halten trachtete, und das die nationalen Ideen für sich pachtete und damit kompromittierte. Auf der anderen Seite kämpfte die Sozialdemokratie für die Diktatur des Proletariats. Durch feine Maßlosigkeit und weltanschauliche Gefährlichkeit zwang es die staatstragenden Kräfte zu schärfster Unterdrückung dieser zersetzenden Tendenzen. Jede sozialpolitische Maßnahme mußte in dieser Lage als Konzession, als ein Ausdruck der Schwäche der Staatsführung gegenüber der Sozialdemokratie ausgelegt werden.
„Mir schien", so schrieb Bismarck, „daß zunächst nicht der Weg der Konzessionen, sondern der der Verteidigung gegen die sozialdemokratischen Ueberwucherungen zu betreten sei. Die Sozialdemokratie stellte in höherem Grade wie gegenwärtig das Ausland eine Kriegsgefahr für Monarchie und Staat dar." Deshalb forderte Bismarck das S o - zialistengesetz, das die Macht des Marxismus zunächst lahmlegte. Er setzte es durch und schuf sich damit freie Bahn für seine sozialen Reformen. Sein Ziel war die Vernichtung des Marxismus und die allmähliche Lösung der sozialen Frage. Beides erreichte er nicht. Der Regierungsantritt Wilhelms II. im Jahre 1888 setzte der planmäßigen Durchführung seines Werkes ein frühzeitiges Ende. Dieser suchte durch Friedensschluß mit der Sozialdemokratie die Gefahren eines blutigen Aufstandes zu vermeiden, während Bismarck für die Bildung eines Kampfministeriums gegen den Marxismus war. Die Verantwortung für eine blutige Auseinandersetzung liege bei den Sozialdemokraten, und erst eine Vernichtung dieser staatsgefährlichen Macht könne den Weg zu einer allmählichen sozialen Neuordnung frei machen. Der Kaiser stellte sich gegen Bismarck und zwang ihn damit zum Rücktritt. Hier liegt der Grund dafür, daß die sozialen Reformen Bismarcks nur ein Beginn und längst keine Vollendung waren.
Der Grundgedanke der Neuordnung konnte für Bismarck nicht in Einzelfragen wie Lohn, Arbeitszeit usw. liegen. Sein Hauptziel war die Eingliederung des Arbeiters in die Schick- falsgemeinfchaft der Nation. In seinen „Gedanken und Erinnerunaen" spricht Bismarck in diesem Sinne von der Befreiung der Bauern und Bürger durch die preußischen Könige und von der Aufgabe der Gegenwart, „heute in entsprechender Entwicklung die Arbeiter auf Kosten der Arbeitgeber zu emanzipieren". Dabei vergißt der Alte aus dem Sachsenwalde nicht, auf die lange Zeitspanne hinzuweisen, in der einst die preußischen Könige das Befreiungswerk unterdrückter Stände durchführten. Es ist Bismarcks Geist, der sich in der von ihm ‘ entworfenen Erklärung des Kaisers vom 4. Februar 1890 spiegelt, indem es heißt: „Neben dem weiteren Ausbau der Arbeitsversicherungsgesetzgebung sind die bestehenden Vorschriften der Gewerbeordnung über die Verhältnisse der Fabrikarbeiter einer Prüfung zu unterziehen, um auf diesem Gebiet laut gewordenen Klagen und Wünsche, soweit sie begründet sind, gerecht zu werden. Diese Prüfung hat davon auszugehen, daß es eine der Aufgaben der Staatsgewalt ist, die Zeit, die Dauer und die Arbeit so zu regeln, daß die Erhaltung der Gesundheit, die Gebote der Sittlichkeit, die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Arbeiter und ihr Anspruch auf gesetzliche Gleichberechtigung gewahrt bleiben."
