Ausgabe 
2.9.1933 Erstes Blatt
 
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Amtswalter, st illge standen! Der Prä­sentiermarsch erklingt. Stürmische Heilrufe. Der Führer betritt die Festwiese und schreitet durch die Reihen der Amtswalter. Vor der Tribüne er­stattet Dr. Ley Meldung von dem Aufmarsch der 160 000 Amtswalter. Dann schreitet der Führer die Reihen der Kriegsbeschädigten ab. Der Befehlshaber der Riesenkundgebung, der Danziger Propagandasenator B a tz e r , bringt ein dreifaches Hitler-Heil auf den Führer aus. Unter den Klän­gen des Badenweiler Marsches erfolgt der Ein­zug der mehr als 10000 Fahnen. Dann nimmt der Führer das Wort.

Die Musik spielt das Deutschlandlied, in das eine Viertelmillion Menschen begeistert einfällt. Dann trat der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley zum Gedenken der Toten vor das Mikro­phon:Wir gedenken der Toten unserer Bewegung. Sie starben für unsere herrliche Idee, für unseren Führer Adolf Hitler. Sie starben für Deutschland!" Die Fahnen senkten sich, die Musik spielteIch hott' einen Kameraden", während die Hunderttau­sende ergriffen die Arme zum Himmel reckten.

Dr. Ley sprach dann das Gelöbnis der Amtswalter.Die Ohren auf, laßt Freude herein über den herrlichen Sieg, Freude über das Erwachen der Deutschen. Dankbar wollen wir sein, unendlich dankbar dem Schicksal, daß wir den größ­ten Teil aller Freiheitskämpfe für unsere unüber­treffliche Nation führen durften. Vor allem aber, Schicksal, danken wir dir, daß du uns in schwerster Zeit den herrlichen Führer geschenkt hast. Laßt wehen die Fahnen und tragt die Freude hinaus in die deutschen Lande. Alles, was wir heute empfin­den, wollen wir zufammenfafsen in den Ruf: Un­sere herrliche Bewegung und ihr Führer Sieg- Heil!"

Erneut brausten Jubelstürme über das gewaltige sonnenüberstrahlte und fahnendurchwehte Feld, wie­der fliegen die Arme gen Himmel und aus tausend und abertausend Kehlen steigt der Freiheits­sang des Hör st- Wessel-Liedes empor. Dann verläßt der Führer die Tribüne, auf dem ganzen Wege vom Festgelände von immer neuen Ovationen und Jubel st ürmen überfchüttet. Im Auto stehend fuhr er die Straße des Triumphes entlang, immer wieder für die Huldigungen dankend.

Graf Zeppelin" fährt nach Nürnberg.

Friedrichshafen, 2. Sept. (WTB.-Funk- fpruch.) Das LuftschiffGraf Zeppelin" wird heute 11.30 Uhr Uhr zu einem Fluge nach Nürnberg starten. Nach mehreren Schleifen über der Stadt des Reichsparteitages wird es die Rückfahrt an­treten und zwischen 17 und 18 Uhr wieder im Heimathafen sein. Am Abend wird das Luftschiff dann zu einer neuen Südamerika-Fahrt starten.

Reichskanzler Adolf Hitler übernachtet in Berneck.

Bayreuth, 2. Sept. (CNB.-Funkspruch.) Der Führer ist Freitagabend nach der kulturpolitischen Tagung in den von ihm schon häufig mit einem Besuch ausgezeichneten kleinen Kurort Berneck ge­fahren und hat dort abseits des lebhaften Treibens des Reichsparteitages die Nacht zum Samstag ver­bracht. Heute morgen 9.10 Uhr ist der Kanzler in Bayreuth mit dem Flugzeug nach Nürnberg ge­startet.

Sjschof Dr. Christian Schreiber qestorben.

Berlin, 1. Sept. (WTB.) Der Bischof von Berlin, Dr. Christian Schreiber, ist heute um 23.30 Uhr nach langem Leiden verschieden.

