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2.9.1933 Erstes Blatt
 
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nicht a\?VU9a5e' e?r ®n auch 2^ und «£««£ "1*" September, finhef u. c , TÄJÄ tatöft1 !Äw n ^en die übliche Teliunzz. öuVabYT*1"" 65 11,222 ,u 11U Q 01, dos nm Q ioWen wird, werden ebenfolli ten non Qnen Bahnhöfen d!r ,7 ®'e?cn- Snebberg - $ai r9 - Hungen, Webbero - tymau und MeMvrd- chel. :aen nach Nieder-Wöllstadt aus« ngsbauer ift wie allgemein an mb des 10. September wird auf 15 ursprünglich für den 11. Juni >ergturnfest abgehalten. Um nd Turnern die Reise zu Der* n allen Bahnhöfen im Umkreis um Cranberg (launus), Bob igftein (launus) Sonnlogsrück. mberg, Bad Homburg und> Sie fiarten gelten zur hin- iber 0 Ul)r bis 10. September '/ oom 9. September, 12 Uhr, ? Ufor. Zis jiz biefem legieren tfreife angetreten fein.

ommt ins tioAtx\\ elb wird doch jo unnötig xi Kitzchen, dort ein bißchen, n viele von uns, wenn wir i, der Versuchung, es sofort imt eine Mark zur anderen, sind drei Mark ausgegeben, :cd)t wißen, wofür. Beobach- t einmal drei Tage lang, da :Uen können, daß dem so i|L iir auch merken, daß wir ohne Grund knauserig find, spielsweise schon ein blotterie für die Ar- ung gekauft? Manche eibt uns mit den Losen weg, doch nichts. Nun, wenn MN o haben wir doch durch den bei der Bekämpfung der Ar- ^-Knssfn Wir haben dann zu unterschätzenden beitsbeschafsung beigetragen, beii ein Krebsschaden

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He Schwarzarbeit endgültig überwunden wer­ben. , _ . , _

10. Deutscher, denke daran! Set auch Du Mitstreiter in diesem Kamps!

Oie Anrechnung von Steuern aus DedarfSdeckungSscheine.

Zur Klärung der Frage, ob und niwicweit bei den Bedarssdeckungsschetnen an stelle der Bareinlösung Anrechnung aut lau­sende oder rückständige Steuer­beträge beabsichtigt ist, hatte der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag sich an das Reichsfinanzministerium gewandt und gleichzeitig seine Bedenken gegen eine solche Regelung oorgetragen. Wie das VDZ.-Büro meldet, bat der Reichsfinanzminister in seiner Antwort festgestellt, daß nach der Beitreibungs- ordnnng von 1928 das Reich gegen Geldsorde- runqcit, die es zu begleichen hat, mit fälligen Gelüansprüchen aufrechnen die ihm auf Grund der Steuergesetze zustehen kann. Tie Finanzämter sind jedoch angewiesen, bei der Einlöiung von Vedarfsdcckungsscheinen Här­ten, die sich durch die Aufrechnung des vollen Ginlöiungsbetrages ergeben können, tunlichst zu vermeiden.

Daten für Sonntag, 3. September.

1658: Oliver Cromwell, englischer Staatsmann, gestorben, geboren 1599. 1757: Karl August, Großherzog von Sachsen-Weimar geboren, gestor­ben 1828; 1814: Einführung der allgemeinen Wehrpflicht; 1871: Friede von Versailles; 1916: Beginn der englisch-französischen Offensive nördlich der Somme; 1917: Einnahme von Riga.

(>:ebener .Woche n, r.tvrci .

