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1.6.1933 Erstes Blatt
 
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Rr. 126 Zweiter Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen)Donnerstag,'.Zum (YZ3

Ile.chsstatthaKer Springer in Ma nz.

Mainz. 31. Mai. (WSR.) Reichsstatthalter Sprenger stattete heute g.gen 18 Uhr der ^u^'!ellung.,Haus,Hcrd undTechn' k rn 2kli .z ein;n _Öj|u<f> ab. Er wurde bei seinem Eintreffen im Damen der Ausstetlungsteitung von dem Mitglied der Handelskammer 3can -D c a e r empfangen, der seine Freude darüber zum Ausdruck brachte, daß der Reichsstatthalttr trotz feinet vielseitigen Inanspruchnahme doch 3£'t gesunden habe, diesen zweiten Besuch in Mainz abzustatten. Der Reichsstatt- yalter dankte in kurzen Worten und drückte fein Bedauern darüber aus, daß es ihm nicht mög­lich gewesen sei, an der Eröffnung der Aus­stellung teilzunchmen. Er äußerte seine Be- friedigung über die ansprechende, übersichtliche und schmucke Form, in der sich die Ausstellung dem Besucher darbiete. Aach einem dreifachen Sieg.Heil trat er in Begleitung der Ausstellungs- £l Vertreter der Stadtverwaltung, an

^\rCn»*i$e kommissarische Oberbürgermeister

Varth, einen Rundgang durch die einzelnen Abteilungen an Das zahlreiche Publikum, das sich auf die Kunde von dem bevorstehenden Besuch des Reichsstatthalters in der Ausstellung eingcfunden hatte, begrüßte den Reichsstattholtcr immer wieder mit begeisterten Sieg-Heil-Rufen.

2,4 Millionen für Arbeits­beschaffung in Hessen.

Mc ioratwnsar^eiten im Nied.

WSR. F r a n k f u r t a. M., 31. Mai. Wie wir von der Pressestelle des Reichskommi.sars für Ar- beltsbeschassung erfahren, ist dem Bolks- staat Hessen durch den Kreditausschuß der Deutschen Rentenban^Kreditanstalt aus den Mit­teln des Sofortprogramms ein Darlehen in Hohe von zwei Millionen Mark ge­wahrt worden, das durch einen Zuschuß in Hohe t>on 400 C00 Mark aus der wertschaffenden Ar- beilslosenfürsorge ergänzt wird. Mit diesen Mit­teln werden im hessischenRied, also in der vbcrrhe.Nischen Tiefebene zwischen Odenwald und rheinhessischem Hügelland, Meliorations­arbeiten auf einer Fläche von 14 300 Hektar ausgeführt, die rund tausend Arbeitern für etwa neun Monate Beschäftigung gewähren. Dabei ist be anders hervorzuheben, das) die Arbeiten den ersten, in sich geschlossenen Abschnitt emes groß- S u g i g e n M e l i o r a t i o n s a r b e i t s - und S i e d l u n g s p r o g r a m m s darstellen, das von der hessischen Regierung in Angriff genommen wird und die Schaffung von landwirtschaftlichen und gärtnerischen Bollerwerbssiedlungen im hes- fischen Ried zum Ziele hat. 3n dem ersten, der letzt ^r Ausführung gelangenden Abschnitte wer­den Be- und Entwässerungsanlagen g.schaffen, die eine Steigerung des Ernteertrages um 20 Pro­zent und mehr erwarten lassen, und in Derbin- bung damit totrb das Feldbereinigungsverfahren durchgeführt, das die Zusammenfassung des be­stehenden bäuerlichen Besitzes und die Entstehung abgerundeter Siedlungständereien bezweckt, die Anlage eines zweumäistgen Wege- und Graben­netzes ermöglicht und damit Leerlauf an Gespan­nen und Arbeitskräften beseitigt. Bei den Arbei­ten wird auch der Arbeitsdienst in we.tem Umfang eingesetzt werden.

Oie (Säuberung der po.izei w^d sottge.etzt.