Bischof Dr. Schreiber wurde 1872 in Som­born bei Gelnhausen als Sohn eines Schrei- ncrmeisters geboren. Nach Besuch des humanisti­schen Gymnasiums in Fulda studierte er Philosophie und Theologie am Priesterseminar in Fulda und sieben Jahre an der gregorianischen Universität in Rom als Alumnus des Collegium Germanicum. 1898 empfing er in Rom die Priesterweihe und kehrte ein Jahr später als Dr. der Philosophie und Theologie in seine Heimat zurück. Bereits mit 27 Jahren wurde er Professor der Philosophie in Fulda. Nach 14jährigem Wirken wurde Dr. Schrei­ber 1921 Bischof von Meißen. Durch päpst­liche Bulle wurde Dr. Schreiber am 25. August 1930 zum Bischof des neugegründeten Bis­tums Berlin ernannt, das auch die Provinzen Brandenburg und Pommern umfaßt.

Dr. Schreiber hat auch eine bedeutende litera­rische Tätigkeit entfaltet. Aus seiner Feder erschie­nen imPhilosophischen Jahrbuch" viele Abhand­lungen und Besvrechungen. Auch apologetische und theologische Zeitschriften brachten häufig Arbeiten von ihm. Als Bischof hielt er mehrmals Vorträge an den Universitäten in Leipzig, Halle, Heidelberg und Berlin über Kant, Nietzsche, und Thomas von Aquin. In Amerika behandelte er besonders das ThemaBolschewismus, Kommunismus, Sozia­lismus und die Lehre Jesu".

Oruckfehlerberichtigung.

In dem Bericht über das Referat des Berliner Staatskommissars Dr. Lippert über die Lage der Gemeindefinanzen muß es bei der Erörterung der Schuldenfrage richtig heißen: die Gesamtverschuldung der deutschen Gemeinden be­trägt 11,3 Milliarden Mark, die einen Zinsendienst von insgesamt rund 720 Millionen Mark erfordert. Eine Herabsetzung des Zinssatzes um nur 1 o. H. würde den Gemeinden eine jährliche Ersparnis von weit über 100 Millionen Mark verschaffen.

Kleine politische Nachrichten.

Fürst Starhernberg ist in Rom einge- troffen und hat die Kaserne der f a s ch i st i s ck e n Miliz besucht. Er wurde mit der österreichischen und der italienischen Nationalbymne begrüßt und erhielt den Ehren-Dolch der faschistischen Miliz. Er lud bei dieser Gelegenheit italienische Avanguar- disten zu einem winterlichen Besuch in Oesterreich ein.

*

Die Stahlhelm-Bundesleitung hat anläßlich der Ernennung des preußischen Mi­nisterpräsidenten Göring zum General der In­fanterie ihm folgendes Glückwunschtelegramm nach Nürnberg gesandt:Aufrichtigsten Glückwunsch zu der hohen Auszeichnung, die Ihren soldatischen Verdiensten um die nationale Revolution die ge­rechte Anerkennung schafft. Frontheil Hitler!"

Auf die Einladung Mussolinis treten der Präsi- denk des Reichsverbandes des deutschen Handwerks, Schmidt (Wiesbaden), und der Generalsekretär des deutschen Handwerks- und Gewerbekammer­

tages, Dr. M e u s ch (Hannover) zu Beginn der kom- menden Woche eine Italien fahrt an, um die italienischen Handwerksorganisationen kennenzu­lernen. Die Krönung der Reise der deutschen Hand- werksführer bringt ein Empfang durch Mussolini.

Aus aller Welt.