Gießen, 2. Seot. Es kosteten auf dem heuti­gen Wochenmarkt: Landbutter, das Psund 1,30 Mark, Matte, das Pfund 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10 Pf., Eier (inländische), das Stück 9 bis 10 Pf, Wirsing (grün), das Pfund 10 bis 12 Pfennig, Weißkraut 8, Rotkraut 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 15, Römischkohl 8, Bohnen (grün und gelb) 15 bis 20, Mischgemüse 10, Tomaten 15 bis 18, Zwiebeln 7 bis 10, Kürbis 6, Kartoffeln, das Pfund 3 Pf., der Zentner 2,30 bis 2,50 Mk., Frühäpfel, das Pfund 10 bis 25, Fall- äpfel 4, Pfirsiche 30 bis 40, Brombeeren 25, Preißel- beeren 30, Birnen 10 bis 20, Zwetschen 10 bis 12, Mirabellen 10 bis 15, Reineklauden 10 bis 12, junge Hähne 80, Suppenhühner, das Pfund 70 bis 80 Pf., Tauben, das Stück 40 bis 50 Pf., Blumenkohl 5 bis 50, Salat 5 bis 8, Salatgurken 5 bis 25, Ein- rnichgurken 1 bis 3, Endivien 7 bis 15, Ober-Kohl- rabi 5 bis 8, Lauch 5, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 15 Pf.; Radieschen, das Bündel 10 Pfennig.

ttornotr.cn.

Tageskalenderfür Samstag: Deut­scher Stenographenbund, Ortsgruppe Gießen, 20.30 Uhr,Stadt Lich", Vereinsabend. Deutscher Tcchnikcrverband, Ortsgruppe Gießen, 20 Uhr, Ge­rn rkschaftshaus, Mitgliedcr-Versammlung. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Paprika".

Tageskalender für Sonntag: Bauer- scher Gesangverein, 16 Uhr, Karlsruhe, Familien- zusammenkunft Heimatvereinigung Sdjiffenbcrg, 15 bis 19 Uhr Schiffenberg, Ausstellung der Auf- nahmen des Photowcttbewerbs. 222er Gleiberg, Zusammenkunft mit den Wetzlarer Kameraden. Gießener Wassersportoercine, 15 Uhr, Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft 1877, Wassersport- Wrrbeoeranstaltung. Gießener Turnerschaft, VfB..Waldsportplatz, Volksturn-Meisterschasten des Bezirkes Hessen. Waldeslust, 14 Uhr, Hundesport- liche Veranstaltung. Schützenhaus, 16 Uhr, Fami­lienkonzert. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Pa­prika".

*

Der neue Rektor der Universität Gießen, Professor D. Bornkamm, hat gestern die Arntsgesch fle übernommen.

** Personalien. Das Personalamt gibt be» könnt: Ernannt wurden: der Privatdozent der Chirurgie, Dr. med. Hans Dieterich, zum außerplanmäßigen außerordentlichen Professor an der Landesuniversität Gießen; der Privatdozent der romanischen Philologie, Dr. Walter Gott-

Jan Bart.

Von Hontz Friedrich Vlunck.

Ich weiß nicht recht, was bei uns Jungen stärker war: der Wunsch, Dauer zu werden, oder das Verlangen, zur See zu gehen. Ein Drittes gab es nicht, und wenn jemand etwas vom Ge­schäft seines Vaters murmelte oder der Pastors­sohn vom Studieren sprach, galt er schon nicht mehr für voll.

