Oie Ernte des Todes
”‘ von diesem merkwürdigen Rechenfehler
MobelhbXtoRuM
aller Führungsstellen um das Wohl des Volles, um die gleichmäßige Verteilung der Lasten und um die Stärkung und letzte Festigung des deutschen Menschen überblicken, so ist es wohl schon richtig, daß mit dem militärischen Kampf die Entscheidung her- anreift über die Lebensfrage unserer Zeit, die unter dem Kampfruf des Sozialismus gegen
Oie Geschichte hat viele Geburtstage
Wie ost begann die Weltgeschichte mit dem Jahre »Eins"?
iGeldherrfchaft steht. Der Führer tragt voller ’ Zuversicht die Gewißheit des Sieges in feinem starken Herzen, und das Volk bindet in Kraft und Willen den Helmriemen fester, damit der kommende Sieg uns bereit findet, einmal die Früchts zu ernten
nuar starb General Magnus von Eberhardt, Oberbefehlshaber der I. Armee hn Weltkrieg, Ritter des Pour le mdrite, am 28. März General der Infanterie a. D. v o n Q u a st im 89. Lebensjahr, ebenfalls ein bewährter Heerführer des Weltkrieges. Am 25. April wurde der - Tod des letzten Bundes- Hauptmanns des Stahlhelms, Major a. D. von Stephani, 62 Jahre alt, gemeldet. Am 13. Mai starb Generalleutnant a. D. Karl H o e f e r, besonders bekanntgeworden als Oberbefehlshaber des oberschlesischen Selbstschutzes. Der 19. Mai brachte den Tod des Generals GrafvonderSchulen- bürg. Auch die Partei verlor mit ihm eines ihrer ältesten Mitglieder. Am 28. Iuni^starb General der Kavallerie Knochenhauer, 61 Jahre alt, in Hamburg, am 23. August Generalleutnant a. D. von Matter, bekannt aus feinen erfolgreichen Kämpfen gegen Spartakus an Ruhr und Rhein. Aus der deutschen militärischen Schule war auch Generalmajor Hans Kundt, der Schöpfer des bolivianischen Heeres, hervoraegangen, der 70jährrg am 30. August in Locarno gestorben ist. Am 29. November . starb Generalfeldmarschall
nrer. denen ihre Sehnsucht zum Bild und dies Traumgesicht zum Ziel ihres Lebens wurde." Nehmen wir einmal die Gestalt Martin Luthers! Daß er als „revolutionärer Tatmensch" und 31K gleich als „die Wittenbergische Nachtigall" bis in unsere Zeit hinein in wesentlicher Ursprünglichkeit im deutschen Volke weiterlebt, ist gewiß kein Zufall und noch weniger bloß geschichtlich-literarisch bedingt. In einer Wende von größtem geschichtlichen Ausmaß steht er als der typische Durchbruchsmensch da, der mit dem Blitz der Idee kometengleich in ein faulendes Jahrhundert herabfährt un6 zugleich als erdentreuer Ackersmann den Boden
Natürlich konnte Mohammed bei seiner Flucht nicht ahnen, daß mit diesem Tage di« Weltgeschichte von neuem begann; diese Zeitrechnung wurde erst unter seinem zweiten Nachfolger, dem Kalifen Omar, ein. geführt. Die Frage, wie ost die Weltgeschichte nun wirklich mit dem Jahr 1 begann, läßt sich gar nicht genau beantworten, denn allein in Indien gibt es über 20 verschiedene solche Zeitrechnungen, die zum größten Teil noch heut« in Gebrauch sind!