65 Beamte aus der Landespolizei entlassen.

Darmstadt, 31. Mai. (MSN.) Nachdem das Offizierkorps der Landespolizei durch die Entlassung von fast Vi fernes Bestandes von un­zuverlässigen Offizieren befreit worden ist, sind nun­mehr auch aus der Mannschaft der Landespolizei die nicht mehr tragbaren Elemente ent­fernt worden. Der Reichsstatthalter in Hessen hat auf Vorschlag der Landesregierung zum 1. Juni 65 Wachtmeister, Oberwachtmeister und Hau p t w a ch t m e i ft e r gemäß § 4 des Gesetzes zur Wiederheistellung des Berufsbeamtentums als für die Aufgaben des neuen Staates unzuverlässig aus dem Dienst der hessischen Landespolizei e n t» lassen. Es folgen noch Entlassungen von Beamten der Polizeiverwaltung, der Einzcldienst- und Snmi- nalpolizei und eine Reihe von Versetzungen solcher Beamter, die an ihrem Dienstort nicht mehr volles Vertrauen genießen, so daß die hessische Polizei in kürzester Frist vor allen anderen Verwaltungs­zweigen den unter den geltenden gesetzlichen Be­stimmungen überhaupt erreichbaren Zustand poli- Uscher Säuberung und Neuordnung erreicht haben wird.

Verband hessischer akademischer (Siaatsbaubeamten.

Darmstadt, 31. Mai. (WSN.) Auf dem außerordentlichen Verbandstag des Verbandes hessischer akademischer Staatsbaube­amten wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen:

1. Der seitherige Vorstand ist entsprechend den Forderungen des Leiters des Deutschen Be­amtenbundes zusammengesetzt und bietet die Gewähr, alle erforderlichen Maßnahmen im Sinne der nationalen Regierung durchzu- führen, die für die Gleichschaltung aller Be­amtenoerbände nötig sind.

2. Der Verbandstag stellt mit Befriedigung fest, daß feine sämtlichen Mitglieder, von jeher vom nationalen und sozialen Geiste erfüllt, freudig und überzeugt Mitarbeiten werden am Aufbau unseres Volkes.

3. Als Mitglied des RDHB. erwartet der Ver­band nach der gemeinsam abgegebenen Er­klärung der Führer des neuen Deutschen Le- amtenbunbes und des RDHB. eine baldige Ein­gliederung in die entsprechende Fachgruppe des Deutschen Beamtenbundes, um hier mit allen Gleichgesinnten die zahlreichen, in nächster Zeit auftretenden technischen Aufgaben lösen zu helfen.

Schwedische Aerzie in Bad-Nauheim

Bad Nauheim, 30. Mai. (WSN.) Dieser Tage hatte unsere Badestadt den Besuch von sie­ben schwedischen Aerzten, die die (Einrich­tungen des Bades und feine wissenschaftlichen In­stitute besichtigten. Gelegentlich eines Zusammenseins im Kurhaus betonte Generaldirektor Maier vom

Hessischen Staatsvad, Deutschland lege bei feinen freundschaftlichen Beziehungen zu Schweden auf eine gerechte 'Beurteilung feiner politi­schen Verhältnisse durch dieses Land beton­teren Wert. Während ihrer Reife durch Deutjdjlanb Hütten sich die schwedischen Gäste sicher davon über­zeugen können, daß unser Heimatland trotz der Fol­gen eines verlorenen Krieges und trotz der Novem- bcr-Reoolution von 1918 und ihren politischen Nach- wirlungen die Kraft besitze, wieder die ihm gebüh­rende Stellung unter den Völkern zu besitzen. Es war sehr erfreulich, bei dieser Gelegenheit festzustel- len, welche Bewunderung und welchesVer- st ä n d n i s die schwedischen Besucher für die Person des deutschen Reichskanzlers zeigten, der in der freundschaftlichen Unterhaltung über die Ent­wicklung der innerpolitischen Verhältnisse in Deutsch- lanb natürlich eine große Rolle spielte. Der Besuch der schwedischen Aerzte war daher nicht nur für Bad- Nauhcim von Bedeutung, sondern er diente darüber hinaus dem Zweck die freundschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu dem schwedischen Volke durch hervorragende Ver­treter der medizinischen Wissenschaft erneut zu pfle­gen und zu fordern.

