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aller Bewunderung wert fei, |o sehe der Winter- sendeplan des Deutschen Rundfunks vom 1 Oktober 1930 bis 31. Mirz 1040 noch eine weitere intensive Steigerung auf diesem Gebiet vor. schon seien Gastverträge mit etwa 50 der ersten Künstler des Reiches abgeschlossen, und die besten Dirigenten, Instrumentalisten und Sänger feien bereits zu 150 Veranstaltungen verpslichtet, um das Schönste und Beste aus allen Gebieten der Kunst und Unterhal­tung zu bringen.

Oer erste Preisträger des Hunbfunfpreifee.

Dr. Goebbels verkündete dann den ersten Preis­träger des im Vorjahre ausgesetzten Rundfunkprei- ses in Höhe von 10 000 Mark für besondere Leistun- gen aus dem Gebiet der Rundfunkwissenschaft, der Rundfunktechnik oder der Rundsunkprogrammgestal. tung. Der Preis wurde dem Konstrukteur des Volks, empfängers, Dberingenieur Otto Grießing zu« erteilt Cs wird damit ein Verdienst gewürdigt, das darin besteht, durch Schaffung eines billigen Volks- gcrötes wesentlich zur Verbreitung des deutschen Rundfunks in den Massen unseres Volkes beigetra- gen zu haben.

Für die Zukunft sieht Dr. Goebbels dem Deut­schen Rundfunk vor allem die Aufgabe vor, feine Darbietungen noch mehr als bisher zu vervollkomm­nen und ftc in ihrem Niveau auch für den verfei­nerten Geschmack zu heben Der Deutschlandsender solle weiterhin mit allen Kräften als repräsentativer deutscher Kultursender ausgebaut werden.

Schließlich gedachte Dr. G o e b b e I s der poli- tischen Aufgaben des Rundfunks als eines Sprach­rohrs des deutschen Volkes in die Welt und damit al» eines der kraftvollsten Verteidiger des deutschen Prestiges und Ansehens bei allen Völkern der Erde. Hobe sich der Rundfunk in der Vergangenheit un-

vergängliche Verdienste in der Zusammenschweißung her deutschen Volksgemeinschaft erworben, so habe er heute darüber hinaus die Aufgabe, eine Brücke zum Deutschtum im Auslande zu schlagen und der ganzen Welt die Erkenntnis zu vermitteln vom nationalsozialistifchen Reich und vom nationalsozm- listischen deutschen Volk.

nrf) habe heute wiederum die willkommene Gelegen- heit über die Aetherwellen hinweg meinen Gruß an alle Deutschen in aller Welt zu richten Ich tue das vor allem in diesem Jahre aus tiefbewegtem Herzen. Es ist der Gruß des deutschen Volkes und vor allem der Gruß seines Führers.

3n einer Zeit, in der mit einer Heftigkeit wie nie zuvor der Kampf um die deutfchen Lebensrechte entbrannt ist, steht dieses Volk geschloffen um seinen Führer geschart. Jeder Versuch, die Na­tion von ihm zu trennen, mag er kommen woher auch immer, muß von vornherein als aussichtlos bezeichnet werden.

Der Rundfunk aber hat die Aufgabe, ihn, wo er auch unternommen roirt), gleich zu Anfang schon zu parieren und niederzuschlagen. Daran mitzuhelfen ist seine politische Ehrenpflicht. Er hat auf Posten >u stehen gegen Lüge und Verleumdung, und damit ist er neben der Presse die schärfste geistige Waffe im Daseinskampf unseres Volkes. Möge er das immerdar bleiben, und sei er dazu auch in Zukunst die Stimme des Führers, die die Nation erweckt hat und heute eine ganze Welt zur Vernunft zurück* ruft.

Damit erklärte Dr. Goebbels die Ausstellung für eröffnet. Stürmischer Beifall dankte dem Minister für feine Ausführungen. Nachdem der Präsident der Reichsrundfunkkammer, K r i e g 1 e r , das Sieg- heil auf Führer und Vaterland ausaebrarbt hatte, schloß sich ein Rundgang durch die Ausstellung an.

