Ausgabe 
2.12.1933 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Oeffentfidjfett tft Rudolf Heh erst bekcnmk, seit er Dom Führer zu seinem Stellvertreter ernannt wurde, wobei er unter Ablesung aller anderen Aemter und Titel den Charakter des SS.-Ober- Gruppenführers behielt.

Oie Einheit von Partei und Staat.

Oie Begründung des neuen Gesetzes.

Mit der Ernennung des Stabschefs der SA. Ernst Röhm zum Reichsminister ohne Geschäfts- bereicy ist dem unermüdlichen Vorkämpfer für das Dritte Reich die Würdigung widerfahren, die Srnfl Röhm in unermüdlichem Fleiß und soldatischer Pflichterfüllung verdient hat. Der frühere Berufs- offizier, der dreimal im feindlichen Feuer während des Weltkrieges verwundet wurde und später als Generalstobsofsizier beim Freikorps Epp die Reichskriegsflagge hütete, ist mit dem heu­tigen Tage auch in die politische Füyrung des Staa­tes eingerückt, für den er b ie braune Armee geschaffen hat. Rach der Eroberung der Macht, di« ohne Röhm und seine braunen Bataillone nicht möglich gewesen wäre, hat der Stabschef mit star­ker und zielsicherer Hand die politische Volks- erziehung, insbesondere Die körperliche Ertüch­tigung des deutschen Volkes sich zur Aufgabe ge- fetzt, die allein zur kämpferischen Leistung und da­mit zum vollwertigen Menschen befähigt.

Stabschef Röhm über feine Aufgaben als Reichsminister.

Berlin, 2. Dez. (TU.) Aus Anlaß der Ernen­nung des Stabschefs Röhm zum Reichsminister stellte der Ehef vom Dienst desVölkischen Beob­achter", Hauptmann a. D. Weiß an den Stabschef einige Fragen, die er wie folgt beantwortete:

Frage: ,Hst mit der Ernennung zum Reichsmini­ster ein neuer Geschäftsbereich verbun­den? Oder wird das Aufgabengebiet mit demjenigen der obersten SA.-Führung verschmolzen?"

Antwort:Die Aufgaben meines neuen Mini­steriums und fein Aufgabengebiet werden d i e gleichen bleiben wie diejenigen der obersten SA -Führung. Die oberste SA.-Führung wird in meiner Person in den Staatsapparat ein­gebaut. Welcher weitere Aufgabenkreis allenfalls noch dazu kommt, wird einer späteren Entwicklung Vorbehalten bleiben."

Frage:Welche organisatorische Glie­derung wird das neue Amt erhalten?"

Antwort:9n der* bisherigen Zusammensetzung der obersten SA.-Führung und an ihrer Unter­gliederung wird sich nichts ändern."

Frage:Wo wird der neue Reichsminister seinen Sitz erhalten?"

Antwort:3d) werde mit der obersten SA.-Füh­rung in München bleiben."

Frage:Welche Organisationen und Gliederungen sind dem Stabschef als Reichs- Minister unterstellt?"

Antwort:Meinem Amtsbereich sind unterstellt die eigentliche SA., die SS-, die SA.-Reserve I und II sowie das NSKK."

Frage:Wird sich in der Anrede des neuen Neichsminister für die SA. etwas ändern?"

Anllvort:Rein: ich bleibe selbstverständlich für die SA. ihr Stabschef."

Oie neuen Eidesformeln.

Berlin, 1. Dez. (WTB.) Die in der heutigen Kabinettssitzung beschlossenen neuen Eidesformeln lauten:

Für bie öffentlichen Beamten:

3ch schwöre: Ich werbe Volk unb Vaterlanb Treue halten, Verfassung und Gesetze beachten unb meine Amtspflichten gewissenhaft erfüllen. So wahr mir Gott helfe!"

Für bie Solbaten b e r Wehrmacht: Ich schwöre bei Gott biefen heiligen Eib, baß ich meinem Volk unb Vaterlanb allzeit treu unb reblich bienen unb als tapferer unb gehorsamer Soldat bereit sein will, jederzeit für diesen Eid mein Leben einzusetzen."