Schwere Unwetter über Mttelamerika

Ganz Mittelamerika wird $ur Zeit von schweren Unwettern heimgesucht, die das Zentrum offen­bar im Meerbusen von Mexiko haben. Im mexi­kanischen Staat Vera Cruz haben heftige Wol­kenbrüche schweren Schaden verursacht. Hun­derte von Menschen sind obdachlos und ohne Nah­rung. Am Fluß Passo bei Macho wurden Wäsche­rinnen und ihre Kinder, die vom Steigen des Wasserstandes überrascht wurden, von den Wellen fortgerissen. 15 Personen ertranken. Infolge des Wirbelsturmes, der über Havanna da­hinbrauste, mußte in verschiedenen Stadtteilen der elektrische Strom ausgeschaltet werden. In der Stadt kam cs zu Plünderungen: Militär wurde aufgeboten, das den Befehl erhalten hat, jeden Plünderer sofort zu erschießen. Die Straßen­bahn mußte den Verkehr einstellen. Auch Autobusse und Kraftwagen wurden durch den Sturm und die Regengüsse zum Anhalten gezwungen. Alle Damp­fer sind im Außenhafen vor Anker gegangen. Eine Anzahl von Einwohnern wurde oerle tz t. Teil­weise stehen die Häuser unter Wasser. Die Tele­fon- und Telegrafenverbindungen mit dem Innern des Landes find unterbrochen. Die Wirbelsturm­katastrophe hat in Santa Clara sechs Todes­opfer gefordert. 16 Personen wurden ver­letzt. Der Schaden in der Hauptstadt ist außer- ordentlich groß. Eine der Hauptstraßen steht völlig

unter Wasser. Der DampferJosephine Gray" hat infolge des Sturmes bei Kuba die Schraube ver­loren. Das Schiff finkt und hat um Hilfe ge­funkt.

rvelt-Geflügelkongreß in Rom.

Für den vom 6. bis 15. September in Rom stattfindenden Weltgeflügelkongreß und die damit verbundene Ausstellung lebender Tiere, an denen Deutschland maßgebend beteiligt ist, fin­det in diesen Tagen eine Vorschau von mehr als 2000 deutschen Zuchttieren von etwa 400 Rassen im Ausstellungspark in München statt. Der Prä­sident des Reichsverband^s für Geflügelwirtschaft, Vetter, Verlin, eröffnete die Münchener Aus­stellung. Ihre Leitung hat Vorsitzender Bre­mer vom Verein für Geflügelzucht in München inne. Herr Bremer begleitet dann auch die Tiere nach Dom, unter denen besonders vier Paar weiße Römer, seltene Prachttauben, auffallen, die das Geschenk der deutschen Züchter für den italieni­schen Regierungschef Mussolini darstellen. Instandsetzung der Nürnberger hohenzollernburg.

Der bayerische Ministerpräsident Siebert be­sichtigte dieser Tage gemeinsam mit Regierungs­präsident Hofmann aus Ansbach die alte Nürnberger Hohenzollernburg. Mini­sterpräsident Siebert entschloß sich sofort, aus staat­lichen Mitteln einen wesentlichen Beitrag für eine würdige Instandsetzung der alten Mark­grafenburg zur Verfügung zu stellen. Einern Wun­sche des Führers entsprechend wird ein Teil der Burg hünftighin als repräsentatives Obdach für hohe Gäste der Stadt Nürnberg Verwendung finden. In Zukunft werden Gäste von dem Rang des Reichsstatthalters Ritter von Epp, des Stabs­chefs R o e h m usw. in ihr eine würdige Unter­kunft finden.

Aus Der provinzialhauplstadl

Jugend noch vor kurzem tollte. Nun lockt das weite

Feld zu neuer Tätigkeit.

Gg.

Hoch droben in den Lüsten!

Das war eine große Freude gewesen, als der Lehrer dieser Tage den zehnjährigen Jungen einen Drachen, einenrichtigen" Drachen mit in die Zeichenstunde brachte. Fragen brauchten überhaupt nicht gestellt zu werden. Denn vor einem Kreis solcherSachverständiger" muß des Lehrers Stimme schweigen. Es wurde eine sehr schöne Unterrichts­stunde. Nicht nur, daß der Drache sachgemäß unter­sucht und begutachtet wurde. Nein, es wurden auch Vorschläge für eine Verbesserung des Gerüstes, der Beklebung und der Anbringung des Schwanzes ge­macht. Es wurde weiter erzählt, wie andere Dra­chen aussehen, wie sie sich in der Praxis bewährt haben usw. Hatte doch fast jeder von den fünfzig Buben einen eigenen Drachen gebastelt und auch steigen lassen.

Nun verschwand das papierne Ungetüm, und die Kinder kamen zur Arbeit. Aus dem Gedächtnis sollte auf ihrem Zeichenblock ein Drachen erstehen. Form, Farbe und Bemalung standen im Ermessen der Kleinen. Mit Freude und Ausdauer wurde das Werk vollendet, handelte es sich doch um etwas, was den Buben sowieso schon ans Herz gewachsen war.

