Deutschlands grünes Herz
Das geistige Gesicht des Landes Thüringen.
Von Or. Friedrich Schulze-Maizier.
Was für den Einzelnen gilt, gilt auch für den Gau, den Stamm: Er hat ein Recht darauf, nach dem Höchsten und Wichtigsten beurteilt zu werden, das er hervorbrachte. Nur in Bezug auf diesen Gipfel darf auch von seinen Niederungen die Rede sein. Was hat das freundliche Land zwischen Saale und Weser, was hat Thüringen, unseres Vaterlandes „grünes Herz", für Deutschland hervorgebracht, für Deutschland geleistet?
Meister Eckhart, unser mächtigster Mystiker, der Begründer einer arteigenen deutschen Frömmigkeit, Martin Luther, unser größter Sprachschöpfer, unser trutzigster Prophet, Friedrich Nietzsche, unser kühnster Lebensdenker, Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach, sowie der tiefste Seher, der ätherische Lyriker der Romantik, Novalis — sie alte (um mit den Größten <ui beginnen) stammen aus Thüringen. Thomas Münzer, der tragische Führer des mitteldeutschen Bauernkrieges, Sidonia Zäunemann, Deutschlands erste gekrönte Dichterin, Wilhelm H e i n s c, der Dichter des „Ardinghello", der es wagte, im Zeitalter des Winckelmannschen Klassizismus die Sinnlichkeit der Farbe zu entdecken, Johann Gottfried Seume, der tapfere Kämpfer gegen Fürstenwillkür und Bolksunterdrückung, die Märchenerzähler M u f ä u s und Ludwig Pechstein, die Pädagogen Salzmann und Fröbel, der Historiker Leopold Ranke, der Philologe Friedrich Ritsch, der Zooloae Brehm, der Dichter Otto Ludwig (dessen Erzählung „Zwischen Himmel und Erde" den Vergleich mit Dostojewsky nicht zu scheuen braucht), der Lyriker Julius Grosse, der Physiker Ernst Abb 6, der Leiter der Zeiß-Werke, dieser wundervolle Unternehmer, der aus freien Stücken mit seinen Arbeitern teilte — sie alle sind aus Thüringen gekommen.
Braucht man die Thüringer Stätten zu nennen, an die sich unvergeßliche deutsche Erinnerungen knüpfen? Die Wartburg und Weimar, den Kyff- häuser und den Hörselberg, die Drei Gleichen und die Rudelsburg, den Naumburger Dom, Jena, wo Hegel, Fichte und Schelling lehrten, wo die Romantik ihre Wiege hatte, Erfurt, wo Meister Eckhart zu predigen begann, Luther sein entscheidendes Erlebnis widerfuhr, die Humanisten dem geistlichen Dunkelmännertum Fehde ansagten, Goethe vor Napoleon stand — es sind alles Orte zentralen deutschen Geschehens, die aus unserer geistig-seelischen Vergangenheit nicht wegzudenken sind. Nein, das Wort vom „Herzen Deutschlands" ist keine Phrase, es ist Wirklichkeit. Eine Wirklichkeit freilich, auf die wir Thüringer uns nichts einbilden wollen, deren wir uns nur einigermaßen
würdig zu erweisen wünschen. Und die uns ein Ansporn sein sollen, gegen so manches Banale, Läßliche, Weichliche, Gefühlsselige, das die Kehrseite unserer Art bildet, desto energischer und wachsamer auf der Hut zu sein.
