30 Nov (Europapreß.) Gegen Ende I t e t geblieben ift, sind die Hoffnungen auf bessere riegsmonats ^bessirmen in England Handelsbeziehungen mit Rußland, besonders hm- nnuhungen, die Fassade der natio- sichtlich russischer Lie erungen von Gruben-und
Es hat seinen Auftrag voll durchführen
Bauholz, die für England von größter Wichtigkeit sind, sehr gering geworden.
Luftkampf über Rorthumberland.
Angriff eines englischen Jagdflugzeuges erfolgreich abgeschlagen.
betes ist der polnische Geistliche Mieszkis- U ze r ski. In dem Gebet heißt es u. a.:
„£), Herr, leihe unseren Händen Kraft, Dortrefflichkeit den Kanonen, Ausdauer den Tanks, Unsichtbarkeit den Flugzeugen, Flüssigkeit und Allgegenwart den Gasen,
Verleihe ihnen die Zeichen, die deiner heiligen Liebe gleich sind ...
Mögen ihre Frauen und ihr Land unfruchtbar werden, mögen ihre Kinder betteln gehen und ihre Töchter der Schändung anheimfallen!" usw.
Gandhi dtoht mit Rebellion.
Amsterdam, 30. Nov. (DNB. Funtspruch.) Rach einem Bericht des „Manchester Guardian" aus Neudelhi hat Gandhi gedroht, daß Nichtan- nähme des Vorschlages der indischen Kongreßpartei, eine Verfassunggebende Versammlung einzuberufen, eine sofortige Aktion der Inder unvermeidlich mache. Gandhi habe dabei darau hingewiesen, daß die britischen Interessen in Indien niH mit den wirklichen indischen Belangen übereinstimmten. Er habe der Meinung Ausdruck gegeben, daß nur noch eine Einigung Indien vor der katastrophalen Rebellion retten könne. Gandhi glaube, daß die britische Regierung das stärkste Hindernis für die Annahme der Kongreßvorschläge sei. Denn die Kongreßpartei habe sich damit einverstanden erklärt, vorher die Zustimmung der hauptsächlichen indischen Minderheiten einzuholen, bevor irgend ein Entwurf durch die verfassunggebende Versammlung behandelt werde. Zuverlässige Beobachter, so schreibt der „Manchester Guardian" abschließend, glaubten nicht, daß die gegenwär- tige gespannte Lage in Indien länger als noch wenige Wochen andauern könne.
Wie das amerikanische Aeulrali- Wgesetz umfangen wird.
Flugzeugüberführungen nach Kanada.
DerVerichi des Oberkommandos der Wehrmacht.
Berlin, 29.Nov. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Westen keine besonderen Ereignisse.
Englische Flugzeuge versuchten wiederum über die o st friesischen Inseln nach Nord- Westdeutschland einznfliegen, ohne jedoch die deutsche Küste zu erreiä^n. Hierbei wurde der Fliegerhorst Borkum angegriffen. Schaden wurde nicht angerichtet.
Wie bereits durch Sondermeldung bekanntgegeben, ist ein britischer schwerer Kreuzer der „Londou"-Klasse durch Kapitänleutnant Prien östlich der Shelland-Inseln torpediert und vernichtet worden.
England am Ende des dritten Kriegsmonats Ein Blick hinter die Fassade der nationalen Einigkeit.
Rundfunkgeräte für die Feldtruppe.
Berlin, 29. Nov. (DNB.) Die vom Reichs- Minister Dr. Goebbels im W e h r m a ch t w u n f ch - konzert gestifteten Rundfunkgeräte sollen aus« schließlichder Feld truppe zugute kommen. Ihre Verteilung ist daher nach dienstlichen Erfor- dernissen bereits geregelt. Die zahlreichen Wünsche, die von Heimatdienststellen und Privatpersonen, auch von Angehörigen der Fronttruppe an den Reichsminister für Volksaus» ttärung unb Propaganda unmittelbar gerichtet wurden, können daher nicht berücksichtigt wer- : den. Wegen der großen Zahl der Anfragen ist Ein- zekbeantwortung der Briefe nicht möglich.