Der Bauer im Kampf gegen die Arbeitsiosigkeit.

Ein Aufruf des RctchsministerS Tarrö.

Berlin, 1. Dez. (TU.) Reichsbauernführer D a r r 6 richtet an bie Bauernschaft folgenden Auf­ruf: Der Erfolg des Kampfes gegen die Ar- b e i t a l o \ i g t e i t ist für den Wiederaufstieg Deutschlands von entscheidender Bedeutung. Es gilt bie gesamte Kraft auf diefes Ziel zu richten. Die Reichsregierung ist fest entschlossen, unter Einsatz aUer Mittel und Möglichkeiten Darauf hinzuwirken, das der jahreszeitlich bedingte Rück­schlag auf dem Arbeitsmarkt in Gegen- faß zu den letzten Jahren nicht fühlbar wird. Auch das deutsche Bauerntum hat hier große Auf­gaben zu erfüllen. Aus dem Hof des Bauern bieten stch zahlreiche Möglichkeiten, arbeitslose Volksgenossen auch im Winter mit nutzbringen­der Arbeit zu beschäftigen. Die Arbeitgeber sollten sich bemühen, unter allen Umständen ihre Land- Helfer unb Landarbeiter insbeson­dere die verheirateten auch im Winter Zu behalten. Die Reichsregierung hat zahlreiche Vorkehrungen getroffen, um den Arbeitgebern in ber Landwirtschaft den notwendigen Entschluß zu erleichtern. Der deutsche Bauer hat bisher das Seinige getan, um ber Pflicht ber Beseitigung ber Arbeitslosigkeit zu dienen unb er wirb auch in den kommenden 'IBintermonaten alles was in feinen Kräften steht, emfetzen, um diesem Ziel (einer Rührung zum Siege zu verhelfen. Auch ber zweite Abschnitt der Arbeitsschlacht des deutschen Volkes wird gewonnen werden!

gez. R. Walter Darr*,

Reichsbauernführer unb Reichsmintfter für Ernährung unb Lanbwirtschaft.

2. Wogenklaffe für Schwerkriegs­beschädigte.

Berlin, 1. Dez. (Ddz.) Der NS.-Kriegsopserver- forgung hat ber Generalbirektor der Reichsbahn eine Fahrpreisermäßigung fürKriegs- beschädigte mitgeteilt. Die Benutzung ber Zweiten Wagenklasse mit Fahrtaus­weisen Dritter Klasse wird ab 1. Januar bei allen Reisen für solche Kriegsbeschädigte zugelas- len, bie 50 Prozent unb mehr beschädigt sind, unb Denen ber Arzt des Fürsorgeamtes beschei­nigt, daß ihr körperlicher Zustand bie Benutzung der 2. Wagen klasse rechtfertigt. 3m übrigen ist die Reichsbahn fortgesetzt bemüht, den Kriegsbelchädig. ten bei Eisenbahnfahrten besondere Vergünstigung so- wohl bei der 'Abfertigung wie auch bei der Unter­bringung in den Zügen zuteil werden zu lassen

Berlin, 1. Dez. (TU.) 3n der Begründung zu dem vom Reichskabinett genehmigten Gesetz zur Sicherung her Einheit von Partei und Staat heißt es: Durch das Gesetz gegen bie Reubilbung von Parteien vom 14. Juli 1933 (Reichsgesetzblatt I Seite 479) ist JeftgefteUt, daß in Deutschland a l s einzige politische Partei bie Natio­nalsozialistische Deutsche Arbeiter- partei besteht. Es erscheint geboten, nunmehr Diese befonbere Stellung ber NSDAP, im beutschen Staat auch rechtlich in einer Weise zu ver­ankern, bie bie unlösliche Verbunbenheit von Partei unb Staat sichtbar in Erschei­nung treten läßt. Das vorliegende Gesetz vollzieh! daher den verfassungsrechtlichen (Ein­bau ber Partei in ben Staat.