Aber von den beiden als ehrlich geltenden Be­rufen hatte die Seefahrt doch den Vorsprung, dar­über war kein Zweifel, und als der erste von uns als Schiffsjunge nach draußen ging und bald drü­ben an der brasilischen Küste am Fieber starb, war er unser Held, weit mehr als die alten Herren vom siebziger Krieg, die bauchig vor den Schul­bänken standen und uns lateinische Derben ab­hörten. Rein, jeder Schisser und Fahrensmann galt uns mehr als sie. lind wenn später, als wir zu wandern begannen, der Dauer uns der bessere Freund wurde in den Jahren davor galt un­sere Begeisterung den Dutt- und ©tintfängem, iöen Clbfischem, den alten 3anmaatcn, die im Drückenhaus ihren Grog tranken, und zumal Leu­ten, die auf großer Fahrt gewesen waren. Wie hoch stand ich im Ansehen, nur weil meinen El­tern gegenüber der alte Durmeister wohnte, der einstmals einen kleinen Schoner zwischen den Carolinen und Reu-Guinea geführt hatte. Wie wußte ich aber auch breit und immer breiter wie­derzugeben, was er mir von Papuadörsem, Kämpfen und Hebcrfällen vorspann, wie unver­gleichlich waren die Stunden, wenn er vom Gold­suchen hinter der Fischküste erzählte oder von den Geheimnissen des Platinriffs oben im Gebirge. Er selbst, wohlverstanden, war nur einmal den Augustafluh hinaufgefahren, um einige Erzsucher ins Innere zu bringen; vierzehn Tage lang fuhr man durch Mangrowebusch, dann kamen sieben Berge, sahen aus wie alte Sturmhauben und la­gen einer nach dem andern quer vorm Fluß, der sie umströmte. Deim siebenten waren die Männer ausgestiegen. And Jonny Lührs war ihr Führer und bester Mann; er war auch Käppen Dur- meisters Freund und hatte ihm vorgeschlagen, auf Anteil mitzukommen. Aber man hatte das Schiss, man zögerte ach, wenn man Jonny Lührs noch einmal begegnete!

Einmal hatte Käppen Durmeister ihn Wohl wiedergesehen, im Dorübergehen, in Bremen! Liber bis man sich recht besonnen, war Jonny aus den Augen. Er hatte es immer eilig, da

schalk, zum außerplanmäßigen außerordentlichen Professor an der Landesunioersität Gießen; der Ministerialoberrevisor Erich Böhnhardt, bei dem Hessischen Staatsministerium, Ministerial- abteilung für Pildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum, zum Rechnungsrat bei dieser Behörde mit Wirkung oom 1. September 1933 an; der Studienrat an der Viktoriaschule (Studienanstalt) in Darmstadt, Hugo Leonhardk, zum Ober­studiendirektor an der Obcrrealschule in Gießen mit Wirkung oom 16. August 1933 an; zu überplan­mäßigen Studienräten: die Studienassessoren Dr. Friedrich Kredel aus Bad-Rauheim, Emil Schott aus Darmstadt, beide mit Wirkuna vom 1. August 1933 an. In den Ruhe st and versetzt wurden auf Nachsuchen: der Lehrer an der Volksschule zu Saasen, Heinrich Krämer, unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. September 1933 an; der Restaurator beim Hessischen Landcsmusum zu Darmstadt, Otto S ch e e r er , unter Anerkennung seiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wir­kung vorn 16. August 1933 an.

** Sie jüngsten kommunalen Steuer- beschlösse des Stadtrats (Dergnügungs- S»uer, Filialsteuer und Warenhaussteuer) betreffen ekanntmachungen der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hinge- wiesen sei.

* DiehmSrkte in Gießen. Am kommen­den Dienstag wird in Gießen Rindvieh. (Nutzvieh-) Markt abgeyalten, am Mittwoch folgt Schweine­markt

** Die neue Ortsbausatzung über das Gebiet unterhalb vorn Kugelberg be­trifft eine Bekanntmachung der Bürgermeisterei im heutigen Anzeigenteil, die der Ausmerkfamkeit der Interessenten empfohlen sei.

** Die neue Feuerlöschordnung wird von der Bürgermeisterei im heutigen Anzeigenteil zur Einsichtnahme durch die Bevölkerung ange­kündigt.

** Aus der NSDAP, in Gießen. Auf An­ordnung des Ortsgruppenleiters haben die Amts­walter und Stadswalter der Ortsgruppe Gießen- Mitte bei der Ankunft der Ortsgruppenfahne von Nürnberg am Bahnhof in Uniform am Empfang teil­zunehmen. Berufstätige haben sich zu diesem Zwecke eine Stunde Urlaub zu nehmen. Für Fehlen gibt es keinerlei Entschuldigung. In der Ortsgruppe Gießen-Süd werden für die Zelle Liebig- st r a ß c und W i l h e 1 m st r a ß e am 5. September, 20.15 Uhr, im Hörsaal des Physiologischen Instituts, Friedrichstraße, Borträge über Luftschutz beginnen. Zur Teilnahme an den Borträgen sind sämtliche Par­teigenossen verpflichtet. Ferner können auch nicht der Partei angehörige Bolksgenossen in den genannten Straßen an den Borträgen teilnehmen. Die Orts­gruppe G i e ß e n - O st hat für die kommende Woche folgende Berfammlungen vorgesehen: Donnerstag, 7. September: Zelle 5, Block 1 und 2 (Wolfftraße, Eichgärten, Karserallee 28 bis 55), bei Weder, Kaifcr- allee 52, 20.30 Uhr; Freitag, 8. September: Zelle 6, Block 1 und 2 (Roonstraße, Ludwigsplatz, Garten- straße 1 dis 21), imRheingold", Ludwigstraße 6.

