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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

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Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!

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Cass Hinweisen.

Ine in allen Standorten findet auch in G i e ß e Mi ein Großer Zapfenstreich statt.

rtr 13 sfoffe

ThemaMenschliche Erbbiologie und Rassenkunde . die zweite bchandelt die Rassenhyaiene, beide wer- den in je zwei Teilen und verschiedenen Semestern

Mut der Stadt Gießen

Sinkender Sommer...

tag Nähere über den Zapfenstreich, der in der Zr^yhauskaserne veranstaltet wird, wird noch be- <irt tgegeben. _______________

°esUch

mer, buschiger Kalkhügel, ist ein Blumenkl-inod. Man fände die Blume nur, heißt es, wenn man nicht danach suche. Aber der Telegraphensekretar hat seme Verbindungen, er findet sie, ohne lange nach ihr uchen zu müssen, er weiß um ihr Geheimnis und er hütet es so gut, daß er es nicht emmal ferner Frau verrät, die überdies schlecht zu Fuß rst und ich mit dem Abglanz seiner Wanderungen und Blumenliebschaften begnügen muß Freude erfüllt sein Herz, wenn er am behüteten Ort den goldenen Schuh der Blumensee erschaut und ihn mit unaus» gesprochenen Worten begrüßt, die in keiner Dienst­anweisung für Telegraphie enthalten sind. Und so vergißt er nicht, in seinem Logbuch der Pflanzenwege die Beaegnunq zu erwähnen und den Tag der -olute zu vermerken, beinahe mit wissenschaftlicher Ge­nauigkeit.

Militärischer Zapfenstreich

<(y: 2. August in der Zeughauskaserne.

fcr Standortälteste der Garnison Gießen teilt irumiit:

Iff Führer und Oberste Befehlshaber der Wehr- jiioct hat angeordnet, daß aus Anlaß der 25. Wie- d^Mr des Weltkriegsbeginns der 2. August IW als Feiertag der Wehrmacht zu hat. An diesem Tage werden bei allen Trup- ; ichviülen und Dienststellen Appelle abgehalten, bei die Kommandeure auf die Bedeutung des

Stadtmädel als Helferinnen im Dorf Aus den Iugendgruppen-Erntelagern der JiG.-Irauenschast.

NSG. Ueber Hi.mbach im Kreis Budin- q e n - S ch o t t e n und dem kleinen Dörfchen Schönberg von etwa 250 Einwohnern in der Nähe von Bensheim an der Bergstraße flattern seit einigen Wochen die Fahnen der zwei Äugend­gruppenerntelager des Gaues Hessen-Nassau. Wah­rend in dem kaum 400 Einwohner zählenden Ort im Vogelsberg das Lager in dem hoch auf dem Berg liegenden HJ.-He'im untergebracht ist, woh- nen in Schönberg die Mädel der Jugendgruppen mitten im Dorf. Mitten in landwirtschaftliche Ge­biete wurden so die Lager hineingestellt, um den Bauern treue Helferinnen zur Verfügung stellen zu können. Sie stick» mit 10 bis 20 Mädel belegt, deren Aufenthalt je nach ihren Ferien acht bis zehn Tage und'noch länger beträgt.

In den Lagern ist es über Tag genau so still wie in den Dörfern, wo der Besucher im Sommer kaum einem Menschen begegnet. In dieser Zeit sind die Mädel ausschließlich bei den Bauern. Um sechs Uhr früh stehen sie auf, um 7 Uhr verlassen sie ihr Lager und begeben sich zum Bauern. Der Tag ist dann bis abends gegen 7 Uhr mit Arbeit ausge­füllt, die den Mädeln viel Freude macht. Sie ar­beiten im Garten, pflücken Beeren, find tm Haus­halt der Bauersfrau tätig, helfen ihr das Essen zubereiten oder betreuen die Kinder. Oft gehen sie auch aufs Feld und packen mit zu. Natürlich wer­den von den Mädeln auf dem Feld nur leichte Ar­beiten verrichtet, da sie diese Tätigkeit nicht gewohnt sein können. . v. _ . ,