Alle diese Anfangstermine der Weltgeschichte liegen nun viele Jahrhunderte und Jahrtausend« zurück, es sind aber auch zwei Ereignisse aus der neueren und neuesten Geschichte der europäischen Völker zu nennen, die zu einem Beginn der Jahres- zählung geführt haben. So wählte man roährent) der französischen Revolution den Gründungstag der Republik, den 22. September 1792, als Kalenderanfang. Diese Zeitrechnung war allerdings nur wenige Jahre in Gebrauch und ver- schwand gleichzeitig mit dem republikanischen Staats- gefüge. Ganz anderer Art ist die neueste faschistische Zeitrechnung, die heut« in Italien — neben dem üblichen Kalender — gebraucht wird. Sie beginnt mit dem Tage des Marsches auf Rom, der am 28. Oktober 1922 vor sich ging. Die faschistische Zählung soll ganz im Gegensatz zu jener Neuerung der französischen Revolution keineswegs die christliche Zeitrechnung verdrängen, sondern sie ist als nationales Symbol für alle Italiener gedacht, denen sie ständig die groß« faschistische Revolution M Erinnerung bringt. Dr. H. Winkler.
Alljährlich reißt der Tod schmerzliche Lücken, und der Jahreswechsel gibt Anlaß, noch einmal zurück- zuschauen auf di« lange Reihen der Toten, die in den letzten zwölf Monaten Abschied von dieser Welt genommen haben. Es sind viele bekannte Namen darunter, aber unser Gedenken gilt dennoch an diesem Kriegsjahreswechsel 1939/40 zuerst den vie - len unbekannten Soldaten, die im Po- lenfeldzug, an der Westfront, zur See und in der Luft den Heldentod für das Vaterland, für Deutschlands Größe und Deutschlands Zukunft gestorben find. Die deutsche Wehrmacht verlor im Polenfeldzug zugleich einen ihrer geistigen Führer, den früheren Oberbefehlshaber des Heeres, General- oberft Freiherrvon Fritsch. Aus den Reihen der Polizei fiel der Generalinspekteur der Ordnungspolizei, Generalmajor R 0 e t t i g, die Partei verlor den Führer der SA.-Gruppe Hamburg, SA.- Obergruppenführer Meyer-Quade.
Unter den Toten des Jahres find die alten Mili- tärs zahlenmäßig wieder stark vertreten. Am 24. Ja-
Mr hcllten es für „selbstverständlich", daß überall in der Welt Silvester gefeiert und auch diesmal wieder bei allen Erdbewohnern das Jahr Gintaufe ndneunhundertundvierzig eröffnet wird. Diese „Sitte" aber ist keineswegs allgemeingültig — viele Millionen von Menschen leben auch heute noch in einer ganz anderen Zeitrechnung, manche zählen das Jahr 1317, andere wieder befinden sich erst im Jahre 18! Diese Tatsache kommt uns nur deshalb im ersten Augenblick jo merkwürdig vor, weil wir vergessen haben, daß die Jahreszählung ja gar keine naturgegebene, sondern eine höchst willkürliche, vom Menschen erfundene Ginrichtung ist. Man darf sich deshalb auch yicht wundern, daß di« Weltgeschichte schon ziemlich ost mit dem Jahre „1" angefangen hat.
Hauptdienstleiter für Volksgesundheit, Dr. Gerhard Wagner, im 51. Lebensjahre von uns. Er starb in München an den Folgen einer heimtückischen Krankheit, die er sich in Ausübung seines Dienstes für die Bewegung geholt hatte. Am 25. April verlor die Partei einen der eifrigsten Vorkämpfer für nationalsozialistische Wirtschaftspolitik, den Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Bernhard Köhler, im 56. Lebensjahr«.