Es stellt zunächst programmatisch fest, baß bie NSDAP bie alleinige Trägerin bes beutschen Staatsgebankens unb mit bem Staat unlöslich ocr- bunben ist. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben im Staatsleben bebarf die NSDAP, einer festen Rechts­form. Sie soll daher bie Eigenschaft einer Kör­perschaft bes öffentlichen Rechts er­halten. Um engste Zusammenarbeit zwischen Partei unb Staat zu gewährleisten, muß sichergestellt wer­ben, baß bie politische Organisation der Partei unb bie SA. als bie beioen Grunbpfeiler ber NSDAP, in ber Person ihrer Leiter maßgebend an ben Beschlüssen ber Reichsregicrung mitwirken. Der Reichspräsibent hat biefem Erforbernis burch E r nennung bes Stellvertreters des Führers unb bes Chefs bes Stabes ber S A. z u Reichsministern ohne Ge­schäftsbereich Rechnung getragen, worauf ber § 2 bes Gesetzes hinweist.

Aus ben befonberen Aufgaben ber NSDAP, unb ber SA. im beutschen Staate ergeben sich für ihre Mitglieder erhöhte Pflichten gegenüber bem Ganzen. Nur wer biese Pflichten getreulich erfüllt, darf ber Ehre teilhaftig bleiben, biefen Organisatio­nen anzugehören. Wer bagegen biese Pflichten

verletzt, soll einer besonderen öffent­lich-rechtlichen Gerichtsbarkeit unter­worfen werben, bie von Gerichten ber Partei unb ber SA. ausgeübt wirb. Der Entwurf sieht baoon ab, bie Pflichten, beren Verletzung zu einem bienstftrafgerichllichen Verfahren führen kann, im einzelnen aufzuführen. Aehnlich wie § 10 bes Reichsbeamtengesetzes begnügt er sich vielmehr mit einer allgemeinen Umgrenzung, bie bas Wesentliche dessen enthält, was von dem Serfjalten jedes Mit­gliedes ber NSDAP, unb ber SA. geforbert wer­ben muß. 3m übrigen stellen bie Vorschriften bes Entwurfs über bie Gerichtsbarkeit Rahmen- Vorschriften bar, bie ihren lebenbigen Inhalt burch Anorbnungen bes Reichskanz­lers als Führer ber NSDAP, unb als oberster SA.-Führer erhalten sollen. In biefen Anorbnun­gen bes Reichskanzlers werben insdesonbere Auf­bau und Verfahren ber Gerichtsbar. feit ber Partei unb ber SA. im einzelnen geregelt werben. Da sich bie Notwenbigkeit er­geben kann, auch bie Mitglieder anderer Orga­nisationen ben gleichen Bestimmungen zu unter­werfen, stellt ber Entwurf bies ausbrücklich in bas Ermessen bes Führers.

Um klarzustellen, welche ber im Verfahren vor ben bürgerlichen unb militärischen Strafgerich­ten zulässigen Strafen. im Gerichtsverfahren ber Partei unb ber SA. abgesehen von ben eigent­lichen Dienststrafen wie Verweis, Aberkennung bes Dienstgrabes, Ausschluß aus ber Partei u. ä. verhängt werben Dürften, bestimmt § 5, baß als Dienststrafen auch ®elbftrafe, Haft unb Arrest zulässig sinb. Der gesetzlichen Fest­legung bedurfte auch die Verpflichtung ber öffent­lichen Behörben zur Amts- unb Rechtshilfe. Durch bie Vorschriften biefes Gesetzes wirb eine Durch­führung bes Gesetzes betreffenb bie Dienftftrafge- roalt über bie Mitglieber ber SA. und SS. vom 28. April 1933 entbehrlich. § 7 sieht daher bie Aufhebung biefes Gesetzes vor.

Sie neuen Aufgaben ber Deutschen Arbeitsfront

Oie Organisation der Gemeinschaft »-Kraft durch Freude^.