Wieder ein englischer Dampfer durch Minenexplosion vernichtet.
Berlin, 29.Nov. (DNB.) Der englische 100» Tonnen große Dampfer „R u b i s l a w' ist an dec Südostküsie Englands auf eine Mine gelaufen und in zwei Minuten gesunken. 13 Mann der Besatzung sind umgekommen, 14 konnten: gerettet weÄen.
Aus aller Wett.
Schwere Explosion in französischer Flngzeugsabrlk.
Aus einem Aufruf der französischen Regierung, j in dem zahlreiche Arbeiter einer staatlichen Flug- i zeugfabrik wegen besonderer Verdienste im Interesse der Landesverteidigung amtlich genannt wer» ; den, geht hervor, daß sich am 18. November in der i „Soctetö Nationale de Construction Aeronautique de Sud-Est" eine schwere Explosion ereignete, und z zwar in der Schweißerei, wo sie einen Brand und anschließend den Einsturz des ganzen Gebäudes zur Folge hatte. Ihre Ursache ist nicht bekannt. Zahl- | reiche Arbeiter kamen dabei ums Leben.
Bollstreckung eines Todesurteils.
Am 29. November 1939 ist der am 15. November 1913 geborene Ewald Wieczorreck Hingerichte! worden, der vom Sondergericht Hamburg am 7. November 1939 in Bremen wegen Verbrechens nach § 2 der Verordnung gegen Volksschädlinge vom! 5. September 1939 zum Tode verurteil! worden war. Der bereits wegen Diebstahls vorbestrafte Verurteilte hatte in der Nacht vom 19. zunr 20. Oktober 1939 unter Ausnutzung der Perdunke« lung einen Volksgenossen, der sich nach Arbeite- schluß allein auf dem Heimweg befand, über« fallen, mit dem Messer auf ihn eingestochen tun ihn beraubt.
Mit großer Sorgfalt und viel Mühe hatten die Franzosen in der kurzen Zeit, wo ihre Vorposten <ruf dem deutschem Grenzboden standen, bereits Gräbensysterne ausgehoben und sich auf eine Verteidigung eingerichtet. Die zahlreichen Gefangenen und viele Beutestücke bewiesen, daß der Gegner ost überrascht und fluchtartig die Stellungen hatte räumen müssen. Damit wurde die bisher einzige Bewegung des Krieges im Westen abgeschlossen. Die Zahl der für diesen Bewegungskampf eingesetzten Truppen war relativ gering gegenüber jenen Kräften, die an diesen Gefechtshandlungen tatsächlich hätten teilnehmen können.
London, 29. Nov. (Europapreß.) In welcher Weise die Vorschriften des amerikanischen Neutralitätsgesetzes, nach denen der Transport von Kriegs- fluazeugen über die amerikanische Grenze auf dem Luftwege verboten ist, umganaen werden, beschreibt die „Times" in einer Depesche aus Ottawa. An der amerikanisch-kanadischen Grenze südlich der Stadt Coutts in der kanadischen Provinz Alberta sind auf beiden Seiten der Grenze Flugplätze angele gt worden, die durch eine schnurgerade Straße von ungefähr % Kilometer Länge miteinander verbunden sind. Die Flugzeuge landen, wenn sie von der Fabrik kommen, auf dem Flugplatz, der sich auf amerikanischer Seite befindet, und werden dann auf der Strah-e bis dicht an die Grenze gefahren. Da die kanadischen Militärflieger sich der Gefahr der Internierung aussetzen würden, wenn sie die Grenze überschreiten, werden die Flugzeuge dann m i t einem Seil, das von der kanadischen Seite über die Grenze geworfen wird, nach Kanada
Das Giftgasgebet.
Christentum, englisch-polnisch verstanden.
