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Helium oder Wasserstoff?
Von Kranz Neumann.
Helium oder Wasserstoff? — das ist die Frage. Welches von beiden Gasen soll man als Traagas für Luftschiffe verwenden? Bei unseren Zeppelinen hat man bisher ass Traggas Wasserstoff benutzt — aber das ist eine kitzlige Geschichte, denn Wasserstoff ist ein brennbares Gas, und di§ Motoren spucken manchmal Flammen aus. Wer als Wissender schon im Zeppelin gefahren ist, wird diese Zusammenstellung immer als etwas unbehaglich empfunden haben. Man denkt noch an das furchtbare Unglück des Marineluftschiffs in Johannisthal bei Berlin, wo durch den Unterdrück hinter den Windschutzwänden der Motorengondeln Was er- stoff aus dem Tragekörper in diese Gondeln ge- saugt worden war und sich entzündet hatte. Die gesamte Besatzung sand damals den Tod. Solche Baufehler hat man freilick dann vermieden, und es ist ja bekannt, wie sicher heute das Luftschiff "Graf Zeppelin" seine Bahn über Länder und Meere zieht. Aber es ist doch eine gewisse Gefahr vorhanden, die immer auf der Lauer liegt.
Nun verwenden die Amerikaner bekanntlich zur Füllung ihrer Luftschiffe Helium. Das Helium gibt dem Schiff zwar nicht ganz so viel Auftrieb wie der leichtere Wasserstoff, aber es hat den großen Vorzug, daß es nicht brennbar ist. Leider ist es sehr teuer. Das ist insofern schlimm, als man bei jeder Fahrt eine große Menge Gas abblasen muß, denn die Motoren verbrauchen Betriebsstoff, und dementsprechend wird das Schiff leichter. Es würde also in ungeahnte Höhe steigen, wenn man seinen Auftrieb nicht durch Abblasen von Traggas während der Fahrt dauernd entsprechend dem Betriebsstoffverbrauch verminderte. Das kann man aber mit Helium nickt, denn das abgeblasene Gas muß ja nach jeder Fahrt wieder ersetzt werden; die Heliumnachfüllung würde so viel kosten — fast etwa eine Viertelmillion Mark —, daß sich Fahrpreise ergäben, die niemand bezahlen kann.
Man hat deshalb schon versucht, das Abblasen von Gas dadurch unnötig zu machen, daß man die Auspuffgase der Motoren nicht in die Luft entweichen läßt, sondern sie verdichtet und das dadurch entstehende Erzeugnis als Ballast behält. Wenn man alle Auspuffgase so vereinnahmen könnte, würde man dabei sogar mehr an Gewicht gewinnen, als der verbrauchte Betriebsstoff wiegt, weil ja bei seiner Verbrennung noch Sauerstoff dazugekommen ist. Leider haben diese Versuche nicht zu einem vollkommen befriedigenden Ergebnis geführt, Aumal zur Verdichtung der Auspuffgase besondere Vorrichtungen erforderlich sind, deren Gewicht die Nutzlast verkleinert und die die Anlage verwickelter und damit störungsanfälliger machen. Im Kriege verspricht bekanntlich nur Einfaches Erfolg, und die Luftfahrt ist auch ein Krieg, ein dauernder Krieg mit den Naturgewalten.
Beim Luftschiff „Graf Zeppelin" hat man das Abblasen von Traggas dadurch unnötig gemacht, daß man die Motoren nicht mit einem flüssigen Brennstoff, sondern mit einem Treibgas vom Ge- wicht der Luft speiste, das man in besonderen Ballonen unterhalb der Traggaszellen im Ballonkörper mitführte. Durch den Verbrauch dieses Gases wurde das Luftschiff natürlich nicht leichter.
Die Motoren des im Bau befindlichen Riesen- zeppelin LZ 129, dessen Gerippe nun zu fast Zwei Dritteln fertig ist, sollen aber wieder mit flüssigem Betriebsstoff betrieben werden, man muß also wieder abblasen. Die Frage „Helium oder Wasserstoff als Traggas?" hat man deshalb dahin beantwortet: „Helium und Wasserstoff". Man bringt innerhalb der Heliumzellen kleinere Wasser- stoffzellen unter, die durch das umgebende Helium vor Entzündung gesichert sind. Wenn man nun abblasen muß, so bläst man nicht Helium, sondern Wasserstoff ab; man braucht dann nach Beendi- gung der Fahrt nur diese Wasserstoffballone wieder mit Wasserstoff nachzufüllen. Diese Nachfüllung wird bei einer Fahrt nach Amerika etwa 10 000 Mark kosten.
