Ausgabe 
3.11.1933 Erstes Blatt
 
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Die innere Disziplin derASDAPf

Line Bekanntgabe des Stellvertreters des

Führers.

Berlin, 2.7loo. (ERB.) wie die RSK. mel- det, gibt der Slelloertreler de» Führer« bekannt:

Gegner de» Rallonalsozialismu» versuchen da und dort den starken tinbrud, den die große Difzi- plin der nationalsozialistischen Revolution hinterlassen hat. dadurch obzuschwachen, daß sie durch Provoka- teure Ralionalsozlalisten zu Uebertretungen oder sonstigen Handlungen verleiten, die Mißstimmung in der Oessentlichkeit erzeugen sollen. Um den prooo- kateuren da» Handwerk zu legen, werden künftig durch Hatioualsozialisten begangene Gesehe»überteetungen unabhängig von Gerichtsstrafen noch strenger al» bisher durch Parteistrafen geahndet.

Das Bild der nationalsozialistischen Revolution da» Werk der alten Kämpfer soll nicht durch Verfehlungen und Taktlosigkeiten Uebereifriger getrübt werden, die großen Teil» sich erst in jüngster Zell zum TI a - tionolsozlall»mu» bekehrten.

Demgemäß wird ausdrücklich jede Anwen- düng kleinlicher Lchikanen unlersogt. Die» bezieht sich auch auf den versuch, bei der his- sung von Fahnen oder bei der Anwendung de» Deutschen Gruße» außerhalb offizieller Veranstal­tungen gegenüber Richtparteigenossen einen Druck au»;uüben.

Der Tag wird kommen, an dem jeder Deutsche e» al» selbstverändllche Ehrensache ansieht, ausschließ­lich den Deutschen Gruß zu verwenden. Der Tag wird um so früher kommen, je weniger in der Oeffentlichkeil der Eindruck entsteht, daß der Gruß aufgezwungen werden soll. Richt Be­fehle, sondern Leistungen gewinnen für die Sache de» Rationalsozialismus. Die Entwicklung der letzten Monate, in denen sich Millionen neu zum Rationalsozialismu» bekannten, ist der Beweis.

M ü n ch e n. den 1. Rooember 1933.

gej. Rudolf Heß.

Sichert Euer Wahlrecht.

Seht die Stimmliste ein!Die Stimmlisten liegen vom 2. bis 6. November aus.

Berlin, 2. Rov. (WTD.) Rur solche Reichsan­gehörige können an der Reichslagswahl und Volks­abstimmung teilnehmen, die in einer Wäh­lerliste oder Wahlkartei eingetragen sind. Ausnahmen bestehen nur für Reichsdeutsche mit Wohnsitz im Ausland und für See- und Binnenschif­fer, für die Sonderbestimmungen getroffen sind. Die Stimmberechtigten werden in den Listen und Kar­teien derjenigen Gemeindebehörde ge­führt, in deren Bezirk der Stimmberechtigte seinen Wohnsitz hat. Pflicht eines jeden Staatsbürgers ist es, die Listen während der Auslegungszeit ein- zusehen ober durch eine zuverlässige Vertrauens­person einsehen zu lassen. Fehlt sein Rame, so muß er die» sofort der Gemeindebehörde mitlei- len. Die Eintragung in die Wählerliste ist auch Vor­aussetzung für die Ausstellung von Wahl­scheinen für solche Stimmberechtigte, die sich am Abstimmungslag auf Reifen befinden. Bei der gro­ßen Arbeit, die die Anlegung der Wählerlisten für die Gemeinden bedeutet, und den zahlreichen Woh­nungswechseln sind versehen bei Anlegung und Fortführung der Listen nicht ausgeschlossen. Deshalb prüfe jeder S l i m m b e r e ch t i g t e recht­zeitig feineLintragung nach. Die Räume, in denen die Wählerlisten zur Einsicht ausliegen, werden durch Plakate und in den Tageszeitungen bekanntgemacht.