Nach Bismarcks Rücktritt fehlten Kraft und Willen zu einer gesamten sozialen Neuordnung. Es fehlte allerdings auch an einer politischen Idee, die besser und größer war als die Ueberzeugung der Sozialdemokratie, die den Marxismus innerlich hätte überwinden können,' und es fehlte an dem Mut zur Zerschlagung der martistischen Organisationen, so daß die Sozialgesetzgebung der Jahre 1878—1891 nur als schwächlicher Kompromiß der Regierung wirkte, die im Grunde vor der Tatsache des Marxismus kapitulierte. Dennoch war die deutsche Sozialgesetzgebung die beste der Welt. Sie schuf die Kranken-, Unfall-, Jnvaliditäts- und Altersversicherung. Sie verbot die gewerbliche Sonntagsarbeit, die Fabrikarbeit für noch nicht dreizehnjährige Kinder, sie bestimmte für Frauen als Höchstarbeitsgrenze elf Stunden und verbot ihnen die Nachtarbeit. Sie schuf schützende Bestimmungen über Lohnzahlungen,Kündigungsfristen und vieles andere.
Dieses Reformwerk war und blieb Stückwerk, weil es eine Arbeitsklasse als solche anerkannte, bestätigte und mit gen) i ff en Rechten versah. Es blieb eine Degradierung, eine deutliche Distanzierung. Der Arbeiter sah in den Reformen magere Früchte eines jahrzehntelangen Kampfes, er blieb unzufrieden, er fand nicht den Weg zur Nation, der tiefste Grund des sozialen Elends, der Klassenhaß blieb bestehen, wuchs und wucherte ins Unermeßliche.
Der Weltkrieg schuf an der Front eine Volksgemeinschaft, die aber in den November tagen 1918 wieder zerbrach. Die Systemregierung ging mit großer Energie an das soziale Reformwerk. Was ober durch Streiks an Lohnerhöhungen ertrotzt wurde, fraßen die Beiträge an die Gewerkschaften auf, sie schufen nicht nur den Achtstundentag, sondern sorgten zugleich dafür, daß ein großer Teil der deutschen Arbeiter den ganzen Tag feiern durfte.
An der Spitze der Lösung der sozialen Frage mußte, das ist die Lehre des letzten Jahrhunderts, die Beseitigung der Klassen stehen. Mit der nationalsozialistischen Weltanschauung ist nicht nur die Voraussetzung für die Ueberwindung der sozialen Frage gegeben, sie ist durch die sozialpoli- tischen Taten des Führers, im ganzen gesehen, über- - wunden. Betriebsführer und Gefolgschaften arbeiten in der Deutschen Arbeitsfront kameradschaftlich zusammen, ihre Kraft, gemeinsam eingesetzt, hat einen Arbeitsfrieden geschaffen, nüe er noch vor zehn Jahren von niemandem auch nur geahnt wurde. Die Lohnftage, die einst die Gegensätze verschärfte, wird heute von den Treuhändern der Arbeit, die von keiner der beiden Gruppen abhängig und als staatliche Organe unbeeinflußt sind, gelöst. In den großen politischen Gemeinschaften des deutschen Volkes stehen Betriebs- sührer und Beschäftigte gemeinsam, und alle sind wieder stolz darauf, schaffende Glieder des Volkes zu sein. Darum ist die soziale Frage auch nicht nur in erster Linie mit wirtschaftlichen Mitteln gelöst worden, sondern mit der Vertiefung "ber sozialen Ehre. In dieser Idee sind alle Gegensätze überwunden, und alle einst gegeneinander gerichteten Kräfte wirken heute in die eine große Richtung der Leistungsgemeinschaft, zum Segen der beiden Gruppen, zum Segen des Ganzen.
Dr. H. Merzdorf.
Familientrogödie in Mannheim.
Lpd. Mannheim, 28. April. Auf dem Waldhof hat sich in der vergangenen Nacht eine Frau mit ihren fünf Kindern im Alter von 1% bis 6 Jahren vergiftet. Der Mann der Frau war im Dezember vorigen Jahres gestorben. Der Grund zur Tat ist in Nervenüberreizung zu suchen.
SJ.-fpor<
Aufstiegskampf zur Sauliga.
Teutonia Steinberg — FL. Wirges.