Pilze, photographiert.
Ein Kamera-Motiv im Herbst.
Von Walther Appelt.
Zum herbstlichen Schmuck der Landschaft gehören bie Pilze, im Walde, und in einzelnen Arten auch auf den Wiesen. Der Photograph beachtet sie leider noch viel zu wenig. Diese späten Kinder der Fluren geben photographiert nicht allein Natur- Urkunden, sondern bei glücklichem Erfassen auch „Bilder", an denen wir immer unsere Freude haben können. Mancher empfindet in dieser Übergangszeit eine gewisse Leere an photographischen Motiven, da die Felder kahl und die Wiesen ärmer an Blumen werden, und anderseits der Winter noch aicht seine besonderen Landschaften malt. Das ist natürlich ein Irrtum — denn keine Jahreszeit ist leer und arm an Motiven. Aber wer sie erkennen lernen will, der darf auch an solchen photographischen Kostbarkeiten, wie es die Pilze sind, nicht oorbellaufen.
Allerdings müssen beim Photographieren von vilzen die meist schwierigen Bedingungen in Rech- nung gestellt werden, unter denen die Aufnahme zu machen ist. Damit sind aber die Klippen auch schon überwunden. Nur Bescheid wissen muß man, und alles geht. Ein brauner Pilz auf braunem Wald- loben wird im Halbdunkel dichter Kronen fast nie fin gutes Bild geben. Wir brauchen dazu einen Sonnenstrahl, und vielleicht auch noch als natürlich e (Staffage einen Farnwedel, eine Baum- vurzel, ein Moospolster ober begleichen. Doch soll üas möglichst schon dort stehen unb nicht erst heran- «jeholt werben. 2lbgerater sei auch von dem nahe- legenden Behelf, mehrere Pilze willkürlich zu einer •Gruppe zu vereinigen. Es gibt da gewisse Kleinig- Beiten, an denen der wahre Naturfreund das Unechte einer solchen Aufnahme meist sofort erkennen wird. (Weniger bedenklich ist es, eine allzu dichte •Gruppe durch Entfernen einiger Pilze aufzulockern.l Bebrigens wird der Photo-Sportler schon deshalb «iel leichter die gewünschten Gruppen in natura finden weil er es nicht nur auf die eßbaren Sorten abgesehen hat. Im Gegenteil, für ihn sind viele der ungenießbaren Pilze wegen ihres Paues unb ihrer Hell-Dunkel-Werte viel brauchbarer. Die Notwenbia- Eilt eines recht dichten Gelbfilters (meist breifach) nlrb baburch ausgeglichen, baß bie Pilze gebulbige Motive finb, bie lange still halten. Aber bas ist «ich notwendig Wer einen hoppelten Dodenaus-
Aus Natur und Technik.
Das neue Schiff wird trotz feiner größeren Länge — es wird 248 Meter lang, während der „Graf Zepvelin" 235 Meter mißt — einen gebrungeneren Eindruck machen als der „Graf Zeppelin", weil fein Durchmesser um mehr als ein Viertel größer ift, nämlich 42 Meter — beim „Grafen Zeppelin" 30,5 Meter. Er beträgt ein Sechstel der (Schiffslänge unb gibt baburch auf bie im Luftschiffbau viel erörterte Frage „lang unb schlank ober kurz unb bick" bie Antwort „lang unb verhältnismäßig dick".
