Nr. 124 Erstes Matt
189. Jahrgang
Mittwoch, 31. Mai 1939
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Hamburg in Erwartung der deutschen Spanien-Freiwilligen
Die Fahne der Legion Condor in den spanischen Farben rot-gelb trägt auf der anderen Seite auf roKgelben Streifen das spanische Staatswappen. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
3n Vigo wurden die deutschen Freiwilligen der Legion Condor auf den Schiffen der KdF. Flotte eingeschifft, mit der sie nach Hamburg zurückkehrten. Unser Bild zeigt deutsche Freiwillige bei der Einbootung auf das KdF.-Schifs „Robert Ley". — (Scherl-Bilderdienst-M)
Dor dem Bahnhofsgebäude wird Göring mit stürmischen Heilrufen begrüßt. Unter den Klangen eines Fliegermailches schreitet der Oberbefehlshaber der Luftwaffe die Front der Ehrenkompanien der Luftwaffe ab.
Infolge des dichten Nebels auf der Unterelbe hat sich das Eintreffen der K d F. - F l o t t e mit den Spanienfreiwilligen an Bord um einige Stunden verzögert. Die Empfangsfeierlichkeiten in Hamburg haben infolgedessen eine zeitliche Verschiebung erfahren. Generalfeldmarschall Göring wird nunmehr gegen 10.30 Uhr die V o r b e i f a h r t der Heimkehrerflotte vor Neumühle abnehmen. Gegen 12 Uhr werden dann die Schiffe a n ihren Anlegeplätzen eintreffen. Noch der Begrüßung auf der Ueberseebrücke wird sich Hermann Göring zur Besichtigung der Ausstellung „Segen des Meeres" begeben. Der Vorbeimarsch der deutschen Freiwilligen vor Generalfeldmarschall Göring auf dem Karl- Muck-Platz wird kurz nach 15 Uhr stattfinden. Die Feier st unde auf der Moorweide be- cjinnt um 16.30 Uhr. Gegen 17.15 Uhr fährt General- seldmarfchall Göring von der Moorweide zu dem Empfang im Hamburger Rathaus, von wo er kurz vor 20 Uhr dieRückfahrt zum Dammtor-Bahnhof antritt. Etwa gegen 20 Uhr^wird der Sonderzug des Generalfeldmarschalls die Hansestadt verlassen.
Iburg" besteigen wird, um die Dorbeifahrt der ^Kraft-durch-Freude-Flotte mit den Spanienfreiwilligen abzunehmen, an den großen Anlegestellen der Ueberseedampfer, den St. - Pauli - Landungsbrücken, ferner am Dammtor-Bahnhof sowie auf dem Adolf- Hitler-Platz stauen sich Zehntausende in freudiger Erwartung. Jubelnd werden die Kompanien der Luftwaffe bei ihrem Aufmarsch begrüßt, und als der Sonderzug des Generalfeldmarfchalls um 6.30 Uhr in die festlich geschmückte Halle des Dammtor- Bahnhofes einrollt, erhebt sich ein Sturm brausender^ Heilrufe. Der Generalfeldmarschall, in dessen Begleitung sich Generaloberst Milch befindet, verläßt den Sonderzug und wird auf dem Bahnsteig von Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, Reichsstatthalter Gauleiter Kaufmann und Bürgermeister K r o g - mann herzlich willkommen geheißen. Don der Luftwaffe sind zur" Begrüßung des Generalfeldmarschalls erschienen: Die beiden ehemaligen Kommandeure der deutschen Legion, General der Flieger Sperrte und General der Flieger V o l k m a n n, ferner der Chef der Luftflotte II und Oberbefehlshaber Nord, General der Flieger Felmy, der Kommandeur im Luftgaukommändo XI, Generalmajor Wolff. Das Heer ist vertreten durch den Kommandierenden General des X. Armeekorps, General der Kavallerie Knochenhauer, und die Kriegsmarine durch den Admiral der Kriegsmarine-Dienststelle Hamburg, Vizeadmiral Wolf.
Mit der Legion Condor kreuz und quer durch Spanien.
Von Hauptmann i. G. d. H. Meyer.
