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lungswechsel auf die jenseittgen Höhen gemacht. Ein spanischer Geschützführer sieht von dort den Angriff der roten Panzer. Er reißt sein Geschütz herum, er­öffnet das Feuer auf eine Entfernung von 850 Me­ter und erledigt 5 Russenpanzer, die bei der Casa Pajares liegen bleiben. Einer brennt davon restlos aus. Die anderen Russenpanzer suchen ihr Heil in der Flucht. Vier Beutepanzer konnten in den näch­sten Tagen abgeschleppt werden. Nach ihrer Jn- standsetzuna fanden sie wie schon viele ihrer Art­genossen Verwendung auf der nationalspanischen Seite. So ließen sich noch viele Beispiele eines rest­losen und von Erfolg gekrönten Einsatzes spanischer Panzerabwehr-Geschütze sagen. Die Persönlichkeit des einzelnen gab wie stets in entscheidenden Augen­blicken den Ausschlag. Und an diesen Männern hatte die spanische Panzerabwehrtruppe wahrlich keinen Mangel! So dürfen wir Freiwilligen zurück­schauend nut tiefer Befriedigung feststellen, daß unser Einsatz und unsere Arbeit Früchte getragen hat, daß wir Spanien die neue Waffe der Panzerabwehr schufen, die mit dazu beitrug, den stolzen Sieg an die ruhmreichen Fahnen des nationalen Heeres zu heften.

Englands Paktverhandlungen mit Moskau.

London, 31. Mai (Europapreß). Der Dienstag- Besuch des sowjetrussischen Botschafters Maiski im Foreign Office hat, wie die Londoner Morgen­presse feststellt, der Wegräumung von Bedenken, die auf sowjetrussischer Seite noch inimer bestehen, gegolten. In erster Linie soll es sich dabei um den in den englischen Vorschlägen enthaltenen Wunsch handeln, das vorgesehene kollektive VerteidiFungs- system den Satzungen der Genfer Liga anzu- passen. Die Sowjetrussen sind Gegner eines solchen Vorhabens und vermuten in chm eine Falle. Außer­dem sollen die Sowjetrussen unzufrieden damit fein, daß England keine General stabsbespre- ch u n g e n ins Auge gefaßt habe.Daily Expreß" berichtet, Außenminister Lord Halifax habe am Dienstag dem sowjetrussischen Außenkommissar M o - l o t o w eine persönliche Versicherung übersandt des Inhalts, daß der britische Beistandautoma­tisch" in Kraft treten würde, falls die Sow­jetunion das Opfer eines Angriffes würde. Die Mttetlung fei Molotow durch den britischen Bot­schafter in Moskau überreicht worden. Man erwarte die Antwort Moskaus nunmehr am heutigen Mitt­woch. In den anderen Morgenblättern heißt es lediglich, der Sowjetbotschafter Maiski habe bei seinem Besuch im englischen Außenamt Versicherun­gen erhalten, die die Moskauer Mißverständnisse hinsichtlich des Einwandes einer Bezugnahme auf den Artikel 16 der Genfer Satzung in die britifch- franzöfischen Vorschläge ausräumen sollten.

England ersucht Amerika

um Auslieferung des Leiters der Irisch-Republikanischen Armee.

London, 31. Mai. (DNB. Funkspruch.) Wie Daily Expreß" aus Dublin berichtet, hat Scotland Pard die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika um Auslieferung des Leiters der Irisch-Republikanischen Armee, Russell, ersucht. Russell hätt sich zu Besuch in Los Angeles bei dem Irenfuhrer in USA., Joseph McGarrity, auf, um den Iren moralische und finanzielle Unter­stützung bei der Fortsetzung ihres Kampfes zu sichern. Amerika soll seine Ausweisung bereits in Erwägung gezogen haben. Im Falle der Ausliefe­rung Russells würde er in England vor Gericht gestellt werden.

Jüdische Emigranten

in Mittelamerika unerwünscht.

