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3.11.1933 Erstes Blatt
 
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Er. 258 Erstes Blatt

183. Jahrgang

Freitag, 3. November 1933

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Führer und Vizekanzler sprechen im Ruhrgebiet.

Oie Herzkammer der deutschen Wirtschaft gelobt einmütige Gefolgschaft im Kampf für Friede, Ehre und Gleichberechtigung.

Essen, 2. Nov. (TU.) Essen und das Ruhraebiet haben heute ihren großen Tag: Der Führer spricht in Deutschlands entscheidender Stunde in den großen Essener Ausstellungshallen und mit ihm Vizekanzler von Popen. Das Ruhrgebiet, einst­mals Tummelplatz verhetzender Demagogen, bluti­ger Boden des Klassen- und Bruderkampfes, Hoch­burg des Marxismus und des Kommunismus, ju­belt den Männern zu, die sich in der Stunde höch­ster Gefahr für Volk und Vaterland unter dem greifen Reichspräsidenten zusammenfanden.

Trotz bis unfreundlichen Regenwetters ziehen aus allen Richtungen feit dem frühen Nachmittag die Menschen in Gruppen oder in langen Kolonnen aus den Büros, aus den Betrieben, aus den Werk­stätten der Industrie, von den Zechen des Gebietes zu den Essener Ausstellungshallen. Behörden und Büros haben am Nachmittag schon zeitig geschlossen. Auch die Geschäfte haben früher Ladenschluß. Um die ungeheuren Menschenmassen störungslos nach Essen zu bringen, hat die Reichsbahn Sonderzüge eingelegt und Sonntagsfahrkarten ausgegeben. Die Straßenbahnne haben höchsten Betrieb und nur ein glänzend arbeitender Ordnungsdienst vermag die reibungslose Abwicklung dieses Massenverkehrs zu sichern. Neben den großen Ausstellungshallen sind nicht nur in Essen, sondern im ganzen Ruhr- §ebiet, in den Städten und Orten am Niederrhein is hinauf zur holländischen Grenze alle ver­fügbaren Säle bereitgestellt für die Hunderttausende, die den Führer hören wollen, dessen Rede über alle Sender des westdeutschen Rundfunks verbreitet wird.

In der Stadt schmücken unzählige Fahnen allent­halben das Straßenbild. Große Ehrenpforten von Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe sind aufgerichtet. Ueberall große Inschriften an den HäusernMit Adolf Hitler Ja!",Für Gleichde- rechtigung und Freiheit!" Vor den Ausstellungs­hallen, wo der Führer sprechen soll, drängen sich schon fünf Stunden vor Beginn die Massen. Eine Kolonne nach der anderen mit ihren Fahnen marschierte zur Ausstellungshalle. Dazwischen Hit­lerjugend mit weißen Blumensträußen, um dem Führer ihre Grüße darzubringen. Bergleute in Festtracht mit Federbüschen und Grubenlampen ziehen den Ausstellungshallen zu, um auf der Tri­büne des Kanzlers die Ehrenwache zu übernehmen. Ungezählte Tausende füllen schon lange vor Be­ginn die riesengroßen Hallen bis auf den letzten Platz. Hunderte und aber Hunderte von Fahnen haben am Kopfende der riesigen Halle Aufstellung gefunden. Die Emporen sind zum Bersten besetzt. Von den Wänden weisen große Druck- und Schrift­zeilen auf die Bedeutung des 12. November hin und versichern dem Führer der unwandelbaren Treue des Ruhrvolkes. Mit stürmischer Herzlichkeit und minutenlangen Heilrufen wird Vizekanzler v o n P a p e n , der als Erster erscheint begrüßt. To­sender Jubel bricht aus, als der Führer er­scheint. Immer wieder durchtosen Heilrufe die weite Halle, als der Führer das Spalier der SA. und SS. durchschreitet.

Staatsrat Gauleiter Terboven heißt zunächst den Führer und den Vizekanzler willkommen und kennzeichnet in knappen Sätzen die Bedeutung des 12. November, gerade für das Ruhrgebiet, das mit seinen Millionen schaffender Menschen untrennbar verbunden fei mit der deutschen Außenpolitik. Das schwergeprüfte Ruhrgebiet steht treu und uner­schütterlich hinter der Dolksregierung und wird das am 12. November beweisen. In Abwandlung eines Hitlerwortes, das ihm, dem Führer, das Volk alles ist, sagt Staatsrat Terboven:Wir haben als Volk nur Dich, den Führer". Volk und Führer sind im neuen Deutschland ein einheitlicher Begriff geworden. Mit erneutem lebhaftem Beifall begrüßt beginnt Vizekanzler von Papen bann seine Rede.