Daß wir uns nicht auf den Lorbeeren jener Erinnerungen ausruhen, dafür sorgen unsere Volksgenossen aus der näheren und weiteren Nachbarschaft. Schon auf dem Gymnasium gefielen die aus Norddeutschland kommenden Herren Oberlehrer sich darin, uns klar zu machen, was für „schlappe Kerls" wir Thüringer wären. Man spottet über unfern Ditlekt, der angeblich überhaupt kein P und T, sondern nur ein „hartes und weiches B und D" kenne — aber man hält es nicht der Erwähnung wert, daß der Thüringer L u t h e r auf Grund dieses Mitteldeutschen die einigende deutsche Schriftsprache geschaffen hat. Man witzelt über die intensive frän- kisch-sächsisck^thürinaische und nordisch-ostische Blutmischung Unseres Gebietes und nennt uns liebenswürdig die „Nachkommen der Fremdenlegion Heinrichs des Ersten" — aber man vergißt, welch keineswegs bequemes Schicksal schon rein geographisch diesem Durchgangsland beschicken war, was dieses Gebiet zu leiden hatte, wie viele Schlachten auf seinem blutgedüngten Boden ausgefochten wurden (Riade, Mühlhausen, Lützen, Roßbach, Jena, Langensalza). Man nennt uns sanguinisch, überbeweglich, ja unzuverlässig, man betont, wie wohltuend neben unserer Quecksilbrigkeit die Ruhe, die rassische Geschlossenheit anderer, minder komplizierter und vielspältiger deutscher Stämme wirke — aber man unterschätzt, wieviel gerade diese Unruhe des Thüringers für Deutschland geleistet hat, wo sie schöpferisch wurde, wie etwa in Eckhart, Luther, Nietzsche.
Geht man der Kritik, die am Thüringer geübt wird, genauer nach, so wird man finden, daß freilich mannigfache Widersprüche in seinem Wesen liegen, die ihn nicht immer bequem für die anderen machen. Aber man soll darüber die Vielfältigkeit und Fülle dieses Wesens nicht vergessen, den Reichtum an Leistungen, den dieser Menschenschlag hervorgebracht hat. Und schließlich sind die Widersprüche, die der Charakter des Thüringers birgt, im ganzen nicht schlimmer als die, welche im deutschen Wesen überhaupt liegen. So daß auch hier, wie in so manchem andern, Thüringen nur ein getreues und besonders deutliches Spiegelbild des deutschen Gesamtschicksals darstellt. Es ist sozusagen der Gau der Mitte im Lande der europäischen Mitte. Und das sagt genug für den, der die Chance wie die Gefahr dieser Situation begreift.
Buntes
Äon der Erfindung des Streichholzes.
Die Erstndung des Zündholzes, die den Menschen von der ihn so viele Jahrhunderte hindurch peinigenden Mühe der Feuergewinnung mit Hilfe von Stein und Zunder erlöste, ist erst hundert Jahre alt. Man kann diesen Fortschritt in diesem Jahre feiern, denn erst seit 1833 bürgerte sich das Zünd, holz in deutschen Landen ein. Die Erfindung ist bei uns mit dem 'Hamen von Johann Friedrich Kam- merer verknüpft, der das Phosphor-Zündholz 1833 in Darmstadt in den Handel brachte. Vorher gab es schon eine Anmenge von Feuerzeugen und «Zünd- Maschinen'', die aber höchst umständlich waren. Die Engländer feiern als den Ersinder des Streichholzes den Londoner Apotheker John Walker, und nun treten auch die Italiener mit einem Anwärter auf diesen Ruhmestitel hervor. In einem römischen Blatt behauptet Cesare Segre, sein Großvater, Samson Dalobra, sei der erste gewesen, der ein brauch, bares Streichholz hergestellt und verkauft habe. Va- lobra, der 1799 in Piemont geboren wurde, sollte sich dem Rechtsstudium widmen, verbrachte aber seine Zeit mit chemischen Versuchen und kam dabei auf eme vortreffliche Toilettenseife, mit deren Verkauf er sich ein kleines Vermögen erwarb. Da er jedoch Mitglied des politischen Geheimbundes der Car- bonari war, so wurde er aus Piemont ausgewiesen und flüchtete sich nach dem Königreich Reapel, wo die Bourbonen regierten. Hier arbeitete er weiter auf dem Gebiete der Chemie und beschäftigte sich mit der Ersindung eines praktischen Feuerzeuges die damals in der Luft lag. Er stellte Holzstücke 'her deren Enden mit einer Zündmasse bestrichen waren die m der Hauptsache aus Chlorkalk bestand. Wenn tziese Hölzer in eine Lösung von Schwefelsäure ge. steckt wurden, so konnten sie viel rascher zum Bren- n n gebracht werden als die andern damals üb-
Allerlei.