Nach dem Sturz des Königreiches im Jahre 1931 trieb Spanien mehr und mehr dem Bolschewismus entgegen. Die Mißwirtschaft der roten Republik und zunehmende sowjetrussische Einflußnahme in Spanien ließen in einigen tatkräftigen Generalen den Entschluß reifen, diese Republik gewaltsam zu stürzen und wieder ein nationales Spanien aufzurichten. Die Anhänger der nationalen Bewegung scharten sich um den Politiker Calvo Sotelo und um die Generale Sanjurjo, Franco und Mola. Als im Juli 1936 Calvo Sotelo in Madrid durch Mörderhand fiel, flackerte vorzeitig und an vielen Orten die nationale Revolution auf. General Sanjurjo, der im Flugzeug von Portugal sofort nach Spanien eilte, stürzte auf diesem Fluge ab und verunglückte tödlich. Da stellte sich General Franco, der Kommandeur der in Spanisch-Marokko' befindlichen Truppen, an die Spitze der nationalen Bewegung und rief zum Kampf gegen die rote Regierung auf. Das Ziel seines Kampfes war die Niederwerfung des Bolschewismus und die Schaffung eines gesunden, neuen nationalen Spaniens. Der vorzeitige Ausbruch der nationalen Erhebung führte an vielen Stellen zum Mißerfolg, lieber die Hälfte des Landes blieb in den Händen der Roten. Garnisonen fielen, Offiziere und Beamte wurden hin- gemetzelt, Priester und Bürger in Massen gemordet.
Bald entschlossen sich Deutschland und Italien, Franco in seinem Kampf gegen die rote Republik zu unterstützen, um die Ausbreitung des Bolschewismus in Westeuropa zu verhindern und fein Uebergreifen auf die eigenen, von dieser Geißel befreiten und andere europäische Länder unmöglich zu machen. Nach kurzer Zeit schon schickte Mussolini ein freiwilliges Korps in Stärke von etwa 50 000 Mann nach Spanien, Milizsoldaten, Soldaten, Abessinienkämpfer. Schon im Juli 1936 waren auch deutsche, zunächst zahlenmäßig schwache Spezialtruppen als Freiwillige nach Spanien gegangen, gaiize -85 Mann, die fünf Tage zu ihrer Reise brauchten. Gleichzeitig flogen 2 0 Ju n k e rs-Tr a n s p o r t ma sch i n e n nach Spanien, so daß das Freiwilligenkorps als reines Transportunternehmen aufgezogen werden
Der erste Gruß auf hoher See.j Das Ehrengeleit der Kriegsmarine.
Cuxhaven, 30. Mai. (DNB.) Die deutsche Kriegsmarine hat den aus Spanien in die Heimat zurückkehrenden deutschen Legionären mehrere Verbände der Flotte entgegengeschickt, um ihnen das Ehrengeleit in die Heimat zu geben. Zehn Meilen östlich von Borkum-Feuerschiff sammelten sich in der Frühe des Dienstag die zu diesem Geleit beorderten Flottenoerbände der Kriegsmarine Panzerschiff „Admiral Graf Spee" mit dem Befehlshaber der Panzerschiffe, Vizeadmiral Marschall, an Bord, Panzerschiff „Admiral Scheer", die VI. Torpedobootsflottille und drei Boote der IV. Zerstörer-Flöt- 1 title. Gegen 9 Uhr tauchen rechts voraus die Umrisse der fünf KdF. - Schiffe, die die Spanienlegionäre an Bord haben, im Dunst des Horizonts auf. An der Spitze liegt „Robert Ley", bann folgen „Wilhelm Gustloff", „Der Deutsche", die 1 „Stuttgart" und die „Sierra Cordoba". Alle Schiffe haben über die Toppen geflaggt. Dom Vortopp weht stolz die Flagge der deutschen Legion.