Zum ersten Aufftiegsspiel in die höchste deutsche Fußballklasse treffen morgen die beiden oben angeführten Gegner aufeinander. Mit größtem Interesse sieht die große Sportgemeinde Watzenborn- Steinberg und wohl auch die gesamte nähere Umgebung diesem Treffen entgegen. Nach schweren Spielen in der Bezirksklasse ist es den Teutonen gelungen, Meister zu werden und damit haben sie sich die Berechtigung errungen, um den Aufstieg zu kämpfen. Was hier auf dem Spiele steht, darüber ist sich wohl jeder Spieler und jedes Vereins- Mitglied im klaren. Schon lange ist es her, daß es einem Vertreter der hiesigen Bezirksklasse gelang, in die Gau klasse aufzusteigen. Nun bietet sich den Teutonen die Gelegenheit dazu. Ob es ihnen aller- dings gelingt, bei aller Anerkennung ihrer guten Spielweise, ist jedoch eine Frage, die man jetzt noch nicht beantworten kann. Die Gegner, mit denen die Steinberger kämpfen werden, sind uns hier weniger bekannt. Die Steinberger werden gut tun, ganz aus sich herauszugehen. Hoffentlich gelingt den ^Teutonen der Siea. Die Gastgeber kämpfen mit folgen« der Mannschaft: Happel, Fett, Schmant, Fritsche, Hederich, Heinzemann, Buß, Haas, Schmidt, DäUb- lin, Lang. Schiedsrichter: Wingenfeld, Fulda.
Teutonia II. — Leihgestern I.
Zwei alte Rivalen treffen sich hier! Es sollte zu einem interessanten Spiele kommen.
Teutonia Iugend — Lollar Jugend.
Auch die Jugendmannschaft tritt auf den Plan. Die Gäste werden wohl hier den Sieg mit nach Hause nehmen.
Bor letzten Punktekämpfen in der Bezirksklaffe.
Der vorletzte Verbandsspielsonntag führt unsere heimischen Vertreter mit zwei Mannschaften zusammen, die nur mit einer guten Leistung bezwungen werden können: 1900 gegen Naunheim und Frohnhausen gegen VfB.-Reichsbahn.
1900 — Naunheim.
Zum letzten Verbandsspiel auf eigenem Gelände empfangen die Blau-Weihen morgen den Turn- und Svieloerein Naunheim. Damit ist ein würdiger Abschluß gefunden, denn die Gäste gehören wieder mit zu den spielstärksten Mannschaften der Klasse. Das bewies das Spiel vor vierzehn Tagen auf dem Waldsportplatz, wo der knappe Ausgang für die Grün-Weißen ebenso gut für die Gäste hätte lauten können. Für die Blau-Weißen bedarf es also schon einer ähnlichen Leistung wie am Vorsonntag, wenn der zweite Platz erreicht werden soll. Mit der Mannschaft Herbst (3/116), Pankok (2/116), Lippert (2/116), Krämer, Quick, Schäfer, Löbsack, Schellhaas, Rensing, Hormel (2/116), Heuser darf man wohl annehmen, daß ein Sieg der Platzbesitzer möglich ist.
1900 II. — Naunheim II.
Das Spiel der Reservemannschaften findet nunmehr in Naunheim statt, da beim Vorspiel die Blau-Weißen durch das Fehlen der Soldaten in Aufstellungssorgen waren und das Spiel nicht austragen konnten.
Frohnhausen I. — vfV. Reichsbahn I.
Zum letzten Meisterschaftsspiel fährt die erste Mannschaft nach Frohnhausen. Dieses Spiel dürfte mehr ein Freundschafts- als ein Meisterschaftsspiel werden, denn die Grün-Weißen lassen einige Spieler, die am Sonntag Verletzungen erlitten fraben, pausieren, damit sie für den Pokalkampf gegen Friedberg mietert fit sind. Die Gastgeber schlagen eine gute Klinge und sind auf eigenem
Platz sehr gefürchtet. Da die Grün-Weißen mit vielfachem Ersatz antreten, dürfte ein Sieg kaum zu erhoffen fein.
Frohnhausen II. — VfB -Reichsbahn II.
Im Spiel der Reserven halten wir die Grün- Weißen für stärker und rechnen mit einem knappen Siege.
Kampf um den Aufstieg.
Lollar I — Sportfreunde Wetzlar I.
