Ausgabe 
3.1.1933 Frühausgabe
 
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S.J.-fpori

Nach dem Kußballkampf in Bologna.

Mei ungen zum Länderspiel.

Unser Sonderberichterstatter hatte Gelegenheit, nach dem Spiele mit verschiedenen Führern der deutschen und italienischen Fußballsportbewegung, sowie einigen Spielern Rücksprache zu nehmen. All­gemein war man in beiden Lagern mit dem Aus­gang des Treffens zufrieden. Die Italiener waren mit Recht von dem Spiel ihrer Nationalmannschaft begeistert, die Deutschen, die nach den vorzüglichen Leistungen der Italiener etwa mit einer 5:1-Nieder- lage gerechnet hatten, freuten sich, daß es nur ein 3:1 geworden war.

Die Verletzung des Regensburger Torhüters Ja­kob hat sich erfreulicherweise als nicht sehr schlimm herausgestellt. Es handelt sich um eine Art Ver­stauchung. Jakob trägt den Arm in der Binde, er kann ober die Heimreise zugleich mit den andern Mitgliedern der Mannschaft antreten.

Der Generalsekretär des italienischen Verbandes, Za n etti, erklärte: Wir sind mit unserer Mann­schaft sehr zufrieden. Sic hat mehr geleistet, als wir erwartet haben. Der Grundfehler der deutschen Mannschaft ist der, daß sie den Ball nicht schnell genug abspielt. Sie läßt sich zuviel auf Kämpfen von Mann zu Mann ein. Sie müßte mehr mit dem Kopf und dem Ball, aber weniger mit dem Körper spielen.

Der österreichische Rekordinternationale Gugi Wieser: Der deutsche Fußball ist seinem Lei­stungsvermögen nach stark zurückgegangen. Den meisten Spielern fehlt jedes Gefühl für Taktik. Die Kombination ist bei weitem nicht flüssig genug. Die besten Leute der deutschen Mannschaft waren: Ma­lik, Haringer und Buchloh, der mir besser gefiel als Jakob. Auch Rohr hatte gute Momente: sehr schwach dagegen waren Krumm, Bergmaier und Knöpfle.

Der deutsche Mannschaftsführer Ludwig Lein- b e r g e r : Ich möchte nicht viel sagen. Die deutsche Mannschaft hat nicht genügend gekämpft, aber der Gegner hervorragend gespielt.

Der Bundestrainer Otto Nerz: Man wird uns wieder den Vorwurf machen, unsere Mannschaft schlecht aufgestellt zu haben. Ich bin der Ansicht, daß wir mit icder anderen Mannschaft eine gleich schlechte Rolle gespielt hätten. Ausschlaggebend für solche Länderkämpfe ist die Art der Vorbereitung. Die Italiener hatten nicht nur die bessere Uebersicht über ihr Spielermaterial, sondern auch viel bessere Möglichkeiten für die Vorbereitung. 1928 vor den Olympischen Spielen waren wir in einer ähnlichen Situation. Damals hatten wir eine wirkliche Natio­nalmannschaft. Die Spieler entstammten zwar den verschiedenen Vereinen, aber sie wurden in den Kursen zu einer sehr spielstarken Einheit. Ehe wir uns nicht ganz anders auf die Länderspiele vor­bereiten, werden wir in internationalen Begegnun­gen keine Rolle zu spielen vermögen.

Der Leiter der deutschen Expedition und Mit­glied des Bundesspielausschusses Prof. Glaser: Die Italiener haben zwar hervorragend gespielt, aber wir hätten nicht eine derart unterlegene Rolle spielen dürfen. Wenn unser Sturm mehr eingesetzt und mehr Herz gezeigt haben würde, hätten wir besier abgeschnitten. Die besten Leute auf unserer .

Seite waren Grämlich und das Abwehrtrio, Wend! hatte unter dem schwachen Spiel von Knöpfle zu leiden.

Erste Ausfahrt 1933 des Vereins Rudersport.