Tschechische Abfuhr für KingHall.

Oie nationalen Tschechen fallen nicht mehr auf englische Hinterhältigkeiten herein.

Prag, 28. Juli (DNB.) In der tschechischen nationalen ZeitungBlajka" veröffentlicht Dr. Jo­hann P e ch a c e k einen offenen Brief an den attsam bekannten britischenPropagandisten K i n g - H a 11 (Dr. Pechacek ist Mitglied des Haupt­ausschusses der tschechischen Nationalen Gemein- choft). In dem Schreiben heißt es u.a.:

Wir nationalen Tschechen wissen von Ihren Briesen an das deutsche Volk. Wir haben auch von Ihnen und von diesen Briefen in den Zeitungen gelesen und im Radio gehört (in allen Sprachen und in allen Sendern). Was Ihnen von deutscher Seite geantwortet wurde, wissen wir eben- alls. Wir erinnern daran, Herr King-Hall, nur als Beweis dessen, daß wir alles beachten und daß wir gut unterrichtet sind. Wir ver- olgen die Meldungen der englischen Blätter und Sendestationen sehr aufmerksam, obwohl es heißt, daß uns Tschechen alle Rundsunkempsangsapparate abgenommen wurden. Wir erfreuen uns trotzdem des unbeschränkten Abhörens aller Nachrichten aus dem Aether, ob nun zu uns oder zum Weltgewissen Ihr trocken bered)* nendes England spricht. Deshalb müssen wir oft über die Naivität der ausländischen Sende- tationen und über Sie lächeln, wenn Sie diesen Nachrichten Glauben schenken. Uns scheint es, daß dies der Fall ist, wenn Sie diese allzu stark unter- treichen. Wir wundern uns nicht über Sie, Herr King-Hall, daß Sie so schlecht über viele Angelegenheiten unterrichtet sind, die

uns direkt angehen und die uns näher liegen als Urnen. Sie sind Engländer und sitzen hoch oben auf chrer Insel. Aber ihr solltet wohl darüber unterrichtet sein, was in eurem eigenen Lande vor- geht. Klären Sie uns auf, warum die eng. tischen Zeitungen den englischen Lesern das erste Interview verschwieaen haben, das der Stellvertreter des Ministerpräsidenten (Havelka) dem Vertreter Ihres eigenen größten Nachrichten- büros gewährt hat. In diesem Interview ist nämlich von dem Ende des Abenteuers die Rede, das für unser Volk das Verderben bedeuten sollte. Es ist darin davon die Rede, daß wir das Verhältnis zwi chen uns und den Deutschen diesmal o h n e d e n englischenhöchsten" Schutz lösen werden, der für unser Volk solche Nachwirkungen haben sollte.

Die Erklärung unseres stellvertretenden Minister- Präsidenten ist ein positiver Beitrag zur Erhaltung des Friedens. Warum ver­schweigt demnach die Presse den englischen Lesern dieses Interview? Oder hat sich die Lage der eng. tischen Politik geändert, die die Ehre so oieler Völker für ihre selbstsüchtigen Ziele zu opfern ver. mochte? Sie, Herr King-Hall, können uns sicherlich viel Aufklärung geben und Ihre Preffe und die englische Ehre reinwaschen. Unsere Augen werden Ihre Presse verfolgen und unsere Ohren den Nach, richten Ihres Rundfunks lauschen. Seien Sie ver­sichert, daß wir Mannhaftigkeit respektieren werden. Wir haben keine Lust mehr, uns auf Hinter­hältigkeiten einzulassen.