(Schwere Zuchthausstrafen für eine Embrecherbande.

WSR. M ainz, 31. Mai. Die Große Straf­kammer fällte heute nach über achttägiger Ber- handlung gegen eine Cinbrecherbande aus Worms das Urteil. Es erhielten: der 38jäh- rige Arbeiter Konrad R i 11 m a n n aus Worms unter EinreZnung früherer Urteil: zehn 3ahre Zuchthaus, zehn 3ahre Ehrverlust, Stellung unter Polizeiaufsicht: der 47jährige Arbeiter Ro­bert Friedrich Götz und der 26jährige Schmied 3ean Friedrich Götz, beide aus Worms, j e sechs 3ahre Zuchthaus, acht 3ahre Ehr­verlust. Stellung unter Polizeiaufsicht,' der 28jäh- rige Arbeiter Johann Rehm XIV. aus Gimbs- beim drei 3 ahre Zuchthaus, fünf 3aßre Ehrverlust, Stellung unter Polizeiaufsicht: der 37jährige Arbeiter Wilhelm Götz aus Worms und der 43jährige Arbeiter Karl Krämer aus Eich drei 3ahre sechs Monate Zucht­haus und Stellung unter Polizeiaufsicht. Wei­tere 18 Angeklagte erhielten Gefängnis- st r a f e n von fünf Monaten bis zu dreieinhalb 3ahren. Gegen 15 Angeklagte wurde das Ver- fahren z. T. auf Grund der Amnestie für Straf­taten aus wirtschaftlicher Rot eingestellt, z. T. wurden sie mangels Beweises freigesprochen.

Mit diesem Urteil finden die vielen Raubzüge dieser Bande, die sie in der Umgebung von Worms durchführten, ihre Sühne. Die Einbrecher suchten nicht allein größere Geschäfte, Laden, Ge­meindehäuser, Konsumvereine, Bauernhöfe usw. heim, sondern stahlen auch bei minderbemittelten Landleuten, Kaufleuten usw. alles, was sie nur irgend erreichen konnten. Bei ihren Beutezügen war die Bande stets schwer bewaffnet. 3n der Verhandlung waren 62 Einbrüche verhandelt wor­den.

Em sranzösi cker (Spion verhaftet.

Marburg, 31. Mai. (WSN.) Hier wurde unter dem Verdacht, SpionagezuGunsten Frank­reichs betrieben zu haben, ein Mann verhaftet. Es wurde festgestellt, daß es sich um einen geborenen Deutschen handelt, der während des Weltkrieges die französische Staatsangehörigkeit erworben hat und dann gegen feine eigenen ehemaligen Landsleute kämpfte dzw Spionage trieb. Da er auf Grund der Bestimmungen des Versailler Vertrages nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann, wird er sich nur wegen Paßvergehens zu verantworten haben und ausgewiesen werden.

3n (Schutzhaft genommene Kommunisten.

WSN. M a r b u r g , 31. Mai. Hier wurden drei junge Leute in Schutzhaft genommen, die sich > m Sinne der KPD. betätigt haben. Sie hatten u. a. versucht, kommunistische Flugblätter her­zustellen, die bei den Arbeitern verteilt werden soll­ten, um diese zum Streik aufzuhetzen.

Ein Konfektionsgeschäft planmäßig ausgeraubt.