Auch aus den Reihen von Kunst und Dichtung seien einige Namen genannt, deren wir heute ge- denken. Am 4. Februar starb die ostpreußische Schriftstellerin Agnes Harder im 75. Lebensjahr, am 9. Februar die einst gefeiert« Schauspielerin Helene Odilon in Baden bei Wien im 75. Lebensjahr. Am 11. Februar verschied der Wiener Komponist Dr. Franz Schmidt, 64 Jahre alt, am 2. März Professor Max D oe rner, Leiter des Reichsinftituts für Maltechnik in München. 80jährig staro am 4. Mai der mecklenburgische Heimatforscher Professor Richard Mossivlo, 76- jährig, am 25. Mai der Musikdirektor und Komponist Carl Woitschach. Am 8. Juli starb der ostpreußische Schriftsteller Dr. Fritz Sk 0 wr 0 n - n e k in Oranienburg bei Berlin, am 30. August der naturkundliche Schriftsteller Wilhelm Boelsche, 78 Jahre alt, in Schreiberhau.
Aus der Wirtschaft seien erwähnt der Ehrenmeister des deutschen Handwerks, Harry Plate, der im 86. Lebensjahr am 28. April in Hannover starb. Am 12. Juni starb Dipl.-Jng. Fritz A chte r- be rg von den Junkerswerken, einer unserer Wehrwirtschaftsführer, den Fliegertod. Am 8. Juli verschied der deutsche Flugpionier Dr. Rohrbach, 50 Jahre alt. Von sonstigen bekannten Toten des Jahres ist noch zu erinnern an den früheren Reichs- ernährungsminister und Landbundpräsidenten Dr. Martin S ch i e l e, der im 70. Lebensjahr« auf feinem Gut in Mecklenburg am 17. Februar gestorben ist. Am 3. Oktober starb der ftühere Oberbürgermeister von Berlin, Dr. Sahm, der zuletzt Gesandter in Oslo war. Schließlich sei der Pionier des deutschen Films, Max Skladanowski, gedacht, der 76jährig am 30. November starb.
An bekannten Männern aus Politik und Wirtschaft anderer Länder seien erwähnt: Sir Henry Deterding, der Begründer des Roal Dutch- Konzerns, der 72 Jahre alt in St. Moritz am 4. Fe- bruar gestorben ist. Am 10. Februar starb in Rom Papst Pius XL, am 15. Februar der langjährige belgische Ministerpräsident Ja spar, am 6.März der rumänische Ministerpräsident Miron Ch r i st e a, am 3. April, erst 28 Jahre alt, König Ghazi von Irak, am 27. Juni der italienische Kammerpräsident und Vater des Außenministers C i a n 0 , 63jährig, am 23. August der erfolgreiche bolivianische Staatspräsident German Busch durch ein Attentat, am 1. November der frühere ungarische Ministerprrfi- dent Koloman vonDaranyiund schließlich Mitte Dezember der Präsident von Panama, Arose m e n a.
vember.starb Generalfeldmarschall Herzog Albrecht von Württemberg im 75. Lebens- fahr. In diesem Zusammenhang sei auch eines der Flugpioniere der jungen deutschen Wehrmacht gedacht, des Hauptmanns Freiherr von Moreau, der bei einem Erprobungsflug abstürzte. Er ist besonders bekanntgeworden durch die Teilnahme an dem Ozeanflug Berlin—Neu York—Berlin und an dem Flug Berlin—Tokio.
Und Goethe? Wir sehen ihn viel zu sehr alM abgeklärten „Olympier", viel zu sehr als Mann der Kunst! Daß er aber als Minister des weimarischen
Die Einführung einer bestimmten Zeitrechnung (wissenschaftlich spricht man von der fo genannten "Aera") ist von größter Bedeutung für die Kultur- Menschheit; sie war die Voraussetzung jeder exakten Geschichtsschreibung, und erst mit ihrer Hilfe kann man überhaupt den zeitlichen Ablauf und damit die Wechselwirkung historischer Ereignisse genau verfolgen. Als man noch keine einheitliche Jahreszäh. luna kannte, halfen sich die Geschichtsschreiber notdürftig, indem sie wichtige und allgemein bekannte Ereignisse zum zeitlichen Vergleich heranzogen. (Also etwa: Im 2. Jahre nach dem Tode des Königs fand eine große Volkszählung statt.") Die Festsetzung eines bestimmten Tages als den Beginn des Jahres „1" war «ine gewallige Neuerung, die sich immer erst nach schweren, langwierigen Kämpfen allgemein durcksetzen konnte.
