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QUALITÄTS ERZEUGNIS Ae. SIDOL-WERKE, KÖLN
Schuhcreme ist wirklich gut!
BOM.-Llntergau 116 Gießen.
I.Betr.: I u g e n d t u n d g e b u n g am 1. Mai,
Die Kinderlandverschickung braucht Pflegestellen für unsere Jugend!
Aus der Stadl Gießen.
Freude durch Leistung.
Don Reinhold Braun.
Es mag einer tätig sein, wo immer er soll, er darf nie vergessen, daß die Nation nur lebt durch die Arbeit aller.
Adolf Hitler am 1. Mai 1933.
Den 1. Mai begehen wir nun das siebente Mal. Auch in der Gestalt dieses Nationaltages spiegelt sich von einem zum anderen Male das gewaltige Werden des Dritten Reiches. Immer mehr Kamerad- schaftskolonnen marschierten, immer fester wurde der Wille, mächtiger breitet sich dek Strom der Freude aus.
Wo in der Welt ist die Festgestalt einer Nation eindrucksvoller und geschlossener denn die unsrige! Auch hier ist „geprägte Form, die lebend sich entwickelt". Die Welt sollte sich klar machen, daß der 1. Mai kein theatralischer Vorgang ist, sondern daß alles, was an diesem Tage so überwältigend in Erscheinung tritt, Blüte aus dem innersten Grunde der Nation ist. Auch unser 1. Mai gehört zu dem neu* geformten Offenbarwerden der ewigen Jugend unseres Volkes. . v .
Freude durch Leistung! Am besten wird man dem Sinn dieses Tages gerecht durch eine ehrlich nach innen gerichtete „Leistungsschau". Der starke Appell an sich selber, dies Sich-Rechenschaft-geben über seine persönliche Leistung im Schafferverbande Großdeutschlands: Das gehört unbedingt zum vertieften Begehen dieses Feiertages. Die größte Freude aber bleibt: vor seinem Gewissen, vor Volk und Führer bestehen zu können als ein leistungs-ehrlicher und -freudiger Volksgenosse. Ihre Krönung erfährt dann unseres Herzens Freude, wenn man sich eins fühlt mit der großen Kameradschaft aller Leistenden deutscher Zunge, wenn man Kamerad mit Kameraden fein darf in den hellen, mailichen Stunden.
Vor uns im Geiste erhebt sich die gewaltige Lei- stungspyramide unseres Volkes. Ihr tragender Grund bleibt das stille, wackere Tun der Millionen und aber Millionen. Nur, wenn dieser Grund, gediegen und stark ist, dann baut sich das Ganze fest und, allen Stürmen trotzend, empor bis zu der Spitze, die unser Führer ist. Seine Leistung ist Schöpfung, Schöpfung Großdeutschland, wie sie am 1. Mai 1933 noch keiner in solcher Kraft und Große erahnte.
Joachim Popelka. Ausführende: Das Städtische Orchester. Platzmieter auf allen Plätzen 0,25 Mark. Beginn 11.30 Uhr, Ende 12.30 Uhr. — Am Abend Wiederholung des mit großem Erfolg aufgeführten musikalischen Lustspiels „Meine Schwester und ich" von Benatzky. Spielleitung: Gert Buchheim, am Flügel: Joachim Popelka. Die Vorstellung findet außer Miete statt. Anfang 19 Uhr, Ende 21.30 Uhr.
Dienstag, 2. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr: „Meine Schwester und ich", Lustspiel von R. Benatzky. Spielleitung: Gert Buchheim. Dienstag- Miete, 30. Vorstellung.
Mittwoch, 3. Mai, Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 21.30 Uhr: Zum letztenmal „Einen Sommer lang", Lustspiel von Kath. Stoll. Spielleitung: Günter Winkel. Mittwoch-Miete, 29. Vorstellung.
Donnerstag, 4. Mai, Einmgliges Gastspiel Carola Höhn-Charlott Daudert in „Intimitäten", Lustspiel von Coward. Spielleitung Kurt Richards. Außer Miete. Anfang 20 Uhr, Ende 22.30 Uhr.__________
„Volkstum und Brauchtum" für Jedermann.
