten nach der Herchenhainer Höhe, andere machten sich auf ben Weg zum Bilstein, viele be­

suchten den Taufstein und den Bismarckturm, die Reinbornwiese, man fuhr in den langen Schneisen zwischen den tief verschneiten Tannen hindurch, die sich im winterlichen Schmuck in märchenhafter un­wirklicher Schönheit barboten. In tiefem klarem Blau wölbte sich ber Himmel über ben Höhen des heimatlichen Gebirges.

Der Mittag sah dann die Zunft der Skiläufer und der Skiläuferinnen wieder im Klubhaus. Das Eintopfgericht, Erbsen und Linsen mit Wurst, wurde nach ber gesunbcn Bewegung in ber kalten Luft mit umfo größerem Behagen verzehrt. Was aber bie richtigenZünftigen" waren, bie litt es nicht lange in ber Hütte und die Mittagspause dauerte nicht viel länger, als unbedingt notwendig war. Um 17 Uhr war ber Tag zu Enbe, benn um biefe Zeit mußte man roieber zur Rückfahrt in Breunges­hain fein. So würben benn bie Nachmittagsstunben burch neue Uebungs- unb Wanberfahrten ausge­füllt unb bann folgte bie Abfahrt nach Breunges­hain, auf bie man sich Diesmal allerbings nicht zu freuen brauchte, benn bie Strecke war zum großen Teil verweht unb selbst bie Geübteren der Zunft hatten es nicht leicht, die unter normalen Verhält­nissen in fünf Minuten zurückgelegte Strecke zu überwinden. Mit gespanntester Aufmerksamkeit lotste man die Skier uno sich selbst über vereiste Flächen, über bas Gras, bas stellenweise vom Winbe frei­gelegt worben war, glitt bann roieber rasch über bie Wehen hinweg, bie ber Winb zusammenge­tragen hatte und gelangte schließlich nach Breunges­hain, wo die Omnibusse der Rückkehr ber Winter­sportler harrten. Schnell waren bie Skier abge­schnallt, roieber auf bem Derbeck verstaut und es hätte zur Heimfahrt losgehen können, wenn nicht gerade der erste Wagen Defekt gehabt hätte, dem zweiten Wagen dabei ben Weg versperrte, so baß bie Fahrt erst mit einer halben Stunbe Verspätung angetreten werden konnte. Im Wagen hatte sich inzwischen eine vergnügliche Stimmung entwickelt, in froher gleichgesinnter Gemeinschaft wurden Lieder gesungen, man unterhielt sich über die Erlebnisse des Tages, sprach von kommenden sportlichen Er­eignissen, kramte schließlich auch das letzte Desper­brot aus dem Rucksack und so verging die Zeit im Fluge Gegen 19.30 Uhr traf man wieder auf dem Ludwigsplatz ein unb war tief befriedigt von bem Tag, der wohl manche Anstrengung brachte, dafür aber auch viel von jener Freude, bie eben nur der Wintersport zu geben vermag.

Handball:

1900I.-TV Hachenbu'gl 4:0(2:0).

Der glatte 4:0-Sieg der 1900er über den spiel­starken TD. Hachenburg ist als eine kleine lieber- raschung zu werten Wenn man auch erwarten konnte, daß die Spteloereinigungsleute den Verlust bes Dorspiels auszugleichen versuchen würden, so hatte man boch an eine derart deutliche Überlegen­heit nicht geglaubt. Die Gießener Elf, bie Hoffmann, Volkmonn und Schott I ersetzen mußte, stand wie folgt: Lott; Birkenstock, Funke, Bepperling, Cre­mers. Mann; Betz, Krüger, Schüler, Steines, Die­fenbach.

Die 1900er hatten in der ersten Halbzeit den Wind zum Bunbesgenolfen und kamen dadurch zu einer Feldüberlegenheit. Die Hachenburger muhten sich auf einige Durchbrüche beschränken, die aber stets recht gefährlich waren. Nach Verlaus von etwa einer Viertelstunde formte sich Betz im gegnerischen Strafraum gut durchsetzen und durch schön placier­ten Ball ben Führungstreffer erzielen. Wenige Mi­nuten später erhöhte Steines auf 2:0. Einige Versuche ber Gäste, ben Vorsprung der Gießener bis Halbzeit aufzuholen, scheiterten an der ge­schickten Arbeit der Gießener Hintermannschaft.

Luftschutz ist Selbstschutz!