Ein lehrreiches Beispiel hierfür stellt die Geschichte unserer Zeitrechnung, der „christlichen Aera" dar. Unsere Zeitrechnung ist ja keineswegs etwa im 1. Jahrhundert, sondern erst im Jahre 525 durch ben römischen Abt Dionysius Cxiguus begründet worden. Diese Tatsache erklärt sich dadurch, daß das Christentum erst viele Jahrhunderte zu kämpfen hatte, bis im Ab end lande der heidnische Glaube besiegt und endgültig überwunden war. Solange sich das Christentum bei den Völkern Europas noch tticht durchgesetzt hatte, war ja gar nicht daran zu beyken, daß di« verschiedenen Nationen ihre geschichtlichen Ereignisse nach der Geburt Chnsti datieren sollten. Im Jahre 525 nach unserer Zeitrechnung richtete nun der W Dionysius im Auf- traae des Papstes Johannes I. eine groß« Oster- täfel für die Folgezeit ein. Er setzte dabei als wich- jjji“* Greifl™5 Christentums die Geburt Christi an den Anfang der neuen Zeitrechnung. Er Zahlte die Jahre „ab incarnatione domini“, d. h. von der Menschwerdung des Herrn an, und zwar nrnr Mes nach der alten römischen Jahreszählung der 1 Januar des 754. Jahres nach der Gründung der Stadt Rom. Heute wissen wir, daß dem Abt M feister weltgeschichtlich bedeutenden Tat, seit der meil d,e c '^bche Zeitrechnung Überhaupt existiert, ein 1 - ist; er hat sich UM mindestens
,mtt I Schicht foii ir . 7 Jahre geirrt! Die Geburt
ristt fiel m Wirillchteü nicht auf das Jahr 1, j Gehurt" *’Wc,TTl,(j& auf da; Jahr 5 „vor Christi
' hatte die christliche Zeitrechnung noch viel« Jahr- l Hunderte um ihre allgemeine Anerkennung zu > kämpfen. Um das Jahr 800 begann die Kanzlei ! Karls des Großen ab und zu danach zu rechnen; i im allgemeinen zählte man überall noch nach „Jn- 1 diktionien" (das find 15jährige Steuer Perioden, bi« : im römischen Reiche üblich waren), oder nach dem 1 Regierungsantritt des Landesfürsten. Im Testament Karls des Großen sind noch alle diese verschiedenen Methoden nebeneinander verwendet. Es heißt darin: „Beschreibung und Verteilung, die vorgenommen wurde vom höchst ruhmreichen und frommen Herrn Karl, Kaiser und Augustus, im Jahre der Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus 811, im 43. Jahre feiner Regierung im Franken reiche, im 36. ber Regierung in Italien, im 11. Jahre seines Kaisertums, in der vierten JMktion". Der endgül- trge Sieg der christlichen Aera zog sich noch bis ins 10. Jahrhundert hin; erst dann fand ste im Abend- lande allgemeine Verwendung.
Daß di« römischen Geschichtsschreiber die Jahre gewöhnlich von der Gründung ihrer Stadt ast zählten, wurde schon erwähnt; oiese Tatsache zeigt, daß damals die Stadt Rom der wahre Mittelpunkt der Welt war. Nach unserer Zeitrechnung müßte der denkwürdig« Gründungstag auf den 21. April 753 v. Chr. fallen, aber dies ist natürlich noch viel fraglicher und unbestimmter als der wahre Zeitpunkt von Christi Geburt. Die römisch« Rech- nung wurde übrigens auch erst sehr spät — nämlich im 1. vorchristlichen Jahrhundert — von dem Schriftsteller Terentius Varro eingeführt.
