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4.10.1933 Frühausgabe
 
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Zu Beginn der Verhandlung erklärte der Haupt- Verteidiger Dr. Stark (Prag), durch die teilweise bereits erfolgte Abweisung unserer Beschwerde sind Tatbestände unter Strafe ge st eilt, die auf fast alle sudetendeutsche Jugendorganisatio­nen, politische Parteien und sonstige nationale Gliederungen zutreffen. Das Urteil erster In- stanz ich schon deshalb nichtig, weil es aus Ereig­nissen hervorgeht, die der weltgeschichtli­chen Entwicklung entspringen. Die von uns in den Beschwerden angeführten Beweise, die nicht zugelassen wurden, sind durch die Ge- jchichte erbracht worden. Nach dem Urteil erster Zn- stanz sollte die NSDAP, im Zusammenwirken mit der DNSAP. das Dritte Reich unter Einschluß der udetendeutschen Gebiete anstreben, also die Tschecho- lowakei zerstören. Nun ist die NSDAP, im Deut- chen Reich zur Macht gelangt und das angeblich geplanteVerbrechen" ist nicht eingetreten. Das Oberste Gericht hat heute die staatsoffizicllen Feststellungen darüber vorliegen, daß es auch in Zukunft nicht geplant ist. Wenn das Urteil erster Instanz aufrecht erhalten bleibt, kann in der Tschechoslowakei jedes Mitglied der NSDAP., also eigentlich jeder reichsdeutsche Staats­angehörige, vor Gericht gezogen werden nur deswegen, weil er Mitglied dieser Partei ist. Das ist ein Zustand, der allem zwischenstaatlichen upb europäischen Denken widerspricht. Wir erwarten deshalb die Aufhebung dieses Urteils.

Der Verteidiger Dr. B r i 11 a n i (Karlsbad) er­klärte, es sei nicht ein einziger Beweis über die authentische Schuld der NSDAP, und der DNSAP. durchgeführt worden. Lediglich aus alten Aufsätzen wird eine Staatsfeindlichkeit der beiden Parteien herbeigeholt, die in Wirklichkeit garnicht besteht. Die NSDAP, ist st e t s legal vorgegangen und auch die Entwicklung der sudetendeutschen Natio­nalsozialisten hat sich in ruhiger Weise vollzogen. Das

militärische Gutachten hat die Behauptung aufge­stellt, die SA. sei ein illegaler Teil der Reichs­wehr. Diese geschah in einer Zeit, wo die SA. so­gar vom Staate bekämpft wurde.

Schwere Folgen für die politischen Organisationen der Sudetendeutschen.

Prag, 3. Okt. (TU.) Der Abgeordnete der sudetendeutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpar­tei, Hans Krebs, hat fein Abgeordnetenmandat niedergelegt, um die weitere Entwicklung nicht mehr mit seiner Person zu belasten. Krebs war in Zu­sammenhang mit dem Volkssport-Prozeß mit drei anderen nationalsozialistischen Abgeordneten des Verbrechens nach Paragraph 2 des Schutzgesetzes (Anschlag gegen die Republik) angeklagt und erst nach mehrmonatiger Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Die bisherigen Mittei­lungen über den Verlauf der Revisionsverhandlung im Volkssport-Prozeß vor dem Obersten Gericht in Brünn lassen kaum mehr einen Zweifel zu, daß das gegen die Partei gerichtete Urteil der ersten Instanz b e ft ä t i g t wird. Somit droht auch den angeklaaten Abgeordneten der Partei die Ver­urteilung, der Partei voraussichtlich die Auf­lösung. Unter solchen Umständen ziehen einige Teile der sudetendeutschen Nationalsozialisten den freiwilligen Austritt bzw. die freiwillige Auflösung ihrer Organisationen dem behördlichen Zugriff vor. So sind die Abgeordneten Caspar, Köhler und Simm aus der NSDAP, ausgetreten und haben im Interesse der weiteren Ausübung ihrer Mandate sich zu einem eigenen Klub unter dem NamenSudetendeutsche parlamenta­rische Vereinigung" zusammengeschlosien.