Die Antriebsfrage ist zugunsten des Dieselmotors gelöst worden, dessen Betriebsstoff weniger feuergefährlich unb auch ausgiebiger ist als bas bisher verwenbete Benzin. Immerhin muß man für die Motoren, die eine Gesamtleistung von etwa 4500 Pferdestärken haben werden (her „Graf Zeppelin" hat etwa 2500), für lange Fahrten 60 Tonnen, also 60 000 Kilogramm ober 1200 Zentner Dieselöl mitführen. Trotzdem kann man infolge der fast verdoppelten Traggasmenge — 190 000 Raummeter gegen 105 000 beim „Grafen Zeppelin" — statt her bisherigen 20 Fahrgäste, die im „Grafen Zeppelin" mitgenommen werden können, in dem
neuen Luftschiff 50 befördern, unb zwar mit allen Bequemlichkeiten, wie sie ein zeitgemäßer Heber- feebampfer hat; sogar ein Lese- unb ein Rauchzimmer werben vorhanben sein.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat in biefen Tagen bie fünfte Wieberkehr feines Geburtstages gefeiert. Es hat in biefen fünf Jahren in runb 7000 Stunben Fahrzeit, bas finb 292 Tage ober runb 10 Monate, eine Strecke gleich her 17'/rfachen Länge bes Aequators, nämlich 700 000 Kilometer zurückgelegt. Es hat babei neben 37 000 Kilogramm Fracht unb 20 000 Kilogramm Poft 17 500 Fahr- gaste beförbert. Heber feine Amerikafahrten wundert sich niemanb mehr, trotzdem das Schiff eigentlich nicht für solche Fahrten gebaut ist. Sie sind eben mit diesem Luftschiff nur durch die fabelhafte Erfahrung und Geschicklichkeit feiner ausgewählten Besatzung möglich. Wenn das neue Schiff erst seine Fahrten machen wird, werden sie noch weniger Aufsehen erregen, denn es wirb ein Schiff sein, bas auch in her Hanb einer Durchschnittsbesatzung ohne Gefahr feinen Weg nach fernen Erbteilen wird ziehen können.
Reue Auio-Typen — bestbewährt!
Die Sroßerfolge neuer deutscher Auto- und Krastradarten.
Von Siegfried Doerschlag.
Das Autosportjahr 1933 ift abgeschlossen. Es stand noch nicht im Zeichen der neuen bei Mercedes- Benz und im Werk Zwickau der Autounion im Bau befindlichen deutschen Rennwagen, aber das Sportjahr 1933 brachte der deutschen Auto- und Motorradindustrie Erfolge, auf die sie noch stolzer sein darf als auf Spezial-Rennwagensiege: dies Jahr nämlich war das Jahr der Großerfolge deutscher Serienwagen.
Es gab Jahre, in denen es bedenklich war, neue Fahrzeuaart zu kaufen. Die Zeiten finb vorbei. Bringt heute eine deutsche Auto- oder Kraftrad- fabrif einen neuen Typ auf den Markt, so muß er erprobt sein, darf kein Versuchsstück mehr sein für den Kunden, sonst ists ums Geschäft unb um den Ruf des Fabrikats geschehen. Drum läßt sich bas Kraftfahrsportjahr 1933 mit her erfreulichen Feststellung abschließen: Neue Fahrzeugar- ten bestbewärt!
Adler begann sein Erfolgsjahr 1933 mit verstärktem Trumpf-Motor. Dieser verstärkte Typ und die schon vielbewährten Adler-Trumpf und Primus errangen Erfolg auf Erfolg. Erwähnt seien nur die Siege in der Brandenburgischen Dauerprüfungsfahrt, ADAC.-Reichsfahrt, Ostpreußenfahrt, der schöne Erfolg von Lotte Bahr in der Deutschen Sternfahrt nach Wiesbaden, der Adler-Erfolg im Wettbewerb Lüttich—Rom—Lüttich, Sieg in der „Haoelländischen", Großerfolge auf der 2000-Kilo- meter-Fahrt und auf der Internationalen Alpenfahrt.
Die Autounion (Audi, DKW, Horch, Wanderer) errang ihren größten Erfolg auf der 2000- Kilometer-Fahrt: 50 erfolgreiche Teilnehmer und fünf siegreiche Mannschaften! Besondere Beachtung verdienten die Erfolge der 2 - Liter ° Audi- unb 2-Liter-Wanberer-Wagen, ba beide Neu-Typen wohl denselben Motor von gleicher Leistung, aber grundsätzlich verschiedene Antriebsarten haben. Der ADAC.-Kleinkraftsahrzeugwettbewerb wurde zum Bombenerfolg der verbesserten DKW.-Frontan- triebsroagen. ADAC.-Reichsfahrt, Ostpreußenfahrt, bie Polizeisternfahrt nach Dresden, bie Havelländische und andere Schwerstwettbewerbe wurden zum Dollbeweis der Bewährung der neuen oder verbesserten Auto-Hnion-Typen.