Unbedingte Sicherung des Wahlaktes am 12. November.

Berlin, 2. Noo (501'3.) Der Reichsinnen- Minister hat angeordnet, daß bei der Wahl und Abstimmung am 12. November in der üblichen Weise für den Schutz der Wahllokale und der Abstimmenden zu sorgen ist. Nie­mand darf in der Ausübung seines Stimmrechts behindert werden. Jede Belästigung von Stimmberechtigten, namentlich auch vor den Wahllokalen, soll mit allen Mit- teln verhindert werden. Die zuständigen Stellen sind beauftragt worden, in dieser Beziehung jede mögliche Vorsorge zu treffen.

Oie hessischen Philologen huldigen dem Dolkskanzler.

Vorstand und Verireteroersammlung des Hessi­schen Philoloaenoerein» richteten am 29. Oktober folgendes Telegramm an den Reichskanzler: Heute in Frankfurt versammelt, entbieten Vorstand und Vertreteroersammlung des Hessischen Philo- logenoerein» dem Führer deutschen Gruß und g e - loben Treue und Opserdereit s ch aft von 1000 hessischen Philologen in der Erziehung anvertrauter Jugend zur Wieder- Herstellung deutscher Ehre und deut­scher Weltgeltung.

Der neue Vertreter Hessens beim Reich.

D a r m st a d t, 2. Noo. (WSN.) Die Staatspresse- stelle teilt mit: Pg. von Jengen- 'Berlin wurde zum Ministerialrat im hessischen Staats­ministerium, Vertreter Hessens beim Reich und Bevollmächtigten zum Reichsrat er­nannt.

Pg. non Zeugen, geboren 1890, ist Hauptmann a D. und Sturmsuhrer der SA Seine aktive Dienstzeit vor dem Kriege verbrachte er im 2 Großherzoglichen hessischen Infanterie Regiment 116 in Gießen und im Infanterie-Regiment 160 in Diez a. d. Lohn. Er machte als Frontossizier den Feldzug im Westen mit, wurde schwer verwundet und erwarb da» Eiserne Kreuz 1. Klasse. Nicht mehr kriegsoerwendungsfähig, wurde er in Gene­ralstabsstellen verwandt, in» Kriegsministerium und die Reichskanzlei kommandiert. Nach Kriegsende studierte er Nationalökonomie und Jura. Er wurde Geschäftsführer der Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände. In dieser Stellung betätigte er sich im Abwehr- kampf in Oberschlesien, oeim passiven und aktiven Widerstand an Rhein und Ruhr und t n b e r P 'al, mit Auszeichnung Nach " - Dienst in der Industrie selbst war er eine zeitlang Referent im Wirtschaftspolitische n

Fwnikämpser und Kriegsopfer hinter dem Kanzler im Kamps für einen ehrenhaften Frieden.

Berlin 2. Noo. (DdZ.) Reichsarbeitsminister Franz Sel'bte hat folgenden Ausruf an bie Kriegsopfer jum 12. November- gerichtet, der wiederum ein feierliches Bekenntnis Deutsch­lands zum Frieden darstellt.

Wieder schlägt eine Schicksalsstunde der deut­schen Nation. Ehre und notwendige Lebensrechte werden uns verweigert. Dies trifft ganz besonders die Kämpfer und Opfer des großen Krieges, die wegen dieser heiligen Rechte und Güter in 4*/i Kriegsjahren ihr Bestes einge- setzt und hingegeben haben. Schon 15 Jahre sind seit dem Tage verflossen, da wir, im Felde unbesiegt, die Waffen niederlegten im Vertrauen, daß auch der Gegner endlich zu einem Frie - Öen im Zeichen d e r Achtung und Ver­ständigung bereit sei. Die von der Gegen­seite gegebenen Zusicherungen wurden nicht ge­halten.