Berlin, 29. Nov. (DNB.) Die bekannte Tatsache, daß die englischen Giftgaswerke, deren Hauptaktionär der englische Ministerpräsident ist, ihre entsetzlichen Lieferungen an Polen richteten und auch bald die verheerende Wirkung am deutschen Soldaten nachzuprüfen vermochten, wird jetzt auf besondere Art beleuchtet. Der „N e i ch s w a r t" veröffentlicht aus einer polnischen Broschüre „W o y n a", die unmittelbar vor dem polnischen Kriege erschien, ein Gebet, welches in Abscheu erregender Form den Geist englisch- polnischen „Christentums" atmet Verfasser, des Ge-
Als der Polenfelbzug siegreich geschlagen war und viele Divisionen aus dem Osten an den Westen kamen, schwand beim Gegner jegliche Hoffnung, auch nur einen Schritt weiter in deutsches Gebiet eindringen zu können. Schon der erste, tastende Versuch der Franzosen, während der Belastung unserer militärischen Kraft durch den Polenfeldzug bis an den Westwall heranzukommen, war mit überlegener Feuerkraft abgewiesen worden. An einen Durchbruch der deutschen Verteidigungszonen konnte er niemals ernsthaft auch nur denken. Wir Deutsche haben an das Versprechen des Führers, der Westwall ist unbesiegbar, auch vor Beginn des Krieges geglaubt. Unsere Gegner holten sich den Beweis hn vernichtenden Feuer der deutschen Abwehr.
Als nach Beendigung des polnischen Fewzuges die Wucht der vermehrten deutschen Truppen im Westen noch stärker spürbar wurde, zogen sich die französischen Vorposten unter den kräftigen Schlägen der nachstoßenden deutschen Regimenter bis au die Reichsgrenze zurück. Von dem groß aller Welt verkündeten französischen Vormarsch in deutsches Gebiet blieb nur eine klägliche Entschuldigung übrig, das „eroberte" Gelände aus „taktischen" Gründen wieder geräumt zu haben, um bessere Stellungen für den Winter zu gewinnen. In wenigen Tagen waren die französischen Vorposten aus ihre Ausgangsstellung zurück ged rängt. Hierbei ift es interessant, über^nftimmend von deutschen Offizieren an allen Teilen der Front die Feststellung zu hören, daß Frankreich wohl politisch die Zurückhaltung des Führers, die deutsch-französische Grenze achten zu wollen, nie gelten lassen wollte und nicht anerkannt hat, jedoch in militärischer Hinsicht stets damit rechnet. Die kleinen Kampfhandlungen unmittelbar an der Grenze, die in ihrer taktischen Durchführung an den oft winkligen Verlauf der Grenze gebunden sind, lassen erkennen, daß der Franzose aus dieser deutschen Zurückhaltung französisches Gebiet zu schonen, stets militärische Vorteile zu ziehen suchte. Damit erkennt der Franzofe militärisch an, was er politisch den Deutschen nie zugeben wollte. Zu einem wirklich entscheidenden Vorstoß fehlte dem Gegner der starke Wille zum letzten Einsatz.
Jetzt erleben wir im Westen die Erscheinung eines modernen Stellungskrieges, der sich nicht mehr wie tm Weltkriege in den Gräben ab- spielt, sondern sich auf die Bunkerlinien stützt. Dort liegt die entscheidende Widerstandskraft. Die taktisch wohl überlegt eingesetzten Vorposten halten unmittelbar Wacht an der Grenze. Auf Grund der starken Befestigungszonen der Dunker- linien kann es der Feind nicht wagen, in das deutsche Vorfeld einzudringen, ohne sich dem vernichtenden Abwehrfeuer der deutschen Vorposten auszusetzen, die sich trotz stärkster Belastung durch feindliches Feuer mit zäher Widerstandskraft verteidigen und durch ihr heldenmütiges Ausharren bereit sind, den ersten Stoß eines feindlichen Angriffes aufzufangen. Dor dem unerschütterlichen Wall im Westen Mit seinen unzähligen Bunkern, die sich in endloser Kette durch das Grenzland ziehen, muß jeder noch so starke Ansturm zusammenbrechen.