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Kamera-Entdeckungen auf der Rundfunk-Ausstellung. Unser Bild zeigt links: Telefunken zeigt eine Sonderausführung ihres Phonosupers aus Glas, die einen Blick in diesen Siebenkreis-Fünfröhren-Empfänger gestattet. Rechts sieht man die Fernsehkamera, die die Eröfsnimgsfeier für die drei deutschen Fernsehsender festhielt. Nach der soeben erfolgten Freigabe des allgemeinen Fernsehbetriebes durch die Deutsche Reichspost wird man solche Apparaturen bei allen wichtigen Tagesereignissen In Tätigkeit finden. (Scherl-M.)

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Vereinheitlichung der Rundfunkgeräte.

Typenbegrenzung für Empfänger, Verstärker und Ersatzteile.

Berlin, 28.Juli. (DNB.) Die bisherigen Ar­beiten des zur Vereinheitlichung der tech­nischen Nachrichtenmittel eingesetzten Son derbeauftragten, Generalmajor F e I ( g i e b e I, haben, wie in der Rede des Reichspropaganda­ministers zur Eröffnung der Funkausstellung er­wähnt wurde, dazu geführt, daß die ersten allge­meinen Richtlinien bekanntgegeben werden können. Die in enger Zusammenarbeit mit dem Reichspro­paganda- und dem Reichswirlschaftsminister aufge- stellten Forderungen für zukünftige Gerätearten und ihre Herstellung sind folgende:

1. Bildung von höchstens zwölf Industriearbeits- gemeinschaflen für den Bau von Rundfunkgeräten. Jede derartiae Arbeitsgemeinschaft baut in Zukunft nur gleiche Rundfunkgerätetypen. Zu derartigen Arbeitsgemeinschaften werden diejenigen Firmen zusammengezoasn, dieselbe finanzielle Grundlage haben iinh die auf Gnmb ihrer Struk­tur schon ,etzi in Zusammenhang stehen Dabei soll besonders bie Exportlage der Firma Berücksichtigung finden.

2. Die Geräte sind möglichst als Wechsel- ftromgeräte mit Wechselrichter oder als A11 st r o m g e r ä t e zu entwickeln.

3. Je Arbeitsgemeinschaft werden höchstens außer den politischen Empfängern nur noch folgende Empfängertypen hergestellt: a) ein Hoch- leisiungsewpfänger zu mäßigem Preis, b) ein Höchstleistulmsempfänger, c) ein Autoempfänger, (I) ein Empfänger für Ortsempfang mit besonders guter mufifali|n)er Wiedergabe und mit besonders großer Verstärkerleistung, maximal 9 Watt, mit schallPlatteneinrichtung, zugleich für Drahtfunk, e) Ein Bau von Einkreisern außer den politischen Empfängern wirb untersagt. I) Die Entwicklung von Hörystleisiungs- uni» Kofferempfängern wird soweit freigegeben, wie der Export ober Inlandsabsatz die Entwicklung eines solchen Gerätes rcd)tfertigt.

4 Für Verstärker werden folgende Typen festgelegt: a) Ein 'Beritärfer, Leistung etwa 20 Watt, n) ein Verstärker, Leistung etwa 120 Watt, c) ein Verstärker, Leistung etwa 500 Watt. Die Verstär- ker werden so ausgebildet, daß sie für alle Ansorde- rungen der Wehrmacht, des Gemeinderundsunks, des Gemeinschaftsempfanges unjro. verwendbar find.

5. Umstellung der Einzelteile aller Rundfunkemp­fänger auf solche Typen, die gegebenenfalls für alle Zwecke der Landesverteidigung verwendet werden können Unwirtfd)aftlid)e Einzelteilfabri­kation ist zu Gunsten einer den Preis herabsetzenden Massenfabrikation zu unterbinden.

6. Zur Entlastung des Handels von den alljähr­lich wiederkehrenden Ausverkaufstypen muß eine Stetigkeit in der Vereinheitlichung Platz greifen. Die Beschränkung ans die Einzeltypen wird in einer solchen Zeitspanne erfolgen, daß dem .Handel genügend Zeit gelassen wird, die jetzt noch vorhandenen Ausverkaufstypen abzustoßen.