Berlin, 1. Dez. ^WTB.) Im Anschluß an ben Aufruf ber Reichsregierung und bes Führers ber Arbeitsfront an alle schaffenden Menschen haben bie maßgebenden Vertreter ber inbu- ftriellen A r b e i t ge b e r v e r b ä nb e in einer am gestrigen Tage cvbge halte ne n Sitzung beschlos- (en, bie inbuftrieüen Arbeitgeberverbände aufzu- lösen unb in ihre Liquidation zu treten

Der Führer ber Deutschen Arbeitsfront Staatsrat Dr, Ley erklärte bem Hauptschriftleiter besDeut­schen", bie Auflösung sämtlicher Ver- b ä n b e , bie nach bem Willen ber Reichsregierung unb auch nach bem Wunsche Dr. Leys grunb- s ä tz l i ch verschwinden müßten, könne e r ft in einigen Monaten erfolgt (ein. Die Ange­stellten ber aufgelösten Verbände würden in bie Organisation ber GemeinschaftKraft burch Freube" übernommen werben. Der Aufbau der DAF. folge dem ber Partei bzw. bem ber NSBO. Es werbe in Zukunft Blocks, Zellen, Ortsgruppen, Kreise unb Gaue ber DAF. geben. Zu diesen Stellen würden Fachberater, deren Zahl sich nach Den Notwendig­keiten richte, zugeteilt werden. Di« Dienststellen ber NSBO. unb Der DAF. würden getrennt bleiben. Durchgeführt werben solle allerdings eine Per­sonengleichheit ber leitenben Amts­walter von NSBO. unb DAF. Der Beitrag solle einen gewissen Prozentsatz bes Einkommens ausmachen. An Stelle ber Nechtsstellen ber Ver­bände würden einheitliche Rechts ft eilen der gesamten Arbeitsfront eingerichtet werden. Die wirtschaftlichen Betriebe ber DAF. mür­ben keinesfalls aus ihr herausgenommen werden. Da bie zur Verfügung stehenden Räume für die Zentralleitung der DAF. nicht ausreichten, würde jetzt wegen der Ucbernabme des Preußischen ßanb- tagsgebäubes und der Gebäude des früheren Her­renhauses verhandelt.

Die Vorarbeiten für bie Organisation der Ge­meinschaftKraft durch Freude" gehen rüstig vor­wärts. Das AmtfürSelb st Hilfe u n d H e i m- ftätten werde von Pg. Bankdirektor Müller und Pg. Selzner verwaltet werden. Mit der B a n k d e r deutschen Arbeit, den Konsumgenossen, schäften, den Versicherungen usw. wolle er, Dr. Ley, eine große Alters- und Invalidi- tätsversicheruna aufbauen, durch die die ftaat- lichen unb andere Versicherungen nicht berührt wer- den. Es solle ermöglicht werden, daß an bedürftige Mitglieder der DAF. bei Dollinvalidität ober bei einem Alter von mindestens 60 Jahren Zahlungen geleistet werden können. Das Amt für Würde unb Schönheit ber Arbeit sei Pg. Sperr-Ser- lin angeboten worden.

Das Amt für Reisen, Wandern und Urlaub sei bem Regierungspräsidenten a. D. Dr. Brauweiler übertragen worden. Das Amt für Unterricht unb Ausbilbung bekomm« Pg. Gohbes, der Reichsfchulungsleiter ber DAF., der NSBO. unb ber Partei. Es wäre wünschenswert, wenn bas Berufsschulwesen generell in dieses Amt ein gegliedert würde. Das Amt für Sport werde der Reichssportführer von Tschammer-Osten übernehmen.

Wir wollen eine Einschaltung der gesel­ligen Vereine in bie nationalsozialistische Ge­meinschaftKraft unb Freude". Nur die besten Vereine werden übernommen werden, grundsätzlich jedoch keine rein konfessionellen Vereine. Zunächst würden drei großeHäuser ber Arbeit" gebaut werben, eins in Köln, bas anbere in München, unb ein drittes in Berlin. Die Gewerkschaftshäuser von Magdeburg, Leip- zig unb vielleicht auch von Breslau sowie in anbe- ren Stäbten sollen zuHäusern ber Arbeit" werden.

Oer Greg des Glaubens."