Washington, 30. Mai. (DNB.) Drei aus­ländische Ueberseedampfer versuchten vergeblich, über 1000 unerwünschte jüdische Emigranten aus Deutsch­land in verschiedenen Häfen des Karibischen Meeres loszuwerden. So wollten 927 Juden in Kuba an Land gehen. Nur 16 hatten ord­nungsmäßige Papiere, dem Rest wurde die Ein­reise verweigert. Verschiedene jüdische Orga­nisationen in Neuyork haben sich sofort mit dem kubanischen Präsidenten in Verbindung gesetzt und wollen die Landungserlaubnis noch erwirken. Auch ein englischer und ein französischer Dampfer mit 78 bzw. 212 derartigen jüdischen Emigranten konn­ten nur 48 bzw. nur 32 ihrer unerwünschten Passa­giere in Havanna (Kuba) ausbooten. Nach Mlt- tcilungen des Washingtoner Außenministeriums wird die Abneigung gegen einen weiteren Zustrom Mischer Elemente immer größer. Brasilien nahm 1938 nur 950 auf, Argentinien 2500, Bolivien 2000, Columbien 500, Chile 600, Kuba 6000 und USA. 33 000. Bei den Abweisungen Mischer Emigranten muß immer wieder festgestellt werden, daß ihre Einreisevisen frech gefälscht sind.

OerRanpura^-Zwischenfall ein Mißverständnis.

London, 31. Mai. (Europapreß.) Das japa­nische Marineministerium hat auf den englischen Protest wegen desRanpura"-Zwischenfalls jetzt geantwortet.Daily Telegraph" betont denver­söhnlichen Charakter" der japanischen Antwort und erklärt, man sei namentlich von der japanischen Darstellung befriedigt, daß es sich im Grunde ge­nommen um ein Mißverständnis handele. Der DampferRanpura" war am 23. Mai von einem japanischen Kreuzer auf der Höhe von Hong­kong jum Beidrehen und zur Vorlage seiner Pa­piere gezwungen worden. In der japanischen Note soll zum Ausdruck kommen, auf japanischer Seite hätten Zweifel über die Identität derRanpura" bestanden.

Chile führt Treibstoff-Dertriebs-Monopol ein.

Santiago de Chile, 30. Mai (Europapreß). :5)ie chilenische Regierung hat die Einführung eines IErdöl - und Benzin-Dertriebs-Mono- ;pols beschlossen. Sämtliche Konzessionen der bisher iin Chile tätigen ausländischen Oeigesellschaften wur­den aufgehoben. Die in Chile ansässigen auslän­dischen Vergesellschaften haben ihren sämtlichen An- 2gestellten gekündigt. Der Beschluß der Regierung jmirb dahin ausgelegt, daß sie für die Treibstoff - Tversorgung freie Hand gewinnen und den Ein­fluß des ausländischen Kapitals zurückdämmen ^möchte. Immerhin ist es auffällig, daß die Kon- Jessionskündigung in einem Augenblick erfolgte, da White eine 80-Miilionen-Dollaranleihe mus Nordamerika zmn Wiederaufbau der Krdbebengebiete erhofft. Die polittschen Schwierig­keiten werden durch die ungünstige Wirtschaftslage

infolge der Erdbebenkatastrophe, die zu Beginn des Jahres das Land heimsuchte, erhöht. Das Kabinett hatte dem Präsidenten Cerda seinen Rücktritt an- geboten; der Präsident nahm jedoch den Rücktritt nicht an.

Roosevelt bereitet seine dritte Wahl vor.

Hyde-Park .(Neuyork), 31. Mai. (DNB. Funkspruch.) Präsident Roosevelt kündigte am Dienstag an, er werde voraussichtlich am 15. Juni von Washington aus eine Rundreise durch das ganze Land antreten, um persönlich die Stimmung der Bevölkerung gegenüber seiner Re­

gierung und Politik auszukundschaften. Bevor Roosevelt sich zu dieser Rundreise entschloß, hatte er Generalpostmeister Farley, den demokrati­schen Propagandachef, in den Staaten herumgeschickt und dieser war sehr begeistert von dem Ergebnis feiner Reise zurückgekehrt. Er soll Roosevelt berichtet haben, daß der Präsident immer noch sehr populär sei und der größere Teil der Bevölkerung seine Politik unterstütze. Roosevelt würde keine Schwie­rigkeiten haben, von der Demokrottschen Partei zumdrittenMal als Präsidentschafts­kandidat ausgestellt zu werden. Auch die Presse bringt die geplante Reise Roosevelts mit seinen immer noch nicht öffentlich ausgesprochenen Ab­sichten für eine dritte Amtszeit zu kämpfen in Zu­sammenhang.