Auch heute noch stellt man unerhörte Z u - rnutungen an uns. Trotz allem werden Kriegs­opfer und Frontkämpfer nicht aufhören, stark zu sein. Sie werden beispielgebend aushal­ten und voran st ehen auch in dem waf­fenlosen Ringen um Deutschlands Le­ben. In alter Soldatentreue werden sie dafür ein­stehen, daß der Tod von 2 Millionen guter Käme- roden, die auf dem Felde der Ehre gefallen sind, nicht umsonst war.

Es ist unsere Bestimmung als Frontgeneration von 1914 unsere Soldatenpflicht und unser Solda- tenschicksal, daß wir unseren deutschen Kampf

standhaft bis zum Ende fuhren, um den Kindern und Kindeskindern unte­res Volkes die Zukunft zu erhalten. Die allen Frontkämpfer und gerade die, die als Kriegsopfer am eigenen Leide schwer betroffen sind, werden daher in nationaler Pflichterfül­lung dem Aufrufe der Reichsregierung folgen und am 12. November ihre Stimme für unsere gerechte Sache abgeben. Mil unserem Dolks- kanzler sind sie dabei der Zuversicht, daß jeder, der mutig sein gutes Recht vertritt, am Ende auch Recht bekommen muß.

Die Millionen unserer Kriegsteilnehmer mit ihren Frauen und Kindern, unsere Kriegereltern, Kriegs- witwen und Kriegswaisen nahezu die Halste un­seres Volkes sind empört, daß man an dem auf- richtigen Friedenswillen des deutschen Vol­kes und feiner Regierung zweifelt. Wer Leid und Not dieser Millionen kennt, deren Opfer keine Macht und keine Zeit jemals völlig heilen kann, der weih, dah es ihnen ernst ist mit dem Wunsche ehrlichen Friedens und Ausgleiche». Sie besonders kann keine Verdächtigung und Ver­leumdung aus den Reihen ehemaliger Gegner er­reichen. Wenn jemand, so stehen die Millionen der Kriegsopfer, Frontkämpfer und aller ihrer Angehörigen geschlossen hinter der Reichsregierung, der sie auf dem von ihr beschrittenen Weg im Kampfe für den Frieden, für die Ehre und die Gleichberechtigung im unerschütterlichen Vertrauen fol­gen. In Treue fest. Franz Seihte.

Zur Entscheidung am 12. November.

Von Staatsi-atGauleiierAlbertForfter, Führer desGesamtverbanbesderDeutschen Angestellten.

Das Gaupresseamt stellt uns die fol­genden Ausführungen des Danziger Gau­leiters der NSDAP, zur Verfügung.

Als der Krieg zu Ende war, hoffte das ganze deutsche Volk auf einen Frieden, der uns die Mög­lichkeit geben sollte, in Ruhe unserer Arbeit nach- ^ugehen. Lange genug hat man uns versprochen, dah der Sturz des alten Systems und die Grün­dung der Republik der Beginn einer neuen, schöne­ren Zeit fei. Wenige Monate später wurden wir allerdings ei nes anderen belehrt. Wir wurden auf das bitterste enttäuscht. Im Inneren unseres Vaterlandes find Männer ans Ruder gekommen und Kräfte haben sich breit ge­macht, Die, allen guten Deutschen sichtbar, ganz planmäßig unser Volk verrieten und verkauften. Im guten Glauben an die Versprechungen unserer früheren Gegner haben wir unsere Armee aufge­löst und unsere Waffen vernichtet. Als Dank für unser ehrliches Bekenntnis zum Frieden hat man uns einen Vertrag in Versailles aufgezwungen, der den ewigen Frieden für die Well bringen sollte und in Wirklichkeit einen Zustand dauern­der Unruhe und Unsicherheit unter den B öl fern gebracht hat. Hauptziel dieses soge­nannten Friedensoertrages war die Verewigung der Sklaverei für das deutsche Volk, das heitzt dessen endgültige Vernichtung. Zu diesem Zwecke lockte man dem deutschen Volke mit schönen Redensarten seine Waffen heraus, um es wehrlos zu machen, und legte ihm dann derart brutale Bedingungen auf, daß jede Möglichkeit eines Wiederaufstieges damit von vornherein ausgeschlossen sein sollte.