lichen Feuerzeuge. Die Erfindung fand großen An. klang bei den ‘Neapolitanern, und Dalobra verdiente damit viel Geld. Aber die Bourbonen, die unter, desien hinter seine freisinnigen Anschauungen gekorn- men waren, verboten nicht nur die Verwendung der neuen Zündhölzer an ihrem Hofe, sondern verweigerten auch dem Erfinder die Erlaubnis zur Her. stellung im Großen. Rach einem langen Kampf um seine Rechte muhte Samson Valobra die Fabrik, die er bereits eingerichtet hatte, einem gewissen Entel verkaufen, dessen politische Gesinnung nicht verdächtig war. Segre teilt mit, daß der Verkaufsvertrag, durch den die erste Zündholzfabrik in Santa Lucia in Enteis Hände überging, einen Absatz enthält, in dem der neue Eigentümer ausdrücklich erklärt, Dalobra sei der Erfinder der Zündhölzer. Trotz dieser Erklä- rung wurde aber später Entel als derjenige an- gesehen, der zuerst Streichhölzer in Italien verbrei- tet hatte.
Riesen-Uschdampfer.
Solange die Fischer Mitteleuropas hauptsächlich mit Segelfahrzeugen an den Küsten arbeiteten, konnte ihre Ausbeute nicht sehr groß sein. Mit der starken Bevölkerungszunahme und den Fortschritten der Technik wurde der Bedarf an Seefischen immer größer, und so entwickelte sich die Fischerei sehr schnell, nachdem in den 80 er Jahren des vorigen Jahr, hunderts Fischdampfer eingeführt worden waren, die bei einer einzigen Ausfahrt soviel Beute heim, brachten, wie die Segler in einem halben Jahr. In der Rordsee hat sich dann der Fischfang mehrere Jahrzehnte hindurch etwa auf derselben Höhe ge. halten. Die Fischdampfer von etwa 2OOt brachten jedesmal etwa 40 bis 60 t Fische mit, und so voll, zog sich die Versorgung Deutschlands in Tausenden von solchen Dampferfahrten. In neuerer Zeit jedoch bahnen sich auch bei uns verbesserte Detriebsformen
an, wie in der Frankfurter Wochenschrift „Die Um* schau" hervorgehoben wird. Dadurch, daß man zum Fang im Eismeer übergegangen ist, mußte die Größe der Fischdampfer verdoppelt werden. Aber in an- dern Ländern, wo man schon seit längerer Zeit weit entfernte Meeresteile aussucht, ist man bereits zu noch viel größeren Fischdampfern übergegangen. So verwendet Frankreich Schiffe bis zu einer Wasser. Verdrängung von 25001, die eine Besatzung von etwa 50 Man n haben. Die Schiffe können in isolierten Räumen gegen 1000 t Fische aufnehmen und nach dem Heimathafen abliefern; außerdem sind Gefrier- räume vorhanden, die 100 bis 200 t aufnehmen. Als Antriebskraft dieser Riesen-Fifchdampser kommt heute nur der Dieselmotor in Betracht, der nicht mehr als ein Viertel der Betriebsstoff-Menge des Dampfers verbraucht. Mit Hilfe des Diesel-Motors können diese Riesen-Fischdampfer 100 Tage ohne Stützpunkt auf See bleiben und so fast das ganze Weltmeer befahren.
Reichsstaiihatter und Ministerpräsident bei 3örg Mager.
WER. Darmstadt, 1. Aug. Die Staats- press e stelle teilt mit: Reichsstatthalter Sprenger hat in den letzten Tagen bereits zweimal Gelegenheit genommen, den berühmten Erfinderderelektro-akustifchenMu* sik, 3ö r g Mager, in feiner Werkstatt im Prinz-Emil-Schlößchen in Darmstadt zu besuchen, und sich das Wunder der elektro-aku- stischen Orgel vorführen zu lassen. Reichsstatthalter Sprenger drückte dem Erfinder feine höchste Bewunderung aus. Damit wird die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf ' einen Mann gelenkt, der einmal zu den bedeutendsten deutschen Erfindern gehören wird, und der in der Vergangenheit schwer unter Anverständnis und Zurücksetzung zu leiden hatte. Bekannt ist die Reklame, die seinerzeit der Jude Goldberg für den Russen Theremin machte. Während aber Theremin mühsam durch Handbewegungen in einem elektrischen Kraftfeld höchst ungenaue Töne hervorrief, hatte Jörg Mager da- mals bereits einen Tastenapparat konstruiert. Es ist zu hoffen, daß nun das beinahe vollendete Werk 3örg Magers, dessen Bedeutung der Besuch des Reichsstatthalters beweist, an den vordersten Platz gerückt, erhalten und gefördert wird. Denn diese Erfindung ist von Weltbedeutung. Ebenso besuchte Ministerpräsident Dr. Werner in Begleitung seiner Gattin und des
Staatspressechefs Falk den Erfinder. Die Vorführung der Orgel machte einen großen Eindruck auf den Ministerpräsidenten.