Oer Weg zu Adolf Hiller.

Seitdem die Vorsehung mich dazu berufen hatte, der Wegbereiter der nationalen E r - Hebung und der Wiedergeburt unserer Heimat zu werden, habe ich versucht, das Werk der natio­nalsozialistischen Bewegung und ihres Führers mit allen meinen Kräften zu stützen. Und wie ich da­mals bei der Uebernahme der Kanzlerschaft Dafür geworben habe, der jungen, kämpfenden Freiheitsbewegung den Weg zur Macht zu ebnen, wie ich am 30. Januar durch ein gütiges Geschick dazu bestimmt war, die Hände unseres Kanzlers und Führers in die Hand des geliebten Feldmarschalls z u legen, so füh ich heute wieder die Ver­pflichtung, dem deutschen Volk und allen, die mir ihr Vertrauen bewahrt haben, zu sagen: Der liebe Gott hat Deutschland gesegnet, daß er ihm in Zeiten tiefer N o t einen Führer gab, der es über alle Nöte und Schwächen, über alle Krisen und Gefahrenmomente hinweg mit dem sicheren Instinkt des Staatsmannes zu einer g l ü cklichen Zukunft führen wird.

Als ich im Vorjahre die Ehre hatte, in Lau­sanne für die deutschen Interessen zu kämpfen, um Deutschland von der Last der Tribute zu befreien, habe ich den damaligen französischen und englischen Ministerpräsidenten wiederholt mit tiefster Eindringlichkeit gesagt: Das Repara- tionsproblem ist nicht allein ein materielles, es ist fa noch viel höherem Maße ein mora­

lisches. Deutschland will endlich frei wer­den von den Diskriminationen, die es zu einem zweitrangigen Volk machen. Aber diese Staatsmänner waren nicht mit dem Del psychologischer Erkenntnis gesalbt, sie haben die Stunde damals nicht begriffen, und sie haben sie ebenso in diesen Oktoberlagen in Genf nicht begriffen.

Die Geschichte ist ihren Lauf gegangen, und der Führer hat die Erkenntnis, daß für Deutschland auf dem Parkett der Abrüstungskonferenz und des Völkerbundes nichts mehr zu suchen sei, mit dem Entschluß des Austritts in die Tat umgesetzt. Das deutsche Volk ist ihm dankbar für diesen Ent­schluß, der eine klare Lage schafft. Wir sind mit unseren Nöten und Sorgen und mit dem heißen Gefühl für unsere nationale Ehre stärker allein als in einer Versammlung, die fast nur an die Sicherheit der Sieger denkt.

Aber die Welt weih, daß der deutsche Kanzler und mit ihm das deutsche Volk mit demselben heihen Herzen, mit dem sie entschlossen sind, für die Anerkennung ihrer Ehre zu kämpfen, au ch fürdieAufrechterhaltungbesFrie- dens einftehen werden. Das Ausland sollte erkennen, dah Adolf Hitler die st ä r k ft e Regierung ist, die Deutschland seit den Tagen des Absolutismus sah. Und was könnte dem Ausland besser die Verbundenheit des Füh­rers mit dem Volk zeigen als diese Wahl, diese Frage nach dem vertrauen der Ration.