Darüber hinaus rechneten unsere ftüheren Geg­ner mit der Uneinigkeit der verschiedenen Par­teien in Deutschland, die von sich aus ihr Teil zur Zerstörung unseres Vaterlandes beitrugen. Nichts war unterem früheren Gegner angenehmer, als zu wissen, daß in Deutschland der K l a s s c n k a m p f, die Konfessions Hetze und das Gegeneinander­ausspielen der verschiedenen Stände und Interes­sengruppen zu einer wahren Blüte gekommen waren. Außerdem sind die deutschen Regierungen von November 1918 bis Mai 1932 so willfährig ge­wesen, alles zu unterschreiben, was man von ihnen verlangte. Unter immer neuen Zusagen und Ver­sprechungen entstanden immer neue Verträge, von denen jeder einzelne unserem Volk die Schlinge noch enger umben Hals zog als vorher. Dabei schämten sich biese sogenannten beutschen Re­gierungen nicht, unserem Volke biese jeweiligen Ver­träge als eine Hilfe seitens unserer ftüheren Gegner, manchmal als letzte Rettung, wie beim Poungplan, plausibel zu machen. So kam unser deutsches Volk in immer größere Not, nicht nur moralisch, säu­bern auch materiell. Verzweiflung und Hoffnungs- losigkeit griffen ebenso rasch um sich wie Arbeits­losigkeit und Armut. Neben all dem aber duldeten es die früheren Machthaber, daß sowohl von in­neren als auch von äußeren Feinden die Ehre des deutschen Volkes und Reiches in den Schmutz ge­zogen wurde.

Der Weg, den unser Volk im November 1918 be­schritten hat, wäre zwangsläufig im Zusammenbruch und damit der endgültigen Vernichtung der beut- scheu Nation ausaemündet, wenn nicht seit 14 Iah- ren durch d i e A r b e i t A d o 1 f H i t l e r s unser Volk zu einem anderen Denken in allen (Tragen, die bie Erhaltung des Ledens einer Nation betreffen, gebracht worben wäre. Nationalismus und 5o.$iaüsmus in ihrer reinsten Form muhten zum Allgemeingut des ganzen Volkes gemacht wer­ben. Mit anderen Worten: das deutsche Volk mußte von all den Phrasen, die ihm die verschiedenen Par- feien im Laufe von Jahrzehnten eingetridjtert hat­ten, erst einmal befreit werden, um die geistigen Vorausletzungen für den Wiederaufstieg Deutschlands zu schassen. Diese geistigen Voraussetzungen sind durch die nationalsozialistische Bewegung gescha en worden.

Seit der Machtübernahme durch unseren Führer )oIf Hitler bis zum heutigen Tage hat Deutschland eine Umwälzung erfahren, wie sie kaum in einer anderen Zeitperiode der deutschen Geschichte zu fin­den ist. Adolf Hitler hatdasDolk vom Kom­munismus restlos gesäubert. Er hat da- mit nicht nur Deutschland befreit, sondern darüber hinaus auch Europa und die Welt vor einer dro- henden Gefahr bewahrt. ErhatdemKampfder DeutschenuntereinanbereinEnbe be­reitet und so die deutsche Einiakeit gebracht. Er hat den Staatsapparat frei gemacht von allen unwürdigen Elementen, die sich im Laufe der letzten Jahre breit gemacht hatten. Er hat den Re I i gionsfcinben und Hetzern zur Gottlosigkeit das Handwerk ein für allemal gelegt. Er hat durch das Reichsstatthaltergesetz d i e Kleinstaaterei für alle Zukunft beseitigt. Adolf Hitler hat aber auch das größte liebel an der Wur­zel ungefaßt, nämlich die Arbeitslosigkeit. Während unter den früheren Regierungen diese Geißel der Menschheit immer größer wurde, sind im

Gerade unser deutsche» Volk, da» heule zusammen- gebrochen, den Fußtritten der anderen Dell preis- gegeben daliegt, braucht jene suggestive Kraft, die im Selbstvertrauen liegt.*4

Adolf Hiller (Mein Kampf).

nationalsozialistischen Deutschland fest acht Monaten von sechs Millionen Arbeitslosen nicht weniger als 2,25 Million in Arbeit undBrot gebracht worden.