Die Mädel, die sich freiwillig in die Erntelager unseres Gaues melden, sind zum größten Teil aus den Städten und kommen aus den verschieden-

Er wünfcht nichts anderes vom heiteren Morgen. Vom leliaen Mittag. Andächtigen Sinnes hat er sich zu Füßen einer Pappel niedergelassen, um sich von seiner Wanderung auszuruhen. Die Spitze semes derben Schuhes wird von Grasern umbuschelt. Neben ihm lieat sein Wanderstock von Weißdorn Er be­rücktet^ die schmalblättrigen Blumengestalten, die lulllblauen violettgeaderten Blütenhüllblattev Sie schwanken ein wenig im Wind. Und IN s-"°mH°rz-n snieaelt sich ihr Hochzeitsglanz, mb es die Vogel sich Glückwünsche zurufen und einander ihre fitebeslicoer telegraphieren;

Die friesische Magd.

Don Wilhelm Schmidtbonn. r

Eine meiner Schwestern hatte in ihrem Hause ein Mädchen von einer friesischen Nordseeinsel an­gestellt Sie war von Hause fortgegangen, weil sie . ich mit ihrer Mutter nicht vertrug. Dort war eme Schwester aus zweiter Ehe, die die ganze Liebe der Mutter auf sich zog. v

Blühend von Gesicht wie Milch und Blut, aber unabänderlich schweigsam mitten unter den beweg­ten und erregten Rheinländern, wirkte sie wie em chönes Rätsel. Man wagte kaum sie zu fragen, um hr nicht die Last einer Antwort aufzulegen. Sie ging an den Sonntagen nicht zum Tanz, sie hatte keinen Freund, nicht einmal eine Freundin. Sie machte ihre Einkaufgänge in ihrem ruhigen Schritt dennoch schnell ab, weil sie sich nirgendwo zu einem kleinen Gespräch aufhielt und, wie ein Schiff den Hasen, das Haus so bald wie möglich wieder auf-

Obwohl nicht zu erkennen war, daß sie sich im Hause wohler gefühlt hätte als auf der Straße.

Sie hatte, wenn man ihre Schweigsamkeit als Naturzugabe nun einmal hinnahm, nur einen Feh­ler: sie verbrauchte zuviel Wasser. Um ein Glas zu füllen, verschwendete sie eine Menge, die für einen Krug gereicht hätte. Hatte sie aber einen Eimer zu füllen, so stellte sie chn einfach hm, drehte den Kranen auf und ließ das Wasser ein- und überströmen, während sie anderen Hantierungen nachging, und anscheinend die Wasserleitung ganz ^Jst^nun Wasser auch keine kostspielige Sache, so stört doch jede, auch die geringste Vergeudung in einem Haushalt, zumal, wenn sie regelmäßig, Tag für Tag, geschieht. Es gab also dann und wann eine kleine Zurechtweisung.

Eines Sonntag abends aber kam meine Schwe­ster mit ihrem Mann früher heim, als sie angesagt hatten kurz vor Mitternacht. Sie hörten schon von der Straße aus das Wasser im Hause laufen.

Als sie durch den Garten die Tür erreicht hatten, bemerkten sie, wie unter der Tür her das Wasser heraus und in kleinen Fällen über die Treppen­stufen herablief. r . ,. .

: Erschreckt schlossen sie das Haus auf, drehten das : Licht an und sahen die ganze Treppe vom ersten i Stock herunter zu einem einzigen dünnen Wafser- fall gemacht. Aus der Küche, aus dem Badezimmer drang das Geräusch plätschernden Wassers^ Die Badewanne war längst vollgelaufen, das Wasser

Di not der August der Landbevölkerung ein fast t totes Schaffen, so kehrt dafür in der Stadt eine nVr-tae Stille ein. Er ist ein ausgesprochener 5e= rnmionät, weshalb die Urlaubsvertretungen an der H'jgiorbnung sinb. Ieber, ber irgenbwie kann, strebt vn diese Zeit aus bem Häusermeer, beim mit der HK,»geht der August bekanntlich nicht sparsam um. Sltoings muß es in diesem Monat auch not- WKN' gerweise heiß fein, dennwenn's der August rnchiltochet, bratets der September nimmer."