** SterbefäUc in Gießen. In der Zeit vom 16. bis 31. August verstorben in Gießen: 16. Willi Hans Petzold, Dekorateurgehilfe, 19 Jahre alt, Walltorstraße 44; Wilhelm Germeroth, Ober­verwaltungssekretär, 46 Jahre alt, Gartenstraße 13; 17. Maria Schäfer, geb. Müller, Witwe, 84 Jahre alt. In den Eichgärten 31; 21. Friedrich Müller, Eisenbahnrottenaufseher, 55 Jahre alt, Wißmarer Weg 2; 22. Marie Walter, geb. Jung, Witwe, 77 Jahre alt, Steinstraße 17; 24. Johann Hein­rich Schwarz, Bahnhofswärter i. R., 84 Jahre alt, Frankfurter Straße 127; Dr. Karl Elbs, Geheimer Hofrat, Unioerfitätsprofeffor, 74 Jahre alt, Frank- furter Straße 50; Katharina Schuh, geb. Pfann­kuchen, 47 Jahre alt, Wetzlarer Weg 61; Georg Schuhl, Schuhmacher, 60 Jahre alt, Döringftr. 12; 27. Rosemarie Franz, 3 Monate alt, Am Kugel­berg 4; Lina Arhelger, geb. Stein, Witwe 63 Jahre alt, An der Kläranlage 96; 28. Rosette Beverstein, geb. Franck, Witwe, 74 Jahre alt, Nodheimer Straße 41; 30. Elisabeth Heil, ged. Schmall, Witwe, 65 Jahre alt, Rodheimer Straße 57.

** Kurzschrift. Man schreibt uns: Da aller Voraussicht nach die Kurzschrift in Zukunft eine Dolksschrift werden wird, wie die gewöhnliche

waren viele hinter ihm her, die dies und das von ihm wissen wollten der arme Jonny!

Käppen Durmeister hatte mich gern und er hätte wohl noch sehen mögen, daß ein tüchtiger Seemann aus mir wurde. Aber et war alt und ging bald in den großen Hafen ein. Ein schöner Zug von ihm war, daß er mir aus feinem Nachlaß einen alten Südwester bestimmte; feine Tochter brachte ihn einige Tage nach dem Begräbnis, ilnb Segel­macher Jonny Lührs solle ich suchen, hatte er mir ausgetragen, der wisse, wo Platin liegt.

Meine Eltern lächelten arglos über die Bot­schaft. Wer war Jonny Lührs, was hatte ich mit ihm vor?

Ich hütete mich, ein Wort zu betraten. Aber teer weiß nicht, mit welcher Zähigkeit ein Knabe einer Ttaumreife folgen kann! Ich habe wohl ein halbes Iaht lang den Auftrag d:s armen Toten befolgt und habe erbärmlich viel Zeit darauf ver­geudet, Jonny Lührs aus indig zu machen. Auf den Reedereikontoren fragte ich Knirps, aber man führte den Ramen nicht. Unter abenteuerlichem Vorwand habe ich mich, meine Mühe unter der Jacke, durch Brückenschänken geschlichen, wo ein­beinige und einäugige Altmatrosen vor Anker ge­gangen waren, habe imScheben Siebe!" wie im New Commercial house Freimarken gehandelt immer die Ohren auf den Ramen Jonny ge­spannt. Cs gab ihrer nur allzuviele, aber kein Lührs wat dabei. Und wenn ich mir die Ohren vollstopfte von Apia und Vera Cruz, von Shang­hai und Panama in jenem jungen Platinland der Papuas, von dem ich träumte, wat keiner ge­wesen.