Man könnte stundenlang über die Taten Adolf Hitlers feit dem 30. Januar 1933 reden, nur das Allerwichtigste ist gesagt worden. Wer wollte an­gesichts solcher heroischen Taten und Handlungen behaupten, daß wir gegen den Frieden o er­st o h e n haben? Nur böse Menschen, bie selbst den Frieden nicht wollen, weil sie den Unfrieden zur Erhaltung ihrer Rüstungen brauchen. Deutschland aber will und braucht den Frieden. Es will ihn, weil es der Ueberzeugung ist, daß jeder neue Krieg für den ganzen europä­ischen Kontinent den Untergang bedeuten würde, und Deutschland braucht den Frieden, weil eine Nation, die in Elend und Not lebt, und ihren Menschen Arbeit und Brot geben will, in einem Krieg den Anfang neuen Elends und Jammers sehen würde.

Freilich kann dieser Friede nur dann dauer­haft sein, wenn alle Völker mit gleichen Rechten und gleichen Pflichten ausge- ftattet sind. Es aeht nicht an, daß eine Nation nur Rechte hat, während man von der anderen nur Pflichten verlangt. Was dem einen Volk recht ist, muh dem andern billig sein. Wir Deutschen haben in den letzten Jahren vor Gott und der Welt be­wiesen, daß wir alles zu tun gewillt sind und auch getan haben, was zur Erhaltung de» Frie­dens beiträgt. Wir Deutschen haben unsere Pflicht in dieser Richtung voll und ganz getan. Jetzt ver­langen wir das uns zustehende Recht. Wir ertragen es nicht mehr, daß man unser Volk als ein zweit­klassiges behandelt. Die Welt soll endlich zeigen, ob sie gewillt ist, den Frieden zu erhalten und ihre Pflicht uns gegenüber zu erfüllen. Wir führen jedenfalls den Kampf um den Frieden und die Ehre und glauben, daß am 12. November der letzte Deutsche zum Gelingen dieses Kampfes beiträgt und Adolf Hitler feine Stimme gibt. Wir glauben heilig und unerschütterlich daran.

AmtderParteileitung und wurde nach der nationalen Revolution zum Leiter der 'Berliner Ge­schäftsstelle der Preußischen Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Main- Gebiet (Frankfurt a. M.) berufen. Unter Beide- baltung dieser Tätigkeit als Vertreter der wirtschaft­lichen Interessen des Rhein-Main-Gebietes in Ber­lin wurde er durch die hessische Regierung auch mit der p ol U i I d) e n Vertretung de» Freistaates Hes- len in Berlin nunmehr betraut

Steuerbefreiung für Wohnungs­neubauten.

Berlin, 2. Noo. (DTB.) Das R e i ch » f i - >- a n z m i n i st e r i u m teilt mit: Das zweite Getep zur Verminderung ber Arbeflslosigkeu vom 2I.6ep- lember 19V < Reichs ^'tetzbiatt 1, 2. 651) schreibt de- rannl.ich eine -Steuerbefreiung vor für

Kleinwohnungen, die in der Zeit vom l. April 1934 bis 31. Marz 1936 bezugsfertig werden, und für Eigenheime, die in der Zeit vom 1. April 1934 bis 31. März 1939 bezugs­fertig werden. Die Befreiung läuft für Kleinwoh- nungen grundsätzlich bis zum 31. März 1939 und für Eigenheime grundsätzlich bis zum 31. März 1944. Die Befreiung erstreckt sich auf die Einkommensteuer, die Vermögenssteuer und die Grundsteuer des Lan-' des (Staatsgrundsteuer), bei der Grundsteuer der Gemeinde und Gemeindeoerbände wird nur von der halben Steuer Befreiung gewährt.