Deshalb ist es nötig, daß alle Deutschen begrei­

fen: Diesmal geht es nicht um Parteien oder Systeme, um Personen oder Gesetze, sondern es geht schlechthinum Deutschland. Las­sen Sie mich daher in dieser Stunde noch ein Wort an jene richten, die heute nicht unter uns find, an jene, die der Entwicklung der letzten Monate viel- leicht nur schwer zu folgen vermochten, weil sie durch ein Lebensalter hindurch dem Irrweg einer sozialistischen Weltanschauung folgten oder irgend­eine Parteimeinung vertraten. Diese Deutschen er­innere ich daran, daß es der Wunsch und Wille des Führers ist, die ganze deutsche Nation, alle Klassen und Stände mit seiner Bewegung zu umfangen und sie zu einer volklichen und politischen Einheit zusammenzuschweißen. Ich richte die dringende Bitte an meine katholischen Mitbürger, dieses großzügige Bekenntnis des Führers zudem christlichen Fundament des Dritten Reiches zu belohnen mit der Hingabe ihres ganzen Vertrauens in die Zukunft und mit der Abgabe ihrer Stimme für ihn. Der Führer wünscht ich weiß es für alle die, die in den Jahren des Kampfes nicht in feinen Reihen standen, die Versöhnung zu dem großen Ziele, das er im Herzen trägt. Der katholische Volksteil hat auf den Schlachtfeldern fein Blut mit gleicher Treue dem Lande hergegeben, wie jeder andere Volksgenosse. Er wird, ganz gleich, wo immer er politisch gestanden haben mag, auch am 12. No­vember nicht zurück stehen, wenn es gilt, ein Bekenntnis für die nationale Ehre und für das Vertrauen in den Führer abzugeben. Lassen Sie uns in dieser Stunde dem Führer des neuen Deutschlands sagen, daß wir an ihn und fein Werk glauben.

9er Führer fordert Selbstvertrauen und Stande an dieZulnnst.

Als Vizekanzler v. Popen mit der Aufforderung an das deutsche Volk, am 12. November im Sinne des Führers und der Regierung feine Stimme ab­zugeben, schloß, braust minutenlanger Sturm durch die weiten Hallen. Der Führer erhebt sich und dankt Herrn v. Papen durch langen Hände­druck, und die Menge, die Tausende, stimmen im­mer wieder neue Heilrufe an.

Minutenlanger ungeheuerer Jubel empfing den Führer, als er das Podium betrat, um auch die Bevölkerung des Ruhrgebietes aufzurufen für Deutschlands Ehre und Gleichberech­tigung. In seiner großen Rede warf er einlei­tend einen Rückblick auf die traurigen November- tage des Jahres 1918, die 15 Jahre Leid und Not über unser Volk brachten, die uns aber auch die Möglichkeit gegeben hätten, in uns zu gehen und uns zu prüfen, um endlich wieder zu einem Ent­schluß zu kommen. Das deutsche Volk fei in diesen 15 Jahren reif geworden, reif für eine große und tiefinnerliche Umwandlung. Wenn wir heute diese Zeit an unseren Augen vorbeiziehen ließen, dann scheine es uns fast, als ob sie kom­men muhte, um uns eine Lehre zu geben, von der wir nur hoffen möchten, daß auch die kommende Generation sie beherzigen werde.

Als in jenen Novembertagen 1918 das deutsche

Volk die Waffen niedergelegt habe, sei es nicht ge­schehen in dem inneren Gefühl, ein Unrecht began­gen zu haben,denn immer und immer wieder müssen wir frei und offen vor der Welt betonen, daß man das deutsche Volk nicht überzeugt hat und es nicht überzeugen kann, die Schuld an diesem furchtbaren Krieg zu tragen (Beifall), daß das deutsche Volk über­zeugt war und überzeugt ist, daß seine Unterschrift unter das Bekenntnis der Schuld am Kriege nur erfolgte aus Furcht unter dem Druck einer beispiellosen Erpressun g."

Unter stürmischem Beifall erklärte der Führer, es wäre die Aufgabe des Friedensvertrages gewesen, den Völkern endlich einmal das Ge­fühl der Sicherheit zu geben aus einem höheren Recht heraus, statt die wett unruhi­ger, unsicherer und mißtrauischer zu machen, als jemals zuvor. Was die Völker versöhnen soll, habe sie im Gegenteil ent- fremdet. Die Uneinigkeit der Völker habe nur in einem Punkte zu einer Einigkeit geführt, nämlich in der Einigkeit, als Schuldigen für die allgemeine Unsicherheit das deutsche

Volk hinzustellen.

9euWaud braucht hie Wahl als Bekenntnis zur Schicksalsgemeinschafl des Zolles.