WER. Frankfurt a. M., 31. Mai. Der Kri- rninalpolizei ist es jetzt gelungen, sechs Ein­brecher fest zunehmen und hinter Schloß und Riegel zu sehen, die in der letzten Zeit ein Konfektionsgeschäft planmäßig ausplünderten, indem sie nach und nach Herrenanzüge im Werte von 4000 bis 5000 Mk. teils durch Diebstahl, teils durch Einbruch an sich brachten. Es handelt sich durchweg um im Anfang der zwanziger 3ahre stehende junge Leute, und zwar um den 25jährigen Hermann Ossig, ge­nannt Lugia, den 23jährigen Leo Schwarz, den 25jährigen Hermann Dell, den 37jährigen Peter Schmlz. den 35jährigen 3ohann Sei- s e r und den 22jährigen Gustav Lorch. Eine große Anzahl der gestohlenen Herrengarderobe konnte wieder herbeigeschafst werden, doch fehlt noch eine große Menge. Als Haupttater kommt der jüngste der Bande, der 22jährige Gustav Lorch in Frage, der auch die gestohlenen Waren an den Mann brachte.

Strafkammer Gießen.

* Gießen, 26. Mai. Zwei hiesige Arbeiter, die wegen Verbreitung übler Rachreden über städtische Beamte durch das Amtsgericht Gießen, der eine zu einer mehrwöchigen Freiheitsstrafe, der andere zu einer empfindlichen Geldstrafe, verurteilt worden waren, gaben in der heutigen Derufungsvcrhandlung zugunsten der beleidigten Beamten eine Ehrenerklärung ab, in der sie die von ihnen verbreiteten ehrenrührigen Behauptun- gen als unwahr zurücknahmen. Falls sich die vorgesetzte Dienstbehörde der Beamten mit diesen Erklärungen der Beschuldigten zufriedengibt, wird voraussichtlich das Verfahren gegen die Singe- klagten eingestellt.

Ein Strafgefangener der Zellenstrafanstalt Butz­bach war wegen Beschädigung von 3nventar- aegenftänben durch das Amtsgericht Butzbach zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Zwecks Herabsetzung der Strafe verfolgte er Der- fung gegen dieses Urteil. Auch die heurige Dc.had.ing ergab keinen Anlaß, die Tat milder zu veurteilen. Seine Berufung wurde kosten­pflichtig verworfen.

3m Dezember v. 3. war eine Frau infolge Glatteises auf dem Bürgersteig ausgeglitten und hatte sich dabei einen Knöchelbruch zugezogen.

Der Grundituaseigentümcr war durch das Amts­gericht Gießen wegen Zuwiderhandlung gegen die Polizeiverordnung übe- die Reinigung der Straßen usw in der S.adt Gießen in Tateinheit mit fahrlässiger Kt-rpero.r.etzung zu einer ge­ringen Geldstrafe verurteut worden. Um seine Sreispr:chung zu erreich.n. legte er gegen dieses Urteil Berufung ein und behauptete, daß er feiner Streupf.icht genügt habe Es wurde ihm aber nachgewiesen, daß am Abend vorher das letztemal gestreut worden war. Rach der Polizei­verordnung ist aber der Grundstückseigentümer

Frankfurt befeftiat

Frankfurt a. M., l.Iuni. (WTB, Drahtmel- düng.) Die heutige Mittagsbörse eröffnete auf die Bekanntgabe des großzügigen Arbeitsbeschaffungs- Programmes in befestigter Tendenz, weil man sich dadurch eine Belebung auch des Geld- und Kapital- Marktes versprach. Doch waren die Unternehmungs­lust und die Umjatztätigkeit durch die bevorstehende sieiertagsunterbrechung stark gehemmt. Von der Kundschaft waren kaum Orders eingetroffen. Da­neben herrschte auch durch die noch ungeklärte außenpolitische Situation einige Zurückhaltung: andererseits gab die Hausse an den Metallmärkten einige Anregung. Gegenüber der 21benbbörfe be­trugen die durchschnittlichen Gewinne etwa 1 v. H. Am Chemiemarkt waren IG. mit plus 1,25 v. H. und Deutsche Erdöl mit plus 1,40 v. H. stärker be­achtet. Auch Metallgesellschaft lagen mehr befestigt (1,25 v. H.), während die Nebenwerte nur mäßig erhöht einfetzten. In Nachwirkung der Vermal- tungsäußerung bei Hosch-Eisen konnten auch die Mehrzahl der Montanaktien weitere Erhöhungen verbuchen. Harpener zogen 2,50 v. H., die übrigen Werte um 0,50 bis 1 v. H. an. Elektropapiere wie- fen nur geringe Veränderungen auf, wobei die Kursbildung nicht einheitlich war. Siemens mit plus 1,25 v. H. und Lechwerke Augsburg mit plus 1,50 v. H. waren mehr erhöht. Sonst eröffneten Ze­ment Heidelberg und Holzmann 0,50 v. H., Deutsche Linoleum 0,75 o. H. und Schissuhrtswerte 0,25 bis 0,50 v. H. freundlicher.