Ein weiteres Aufstiegsspiel zur Bezirksklasse bestreitet die Lollarer 1. Elf gegen die gleiche der Sportfreunde Wetzlar. Die Aussichten ter Lollarer auf einen Aufstieg haben sich durch das letzte Der« lorengegangene Spiel gegen Burgsolms ziemlich zerschlagen. Es müßte denn höchstens fein, daß die beiten Tabellenführer durch besondere Umstände noch Punkte einbüßen. Nur dann könnte es möglich sein, daß sich das Blatt für Lollar noch zum Besseren wenden kann. Für Lollar wäre es dann aber notwendig, daß die noch ausstehenden Spiele gewonnen würden. Was den morgigen Kampf an- betrifft, so sollte es den Platzbesitzern bei einer einigermaßen guten Leistung gelingen, Sieger zu werden.
*
Heuchelheim I. — Leihgestern L
In Heuchelheim treffen sich die beiden Kreisklassenmannschaften, die beide in ihren Gruppen bei den Punktkämpfen schon immer an führender Stelle standen. Die Einheimischen, die am Vor- fonntage eine überzeugende Partie gegen Lick lieferten, werden auch diesmal alles daran setzen, damit ter Sieg in Heuchelheim bleibt. Allerdings müßte die Verteidigung ein erfolgreicheres Abwehrspiel wie in den letzten Spielen aufweisen, denn dem Gästesturm geht ein guter Ruf voraus.
Saasen I — Rodheim (Bieber) I.
Am morgigen Sonntag weilt Rodheims 1. Mannschaft zu einem Freundschaftsspiel in Saasen. Da die Gäste als die besseren gelten, dürften die Einheimischen einen schweren Stand haben. Das Spiel wird mit Spannung erwartet.
Anschießen
der Schühengesellschast 1926 Gießen
Die Schützenaesellschaft 1926 Gießen hielt ihr Anschießen ab. Dlwurch, daß auch während der Wintermonate mit Zimmerstutzen im Saal geschossen wurde, waren die Schützen in ter Hebung geblieben. Es wurden trotz der einsetzenden Regenfchauer und das starken Windes sehr schöne Resultate erzielt. Gegen Abend nahm der Dereinsführer Ed. Gond - n e r die Preisverteilung vor.
Die Ergebnisse.
10 0 Meter Gabenscheibe (Großkaliber, 3 Schuß stehend aufgelegt): 1. H. Balzer, 36 R.; 2. Ldg. Schneider, 34 R.; 3. K. Heitz, 34 R.: 4. W. Becker, 34 R.; 5. Ed. Gondner, 34 R.; 6.Krd. Becker, 33 R.; 7. H. Meckel, 33 R.; 8. H. Blum, 32 R.: 9. H. Herröder, 31 R.; 10. Gg. Hammel, 30 R.; 11. K. Neeb, 30 Ringe.
100 Meter Meisterscheibe (Großkaliber, 3 Schuß stehend aufgelegt): 1. H. Balzer, 36 R.; 2. K. Heitz, 34 R.; 3. ßbg. Schneider, 34 R.: 4. Ed. Gondner, 34 R.; 5. H. Meckel, 33 R.; 6. W. Becker, 33 R.; 7. K. Neeb, 31 Ringe.
50 Meter Meisterscheibe (Kleinkaliber, 3 Schuß stehend freihand): 1. Ldg. Schneider, 34 R.; 2. Hch. Balzer, 32 9t.; 3. K. Heitz, 32 9t; 4. W. Becker, 31 9t.; 5. Blum, 31 R.; 6. K. Neeb, 31 9t.; 7. K. Becker, 31 9t.; 8. Ed. Gondner, 31 Ringe.
Die Ehrenscheibe (Großkaliber, 100 Meter) errang H. Meckel und die Ehrenscheibe Kleinkaliber 50 Meter errang Ed. Gondner.
Wieder 2Spiele derHandball-kreismannschasten
Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß durch die Kreisspielleitung alles geschieht, um das Spielprogramm so interessant wie möglich zu gestalten. Denn, nachdem erst am letzten Sonntag die Kreismannschaft in Erscheinung trat, sind für den 30. d. M. gleich zwei Spiele vorgesehen. Diesmal ist es der Kreis 10 (Westerwald), gegen den eine Einheit des Kreises Gießen im Jahre 1937 gespielt und damals knapp gewonnen hat.