Als mir mein Junge von dieser Zeichenstunde erzählte, dachte ich mit leichter Wehmut an meine ersten Versuche im Zeichnen. Da saßen wir und mußten parallele Linien, Quadrate und Rechtecke ohne jegliche Hilfmittelmalen". Eine Figur war langweiliger als die andere. Zu Hause hatten wir wohl Farbe und Pinsel, aber in der Schule regierte der Lehrplan, der die Anwendung der Farben erst im letzten Schuljahr vorschnell. So quälten wir uns durch unsere Zeichenstunden. Ich freue mich aber mit meinen Kindern, daß nun auch im Zeichen­unterricht Leben und Freude eingekehrt find.

Eins freilich hat sich nicht geändert, das Drachen­steigen nämlich. Wir hätten vor dreißig Jahren in den Papier- und Spielwarenläden auch schon fer­tige Drachen kaufen können, aber keinem von uns Jungen wäre das eingefallen. Hoffentlich ist es auch heute noch fo. Denn gerade die Herstellung eines solchen luftigen Vogels macht die rechte Freude. Und wie oft mußten mir ändern und ausbeffern, bis er endlich tadellosflog".

So treibens die Jungen auch noch heute. Wenn wir hinauswandern an einem Herbstnachmittag windstill freilich darf es nicht fein dann sehen wir die Drachen hoch droben in den Lüften stehen. Die Buben selber erblickt man meistens zuerst nicht, aber ihr Geschrei erfüllt das ganze Feld. Irgendwo auf einem Stoppelacker oder in den Kartoffeln steht dann so ein Knirps und hält die lange Schnur krampfhaft fest. DieGroßen" schreiben unterdessen Briefe. Das sind kleine viereckige Zettel aus festem Papier. In der Mitte haben sie ein Lock. Wenn nun die Luft ordentlich weht, werden diese Briefe auf die Schnur gesteckt, und bald fliegen sie, vom Winde schnell befördert, aufwärts. Nachher, beim Bericht zu Hause, muh angegeben werden, wieviel Briefe den Drachen erreichten!

Wir bleiben gern stehen, wenn wir Drachen am Himmel stehen sehen. Wir genießen das freundliche Bild, wie die bunten Papierflächen vom Winde hin und her geschaukelt werden, wie sie steigen und fallen. Und wie dann plötzlich einer Die Buben machen erstaunte Augen! senkrecht zur Erde saust. Ob das Gleichgewicht gestört wurde? Schon stehen die Jungen um denAbgestürzten" und halten Rat. Der eine will etwas geändert haben, der andere wieder empfiehlt seine Herstel­lungsweise, aber jeder gibt, wie man zu sagen pflegt, seinen Senf dazu.

In allen Formen sieht man die Papierdrachen am Himmel schweben. Einige sind genau quadra­tisch, wieder andere rechteckig, die meisten aber haben die bekannte längliche, aus zwei Dreiecken zusammengesetzte Form. Kommt einer vorschrifts­mäßig zur Erde nieder, dann können wir die Ma­lerarbeiten unserer Buben bewundern. Der eine hat eine Sonne ausgezeichnet, der andere ein Ge­sicht, wieder ein anderer Vögel und Bäume. Ganz unbematt ist keiner.

Aber was ist ein Drachen ohne Schwanz? Gar viele bunte Seitenpapierblättchen mußten geschnit- ten und festgebunden werden, bis endlich der Schweif in Ordnung war. Ganz zuletzt kam dann ein Büschel dieser Streifen als Abschluß. Auch hier gilt es, genau abzuwiegen, damit der Schwanz nicht zu schwer oder zu leicht wird; denn von ihm hängt es oft ab, ob Der Drachen auch das nötige Gleichgewicht hat.

Die Drachen stehen im herbstlichen Abendrot. Schon lösen sich die ersten Blätter leise von den Bäumen. Doch weithin leuchten noch einmal alle Blumen herrlich auf, als ob sie uns zum Ab­schied vom Sommer recht froh grüßen wollen. Die Buben aber wissen nichts von Abschied und Weh- mut. Sie lärmen und lassen ihre Drachen steigen. Einsam und verlafsen liegen die Badeplätze, wo die

Oie neue He fische Landessynode.