Ein weiterer „Geburtstag" der Weltgeschichte war der 8. Juli 776 v. Chr. An diesem Tage siegte Koröbos bei den olympischen Festspielen, dem größ- ten Nationalfeste ber Griechen. Griechenland war damals in viele Kleinstaaten ausgeteilt, deren Vertreter alle 4 Jahve bei den olympischen Festspielen im Wettkampfe zusammentrafen. Seit dem Jahre 776 wurden regelmäßig die Sieger ausgezeichnet, und man setzte dieses bedeutende Ereignis später an den Anfang der griechischen Geschichte. Man rechnete also in soaenannten Olympiaden (bi« Zeit- räume von 4 Jahren, die zwischen zwei olympischen Spielen vergehen), und di« Schlacht von Salamis (480 v. Chr.) fand demnach, wie man leicht nachrechnen kann, im 1. Jahre der 74. Olympiade statt.
Eine ganze Reche von Völkern und Religionen beginnen ihre Zeitrechnung mit dem Tage, an dem b«r erste Mensch von Gott erschaffen wurde. Daß über diesen Dermin die Ansichten allerdings sehr weit auseinanderaehen, zeigt sich schon daran, daß die einen dieses bedeutungsvolle Ereignis auf das Jahr 6984, andere bloß auf 3483 vor Christi Ge- burt ansetzen! Lange Zeit rechnete z. B. bi« griechisch-orthodoxe Kirche mit einer solchen 2Iera, deren Anfangstag ber 1. September 5509 v Chr. war. In Rußland wurde oiese Zeitrechnung erst am 1. Januar 1700 durch Peter den Großen abgrichafft. Die M 0 h a m m e b a ne r setzen ein ganz anderes Ereignis an den Anfang ihrer Geschichte. Am 16. Juli 622 mußte der Prophet vor seinen Feinden von Mekka nach Medina flüch- t/n. Mit dieser berühmten Flucht, ber sogenannten Hedschra, begann das mohammedanische Jahr 1.
reutschen Lebens für neue Saat und Frucht bereist Besinnliche Einkehr und täterische Besessenheit ind die Grundkräfte feiner Natur. In einsamer Klosterzelle ringt er um Gott und Glauben, über« etzt als „Junker Jörg" in fast gelehrter Abgeschlos. enheit die Bibel, eines ber gewaltigsten Werk« deutscher Sprachgestattung. Und derselbe Mann hat Kraft, Feuer und Mut genug, um sich als leiden« chaftlicher »Ankläger zum Sprecher der Zeitprobleme zu machen. Er vertritt vor dem Kaiser auf bem Wormser Reichstaa mit germanischem Freimut das Recht seines Gewissens, einfach, „weil er nicht anders kann". Rastloser Mann der Feder, schafft er eine Fülle unvergänglicher Werke und greift doch anderseits entscheidend in die politischen Verhältnisse ein,um seinem ungeheuren Traum von einem neuen deutschen Volkstum auch prakttsch zum Durchbruch zu verhelfen.
Lucher, dem Erneuerer deutschen Wesens, ist unmittelbar ber ritterliche Streiter Ulrich von Hutten gesellt. Auch sein Bild hat in deutscher Dolksüberlieferung mythische Gewalt, auch sein Wesen speist sich aus dichterischer Traumschau und tatgespanntem Wirklichkeitssinn. In ber Jugend hatte sich Hutten der humanisttschen Bildungswett zugewandt, aber er verspann sich nicht in die Studie rstube wie viele seiner Zeitgenossen, sondern trebte aus der Welt der Bücher hinaus zum Kampf n die Ebene ber Zeit. Ritter unb Volksmann in chöner Einheit, waren Schwert und Feder fein Ge- roaffen. Er hätte sich ein beschauliches literarisches Dasein leisten können. Daß er sich selbst aoer als Humanist und Künstler zu einem ruhelosen Wanderdasein verurteilte — dies kennzeichnet ihn als deutschen Mann und Kämpfer. Nur in Sturm und Gefahr fühlte er sich wohl, und die herrlichsten Streitschriften und Gedichte sind aus dem Wander- tum und Daseinskampf geboren. Es gehört zu seinem Bilde, daß seine Persönlichkeit mythenbildend werden konnte: er selbst ist der Urheber der Hutten- Legende, gewirkt aus Traumkraft und Tatgeist!