Ob sich seitdem die Spielstärke der Gäste aufwärts entwickelt hat, ist nicht zu sagen. Fest steht, daß sie sich schon seit Jahren redlich bemühen, den Anschluß an die Spitzengruppe des Bezirks II zu halten, daß es ihnen dabei allerdings an den notwendigen Gegnern fehlt. Immerhin sollte ihre Spielstärke ausreichen, um dn von uns eingesetzten Nachwuchsmannschaften ebenbürtige Gegner abzu- geben. Das um so mehr, als sich sämtliche Spieler aus drei Vereinen zusammensetzen.
Es darf wohl als selbstverständlich vorausgesetzt werden, daß beide Treffen genau denselben Anklang finden, wie das Spiel in Holzheim, zumal die Vorbereitungen ebenso mustergültig sind. Das aber ist, wie immer wieder betont werden muß, der Hauptgrund, weshalb die Kreisspielleitung zu derartigen Veranstaltungen aufruft.
Es werden antreten:
3n Hochelheim: Altmann (Dutenhofen); Klee und Röhrig (beide Holzheim); Philipp (Lützellinden), Sann (Holzheim), Müller (Hörnsheim); Jakobi (Hörnsheim), Mehl (Dutenhofen), Atten- dörfer (Lützellinden), Lang (Hochelheim), Will (Lützellinden).
In Katzenfurt: Raab (Katzenfurt); Fischer und Heller (beide Katzenfurt); Rupp (Garbenheim), Demert (Dillenburg), Bingel (Katzenfurt); Hofmann (Katzenfurt), Gretel (Dillenburg), Wießner (Garbenheim), Rheinstädtler (Garbenheim), Bill (Niedergirmes).
Wenn auch eine ganze Reihe von Vereinen berück- Üchtigt worden ist. so gibt es an der Geschlossenheit ter beiden Mannschaften trotzdem nichts zu beuteln, ^anz gleich, ob es sich um die Hintermannschaften u„hr hi» Funferreihen handelt, sie sind gleich gut unö sollten auch den bestgemeintesten Angriffen ter Gegenseite Stand halten können.
beiden Großveranstaltungen nehmen aN- C -,I)rc£ F0stS°"g. Diesmal stehen
alle Mannschaften im Kampf, und zwar
Tv Hörnsheim — MSV Barbara Tgde. Hanau — Tv. Kirch-Göns.
Wir glauben kaum, daß die „Barbara" in Hörnsheim gewinnen wird, wenigstens nicht nach den Leistungen ter letzten Zeit gerate Hörnsheim hat am vergangenen Sonntag bewiesen, daß sich eine grundlegende Veränderung Platz gemacht hat und daß man auf dem besten Wege ist, zu ter erforder
lichen Form aufzulaufen. — Es bleibt nur abzuwarten, wie sich Kirch-Göns in Hanau halten wird. Erst danach kann man die Aussicht für die Zukunft beurteilen.
3n Dutenhofen treffen sich Dutenhofen und Gar- bcnheim zu dem nachträglich neu angesetzten Pokal- fpiel- Die Platzbesitzer haben schon einmal verloren. Sie werden auch diesmal nicht viel besser abschneiden, wenn der Sturm abermals so eigensinnig spielt. Daran ist aber kaum zu denken, nachdem man sicherlich die erforderlichen Lehren aus dem Vorkampf gezogen hat.
Radball -Länderkampf fltflcn die Schweiz
Der Länterkampf Deutschland —Schweiz am Samstag in St. Gallen ist wieder ein Ereignis von besonderer Bedeutung für die Freunde des Radballsports, weil sich gerate diese Nationen bei den Weltmeisterschaften stets als die ernsthaftesten Anwärter gezeigt haben. Am Sonntag vertreten wieder die 7fachen Frankfurter Weltmeister Schreiber-Dl er sch (RV. Wanderlust) die deutschen Interessen, unterstützt von den jungen Leipziger Gebrüdern Simeth. Die Schweiz stützt sich auf den Landesmeister Osterwalder-Gabler (St. Gallen - St. Georgen) und Mächler-DeZordi (Winterthur).
Kurse Sportnotizen
Ein Sonderflugzeug hat sich für den kommenden Sonntag ter Deutsche Pokalmeister Rapid Wien gechartert, um damit zum Pvkalkaiups gegen die „Bayern" nach München zu fliegen.