Die diesjährige Rudersaison eröffnete der Verein Rudersport mit der traditionellen E i e r f a h r t am 1. Januar nach,6er Badenburg mit seiner vor­jährigen Rennmannschaft: Well Höfer, Beck, Fröhlich, Jmmel, St. Franz. Die Mann­schaft, die im vergangenen Jahre erst im Sommer zusammenkam, konnte auf der Herbstregatta den Herbstvierer gewinnen und wird auch in diesem Jahre in der alten Besetzung wieder an den Start gehen. Hoffentlich werden die in diese Mannschaft gesetzten Erwartungen erfüllt.

Erfolge des Gießener Tanzklubs.

Auf dem Tanzturnier am 31. Dezember in Frankfurt a. M. im Palmengarten konnte erfreu­licherweise der Gießener Tanzklub Rot-Weiß wie­der drei sehr schöne Siege erringen. Lind zwar in der

8-Klasfe: I. Preis Herr Laberenz Fraulein W e h r u m ; 2. Preis Herr Seipp und Frau.

L-Klasse: 1. Preis Herr Thei sebach Fräulein Schupp.

Deutsche Wasserball-Bilanz 1932.

Neue Kräfte für die Nationalmannschaft.

Nur fünf Spiele trug 1932 die deutsche National­mannschaft aus, davon allein vier im Rahmen des Olympischen Wasserballturniers in Los Angeles. Da­bei waren Deutschland drei Siege beschieden, gegen Amerika reichte es nur zu einem bescheidenen Un­entschieden 4:4 und Ungarn konnte uns, wie er­wartet, eine glatte Niederlage mit 6:2 beibringen. Gegen Frankreich fiel der Sieg nur knapp 3:2 aus, gegen Brasilien spielten wir 7:3 und gegen Japan sogar 10:0. Die deutsche Mannschaft spielte mit einer Ausnahme gegen Japan hütete Eckstein das Tor in der Aufstellung: Erich Rademacher; Cor­des, Gunst; Beneke; Schulze, Schwarz und Joachim Rademacher.

Bei dieser Gelegenheit dürfte auch eine Betrach­tung der Liste der Repräsentatiospiele unserer In­ternationalen interessant sein. Den Rekord hält der ausgezeichnete Verteidiger Cordes, der schon 54 mal für die deutschen Farben gegen das Ausland spielte, auf je 50 Spiele brachten es sein Klubkame­rad Beneke und der Hannoveraner Gunst; 44 mal war Amann international tätig und Erich Rademacher hat nach dem 36. Spiel kürzlich seine Laufbahn abgeschlossen. Gleich ihm werden sich übri­gens auch Cordes und Beneke ins Privatleben zu­rückziehen, so daß G u n ft, Schulze (22 Spiele), Joachim Rademacher (18) und Heiko Schwarz (Köln, 9) in Zukunft den Stamm der deutschen Nationalmannschaft bilden werden.

Deiters 1 S00-Meter-Rekord anerkannt

Etwas sehr spät hat der Deutsche Schwimmver- band nunmehr auch den Rekord des Kölners Rai­mond Deiters über 1500 Meter Kraul mit 21:35,8 als deutschen Rekord anerkannt. Deiters erzielte diese Leistung schon bei den Deutschen Meisterschaften am 3. Juli in Dresden.

Wirtschaft.

* Devisenabkommen mit Holland und mit der belgisch-luxemburgi­schen Wirtschaftsunion. Die Verhand­lungen mit der holländischen, sowie mit der bel­gischen und luxemburgischen Regierung zur Rege­lung der Zahlungen für den Warenverkehr zwi­schen Deutschland und den genannten Ländern haben zu einer Einigung geführt. Danach können künftig Firmen, die im Besitz einer allgemeinen Devisengenehmigung sind, soweit ihre Devisen­kontingente für die Bezahlung von Warenbe­zügen aus diesen Ländern nicht ausreichen, die fehlenden Beträge in Reichsmark auf die bei der Reichsbank für die Belgische Rationalbank und für die Rederlandsche Bank errichteten Son­derkonten einzahlen. Diese Markbeträge werden dann zur Bezahlung deutscher Lieferungen nach Holland bzw. Belgien und Luxemburg verwendet. Die neue Regelung tritt gegenüber Holland am 10. Januar, gegenüber der belgisch-luxemburgi­schen Wirtschaftsunion am 12. Januar in Kraft.