EPH. Auf Grund des Kirckengesetzes vom 3. Au­gust d. I. hat Prälat D. Dr. Dr.D iehl zu den be­reits in der Presse veröffentlichten 24 Abgeordneten zur Landessynode folgende Herren als Abge­ordnete berufen:

Becker, Eduard Edwin, D. Dr. Studienrat und Professor zu Darmstadt; Bergsr, Wilhelm, Dr., Pfarrer zu Darmstadt; Faber, Georg, Dr., Ober­studiendirektor zu Friedberg; Gerstenmaier, Die., Professor am Predigerseminar und Pfarrer zu Friedberg; Großmann, Paul, Schulrat zu Darmstadt; Herrmann, Fritz, D., Archivdirek- tor zu Darmstadt; Kern, Fritz, Mitglied des Reichstags, Eberstadt a. d. B.; Klein, Wilhelm, Rechtsanwalt zu Darmstadt; Knodt, Karl, Pfar­rer zu Offenbach a. M.; Lenz, Otto, Pfarrer zu Gießen; Röhricht, Wilhelm, Direktore des Lan­desvereins für Innere Mission, Pfarrer zu Darm­stadt; Wagner, Ernst, D., Pfarrer zu Bens­heim a. d. B.

Die Berufenen haben die Berufung angenommen.

Schützt Eure Kulturgüter!

werdet Vormieter des Stadttheaters Gießen!

Unter dieser Ueberschrift richtet das Stadttheater Gießen heute in einem Prospekt, Der unserem Blatte für die Bezieher in Gießen beiliegt, einen dringenden Appell an Die Bürgerschaft, Der hoffentlich überall Gehör finden und den Entschluß zur Vormiete im Stadttheater herbeiführen wird. Der Prospekt gibt in drei Abschnitten Aufklärung über die Einteilung der Vormieten, die Vormiete-Bedingungen und die Spielplan-Richtlinien für 1933/34. Der Werbeaufruf sei unseren Lesern zur aufmerksamen Beachtung empfohlen.

Oie Erneuerung des deutschen Theaters!

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns ge­schrieben:

Adolf Hitler sagt:Natürlich muß sich auch das Theater erneuern. Ader die Erneuerung muß von innen her kommen. Und die Leute, die glau­ben, wenn sie jetzt überlaufen, könnten sie unter neuer Maske die alten Dinge weiter treiben, irren sich ganz gewaltig. Sie werden von Grund auf umlernen müssen. Wer nickt umlernen will, der vernichtet sich selbst, ohne daß wir einen Finger dazu zu rühren brauchen. Ich lasse mich nicht be­stechen. Was ich tun kann, Mittelmäßigkeit und Verlogenheit auszurotten, das geschieht. Wer wirk­lich etwas kann, der braucht noch lange nicht Da­vorHeil" zu rufen. Der echte Künstler, Der kommt von selbst zu uns, weil wir aufbauen. JeDe wirk­liche Kunst ist aufbauenD, unD daher findet Der Künstler nur bei uns feine verlorene Kraft roieDer."

Mik Diesem Bekenntnis unseres Führers ADolf Hitler beginnt Das StaDttheater seine Werbung für Die Spielzeit 1933/34. Anmeldungen für Die Vormiete unD Auskünfte täglich im Theaterbüro von 9 dis 12 und 14 bis 16.30 Uhr. Werben auch Sie in Freundes- und Bekanntenkreisen für Ihr Theater!

Oer O enstbezirk des Landwirtschasts- amtes Gießen.