Drei BMW. -Maschinen ft arten Mitte Juni bei der englischen TT., dem schwersten Motorradrennen der Welt, auf der Insel Man. Am Steuer werden Georg Meier, Kari Gall und der Engländer Jock West sitzen.
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M i t einem BMW. - Sieg wurde die neue Rennzeit auf ter Insel Ceylon eingeleitet. Der Eng- länber Allan Clarke siegte mit einem Mittel von 87,9 km st auf einer serienmäßigen BMW.-Sportmaschine Typ R 51 ganz überlegen.
Jur Ostpreußenfahrt vom 10. bis 12. Mai entsendet Daimler-Benz eine Fabrikmannschaft auf tem 2,3-Liter-Sportwagen mit den Fahrern Rauch, Wette und Kling. Der Ettenriede-Sieger Ludwig Kraus fährt eine 600-ccm.BMW. mit Beiwagen.
r ^'ne vollständige Rennmannschaft setzt DKW. am 21. Mai beim Eifelrennen zum ^rftenmal ein Kluge, Winkler und Wünsche fahren bie -^)^cm-Maschine, Fleischmann, Petruschke und Hamelehle starten in der 350-ccm-Klasse.
Amtsgericht Gießen.
Der H. S. in Gießen erhielt einen Strafbefehl über drei Wochen $aft wegen ter Beschuldigung, sich der gesetzlichen Unterhaltungspflicht gegenüber seiner geschiedenen Ehefrau und seinem Kind entzogen zu Haden, so daß fremde Hilfe (Sozialamt) in Anspruch genommen werten mußte. Gegen den Sttafbefehl legte er Einspruch ein. Die Verhandlung, die kürzlich stattfand, wurde abgesetzt, da die Ehefrau und ein weiterer Zeuge gehört werden sollten. Die Ehefrau verweigerte die Aussage, der andere Zeuge war von der Schweigepflicht nickst entbunden. Der Angeklagte behauptet, seiner Unterhaltspflicht nachgekommen zu sein, es sei ihm Lohn gepfändet bzw. einbehalten worden, außerdem sei die Frau in der fraglichen Zeit wirtschaftlich bessergestellt gewesen als er. Der Angeklagte wurde zu einer Haftstrafe von drei Wochen verurteilt. Große Strafkammer Gießen.
Der K. P. in Watzenborn-Steinberg war durch Urteil des Bezirksschöffengerichts Gießen vom 21. März 1939 zu einer Gefängnisstrafe von sechs Wochen verurteilt worden. Er war beschuldigt, einen SA.-Führer beleidigt zu haben. Gegen das Urteil
Wenn Augen versagen Magnus-Brillen tragen!
legte er Berufung ein, und zwar wegen der Straf» höhe. Der Verteidiger beantragte an Stelle tet Freiheitsstrafe auf eine Geldstrafe zu erkennen. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte, die Berufung zu verwerfen. Das Urteil des Bezirksschöffengerichts Gießen wurde dahin abgeändert, daß der Angeklagte zu einer Gefängnisstrafe von einer Woche verurteilt wurde.
Möbelhaus
Gießener Dochenmarktpreife.
* Gießen, 29. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, % kg 1,60 Mark, Matte 25 bis 50 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse S 11, A lO1^, B 10, C 9K, D 8%, Enteneier 10^ und 9%, Weißkraut, % kg 13 bis 15, Rotkraut 18, gelbe Rüben 16 bis 18, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 17 bis 20, Unterkohlrabi 6 bis 10, Feldsalat, 1/io 10, Tomaten- Vi kg 45, Zwiebssln 15 bis 18, Meerrettich 40 bis 70, Schwarzwurzeln 40 bis 50, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln, neue, % kg 18 Pf., alte, kg 5 bis 8 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,30 bis 3,90 Mark, Hähne, Vt kg 90 Pf., alte 85 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 90 Pf. bis 1 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 30 bis 50, Salat 20 bis 40, Salatgurken 80 Pf. bis 1,20 Mark, Oberkohlrabi 30, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 15, Sellerie 20 bis 60, % kg 50 bis 55, Radieschen, das Bündel 15 bis 20 Pf.