Feierliche Uraufführung des Zrlms

Berlin, 1. Dez. (TU.) Tausende hatten sich in ben Abenbstunben m ber stark belebten (Begenb bes Zoo versammelt, um ben Führer unb bie führenden Mitglieder ber Regierung zu sehen, beren Anwesen- beit bei ber. für ben Abenb angesetzten Urauf- füfjrung bes Reichsparteitagfilms nicht unbekannt geblieben war. Die prachtvollen Ge­stalten ber Abolf-HiUer-Stanbarte in ihren schwar­zen Mänteln und schwarzen Stahlhelmen bildeten ein doppeltes Spalier. Im Ufapalast am Zoo hat­ten sich nacheinander außer den geladenen Gästen die besonderen Ehrengäste, die Chefs ober bie Ser- treter fast ber sämtlichen hier beglaubigten frem­den Missionen eingefunben. So sah man sehr halb bie markanten Gesichter bes Reichsschatzmei- Tters Schwartz, bes fränkischen (Bauleiters Streid) er, entbedte halb auch den Führer ber Arbeitsfront, Dr. Ley, ben Dberpräfibenten Rübe, bie preußischen Minister Rust unb Kerrl, ben Prinzen August Wilhelm unb ben Oberführer Ernst, ben Leiter bes Außenamts ber NSDAP. Rosenberg, ferner bie Reichs- miniftcr von Blomberg unb Neurath, ben Reichsbankpräfibenten Schacht, ben Staats­sekretär Meißner, ben ftellDcrtretenbcn Berliner Gauleiter ®örli|er. Nach 21 Uhr erschien ber Führer, begleitet von Stabschef Röhm, Dem ficlluertretenben Führer Rubolf Heß unb bem Reichsminister Goebbels, von braufenbem Bei­fall empfangen. Dann verdunkelte sich ber Raum unb ber Berliner Konzertverein fetzte unter Leitung von Proieffor Clemens S ch m a l st i ch mit bem Festlichen Präludium" von Richarb Strauß ein, bas anläßlich ber Eröffnung ber Reichskulturkam- mer feine Uraufführung erlebt hatte Darauf öff­nete sich ber Vorhang. Es erscheint Die Kapelle ber Abolf-Hitler-Etanbarte auf ber Bühne in Schwarz unb Silber, ein glänzenbes Bilb. Nach dem Fan­farenmarsch klang ber Babenweiler Marsch, ber Lieblingsmarsch bes Führers, auf.

Unb bann ber Film'. Die künstlerische Gestaltung lag, wie bekannt, in ben Hänben von Ceni Nie- fenstahI, bie ber Führer zu diesem Werk berief. Hergestellt wurde ber Film von ber Reichspropa- ganbakihing, Hauptabteilung Film, unter Leitung

vom ReichSparieiiag der NSOAP.

von Arnold R a e t h e r. Die Musik schuf Herbert Wink.

Der Sieg des Glaubens" ist ber vom Füh­rer selbst gewählte Filmtitel. Es ist In ihm gelungen, ein politisches Motiv Der Kunst zu unterwerfen. Die Kunst in den Dienst der Polllik zu stellen. Daß dies möglich ist. Da­für ist dieser Film ein vollgültiger Beweis.

Er beginnt mit stimmungsvollen Bildern der alt- ehrwürdigen Stadt Nürnberg, beren Gesicht immer festlicher wirkt, in deren Mauern im freubigen Eifer Tribünen errichtet werben, Fahnen um Fahnen ge­hißt werben, auf beren Landstraßen die märkisch« SA. mit bem Lied von berMärkischen Heide" her- anmarschiert, bie sächsische SA. herankommt unb bie vielen Hunderte und Tausende aus allen Ecken unb Enden Deutschlands zu Fuß, zu Wagen, mit ber Eisenbahn und bem Flugzeug. Laut wirb ber Füh- rer von einem Beifall empfangen, ber sich spontan auf bie gesamte Zuhörerschaft im Theatersaal fort- setzt. Auch bie folgenben Bilder, bie zunächst chrono­logisch treu in bie Nürnberger Eröffnungssitzung führen und dann bie Amtswaltertagung, die Fest­wiese, wo Die Hitlerjugend sich versammelte, den Vorbeimarsch ber Fahnen, ben granbiofen SA.« Appell und bie alles verstummen machende Ehrung ber Toten zeigen, rissen bie Beschauer immer roieber zu spontanem Mitleben und Kundgebungen hin.