Brennabor zeigte auf Ostpreußenfahrt, Reichsfahrt, 2000-Kilometer Fahrt und „Havelländischen", was die auf der Berliner Autoausstellung gezeigten Brennabor-Arten im schwersten Alltagsgebrauch und auf Wettbewerben zu leisten ver
mögen. Mit Stolz betont Brennabor die vorbildliche Wirtschaftlichkeit der Brennabor-Wagen.
Der auf her Berliner Autoausstellung erstmalig gezeigte Daimler-Benz Schwingachstyp 200 wurde zur erfolgreichsten deutschen Fahrzeugart dieses Jahres, wobei die Gesamterfolge in solchen Veranstaltungen den Ausschlag geben, in welchen es nur einen Sieger gab. Die größte Zerreißprobe dieses Jahres, die ADAC.-Dreitagefahrt im Harz, wurde zum Rekorderfolg des Schwingachstyps 200, denn nicht weniger als drei Mercedes-Benz-Drei- schäften beendeten die Harzfahrt siegreich. Auch die 9-Bergefahrt im Erzgebirge, die Deutsche Sternfahrt nach Wiesbaden, die 2000-Kilometer-Fahrt, bie Sternfahrt nach St. Moritz, Runb um Berlin, die ADAC.-Reichsfahrt und viele andere Wettbewerbe brachten dem neuen 2-Liter-Mercedes-Benz Großerfolge. Der gleichfalls auf der Berliner Ausstellung erstmalig gezeigte 2,9-Liter-Schwingachs- typ erhielt durch die Dreischaft Kappler, Bernet, Hirte bei der Alpenfahrt die Goldene Al- penplatette.
Goliath, Erzeugnis der Hanfa-Lloyd-Goliath- Werke in Bremen, stellte fein großes Können beim ADAC.-Kleinkraftfahrzeugwettbewerb unter Beweis. Brennstoffverbrauch unb 'Gesamtbewährung (Schnelligkeit, Pannenlosigkeit, Wirtschaftlichkeit) ergaben höchsten Gebrauchs- unb Nutzwert.
Hanomag, her unter Leitung von General- konsul Lerch wieher groß unb zu einer her best- beschäftigten beutschen Automobilfabriken geroor- (den, errang unter Mannschaftsführung seines fport- freubigen Generalissimus Lerch Erfolg über Erfolg. Reichsfahrt, Ostpreußenfahrt unb 2000-Kilometer- Fahrt lieferten Vollbeweise bafür, baß bie neuen Hanomag-Typen groß sinh in ihren Leistungen, klein im Brennstoffverbrauch, vorbilblich in Zuverlässigkeit unb Schnelligkeit.
Opel überraschte auf her Berliner Autoschau mit feinem l-Liter-1950-Mark-Wagen. Viele Tausenbe kleiner Opel rollen im Alltagsgebrauch auf ben Lanbstraßen aller Herren Länber. Auf bem 1,8- Liter-Opel aber würben auf her 2000-Kilometer- Fahrt, Reichsfahrt, Ostpreußenfahrt, Alpenfahrt Auszeichnungen errungen.
Phänomen teilt mit: „Ein am 28. Februar an bas Polizeiinstitut für Technik unb Verkehr geliefertes Fahrzeug machte mit Erfolg bie Branben- burgische Dauerprüfungsfahrt mit; bas preußische M. b. I. brachte basfelbe Fahrzeug Johann in bie
Harzfahrt. Es ist eine ungewöhnliche Leistung, daß ein Fahrgestell, bas als leichtes Nutzfahrzeug auf. gebaut würbe, sowohl chassistechnisch als auch motortechnisch ben Hrazsahrt-Ansorberungen vollauf gewachsen war. Der luftgekühlte Phänomen-Granit« Motor hat sich an Leistungsfähigkeit unb Betriebssicherheit einem wassergekühlten zurninbest gleichartig erwiesen."
Röhr- Wagen her Neuen Röhr-Werke AG. waren wieberholt erfolgreich; bie erst im Juli in Verkehr gebrachte jüngste Röhr-Schöpfung, ben luftgekühlten „Röhr-Junior", zeigte auf her 2000- Kilometer-Fahrt unb Internationalen Alpenfahrt, was zu leisten er imftanbe ist.