"Konkurse und Vergleichsverfah­ren im Dezember 19 3 2. Rach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im Monat

Dezember 1932 durch den Reichsanzeiger 521 neue Konkurse ohne die wegen Massemangels abge­lehnten Anträge auf Konkurseröffnung und 280 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 449 bzw. 267.

" Deutsche Werke Kiel AG., Kiel. Das abgelaufene Geschäftsjahr (3T September 1932) brach t r für d'.e D. uischc Werke Kiel AG., Ki I cir.cn Verlust von 474 341, der sich um den vorgetra­genen Vorjahrsverlust um 238 761 Mark erhöht. Gegen Ende des Geschäftsjahrs konnte die Be­legschaft um 900 Arbeiter erhöht werden, nach Ablieferung des PanzerschiffesDeutschland" fei jedoch wieder mit einem stark ins Gewicht fallen­den Arbeitsausfall zu rechnen.

* Schul theiß-Patzenhofer Brau­erei A. - G.. Berlin. Wie im Geschäftsbericht der Schulbheiß-Patzenhoser Brauerei A.-G.. Ber­lin, ausgeführt wird, ist der Absatz in 1931/32 nur unwesentlich unter das Riveau gesunken, das die Gesellschaft zur Grundlage ihres Finanz­programms machte, und von dem aus sie ichre ganze Geschäftsentwicklung und die danach zu

treffenden Dispositionen beurteilt hatte. Die schon im letzten Bericht ausgesprochene Erwartung, daß dem Ergebnis des Jahres 1931/32 mit Vertrauen entgegengesehen werden könnte, werde durch die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung be­stätigt. Einschließlich des Vorjahresvortrages in Höhe von 42 915 Mark ergibt sich ein Rein­gewinn von 3,30 Millionen Mark. 1,66 Millionen Mark werden als 4proz. Dividende auf 41,40 Millionen Stammaktien, 0,28 Millionen Mark als 6proz. Dividende auf Vorzugsaktien (anteilig) und 0,48 Millionen Mark als 6proz. Dividende auf Genuß scheine verteilt. 68 323 Mark sollen auf neue Rechnung vorgetragen werden.

* Elektrizitäts AG. vorm. Schuckert & C o., Nürnberg. Wie WTB.-Handelsdienst auf Anfrage bestätigt wird, hat die Elektrizitäts AG. vorm. Schuckert & Co., Rürnberg, ihr De» teiligungsportefeuille durch den Erwerb von etwa 1 Mill. Mk. Aktien der Großkraft Franken AG. und etwa 0,6 Mill. Mk. Aktien der Fränkischen Lieberlandwerk AG., Rürnberg, erweitert. Don dem 7,2 Mill. Mk. betragenden Gesamtkapital des Fränkischen Lieberlandwerks besaß Schuckert bisher etwa 3,25 Mill. Mk., so daß die Beteili­gung nunmehr die absolute Majorität ausmacht. In der Dividendenfrage lassen sich bestimmte Voraussagen für das am 31. März 1933 ab­laufende Geschäftsjahr noch nicht machen.

Frankfurter Abendbörse sehr still.

Frankfurt a. M.. 2. Jan. Die Abendbörse verkehrte mangels jeglicher Anregung in sehr stiller Haltung, wobei die Tendenz für

Elektrizität

Aktien eher etwas leichter war, während Renten auf dem erhöhten Riveau ziemlich behauptet blieben. Don Aktien konnten sich JG.-Farben gegenüber dem Berliner Schluß zwar um 0,13 v. H. erhöhen, im Verlaufe waren sie aber mit 95,5 v. H. angeboten, ebenso konnte man später an den übrigen Marktgebieten meist ermäßigte Kurse hören. Rur Siemens lagen 1 v. H. und Schuckert 0,60 v. H. freundlicher.