Besonders ergreifend sind zwei Bilder, die nie­mand vergessen wird. Das eine das unüberseh­bare Feld von Jungvolk und Hiller- fugend, die ihren Jugendführer Baldur von Schi rach, ja, die auch den Führer selbst vor lauter Begeisterung einfach nicht zu Morte kom­men lassen. Und das andere: Die schweigend« Ehrung der Toten auf dem SA.Appell Adolf Hillers in Begleitung de, Stabschef, Böhm vor dem riesigen Stcinblod stehend, auf dem der Kranz ruht.

3m Vorbeimarsch marschierte ber Stahlhelm mit bem Fribericus-Marsch an unb zum Schluß bie fieibftanbart« Hillers, Dieberum im Paradeschritt,

mit dem Badenweiler Marsch. Besonders wirkungs- voll war bie gebietende Hanb des Führers auf ber Leinwanb, bie ben gewaltigen Vorbeimarsch ein­leitet unb beschließt Die Musik leitet zum Horst» Wessel-Lieb über. Der Vorhang zieht sich zusammen und hinter ben Zuschauern im ersten Rang steht leibhaftig ber Führer, umgeben von ben (Betreuen unb berSieg bes Glaubens" endet mit einem siegreichen Bekenntnis rum Führer Adolf Hitler. Deutschland ist erwacht Deutschland ^rschiert in HunberNausenden, in Millionen. Der Marschtritt seiner Bataillone ist ber Schritt in eine heilige Zukunft bes Aufbaues, des Friedens.

An bie Ortsgruppen ber AGOAP.

Die Reichspropagandaleitung gibt bekannt: Das gewaltige FilmwerkDer Sieg bes Glau- b e n s" tritt in biefen Tagen feinen Zug burch Deutldjlanb an. Nur einigen hunderttausend Par- teigenoifen war es vergönnt, bie Tage Des Reichs­parteitags in Nürnberg mitzuerleben. Jetzt oerm:t- leit Der oilm ben vielen Millionen beutjcher Volks- genossen Ton unb Bild biefes großen Ereignisses. Die Ortsgruppen ber NSDAP, werben baher an- gewiesen, am jeweiligen Tage ber Auffüh­rung biefes gewaltigen Filmwerkes innerhalb ihres Ortsgruppenbereiches keine an- beren b i e n ft I i d) e n Veranstaltungen Durchzuführen, um ber Parteigenossenschaft und ber Bevölkerung Gelegenheit zu geben, burch ihren Besuch bie Aufführung bes Reichsparteitagsfilmes d u einer machtvollen Runbgebung zu gestalten, (gez.) Dr. Goebbels, Reichspropa- ganbaleiter ber NSDAP."

Eme Erklärung des Kanzlers zur kirchlichen Lage.

Kein staatliches Eingreifen in den Mei­nungskampf in der evangelischen Kirche.

Berlin. 1. Dez. (121.) Amtlich wird mitge- teilt: Innerhalb der deutschen evangelischen Kirche sind zur Zeit Auseinandersetzungen im Gange, die auf eine Klärung der kirchlichen Ge- f a m 11 a g e hinzielen. Reichskanzler Adolf Hitler hat die ausdrückliche Entscheidung getrof­fen, daß. Da es sich um eine rein kirchliche Angelegenheit handelt, von außen her in diesen Meinungsstreit nicht eingegriffen werden soll. Der Reichsminister De, Inneren hat daher die Länderregierungen gebeten, bie Nach­geordneten Dienststellen unverzüglich mit entsprechender Weisung zu versehen. E, ist selbstverständlich, daß die zur Wahrung der äußeren Ordnung etwa notwendigen Maß­nahmen insoweit zulässig sind, al» sie n i ch t den Charakter eine, Eingriffe, in den in­nerkirchlichen Meinung,kampf haben. Auch kirch­liche Stellen sind nicht befugt, ein Ein­schreiten staatlicher Organe im kirchlichen Meinungsstreit herbeizuführen.