Wesen und Ausgabe der SA.

Stabschef Röhm klärt das Ausland über Deutschlands politische Kämpfer auf.

Amsterdam, 3. Okt. (ERB.)Algemeen Han- delsblad" veröffentlicht ein Interview feines Ber­liner Korrespondenten mit bem Stabschef der SA., Ernst Röhrn, der u. a. erklärte:Adolf Hitlers SA. läßt sich mit keiner Armee, mit keiner Miliz, mit keinem sonstigen Wehrsystem der Welt ver­gleichen, denn sie ist keines von ihnen. Allen genannten Heeren hastet der Begriff der bewaff­neten Macht an. Das gerade ist nach dem ausge­sprochenen Willen Adolf Hitlers die SA. nicht. Die Reichswehr ist der alleinige Waffen­träger des Reichs, die SA. ist der Wil­lens- und Ideentrager der national- sozialistischen deutschen Revolution. Der Reichswehr obliegt die Verteidigung der Gren­zen und der Schutz der Interessen des Reichs dem Ausland gegenüber der SA. ist zur Aufgabe gesetzt, den neuen deutschen Staat geistig und willensmähig auf der Grundlage des national­sozialistischen Ideenguts zu formen und den deut­schen Menschen zu einem lebendigen Glied dieses nationalsozialistischen Staats zu erziehen. Das schlichte, oft ausgeblichene und verwaschene Braunhemd ist das Ehrenkleid des SA.-Manns geworden. Don Hunberttausenden mußte es um den Preis des nicht getrunkenen Bieres, der nicht ge­rauchten Zigaretten, des nicht gegessenen Brotes an- geschafft werden. Auch heute noch, nachdem fast zwei Millionen in den Reihen der SA. stehen, geht der SA.-Mann seinem bürgerlichen Berus nach und widmet genau wie früher seine Freizeit dem SA.-Dienst. Die Kosten der Verwaltung der SA. sind, gemessen an der zahlenmäßigen Gröhe diesen Riesenapparats, unwahrschein­lich gering. Freiwilligkeit war und ist die Vor­aussetzung jedes Dienstes in der nationalsozialisti­schen Bewegung.

Auf die Frage, warum man nach gelungener Re­volution auch heute noch größere Massen SA., SS., Amtswalter, Stahlhelm und Hitlerjugend unifor­miert zusammenfasse, obwohl die kommu­nistische Gefahr nicht mehr so groß sei, antwortete Stabschef Röhm: In England, Frankreich, Italien, Rußland, Polen und in den Vereinigten Staaten seifastdieganzeJugenduniformartig gekleidet, und sie werde von aktiven oder Re- serveheeresangehörigen ganz offen mit der Waffe für den Kriegsdienst geb rillt.

Nur in Deutschland solle die Uniform eine Bedro­hung des Friedens darstellen. Das Braunhemd sei nach Material, Schnitt und Farbe als F e Ib u n i form völlig unbrauchbar. Es solle lediglich seinen Träger aus der großen Masse als Bekenner der nationalsozialistischen Weltanschauung heraus- heben. Die SA. schütze nicht nur ganz Deutschland, sondern auch Europa vor dem Bolschewismus, denn ein bolschewistisches Deutschland bedeute ein bolsche­wistisches Europa.