I- Kreislauf des Jahres ist der August die hohe eii Alles, was die Mutter Erde den Menschen- Liilrn zu spenden weiß, wird jetzt eingebracht oder e s cht ber Reife entgegen. Noch stehen bie Baume i i allem Laub, unb in seinem Schatten gedeihen d e stückte. Bald jedoch werden die ersten Zeichen sommerlichen Wirkens sichtbar werden. Aber tr ir wird auch schon der September vor der Tur fDtin, der mit seinem Farbenrausch der schonen ^«hrszeit den Ausklang bereitet. H. w. Sch.

ften Berufen. Mit viel Freude gehen sie an die Arbeit. Die ersten Tage find natürlich die scher' sten. Die ungewohnte Arbeit bringt manchen Ma­deln den nicht sehr beliebten Muskelkater. Schnell leben sich die Mädel in die veränderten Derhatt- nisse ein. Zwischen ihnen und den Familien herrscht bald das engste Verhältnis. Das Lachen und dos frohe Gesicht, mit dem sie Tag für Tag zum Dauern und wieder zurück in ihr Lager gehen, sind der beste Beweis dafür, wie wohl sie sich in ihrer neuen Umgebung fühlen. Ungern trennen sie sich nach ber vorgesehenen Zeit von der Familie, mitder sie in wenigen Tagen eine herzliche Freundschaft Ä Bauern bedeutet die Arbeit der Mädel eine große Hilfe. Sie sind der NS.-Fvauenschaft bankbar, daß sie die Erntelager errichtet hat. Vor allem die Bäuerinnen sagen, daß sie durch den Einsatz ber Jugendgruppen wesentlich entlastet wer­den. Mit ihrer Arbeit sind sie resttos zufrieden. Die anfänglichen Bedenken gegen die Mädel von der Stadt sind verschwunden. Auch sie würden ihre tüchtigen Helferinnen viel länger bei sich behalten.

Aus ber starken Teilnahme an den Erntelagern ber Jugendgruppen spricht eine vorbildliche Opfer­freudigkeit unserer hessen-nassauischen Frauen und Mädel.

Zum Schluß aber noch eine Feststellung: die Erntehilfe ist für die Mäbel eine ausgezeichnete Erholung. Braungebrannt kommen sie nach Hause zurück. Die Tätigkeit im Freien, in der frischen Luft und in der Sonne, bringt ihnen Entspanming und neue Kraft für ihre Arbeit. E. T.

Jahre vor ber Machtübernahme, in benen natur­gemäß bie Bestrebungen der Rassenhygiene nur erst auf ganz schmaler Basis sich gewissermaßen wie ein kleines Pflänzchen entwickeln konnten. Ihre beson­dere Pflegstatt hatte diese neue Wissenschaft damals in dem auch von Professor Kranz mitgegrünbeten NS.-Aerztebund in Oberhessen. Ein starker Förde­rer dieser Bestrebungen war der in Gießen unver­geßliche Professor ber Hygiene, Philalethes Kuhn, ter alle seine Möglichkeiten immer und immer wie­der einsetzte, um den aktiven Vorkämpfern der Wissenschaft der Erbgesundheitspflege und Rassen­hygiene den Weg zu bereiten. Zahlreiche Vorträge über Rassenpolitik trugen damals das Ideengut dieser Wissenschaft immer weiter hinaus ins Land.

Nach der Machtübernahme durch den Führer war den Exponenten der jungen Wissenschaft, in Gießen vor allem dem damaligen Dr. med. Kranz, eine wesentlich breitere Plattform mit allen Mög­lichkeiten gegeben, diesen Bestrebungen auch hier eine feste Stätte zu bereiten, die nicht nur der Arbeit der Rassenpolitik, sondern auch der rassenhygienischen Wissenschaft diente. Damals schon vertrat man den sehr richttgen Standpunkt, daß die Wissenschaft als Dienst am Volke nicht von der politischen Arbeit zu trennen sei, und infolgedessen auch pvlttischen Charakter habe. Don diesem Gesichtspunkt aus wurde denn auch die Wissenschaft der Rassenpolitik und der Rassenhygiene als ein untrennbares Ganzes betrachtet und dieser Gedanke in die Tat umgesetzt.