Oie Mordtat von Kalthof.

polnische Note an Danzig sucht den Tatbestand zu verdunkeln.

Danzig, 31. Mai. (DNB.) Der diplomatische Vertreter Polens in Danzig hat auf die Note des Danziger Senates zu den Vorgängen in Kälthof, wo der Danziger Staatsangehörige Max Gräbnau durch den Fahrer eines pol­nischen Diplomatenautos hinterrücks erschos­sen wurde, eine Antwortnote überreicht.

Don zuständiaer Danziger Seite wird zu der Note erklärt: In dieser Note versucht die polnische Re­gierung, den Tatbestand des Zwischenfalles in Kalt- Hof erneut auf den Kopf zu stellen, obwohl die amtlichen Untersuchungsergebnisse über den wirk­lichen Verlauf der Vorgänge keinen Zweifel mehr erlauben. Wenn Polen ferner die von Danzig ge­forderte Abberufung der durch die Mordtat von Kolchos so außerordentlich schwer kompromit­tierten Beamten verweigert und diese Weige­rung mit der im diplomatischen Verkehr geradezu ungeheuerlichen Behauptung zu begründen sucht, die Danziger Regierung habe gar kein Recht, eine Abberufung solcher Beamten zu verlangen, so muß festgestellt werden, daß Polen alles daran setzt, eine Klärung und Beruhigung des Danzig-polnischen Verhältnisses bewußt zu verhindern. Die am Schluß der polnischen Note enthaltene Versiche­rung der Bereitwilligkeit zu einer Bereinigung der Atmosphäre kann angesichts dessen nur als Spiegel­fechterei betrachtet werden, die darüber Hinweg­täuschen soll, daß Polen nicht gesonnen ist, die Voraussetzungen für eine Wiederherstellung nor­maler Beziehungen zu schaffen. Die Note ist also offenbar nicht etwa als eine konkrete Antwort auf die einedutigen Feststellungen und Forderungen der Danziger Regierung zu werten, sondern vielmehr als ein propagandistisches Mittel, durch das das Ausland über die tatsächlichen Verantwortlichkeiten hinweggetäuscht werden soll.

planmäßige Störung deutscher Gottesdienste in Ostoberschlesien

K a 11 o w i tz , 30. Mai. (DNB.) Pfingsten hat in der Ka th ed r a l ki r ch e in Kattowitz organisierter Pöbel die deutschen Gottesdienste planmäßia in widerlichster Weise gestört. Am ersten Feiertag hatte ein großer Teil' der Polen nach dem polnischen Gottesdienst offensichtlich auf bestimmte Weise die Kirche nicht verlassen und empfing die zum deutschen Hauptgottesdienst erscheinenden deut­schen Kirchenbesucher mit lautem Gebrüll. Als der amtierende Pfarrer den Versuch unternahm, die Störung zu verhindern, vollführte die verhetzte Masse einen ohrenbetäubenden Lärm, so daß die deutschen Kirchenbesucher gezwungen waren, das Gotteshaus zu verlassen. Diele von ihnen wurden buchstäblich von dem Pöbel aus der Kirche heraus­gedrängt.

Am zweiten Feiertag verschaffte sich eine Menge verhetzter polnischer Elemente Eintritt ins Pfarr­haus und wandte sich geaen den Geistlichen, der es noch gewagt hat, deutsche Gottesdienste an­zusetzen. Unter Drohungen wurde der Pfarrer dar­an gehindert, den angesetzten deutschen Hcruptgottes- dienst abzuhalten. Daß derartige Vorfälle überhaupt möglich sind, erklärt sich aus der recht merkwür­digen Haltung der Bischöflichen Kurie in Kattowitz. Als eine Abordnung der deutschen katho­lischen Gemeinde nach den skandalösen Ausschrei­tungen der Polen in der Kathedralkirche Maßnah­men der Kurie erbitten wollte, die den Schutz der deutschen Gottesdienste für die Zukunft gewähr­leisten sollte, wurde der Empfang der Abordnung abgelehnt.

Der Wahlsieg der Rechten in Ungarn.

E. P. Budapest, 30. Mai.

Die an den beiden Pfingstfeiertagen abgehaltenen Abgeordnetenwahlen können nunmehr als entschie­den betrachtet werden. Von den 260 Mandaten sind 252 vergeben worden, während in acht Bezir­ken am kommenden Sonntag Stichwahlen stattfinden müssen. In diesen Stichwahlen stehen einander acht Regierungsanhänger, sieben Rechts­oppositionelle und ein Agrarier gegenüber.