Oank und Gruße van Hindenburg.

§ Ulrichstein, 31. Mai. Der Gemeinde- rat beschloß kürzlich, den Herrn Reichspräsi- den ren zum Ehrenbürger von Ulrich­stein zu ernennen und das Vorwerk, die alte Zehntscheuer, künftig Hindenburg fe st e zu be­nennen. Daraufhin ging folgendes Dankschreiben des Herrn Reichspräsidenten hier ein:Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Für die Ehrungen, die mir der Gemeinderat der Stadt Ulrichstein durch die Ver­leihung des Ehrenbürgerrechtes und die Schaffung der Hindenburgfeste erwiesen hat, spreche ich Ihnen meinen aufrichtigen Dank aus. Ich nehme die Ehrungen gern an und sende Ihnen und meinen neuen Mitbürgern herzliche Grüße und die besten Wünsche für die Zukunft von Ulrichstein, von Hindenburg."

t*anD1rci6 Giehcn.

7 Rödgen, 29. Mai. Hebet vierzig wander­srohe Mitglieder des hiesigen Lesevereins machten am Sonntag einen Maigang nach Kloster Arnsburg. Früh um 7 Uhr wurde unter Führung des Assistenten am Gießener Museum, Herrn cand. phil. Szczech, abmar­schiert. An dem Anneröder Gräberfeld vorbei ging es durch Hausen und Garbenteich nach dem Limcs, wo Herr Szczech in interessanten Aus­führungen über die Römer^eit in Germanien sprach. Ebenso übernahm er Die Führung in der Klosterruine Arnsburg.

+ Treis a. d. L d a., 27. Mai. Dieser Tage fand die Gleichschaltung des der DT. angehörigen TurnrereinsGut Heil" Treis a. d. Lda. statt. Die Versammlung wurde in der Form einer Kundgebung durchgeführt. Der Ver­sammlungsraum war mit den Bildern 3ahns und des Dolkslanzlers Hitler, sowie den FaH- nen Echwarzweißrot unb der Hakenkreuzsahne geschmückt Die Versammlung wurde eröffnet durch eine Ansprache des Vorsitzenden, in der er den Geist der nationalen Revolution kennzeichnete und die ufgaben des Turnvereins im Rahmen der Erzl._>ung zur deutschen Volksgemeinschaft auttvies. Besonders wies er darauf hin, daß der alte 3ahnsche Geist wieder neu aufleben müsse. Mit einem dreifachenGut Heil" auf den Turnvater 3 a h n und den neuen geliebten Führer Adolf Hitler schloß die Ansprache. So­dann legte der bisherige Vorstand seine Aemter nieder. Unter dem Vorsitz des Turners Hch. Kehr I V. wurde die Wahl des vorgeschlagenen und vom Gau bestätigten Führers, des seit­herigen Vorsitzenden, der schon 26 3ahre dies Amt verwaltet. Dorgenommen. Derselbe über­nahm mit einem Treugelöbnis sein Amt und ernannte den Turnrat. Durch den Oberturnwart Hch. Rabenau wurden dann noch die Unter­führer ernannt Alle Turnratsmitglieder und Unterführer gelobten durch Handschlag dem Füh­rer Treue. Rach einer Besprechung der Richt- linien der DT. schloß der Führer mit einer kurzen Ansprache die Versammlung und mit einem dreifachenGut Heil" auf den Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg, den Herrn Reichskanzler Adolf Hitler, auf die DT., auf Volk und Vaterland. Den Abschluß bildete das Deutschlandlied.