Und der Philosoph auf dem Throne, Friedrich der Große? Wie ist er beschwingt von Besinnlichkeit unb wie gespannt von täterischem Willen! Aus der beschaulichen Idylle von Rheinsberg, wo er sich den schönen Künsten und Wissenschaften hin- gab, wurde er durch Wirrnisse ber europäischen Politik jäh herausgerissen unb focht mit dem Degen in der Faust für Preußens Ehre unb Größe! Mit Ergriffenheit hören wir von seinem Vorleser während des Siebenjährigen Krieges, wie er in verzweifelten Nächten zur geliebten Flöte griff ober seine Gedanken auf die Welt ber antiken Klassiker lenkte!
Die Dartei verior im letzten Jahre weiterhin einige ihrer ältesten Mitkämpfer. Am 12. Februar starb der Gauleiter Hubert Klausner, 45 Jahre alt. Er war seit 1933 Gauleiter der illegalen NSDAP, in Oesterreich und wurde 1938 Vertreter des Reichsstatthatters und Innenminister. Am 13. März starb der frühere Berliner Polizeipräsident Konteradmiral vonLevetzowim68. Lebensjahre in Berlin. Am 25. März ging der Reichsärzteführer,
Geist und Tai.
Naturverbundenhett und Gemüt, Schauen unb Gestalten, Traum und Tat waren seit je Grunv. kräfte deutscher Art. Daß wir diese Anlagen und Kräfte als Gegensätze empfinden, liegt meist daran, daß wir in einer vordergründigen, ^alscheu -trb lichkeitsauffassung befangen bleiben und oenernt haben, auf den ttefen Zusammenklang dieser D'nqe zu achten. Wie oft klingt uns aus unserer Umgebung die Redensart entgegen: „Das ist ein Träumer!" oder „Ist bas ein romanttscher Mensch!" Wir meinen damit, daß ber ober jener wirklichkeitsfremd ober weltfern fei. In Wahrheit gibt es „Wirklichkeitsmenschen", bie vor jedem Zugriff des Schicksals zittern, unb „Romantiker", bie im Sinnen unb Träumen, in Fühlen und Tun wirkliche Helden des Lebens sind. Tatsächlich gibt es keine irgendwie große Tat ohne vorausgeaangenen Traum, und ob wir uns dessen bewußt sind oder nicht, Ideen bauen unser Leben! Gerade wir Deutschen leben gemäß unserer innersten Seelenanlage dauernd in der Spannung zwischen Traum und Tätertum, zwischen Besinnlichkeit und Tatkraft. Die Geschichte des deutschen Genius ist beispielhaft für diese Grundtatsache.
In diesem besonderen Sinn« hat Alfred Rosenberg in seinem „Mythos des 20. Jahrhun- berts" bie Feststellung gemacht: „Es wird einmal eine Zeit kommen, in ber di« Völker ihre großen Träumer als die größten Tatsachenmenschen verehren werden. Jen« Träu-
ernsthaft xu bestürmen, das kann wahrhaft den deutschen Menschen nicht weiter beunruhigen. Im Geaenteil, es muß ihm ein erhöhtes Gefühl der Sicherhrit tfnb Zuversicht auf den endlichen Sieg geben. Der Stand am Westwall ist auch heute der gleiche wie vor vier Monaten, nur mit dem bedeutsamen Unterschied, daß die deutsche militärische Uöberlegenheit sich nicht nur in der Festigkeit des Westwalles als orelmeyr in der hohen kriegerischen Tugend der an der Westfront eingesetzten Truppen zeigt. Zahllose Späh, und Stohtruppunternehmun- aen, zahlreiche kleiner« und größere Siege in den Teilhandlungen am Westwall haben das bem ganzen Volte und der Welt vollkommen bewiesen.