Das neu errichtete Landwirtschastsamt Gießen. Liebigstraße 16 (Alte Klinik, 1. Stock links), wird die nachstehenden Orte als zu seinem Dienst- be irk gc hörig umfas en: Alb ach. Allcndors (Lahn), Allendor, (tiumoa), Alten-Buseck, Allertshausen, Annerod, Bellersheim. Dettenhausen, Beuern. Birklar, Burkhardsfelden, Climbach, Daubringen, Dorf-Gill, Eberstadt, Garbenteich, Gießen, Gro» Hen-Duseck, Großen-Linden, Grüningen, Hatten­rod, Hausen, Heuchelheim, Holzheim, Hungen, In­heiden, Kirch-Göns, Klein-Linden, Lang-Göns. Langsdorf, Leihgestern, Lich. Lindenstruth, Lollar, Londorf, Mainzlar, Muschenheim, Ronnenrod, Rieder-Dessingen, Obbornhosen, Ober-Dessingen, Ober-Hörgern, Oppenrod, Pohl-Göns, Reis­kirchen, Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Steinbach, Treis (Lumda), Trohe, Dillingen, Watzenborn - Steinberg, Wieseck und Hosaut Friedelhausen.

Oie Ausstellung von Zoll« Passierscheinen.

Vom OberhessischenAutomobilklub (A. v. D.) wird uns mitgeteilt'. Die Geschäftsstelle des Oberhessischen Automobilklubs. Erdkauter­weg 25 (Fernruf 3052) gibt während der Geschäfts­stunden werktäglich 8 bis 12.30 Uhr Zoll-Passier­scheine (Triptyks, Carnets) für Kraftwagen und Krafträder (auch an Richtmitglieder) aus. Kraft­fahrer seien besonders darauf hingewiesen.

OasZnkrafitreien des Zugabeverbots

Am 1. September ist das durch das Gesetz übe, das Zugabewesen vom 12. Mai 1933 verschärfte Zugabeverbot in Kraft getreten. Danach ist da« Gewähren von Zugaben auch dann verboten, wenn an Stelle der Zugabe ein fester, ziffernmäßig be­zeichneter Geldbetrag dem Kunden auf Verlangen bar ausgezahlt wird. Durch das Gesetz vom 12. Mai 1933 ist das Zugabewesen vorläufig ab­schließend geregelt. Zur Vermeidung von Mißver­ständnissen wird darauf hingewiesen, daß auch nach der neuen gesetzlichen Regelung Reklamegegen­stände von geringfügigem Wert und geringwertige Kleinigkeiten von dem Zugabeverbot nicht betrof­fen werden. Es ist also fernerhin zulässig, Re­klamegegenstände, die mit deutlichem Ausdruck der werbenden Firma versehen sind (z^ B. Kalender. Notizbücher, Dleistifte, Duchzündyölzer, Luftbal-

Smd Sie schon platzmieler

im Sladtthealer Gießen?

lons) oder geringwertige Kleinigkeiten (Bilder. Wappen, Flaggen oder Stickereimuster oder der­gleichen) als Zugaben zu gewähren. Das Zugabe­verbot bezieht sich ferner nicht aus Bar und Mengenrabatte, diese dürfen auch weiterhin ge­währt werden. Zur Beseitigung der auf diesem Gebiet vorhandenen Auswüchse wird demnächst eine gesetzliche Regelung erfolgen.

Sonntagsrückfahrkarten zu besonderen Veranstaltungen.

Arn Sonntag, 10. September, findet in Salz­böden bei Friedelhausen ein B e r g f e st statt, zu Dem Die Reichsbahn von allen Bahnhöfen Der Strecken Wetzlar Gießen, Wetzlar Lollar, Gießen Grünberg, Gießen Lich und Lollar Grünberg Sonntagsrückfahrkarten nach Friedelhau- fen ausgibt. Die Karten haben Die übliche Geltungs- Dauer.

Zum SportfeftDesSturmbannes 11/222 in NieDer Wö11stadt, Das am 9. und 10. September abgehalten wird, werden ebenfalls Sonntagsrückfahrkarten von allen Bahnhöfen der Strecken Frankfurt Gießen, Friedberg Bad Homburg, Friedberg Hungen, Friedberg Nidda, Friedberg Hanau und Vilbel-NordHel- Denbergen Windecken nach Nieder-Wöllftadt aus- gegeben. Die Geltungsdauer ist wie allgemein an Sonntagen