Die Soldaten im Vorfeld waren die Träger der bisherigen Kämpfe. Sie haben den modernen Krieg kennengelernt. Die Einsamkeit des Vorfeldes mit der ungewissen Stille, die jeden Augenblick von der Gewalt einer tödlichen Feuerkraft unterbrochen werden kann, die stets lauernde Minengefahr, die stolze Gewißheit, bei Spähtruppuntemehmungen als einfacher Soldat auf sich allein gestellt seine ganze, junge Kraft einsetzen zu können, gibt dem Kampferlebnis des Westens sein Gepräge. Es ist im allgemeinen nur ein „Kleinkrieg" mit „nur geringer Artillerie- und Spähtrupptätigkeit", fast eine persönliche Auseinandersetzung der jeweils gegenüberliegenden Truppen. Das entsicherte Gewehr und die in den Stiefelschaft gesteckten Handgranaten sind die Kenzeichen dieser Kampfhandlungen. Wohl sind sie für das Gesamtgeschehen scheinbar unbedeutend, und doch erfordern sie von jedem einzelnen das Höchste und den tapfersten Einsatz, den er zu geben vermag. Wachen und Warten! Bereit sein und stark bleiben! Aufklären und vorstoßen! Deutsch und soldatisch sein! Das ist die Haltung unserer Soldaten im Westen, die sich aus der bisherigen Lage ergab und ergeben mußte.
* * Kurt Günther.
Fünffacher Lustmörder vor Gericht.
Vor dem Sondergericht München be« gann die Verhandlung gegen den fünffachen Lust« mörber Johann Eichhorn aus Aubing bei Mün« chen. Der 32jährige Verbrecher, dessen Untaten bis zum Jahre 1931 zurückreichen, hat außerdem in5* gesamt 90 Ueberfälle auf Frauen und Mädchen. auf dem Gewissen. Er hatte mit seinen Umtrieben , seit Jahren München und Umgebung auf schwerste beunruhigt, um so mehr als es trotz aller polizeilichen Nachforschungen erst tm Januar IMi gelang, das Doppelleben des Verbrechers aufzr« decken. Eichhorn lebte nämlich zusammen mit feinet Frau und zwei Kindern in dem Münchener Dor« ort Aübing und galt dort als anständiger MensÄ- Eichhorn hat in den Ifarauen bei Kloster Schäftlarn! km Oktober 1931 ein lOjähriges Mädchen aus SW
halten kehrt, können.
London, L». —
des dritten Kriegsmonats beginnen in England trotz aller Bemühungen, die Fassade der nationalen Einigkeit aufrecht zu erhalten, die sachlichen Meinungsverschiedenheiten der verschiedenen Parteien mit großer Schärfe hervorzutreten. Die englische Regierung wehrt sich daaegen mit ähnlichen Mitteln wie im Weltkriege, d. h. durch eine Ein- chränkung der Machtvollkommenheit )€ 5 Parlaments. Als erster Schritt hierzu ist die Aufhebung des Rechtes der Abgeordneten auf Einbringung von Gesetzesvorlagen anzusehen. Für die Dauer des Krieges erhält die Regierung damit ein Monopol für die Initiative zu neuer Gesetzgebung. Die Mißstimmung über diese Maßnahme kam in den Reden der Opposition sehr deutlich zum
Auf Wilsons Spuren.
Chamberlains
Zukunstsbild ein Hirngespinst.