Separatisten am Pranger.
Wiesbaden, 1. Aug. (WSN.) Die Empörung der Bevölkerung gegen die ehemaligen S e - p a r a t i jt e n , die schon einmal aufflammte, als die Besatzungstruppen abgezogen waren, macht sich seit einigen Tagen in dem früheren besetzten Gebiet erneut Luft. Am Samstag waren die Rheingauer Separatisten das Ziel der Volkswut. Ein Lastwagen voll bedrohter Separatisten mußte in Schutzhaft genommen werden. Um es auch nach außen hin kenntlich zu machen, wer sich in dem Lastwagen befand, war an der Seitenwand die Inschrift angebracht worden: „Wir sind Rheingauer Landesverräter, wir sind nicht wert, gehängt zu werden!" Außerdem wehte am Auto die unrühmliche grünweiß-rote Fahne der Separatisten. Die Leute, unter denen sich zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus dem Rheingau befanden, wurden in langsamer Fahrt durch die Ortschaften des Rhein- gaues als Schutzhäftlinge nach Wiesbaden gebracht.
*
Limburg, 1. August. (WSN.) Montag abend fand auch hier eine größere Demonstration gegen öie ehemaligen Limburger Separatisten statt. Als die S>v., die gerade zum Außendienst ausrücken wollte, von dieser Demonstration erfuhr, sah sie sich veranlaßt, einzugreifen und nahm etwa 2 0 Se - p a r a t i ft e n in Schutzhaft. In einem größeren Trupp wurden die Separatisten zur Polizeiwache und dann in das Freiendiezer Gefängnis abgeführt. Dem Zug voran mußte ein Separatist ein Schild tragen mit der Aufschrift: „Wir sind die größten Lumpen von Limburg" und „Verein ehemaliger Separatisten".
Karl Lange zum Bürgermeister von Oberursel gewählt.
WSN. Oberursel, 1. Aug. In der Stadtver- ordnetensitzung am Montagabend wurde der bis» fjerige kommissarische Bürgermeister Justizobersekretär Karl Lange (Frankfurt a. M.) endgültig und einstimmig zum Bürgermeister der Stadt Oberursel gewählt. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde ein Dringlichkeitsantrag der NSDAP, gleichfalls einstimmig angenommen, in dem Reichs- ftatthalter und Gauleiter Sprenger das Ehrenbürgerrecht der Stadt Oberursel verliehen wurde.
Wirtschaft.
Vorläufige August-Stickfloffpreise.
Das Stickstoff-Syndikat in Berlin teilt folgendes mit: Bis zur Festsetzung und Bekanntgabe der neuen Stickstoffpreise erfolgt die Lieferung unserer Stickstofferzeugnisse von heute ab zu den i m 21 u g u ft 193 2 gültig gewesenen Prei. f e n. Die endgültige Berechnung wird später rückwirkend zu den neuen Augustpreisen vorgenommen. Angebot und Verkauf von Kalkstickstoff erfolgen von jetzt ab nur noch in der Gehaltslage von ungefähr 20,5 bis 21,5 Prozent. Die bisherige Gehaltslage B mit einem Stickstoffgehalt von ungefähr 23 bis 2 4 Prozent fällt fort. Veranlaßt durch das preußische Gesetz über die Aenderung stempel- fteuerrechtlicher Bestimmungen vom 23. Mai 1933 lassen wir mit Wirkung vom 1. Juli 1933 in unseren Verkaufs- und Lieferungsbedingungen die Bestimmung in Fortfall kommen, wonach unsere Abnehmer schon bei Vertragsabschluß mit dinglicher Wirkung die bei einer Weiterveräußerung der Ware entstehenden Forderungen gegen ihre Abnehmer in Höhe der Kaufpreisschuld dzw. der Kauf- preisreftschuld an uns abtreten müssen. Im übrigen behalten die bisherigen allgemeinen Verkaufsbedingungen bis auf weiteres ihre Geltung.