7. Die Entstörung elektrischer A n - lagen muß weiter betrieben werden. Dabei ist be­

sonders auch die Entstörung für Kurz- und Ultra­kurzwellen sämtlicher Kraftfahrzeuge einschließlich des Volkswagens norzufehen. Die bisherige Entstö­rung für Rundfunkwellen genügt nicht.

Die näheren Anweisungen auf Grund dieser Forderungen werden an die Industrie durch das Reichswirtschaftsministerium im Einvernehmen mit dem Sonderbeauftragten bekanntgegeben wer­den. Die grundsätzliche Zustimmung des Reichswirt, chaftsministeriums und des Sonderbeauftragten zu )en Vereinheitlichungsvorfchlägen der Wirtschafts, gruppe Elektrotechnik wurde bereits erteilt. Neben diesen Dereinheitlichungsrichtlinien sind Maßnahmen zu erwarten, die noch mehr als bisher geschehen, die Verwendung devisensreier Roh- taffe im Apparatenbau fordern. Hier werden an )ie Erfindergabe des Technikers neue und große Aufgaben gestellt werden.

Empfang beim Gauleiter.

NSG. Aus Anlaß der Deutschen Meisterschaft im Geschicklichkeitsflug 19.39 und des 2. Internationalen Lustrennens, die das NS.-Fliegerkorps vorn 28. bis >30. Juli In Frankfurt a. M. durd)führt, gab Gau­leiter und Reichsstatthalter Sprenger am Frei- tagabenb im HotelFrankfurter Hof" in Frankfurt am Main einen Empfang. Der Einladung waren zahlreiche Flieger aus dem Auslande, die Spitzen der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, des Reichsarbeitsdienstes, des Staates und der Be- Hörden gefolgt. In Vertretung des Gauleiters, der verhindert war, feine Gäste perfönlich willkommen zu heißen, begrüßte Staatssekretär Reiner. In seiner Ansprache wies er auf die Bedeutung des Flugfvortes hin und brachte feine Freude darüber Aiim Ausdruck, daß In fo großer Zahl ausländische Flieger zu den Veranstaltungen nach Frankfurt am -Nain gekommen sind. Den Dank für den Empfang sprach der Führer der Gruppe 11 des NS.-Flieger- larps, Gruppenführer von Molitor, aus. Er hob in seinen Ausführungen besonders die große Unterstützung des Gauleiters auf dem Gebiet des Flugwesens im Gau Hessen-Nassau hervor, für die er ihm größten Dank schuldig sei.

Äeneralfeldmarschall Göring auf Besichtigungsfahrt

Hamburg, 29. Juli. (DNB .Funkspruch.) Am gestrigen Freitag besuchte GeneralfeldmarschaU G ö r i n g auf seiner MotorjachtKarin 11." in Fort- setzung seiner Besichtigungsreise der deutschen Was. serstraßen die Eider und den K a i s e r - W i l. h e l m - K a n a l. Mit (einem Motorschiff fuhr Her- mann Göring von Friedrichstadt die Eider hinau bis ,zum Kaifer-Wilhelm-Kanal und den Kaiser- Wilhelm-Kanal von Rendsburg bis Brunsbüttelkoog

Angst vor dem Appell an bas Volk.

Französische Kammerwahlen um 2 Jahre verschoben.

Paris, 29. Juli. (Europapreß.) Es steht fest, daß unter den Dekreten, die am Samstag vom franzö- ischen Ministerrat verabschiedet werden, sich eines »esindet, das die Gültigkeitsdauer der Mandate der Kammerabgeordneten von vier auf sechs Jahre verlängert; d. h. die Kamerwahlen, die planmäßig im nächsten Jahre hätten jtattfinden müssen, werden bis zum Jahre 1942 aufgeschoben. Immerhin wird das Recht des Präsidenten der Republik zur vorherigen Auf. löfung der Kammer vor dem 31. Mai 1942 im Ein­vernehmen mit dem Senat grundsätzlich gewahrt werden, wenn auch kaum anzunehmen ist, daß von diesem Recht Gebrauch gemacht werden wird.