Liebrigens wat an jenen Streifen nich's Außer­gewöhnliches. Wit Jungen trieben uns damals viel an und auf der Elbe herum; wir ruderten, segelten und badeten, wir fuhren heimkehrend an den Ewern und Fischkuttern entlang, hatten hier und dort einen Bekannten und vertäuten uns, wenn es der Mühe wert schien. Da war ein Eis­grauer, der seinen Ewer nach Holland führte und uns schon erwartete, sobald er vor Anker ging, da wat Ian Bart, der Wurf netz fischet, der so großartigHandschoh" spielte, daß wir kaum Heimzufinden wußten. Wie oft kletterten wir an Sommetabenden bei ihm an Bord, warteten und warteten, bis er die abendliche Brotkruste und viele kleine fette Stinte heruntergewürgt batte und hofften aufStückjens". Das hohe Retz schwankte an der Fallstange, die Masten der be­nachbarten Ewer und Kutter wiegten sich leise vorm Himmel, während wir Jungens, zwischen die Bänke gekrümmt, auf den Augenblick lauer»

Schrift, die jeder Deutsche kennen und können muh, so kann deren Erlernung nicht dringend genug empfohlen werden. Wer nicht als stenographischer Analphabet gelten will, gehe also beizeiten Daran, die Kurzschrift zu erlernen dzw. sich darin zu ver­vollkommnen. Gelegenheit dazu ist ab nächster Woche in der Pestolozzischule, Wernerwall 18, in reichlichem Maße gegeben. Die Ortsgruppe Gießen des Deutschen Stenographenbundcs die durch Zu­sammenschluß der bciven bisher begehenden Kurz- schriftvcrcine entstanden und dadurcy außerordent- lich leistungsfähig ist, hat einen Unterrichtsplan, der allen Anforderungen gerecht wird. In 9 ver­schiedenen Kursen werden durch methodisch gut ge­schulte Anterrichtsleiter d.e Kursusteilnehmer bis zur Höchstleistung gefördert. Räheres ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen.

** Brillantfeuerwerk a u f der Berg» schenke! Wieder einmal hatte die Bergschenke zu einem Brillantfeuerwerk eingeladen, au dem dies­mal die Reichswehrkapelle unter persönlicher Lei­tung von Obermusikmeister Krauße konzertierte. Eine große Menschenmenge gab sich wieder ein Stelldichein am romantischen Bergwerkswald und erfreute sich an den künstlerisch hochstehenden Lei­stungen der beliebten Reichswehrkapelle, die reichen Beifall ernten konnte. Bielfach wurde der Wunsch nach Abonnementskonzerten der Kapelle auf der Bergschenke geäußert Kurz nach 22 Uhr begann das Prachtfeuerwerk, ausgeführt durch Oberfeuerwerker Bourgeois (Gießen). Das Gebotene übertraf alle Erwartungen, so daß der Hersteller auch dies­mal reichen Beifall fand. Besonders angenehm wurde empfunden, daß die fehlende Beleuchtung des Leihgesterner Weges durch Fackelträger ersetzt wurde. In Anbetracht der ständigen Veranstaltun­gen auf der Bergschenke märe es zu begrüßen, wenn der Weg wenigstens eine Notbeleuchtung erhalten würde.