»rüffel, 29.Nov. (Europapreß.) Die rexistische Zeitung „Le Pays Rsel" macht sich lustig über die „rührselige Skizze" eines zukünftigen Europas, wie sie Chamberlain in feiner letzten Rede entworfen habe Mit Recht, so meint das Blatt, habe Chamberlain selbst das Wort „utopisch" gebraucht, denn es handle sich dabei um ein ähnliches Hirn- ge s p i n st, wie es Wilson seinerzeit den Völkern vorgesetzt habe. Wenn man sich, allerdings den ganzen Chamberlainschen Traum ein wenig näher betrachte, müsse man zu dem Ergebnis kommen, daß der englische Ministerpräsident sich als würdigen Sohn seiner Vaterstadt Birmingham erwiesen habe. Denn das Paradies auf Erden, so, wie es Chamberlain sich vorstelle, wäre ein Geschäftsparadies. Da seien vor allem alle Zollmauern gefallen, und der Freihandel floriere so, wie man sich das In Birmingham immer gewünscht habe. Es gäbe in diesem Paradies sicher Murmelbächlein, aber vor allem auch Webstuhle und Stahlwerke, eben genau wie in Birmingham. Heber dem ganzen Paradies aber wehe dann der Union Jack, und mit einem Wort, diese utopische Infel wäre englisch!
Lord Milne warnt vor Illusionen.
Kein Gegensatz
zwischen Führer und deutschem Volk.
Amsterdam, 29.Nov. (DNB.) Im englischen Oberhaus machte Feldmarschall Lord Milne Ausführungen, die im bemerkenswerten Gegensatz zu Der vom Lügenministerium immer wieder in alle Welt verbreiteten Behauptung von dem angeblichen Gegensatz zwischen Volk und Führung in Deutschland standen. Der Feldmarschall sagte, die Last, die auf der britischen Nation ruhe, werde viel schwerer werden als im letzten Krieg. Milne erklärte dann: „Ich fühle, daß die letzte Runde dieses Krieges an der Heimatfront ausgefochten werden wird, und ich bin überzeugt, daß niemand dies besser weiß als unser Feind. Es wird uns gesagt, daß wir ,nicht gegen das deutsche Volk' kämpften. Dies ist eine f eh r gefahr- liche Theorie. Als Soldat sage ich, daß es ein sehr gefährlicher Grundsatz ist, unseren kämpfenden Männern die Idee einzurmpfen, sie würden nicht auf kämpfende Männer an der Front stoßen. Die deutsche Jugend steht, so viel mir bekannt ist, sesthinterihrem Führer, und, obwohl wir vielleicht denken, nicht gegen die deutsche Nation zu kämpfen, kann ich Ihnen versichern, daß die deutsche Nation gegen uns kämpft. Und es sind sehr hartnäckige Leute."
hinübergezogen. Bisher sollen auf Mefe Weise fünfzehn für die kanadische Luftwaffe be- stimmte Schulmaschinen nach Kanada geliefert worden fein, die von der North American Aviation Company in Kalifornien hergestellt waren.
Die Neutralität Rumäniens.
Bukarest, 29. Nov. (DNB.) Der rumänische Außenminister ©a f encu erstattete den Ausschüssen der Kammer und des Senats Bericht. Das mit Deutschland abgeschlossene W i r t s ch a f t s a b ko m- m e n habe sich nicht nur als ausgezeichnetes Mittel für den Warenaustausch, sondern auch als wirkliches Friedensinstrument erwiesen. Fer- ner erinnerte er an die Garantien Frankreichs und Englands und stellte fest: „Wir unterhalten mit allen kriegführenden Großmach-. ten die gleichen Beziehungen und die gleichen Ge- fühle wie früher. „Ein starkes u n d u n a b - hängiges Rumänien ist für die Staaten, die uns umgeben, eine Garantie der Sicherheit. Wir find überzeugt, daß unser Geschick in keiner Weise in Widerspruch mit unserem östlichen Nachbarn steht, und wir glauben an die Uebereinstim- mung der von der Sowjetunion befolgten Friedenspolitik mit der von Rumänien befolgten Unab- hängigkeitspolitik."