Treffen und Lehrgang in Gießen. — Bolkstumsarbeit - ein politischer Dienst.
garten; 12.15: Ansprache des Führers. — Gloria- Palast (Seltersweg): „Ein hoffnungsloser Fall." — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Seekadetten".
Spielptan des Stadtheaters vom 30. April bis 7. IHai 1939.
Am Sonntag, 30. April, findet im Stadttheater die 14. Morgenveranstaltung statt. Das Programm des „Karnrner-Orchester-Konzertes" sieht vor: Tschaikowsky, Serenade für Streichorchester, Popelka: Musik füi Klavier und Kammerorchester. Leitung:
Roman von Hedda Lindner
Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin
15 Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Auch der Mensch braucht Sonne zum Gedeihen, wie alle Kreatur, und eigentlich, wenn sie es recht überlegte, allzu sonnig war ihr Leben bisher nicht gewesen. Nach dem' Tode der kleinen Schwester hatte man sie als einziges Kind doppelt ängstlich behütet und aus übertriebener Sorge vielem fern- gehalten. Ä ... .
Kaum hatte sie sich an einen Ort gewohnt, war Versetzung des Vaters verbunden mit Schulwechsel für sie gekommen, niemals hatte sie genügend Zeit gehabt, sich gleichaltrigen Kameradinnen anzuschließen Dem frühen Tod der Mutter war die Erziehung durch den Vater gefolgt, der es herzlich gut nut ihr gemeint, aber keine Ahnung gehabt hatte, was em junges Mädel denkt, fühlt und braucht. So hattt Dina sich, da sie niemanden gehabt, dem sie sich hätte erschließen können, immer ängstlicher m sich selbst zurückgezogen, hatte sich, je eintöniger ihr äußeres Leben wurde, immer mehr in Phantasien, eingesponnen und war erstaunlich weltfremd geblieben, obwohl sie in Berlin wohnte. Nur so ift cs zu erklären, daß sie in einem Mann von der Schönheit Mikenys den Prinzen ihrer Träume zu finden geglaubt, daß diese erste und einzige Leidenschaft gleich einer wilden Flut alle Hemmungen durchbrochen, die Erziehung und natürliche Scheu um sie gelegt hatte. Und so ist es auch zu erklären, daß alles, was nachher geschehen war, die Scheidung und die Jahre hinterher, nicht vermocht hatte, die Erinnerung an diese große Leidenschaft auszulöschen. In diesen Wochen nun fühlte sie sich zum erstenmal auch innerlich frei, die Schatten der Vergangenheit waren vor der strahlenden Sonne hier oben gewichen. Sie fühlte sich frei und damit empfänglich für neue Eindrücke und vielleicht auch — für neues Erleben.
Sie selbst war sich dessen nicht bewußt, aber Holk hatte die Veränderung bereits, als er sie das erfte- mal in Arosa besucht hatte, ungefähr zehn Tnge nach ihrer Ankunft, empfunden. Sie hatten in Biringen nur wenig Zeit gehabt, aber immerhin genug, um ein Wiedersehen zu verabreden. Der Winterflug war im übrigen herrlich gewesen, voll Sonne und strahlender Bläue über weißen Wolken; nicht einen Augenblick lang hatte Dina das verlorene und un
heimliche Gefühl gehabt, wie damals im Nebel. Schon lange vor der Landung hatte sie versucht, unter den winzigen Punkten vor dem Gebäude Holk ausfindig zu machen. Sie hatte gewußt, daß er dort stehen würde, es war ein wundervolles Gefühl gewesen, erwartet zu werden! Blumen hatte er nicht für sie gehabt, denn: „erstens erfrieren sie doch gleich, und zweitens wußte ich nicht recht — nach den Blumensträußen damals —", hatte er lächelnd gemeint. Dafür aber war in seinem Zimmer ein Frühstückstisch gedeckt, und bei den wenigen Passagieren hatten die Zollbeamten ein Einsehen gehabt. Sie hatten tatsächlich genug Zeit zum Frühstücken und zum Verabreden.