* Grüningen, 31. Mai. Der T u r n o e r e i n und die O r t s g r u p p e d e r N S D A P. oeranstal- teten gemeinsam in unserer Turnhalle eine Schla­ge ter feier. Lehrer (E i f f gab in feiner Ansprache em lebenswahres Bild von dem deutschen National- Helden. Eine Anzahl Lichtbilder aus dem Leben «chlageters illustrierten die Worte des Vortragen­den. Vaterländische Lieder umrahmten die würdige Feier. y

O Holzheim, 30. Mai. Aus Anlaß des Todes­tages Albert Leo Schlageters fand auf An- ter RSDAP. in deren Hauptparteilokal (Wirtschaft Gg. Sarnes) am Freitagabend eine, besonders von der 3ugend gut besuchte Feier statt, gie gegen 40 Knaben zählende 3ungenschaft mar­schierte unter dem Kommando von 3ungvolk-Zug- sührer Otto K l o tz mit ihrem Wimpel in den Scutt,

verpflichtet und dafür ocrantwortlich, daß in der Zeit von 7 bis 19 Uhr das Mufftreuen mit geeignetem Etrcumaterial immer zu toicDcrbo.cn ift, sobald auf dem Bürgersteig erneut Olattftcllcn entstanden sind Das Gericht erblickte in dem Verhalten des Angeklagten eine grobe Fahr­lässigkeit mit Rücksicht auf die bei Glatteis be­sondere Gefährlichkeit der in Betracht kommenden Eielle und erh.hte die in erste Instanz erkannte Strafe auf den Betrag von 10) Mk, evtl, zehn Tage Gefängnis.

Im Verlause versiegte das ohnehin schon kleine Geschäft fast vollkommen, doch blieben die Kurse gut behauptet. Zement Heidelberg zogen um 1 v. H. an, ferner tarnen noch Aschersleben 4 v. H. und Akkumulatoren 3,50 o. H. fester zur Notiz.

Am Rentenmarkt eröffneten Reichsaltbesitz 0,75 v. H. hoher, Neubesitz, späte Reichsschuldbuch, forberungen, Stahlvereinbonds und Reichsbahn­vorzugsaktien blieben jedoch nur knapp gehalten. 3m Verlaufe zog die Allbefitzanleihe um 1 o. H. an, auch die übrigen variabel gehandelten Papiere waren leicht erhöht. Am P f a n b b r i c f m a r f t blieben die Kurse meist unverändert, Rheinische Hypothekenbank Mannheim zogen etwa 0,50 v. H. an. Bon Stabtanleihen lagen Mainzer erneut matt. Staatsrenten lagen geschäftslos. Von frem­den Werten gewannen Eisenbahn Bosnier 0,75 v. H. Tagesgeld war zu 4 o. H. unoeränbert.

Frankfurter Schlachtvichmarkt.

Franksurt a. M., 1. Juni. Auftrieb: 287 Rin­der, 533 Kalber, 24 Schafe und 604 Schweine Es wurden bezahlt: Beste Mast- und Saugkälber 37 bi» 41, mittlere Mast- und Saugkälber 32 bis 36, ge­ringe Kälber 26 dis 31 Mark: vollfleifchige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 31 bis 33, von etwa 200 dis 240 Pfund 31 bis 34, von etwa 160 bis 200 Pfund 30 bis 32 Mark. Marktver- lauf: Kälber und Schafe ruhig, geräumt; Schweine schleppend, nahezu ausverkauft.

wo der Zellenwart der RSDAP. DemeinberatS- mitglied F. Mart. Kuhl die Versammlung be­grüßte. Kaufmann Gg. Eames II. schilderte den Lebenslauf des ersten Soldaten des Dritten Rei­ches und feierte ihn als den Helden des Tages. 3unge Mädchen sprachen passende Gedichte, und der GesangvereinHarmonie" trug durch einige sehr gut zu Gehör gebrachte Chöre viel zum Ge­lingen des Abchrds bei. Die Turner des hiesigen Turnvereins zeigten ihr Können am Reck. Das Horst-Wessel-Lied und das Deutschlandlied wur­den zum Schluß mit großer Begeisterung ge­sungen.