Rhein-Mainische Börse.
ANttagsbörse freundlich.
Frankfurt a. M., 28. April. Die Börse behielt ihre freundliche Haltung. Das Geschäft kam allerdings nur langsam in Gang und erfuhr auch späterhin kaum eine Ausweitung, da das Interesse allgemein auf die Führerrede gerichtet war. Lebhaft erörtert wurden die Durchführungsbestimmungen zum neuen Finanzplan und die Erleichterung der Mehreinkommensteuer. An den Aktienmärkten kamen infolge des ungewöhnlich frühen Börsenbeginns zunächst nur wenig Abschlüsse zustande, doch war die Kursentwicklung weiterhin leicht nach oben §erichtet. Don den führenden Papieren gingen IG. arten zu 150 (149,90) lebhafter aus dem Verkehr. Einiges Interesse verblieb außerdem in Maschinenwerten bei mäßig höheren Kursen; Demag 144 (143,75), Junghans 97,40 (97), Eßlinger unverändert 112. Am Elektromarkt zeigten Siemens nach längerer Pause eine Steigerung um 5,25 v. H. auf 196; Lahmeyer gewannen 1 v. H. auf 112, AEG. 0,25 d. H. auf 116,25. Bergwerkspapiere lagen sehr ruhig und wenig verändert, Hoefch nur knapp gehalten mit 108,50 (109), Mannesmann unverändert 107. Von sonstigen Werten befestigten sich Contt Gummi bei nur kleinem Bedarf um 3 v. H. auf 217.
An den Rentenmärkten entwickelte sich ebenfalls nur wenig Geschäft, wobei die Kurse gegenüber dem Vortag kaum Abweichungen aus-
da& üüAlujzqAtäfüqe c&iaft
29/30 - 2 A
wiesen. Reichsaltbesitz zum Einheitskurs 131,60 (131,75). Kommunal ^Umschuldung hörte man ex Ziehung mit 93,40 (93,50). Pfandbriefe wiesen bei kleinem Umsatz kaum Veränderungen auf, ebenso blieben die meisten Stadtanlechen und Industrie- Obligationen ziemlich unverändert Je 0,25 v. H. höher 6 v. H. IG. Farben mit 122 und 4,50 v. st. Doigt & Haeffner mit 96, anderseits 4,50 v. st. Mainkraft 96,25 (96,50). Kommunal--Umschuldung gingen schließlich mit 93,30 um.
Im Verlaufe war die Entwicklung am Aktienmarkt uneinheitlich. Bei anhaltend sehr kleinem Geschäft wiesen die Kurse der Hauptwerte Schwankungen bis zu 0,50 v. H. auf, wobei aber Rückgänge überwogen. IG. Farben 149,65 nach 150, Mannesmann aber 0,65 v. H. höher mit 107,65, schwächer Junghans mit 96,50 nach 97,40. Bei den jpäter notierten Papieren bewegten sich die Veränderungen meist unter 1 v. H. Das Schlußgeschäft kam frühzeitig zum Erliegen, man hörte vorwiegend nur knapp gehaltene Kurse.
Der yreioerfeljr brachte eine Sonderbewe«• gung in Dingler Maschinen, die bei lebhaften Umsätzen bis auf 115 (109,50 bis 110) anftiegen und mit günstigen Abschlußerwartungen (man sprach von einer Wiederaufnahme ter Dividenden,Zahlung mit voraussichtlich 7 v. H. und einer evtl. Kapitalerhöhung) motiviert wurde. — Tagesgeld unverändert 2,25 v. H.
Schweinemarkt in Schotten.
* Schotten, 28. April. Nach langer Unterbrechung sind auch hier die Schweinemärkte miete r ausgenommen worden. Am Donnerstagsmarkt wurden etwa 200 Ferkel und Einlegeschweine auf- getrieben. Für 6 bis 8 Wochen alte Ferkel wurden 28 bis 32 Mark, für 8 bis 10 Wochen alle 33 bis 38 Mark, für 10 bis 12 Wochen alte Ferkel 39 bis 42 Mark bezahlt und Einlegeschweine erzielten bis ZU 75 Mark je Stück. Nach flottem Geschäft wurde der Markt geräumt.