Nach dem Wechsel schlug die 1900er Elf sofort die richtige Taktik ein, den Gegner, ber jetzt ben Wind im Rücken hatte, nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Durch bas ausopferungsvolle Spiel aller Mannschaftsteile gelang bies auch vollkommen. Nachbem bie Torpfosten einigemale hinbernd im Wege gestanden hatten, gelang es schließlich Krü­ge r, einen Strafwurf zu verwandeln Demselben Spieler glückte bann noch ein wunderschönes wei­teres Tor Die Westerwälder gaben sich noch keines­wegs geschlagen, konnten aber bis zum Schlußpfiff bei ber Aufmerksamkeit ber Gießener Hintermann­schaft nichts Zählbares erreichen

Zur Mannschaftskritik >st zu sagen, daß die 190Qer zu einem durchaus verdienten Sieg kamen. An dem Schlußdreieck war nichts auszuletzen. In der Läufer­reihe versah Cremers den Mittelläuferposten an Stelle von Hoffmann ausgezeichnet. Der Sturm hatte durch das Mitwirken von Schüler unverkenn­bar an Durchschlagskraft gewonnen. Es wird jedoch notwendig fein, daß einzelne Leute in Zukunft nocy mehr auf Einzelaktionen verzichten.

Die Hachenburger Mannschaft führte durchaus keinen schlechten Handball vor. Die Hintermann» schast, insbesondere der Torwart, ist an der Nieder­lage schuldlos. Läuferreihe und Sturm waren im einzelnen auch gut besetzt, brachten jedoch nicht viel einheitliche Aktionen zustande. Das Spiel verlief jederzeit fair und wurde gut geleitet.

Tv. Beuern 1900 II 4:8.

Auch 1900s 2. Mannschaft hatte trotz Ersatzleuten einen guten Tag. Sie brachte vom Rückspiel in Beuern einen 8:4-Sieg und damit auch zwei wert­volle Punkte mit nach Hause. Die Tore wurden von Enders (4), Herbert (3) und F. Schmidt (1) erzielt. Werbeabend des Turnvereins Viereck.

Der Turnverein 1862 Wieseck veranstaltete Sams­tag im Saale Braun einen Werbeabend, besten (Er­trag dem Winterhilfswerk überwiesen wurde. Die Feier wurde durch bie Schüler- und Schülerinnen mit einem Singspiel eröffnet. Kinder trugen ein Ge­dicht vor, bas starken Beifall fand. Hierauf würbe ber erste Vers bes Deutschlandliedes gesungen. Der« einsführer Karl Daupert begrüßte die Teilneh­mer, besonders aber Bürgermeister Eu 1 er. Er wies besonders auf die kulturelle Bedeutung bes Turn- nens und bes Sports hin. Wie bereits Turnvater Jahn für bie Freiheit feines Vaterlandes gekämpft habe, so habe bie DT. immer in vorderster Reihe ge­kämpft. Auch im Dritten Reich wolle bie DT. biefe Auf­gaben erfüllen. Mit einemGut Hell" auf Führer unb Vaterland schloß Herr Daupert seine An­sprache, der das Horft-Westcl-Lied folgte.

Sodann begann der unterhaltende Teil mit zwei Volksliedern der Gesangsabteilung bes Vereins In bunter Folge tarnen nun Singspiele der Mädchen, Uebungen der Schüler an der Schwedenbank, Sprünge am Pferd unb Volkstänze ber Schülerin- nen, Gymnastik ber Schüler. Keulenübungen ber Schülerinnen, Turnen am Pferb unb Darren der Schüler, Turnen am Barren ber Zöglinge, der Ak­tiven am Pferb und Reck, sowie ein Walzerreigen der Turnerinnen. Die Darbietungen bewiesen bie beachtliche Höhe, auf ber der Verein steht unb zeig­ten, baß wahrer Volkssport gepflegt unb dabei auch Spitzenleistungen erzielt werden.

In der Pause begrüßte Herr Daupert Sturmbann­führer Hobel- Gießen, sowie die SA., bie Hitler­jugend und ben BDM. Herr Hobel wies in kurzer Ansprache barauf hin, baß ihn mit Wieseck vieles oerbinbe unb er stets bestrebt sein werde, mit den Turnern zusammen zu arbeiten. Er erkannte an, daß neben ber SA. auch bie Turner stets ihre Pflicht getan hätten Dem Winterbilfswerk werden vom Turnverein 100 Mark überwiesen.

Soviel Gold

habe leb noch nie gefunden. Joe! Das mH-ietj wh heule ubend gebührend begießen "

Einverstanden, Jack! Aber vergiß nicht, mir ein paar Packungen Posterisan mH zu­bringen, wenn Du in Sidney Dein Gold ver­silberst Du ühnst ja nicht, was ich hier bei der schweren Arbeit unter den verwünschten Hämorrhoiden zu leiden habe. Dieses gute, deutsche Mittel hat mir noch immer geholfen. Es ist zwar etwas teurer als viele andere Präparate, aber dafür auch unübertroffen"

Gemacht, Jack, rede nicht davon, an guten Mittel ist nie zu teuer!

In allen Apotheken: Posterisan-Salbe für RAL 1,63, Posterisan-Zäpfchen für RJL