lieber die Aufschiebung der Kammerwahlen um zwei Jahre war schon vor Wochen ein heftiger innerpolitischer Meinungsstreit entstanden. Man hatte schon früher angenommen, daß Ministerprä. ident Dalablcr eine solche Abrede mit den Rechtsparteien getroffen haben könnte, bevor ihm

im Frühjahr die außerordentlichen Dollmachten ge­währt wurden. Die Parteien dürften mit dieser Art von Burgfrieden, die mit der gespannten außen­politischen Lage begründet wird, im wesentliche! einverstanden sein. Eine Ausnahme bildet die junge Sozial-Partei des Obersten de la Rocque, die autoritäre Tendenzen vertritt, aber gegenwärtig nur über neun Abgeordnete in der Kammer ver­fügt. Die Partei hat inzwischen ihren Organ ifations- opparat im Lande wesentlich ausgebaut, und es ist anzunehmen, daß sie heute 60 Mandate erobern würde, wenn Neuwahlen abgehalten würden.

Oberst de la Rocque erhebt bereits in seinem BlattPetit Journal- Einspruch gegen die Der- schiebung der Kammerwahlen. Da die gegenwärtige Kammer immer noch eine Volksfrontmehrheit habe, könne man es erleben, daß gegebenenfalls wieder eine Dolksfrontregierung gebildet werde von der Art derjenigen, die in den Jahren 1936 und 1938 die nationale Verteidigung sabotiert habe.

Iren werben aus England ausgewiesen.

Urlaubssperre für die Polizei.

London, 29. Juli. (Europapreß.) Das Gesetz gegen di e irischen Extrem ist en ist rechts- kräftig; es wurde nm Freitagnachmittug vom Ober­haus in dritter Lesung angenommen Kurze Zeit pätcr gab das Unterhaus feine Zustimmung zu einigen kleineren Abänderungsvorschlägen des Ober­hauses und schon am frühen Nachmittag erhielt das Gesetz die königliche Zustimmung

Von den 30 Ausweisungsgesuchen, die dem britischen Innenministerium am Freitagnach- mittag und .abend von Scotland Harb zu- gingen, war bis Mitternacht 19 Gesuchen von In» nenrninister Sir Samuel Hoare stattgegeben wor­den Die verdächtigen Iren, die nach den Feststellun­gen der Polizei mit den irischen Extremisten in Ver- nndung stehen sollen, werden 48 Stunden in Lom don festgehalten und dann nach Irland ab­geschoben. Allerdings steht es ihnen frei, wäh. rend dieser Zeit Berufung gegen ihre Ausweisung einzulegen.

Bis in die späten Nachtstunden wurden in Scot­land Ä a rd Besprechungen zwischen Jnnenmini- fter Sir Samuel Hoare und den Leitern von Scotland Vard, sowie den Polizeikommisfaren der größten englischen Provinzstädte abgehalten, um die Einzelheiten für die Fahndungen der nächsten Tage zu erörtern, Die llrlaubsfpcrrc für bie Polizei, die mit Wirkuna vorn 27. Juli ein- geführt wurde, soll sich auf mindestens vierzehn Tage erstrecken.

Der Abendschnellzug von Lo iv-on nach Irland war von fliehenden Iren derart belagert, daß der Verkehr durch zwei Nacbzüge erweitert werden mußte. Zahlreiche Polizeiinspektoren durch- suchten sämtliche Koffer der Reisenden; Verhaftun­gen wurden jedoch nicht vorgenommen.

Der Anführer der irischen Extremisten, Sean Russell, der seinen Wohnsitz in den Vereinigten

Staaten hat, soll sich zur Zeit in England auf* halten. Zeitungsmeldungen zufolge soll er in der englischen Hauptstadt gesehen worden fein. Scot­land Vard hat verschiedene Anrufe erhalten, wonach man Russell im Westend Londons gesehen haben will. Er soll vor kurzem mit einem amerikanischen Dampfer in Irland angekommen fein und sich von dort aus nach England begeben haben.