Wir hätten ein Recht, von den anderen zu for­dern, daß sie nunmehr endlich ihre Verspre­chungen einlösen und ihren Verpflichtungen nachkommen, die Deutschland restlos erfüllt hätte. Heute fordere man von uns, unsere Armee umzu­bauen, nachdem man uns vorher gezwungen habe, ein 100 000-Mann-Heer mit zwölfjähriger Dienst- pslicht zu halten. Wer garantiert uns denn, daß man nach acht Jahren nicht abermals von uns fordere, wir müßten ein neues Heeres- system einführen? Die Politik nach der Methode Haltet den Dieb" müsse zunächst einmal em Ende nehmen. Man debattiere dauernd um den Abge­rüsteten.Wir haben unsere Pflicht erfüllt und die Anderen sind nun an der Re i h e. (Tosender Beifall.) Wenn man sich angeblich durch das neue Deutschland bedroht fühle, dann scheine man vergessen zu haben, daß dieses neue Deutsch­land ja erst seit dem Januar 1933 existiere und daß es garnicht existieren würde, wenn man seine Verpflichtungen Deutschland gegenüber erfüllt hätte. Man solle heute nicht sagen, daß man sie nicht erfüllte, weil w i r da waren. Man könne doch nicht im Ernst sagen, daß die Männer, die vor uns in Deutschland regierten, etwa Nationalisten gewesen seien.

wir hätten in dieser Zeil der Arbeit und des Aufbaues die wett weder angegriffen noch bedroht. Aber eines mühten wir für uns in Anspruch nehmen: Wie wir unser deutsches Leben gestalten, das ist unsere Sache. Wir reden der anderen Welt nicht ein, was sie tun soll, um glücklich zu sein, wir küm­

mern uns nicht um ihre Verfassung, kümmern uns nicht um ihre inneren Reformen, aber die andere weit soll uns nach unserem willen selig werden lassen. Deutschland wolle arbeiten und in Ruhe und Frieden leben, rief der Führer unter großem Beifall aus. wöge sich die andere Welt zu dem gleichen Wunsch durch­ringen.

Unser Programm heißt, daß wir sorgen wollen für unsere Volksgenossen, für Millionen, die keine Arbeit und nichts zu leben haben. Für die wollen wir sorgen, das ist unser Programm." (Starker Bei­fall.)Wir wollen unser Volk glücklich machen. Das ist unser Programm, das man allerdings nur lösen kann, wenn man sich zur nationalen Ehre bekennt, und das wollen wir der ganzen Welt sagen: Wir hängen an dieser Ehre." Bei uns fei der Friede Voraussetzung für die Erfüllung unserer kulturellen, sozialen und auch moralischen Arbeit an unserem Volke. Man dürfe aber deshalb nicht den­ken, daß wir uns wie früher als Volk zweiten Ranges behandeln ließen."

Lines kann ich mir nicht vorstellen, daß ich jemals etwas unternehme, von dem ich weiß, daß cs gegen die Ehre der Ration geht und damit gegen meine Ehre. (Anhaltender Beifall.) Riemals würde ich etwas unterzeichnen, von dem ich weiß, daß es niemals gehalten werden kann, weil ich entschlossen bin, das, was ich unterschreibe, auch zu halten.

Ich kann sagen, daß die Männer, die mit mir in der Regierung sitzen, einmütig und rück«

haltlos dieselbe Haltung eingenommen haben. Es scheint mir aber notwendig, daß das ganze deutsche Volk selb st nun vor der Weit feier­lich bekennt, daß es diese Prinzipien des Friedens der Ehre und der Gleichberechtigung als seine Prinzipien feststellt, daß die Welt sieht, hier kann man nicht wie im Jahre 18 Volk und Regierung trennen. (Stürmischer Beifall.) Es schien mir weiter notwendig, daß dabei auch ein Reichstag ge­wählt wird, der sich mit feinen Kandidaten ver­pflichtet, auf dieses Programm, das Programm, welches besagt:Wir wollen den Frieden. Wir wollen die Zusammenarbeit mit allen Völkern. Wir wollen Aussöhnung, Ver­ständigung. Wir fordern dann aber auch für uns das gleiche Recht. So trete ich jetzt wieder vor die Nation hin, nicht für mich, nicht für die Regierung. Wir stehen zusammen in Treue mit­einander verbunden, kämpfen gemeinsam für unser deutsches Volk. Wir benötigen also diese Wahl nicht. Nur das deutsche Volk hat sie not­wendig.