*
* Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten im Juli 1 9 33.Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") beläuft sich für den Durchschnitt des Monats Juli 1933 auf 118,7; sie hat sich gegenüber dem Vormonat (118,8) kaum verändert.
Rheinische AG. für Braunkohlen- und Brikettfabrikation, Köln. Die Generalversammlung erledigte einstimmig den Abschluß für 1932'33. Aus Grund des Vertrages mit der Roddergrube wird die garantierte Mindestdividende von 12 (10) Prozent verteilt. Entgegen verschiedenen Annahmen habe der Mehrgewinn gegenüber dem Vorjahre nicht 1503 000 Mark, sondern nur etwa 650000 Mk. betragen, denn der i. V. auf die eingezogenen 8 100 000 Mk. Aktien entfallende und zurückgestellte Gewinn sei dem damaligen Reingewinn zuzurechnen.
Man habe es vermieden, einen Teil der Belegschaft durch Stillegung einzelner Abteilungen außer Beschäftigung zu fetzen, sondern habe in allen Betrieben gleichmäßig Feierschichten eingelegt. Das Anternehmen habe kaum Möglichkeiten, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Immerhin habe man feit August vorigen Jahres etwa 500 Mann eingestellt. Der industrielle Absatz liege im neuen Geschäftsjahr etwas über dem des Vorjahres, der Stromabsah 20 Prozent darüber. Der Haus- brandabsah sei in der letzten Zeit infolge der Zurückhaltung des Auslandes etwas zurückgeblieben. Das Gesamtergebnis liege deshalb bisher etwas unter dem Vorjahr. Die Verwägung hoffe jedoch, den DorjahrsabsqH im ganzen aufrechterhalten zu können. Da Vorstand und Aufsichtsrat für das abgelaufene Geschäftsjahr auf einen wesentlichen Teil ihrer vertragsmäßigen Bezüge verzichtet haben, wurde beschlossen, die der Gesellschaft dadurch ersparte Summe mit dem runden Betrag von 125 030 Mk. als freiwillige Spende für die Förderung der nationalen Arbeit abzuführen.
ZrankfurierAbendbörsekaum behauptet
Frankfurt a.M., 1. Aug. Die Abendbörse litt wiederum unter stillem Geschäft, zumal die meist schwächeren Auslanösbörsen nicht dazu angetan waren, die Anternehmungslust zu beleben. Die Kurse waren teils gegen Berliner Schluß behauptet, teils tagen sie etwas unter Mittags* schluh-Riveau. 3m Verlaufe neigten die Kurse meist etwas zur Schwäche und die Allgemeintendenz war nur als knapp behauptet anzusprecherr.
Am Rentenmarkt waren deutsche Anleihen ziemlich unverändert, späte Reichsschuld- buchforderunaen wurden zu 78,65 Prozent gehandelt. Stahlverein-Bonds gaben nunmehr auch den Rest des Gewinns von heute mittag wieder her und wurden mit 59,50 Prozent notiert. A. a. wurden sestgestellt: Reubesih 11,13, Altbesih 77,38, Reichsbahn-VA. 99,65, Reichsbank 151,25, Buderus 71,50, Gelsenkirchen 62,50, Harpener 99,50 Rheinstahl 90,25, Stahlverein 37, AEG. 21,50* Dekula 108,50, Scheideanstalt 171,50, 3G.°Farben ' 130,65 bis 130,50, Gesfürel 80, Holzmann 52, Siemens 154,50, Hapag 14,25.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Retchsbanküiskont 4 o. H.. Lombardzinsfuß 5 o. H.
5ron((uri a. Ul.
Berlin
Schluß- kurS
Schlußk. Silbe no, bifrfc
Schluß- kurS
Schlußk. Millag-
Dalum
31./. |
1.8.
31.?.
1 -8.
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1921
83,25
83
83
83 95
6% ehern.7% Dl.ReichsanI. b. 1929
98
98,13
98,13
98,4
82,4
77.4
6/2% Doung-Anleihe von 1930 ..
82,35
82,75
82
Deutsche ?lnl.-Ab lös.-Schuld mli
AuSlos.-Rechten ............
77,65
77,4
77,7
DcSgl. ohne Auslos.-Rechle......