Oafencu begrüßte das neue Freundschafts ab kom- men Griechenlands mit Italien. Hinsichtlich der ru- mänisch-ungarifchen Beziehungen glaubte Gafencu Zeichen der Entspannung erblicken zu können. Neu- tralitat bedeute Mäßigung und Zurückhaltung, Hn- Parteilichkeit im Urteil und in der Aktion, nicht jedoch die Abdankung der nationalen Aufgabe, die Rumänien zu erfüllen habe. Daher, sei es auch ge- zwungen, von der Armee eine unaufhörliche Wacht zu verlangen.
Abschließend erklärte Gafencu: „Die Politik, die ich soeben dargelegt habe, ift nicht das Werk eines Ministers oder einer Regierung. Alle Regierungen haben sich diese Politik zu eigen gemacht, und alle königlichen Berater haben sie gutgeheißen. In erster Linie ist sie das Werk König Carols. Es ift eine ehrliche Politik der Verteidigung seiner Rechte."
äußerst vorsichtig und bewußt zögernd in die aus strategischen Gründen freigegebenen, schmalen deutschen Grenzbezirke gerückt, ohne einen direkten Angriff auf den Westwall ansetzen zu können. Die Überall hn Vorfeld sich verteidigenden deutschen Vorposten und nicht zu umgehende Minensperren brachten den Gegner schon unmittelbar nach dem Einmarsch in diese wenigen, kleinen Abschnitten zum Bewußtsein, daß chn in dem deutschen Derteidigungswall die Vernichtung treffen würde.
Bei Saarbrücken und im Bliestal fielen die ersten Schüsse des Westens. Eine durch Pan- zerabwehrgeschütze und Granatwerfer verstärkte Kompanie hielt in einem Abschnitt während der ersten Tage des Krieges den in Stärke von etwa zwei Bataillonen angreifenden Feind auf, vernichtete einen Panzerkampfwagen und brachte das gegnerische Vorgehen zum Stehen. Eine bei diesen Kämpfen verlorene Panzerabwehrkanone konnte von einem Stoßtrupp am nächsten Tage unbeschädigt zurückerobert werden. So überzeugend wiesen unsere Soldaten bereits im Vorfeld den Gegner zurück. Starkes feindliches Artilleriefeuer zeigte, daß der Franzose viel stärkere Kräfte auf Grund der hervorragenden Tapferkeit unserer Soldaten und des Schneides ihres Auftretens vermutete. Unsere Westgruppen hatten während des Polenfeldzuges die Aufgabe, sich in hinhaltenden Widerstand zu ver- leidigen, um den Feind unter möglichst großen Verlusten bis an die deutschen Bunkerlinien heranzulocken, wo er endgültig zum Stehen kommen und sich hätte verbluten müssen, wenn er es roaaen wollte, gegen diesen modernsten Feftungswall der Welt anzurennen. Der Franzose hat es rechtzeitig vorgezogen, schon im Vorfeld Halt zu machen. Nirgends ist er bis an die Bunkerlinie selbst vorgedrungen. Die gewaltige Verteidigung s- kraft des Westwalles hat der Gegner überhaupt noch nicht zu spüren bekommen.
Ausdruck.
Der öffentlichen Kritik chrer Kriegs- und Ge- chäftsführung kann sich die Reaierung mit solchen Mitteln aber nicht völlig entziehen. In der Presse wird sie sogar in einer für Kriegszeiten erstaunlichen Freimütigkeit angegriffen. Solche Angriffe inden sich nicht nur in den Blättern der Oppo- itionsparteien vom Schlage des „Daily Wörter bis zur „News Ehronicle , sondern auch bei den konservativen Massenblättern, von denen der „Daily Expreß" noch einmal die von der Rochermere-Presse und vom „Observer" in der letzten Zeit wiederholt behandelte Fragen aufwirft, ob die englische Erzeugung an Flugzeuaen wirklich so hoch ist, wie sie fein sollte und könnte.