Die bereits vergebenen 252 Mandate verteilen sich wie folgt (in Klammern die bisherige Mandatszahl der betr. Partei int aufgelösten Abgeordnetenhaus, das 245 Vertreter hatte):

Regierungsblock:

Regierungspartei 175 (120)

Christenpartei 7 ( 10)

Deutscher Dolksbund 2 ( 0)

Anhänger 1(0)

185 (130)

Rechtsopposition:

Hungaristen 29 ( 3)

Pfeilkreuzler 8 ( 4)

Nationalfront 6(6)

43 ( 13)

Linksoppositionr

Agrar-Partei 14 ( 21)

Liberale 5 ( 10)

Sozialdemokraten 5 ( 11)

Mandate: 24 ( 42)

Die Bürgerliche Mitte, die im alten Par­lament mit 60 Abgeordneten vertreten mar, hat kein einziges Mandat errungen. Die Sieger der Abgeordnetenwahl sind demnach Regierungs­partei und Rechtsopposition. Der Sieg dieser beiden Gruppen übertrifft alle Erwartungen. Im neuen Abgeordnetenhaus ist die Rechte mit 228 Ab­geordneten vertreten, was eine fast neunzig- prozentige Mehrheit bedeutet. Der große Sieg der Rechten ging zum größten Teil zu Lasten der bürgerlichen Mitte, die in den Wahlen voll­kommen aufgerieben wurde. Auch die linksoppositio­nellen Parteien büßten ungefähr die Hälfte ihrer Mandate ein. Am schärfsten getroffen wurde unter ihnen die Kleinlandwirte-Partei Tibor Eckhardts, von deren Kandidaten nicht weniger als 136 unterlegen sind. Die Nationale Re­form - Partei, eine abtrünnige Gruppe der Regierungspartei, konnte keinen einzigen ihrer 41 aufgestellten Kandidaten durchbringen, während die bürgerliche Linke von erstrebten 31 Man­daten nur fünf erringen konnte; die Sozial - demokraten haben bei fünf gewählten Abge­ordneten 59 Niederlagen zu verzeichnen. Die Mit­glieder der Regierung wurden alle ohne Ausnahme gewählt, die meisten gleichzeitig in mehreren Wahl­bezirken. Don den drei auf der Regierungsliste stehenden Kandidaten des Deutschen Volksbundes in Ungarn sind zwei end­gültig gewählt worden, während ein dritter am nächsten Sonntag in die Stichwahl mit einem Pfeilkreuzler kommt. Außer dem Kandidaten Dr. Heinrich Mühl, der in Bonyhad gewählt wurde, erhielt der zweite Vertteter des Deutschen Volks­bundes, Jakob Brandt, fein Mandat auf der Regierungsliste des Komitats Bacs. Der Deutsche Dolksbund in Ungarn besaß bisher keine Der- tretung im Parlament.

Die rechtsnationale Presse begrüßt in Riesenüberschriften den Sieg der äußersten Rechten bei den ungarischen Wahlen. Sie verkündet gleich- zettig die Parole des weiteren Kampfesbis zum völligen Siege". Der Führer der Hungaristischen Partei, Abgeordneter Koloman Hubay, dankt in der rechtsnattovalen Presse für diesenersten Er­folg", den die nationale Rechte errungen habe. Die Regierungspresse feiert ihrerseits den Sieg

des ungarischen Nationalismus und stellt den völ­ligen Zusammenbruch der linksoppositionellen Agrar­partei fest. Dabei wird heroorgehoben, daß Liberale und Sozialdemokraten von der christlich-ungarischen Einheit hinwegaefegt worden seien. Mit großem Nachdruck wird dabei von den der Regierung nahe­stehenden Blättern betont, daß dieser Sieg das erste Ergebnis einer geheimen Abstimmung in Ungarn fei. So betont das RegierungsorganEsti Uffag", daß die Partei Nicht nur in der Provinz, sondern auch in der Hauptstadt einen so mächtigen Sieg errungen habe, wie es selbst bei offener Abstimmung noch nie der Fall gewesen sei. Das ungarische Volk habe mit der Ahstimmuna sein Urteil über diejenigen gefällt, die sich durch hartnäckige Rückständigkeit den sozialen und völ­kischen Reformen zu widersetzen versucht hätten. Die geheime Abstimmung habe endgültig und un­verfälscht den Weltanschauungskampf in Ungarn ab­geschlossen. Selbst die liberal-demo kratische Presse erkennt an, daß das Ausmaß des Sieges der Re­gierungspartei wahrlich überraschend ist, ebenso auch das Vordringen der rechtsradikalen Parteien.