An der Reeling sind die Mannschaften in Pa- 1 radeaufstellung angetreten. Auf den KdF.-Schiffen ; stehen die Legionäre auf dem Deck in Reih und . Glied. In Kiellinie geht es an der KdF.-Flotte vor- 1 bei. Die Flaggen werden gedippt, und drei kräf- ' tiye Hurras fchallen von hüben und drüben weit über die See. Voran das Panzerschiff „Admiral Graf Spee", rechts die VI. Torpedobootsflottille, links die Boote der IV. Zerstörerflottille, den Beschluß macht das Panzerschiff „Admiral Scheer". So geben die Schisse der deutschen Kriegsmarine der KdF.-Flotte mit den Freiwilligen an Bord das Geleit in die Heimat.
Gegen abend kommt Land in Sicht: Cuxhaven. Eine unzählbare Menschenmenge aus der Landungsbrücke, auf den Kaimauern und an den Usern bringt den Legionären begeisterte Ovationen. Vor Cuxhaven geht die Flotte vor Anker, um dann kurz nach Mitternacht unter dem Geleit der VI. Torpedobootsflottille und des Panzerschiffes „Admiral Graf Spee" die Fahrtelbaufwärts in den Hamburger Hafen anzutreten.
Görings Eintreffen in Hamburg.
Hamburg, 31. Mai. (DNB. Funkfpruch) Deutschlands Welthafenstadt ist schon feit den Nacht- tunben in fiebernder Erwartung, als erste Stadt des Reiches den Männern der deutschen Legion Condor den Willkommensgruß entbieten zu können. Die Hansestadt hat ihr schönstes Festgewand angelegt, um die deutschen Legionäre würdig zu ernp- fangen. Ein leuchtender Maimorgen überstrahlt die langen Reihen der Flaggenmasten, von denen die Farben des Dritten Reiches und das leuchtende Rotgoldrot des nationalen Spaniens harmonisch vereint herabfließen. In Neumühlen, wo Generalfeldmarschall Göring die Dacht „Ham-
Zreimde an allen Grenzen.
Zum jugoslawische« Staatsbesuch in Berlin
Wenn ein Staatsmann sagen kann, daß er feinem Land den Frieden gefichert hat, bann dar er stolz und befriedigt auf feine Arbeit schauen. Prinzregent Paul von Jugoslawien ist zu einem solchen Stolze berechtigt. Sein Land kennt heute an allen feinen Grenzen nur Freunde. Zugleich hat sich Jugoslawien aus allen Pakt- und Sicherheitsverstrickungen herausgehalten ober gelöst, die es in Streitigkeiten hineinziehen könnten, an denen es weder interessiert ist noch bei denen es etwas gewinnen könnte. Es war denn auch bezeichnend, daß die Londoner Einkreisungsmacher bei ihrer inflationistischen Vergebuna mehr oder minder wertloser Garantiescheine Jugoslawien verschonten, weil sie genau wußten, daß Prinzregent Paul und die von ihm mit den Staatsgeschäften beauftragten Männer einen solchen faulen Scheck zurückweifen.
In Belgrad weiß man nicht erst seit Abschluß des deutsch-italienischen Bündnispaktes, daß das Reich Adolf Hitlers und der Staat Mussolinis auf die Dauer gesehen die allein mitbestimmenden Faktoren in Südosteuropa sind. Alle englischen, französischen oder sowjetrussischen Störungsoersuche sind auch in den Augen der maßgebenden jugoslawischen Politiker deshalb schon zum Scheitern verurteilt, weil sie den von der Natur geschaffenen geopolitischen Grundgesetzen zuwiderlaufen. Kein Staatsmann in Südosteuropa hat dies wohl klarer und vor allem eher erkannt als P r i n z r e g e n t Paul, der den Kurs des jugoslawischen Staatsschiffes entsprechend bestimmte. Dies bedeutet keineswegs, daß er sich damit — wie mißgunsterfüllte „demokratische" Blätter schreiben — in das Schlepptau der Achse begeben hätte. Jugoslawien ist vielmehr erst durch den Ordnungswall, der heute Europa von Flensburg bis Palermo in mehrere hundert Kilometer- breite durchzieht, von lästigen und den Staats- intereffen abträglichen Bindungen verschiedenster Art befreit worden und kann nunmehr ohne Furcht vor westlerischer Einmischung eine feinen eigenen Interessen dienliche Politik treiben.