Auf die Frage des Berichterstatters, was der Stabschef zu den Behauptungen gewisser Kreise des Auslandes sage, daß Deutschland seine poli­tische Armee schnell bewaffnen und im Wasfengebrauch ausbilden könne, wies der Stabschef darauf hin, daß die französischen Kontrollkommissionen ganze Arbeit geleistet hätten. Die Entwaffnung Deutschlands erstrecke sich auch auf die zwangsweise Auflösung aller zur Her- stellung von Waffen geeigneten Fabriken, von denen sogar ein Teil niedergerissen werden muhte. Die Massenarbeitslosigkeit, die Ausplünderung Deutschlands durch die Reparationszahlungen, der Verlust des deutschen Volksoermögens durch die Inflation, sowie der Verlust wichtiger internatio­naler Rohstoffzentren und Verarbeitungsgebiete durch den Versailler Vertrag machten schon aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine Aufrüst ung Deutschlands unmöglich Unbewaffnete und im Waffengebrauch nicht geschulte Menschen können nicht durch Bewaffnung plötzlich zu furchterregenden Soldaten gemacht werden. Wenn das möglich wäre, wäre es eine Sünde wider den gesunden Menschenverstand, daß die hoch­gerüsteten Staaten der Welt ungeheuere Anteile ihres Volkseinkommens für die Vervollkommnung ihrer Kriegsrüstung und die Ausbildung ihrer Heere anwenden, anstatt die Waffen einzulagern und sie im Augenblick der Gefahr an das Volk zu verteilen.

Im übrigen lägen sämtliche Industrie- reoiere Deutschlands in der Reich­weite der Geschütze n i ch t f r e u n d l i ch e r Nachbarn und können binnen einer Stunde nach Ausspruch der Kriegserklärung durch Bomben­abwurf tausender von Flugzeugen zerstört wer­den, denen Deutschland nichts entgegenzusetzen habe.

LmeArdeWeMmschastKachol!schelSeMer" unter Oberleitung des Vizekanzlers von pupen.

Berlln, 3. Okt. Der S t e l l o e r t r e t e r d e s Führers gibt bekannt:

In einerArbeitsgemeinschaft Katholischer Deut­scher" werden Männer zusammengefaßt, die ihre Kräfte und Kenntnisse in aktiver Arbeit für fol- genbe Ausgaben einsetzen wollen:

1. In dem katholischen Volksteil das deutsche Rationalbewutztsein zu stärken, eine ehr­liche rückhaltlose Mitarbeit am National­sozialismus zu vertiesen und zu vermehren, die Reihen aktiver Kämpfer zu vergrößern.

2. Insbesondere für ein klares Verhält- n i s zwischen Kirche, Staat und NSDAP, bis in die letzten Instanzen zu sorgen, Mißver­ständnisse von vornherein aus dem Wege zu räu­men und alle Störungsoerluche im Keime zu ver­hindern. Auf diese Weise soll trotz aller konfessio- netten Grenzen die oölkische Einheit ver­tieft und ausgebaut werden und sotten die katholischen Werte restlos dem Neubau des Reiches fruchtbar gemacht werden.

Die Arbeitsgemeinschaft ist somit keine Massen- Organisation, sie verzichtet auf Massenwerbung und nimmt korporativen Beitritt nicht entgegen. Die Leitung besteht auf chließlich aus erprobten Kämpfern^ den Parteigenossen Staatssekretär Hans Däuser (München), Major a. D. Hermann von Betten (Berlin) und Regierungspräsident Rudolf zur Bonsen (Köln). Die oberste Leitung bat Vizekanzler von P a p e n übernommen, zum Geschäftsführer wurde Dr. Graf Thun (Berlin) bestellt. ...

Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Deutscher ist für die obengenannten Aufgaben innerhalb der Reichsgrenzen die von der Reichsleitung der NSDAP, einzig und als maßgeblich anerkannte Stelle. Die Gliederungen der NSDAP, haben die Arbeitsgemeinschaft in ihrer Tätigkeit bei allen sich bietenden Gelegenheiten zu unterstützen.

Vizekanzler von Popen führte über Ziele und Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft katholischer Deut­

scher u. a. aus: Die Vereinigung entspricht dem festen Willen des Führers, dafür Sorge zu tragen, daß auch weiterhin und in alle Zukunft das nun klar festgelegte Verhältnis zwischen der Katholischen Kirche und dem neuen Staat nicht mehr ge­stört werde. Aus diesem Grund hat er auch die Gründung dieser Arbeitsgemeinschaft begrüßt. Ihre Aufgabe Dürfte sein, etwa sich noch ergebende Pro- bletne zu behandeln und insbesondere allen Jnstan- zen der Kirche, des Staates und der Partei f ü r AuskünfteundRatschlägezur Verfügung zu stehen: Beschwerden über Mißstände sollen an diese Stelle gerichtet werden, die für eine gerechte Klärung der Sachlage und nötigenfalls für Eingriffe zuständiger Stellen sorgen wird.