** 8. Baugeldzuteilung der Deffent» lidjen Bausparkasse. Die achte Baugeldzu­teilung der Oesfentlichen Bausparkasse (Abteilung der Landeskommunalbank-Girozentrale für Hessen) in Darmstadt findet am Dienstag, 3. Oktober, um 10 Uhr in Darmstadt, im Sitzungssaal der Can» deskommunalbank-Girozentrale, Peter - Gemeinder- Straße 14, statt. Zuteilungsberechtigt sind sämtliche Bausparer, deren Vertrag spätestens am 1. Juli 1933 (für Tarif 18 spätestens am 1. Juni 1933) begonnen hat, und die mit Einzahlungen nicht im Rückstand sind Jeder Bausparer, der sich als solcher ausweist, kann der Zuteilungshandlung beiwohnen. Alle Oesfentlichen Bausparkassen in Deutschland haben bis Ende April 1933 insgesamt 52 500 Bausparverträge über zusammen 267 Mil­lionen Mark abgeschlossen. Bisher wurden an 8600 Bausparer 53 Millionen Mark zugeteilt, ein an­sehnlicher Betrag, den die Oefsentlichen Bauspar­kassen in dieser kapitalarmen Zeit dem Bau- und Hypothekenmarkt zugeführt haben.

Ausdehnung des »Tages des Pferdes" auf 2 Tage.

Ehrenpreis des Herrn Reichskanzlers.

D a r m st a d t, 29. August. DerTag des Pferdes", der eigentlich nur für Sonntag, den 10. September d.J. allein vorgesehen war, hat ein derartig umfangreiches Programm, daß bereits am Samstag die Ereignisse ihren Anfang nehmen müssen, insbesondere die Vor­prüfungen für die Eignungsprüfung für Reit­pferde und für die Dressurprüfung. Am Sams­tagvormittag beginnen bereits die Zuglei- stungsprüfungcn am amerikanischen Krastmeß-- wagen auf dem Pferdemarktplatz in Darm­stadt, Holzhofallec. Anschließend wird eine große Prämiierung von hessischen Zuchtpfer­den auf dem Pferdemarktplatz zur Abhaltung gebracht. Ter neue Geschäftsführer des Reichs- vcrbandes für Zucht und Prüfung deutschen Warmbluts, Berlin, Herr Kapitänleutnant a. D. Wolf und sein Adjutant, Herr Dr. Volkmann, Berlin, haben ihr Erscheinen bereits sicher in Aussicht gestellt. Die Vorprü­fungen zum Turnier beginnen bereits um 14.30 Uhr auf dem Turnierplatz hinter den Kasernen in der Holzhofallee.

Tie großartigen Schaunummern, die gelegentlich des Reit- und Fahrturniers am

len. wo der Fischer eine Harmonika auskramen und unsere und seine Leiblieder beginnen würde. Er war in beidem Meister, imMundschoh" und Handschoh".

In einem versagte Ian Bart allerdings: Er war kein Mann der großen Fahrt. Wenn wir einmal auszuhorchen suchten, was er an Aben­teuern bestanden hatte und wie es ihm früher ergangen war, sprach er nur von seinem Wurf­netz, und wo und wann große Schiffe ihn bei­nahe überrannt hätten.

Bist denn nie weiter als bis Brunsbüttel ge­kommen. Ian Bart?", höhnten wird.

Er konnte solche Frage nicht vertragen.Was wollt ihr da draußen, man wird nicht glücklicher."

Solche Antworten zerstörten viel vom helden­haften Schein um den großen graustoppeligen Kopf Ian Darts; aber warum mit ihm streiten, wo wir es besser wußten?

Ich will alle fünf Erdteile sehen", mahnte ich noch einmal.

Ist hier viel schöner."

Ich kenne einen, der hat Platin gefunden", log ich, nur um ihn zu reizen.

So, so! Klebt viel Dlut dran, Junge, du weißt nichts davon."

Feiger Kerl, dachten wir, sahen unS an und widersprachen doch nicht, weil wir auf den Hand- sHoh warteten. Aber Jan Bart hatte einen be­sinnlichen Tag.Was gibt's wohl besser als etwas Musik und Fischen", mahnte er,und ein gutes Doot und ein paar Groschen in der Tasche. ü? dir nichts einreden, Junge; am Glück klebt Blut, kommt jeder mal drauf, es zu begreifen.