Stoewer brachte seinen Borberrabantriebs« wagen 6/30 PS im Herbst 1932 auf ben Markt. Auf Reichslahrt, Ostpreußenfahrt, 2000-Kilometer-Fahrt unb Alpenfahrt erbrachte Stoewer üderzeugenben Beweis, was her neue lVr-Liter-Stoewer leistet.
Groß ist bie Zahl her auf bem neuen Stan« barb - Wagen errungenen Erfolge; burch bie Originalität der Bauart (Heckmotor) ift ja her Stan- barb-Wagen befonbers interessant. Heberzeugenbs Bewährungsbeweise erbrachten her 1. ADAC.« Kleinstkraftfahrzeugwettbewerb, Runb um Schienen, Zuverlässigkeitsfahrt burch Württemberg, West« falen-Lippe-Fahrt. Gekrönt aber wird die Beweis« Me der Zuverlässigkeit unb Schnelligkeit her Stanbarb-Wagen baburch, daß ein Stanbarb-Wagen bie 2000-Kilometer-Fahrt trotz bes großen Durch- schnittstempos mit erheblichem Zeitvorsprung beendete.
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V°n neuen Lastkraftwagen- Typen errangen die M a g i r u s - 1-Tonner auf dem Kleinstfahr« Aeugroettberoerb Anerkennung, Ruf und Silberme« baiüen. Wie selbst die Fahrtleitung zugab, waren bie an bie Klein-Nutzwagen gestellten Anforberun- ge,t überspannt. Unb dennoch wurden sie fast rett- los oon den Magirus-Lieserwagen erfüllt. Abschluß- Prüfung her Wagen ergab: „Allerbester Zustand!"
NSU-ftafjrer führten die neuen >18 0- Modelle D 501 / OS, 351 / OS, 201 / OS und 175 ZD von S-ea zu Sieg. Dreitagefahrt, Reichsfahrt, Dftpreu- ßensahrt, 2000-Kilometer-Fahrt unb viele anbere Erfolge erhärteten ben Ruf von Leistung unb Pan- nenlosigkeit der NSU-Mrten.
Erfreulich groß ist die Siegesliste von Vikto« ria, wobei es sich allerdings um verbesserte, nicht restlos neue Modelle handelt. Ebenso vermögen die Triumph-Werke durch stattliche Ersolgsliste ge- glückte Erprobung aller ihrer Modelle zu beweisen. Jüngstes Triumph-Erzeugnis ist bie Noris 200, deren Alltagsbewährung ihre Klasse bestätigt.
BMW schuf neuen Sechszylinder, im Spätsommer auf den Markt gebracht, der NAG.-Voran- triebßmagen ist besonders auf mitteldeutschen Land- straßen wiederholt zu sehen, Maybach besitzt in seinem ZwölfAylindertyp „Zeppelin" den Klasse« wagen des anspruchsvollen Fahrers und im Sechs« Zylinder preisroerten Qualitätswagen, Citroen darf infolge 95prozentiger Verwendung deutschen Materials als deutsches Fabrikat angesprochen werden, dessen Typen viel erprobt sind, unb was her gleichfalls überroiegenb aus deutschem Material her« gestellte 4-PS-Typ „Ford - Baby" leistet, hat er jüngst auf den 72-Stunden-Fahrten bewiesen.
»Type 21 e r o", her vor Jahresfrist in Hanbel gekommene Nieberbruck- (Heberballon-) Reifen hat sich durchgesetzt. Der Voll-Aero bagegen vermag nicht recht auhufommen, vornehmlich wohl, weil er konstruktive Aenberungen im Fahrgestellbau erfor- bert. Continental- Type 2lero war bas in deutschen Zuverlässigkeitsfahrten erfolgreichste Fa« brifat. Bei her 2000-Kilometer-Fahrt unb anheren Veranstaltungen würben auch auf Deka Type 2lero schöne Bewährungsbeweise erbracht.
Kaum jemals konnte ein Sportjahr so sieghaft unb befriebigt beschlossen werben: Deutsche Kraft- fahrt erhielt freie Bahn. Deutsche Autos, Motorrä- her, Zubehör ... ob neue, ob schon früher eingeführte Arten — oielerprobt unb vielbewährt!