Moskaus Vorstoß aus der Mongolei.

Mongolische Truppentelle haben an einem strate­gisch wichtigen Punkte die Mandschurei angegriffen. Neben Infanterie und Kavallerie waren Tanks, Ar- ttllerie und vor allem Flugzeuge im Gefecht. Ins­gesamt sind seit dem 21. Mai 59 Flugzeuge sowjet- russischen Ursprungs auf der Seite der sogenannten mongolischen" Truppen abgeschossen worden. An einem einzigen Tag gingen 42 Militärflugzeuge zu Bruch. Wenn hier von der Mongolei die Rede ist, so ist immer dieA e u ß e r e Mongolei" ge-

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meint, die ihren Namen von den Chinesen aus dem Blickfelde Pekings erhielt. Peking nannte nämlich die Mongolei, die unmittelbar an die Mandschurei stößt, dieInnere Mongolei", weil sie ihm näher­liegt, und die entferntere Mongolei aus eben dem­selben Grunde dieAeußere Mongolei". Diese Aeußere Mongolei" ist seit 1924 ein Bundesstaat der Union der Sowjetrepubliken, also Bestandteil des Sowjetteiches. Die mongolischen Truppen stehen unter sowjetrussischen Instruktoren und werden von Sowjerrußland mit Kriegsmaterial beliefert. Schau­platz der jetzigen Luftkämpfe war der Buir- Salzsee, dessen 50 Kilometer breite Fläche unver­kennbar war. Mitten durch diesen Salzsee geht d i e mandschurisch-mongolische Grenze. Wenn die mongolischen Flugzeuge diese überaus deutliche Grenze überflogen haben, so liegt darin ein überlegter und zweckbewußter Angriff. Das kommt auch zum Ausdruck in den sofortigen Pro­testen, die die japanische Regierung in Moskau hat einlegen lassen. Wir nannten den Buir-See bereits einen strategisch wichtigen Punkt, denn nördlich von

ihm springt die mandschurische Grenze wett nach Westen vor. Ein Vorstoß der mongolischen Truppen hat daher auch immer zum Ziele, diesen mandschuri­schen Vorsprung abzuschneiden oder wenigstens mili­tärisch zu beeinträchtigen. Das kann schon durch Grenzzwischenfälle geschehen, welche an sich ein ver­hältnismäßig kleines Gebiet unter erweiterten sow­jet-mongolischen Militäreinfluß bringen. Für die Unruhe in diesem Gebiet ist bezeichnend, daß es auch zwischen einem mandschurischen und einem sowjetrussischen Kanonenboot auf dem Ussuri zu einem mehrstündigen scharfen Gefecht gekommen rst, wobei die Nachrichten aus der mandschurischen Hauptstadt Hsinking das mandschurische Kanonen­boot als schwer beschädigt bezeichnen. Das deutet ebenso wie ein neuer Einspruch beim sowjetrussischen Konsul in Chardin darauf hin, daß die mandschu­rische und selbstverständlich auch die japanische Re­gierung diese Vorfälle nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsjustizminister Dr. Gärtner legte in Be­gleitung des italienischen Justizministers Solmi am Grabmal des Unbekannten Soldaten und am Ehren­mal der faschistischen Gefallenen Lorbeerkränze nie- der. Anschließend hatten die beiden Justizministtr eine lange Besprechung. Am Nachmittag hielt Dr. Gärtner in italienischer Sprache einen Vortrag über die neuen Grundsätze des Strafvollzugs im nationalsozialistischen Deutschland. Am Abend wa­ren der Minister und eine zu Studienzwecken in Italien weilende Abordnung von deutschen Justiz­beamten Gäste des Ministers Solmi. Reichsjustiz­minister Dr. Gärtner ist Dienstagabend von Mus­solini im Palazzo Venezia empfangen worden. Der Duce hat besonders für die Behandlung der Jugend im deutschen Strafrecht und deutschen Strafvollzug, ferner für die Bewegung der Krimi- nalstattsttk sowie für den Grundsatz, daß erziehbare Leute durch den Strafvollzug der Volksgemein- schaft Wiedergewonnen und nicht erziehbare aus» geschieden werden müssen, lebhaftes Interesse be­kundet.