Der Rentenmarkt lag gleichfalls ziem­lich r u h i g, die Kurse für deutsche Anleihen und späte Reichsschuldbuchforderungen lauteten aber doch meist unverändert. Goldpfandbriefe konnten sich um 0,25 v. H. erhöhen, ebenso waren Steuergutscheine erneut um 0,13 v. H. höher, nachdem s.e bereits im Mittagsbörsenverkehr an- gezogen hatten. Don Cinheitswerten kamen Chem. Albert in Anpassung an den hohen Berliner Kurs um 6 v. H. fester zur Rotiz, ferner lagen an diesem Markt Mainkraftwerke 2 v. H. höher. Reubefitzanleihe 7,8250 bis 7,7750. Altbesihanleihc 63,25 bis 63,40, Schutzgebietsanleihe 6.35, (Steuer- gutscheine von 1934 92,13, 1935 85,90 1936 80,90, 1937 76,13, 1938 72,13, 6 v. H. Stahl'verein- Bonds 70, 6 v.'H. Frankfurter Hyp.-Dank Gold­pfandbriefe Reihe 1 bis 15 87,5, Reichsbank 149, Buderus 43,5, Gelsenkirchen 51,25, Kali Wester­egeln 118, Phönix 33,25, Stahlverein 33, Atu 46, AEG. 30,25, Bekula 118, Scheideanstalt 152,5, Chem. Albert 42, Licht & Kraft 96,5, JG.-Farben 95,75 bis 95,5, Gesfürel 76.75, Holzmann 62, Mainkraftwer e 69, Stuckert 87,75, Siemens 122,5, Aschaffenburger Zellstoff 31,65, Hapag 17.

und Kohle.

Die neue Kombination RWE. Rheinische Braunkohle.

Die durch die Wirtschaftskrise nur wenig ge­hemmte Zunahme des Derbrauchs an elektrischem Strom veranlaßt die großen Elektrizitätserzeuger, ihre Kohlenbasis nach Möglichkeit weiter zu ver­stärken. Denn nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der deutschen Stromerzeugung hat als Grund­lage Wasserkräfte; der weit überwiegende Tell ruht auf der Basis der reichen deutschen Braun­kohlen- und Steinkohlenläger. Es ist auch begreif­lich, daß

die Elektrizitätsgefellschaften gerade die jetzige

Zeil der niedrigen Kurse der Industrieaktien dazu benützen, ihren Einfluß auf den Kohlen­bergbau zu erhöhen.

Man darf bei dieser Gelegenheit daran erinnern, daß z. B. das Reich zur Förderung seiner um­fangreichen Elektrointeressen vor einiger Zeit ein großes Minderheitspaket Aktien der Braunkohlen- gesellschaft Ilse erworben hat, um sich auf dieses bedeutende Unternehmen einen Einfluß zu sichern. Dem gleichen Zweck dient der Erwerb von 21 Mil­lionen Mark Aktien der Rheinischen Aktiengesell­schaft für Braunkohlenbergbau durch das RWE., (Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk).

Dieses Braunkohlen-LInternehmen, dessen maß­gebender Kopf der bekannte Montanindustrielle Lr. <c il herberg ist, hat in den letzten Jahren einen bemerkenswerten Aufstieg genommen. Es ist führend im rheinischen Braunkohlenbergbau. Don dem gesamten Rohbraunkohlenkontingent des rheinischen Syndikats besitzt es allein fast 30 v. H., von dem Brikettkontingent 35 v. H.. Die zweite Stelle neben ihm nimmt die Roddergrube ein, die über 10,5 bzw. 20 v. H. der Kontingente ver­fügt. Die Roddergrube aber gehört bereits zu 95 v. H. dem RWE., das außerdem schon maß­gebenden Einfluß auf die Braunkohlenindustrie AG. Zukunft sowie einige andere größere rhei­nische Draunkohlengesellschaften und elektrische Kraftwerke hat.

Erlangt es jetzt noch die Kontrolle über die

Rheinische AG- für Braunkohlenbergbau, so gehört saft das gesamte große Braunkohlenrevier

Westdeutschlands zu seiner Einflußsphäre.

Ferner würde es dann auch die Herrschaft über das bedeutendste deutsche Steinkohlenunterneh­men, die Harpener Dergbaugesell- schäft bekommen und schließlich auch noch die über das Rheinische Elektrizitäts­werk im Braunkohlenrevier, das jetzt ebenfalls der Rheinischen AG. für Braunkohlenbergbau gehört. Für das RWE., in dessen Hand bekannt­lich die Dersorgung des rheinisch-westfälischen Jndustriereviers mit elektrischem Strom liegt, und an dem neben der westdeutschen Großindustrie auch zahlreiche rheinische Kommunen beteiligt sind, würde der Erwerb der Rheinischen AI. für Braunkohlenbergbau hiernach eine gewaltige Ex­pansion bedeuten.