Zug hat, wirb hier nicht barauf verzichten, ihn zu nutzen. Aber auch jeher anbere wirb so nahe wie nur irgenb möglich an bas Motiv Herangehen, schon wegen her erschwerten Scharfeinstellung. Das aber bebingt ein stärkeres Abblenden, oft bis in Grabe hinein, bie sonst ausscheiben. Es gehört Mut bazu, bis auf 18 ober noch mehr abzublenben. Unb hoch ist weiter nichts babei, wenn wir in Ruhe die entsprechend Belichtungszeit errechnen, bie oft bis zu einer halben Minute ober gar noch länger dauern wirb. An Walbränbern mit freiem Vor- gelänbe kommen wir natürlich mit viel weniger aus, hoch werben einige Sekunhen immer bas Minbcste fein. Denn wir bürfen uns nicht burch bie weißen, leuchtenben Stiele her Pilze etwa täuschen lassen. Auch her Walhbohen soll Zeichnung Haben, bamit bas Bilh einen Sinn unb Zusammenhang bekommt. Daß wir mit bem Apparat recht tief gehen müssen, ist selbstverstänblich. Denn wir wollen nicht nur bie Köpfe her Pilze von oben photographieren, fonbern wollen charakteristisch ihren Bau erfassen, wollen vielleicht auch sehen, ob es sich um einen Röhren- ober Lamellenpilz hanbelt, ob er eine Knolle ober sonstige Kennzeichen hat.
Im freien Gelänbe wachsen Reizker, Champignons usw. Sie geben im bichten Grase nur selten rechte Silber. Doch sei bem roanbernben Photographen empfohlen, auf bie sogenannten H e x e n - unb (Elfenringe zu achten. Das finb rätselhafte Anorbnungen oon Pilzen her gleichen Sorte, bie genau kreisrunb um einen Baum ober Strauch, oft auch ohne sichtbaren Mittelpunkt sich gruppieren. Es ist selbstverstänblich, baß diese gar nicht seltene Erscheinung oft bie Gelegenheit zu guten unb auch naturkundlich interessanten Silbern.gibt.
Technische Neuerungen im „Schaufenster der Weli.^
Einer der größten Eindrücke, die oon der Leipziger Herbstmesse, dem „Schaufenster der Welt", geblieben ist, läßt sich auf die Formel bringen, daß fick bem stark betonten Werte bes Gelbes entsprechend nur die solide, dem Leistungsprinzip entstammende Ware durchzusetzen vermag. Für das technische Gebiet gilt bas in allererster Linie, denn gerabe die technische Neuerung hat mehr denn eine andere auf der Messe ihre eigentliche Feuertaufe zu bestehen. Das zeigt prägnant der Kampf um die zweckmäßigste, wirtschaftlichste Beheizung und Warmwasferbssreitung, ein Kampf, der.
wie Leipzig gelehrt hat, auch heute noch nicht ent- schieden ist. Die Hersteller oon Stand- und Wand- babeöfen haben sich auf bas Problem geworfen, mit vier, ja sogar mit nur zwei Braunkohlenbriketts ein Vollbab zu liefern, bamit stellt sich ein Bab auf nur noch vier Pfennig. Die neuzeitliche Warmwasserversorgung macht bas Erstaunliche wahr: für nur zehn Pfennig täglich bauernb Heißwasser von 60 bis 70 Grab Celsius zu liefern. Eine Berliner Firma stellte einen Schnellbabeofen aus, her mit einem für bie wärmere unb kältere Jahreszeit einstellbaren Rost versehen ift, so baß also im Sommer keine Heberhitzung bes Babewassers unb Raumes eintreten kann.
Interessant war bie Beobachtung, wie stark jetzt schon im Frühstabium bes zivilen Luftschutzes hie Sicherungsbestrebungen bem Bauwesen ihren Stempel aufbrücken. Aus einer Reihe oon Bemerkenswertem bas Prägnanteste: bie gas- dichte Tür, bie sich, um eine vollkommene Ab- bichtung zu erreichen, eines febernben Metallstreifens bebient. Eine ähnliche Vorrichtung bezweckt bie Abbichtung gegen Schall, Zugluft unb Staub. Auch bie splitterfreie, hunbert Prozent Sicherheit ver- sprechenbe Tür fanb größtes Interesse.