Zu diesen gesetzlichen Vorschriften hat ber Reichs- Minister der Finanzen eine Durchführungs­verordnung vom 26 Oktober 1933 iReichsgesetz- blatt 1, S. 773) und einen Srläuterungser- la ß vom 30. Ok'ooer 1933 S 1900 21a - 250 3 herausgegeben. Der Erlaß, dem een Abdruck der

Durchsührungsverorimung beiaefügt kst, kann von der Reichsdruckerei, Berlin SW. 68, bezogen werden (Preis 0,45 Mark).

Aus dem Inhalt der Durchführungsverordnung ist besonders hervorzuheben, daß der steuerpflich» tige in allen Fällen, in denen ein Eigenheim nach dem 1. Januar 1934 bezugsfertig wird, die Anwendung der neuen Steuerbefreiung»- Vorschriften auf dieses Haus verlangen kann. Die Steuerpflichtigen haben jetzt also kein Interesse mehr daran, den Bau eines Eigenheims zu ver­zögern, um auf biete Weise in den Genuß der neuen Befteiungsoorschriften zu gelangen.

Erweiterung des Winterpro­gramms für den Straßenbau.

Berlin, 2.Noo. (TU.) Der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. ing. Todt, hat in einer Besprechung mit den beteiligten Stel­len am 1. November die Bauoorbereitung ber Reichsautobahn K ä l nD u s s e l d o r f D u i 5 b u r gD ortmunb freigegeben. Außer der bereits in Köln eingesetzten Baulei­tung wurde in Essen eine Bauleitung eingesetzt mit dem Auftrag, die Inangriffnahme der Arbeiten mit Rücksicht auf die Zahl der Erwerbslosen des Ruhrgebietes beschleunigt vorwärts zu trei­ben. Mit dieser Maßnahme entsteht für das In­dustriegebiet ein Arbeitsoorhaben von 60 bis 80 Millionen Reichsmark, das Tau­senden von Arbeitern für zwei bis drei Jahre Be­schäftigung bringt und eine nachhaltige Belebung der dortigen Industrie bedeutet.

Damit sind insgesamt 560 Kilometer Reichsauto­bahnen vom Generalinspekteur für das deutsche Straßenwesen für den Bau freigegeben, und zwar;

FrankfurtMannheimHeidelberg 100 km, MünchenReichenhall 120 km, BerlinStettin 120 km, ElbingKönigsberg 100 km,

KölnDüsseldorfDuisburgDortmund 120 km.

Der Einsatz einer weiteren Bauleitung in Altona für eine Teilstrecke der Autobahn Breme nH a m b u r gL übeck ist angeordnet. Auch für den allemeinen Straßenbau unb den Bau von Zubringer st raßen ist in Zusam­menarbeit zwischen dem Reichssinanzministerium und dem Generalinspektor für das deutsche Straßen- wesen das Winterprogramm von 50 auf 80 Millionen Reichsmark erweitert wor­den.

Eine Reichsstraßenverkehrs« orhnung.