In dieser Arbeitsgemeinschaft ergibt sich be|on- bers auch für jene alten Mitglieder der Partei, die auf dem Boden der Katholischen Kirche stehend schon lange für den Siegeszug der nationalsoziali­stischen Idee und eine Ausschaltung der Politik aus der Kirche gearbeitet haben, nun der Rahmen weiteren verdienstvollen Wirkens. Der katholische Volksteil, politisch in Einheit mit den Volksgenossen der evangelischen Konfession, soll immer mehr zu einer unerschütterlich festen Basis in dem Gesamtfundament des Dritten Reiches wer. den. Zur Mitarbeit sind nur solche Männer will­kommen, die sich in aktiver Arbeit be­teiligen wollen und können: denn der deutsche Katholizismus soll aus einer durch seine Verflechtung mit liberalisierten Parteiformen ent­standenen "Passivität zum aktiven und offenlloen Kampf um die Neugestaltung von Volk und Reich erzogen werden.

Anarchie in Havanna.

Havanna, 3.Okt. (WTB.) Das von der Solda­teska des sogenannten Obersten Batista einge­nommene National-Hotel ftettt nur noch eine riesenhafte Ruine dar. Das Innere ist von plündernden und betrunkenen Soldaten erfüllt. Alle Wertgegenstands sind

geraubt. Die Silberkammern, die Wäscheräume und die umfangreichen Lager von Weinen und Likören sind vollständig ausgeplündert. Wo sich her Präsident Gran San Martin befindet, weiß kein Mensch. Nach Gerüchten sott er gefangen genommen worden fein, als er verwundeten Sol­daten einen Besuch abstattete. Nach einer amtlichen anderen Mitteilung wurde gestern abend e i n Attentat auf den Präsidenten verübt. Es wur­den 30 Schüsse auf den Kraftwagen abgefeuert, in dem der Präsident saß. Weder der Präsident noch die anderen Insassen des Wagens wurden verletzt. Es soll sich um ein Panzerautomobil handeln.

Staatssekretär Reinhardt Über die Finanzreform.

Leipzig, 3. Okt. (WTB.) Auf dem Juristen- tag sprach der Staatssekretär im Reichsfinanzmini­sterium, Reinhardt, über die Finanzreform. Reich, Länder und Gemeinden werden steuerlich als eine Einheit betrachtet werden. Die steuer­liche Vereinfachung wird darin bestehen, daß die Vielheit der Steuern im Reich, Ländern und Ge­meinden abgelöst wird durch einige große Steuern, die die Einnahmequellen für die Ge­samtheit von Reich, Ländern und Gemeinden fein werden. Ländern und Gemeinden wird noch genü­gend Spielraum für Anpassung an die örtlichen Verhältnisse gegeben sein. Der steuerlichen Verein­fachung gemäß wird auch eine einheitliche Steuerverwaltung geschaffen werden. Der Steuerzahler wird 'bann nur noch einer ein­zigen Stelle, nämlich bem Finanzamt, Steuererklär ungen abzugeben haben, von dieser einzigen Stelle Steuerbescheide erhal­ten und nur noch an diese einzige Stelle Zahlun - gen ju leisten haben. Der Steuerpflichtige wird von der einheitlichen Steuerverwaltung im Jahre grundsätzlich nur einen Steuerbescheid er­halten, aus dem sich auch ergeben wird, wann und in welcher Höhe er im Laufe des Jahres Steuer­zahlungen zu leisten hat. Die Vereinfachung des Steuerwesens wird zu einer we sentlichen Senkung der Verwaltungskvsten füh- ren. Der ersparte Betrag wird zur Senkung derSteuerlasten verwendet werden. Die Ver­einfachung wird auch zu einer wesentlichen Minde­rung der Arbeit und der Kosten führen, die dem Steuerpflichtigen und dem Unter­nehmer aus seinen Pflichten auf Grund der be­stehenden Steuergesetze erwachsen. In chrer Ganz- heit wird die Vereinfachung des Steuerwesens zu einer wesentlichen Senkung der auf der Produktion und bem Verbrauch ruhenden Lasten und Kosten führen und eine bahnbrechende Maßnahme zur Ge- sundung von Wirtschaft und Finanzen werden.