Aus den Ausführungen des Blattes sind einige interessante Feststellungen zu verzeichnen. Zunächst einmal scheint sich trotz der dauernden Beteuerungen über die hohe Qualität der zur Zeit in Dienst befindlichen englischen Flugzeuge bereits nach den Er- ahrungen weniger Wochen die Nottvendigkett ergeben zu haben, „bessere Maschinen, die schneller, stärker und schwerer bewaffnet sind, zu bauen. Der „Daily Expreß" gibt zu, daß während der Umstellung auf die neuen Typen eine Der- langsamung der Erzeugung unvermeid- lich sei. Ferner erklärt das Blatt, daß in industriel- len Kreisen allgemein bekannt sei, daß die Verdunkelungsmaßnahmen die Produktion herabsetzen. Der „Daily Expreß" spricht dann Zwei- fel aus, ob das Luftfahrtministerium von den Möglichkeiten zur Beschaffung von Flugzeugen in den Vereinigten Staaten uiw Kanada genügend Gebrauch mache.
Eine Frage, die in Presie und Parlament in der nächsten Zeit gleichfalls zu für die Regierung peinlichen Fragen und Krittken führen dürfte, ist die der englisch - russischen Beziehungen. Nach der letzten Unterhaltung zwischen Halifax und dem russischen Botschafter Maiski herrscht in englifchen Regierungskreisen in dieser Hinsicht ausgesprochener Pessimismus. Man bezweifelt jetzt, ob das vor einigen Wochen beschlossene Rezept sich als durchführbar erweisen wird. Es lief darauf hinaus, die Russen politisch zu verdammen, zugleich aber wirtschaftlich möglichst weitgehend aus- zunutzen. Auf Grund der ersten Vorverhandlungen war man in London in dieser Hinsicht sehr optt- mifttsch. Nachdem aber der englische Fragebogen über die gegenseitigen Lieferungsmöglichkeiten seit über vier Wochen von Moskau unveantwor-
Reichsminister Or. Goebbels in Danzig.
Danzig, 29. November. (DNB.) Reichswint- ter Dr. Goebbels traf zu einem Besuch im lleichsgau Danzig-Weftpreußen ein. Er wurde von ©autei'ter und Reichsstatthalter Forster begrüßt. Die Danziger würden es nie vergessen, so sagte er, daß Dr. Goebbels den propagandistischen Kampf und die Befreiung dieser deutschen Stadt eröffnet habe. Zum Dank dafür wolle er heute als einstiges Staatsoberhaupt der Freien Stadt dem Minister den einzigen in Danzig gestifteten Orden, das Kreuz von Danzig, überreichen als ein Zeichen der Dankbarkeit und als Erinnerungszeichen des befreiten Danzigs. Reichsminister Dr. Goebbels dan'ke dem Gauleiter herzlich für diese Ehrung und besuchte dann verschiedene Brennpunkte der Kämpft um Danzig, insbesondere die Oxhöfter Kempe, die Kais und Lagerhäuser und den Kriegshafen Goten- Hafen, wo heute die Einwandererzentrale für die Baltendeutschen errichtet ist. Am Abend wies Dr. Goebbels den Leiter des Reichs Propagandaamtes Diewerge in fein Amt ein.
Berlin, 29. Nov. (DNB.) Am Mittwoch sand ein Luftkampf über der britischen Grafschaft Nort- humberland zwischen einem deutschen Aufklärer und einem englischen Jäger statt. Der Aufklärer, der in großer Höhe flog, wurde aus einem Wolkenloch heraus von dem Engländer überrascht und erhielt mehrere Treffer, ohne daß er hierdurch irgendwie in seiner Aktionsfähigkeit behindert wurde. Der englische Jäger flog bis auf 50 Meter an das deutsche Flugzeug heran und wurde von dem MG.-Schützen mit mehreren längeren Feuerstößen abgewehrt. Die deutsche Besatzung stellte daraufhin fest, daß der englische Jäger plötzlich seine an sich günsttge Angriffspositton aufgab und seitlich nach unten in die Wolken abkippte. Das deutsche Aufklärungsflugzeug ift, ohne weiteren Angriffen ausgesetzt gewesen zu sein, w o h l b e - ' '■ in d e n Heimathafen zurückge-