War es vor der Machtübernahme zeitweilig nur ein Schreibtisch in der Privatwohnung von Dr. Kranz, an dem sich die Vorkämpferarbeit für bie jungen Wissenschaft abspielte, so würbe es nach der Machtübernahme möglich, diesem neuen Zweig unserer Universität in dem früher vom Institut für Leibesübungen innegehabten, aUerbmgs bis . heute immer noch bescheidenen Hause in der Fried­richstraße ein Heim zu bereiten. Wer sich in diesem Hause umsieht, unb herumhört, muß die Feststel­lung machen, daß hier unter räumlich sehr begrenz­ten Verhältnissen eine Arbeit von außerordentlicher volks- und rassenpolitischer Bedeutung geleistet wird. Und dabei wachsen dem Institut sozusagen von Monat zu Monat immer neue" Aufgaben zu, die es heute schon z. B. bei der Rechtspflege in Angelegenheiten der Abstammungslehre zu einem maßgeblichen, ja geradezu entscheidenden Faktor machen. Die Arbeiten dieses Instituts sind aber nicht nur in unserem engeren Bereich beispielgebend und in vielfältiger Hinsicht von weitreichender Be­deutung, sondern sie sind auch weit hinaus ins Reich ausstrahlend auf bem Gebiete dieser neuen Wissen-, schäft als richtunggebend anzusehen. Es gibt näm­lich bis jetzt an unseren Universitäten erst noch ver­hältnismäßig wenige Jnstttute dieser Art, ja sogar Universitäten, die weit größer sind als Gießen, können sich bis heute noch nicht des Besitzes der- artiger Institute erfreuen. Daß unsere Gießener Universität den Vorzug hat, dieses Institut zu be­sitzen ist dem glücklichen Umstand zu verdanken, daß der Leiter des Instituts schon vor dessen Er­richtung Gauamtsleiter des Rassenpolitischen Amtes

Oer Blumenwanderer.

Fine Erzählung von Zriedrich Schnack.

fer Telegraphensekretär wohnt in einer mittleren Sttot. Durch seine elektrischen Ströme knüpft er jein Heimatstadt an die Welt. Doch ist er kein Zbäenhocker. Wie er in seinen Dienststunden die jRtnme mit seinen Strömen überbrückt, so mißt er inlser freien Zeit die Wege mit den Beinen. Ferne im!' Gesichtskreis locken ihn, auch sie spricht mit ge- htnien Sehnsuchtsfunken sein weltfröhliches Herz U!i! sein wanderfroher Geist an. Unser Freund ist air auch in der Welt der Blumen zu Hause. Auch si schicken Ströme, mit denen sie locken. Wenn der Ä'mte am Wochenende und zum Sonntag dienst- ssiii ist, erinnert er sich all der mannigfaltigen Bot- Men und Morsezeichen, bie bie Natur an ihn dichtet hat unb wäre es nur bas Hämmern tnss Spechtschnabels gegen bie Rinbe bes alten Istsenbaumes vor seinem Amtszimmer gewesen, bas Ipqe Frühlingssignal: kurz kurz lang kurz! (7 Zieht feinen Walb- unb Felbanzug an unb ver- & bas Haus.

feeit vielen Jahren besucht er bie wilden Blumen ml' Pflanzen. Zu allen unterhält er gute Derbin- birnen Doch find es nicht die Alltagsblumen, drj jedermann kennt, wiewohl er auch diese hebt, ändere Blumen sind es, die sein Herz tm Fruh-