Zurückhaltung bei der Erteilung von Schankkonzessionen.

Berlin, 3. Okt. (Ddz.) Der preußische Innen­minister macht darauf aufmerksam, daß nach der Reichsausführungsoerordnung zum Gaststättengesetz bei Beurteilung der B e b ü r f n i ß f r a g e für Schank wirt sch aften bie persönlichen Interessen des Antragstellers oder anderer an der Erteilung der Erlaubnis beteiligter Personen u n - berücksichtigt bleiben müssen. Im Interesse des in einer wirtschaftlichen Existenz schwer be- drohten Gastwirtsgewerbes liegt es, nicht nur keine Vermehrung der Gaststätten eintreten zu lassen, sondern auf eine planmäßige Ver­minderung der vorhandenen Wirtschaften hin­zuwirken. Bei der großen Uebersetzung des Gast- wirtsgewerbes werde eine neue Erlaubnis Im allgemeinen nur zu erteilen fein, wenn es sich um die Fortsetzung eines bereits bestehenden Betriebes handele, der infolge des Todes ober des Verzichts des bisherigen Inhabers in andere Hände übergeht, aber auch in diesen Fällen nur dann, wenn die Prüfung aller maßgeben­den Umstände, volkswirtschaftlich gesehen, überzeu­gend zur Bejahung des öffentlichen Bedürfnisses führt.

Meine politische Nachrichten.

Der Chef des Kraftfahrwesens der SA. und des NSKK. hat eine vorläufige Mitgliedersperre verfügt, die ab sofort in Kraft tritt und sowohl für die Aufnahme als aktives als auch als förderndes Mitglied gilt. Die Sperre wird zum strafferen Aufbau des NSKK. und zur Erledigung der bisher gestellten Anträge benutzt werden.

polizeibeamte und SA.-Männer nahmen die Verfol­gung des feigen Mordgejellen auf, der später festge­nommen werden konnte. Die Mordwaffe, eine große Armeepistole, wurde in einem Hühnerstall gesunden. Der SA.-Mann wurde dem Knappschastskrankenhaus zugeführt und ringt mit dem Tode. Die triminalpoli- zeiliche Untersuchung wurde sofort ausgenommen. Es wird angenommen, daß Wolffmann den Kommuni­sten bei der Flugblattverteilung überrascht hat, und daß der Kommunist deshalb die Waffe gegen den SA.-Mann richtete.

Dreifacher Raubmord in ftrafau.

In Krakau überfielen Banditen einen Gelbbrief, träger, als er einem Ehepaar eine kleine Geld­summe aushändigen wollte. Die Räuber schossen den Geldbriefträger, bas Ehepaar und deren Toch­ter nieder. Der Geldbviesträger und die Eheleute waren sofort t o t. Die Tochter erlitt so schwere Verletzungen, daß an ihrem Auskommen ge­zweifelt wird. Die Raubmörder konnten mit einer Beute von etwa 18 000 Zloty entfliehen.

Zwei Kinder verbrannt.

Im Hause der Familie Reiz in Neckargertach wurde im Dachstuhl ein Brand entdeckt. Die Ortsfeuerwehr' war sofort zur Stelle und schlug, da das Haus verschlossen wcrr, die Tür ein; zwei Kinder im Alter von drei und fünf Jahren wurden leblos im Stroh liegend aufgefimben. Das eine Kind war bereits tot, das andere starb auf bem Wege ins Krankenhaus. Die Eltern und bie ältere Schwester ber Kinder waren ausgegangen, bie beiden jüngsten blieben allein im Hause. Unter bem Dach lag Holz unb Stroh unb befand sich auch ein Schlafzimmer.