Er hatte die Veränderung, die in diesen zehn Tagen in Arosa mit ihr vorgegangen war, also sofort empfunden: es schienen sich ganze neue Seiten ihres Wesens zu entfalten. Sie zeigte eine erstaunliche Beobachtungsgabe und vor allem eine Heiterkeit, die stets mitriß, weil sie echt war. Auch äußerlich hatte sie sich erholt, sie sah, ohne eigentlich schön zu sein, sehr gut aus, und das Endergebnis dieses Besuches war, daß Holk nunmehr darauf verzichtete, noch länger vor sich selbst Ausreden zu suchen. Es hatte ihn — und zwar gründlich.
Im Gegensatz zu ihm war Dina völlig unbefangen und noch viel zu erfüllt von ihrer neuen Daseinsform, um an Liebe oder ähnliches zu denken. Sie hatte Holk gern, sehr gern sogar. Er war der einzige Mensch, dem sie vertraute, mit dem sie alles Wichtige besprach, dessen Rat sie einholte und respektierte. Er kannte ihr tägliches Leben jetzt genau; er wußte, wieviel Geld sie überwiesen bekam und was sie im Hotel an Pension bezahlte, er mußte entscheiden, ob die goldene Armspange, die beim Juwelier auslag und ihr so gut gefiel, ein Luxus fei, oder ob sie sich diese Anschaffung leisten dürfe, er bekam sämtliche neuen Abendkleider zur Beurteilung vorgeführt, aber das, was er wissen wollte, das erfuhr er nicht, nämlich: wie sie — abgesehen von der freundschaftlichen Vertrautheit, die seinen Wünschen nun nicht mehr genügte — innerlich zu ihm stand. Es gibt für einen Mann, der sich ernstlich in eine Frau verliebt hat, zwei Möglichkeiten: entweder zu verzichten oder ihren Besitz anzustreben. Und für das letztere gibt es wieder zwei Möglichkeiten: flüchtige Liebesbeziehung oder Ehe. Holk war ein Mann, der das Leben und die Frauen ziemlich gründlich kennengelernt hatte. Es beweist am besten, wie tief die Sache bei ihm ging, daß er stets nur an Heirat dachte. Er war in Dina verliebt und begehrte sie, aber sie war zugleich die Frau, die er sich als Lebenskameradin wünschte.
Sämtliche Gießener Gruppen treten am 1. Mai, 8 Uhr, in Gießen an der Dolkshalle in Kluft an. Die übrigen Einheiten des Untergaues treten bei ihren Ortsgruppen um dieselbe Zeit an.
Betr.: Einholen des Maibaumes.
Heute abend wird für Gießen der Maibaum eingeholt. Es treten darum alle Mädel und BDM - Werkmädel um 15.45 Uhr am Bahnübergang Schiffend er ger Weg in Kluft an. Diejenigen Madel, die Volkstänze zeigen, kommen in Dolkstanz- kleidern.
Dornotizen.
Tageskalender für Samstag:
17 Uhr Aufstellung des Maibaumes auf dem Trieb — Stadttheater: 20 bis 22.30 Uhr „Minna von Barnhelm". — Gloria-Palast (Seltersweg): , Liebe streng verboten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Werkpilot". — Hessische Deremi- crunq für Volkskunde: 20.30 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut, Ludwigstraße 34, Professor Dr A Götze „40 Jahre volkskundlicher Arbeit ; Professor Dr. Martin, Marburg, „Das Lautdenkmal der deutschen Mundarten".
Tageskalender für Sonntag.
Jungmädeluntergau 116: Kinderfest anläßlich des Nationalen Feiertags. — SA.-Standarte 116: 7.45 Uhr auf dem vorderen Trieb Vorbereitungsübung für die Wiederholungsübung zum SA.-Wehrab- zeichen. — Stadttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr: Kam- mer-Orchester--Konzert; 19 bis nach 21.30 Uhr Meine Schwester und ich". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Liebe streng verboten". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Werkpilot". — Gießener Radfahrer-Vereinigung e. V. 15 Uhr auf dem Waldsportplatz Bahn-Radrennen.