Noch weiter aber spannt sich bas Ergebnis bes Siegeszuges im polnischen Raum, der diesen von England uns aufgezwungene Krieg notwendiger- weise einleiten mußte. Di« fade Hoffnung unserer Gegner, auf die, in Wiederholung bes Weltkrieges, gewünschte Bindung Deutschlands an zwei Fronten ist zu schänden geworden. Unser Rücken ist frei, frei in schier endloser Weite. Der Vertrag mit Rußland hat das ebenso bewiesen, wie das Zunichtewerben aller englischen Pläne, etwa über ben Balkan, wie 1915 von Salontki aus, ben Flankenstoß in eine verwundbare Stelle Deutschlands aus führen zu können. Wenn auch die Türkei, in völliger Verkennung chrer Lage unb ihrer früheren Bundesgenossenschaft, englischen und französischen Ratschlägen das Ohr gibt, so haben doch die Balkan st aalen, voran Rumänien und die anderen, keinerlei Lust, abermals für allein britische Interessen ben Bestand ihrer Staaten aufs Spiel zu setzen. Nimmt man bie Not ber von England täglich geschändeten Neutralen hinzu, so steht auf der Habenseite Japan, welches bem englischen Ansehen nicht nur schweren Abbruch tut, sondern als die beherrschende Vormacht im Fernen Osten ben Einfluß Englands nicht mehr duldet, so ist es im Mittelmeer Italien, welches wachsam und sorgfältig auf der Hut ist und sich bereit hält, bann einzugreifen, wenn italienische Belange und eine ernschafte Gefährdung der Achs« bas erforber. lich machen. Daß bie Richtung bann gegen den Zwangsherrscher im Mittelmeer, gegen England, gestellt ist, daran ist kein Zweifel.
Ganz anders als im Wettkrieg stellt sich unser« Lage heute dar. Nicht mehr wie vor 25 Jahren schon um die Wende 1914/15, stehen 134 Millionen Deutsche unb Oesterreicher gegen 732 Millionen ber Entente mit ihren farbigen Völkern, nicht mehr 25 Staaten gegen einen. Und nicht mehr breioiertel ber Bevölkerung ber Erde gegen die ausgebluteten Mittelmächte in ber belagerten Festung bes beut» fchen Herzens Europas: das Großdeutsche Reich sicht heut« allein im Kampf gegen England, dessen Dominien nicht abermals bie zärtliche Neigung haben, die Waffenträger für bie rein britischen Interessen zu stellen, und dessen einziger Bunbes- ■ genösse Frankreich in Erkenntnis bes furchtbaren i deutschen Gegners alles tut, um dem blutigen Aus- ; trag des verstossenen polnischen Beistandsverttages < aus bem Wege zu gehen. 1
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MaMt&aße 29/30 - Z'u
Sind somit politisch und mMärgeographisch bie Grenzlinien, scharf gezogen, so bi«tet bas rein militärische Bild noch ganz andere Ausblick«. Der Krieg gegen England beginnt in bi« entscheidende Entwicklung zu treten. Schon ber erste Luftvorstoß Englanbs im September auf Wilhelms- Haven war kläglich gescheitert, und viele Wochen brauchte bann England, um sich in feine Rolle hineinzufinden, baß es, außer Frankreich, keinen anderen $ßaffenträger mehr auf bem Festlande fand, ber die Jahchunderte alte Ueberiteferung fort- sttzen wollte, für bas britische Empire sich totschla- gen zu lassen, um nachher ohne Lohn auszugehen. Eben dies« Wochen benutzte die Führung ber deutschen Wehrmacht, um, nachdem bie Fronten einmal ab gesteckt