Ich machte eine höfliche Bewegung, als nickte ich und blickte verlangend nach der Harmonika. Klebt Blut dran", seufzte Ian Bart noch einmal. An jenem Tag jagte er uns von Bord und spielte nicht. Ein guter alter Bär, nein, ein un­heimlicher Schweiger war er, auf den man hören möchte, wäre nicht alles so traurig und verzagt, was er zu sagen hatte.

Im nächsten Sommer fehlte 3an Darts Doot. Wir vermißten ihn nicht arg; die Zeit wechselte unsere Pläne zielten jetzt auf Wanderung durch Deutschland, das wir, weil wir in der Schule zu viel Propheten und römische Könige lernten, auf eigene Faust zu entdecken begannen.

Unb die Zeit ging und es kam alles anders. Man wurde nicht Dauer noch Schiffer, begann vielmehr die Welt zu erneuern und träumte von einem jungen Deutschland. Man machte trotzdem Examen, war Referendar beim Amtsgericht, bei der Staatsanwaltschaft.

Sonntag zur Abhaltung gelangen«, sind Be­reite in Vorbereitung, besonders die Schul- yuadrille, welche in historischen Uniformen vorgeritten wird, bedarf ein ungeheures Maß an Arbeit, sowohl für die Reiter als auch für das Pserdematerial. Tiefer Schaunummer wird man mit besonderem Interesse entgegen* sehen.

Der Herr Reichskanzler Adolf Hitler hat für den Tag des Pferdes einen besonders wertvollen Ehrenpreis zur Versügung gestellt. Ter Ehrenpreis des Herrn Reichskanzlers wird bereits in der nächsten Woche ausgestellt werden und ist bestimmt für den siegenden Reiter im schweren Jagdspringen. Ter Vor­verkauf zu verbilligten Eintrittspreisen wird bereits in der kommenden Woche ab Dienstag seinen Anfang nehmen.

Rircbtirbe Jlacbricbten.

Evangelische Gemeinden.

Sonntag, 3. September. 12. Sonntag nach Trinitatis.

Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Becker; zugleich Christen­lehre für die Reukonfirmierten der Markusgcmcinde; 9.30: Pfarrafsistent Dörfam; Beichte und hl. Abend­mahl für Matthäus- und Markusgemeinde; 11: Kin­derkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarraffiftent Dörfam. Iahanneslirche. 8: Pfr. Ausfcld; zugleich Christenlehre für die Neutonfirmierten der Johannes- gemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer ; Feierliche Er­öffnung des Konfirmandenunterrichts der Lukas- gcmeinde; 11: Kinderkirche für die Lukasgemcinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Missionsstunde im Johan- nessaal; Pfr. Groh. Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Ausfeld. Petruskapelle. Von 8.15 Ka- tcchismuslehre für die Neukonfirmierten aus der Petrusgemeinde; Pfarraffiftent Sucker; 9.45: Pfarr- affiftent Sucker. Saal der Krippe. 11: Kinderkirche für die Iohannesgcmeinde und Luthergemeinde; Pfr. Ausfeld. Wiefeck. 9.30: Hauptgottesdienft; Kollekte; 10.45: Kinderkirche. Alken-Lufeck. 10: Gottesdienst. Grohen-Vufeck. 10.30: Gottesdienst (Kirchenchor, Kollekte); 11.30: Christenlehre. Oppenrod. 8.30: Gottesdienst; Kollekte; 9.30: Christenlehre. Albach. 8.30: Predigt; Gottesdienst. Steinbach. 10: Pre­digt; Gottesdienst. silein-Linden. 9: Festgottes- dienst zum Landesjugendsonntag für die gesamte ton. firmierte evangelische Jugend; Christenlehre für die weibliche Jugend; 10.15: Äindergottesdienst; 14: Marsch zur Jugendkundgebung an der Kirche; an­schließend Jugendfreude am Allendörfer Wäldchen. Heuchelheim. 10: Hauptgottesdienst; 11.15: Die Ka- techismuslehre findet nicht heute, sondern am 10. Sep­tember statt; 11.15: Eröffnung der Konfirmanden- stunde. Kirchberg. 11: Christenlehre für die konfir­mierte männliche Jugend. Lollar. 13.30. Gar­benteich. 10; anschließend Christenlehre. Hausen. 13. Watzenborn-Steinberg. 10.15: Hauptgottes­dienst; 11.15: Kinderkirche; 14.15: Festgottcsdienst der Frauenoereine; Pfr. Weisel, Heuchelheim; Kollekte; Kirchenchor. (Brüningen. 9: Hauptgottesdienst.

katholische Gemeinden.