Dann her neueste Fortschritt her Glastechnik: Das Glas ist ben Kunstharzen hinsichtlich roeit- gehenber Biegefähigkeit unb mannigfachster Formgebung völlig ebenbürtig geworben. Eine Hartglas- fabrif unb Hartglasbiegerei bewies bas an Erzeugnissen, bie erstaunen ließen. Auf bem Gebiete bes Fensterbaues haben sich bie Verbunbfenster immer beherrschenber in ben Vorbergrunb gebrängt. Viel beachtet würben zwei aus nichtrostenbem Stahl gefertigte Fenster, förmliche Prunkerzeugnisse, bie als befonbere Neuerung einen typischen Kantenschliff am Glas aufwiesen. Daburch ist jetzt bie Anfertigung von Wenbeflügeln ohne ein festes Mittelstück erreicht worben. Auch für ben Bau von Schiebefenstern ist bie Neuerung von größter Bebeutung.
In schier unübersehbarer Fülle haben sich wieher bie mannigfachsten Formen her nwbernen Haushaltsgeräte vorgestellt. Einen sehr breiten Raum beanspruchten wieher bie motor» unb hanh- bebienten Küchenapparate mit teilweise recht beachtlichen Verbesserungen. Auch bie Nähmaschine ringt tn biefem Zeitalter ftänbiger Fortschritte aufs neue nach Geltung. Von befonberem Interesse finb bie neuen Vorrichtungen, burch bie bas Nähen oon Kunstformen überaus erleichtert worben ist.
Das fliegende Expreßgut.
Die technische Entwicklung her anderen Verkehrs- mittel zwingt bie Reichsbahn, ihr Augenmerk nicht nur auf bie Schienenbahn, sondern auch auf ben Kraftwagen- und den Luftverkehr zu richten. Bekannt ist her seit langer Zeit bestehenbe sogenannte ivlei- unb Fleiper-Verkehr, bas heißt her Eisenbahn- Luft-Verkehr für Gepäck, Expreßgut unb Reisenbe teils auf der Schiene, teils in her Lust. Die Deutsche Reichsbahn unb bie Lufthansa waren für bie Ausgestaltung bieses Verkehrs führenb in Europa.
Der bedauerliche Verkehrsrückgang hat leider auf manchen Strecken zum Ausfall schnellfahrender Züge geführt. Die Klagen her betroffenen Lanbes- teile haben ben Gebauten nahegelegt, sich kleinerer Einheiten zu bedienen, als bies bie jetzigen Züge finb. Da Triebwagen, bie hierzu besonders geeignet wären, noch in ungenügender Zahl vorhanden finb, würbe nach einer Mitteilung der Pressestelle her Deutschen Reichsbahn ein Versuch mit Flugzeugen erroogen. Die Verhanblungen her Reichsbahn und her Lsthansa hierüber sind in ben letzten Wochen abgeschlossen worben.
Die Reichsbahn wirb zunächst versuchsweise einige Strecken, auf denen besonders viel Expreßgut beför« bert roirb, für ben Flugverkehr einrichten unb ihn her Lufthansa zum Betrieb übergeben. Hierfür wer« ben mehrmotorige Flugzeuge eingesetzt, beren Ge- jd)minbigfeit über bem Durchschnitt her heutigen Frachtslugzeuae liegt, unb von benen bie ersten Jllufter her Firma Dornier in Friebrichshafen in Auftrag gegeben worben finb.
Damit ist bie Deutsche Reichsbahn bem Beispiel her englischen Great Western Railway gefolgt, bie fid) in biejem Frühjahr bem Flugverkehr zugewenbet hat, ;edoch den Betrieb gleichfalls nicht selbst durchführt, sondern die Betriebsfüyrung der großen eng- Ii[d)en Luftverkehrsgesellschaft Imperial Airways übertragen hat. Während in England die Fluglinien her Western Railway vorwiegend dem Reiseverkehr bienen, legt bie Deutsche Reichsbahn besonderen Wert auf die Einschaltung von Frachtlinien zur Beförderung von besonders eiligen Expreßgütern. In ben meisten Fällen werben biese Flug-Expreß- Strecken auch her Post Vorteile bringen; die Deutsche Reichspost hat deshalb bereits ihre Beachtung für diese Verkehrsart bekundet. Eine solche Nachtstrecke wird beispielsweise zwischen Berlin unb Königsberg eingerichtet werden, um ben Ausfall eines D-Zuges nach Königsberg auszugleichen, her der Königsberger Geschäftswelt die Berliner Post zur ersten Zustellung gebracht hatte.