ch L i ch , 31. Mai. Die außerordentliche General­versammlung des Turnvereins 1 860 Lich, bie sich mit der Gleichschaltung auf Grund bet Verordnung der DT. befaßte, gestaltete sich zu einer großen vaterländischen Kundgebung. Am Obertor hatte sich ein großer Zug aufgestellt mit ter hiesigen SS. und SA. an der Spitze. Unter den Klängen der Freiwilligen Feuerwehr Lich wurde zur Turnhalle marschiert. Rach dem Eröff­nungsmarsch durch die Feuerwehrkapelle hieß zu­nächst der seitherige 1. Sprecher und verdienstvolle Vorsitzende Hermann Schmidt die große Ver­sammlung herzlich willkommen. Hierauf fp-^ch der erste Gauführer des Gaues Hessen, Dr. Her­mann Rau (Butzbach), ein Sohn unserer Stadt, der in seinen 3ugendjahren ein fleißiger Be­sucher der Turnstunden seines Heimatvereins in Lich war. Bauführer Dr. Rau sprach über die Bedeutung der neuen Zeit für unser Volk und Vaterland und die sich ergebenden Reuerungen für die Vereine der DT. Rachdem der gesamte Vorstand seine Aemter freiwillig niedergclegt hatte, wurde auf Antrag des seitherigen 1. Vor­sitzenden Hermann Schmidt der langjährige Frauenturnwart Karl Volz einstimmig von der Generalversammlung zum Führer erwählt und von dem Gaufuhrer bestätigt. Der neue Dereinsführer, dem schwere Aufgaben in der Finanzierung des Vereins bevorstehen der Verein hat vor toeni- gen 3ahren seine Turnhalle unter Aufwendung großer Mittel modern umgebaut dankte für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Die Be­rufung seiner Mitarbeiter behält er sich für spä­ter vor. Beim Gesang des Deutschlandliedes, des Horst-Wessel-Liedes und weiterer Ansprachen blieben die Anwesenden noch lange beisammen. Dankbare Anerkennung fand die Mitwirkung des MännergesangvereinsSäcilia, der unter Lei­tung seines Chormeisters, 3Ige (Butzbach), den 2lbend mit gut bargebotenen Chorvorträgen um­rahmte. Die Kapelle der Freiwilligen Feuer­wehr trug mit guten Darbietungen ebenfalls zum guten Gelingen des vaterländischen Abends bet

Kreis Ariedbcrg.

WSN. Bad-Nauheim, 31. Mai. Die Stadt­verwaltung hat neun städtische Arbeiter I r'I* * 0 5 entlassen, weil sie Mitglieder der KPD. waren. Ferner haben sich ein Oberin- f P c 11 o r und der Pfandmeister beurlau­be n lassen. Der Letztgenannte war führendes Mit- glled der SPD., der Oberinspektor hatte trotz eines kürzlich ergangenen Stadtratsbefchlufses, der für städtische Beamte das Vermieten an Kurgäste ver­bietet, einen Kurgast ausgenommen.

Lnefkaften der JMaffion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

B- $ Für den Fall, daß eine Waschküche nicht vorhanden ist, kann Ihnen der Vermieter das Wa­schen in der Küche nicht untersagen. Auch können Sie im Falle der bisherigen Duldung, daß Sie kleinere Wäschestücke in der Küche waschen durften, kein all- gemeines Recht für die Zukunft herleiten. Wir möch­ten Ihnen deshalb zur Vermeidung eines Prozesses empfehlen, dem Verlangen des Vermieters nachzu- kommen, zumal Ihnen auch eine Kündigung drohen tonnte und der^ Ausgang eines Prozesses zu Ihren Gunsten mit Sicherheit nicht oorausgesagt werden kann.

Wirtschaft.

O-erheffen.