Auto vom Zuge erfaßt. Jiinf Tote, drei Schwer verletzte.

In Ponte Dezima bei Zento (Ferrara) wurde ein mit acht Personen besetzter Kraftwagen beim Passieren des unbewachten Bahnüberganges von einem Zuge erfaßt, wobei fünf Personen den Tod fanden. Die drei anderen wurden so schwer verletzt, daß ihr Tod zu erwarten ist. Der Kraftwagen wurde von der Lokomotive 150 Meter weit mitgeschleift.

waldbrandkakaftrophe bei Hollywood. 33 Tote, 100 verletzte.

Bei einem Wald- und Buschbrand im Griffith-Park oberhalb von Hollywood kamen von den dort mit Notstandsarbeiten beschäftigten Ar­beitslosen 33 in den Flammen um, und un­gefähr 100 erlitten schwere Brandwunden. Das Feuer ist angeblich durch die Nachlässigkett eines Rauchers verursacht worden. Insgesamt hocken bie Flammen 2000 Acres Parklanb zerstört.

Aufzeichnungen des verschollenen deutschen Polarforschers Dr. Krüger gefunden.

Nach mehrjähriger Tätigkeit im Polargebiet fuhr jetzt ber Korporal ber kanadischen berittenen Polizei, H. W. Stallworthy, nach Montreal (Kanada) zurück. Er brachte ein von ihm aufgefundenes Schrift­stück des seit mehreren Jahren verschollenen deut­schen Forschers Dr. Hans Krüger mit. Krüger hatte, wie erinnerlich, im Sommer 1929 zusammen mit mehreren anderen Forschern eine Expedi­tion in die Arktis angetreten. Während ein Teil der Expeditionsteilnehmer nach Abschluß ihrer Arbeiten die Rückreise antrat, blieben Dr. Krüger und sein dänischer Assistent R. A. B j a r n e in ber Arktis, um weitere Forschunge.'. anzustellen. Seit 1930 sind sie verschollen. Das Schriftstück ist von dem Korporal im Jahre 1931 aufgefunden worden. Er war von Eskimos darauf hingewiesen worden. Di« Fundstelle soll sich etwa 800 Kilometer vom Nord­pol entfernt befinden. Eine genaue Ortsangabe sieht ledoch noch aus. Der Inhalt des Schriftstückes besagt, daß die beiden Forscher in westlicher Richtung über den Soerdrup-Kanal nach den Perley-Inseln vor­dringen wollten.

Spenden für bas Dinterhilfswerk.

Die in ber Arbeitsgemeinschaft Thams 8t Garfs vereinigten 400 Geschäftsinhaber haben beschlossen, burch ihre sämtlichen Verkaufsstellen zusammen 800000 Pfund Lebensmittel im Werte von mindestens 150 000 Mark zur Ver­fügung zu stellen. Die Deutsche Dunlop - Gummi-Compagnie-AG., Hanau, hat beschlossen, für das Winterhilfswerk einen Betrag von 20 000 Mark auszusetzen, und zwar derart, daß 15 000 Mark der NS.-Volkswohlfahrt Reichs­führung zur Verfügung gestellt werden und bie restlichen 5000 Mark dem örtlichen Winterhilfswerk in Anbetracht des besonders notleidenden Hanauer

Das erst am 12. September gebildete spanische Kabinett unter Führung des Vorsitzenden der radikalen Partei, Lerroux, hat am Dienstag seinen Gesamtrücktritt erklärt, nachdem ihm bie Cortes mit 189 gegen 91 Stimmen ihr Mißtrauen ausgesprochen hatte.