Während des Besuches des englischen Kö­nigspaares in den USA. war Russell von der Polizei zeitweilig verhaftet, muhte bann aber wieder freigelassen werden. Noch vor wenigen Wochen hatte er in den Vereinigten Staaten Dort Nordamerika auf einer Werbekundoebung vor Ame­rikanern irischer Abstammung gesprochen und er­klärt, die Bombenanschläge in England würden so lanae andauern, wie englisch« Truppen sich auf irischem Boden befänden und Iren in englischen Gefängnissen gefangen geh alten würden. Kritik an der Ballonsperre in England.

London, 29. Juli (Europapreß). Kritik über die ungenügende Ballonsperre um Groß-London wird imDaily Telegraph" laut. Der Sachverständige des Blattes, Turner, stellt fest, daß die 50 0 Sperrballons, die zum Schutz der englischen Hauptstadt ausersehen seien, nicht genügten, um für die 200 Quadrat­meilen große Fläche der Hauptstadt Sicherheit gegen Luftangriffe zu gewährleisten. Mindestens die fünf­fache Anzahl Fesselballons feien dazu notwendig. Im übrigen wird von dem genannten Blatt ent- gegen den Ankündigungen des amtlichen Rund« funks, der feftftellte, daß dieHebungen der Ballonsperre nur bis zum 5. August dauern wür­den, gesagt, sie würden mehrere Wochen in An- sprach nehmen.

England macht Japan Schwierigkeiten.

Tschiankaischek appelliert an England.

London, 29. Juli (DNB. Funkspruch). Die britisch -japanische n Verhandlungen in Tokio sind jetzt, Londoner Vresseberichten zufolge, auf Schwierigkeiten gestoßen. So meldet der diplomatische Korrespondent desDaily Herald", die Japaner hätten verlangt, daß erstens der chinesische Nationaldollar in oen briti­schen Niederlassungen verboten und die Nord* china-Währung eingeführt werden solle, daß zwei- lens 1 Million Silberdollar, die in der chinesischen Bank in der Tientsiner Niederlässung liegen, den Japanern ausgeliefert werden sollen. Beide Faserungen jedoch seien von den Engländern a b g e 1 e h n t worden.

News Chronicle" veröffentlicht als Original- artikel einen Appell Tschiangkaischeks an Großbritannien, in dem er nahelegt, die Ver­handlungen mit Japan einfach fallen z u lassen. Der chinesische General läßt in dem Aufsatz sein größtes Erstaunen darüber be­merkbar weichen, daß bas moralisierende britische Geschwätz von den Angreifernationen eine An­gelegenheit einer Zweckmäßigkeitspolitik sei Er vertraue, so heißt es weiter, darauf, daß die brittsche Regierung ihn nicht weiter enttäuschen werde. Aus dem Artikel geht mit Deutlichkeit her­

vor, daß nur mit HilfeGroßbritannienr der Wider st and aufrecht erhalten wurde.

3apan stellt den Verstoß gegen das Abkommen fest.

Tokio, 29. Juli. (DNB. Funkspruch.) Politische Kreise verurteilen schärfstens die ablehnende Haltung, die die englischen Vertreter in den letzten Einzelbesprechungen gegenüber der japani' schen Forderung nach einem Verbot der chinesischen Papierwährung und der Auslieferung der Silber* dollars in der englischen Konzession eingenommen haben. Japan müsse, so betont man, auf der Erfüllung dieser Forderungen de« stehen, da sie eine Grundvoraussetzung für bie Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sei England verstoße offensichtlich gegen den Seift des Abkommens zwischen 2mta und Craigie. Seine ganze Haltung müsse als ein großangelegtes Manöver angesehen werden, bei dem England nach außen hin große Zugestäickmisse mache, um in Wirklichkeit konkrete Sicherheiten langen. Die japanische Armee, so erklärtTokio