Während des 9. und des 10. September wird auf dem Feldberg bas ursprünglich für den 11. Juni vorgesehene Feldberg tu rnfe st abgehalten. Um den Turnerinnen und Turnern die Reise zu ver­billigen, werden von allen Bahnhöfen im Umkreis von 150 Kilometer um Cronberg (Taunus), Bad Homburg und Königstein (Taunus) Sonntagsrück­fahrkarten nach Cronberg, Bad Homburg und Kö­nigstein ausgegeben. Die Karten gelten zur Hin­fahrt vom 9. September 0 Uhr bis 10. September 24 Uhr, zur Rückfahrt vom 9. September, 12 Uhr, bis 11. September, 12 Uhr. Bis zu diesem letzteren Zeitpunkt muß die Rückreise angetreten sein.

Eine Mark kommt ins kosten!

V. A. Wieviel Geld wird doch so unnötig ausgegeben. Hier ein bißchen, dort ein bißchen. Gar zu oft erliegen viele von uns, wenn wir etwas Neues sehen, der Versuchung, es sofort zu kaufen. So kommt eine Mark zur anderen, und im Umsehen sind drei Mark ausgegebcn, ohne daß wir so recht wissen, wofür. Beobach­ten wir uns selbst einmal drei Tage lang, da werden wir feststellen können, daß dem fo ist. Dann werden wir auch merken, daß wir manchmal ganz ohne Grund knauserig sind. Wer hat beispielsweise schon ein Los zur Geldlotterie für die Ar­beitsbeschaffung gekauft? Manche werden sagen, bleibt uns mit den Losen weg, wir gewinnen ja doch nichts. Nun, wenn man schon Pech hat, so haben wir doch durch den Kauf des Loses bei der Bekämpfung der Ar­beitslosigkeit mitgeholfen. Wir haben dann auch einen kleinen nicht zu unterschätzenden Baustein zur Arbeitsbeschaffung beigetragen!

Schwarzarbeit ein Krebsschaden des deutschen Volkes.

1. Schwarzarbeit im Sinne des Handwerks und der Industrie bedeutet die Ausführung von gewerblichen Leistungen und Lieferungen durch Personen, die ihr Gewerbe nicht ord­nungsmäßig angemeldet haben.

2. Schwarzarbeit im Sinne der Sozialver­sicherung und der öffentlichen Fürsorge ist die Uebernahme bezahlter Arbeit bei gleichzeitiger mißbräuchlicher Inanspruchnahme öffentlicher Unterstützung.

8. Schwarzarbeit tritt sowohl allein als auch zusammen in beiden Erscheinungsformen auf; im letzteren Falle sind die damit verbundenen Schäden und Nachteile besonders groß.

4. Schwarzarbeit hat zur Folge: Gefährdung der Existenz des Handwerks und der Industrie durch völlige Verschiebung der Wettbewerbs­grundlagen, Schädigung der Sozialversiche­rung und der öffentlichen Fürsorge durch,Bei­tragsausfall und ungerechtfertigte Leistungen, Minderung des Steueraufkommens durch Steuerhinterziehung, Vergiftung der öffent­lichen Moral, denn sie ist Betrug und Beihilfe zum Betrug, geboren aus schnödem Eigennutz oder Gedankenlosigkeit, verbunden mit einem falschverstandenen sozialen Mitgefühl.

5. Wer Schwarzarbeit vergibt oder ausführt, versündigt sich gegen die Allgemeinheit, denn er nimmt Menschen Verdienst und Brot, die auf ihrer Hände Arbeit unbedingt angewiesen sind.

6. Schwarzarbeit unterwühlt mit das Ge­füge des Staates; ihre zielbewußte Bekämp­fung ist daher eine staatspolitische Notwendig­keit.

7. Schwarzarbeit ist Sabotage am Wieder­aufbauprogramm der deutschen Neichsregie- rung, denn sie bedeutet Fortbestand, nicht Be­kämpfung und Beseitigung der Arbeitslosig­keit.

8. Bekämpfung der Schwarzarbeit ist Ar­beitsbeschaffung, denn sie wandelt gesetz­widrige in gesetzmäßige Arbeit um.

9. Gemeinnutz geht vor Eigennutz! Nur aus dieser Grundeinstellung heraus kann und wirb