waren, England zu zeigen, wem es allein jetzt gegen üb ersteht. Sehr schnell wurde die Herr- schäft Englands in ber Nordsee in Zweifel gestellt unb gebrochen. Zahlreiche britische Krieasschiffe aller Größen urtb Werte sanken auf ben Meeresgrund ober murbi’n so beschädigt, daß sie für Monate und 2ahre au^ der Gefechtlinie ausfallen. Kriegsmarine und Luftwaffe wetteifern miteinander, in Vorstößen unter und über dem Wasser und in der Lust Britannien zu zeigen, daß nach bes Führers Worten England heute nicht mehr die Vorzüge seiner insularen Lage hat. Kaum ein Tag verging, an bem tticht in England und bann auch in Frankreich Fliegeralarm war, kaum ein Tag, an dem nicht deutsche Kriegsschiffe unb Luftfahrzeuge sich an allen Küsten Englands unb über bem franM scheu Bob en zeigten, und wenn in ben letzten Wochen deutsche Zri- tungen Erkundungsergebnisse dieser Flüge bildhaft zeigten, so konnte man nur mit größter Zuversicht urtb Genugtuung das Geleist't- seststellen. Die Der- senkung von weit über eine Million Hanbelsschisfs- nnim, woran deutsche Kreuzer urtb U-Boote wesent- "ch beteiligt sind, urtb bie schwere Schädigung ber Neutralen durch die englischen Minenfelder sind mei- tere bittere Zeichen für bi« Vereinsamung unb ben Abstieg Englands.
Wenn bann England, nach dem verständlichen schmerzlichen Verlust des Panzerschiffes „Admi- ral Graf Spee", bie Stunde für den eigenen Stoß nun gekommen glaubte, so bewies ihnen die angriffsfreudige Erbitterung der deutschen Luft- waffe in ben letzten Großgefechten über ben Was- fern, daß die Herrschaft über ben Luftraum ber Norbsee uns allein gehört. 36 abgeschossene englische Kampfslugzsuge und 23 vernichtete britische Vorpostenschiffe sind noch in allerbester Erinnerung. Unb wenn es dem Kapitänleutnant Prien und anderen tapferen U-Boots-Kommandanten gelang, einzelne brittschs Kriegs-schifte zu torpedieren, so wird es heute leider keinen Weddigen mchr geben können, der in wenigen Minuten drei englische Schlachtkreuzer fast gleichzeittg auf ben Boden des Meeres befördert: foviele Einheiten zusammen wagt England nicht mehr in die Nordsee zu schicken, bie Schlachtflotte Englands ist zersprengt und wird ver- steckt gehalten, sie hat sich der Herrschaft über bie Nordsee selbst begeben. „Rule Britannia the waves” gilt nicht mehr in demjenigen Seegebiet, das uns zunächst interessiert, in der Nordsee, bem Kampf- gebiet ber künftigen Entscheidungen um die britischen Inseln in bem jetzigen Krieg«, ben Deutschland gegen England führen muß, wenn es fein Leben als Volk und Staat in bie tausendjährige Ewigkeit
""Ken unb erhalten will.
2n ben T"''lhandlungen des kriegerischen Ge- schehev-^ Zicken .--ir ben großen Zug ber Dinge, bei bem es ums Letzte geht, unb ber Zusammen- Hang ter Geschehnisse wird dem klar werden, wenn die Stunde der Abrechnung mit England nach bes Führers Wilu. ist So' gesehen, erhält dieser Krieg allein seinen wöhr^.. ^■mn, so allein erkennen wir bie harte Notwendig-
’ ’^rer Aufgabe, so allein haben wir uns funben uno so nur w/? mir ben Sie« a«l unsere Fahnen. W nn in rnfeon b^Mcnl Lande dazu noch bi« emsig« und sorgfältige Arbri ;