11,05
11,13
11,05
11,13
6% ehem. 8% Hess. Volksstaat 1929
lrückzahlb. 102%)............
Oberhessen Provinz-Anleihe mii
75,65
75
76
74,75
Auslos.-Rechten ............
—
_
6% Hess. Landesbank Darmstadl
Gold R. 12...........
6/.% Hess. Landes Hypothekenbank Darmstadt Ligui......
81
85
81
85
80,25
81
Deutsche Komm. Sammelab l.An
leihe Serlel mit AuSlos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl
69,25
68,75
69,75
69
Goldpse. 15 unkündbar bis 1935
82
82,25
6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Ban!
Goldpse. 16 unkündbar biS 1936
82
82,25
v'/,% ehem. 4/i% Franks. Hyp.
Bank-Llqu.-Psandbriese .....
85,5
85,13
6/1% ehem. 4/i% Rheinische
Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse. ...
86,25
85,75
—
6% ehem. 8% Pr. Landeöpsand brtesanstalt, Pfandbriese R. 19
85
85
84 5
6% ehern. 7% Pr. Landes Pfand briesanNalk, Pfandbriefe R. IC
85
85
85,75
Verrechnungskurs ........
86
86
86
86
4% Oesterretchische Goldrente...
11,5
11,5
_
4,20% Oesterretchische Siiberrente
—
1,05
1
4% Ungarische Goldrenle .......
5,1
4,75
4% Ungarische Staotorenle v. 1910
4,75
4,25
—
4%% dcSgl. von 1913........
—
4,5
4,55
4,9
6% abgesi. Goldmexikaner von 99
7,25
7
4% Türkilche Zollaulcihe von 1911
5,05
5,1
5
5,1
4% Türkische Aagda0bat)u-Anleih^
Gerte 1 .......-.....
4,9
4,95
—
Franksurl a.M.
Berlin
Echluß- kurS
Schluß!. Abend- börse
Schluß- kurS
Schlußk. mittag» börse
Dalum
31.7-
1.8.
31.7.
1.8.
4% desgl. Serie II ............
5,05 4,25 8,25
3,9
24 13
14,5
15,13
48,5
88,5
49,75
54,5
45,25
152,25
21
86
98,5
48
81
86,5
101,5 154
124
73
111,5
63
102,5
109.5
59
62,5
5,15
4,1
8,25
3,9 24,13
14,25
15
47,75
88 49,75
54,75
45,25
151,25
21,5
84,25
98,5
46,75
80
102,25
154,5
124
71,5
111
62,5
99,5
108,5
57.5
62
4,95
8,05
3,9 23,75
14,4
19
15,13
48,25
88 . 50
55 45,25 152,25
21,5
85
98,5
48
81
102,25 154
124
73,5 111.9
63,5 102,25 63,13
110,5
59
62,9
5J
14,25 19
15
48
87,5
50
54,75
45,25
151,4
21,5
98,75
47
79,75
101,65
154,5
71,25
111
63
100
62
108,5
57,5
62
5% Rumän. vereinh. Rente b. 1903 4tz%Rumän.vereinh.Renteb.l913 4% Rumänische bereinh. Rente .. 3%% Anatolier ..............
Hambmg-Amerika-Paket .....o
Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff...........o
Norddeutscher Lloyd .........o
A.K. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz- und Prlvat-Bank... o Deutsche Bank und Disronto-
Gesellschaft................o
Dresdner Bank..............o
Reichsbank .................j
A.E.G.......................
Elektr. Lieferungsgesellschaft ... t Licht und Kraft .............e
Selten & Guilleaume ........0
Gesellschaft für Elektrische Unter.
nehmungen................
Rheinische Elektrizität ........b
Echuckert «Co..............0
Siemens & Halske...........<
LahmeyerLCo..............10
Buderus ...................,
Deutsche Erdöl .............4
Gelsenkirchener..............0
Harpener...................0
Hoesch Eisen—Köln-Neuesten.. 0 Ilse Bergbau ...............7
Ohe Bergbau Genülse........7
Klöcknerwerke .............. 0
Mlmneömanu-Mhren 0
Frankfurt a. M.
.Serlln
Schluß- kurS
Schlußk. Abend- börse
Schluß- kurS
Schlußk. Dl i nag» börse
Dalum
31.7-
L8.