So fließt fein elektrisches Strom- und sein duften­des Blumenjahr. Große Dinge gehen irn Amt und in der Natur vor. Bald erblüht m den Bergwalbern ber Türkenbunb - bie ebte Berglilie bie Heibmsch- Lilie, bie Golbwurz ber Alchimisten, bereu Zwiebel einen gelben Farbstoff enthält einen märchenhaften Goldschimmer. Zum erstenmal sah er die beinahe meterhohe Turbanträgerin auf Bergwiesen Ober­bayerns, ehe er sie auch in feiner näheren Heimat entdeckte. Die Blütenblätter ber wemrot-purpurnen bunkelgesleckten Krone sinb rückwärts gerollt Abenbs wirb sie von ben Nachtschmetterlmgen besucht - an ihrem Blühetag macht ihr ber Telegraphensekretar seine Gebanken-Liebesgestanbnisse.

Unb bann blüht auch bie Jriswiese am Ende bes Sees Tausenb blaue Lilien, bie sibirische Ins, Schönheit aus ben Moorboben ziehenb, bevölkern die Riebwiese, zu großer Lichtversammlung geloben. Der blaue Wasserschein setzt sich m ben blauen Schwertlilien fort, unb ber Sekretär, sich 311 ifjuen nieberneigenb, ift von ihren Flammen zärtlich um- leuchtet. Sein Glück ist vollkommen.

gelesen.

Die Arbeit in unserem Gießener Institut für Erb- und Rassenpflege ist in vier Abteilungen emgeteüt. Die erste Abteilung bildet das Archiv. Hier ist m vorbildlicher Zusammenarbeit mit der Aerzteschaft, ben Kliniken, Krankenhäusern, staatlichen Instituten unb insbesonbere mit den hessischen Heil- und Pflege- nw immor menr nerDDnraien urw r- vu anstatten ein Material von 16 000 hessischen Sippen versität als neuer^Zweig angegliedert worden war, mit über 450 000 oertarteten ^^elpersonen zu- gestaltete sich die Arbeit immer fruchtbarer und für f-mmengetrag-n Dieses Mat-rich 'st seradezu em- Nolksaemeinfchaft immer nützlicher, da nunmehr Fundgrube und ein bedeutsamer 2hi5gang5 gBehörben unb Körperschaften, insbeson- punkt für bie wissenschaftliche Emzelforschung wie

bei der (Bauleitung Hessen-Nassau war, so daß sich die Personalunion naturgemäß von selbst ergab.

Bevor bas Institut seine heutige Bebeutung er­langen konnte, war es unter Ueberminbung von mancherlei Schwierigkeiten erforberlid), zunächst eme umfassende rassenpolitische Aufklärungsarbeit zu leisten, um den Boden zu bereiten, auf dem die rassenpolitischen Maßnahmen durchgeführt werden können, und der zugleich auch dos volle Verständnis der Volksgenossen finbet und von diesen als not­wendig anerkannt wird. Gleichzeitig war es un­umgänglich, daß die junge Wissenschaft der Rassen- Hygiene in immer breiterem Ausmaß in dos Volk hineingetragen wurde, um überall die Erkenntnis zu wecken, daß es sich hier um eine Wissenschaft handelt, die zweifellos auf viele andere wissen­schaftliche Disziplinen in reichem Maße befruchtend einzuwirken vermag: z. B. die Philosophie, die Psychologie und insbesondere die medizinische Wis­senschaft, in der die Rassenhygiene aewissermaßen eine Revolution herbeiaeführt hat. In zäher Ar- beit vermochte es der Leiter des Instituts, in der Anfanaszeit auch unter häufigen persönlichen Opfern, den Weg für die neue Wissenschaft immer mehr von allen Hindernissen frei zu machen und damit ein Werk aufxubauen, das für die Zukunft unserer Volksgemeinschaft innerhalb ber Ausstr ah- lungen unserer Gießener Universität von unabseh­barer Bebeutung werben wirb.