Zunächst (hat freilich das RWE. nur die er­wähnten 21 Millionen Mark Aktien der großen rheinischen Draunkohlengesellschaft erworben, und zwar auf dem Wege des Aktientausches. d. h. gegen Hergabe eigener Dorratsaktien. Dieses Aktienpaket stammt aus dem Besitz der Char- ll)ttenhütte Friedrich Flicks, desselben Groß­industriellen, der kürzlich die Aktienmehrheit der Gelsenkirchener Bergwerksgesellschast und der Ver­einigten Stahlwerke an das Reich verkauft hat. um sich von Jlliguiditätssorgen zu befreien. Es scheint aber gleichzeitig vereinbart zu fein, daß noch weitere größere Aktienpakete bei Rhei­nischen Braunkohle aus dem Besitz Thyssens und Flicks an das RWE. verkauft bzw. gegen RWE.- Qßtien, die als besonders leicht verwertbar gel­ten, ausgetauscht werden. Auf diese Weise würde dann

das RWE. die praktische Mehrheit des 72,9 Millionen Reichsmark betragenden Aktienkapi­tals der Rheinischen Braunkohle erlangen. And durch diese würde sie auch die harpener Stein- kohlengesellschaft sowie das Rheinische Elek­trizitätswerk kontrollieren.

Aber auch vom Standpunkt der Rheinischen Braunkohle aus bedeutet die enge Verbindung mit dem RWE., dem größten Draunkohlenver- braucher Westdeutschlands, einen nicht zu unter­schätzenden Vorteil. Gerade in der Stromerzeu­gung kann Braunkohle in großen Mengen ratio­nell verwendet werden, besonders wenn die Elek­trizitätswerke von den Draunkohlenlägern nicht weck entfernt liegen, so daß keine großen Trans­portkosten entstehen. Auch unter diesen Gesichts­punkten der rationellen Versorgung der Elektro­industrie mit billigem Brennstoff einerseits und der Sicherung eines geeigneten großen Absatzge­bietes für die Draunkohlenindustrie andererseits ist die Kombination RWE. Rheinische Braun­kohle von allergrößter Bedeutung. Zwischen die­ser und der Roddergrube des RWE. besteht über­dies bereits eine weitgehende Zusammenarbeit, da ihre Braunkohlenfelder eng beieinander liegen und teilweise sogar stark ineinander verschachtelt sind.

Der großzügige plan, der der Kombination zugrunde liegt, geht dahin, diesen ganzen Kom­plex von Elektrizitäts-, Braunkohlen- und Stein- kohlenwerken miteinander zu verknüpfen, einheit­lich zu organisieren und zu rationalisieren.

Hieraus vor allem erklärt sich die große Beach­tung, die diese neueste Transaktion in den Krei­sen der gesamten deutschen Wirtschaft und auch im Ausland gefunden hat. Beweist sie doch aufs neue, wie starte Kräfte der Selbstbehauptung und des Aufwärtsstrebens auch heute noch in der deutschen Industrie vorhanden sind, und wie zu­versichtlich die geistigen Llrheber solcher weit­blickender Projekte die deutsche Zukunft beurteilen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H.. Lombardzinsfuß 5 v. H.

Jramturi a. UI.

25enm

.an. ur. u. .yi.

z>ermi

Schluß» kurd

Gchluyk. Abmd. böri>

Schluß, lurd

Schluß!. Mittag, se

Schluß, furd

Schiußk. Abend- 66rfe

Schluß, furd

Schluß!. Mittag, börse

Odium

3b12-

2-1.

31.12-

2-1.

Datum

31-12.

2.1.

31.12.

2-1-

6% Deutsche Retchsanieche v. 1921

77

76,75

76.25

Ham burg-Amersta-Palm ..... >

17.25

17,5

17,25

17,5

6% etiem.7% Dl. Reichsanl. v. 1929

93,5

93.25

93,5

91,75

Hamburg-Südam. Dampfschiff. <>

26

6'4% Doung-Anleihe von 1930 ..