Hinein in Die Verbände des Handelsstands.

Der Reichsstand des Deutschen Handels an alle deutschen Kaufleute.

Berlin, 1. Dez. (TU.) Der Reichsstand dc, Deutschen Handels erlaßt folgenden 21ufru|: Der Tag des Deutschen Handels in Braunschweig hat bewiesen. Daß in der Einigkeit die Starke liegt. Mit überzeugender Deutlichkeit haben sich alle Zweige des Handels hinter den Reichsstand gestellt. Er sieht es als feine nächste unb höchste Ausgabe an, bie Ziele, bie burch bie Führer auf ber großen Äunbgebung betannlgegeben worben sinb, zu ver­wirklichen. Es hanbelt sich in erster Linie um bie Durchführung bes Begriffe»Ehr- barer Kaufmann" innerhalb unser«» Stanbes. Um biese Aufgabe erfüllen zu können, müssen alle im Hanbel tätigen Firmen unb Einzelpersonen sich nunmehr unverzüglich in die Organisatio­nen bes Reichs st anbes bes Deutschen Hanbels eingliebern. Auskünfte erteilen alle ben nadjfolgenben Spitzenoerbänben, unb zwar Hauptgemeinschaft bes Deutschen Einzelhandel», Reichsoerdanb des Groß- unb Ueberfee- hanbels, Zentraloerbanb beutfdjer Handels­vertreter vereine, Reichsoerband ambulan­ter (Beroerbetretbenber Deutschlanb», Rcichseinheitsoerbanb bes beutschen (3 a ft ft ä 11 e n- gcwerbes, angeglieberte Fachoerdände, bzw. Ortsgruppen, in Zweifelsfällen ber Reichsstand des beutschen Hanbels. Ieber muß selbst wissen, wel- chem Fachverbanb er nach ber (Eigenart seines Ge­schäftes am besten zugehört. Kein Abwarten mehr, fonbern hinein in bie Derbänbe, damit wir mit ber Lösung ber großen Aufgaben begin­nen können. Unwürdig handelt, wer Vorteile und Rechte für sich in Anspruch nehmen will, ohne Pflichten zu erfüllen.

Arbeitsdienftzeugnis dem Arbe iS« dienstpaß aleichberechtigt.

Berlin, 1 Dez. (WTB.) Der in Zukunft von den Meldestellen für ben Freiwilligen Arbeitsdienst auszustellende Arbeitspah an diejenigen Ar- beitsbienftfreirollligen, die aus bem FAD. ausschei­den, hatganzgenaubieselbe Bebeutung, wie bas bisher von Trägem bes Hrbeitsbienfte, ausgestellte Dienstzeugnis. Die früher im Ar­beitsdienst gewesenen flrbeitsbienftfreiroilligen sind baher In keiner Weise benachteiligt gegenüber denjenigen, die jetzt ben Arbeitspaß er­halten.

Steuererleichterungen für einmal ge Zuwendungen und Weihnachis» gratifikat onen.

Berlin, 1. Dez. (TU.) Don besonderer ®eDeu­tung jetzt vor Weihnachten ist ein Erlaß des Staats­sekretärs im Reichsfinanzministerium Reinhardt an die Präsidenten ber Landesfinanzämter, in dem daraus hingewiesen wird, bah nach dem Gesetz über Steuererleichterung einmalige Zuwendungen nicht als Einkünfte nach dem Einkommenssteuer- gesetz und nichtal, Schenkung im Sinne de» Erbichastssteuergesetzes gelten, wenn sie in der Zett vom 1. August 1933 bis 31. Dezember 1933 in ber Form von Bedarfsbeckungsscheinen erfolgen. Das gilt auch für Weihnachtsgrati­fikationen. Die Bedarfsdeckungsscheine können gegen entsprechende Bezahlung bei den Finanzäm­tern bezogen werden. Sie berechtigten zum Er­werb von Wäsche, Kleidung unb Hausgerät und lau­ten auf je 25 Mk. Die Steuerbefreiung gilt aber nur für Arbeitnehmer, deren Arbeitslohn jährlich nicht mehr al» 3600 Mark beträgt