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Reichsarbeitsführer Hier! ist vom Duce empfangen worden. Dabei überreichte der Reichsarbeitsführer als Zeichen der Verehrung des Reichsarbeitsdienstes dem Duce einen Ehrendolch. Nach dem Empfang begab sich der Reichsarbeits­führer ins Landwirtschaftsministerium, wo er Staatssekretär Tassinari ebenfalls einen Ehrendolch übergab. Reichsarbeitsführer Hierl hat auf einer Besichtigungsfahrt durch die Provinz Littoria, das Gebiet der früheren Ponttnischen Sümpfe besucht. Emen starken Eindruck vermittelte das riesige, be­reits abgeschlossene Meliorationswerk.

Der Leiter der Abteilung Mitteleuropa im eng­lischen Auswärtigen Amt, William Strang, ist an einem der Pfingsttage nach Warschau ge­flogen. Er wird dort zehn Tage bei dem englischen Botschafter Stt Howard Kennard verbringen. Als Grund für diesen Besuch in Warschau wirdAus­spannungsurlaub" angegeben. Strang war im September 1938 mit Chamberlain nach Deutschland geflogen. Er ist einer der wichtigsten Sachberater der englischen Regierung.

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Aus Rom wird den französischen Blättern gemel­det, daß der italienische Außenminister Graf Ciano am Dienstag mit dem französischen Bot­schafter Franko is-Poncet eine Unterredung über verwaltungstechnische Fragen gehabt hat. Ein politischer Meinungsaustausch 'scheint nicht stati- gefunden zu haben.

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Die beiden französischen SchlachtschiffeDun­kerque" unbStrasbourg" sind nach einem fünftägigem Besuch aus Liverpool ausgelaufen und fahren nach Scapa Flow in Nordschottland, wo sie mit den französischen KreuzernGeorges Leygues",Gloire" undMontcalm" Zusammen­treffen werden, die von Glasgow aus er­wartet werden.

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Die Aufträge für die beiden größten englischen SchlachtschiffeLion" undTemeraire" sind soeben vergeben worden. Beide Schlachtschiffe wer­den eine Masserverdrängung von je 40 000 Tonnen haben.

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Nachdem am 3. April zwischen Holland, Belgien und Frankreich eine Vereinbarung über den Rheinschiffahrtsverkehr von und nach Straßburg getroffen worden ist, haben nun Holland und Belgien ein Ab­kommen über ihre Hafeninteressen geschlossen. Ein gemischer holländisch-belgischer Ausschuß soll die H a f e n t a r i f e von Antwerpen, Gent, Rotterdam und Amsterdam feststellen.

Die siamesische Regierung wird beim Zusammen­tritt der Nationalversammlung den Antrag ein- bringen, den Namen des Landes amtlich in Muang-Thai (Land der Freien) zu ändern.

Wetterbericht

Von dem starken ostatlantischen Hochdruckgebiet erstreckt sich ein Ausläufer bis über Polen hinaus. An feiner Nordseite herrscht rege Wirbeltätigkeit, während an feiner Südseite Deutschland meist heite­res und trockenes Wetter hat. Eine durchgreifende Aenderung ist vorerst noch unwahrscheinlich.

Vorhersage für Donnerstag: Meist heiter und trocken. Mittagstemperaturen zwischen etwa 20 bis 25 Grad. Veränderliche, doch überwie­gend östliche und zeitweise auffrischende Winde.

VorhersagefärFreitag: Im wesentlichen Fortdauer des vielfach heiteren und trockenen Wetters.

Lufttemperaturen am 30. Mai: mittags 20,4 Grad Celsius, abends 13,8 Grad; am 31. Mai: morgens 14,0 Grad. Maximum 21,0 Grad, Minimum 8,0 Grad. Erdbodentemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Mai: abends 14,5 Grad; am 31. Mai: morgens 14,2 Grad. Sonnenscheindauer 14,8 Stunden.

Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr.W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stabt Gießen, Provinz unb Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. 21. IV. 39: 9530. Druck unb Verlag: Brühlsche Unioerfitäts- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis­liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.