Nachbem bie wissenschaftlichen Leistungen bes In­stituts immer mehr hervortraten und es der Um-

dere von der Justiz, und vor allem unb ganz selbst- verstänblich auch von ber Partei, auf bie Ergebnisse der Arbeit des Jnstttuts zurückaegriffen wurde. Heute ist die Rassenhygiene Pflichtfach in der medi­zinischen Fakultät, seit über zwei Jahren, seitdem das Jnftttut der Universität Gießen angegliedert ist, ist diese Wissenschaft auch Prüfungsfach geworden. Durch die jüngsten Erlasse ist der Rassenhygiene als Lehrfach auch ein erheblich breiterer Raum gewährt worden insofern, als nunmehr vier große Pflicht­vorlesungen hn Rahmen der Universität gehatten werden. Die erste Vorlesung erstteckt sich auf das

In der Friedrichstraße zu Gießen, in einem eingeschossigen Hause zwischen der Augen­klinik und bem Physiologischen Institut, hat das Institut für Erb - und Rassen­pflege an der Universität Gie­ßen seinen Sitz. Der Direktor dieses Instituts steht gleichzeitig in ehrenamtlicher Arbeit an der Spitze des Rassenpolittschen Amtes bei der (Bauleitung Hessen-Nassau. Wir haben Herrn Prof. Dr. Kranz ge­beten, uns über sein Arbeitsfeld einiges mit­zuteilen. Die nachstehenden Zeilen enthalten das Ergebnis dieser Unterredung.

iächst erinnerte Prof. Dr. Kranz an die

I |3r gckzen Lande triumphiert der Sommer. Er fei sine^ leuchtenden Fahnen überall aufgepflanzt, ie weithin sichtbar find: auf Bergen und- a [-h'ibet auch im Talesgrund und auf den Feldern Ulr Sauern. Die langen Tage find erfüllt von Hel- te und Wärme, und wenn bie Nächte kommen.

tnr bringen sie ben Zauber sommerlicher Dämm» tiijfti So großartig ist bas Wirken bes Sommers, d s scheint, als wäre seine Herrschaftsbäuer schier vichi^renzt. Kaum, baß es sehr beutlich geworben ttiiri haben wir jeboch ben Höhepunkt bes jahres- geptligen Geschehens bereits überschritten. Wenn a mtier Sommer noch frohlocken mag, er befinbet 514g* ft|ü) nif ber abfteigenben Linie. Diefer Abstieg bat

«peil erst allmählich begonnen, immerhin läßt sich om ter Tatsache nicht rütteln, baß bie Tage schon mreöb. ziemlich im Abnehmen begriffen sinb.

3b 111 n |jt bem sinkenben Sommer noch einmal alle Glut uinb itle Helligkeit zu geben, kommt jetzt ber August. I O i ber letzte Sommermonat, unb gewöhnlich lost

Lil 1 em jene Ausgabe gut. Nicht nur, baß er bem letzten W ft innerlichen Spiel seine zünbenbe Kraft verleiht, »ns . em als Ernting auch bafür zu sorgen, baß alle Wlenhßi Wgungen für ein gutes Heremholen ber Ernte g ue-cn sinb. Es ist ein emsiges Schaffen auf ben A Mtan im August, unb bas Tagewerk bes Dauern unb .einer Helfer währt von ber Morgenfnche bis irr b* hereinbrechenbe Nacht. Soviel Schweiß aber o mebnergoffen werben mag, soviel harte Arbeit auch 8llt« werden muß: -- liegt Freude und Segen in ( Eft Tätigkeit. Denn der Boden zahlt l-tzt seinen tafa. für die Muhen des Jahres, und das für die n Nation so wichtige Einbringen der Ernte wird x,krt! besorgt.Wer im tzeuet nicht gabelt, in der Gfe nicht zappelt, im cherbst nicht sruh aussteht,

[iii höher schlagen lassen.