31.7.
1.8.
Mansfelder Bergbau........
0
27,5
27,25
27,75
27
Kokswerte .................
c
—
79,9
79,9
Phonlr Bergbau............
c
37,5
36,75
37,5
36,75
Rheinische Braunkohlen .....
10
206
204,75
205.75
206
Rhelnstahl...............
0
90,5
90,25
90,25
90,4
Bereinigte Stahlwerke.......
0
37,75
37
37,75
37,4
Otavi Minen ..............
0
14
13,75
14
Kaliwerke Aschersleben........
6
123
121,75
124,5
122
Kaliwerke Westeregeln........
6
127
124
128
123,5
Kaliwerke Salzdetfurth.......
9
172
171
171
I ®. Farben-Industrie.......
131,9
130,5
132
130,9
Scheideanstalt...............
10
—
171,5
Goldschmidt ................
0
48
47,5
48.5
_
Rütgerswerke...............
0
58,25
58
58,65
58,5
Metallgelellschaft............
(
50,75
50,25
50,25
Philtov Holzmann...........
Zementwerk Heidelberg ......
0
51,5
52
61
52,5
4
81,75
81,75
Cemenlwerk Karlstadt.........
0
-
-
—
Schultheis Payenhofer........
0
—
_
117,5
117,13
Aku (Allgemeine Kunstseide) ...
0
34
33,75
33,75
33,75
Bemberg...................
0
50
49,5
50
49
Zellstofl Waldhos ............
0
41,5
41,5
41,5
41,5
Zellstoff Aschaffenburg .......
0
22
21,75
23
Dessauer GaS ...............
7
—-
—
116
116,5
28,5
42,5
35
Daimler Motoren............
0
29,5
28,5
29,25
Deutsche Linoleum ..........
0
43
42,65
43,5
Orenstein L koppel ..........
0
35,65
Leonhard Tietz..............
6
16
15,5
16
15.5
Chade......................
12
161,5
160,5
161
160,5
Grihner...... ............
Mamkraftwerke Höchst a.M. ..
;
20,4
63
63,75
20,75!
22
Süddeutscher Zuck« .........
8|
154,5
162,75,
1547s!
152
Deoifcnmarfl Berlin — Frankfurt a. M.
31 -Zull
1-August
Amtliche Seid
Notierung
Sric
Amtliche Notierung
Geld | Ariet
Helslngsora.
6,164
6,176
6,164
6.176
Wien......
46,95
47,05
46,95
47,05
Brog......
Budapest ...
12,42
12,44
12,42
12,44
Sofia.....
3,047
3,053
3,047
3,053
Holland ....
169,43
169,77
169,63
169,97
Oslo......
70,27
70,41
70,28
70,42
Kopenhagen.
62,49
62,61
62,49
62,61
Stockholm...
72,18
72,32
72,18
72,32
London .....
13,98
14,02
13,98
14,02
Buenos Airee
0,928
0,932
0,928
0,932
Neu York ....
3,027
3,033
3,147
3.153
Brüssel.....
58,50
58,62
58,59
58,71
Italien.....
22,14
22,18
22,16
22,20
Paris.....
16,42
16,46
16,43
16,47
Schweiz...
81,17
81,33
81,24
81,40
Spanien....
34,96
35,04
34,96
35,04
Danzig....
81,57
81,73
81,62
81,78
Japan......
0,864
0,866
0,864
0,866
Rio de Ian.
0,234
0,236
0,239
0,241
Iugollawien Lissabon....
5,195
12,71
5,205
12,73
5,195
12,71
5,205
12,73
Banknoten.
Berlin, 1 .August
Geld
»rief '
Amerikantlche Noten.....
3,1
3,12
Belgische Noten..................
58,43
58,67
Dänische Noten ..............
62,23
62,47
Englische Noten .................
13,94
14,00
Französische Noten...............
Holländische Noten...............
Italienische Noten................
Norwegische Noten ..............
16,39
169.21
22,04
70,11
16,45
169,89
22,12
70,39
Deutsch Oesterreich, 1 1OO Schilling
Rumänische Noten............
Schwedische Noten...............
72.01
Schweizer Noten.................
Spanische Noten.................
81,06
34,83
8b38
34^97
Ungarische No«................