Daß es dabei selbstverständlich die Tatsache berücksichtigt, daß Deutschland und Italien seine unmittelbaren und zugleich mächtigsten Nachbarn sind, die drei Fünftel seines Außenhandels bestimmen und zudem mit zwei weiteren Nachbarstaaten (Ungarn und Bulgarien) enge Beziehungen unterhalten, kann eigentlich niemand wunbernehmen. Wenn aber Prinzregent Paul bar- Ü6er hinaus noch erreicht, daß dieses autnachbar- liche Verhältnis zur ehrlichen Freundschaft erweitert wird, erweist er damit nicht nur seinem Lande einen Dienst, sondern fördert zugleich den europäischen Frieden, denn je mehr solcher von jeder Unwettergefahr befreiter und geschützter Zonen in Europa geschaffen werden, desto schneller nähern wir uns dem vom Führer und Duce erstrebten Frieben ber Gerechtigkeit.
Eine solche klare, zielbewußte und zugleich für die Wohlfahrt Jugoslawiens ersprießliche Politik müßte eigentlich den uneingeschränkten Beifall — mindestens des eigenen Landes — finden. Dies ist auch immer mehr der Fall. Allerdings mußte/ sich Prinzregent Paul anfangs gegen den heftigsten Widerstand ehrlicher und auch bezahlter Widersacher, die sich als außenpolitische Sachverständige ausgaben, durchsetzen. Eine gewisse von Intrigen und Hilfs- aeldern ihrer demokratischen Freimaurerbrüder lebende Politikasterschicht wollte diese Entwicklung hintertreiben. Sie wollten, baß Jugoslawien ben Spuren des Herrn Benesch folge, sich mit Moskau „verständige" und ben verlorenen Haufen der Landsknechte Englands gegen die beiden „faschistisch-nazistischen Tyrannen" abgcbc. Prinzregent Paul hat aber in echter soldatischer Einstellung, bie ein Gmndzub des jugoslawischen Königshauses der Karageorgewltsch ist, seinen einmal gefaßten Entschluß durchgehallen, wozu nicht unwesentlich bei getragen haben mag die strikte Ablehnung, die sein Haus den neuen Machthabern der Sowjetunion entgegenbringt, denen in Belgrad bie Ermordung der mit den Karageorgewitschs eng befreunbeten und verwandten Zarenfamilie nicht verziehen wird. Verwandtschaftliche Bande knüpfen die Familie des Prinzregenten auch an Dänemark, Deutschland und England, da seine Frau, eine griechische Prinzessin, dem dänischen Königshaus Schleswig-Holstein-Son- derburg-Glücksburg entstammt, und eine ihrer Schwestern mit dem Grafen Toerring-Iettenbach in München, die anbere mit dem Herzog von Kent, einem Bruder König Georgs von England, verheiratet ist.
Zu dem staatspolitischen Weitblick, der soldatischen Entschlußkraft gesellt sich bei dem Prinzregenten noch ein großes künstlerisches Interesse. Eines der schönsten Museen Südosteuropas, bas im Belgrader Konak (Stadtschloß) untergebracht ist, trägt zu recht seinen Namen, denn er bat cs auf- gebaut. Don seinen früheren kulturgeschichttichen Studien her gilt er als Fachmann auf manchen . Gebieten der bildenden Kunst. Eine besondere Förderung haben durch ihn die talentierten jugoslawischen Bildhauer und Maler erfahren. Aber auch den anderen Künsten schenkt er sein besonderes Interesse. Dor allem ist er an ber Architektur interessiert. Seine beiben Schlösser, bas Weiße Palais bet Belgrad und das in Slowenien gelegene Lanb- fchloß Brdo, wurden nach seinen eigenen Entwürfen i gebaut bzw. umgestaltet. Auch bei ber Neu Planung : und dem Umbau Belgrads ist er als Ratgeber und । Anreger tätig. Seiner Initiative ist es zu verdanken, j daß ber Schöpfer des Reichssportfelbes Werner I March mit dem Dau eines gewaltigen Sta - • dions am Fuße ber über dem Zusammenfluß von 5 Donau und Save gelegenen „Weißen Burg" be- i traut wurde. Dr. Gruber. (
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