77

77

77

76,75

Hansa Dampfschiff........... 0

26,75

26

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mii

63,25

Norddeutscher Lloyd .........0

18,5

18,25

18,13

18,5

Lluslos.-Rechten .......... ..

63,25

62,9

A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0

45

45

43,9

44,9

DeSgl. ohne AuSIos.-Rechte......

7,65

7,15

7,55

7,7

Berliner Handelsgesellschaft.... 4

89.9

89

90,5

89

6% ebem.8% Hess. Bolksstaat 1929

76,5

Commerz, und Privat-Bank... 0

53

53

53,5

53,5

trückzahlb. 102%)...........

76

76,75

76

Deutsche Bank und Disconto-

Gesellschast................ 0

Oberhelsen Provinz-Anleihe mi>

75

75

75

75

Ausloi.-Rechlen ............

Deutsche Komm. Sammelab l.An

60

59

Dresdner Bank . ............0

Reichsbank ................. 1

61.75

146,25

61,75

145.5

61,75 147

61,75

145,4

leihe Serie! mit Auslos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bau!

58,25

59,65

58,5

57,75

Goldpse. 15 unkündbar bis 1935

86,5

86

21.6.0......................o

30

29,5

30,25

29,75

6% chem. 7% grants. Hpp.-Banl Goldpse. 16 unkündbar bis 1936

86,25

35

Elektr. Lieferungsgesellschaft ... 5

Licht und Kraft ............. 6

81,5

95,5

81

96

82

96

82,75

96

6*4% ehem. 4*4% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psandbriefe .....

86

85,9

Reiten & Guilleaume ........o

Gesellschaft für Elektrische Unter-

54

55

53.25

54,5

6*4% ehem. 4'/,% Rheinische

nehmungen............... -i

76,5

76

75.5

76

Hyp.-Bank-Ligu.-Goldpfe. ... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand

86,75

86,25

Rheinische Elektrizität ........6

Schuckert & (So ............ 0

94,75

86

93,5

85

95,25

85,75

94

83,25

briesanstalt, Pfandbriefe R. 19

84,5

84

84,5

83,75

Siemens L H>u le...........f

119,5

118

120

118

6% ehem. 7% Pr. Landespfand briesanstalt, Pfandbriete R. U>

84,5

83,5

Lahmeyer L Co..............io

115

116

116,25

116,9

4% Oesterretchische Golorenie...

4,20% Oesterretchische Silberrente

9,5

Buderus ..................n

43

44

43

43,75

1,05

1,05

1,2

1,2

Deutsche Erdöl ............. 4

87,5

87,8

87,75

85,5

i° Ungarische Goldrente.....

6,5

Gelsenkirchener.............. 0

51

50,75

50,25

50,75

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

6

Harpener................... o

85,65

89

86,25

87

4'/,% desgl. von 1913 ......

6,5

-

Hoelch EisenKöln-Neuessen.. 0

53,5

53,25

6% abgest. Goldmepikaner von 99

t,65

6,55

4,15

6,6

Ilse Bergbau ............... 7

135,25

135,5

136,5

4% Türkische Zollanieihe von 1911

4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe

4

3,8

4,1

ftlff Bergbau Genüsse.......7

104,5

105,5

104,9

104,5

Klöcknerwerie ............... o

47,75

48

47

48

4,2

4,225

_

4,4

4,5

4,3

4.25

Mannesmann-Röhren........ o

Manöfelder Bergbau........o

L berschles. Kokswerke....... o

62.5

24J>

62,4

25,25

62,5

25

75

62,75

25

75,65

4% desgl. Serie II .............

4,2

6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903

4^r%R»män.vereinh.Rentev.l913

_

Phönir Bergbau..........o

34,5

35,4

34,9

36

4% Rumänische vereinh. Rente ..

Rheinische Braunkohlen ......io

197,5

202

196.5

201

3'/.% Anatolier ...............

22,5

22,4

22,25

22,4

Rhcinstahl..................o

72

73,65

73

72,5

Hrankmrt 0.271.