Das sübslawifche Königspaar hatKönig Boris im bulgarischen Königsschloß Euxinograb mit dem KreuzerDubrovnik" einen Besuch abgeftattet. Die Besichtigung des berühmten tropischen Schloß­parks gab den beiden Königen Gelegenheit zu einer längeren vertraulichen Unterredung. Dann erfolgte die Weiterreise des südslawischen Königspaares nach Istanbul, wo es Kemal Pascha einen Besuch abstattet.

Die schwedische Regierung teilt in einem Schreiben an den Generalsekretär des Völkerbundes mit, daß sie sich angesichts des ergebnislosen Aus­ganges der Londoner Weltwirtschaftskonferenz ge­zwungen sehe, das Zollwaffenstillstands- abfommen mit einmonatiger Frist zu kün­digen.

Aus aller Welt.

Todesstrafe für einen entmenschten Vater.

Der 22 Jahre alte landwirtschaftliche Arbeiter A r - thur aus Warxbüttel wurde wegen Mordes vom Schwurgericht in Hildesheim zum Tode ver­urteilt. Arthur hatte feinem acht Monate alten Kind nachts, das ihn im Schlaf störte, weil es von Stech- Husten geplagt wurde, einen Rockknopf in die Luft- röhre, ein Taschentuch in den Mund gesteckt und ihm die Nase zugehalten, bis es erstickt war. Nach dieser Tat hatte sich bann der Angeklagte ruhig schlafen gelegt. Das Gericht ging über den Antrag des Staatsanwalts, der auf 15 Jahre Zuchthaus plädiert hatte, hinaus.

SM.-IHann von einem Kommunisten lebensgefährlich verletzt.

In Gelsenkirchen-Buer wurde ber SA.-Mann Jos. Wolffmann aus Erle von dem Kommunisten Wontzinski aus Buer durch einen Unterleibs- schuß lebensgefährlich ütUtfci Schutz-

Bezirks.

Der älteste General der weit gestorben.

General H a ck m a n n, ber älteste General in Finnland und in der ganzen Welt, ist i m Alter von 101 Jahren in Nizza gestorben. Hack­mann gehörte einer deutsch-schwedischen Familie an, trat vor 87 Jahren als Kadett ins Heer ein unb machte in ber kaiserlich-russischen Armee eine glän­zende Laufbahn durch. Er erfreute sich bis kurz vor seinem Tod guter Gesundheit. Bei seinem 100. Ge­burtstag wurde General Hackmann von den Offi­zierkorps der ganzen Welt geehrt.

Wettervoraussage.

Eine Hochdruckbrücke erstreckt sich von den briti­schen Inseln über Deutschland bis zu den Donau» ländern hin und hat im Bereich ber abfinfenben Luft zu Aufklaren geführt, wobei in der Nacht bie Tem­peraturen bis nahe an den Gefrierpunkt zurück- gingen. Da durch das kräftige Tief über Nordskandi­navien von Nordwesten her mildere Ozeanluft nach dem Festlande gelangt, dürfte besonders im nörd­lichen Teil des Reiches sich die Wetterlage etwas wechselhaft gestalten, so daß vorübergehend Bewöl­kungsaufzug zu erwarten ist und auch leichtere Schauer auftreten können. Der nächtliche Tempera­turrückgang wird dadurch wieder etwas abgeschwächt.

Aussichten für Donnerstag: Teils auf- heiternd, teils wechselnd bewölkt, nachts noch recht kalt, meist trocken.

Aussichten für Freitag: Mehr wechsel­haftes Wetter, nachts wieder etwas milder, Neigung zu vereinzelten Schauern.

Lufttemperaturen am 3. Oktober: mittags 11,9 Grad Celsius, abends 10,2 Grad; am 4. Oktober: morgens 4,9 Grad. Maximum 16,4 Grad, Minimum 4,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Oktober: abends 13,5 Grad, am 4. Oktober mor­gens 10,6 Grad Celsius. Sonnenscheindauer eine Viertelstunde. __ ,

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ERPROBT - BEWÄHRT SPARSAM