Deutschland selbst braucht heute dieses Bekennt­nis feiner Söhne, feiner Frauen und feiner Männer. Ich habe mich jahrelang bemüht, das deutsche Volk wieder mit ©tauben z u er­füllen, feine Zuversicht wieder zu erwecken, das vertrauen zu sich selb st zu be­gründen, und wenn ich heute in die Ration hin­eingehe, dann kommt mir der Glaube aus meinemvotkherausentgegcn. heute weiß ich, daß das deutsche Volk sich inner­lich wiedergefunden Hal, daß es ; u - sammenstehl in gemeinsamem Schicksals­kampf und baffr es den Weg gehl, und gehen wird, auf dem allein ihm Rettung werden kann.

Der Schlußsatz der Rede des Führers wird über­tönt von dem ungeheuren Beifallsjubel der Tau­fende und minutenlangen Heilrufen. Die gewaltige Versammlung erhebt sich, reckt die Arme empor und singt aus begeistertem Herzen das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied. Der Führer schritt durch die Halle, vorbei an dem Spalier der SA. und SS., zu seinem Wagen. Die Menge durchbrach die Sperr­kette und jubelte dem Führer zu, der in seinem Wagen, umgeben von Blumen, Platz nahm. Nur mühsam konnte sich der Wagen des Führers einen Weg durch die in den Straßen der Stadt sich stauenden Massen bahnen.

Oer Führer besucht das Nietzsche-Archiv.

Weimar, 2. Nov. (TU.) Reichskanzler Adolf Hitler besichtigte gegen V2II Uhr in Bergleitung des Reichsstatthaltes S a u ck e l und des Leiters der Staatlichen Hochschule für bildende Kunst, Profes­sor Dr. Schultze- Naumburg, das Gelände am Alexanderplatz, auf'bem das neue Stattbai- tergebäube, das Gauhaus der NSDAP, und das Verwaltungsgebäude der thü- ringifchen Ministerien errichtet werden sollen. Wie früher, so stattete auch diesmal der Führer in Begleitung des Reichsftatthalters dem Nietzsche-Archiv seinen Besuch ab. Er wurde dort von der Schwester Nietzsches, Frau Dr. Forster- Nietzsche, dem wissenschaftlichen Leiter Prof. Dr. Emge und dem Archivar Major a. D. Oehler empfangen. Der Aufenthalt dauerte etwa Vs Stunde. Die Schwester Nietzsches überreichte dem Führer einen Degenstock des Philosophen, den dieser mit Rührung annahm. Alsdann wurde ihm dasPro Memoria" des Mannes von Frau Förster-Nietzsche, des bekannten Antisemitenführers Förster vorgetra­gen, das dieser 1879 an Bismarck gerichtet hat und das sich gegen die Ueberfrembung Deutschlanbs burch ben Mischen Geist richtete. Mit Nietzsches Stock begab sich bann ber Führer burch bie Heil- rufenbe Menge, bie sich mittlerweile in großer Zahl angesammelt hatte, in feinen Kraftwagen. Auf ber Fahrt burch Weimar, auf ber Chaussee unb burch bie Straßen ber Stabt Erfurt würben bem Füh­rer roieberum stürmische Ovationen bereitet, obwohl nicht bekannt war, baß ber Führer vom Erfurter Flugplatz aus bie Weiterreise nach Essen fort­setzen wollte.

Gewissenlose Brunnenvergistung.

Berlin, 2. Nov. (CNB.) Die Reichspro- paganbaleitung teilt mit: Gewissenlose Brun­nenvergifter versuchen in falscher Auslegung des Titels Der BroschüreDas Genfer Nein" bie Meinung zu verbreiten, man müsse bei ber Volks­abstimmung am 12. November mitN e i n" ftimmen, wenn man für bie Politik ber Regie­rung eintreten wolle. Kein beutscher Volksgenosse wird auf eine berartige bumme Spekulation herein­fallen. Es weiß jeder, baß man mit bem Titel bes Genfer Nein" bas Nein ber beutfchen Regierung in Genf meint, gegenüber bem Versuch, Deutschland einen Vertrag aufzudrängen, der mit der deutschen Ehre nicht vereinbar war. Das deutsche Volk wird der Regierung auf ihre Frage, ob es die Außenpolitik ber Reichsregieruna billigt unb sich freudigst zu ihr bekennen will, geschlossen mit einem Ia beantworten.