Berlin

Schluß« (urd

Schluß!. Abend- bSrs

Sch» hird

Schluß!. Ml iag« b5r e

Datum

31.12.

2-1.

31.12.

21-

Bereinigte Sianlwerke.

......b

34,25

35,25

34.25

35,4

Ctaol Minen ........

.......0

16,65

16,25

17

16,5

Kaliwerke Aschersleben.

......6

115

116

116,25

116,25

Kaliwerke Westeregeln .

....... 6

119

120

119,5

120,5

Kaliwerke Salzdetfurth

.......V

170

173

171,5

173,25

.3 G. Farben-Industrie

...... 7

95,75

96,25

96

96,25

Scheideanstalt......

.....10

153,5

154

Goldschmidt

...... O

'3,5

33,9

32,9

Rütgerswerke .

...... O

44

43,75

43,9

43,4

Metällgefellschasi

......0

33,5

33,5

35

34

Philipp Hohmann ....

......O

61,75

60,5

61,5

60,9

Zementwerk Heidelberg

...... 4

47

46,5

Tementwerk Karlstadt..

......o

57

57

Wayb & Frehtag.....

......O

5,13

5,5

5,25

5,25

Schultheis Payenhofer........0

Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0

Bemberg...................0

Zellstoff Waldhof ............0

Zellstoff Aschaffenburg .......0

Dessauer Gas ............... 7

Daimler Motoren ............ 0

Deutsche Linoleum .........0

Orrnstein & Koppel .........0

Leonhard Tietz.............. 6

Thade......................12

Mritzncr.................... 0|

MoinkrastwerkeHöchsta.M. ...41 Süddeutscher Zucker .........

-

104 25

102,75

46

47.75

46

47,4

59,5

58

59

58,75

45,5

46

45

45,75

33

30

32

30

110

107,9

19,13

19,25

19,5

19,4

40,5

42

41,5

42

41,25

40,75

40

40

40

39,75

144

141,5

145,5

141,5

29

29,75

1 -

28,5

64

67

-

-

145

145,7 5

1 147,5

146

DeoifennwrfTBerHn - Frankfurt a Hl.

Banknoten

31.Dezember

2-.Januar

Ämilichr Jlotterunq

Amtliche Notierung

<SVir>

»rle

Seid

25rie

Heising,oc».

6,134

6,146

6,164

6,176

Wien......

51,95

52,05

51,95

52.05

Prag......

12,465

12,485

12,465

12.485

Budapest ...

Sofia.....

3,057

3,663

3.057

3,063

Holland ....

169,18

169,52

169,18

169,52

OSlo.......

72,03

72,17

72.23

72,37

Kopenhagen.

72,43

72,57

72.68

72,82

Swckbolm..

76,32

76,48

76,47

76,63

London .....

13,98

14,02

14,03

14,07

Buenos Aires

0,858

0.862

0,858

0,862

Neunork ....

4,209

4,217

4,209

4, 17

Brüssel ....

58,29

58.41

58,26

58,38

Italien.....

21,55

21,59

21,55

21,59

Paris .....

16.42

16,46

16,42

16,46

Schweiz ...

80,95

81,11

80,94

81,10

Spanien...

34.39

34,45

34,39

34,45

Danzig....

81,72

81,88

81,72

81,88

Japan.....

0.869

0,871

0,869

0,871

Rio de Jan.

0.269

0,271

0,269

0,271

Jugoslawien

5,574

5,586

5,574

5,586

Lissabon...

12,76

12,78

12,76

12,78

»erlin, 2-Januar

(S*eib

Ml"

Amerikanische Noten..............

4,20

4,22

Belache Noten..................

58,13

58,37

Dänische Noten .................

72.06

72,34

Englische Noten .................

13,94

14,00

Französische Noten...............

16,38

16,44

Holländische Noten ..............

168,81

169,49

Italienische Noten...............

21,49

21,57

Norwegische Noten ..............

71,86

72,14

Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling

Rumänische Noten...............

2.46

2,48

Schwedische Noten...............

76,15

76,45

Schweizer Noten...... .........

80,77

81,09

Spanische Noten.................

34,25

34,39

Ungarische Noten ................