Berlin, 2. Noo. (WTB.) Das Kraftfahr­zeug hat die Vorherrschaft auf der Straße erobert und den Straßenverkehr größtenteils zu einem Ueberlandverkehr gemacht. Die Verkehrs­ordnungen, die neben der reichsrcchtlichen Verord­nung über Kraftfahrzeugverkehr gelten, weisen aber von Land zu Land, von Provinz zu Provinz, ja von Gemeinde zu Gemeinde noch Verschiedenhei- t e n auf, die nicht immer burth örtliche Befonber- heiten gerechtfertigt finb. Diese Verschiebenheiten die kein noch so gewissenhafter Kraftfahrer sämttich kennen kann, erschweren de nDerkehr, können ihn sogar gefährden. Das Bedürfnis nach einer einheitlichen Ordnung des gesamten Verkehrs auf der Straße im ganzen Reich, nach einer Reichsstraßenoerkehrsordnung, ist unabweisbar geworden. Die mit den Lande»- regierunaen 1926 vereinbarten Straßenverkehrsord­nungen sind zwar in den Grundzügen gleich, lassen aber Abweichungen doch einen gewissen Spielraum, sie können den Anforderungen des gegenwärtigen und erst recht des künftigen Verkehrs nicht mehr genügen. Das Reichsoerkehrsministerium ist zur Zeit mit der Vorbereitung einer Reichsstra- ßenoerkehrsordnung beschäftigt.

Zur Durchführung des Berufsdeamtengefehes.

B e r l i n, 3. Nov. (VDZ. Funkspruch^ Der Reichs­innenminister hat mit Rücksicht auf die Fristverlänge­rung, die kürzlich für bie Durchführung des Berufs- beomtengesetzes verfügt worben ist, an die übrigen Reichsminister ein Schreiben gerichtet, in welchem er zum Ausdruck bringt, zur Herbeiführung baldiger Beruhigung in ber Beamten- schäft erscheine es ihm erwünscht, wenn den Be­amten, Angestellten und Arbeitern auf Anfrage darüber Auskunft gegeben wird, ob für fie eine Prüfung auf Grund des Berufs- beomtengesetzes anhängig ist. Im übrigen ver­weist der Reichsminister auf die Möglichkeit der V e r k ü r z u n g d e r F r i st e n, die das Berufs- beamtengesetz selbst gibt. Auch die Landesregie­rungen sind gebeten worden, nach diesen Richt­linien zu verfahren.

Anwendung des Berufsbeamten' gesehes auf Schwerkriegsbeschädigte.

B e r l i n, 3. Nov. (VDZ. Funkspruch.) Der Reichs­minister des Innern hatte schon im August ange­ordnet, daß bei Durchführung des Gesetzes zur Wie­derherstellung des Berufsbeamtentums Verständ­nis o o l l Rücksicht auf schwerkriegs- beschädigte Beamte, Angestellte und Arbeiter genommen werden sollte. Der Reichs­innenminister hat sich nun auf Vorstellungen des Reichsarbeitsministers erneut dahin geäußert, daß bei Durchführung des Gesetzes an schwerkriegs- beschädigte nicht der gleiche Maßstab ange­legt werden kann, wie an gesunde Kriegsteilnehmer ober an Personen, bie am Kriege überhaupt nicht teilgenommen haben. Schwerkriegsbeschädigte, die den besten Teil ihrer Gesundheit in verhältnismäßig jungen Jahren opfern mußten, unterliegen oft einem seelischen Druck, unter dessen Einwirkung ihr Handeln vielfach mißverstan­den wird. Der Reichsarbeitsminister hat nun die obersten Reichsbehörden gebeten, in geeigneten Fällen mit den Fürsorge st eilen der Kriegs- beschadigtenfürsorge in Verbindung zu treten, bie aufflärenb unb vermittelnb wirken werben. Sowett Entlassungen bereits burchgeführt Jinb, soll tunlichst abgewartet werden, bis die Fursorgestellen ober bie Stellen ber NSKOV. an bie Behörden heran- treten. Alsdann ist in eine Prüfung einzutreten, um gegebenenfalls die Rückgängigmachung der getroffenen Maßnahmen zu ©eranlaffen.

Der deutsche Botschafter Nadolny unb seine Gemahlin gaben in Konstantinopel einen zahlreich besuchten Abschiedstee für bie deutsche Kolonie. Der Direktor der Orient­bank, P o st. hielt namens der hiesigen Ortsgruppe bes Bundes br Ausländsdeutschen eine Ansprache. Das Botschafter paar flog mit einer Junkersmaschine nach Berlin ab.