Tageskalender für Montag (Rationaler Feiertag).
Anläßlich des Nationalen Feiertages: 6 Uhr Wecken; 6.30 Uhr: Gießener Gesangvereine singen; 8 30 Uhr: Jugendkundgebung auf dem Trieb; 11.30: Feierstunde auf dem Trieb, anschließend Ueber- hagunq des Staatsaktes aus dem Berliner Lust-
deutsche und manches fast vergessene Volkslied lebendig wurde, fanden in einer feinen und vorbildlichen Form Uebungen in mancherlei Volktänzen statt, die in ihren einfachen und doch zwingenden Figuren und Rhythmen sofort alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihren Bann zogen. Zur Unterstützung der Arbeit war eine stattliche Gruppe von jungen Menschen aus Koblenz gekommen, die nun zusammen mit Gießener Studentinnen und Studenten übten. Rasch war die Verbindung hergestellt und nach schönen Weisen wurden Tänze geübt, die sehr bald erfaßt und richtig getanzt wurden. Dabei sah man schöne Formen des Gemeinschaftstanzes, die, weit entfernt von den Formen des Gesellschaftstanzes unserer Gegenwart, in ihrer Einfachheit erkennen ließen, daß ein feiner und tieferer Sinn in ihnen enthalten ist. So war schon in dieser ersten Uebungsstunde jedermann mit ganzem Herzen bei der Sache. Die Uebungsardeit in Musik, in Tanz und Gesang wird im Laufe des heutigen Tages fortgesetzt und im Rahmen eines Kameradschaftsabends wird den Gästen heute abend schon gezeigt werden können, was erarbeitet wurde.
Der morgige Sonntag wird dann in einer Morgenveranstaltung für eine breitere Oeffenttichkeit all das bringen, was schon gezeigt und gehört werden kann. Dabei wird auch eine Werkscharabteilung mitwirken, die es sich zur Ausgabe gemacht hat, in den Opelwerken zu Rüsselsheim den Geist für Volkstum und Brauchtum aufzuschließen. Am Sonntagnachmittag findet dann außerdem ein Volkstunisnachmittag statt, bei dem auch die Ober-Rosbacher Volkstumsgruppe und die Hüttenberger Volkstumgruppe (unter der Leitung von Georg H e ß) mitwirken wird.
Die Arbeit in ihrer Gesamtheit stellt dem Sinne nach eine Fortsetzung der Arbeit, wie sie die Brüder Grimm erstrebten und leisteten, dar. Es wäre zu hoffen, daß die Veranstaltungen, die im Rahmen dieser gemeinsamen Arbeitstagung vom NSD.- Sludentenbund und „Kraft durch Freude" stattfinden, in unserer Bevölkerung das Echo finden, das sie verdienen.
Nur, wie sie sich dazu stellte, darüber tappte er völlig im Dunkeln. Sie war mehr als freundschaftlich, sie war geradezu herzlich zu ihm, aber von jener unbefangenen Herzlichkeit, die dem erfahrenen Frauenkenner gar nicht paßte. Als er sie beim Tanzen etwas fester an sich zog, fragte sie: „Bin ich so schwer zu führen?" Ja, sie fragte es dermaßen harmlos, daß er murmelte: „Fürchtete, den Doktor anzutanzen", und sie sofort wieder losließ; den Rest des Abends mußte er gegen seine Enttäuschung ankämpfen. Sie hatte ihn gern, sicher, aber der Kontakt zwischen Mann und Frau, der fehlte.
Bin ich denn solch ein unansehnlicher Kerl? dachte er unwillig, als er am Sonntagabend vor dem Spiegel stand und seine Smokingschleife band. Nicht mehr ganz jung natürlich, aber schließlich hatte sie doch auch schon allerhand hinter sich und sechsunddreißig und siebenundzwanzig paßte ganz gut. Er strich sich die Haare zurück, bann nahm er einen Handspiegel und betrachtete eingehend seinen Kopf: Mit einem befriedigten Seufzer legte er den Spiegel wieder hin; nicht die leiseste Andeutung einer Glatze.