Samstag, den 2. September.

Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte.

Sonntag, 3. September. 13. Sonntag nach Pfingsten.

Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre­digt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. Grün­berg. 9.45: Messe mit Predigt. Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und An­dacht. Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt.

veffentlicher Sonntagsdienst.

Polizei: Telefon 2751, nur in dringenden Notfällen Telefon 01.

Feuerwache: Telefon 2244'45, Notruf Tele­fon 02.

Hauptpostamt: Beschränkter Schalterdienst 8 bis 21 Uhr.

Stadtpostamt: Für Schließfachabholer 7 bis 13 Uhr.

Sanitätskolonne: Telefon 2500.

Aerzte: Frau Dr. Marx, Dr. Neumann-Spengel. Zahnarzt: Dr. med. dent. Gonter.

Apotheke: Engelapotheke.

Damals begegnete mir ein Name wieder, den ich fast vergessen hatte. Eine blutrote Mappe lag eines morgens auf dem Amlsüsch, der Vorgesetzte war­tete schon ungeduldig. Ein alter Seern arm war auf dem Weg von einer Schänke zur andern dicht vorm Morgengrauen unter rätselhaften Umftän- den umgekommen vermutlich erwürgt und ins Wasser geworfen worden. Ich schlug den Hefldeckel auf und las den Ramen. Jonny Lührs, Segel­macher Fahrten in der Südsee was stand da noch?

Ich war einen Augenblick lang in einem Som­mer der Jugend, und sah mit dem alten Käppen Durmeister zwischen den Blumen seines Fensters. Von Jonny Lührs erzählte er, wenn er den noch einmal träfe, der wußte Schätze, der wußte vom Platinriff!

Also hatte jener Jonny Lührs doch gelebt, fast war er mir zur Sage geworden. Hatte in der glei­chen Stadt wie ich leiblich gelebt?

Ich zögerte, ob ich dem Staatsanwalt berichten sollte, was ich wußte, erzählte es dann und ver­suchte mein Wissen ins rechte Licht zu stellen.

Der alte Herr nickte, erfreut, daß der Referen­dar Orts- und Personalkenntnis besah, wie er es forderte. Er schlug vor, gleich eine Orts- besichtigung vorzunehmen. Cs war nicht einmal weit. Ich versuchte, während er eilige Unter- schriften erledigte, rasch noch einige Stichworte zu lesen.Besonders verdächtig war, dah in der gleichen Rächt der Koffer des Toten erbrochen war, Rame ergab sich aus dem Meldeschein... Lührs hatte mitunter Freunde von draußen empfangen. Am Hafen kannten ihn wenige, er war auch nur unter Spitznamen bekannt."

älnd bann lagen zwei Bilder des Toten bei der Akte, Bilder, die eine sorgliche Polizei gleich auf­gestöbert hatte, älnd ich starrte sie an, kannte ich das Gesicht doch!Jonny Lührs?", entfuhr es mir,aber das ist ja der Wurffischer Ian Bart!"

Der Staatsanwalt sah von seinem Schreibtisch auf; er war wirklich höchlich erstaunt über mein Wissen:Sie fernten ihn das ist ja ein sonder­barer Zufall."

»Also Jonny Lührs war Jan Bart Ian Dart mit der Harmonika?", fragte ich blöde. Der Gedanke schlug mich, dah ich einen körperlichen Schmerz empfand.

Aber erzählen Sie doch, Sie scheinen mehr zu wissen als die Polizei", sagte mein Vorgesetzter erstaunt.

Der Referendar lieh verzagt den Kopf sinken. Jonny Lührs", sagte er leise,wie lange hab' ich ihn gesucht?"