Ler Wanderer begrüßt freudig alle kommenden Aiinzengeschlechter und nimmt von denen Abschied, 11 Mb scheiden, künftigen Ereignissen vertrauens, »l entaeaenharrend. Ein beständiges Gehen und Änmen spielt sich auf der Blumenerde ab - unser ?finb nimmt baran teil und preist die wunderbaren Änvandlungen. Bi-ll-icht erinnert er sich dabe, simr Kindheit und der ersten Jugend, als er mit und Mutter am Sonntag durch Feld und Mb manberte unb bie Pflanzen von ben Eltern chürdt bekam. Möglicherweise bentt er auch an feine 4» Liebe, zu ber bie Blumen gehören.

hochgestimmt ist er immer, wenn er bie Blumen l'ftcht. Aus Liebe zu ihnen nimmt er die längsten ®tne, klettert er über Stock unb Stein, scheut nicht Set er unb Winb. Er muß sie alljährlich wieber- shm unb pünktlich sein. So beeilt er sich denn auch, te in bas Jahr sich noch ein wenig mehr entwickelt hi bie Freubentage ber Orchibeen Nicht 3" ver- fümen. Seine Lieblingsblume ist ber Frauenschuh, Marienschühchen, ber golbene Pantoffel. Diese Istwnenförmige, schuhfönnige Blüte, Freunbrn war-1

tanb fußhoch auf bem Boben. Die leichteren Gegen- tänbe schwammen schon barin herum.

Meine Schwester unb ihr Mann muhten burch bie Wassermassen burchwaten, um überall bie Hähne abzubrehen. <w... ,

Als sie in bas Schlafzimmer bes Mabchens kamen, Lag sie bei offener Tür zu Bett unb schlief. Sie hatte ben blonben Kopf in bie Hanb gestützt unb schien etwas Glückliches zu träumen.

Wachgeschüttelt erschrak sie nicht einmal sehr unb ihr Unrecht keineswegs bestürzt an.

Sie erklärte nur uhia, sie habe Heimwch nach bem Meer gehabt, sie habe einmal bas Branben w ieber hören müssen unb bar um bie Kranen für ein paar Minuten alle aufgebreht. Darüber sei sie eingeschlafen.

Ohne jebe Uebereilung erhob sie sich aus bem Bett unb machte sich baran, Zimmer unb Treppen vom Wasser zu befreien.

Man mußte sie entlassen, sie war krank von ihrer Sehnsucht nach bem Meer, sie sagte es selbst.

Ich habe biests blonbe Stanbbilb bes Heimwehs nicht vergessen können. Zum erstenmal burchzitterte mich bas Gefühl, süß unb schmerzvoll, was Heimat sein müßte.

Zeitschriften.

Das jüngste Heft ber ZeitschriftK unst bem Volk" (Monatsschrift für bilbenbe unb barste!- lenbe Kunst, Architektur unb Kunsthanbwerk, fter» ausgeber Prof. Heinrich Hoffmann, Verlag Heinrich Hoffmann, Wien) bringt als Leitaufsatz eme sehr reizvolle Betrachtung von Franz Kleslmger über bas galante Jahrhunbert ber französischen Malerei mit tadellosen Reproduktionen nach Bilbern von Watteau Fragonard, Boucher, Baudouin, Grenze unb Charbin. Eine knappe Würbigung bes Bilb- Hauers Thorak ist von Bilbern einiger seiner reprä­sentativen Figuren unb Aufnahmen aus ber Werk­statt begleitet. Zu einer Wiener Ausstellung schrieb Bruno Grimschitz über altbeutsche Kunst im Donau» lanb; auch biefer Beitrag ist mit schönen, großen ®tlbbergaben reich burchschossen. Altborfer, Anton Pilgram, Rueland Frueauf b.J. und ber Meister von Mauer sind bie Namen, von benen biefer Aus­satz vorzüglich hanbett. Der ostmärkische Bauern- unb Bilbnismaler Ferdinanb Matthias Zerlacker , wirb mit einigen an Lei bl erinnernden Proben fei- t ncs Schaffens vorgestellt. Interessante Jnnenaus. ; nahmen gewähren einen Einbruck vom Neubau bes Hauses Elephant" in Weimar, bas burch wieder- > holte Besuche des Führers weithin bekannt gewor- : ben ist.

Gießen als Vorposten der Erb- und Raffenpflege

Eine Unterredung desGießener Anzeigers" mit dem Direktor des Instituts für Erb- und Rassenpflege an der Universität Gießen, Gauamisleiier Prof. Or. med. Kranz.