Ich muß sehen, daß Döhnert mich nächste Woche noch mal vertritt, dachte er, während er durch den Verbindungsgang in das Hotel hinüberging — er wohnte in einer kleineren, dazugehörigen Villa — wer kann wissen, was für Einflüssen sie ausgesetzt ist, wenn ich sie zu lange allein lasse.
So verabschiedete er sich von ihr mit dem Versprechen, zum nächsten Wochenende wiederzukom- men.
Schon war der Freitag herangerückt. Tatsächlich, der Januar ist fast zu Ende, dachte Dina überrascht, als Herr Kaspar ankündigte, daß Montag, den zweiten Februar, ein neuer Schikursus beginnen würde.
„Natürlich mache ich wieder mit, Herr Kaspar, ich will noch den ganzen Februar hier oben bleiben."
„Ist recht", erklärte Herr Kaspar, „alsdann nehme ich Sie nächste Woche mit aufs Weißhorn." Dina freute sich wie ein Kind, das ein gutes Zeugnis bekam. „Fein, Herr Kaspar, ich bin auch wirklich gut im Training. Auf Wiedersehen." Sie war so wenig müde, daß sie beschloß, zum Kaffee ins Dorf hinunterzugehen, es gab dort in der Konditorei eine Kuchenspezialität, die nicht zu verachten war. Sie holte ihren Stock und ging langsam die glatte Straße hinab; wo die Sonne hinkam, rieselten kleine Bäche, aber darunter und an schattigen Stel- len war das blanke Eis. Im Cafä fand sie einen netten Platz, und die Kuchen schmeckten wirklich ausgezeichnet, sie bestellte gleich noch eine Portion. Nachdem auch die bewältigt war, ergriff sie eine
Freitag, 5. Mai, Anfang 20 Uhr, Ende 23.30 Uhr: „Die Königin Isabella", Schauspiel von Hans Reh- bera Spielleitung: Hannes Razum. Freitag-Miete, 30. Vorstellung.
Sonntag, 7. Mai, Anfang 11 Uhr, Ende 12.30 Uhr: Veranstaltung zur Eröffnung der Gaukulturwoche, gleichzeitig 50. Morgenoeranstaltung des Stadttheaters. Ansprache: Kreisleiter Backhaus, hierauf Uraufführung „Der Prinz Eugen" von Eberhard Wolfgang Möller, Spielleitung: Hermann Schultze-Griesheim.
Sonntag, 7. Mai, Anfang 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr: Zu kleinen Preisen: „Meine Schwester und ich", Lustspiel von Benatzky, Spielleitung: Gert Buchheim. Am Flügel: Joachim Popelka. Außer Miete.
Aufnahme des Omnibus-Verkehrs Ludwigsplatz - Schubertstraße.
Arn kommenden Montag, 1. Mai, am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes, wird der Betrieb der Omnibuslinie Ludwigsplatz — Schubertstraße ausgenommen. (lieber die verkehrstechnische Neuerung in unserer Stadt, die von der Einwohnerschaft des Südviertels lebhaft begrüßt werden wird, berichteten wir bereits in Wort und Bild.) Die Linie nimmt folgenden Weg: Ludwigsplatz, Ludwigstraße, Röntgenstraße, Wartweg, Uhlandstraße, Gaffkysttaß'e, Schubertstraße, Frankfurter Straße, Am Steg, Wetzlarer Weg, Friedrichstraße und über die Ludwigstraße zurück zum Ludwigsplatz. Auf der Linie sind zehn Haltestellen vorgesehen. Umsteigemöglichkett in die elektrische Straßenbahn besteht am Ludwigsplatz und am Bahnhof. Die Wagen verkehren von 7 bis 20 Uhr in Abständen von je 10 Minuten.___________
illustrierte Zeitung und blätterte darin, mit sich und der Welt durchaus zufrieden.
Ein Schatten fiel über das Blatt, eine melodische Stimme erklang neben ihr: „Guten Tag, Claudette, welche Freude, dich wiederzusehen. Wie geht es dir?"
Dina hielt das Blatt immer noch vor sich. Ihre Hand zitterte nicht, so gelähmt war sie von dem plötzlichen Schreck. Sie hatte das Gefühl, daß ihr Blut von den Füßen aufwärts langsam zu Eis wurde — wie die kleinen Bäche auf der Dorfstraße, wenn der Schatten über sie kam. Aber dann löste sich mit einem Male diese Erstarrung, eine Fieber» welle jagte durch ihren Körper, und all dies geschah in der kurzen Sekunde, bis sie das Blatt sinken ließ und den Kopf nach dem Manne wandte, der neben ihrem Tische stand.
„Guten Tag", sagte sie höflich, „ich danke, mir geht es gut." Er stand zwischen der Beleuchtung und ihr, so entging es ihm, daß ihre braune Son» nenfarbe plötzlich ii\s Aschgraue spielte; ihn überraschte ihre scheinbare Gelassenheit. Alles hatte er erwartet, selbst auf eine empörte Ablehnung war er gefaßt gewesen, aber nicht auf diese ruhige Höflichkeit. Sie machte ihn unsicher.
„Darf ich mich auf eine Minute zu di» setzen?" fragte er zögernd. Sie nickte und deutete mit einer kurzen Beweaung auf einen Stuhl. Dann schwiegen beide einen Augenblick, aber Mikeny war viel zu gewandt, um nicht sofort einen Anfang zu finden. Und er war außerdem im Vorteil: er hatte gewußt, daß er Dina in Arosa treffen würde, während sie völlig ahnungslos gewesen war.
„Du siehst blendend aus", sagte er ehrlich. „Wie lange bist du schon hier oben?"
„Heber drei Wochen, seit Anfang Januar."
„Mit dem Wetter hast du Glück gehabt."
„Sehr. Ein paarmal Neuschnee, aber der fiel nachts. Man konnte jeden Tag Schi laufen."
„Hier wimmelt es ja auch von Schiläufern. Man bekommt tatsächlich Lust, es selbst noch zu lernen."
Dina lächelte mühsam. Sie war froh, daß er nach der Kellnerin rief und ihr so Zeit ließ, sich zu fassen. Der große feurige Kreis unter der Decke wurde allmählich wieder zur harmlosen Kugellampe. Auch die Wände versuchten nicht mehr durch heftiges Aufund- niederschwanken den Eindruck eines Schiffes auf hoher See zu machen; sie standen gerade und unbeweglich, wie es sich für ein solches Cafe gehört. Aber was kein Spukgebilde war, was blieb, unveränderlich blieb — war der Mann neben ihr.
(Fortsetzung folgt.)
In gemeinsamer Arbeit sind in diesen Tagen (Freitag bis Sonntag) der NSD.-Studentenbund Gießen und das Reichsamt „Feierabend" der NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" (Abteilung „Volkstum und Brauchtum") darum bemüht, innerhalb der Kameradschaften des Gießener Studenten- bundes einen Kreis junger Menschen zusammenzu- füljren, der zur Pflege des Volks- und Brauchtums bereit ist und für die Zukunft dazu beitragen will, das Bewußtsein ureigensten deutschen Volks- und Brauchtums breiteren Volkskreisen durch unmittelbar praktische Arbeit zu vermitteln und zu verankern. Diesem Zwecke dient die Zusammenfassung zu dieser gemeinschaftlichen Arbeitstagung, die alle Teilnehmer in tatfroher Bereitschaft fand.
Die Abteilung „Volkstum und Brauchtum" geht — das ist hier grundsätzlich zu sagen — bei ihrer Arbeit von der Erkenntis aus, daß Volkstumsarbeit ein nicht zu unterschätzender politischer Dienst ist. Wer daran praktisch teilnimmt, formt mit am Gesicht des deutschen Volkes. Volkstumsarbeit ist aber auch eine weltanschauliche Aufgabe, denn sie läßt Werte zum Bewußtsein kommen und lebendig werden, die seit Jahrhunderten im deutschen Volke verankert ind. Deshalb soll unser Volkstum und Brauchtum nicht nur in kleinen Gruppen Formung und Ausprägung finden, sondern wieder Allgemeingut werden. Die Volkstumarbeit ist ein Mittel, weiter an der Vertiefung unserer Volksgemeinschaft zu arbeiten. Dem schaffenden Menschen soll damit gleichzeitig ein Weg zur Ausspannung und zur Freude gewiesen werden. Es soll ihm der Weg zu den Quellen der Lebenserfahrung unserer Vorfahren, zu ihren Lebensweisheiten und zu ihrer Naturverbundenheit gezeigt werden.
Gingen •- Tanzen - Musizieren.
Die Arbeitstagung, die ganz auf praktische Arbeit eingestellt ist, fand gestern im Saal des Studentenhauses ihren schönen Auftakt. Nach einigen musikalischen und gesanglichen Hebungen, in denen schöne
JIN.-Gruppe 3/116, GiehenOst.
Die gesamte JM.-Gruppe 3/116 tritt zur Einholung des Maibaumes heute um 14.45 Uhr am Ludwigsplatz an.
Braune Glücksmänner kommen am 1. Mai.
Aus Anlaß des Nationalen Feiertags des deutschen Volkes treten im Straßenbild unserer Stadt wieder einmal die braunen Glücksmänner auf, um den Volksgenossen die Lose der „Reichslotte- rie der NSDAP, für nationale 21 r b e i t' anzubieten. Der Zweck der Lotterie ist darin begründet, daß — nachdem zwar das Problem der Arbeitsbeschaffung gelöst ist — durch die Ereignisse des vergangenen Jahres eine Fülle von neuen Aufgaben entstanden ist, die dringend ihrer Erfüllung harren. Es gilt, in der Ostmark, im Sudetengau, in Böhmen und Mähren, wie auch im Memelland manche Aufbauarbeit zu leisten, die eine Arbeit von größter nationaler Bedeutung ist. Wohl jeder Volksgenosse, der die großen Ereignisse des vergangenen Jahres bewußt .miterlebt hat, wer in Spannung und Freude teilnahm am Geschehen im großdeutschen Raum, wird es für seine Pflicht Hal« ten, mitzuhelfen an dem Aufbauwerk, das nun auch in den für Deutschland wiedergewonnenen Gebieten begonnen hat. So wird erwartet werden dürfen, daß den braunen Glücksmännern mit ihren Loskästen freundliche Aufnahme zuteil werden wird.
Die neue Reichslotterie der NSDAP, führt wiederum die Losbriefe mit sofortigem Gewinnbescheid. Die Gewinne kommen also sofort zur Auszahlung. Sicherlich würden viele Volksgenossen für den geringen Betrag von 50 Pfennigen gerne einmal 500 ober 1000 Mark kassieren! Die Voraussetzung dafür ist aber, daß einmal oder einige Male in den Kasten der braunen Glücksmänner gegriffen wird! Insgesamt werden 5 130 000 Gewinne im Werte von 5 814 000 Mark ausgespielt. (Eine Niete, die aus dem Kasten gezogen wird, ist dabei noch lange nicht wertlos, denn es befindet sich an jedem Los noch ein besonderes' Prämienlos, das am 31. Juli 1939 zur Ziehung gelangt. 748 Prämien im Gesamtwert von 86 000 Mark werden gezogen? Die grauen Glücksmänner, die unmittelbar nach der Kundgebung ihre Arbeit für die große Sache aufnehmen, werden geschlossen an der Kundgebung zum Nationalen Feiertag des Volkes teilnehmen.
Zirkus Barlay kommt nach Gießen!
In den nächsten Tagen wird es in Gießen wieder einmal Gelegenheit geben, Zirkuskunst zu bewundern. Der Zirkus Barlay, der aus dem großen ■ Zirkus film „Fahrendes Volk" wohl überall in : Deutschland bekannt geworden ist, wird ein Gast« spiel in Gießen geben und dabei mit guter alter • Zirkuskunst aufwarten. Das Gastspiel wird drei
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