SJlxfport
Um die deutsche Basketballmeisterschast
Turnier in Heuchelheim.
Das Reichssachamt Handball und Basketball hat dem Gau Hessen die Durchführung der Gaugruppenmeisterschaft der Gruppe 3 übertragen und als Austragungsort, da in Gießen keine geeigneten Hallen zur Verfügung stehen, die Turnhalle in Heuchelheim bestimmt. Die Spiele finden am kommenden Samstag und am Sonntag statt.
Basketball-Runde.
Am Mittwoch wird die Rückrunde fortgesetzt und zwar auch in der Turnhalle zu Heuchelheim. Es spielen :Tv. Heuchelheim gegen Spiel v. 19 00 Gieß en und Mtv. GießengegeneineNSKK.-Mannschaft.
Das erste Spiel wird wohl, auch wenn Heuchelheim seine Form stark verbessert hat, 1900 leicht im Vorteil sehen. Der Gaumeister wird alle Trümpfe ausspielen müssen, um gegen die NSKK.-Mannschaft die in der Aufstellung Leutheuser, Moll, Luh, Pfeffer, Häuser und Mohr antritt, zu gewinnen.
Handball in Kreisvergleichskämpfen.
Den Bemühungen der Kreisspielleitung ist es gelungen, die Kreise Westerwald und Friedberg zu Handballspielen am 30. bzw. 24. April d. I. nach Katzenfurt bzw. Holzheim zu verpflichten. Im Rahmen der dafür notwendigen Schulung hat der Kreis- fachwart die Spitzenspieler des Kreises zu einem Lehrgang für kommenden Sonntag einberufen. Die Gegner sind so stark, daß es unbedingt notwendig ist, die wirklich besten Kräfte zu sichten.
Fußball der Kreiöklaffen.
1. Kreisklassc:
Klein-Linden — Rodheim 3:0 Großen-Buseck— Wißmar kampflos f. Gr.-Bus. Großen-Buseck — Steinbach (Ges.-Sp.) 5:1 Garbenteich — Hungen 3:0
2. Krcisklasse:
Saasen — Harbach 1:5
VfB.-R. III. — Staufenberg 5:1 SA. II. — Londorf 1:11
Ueberraschcnd gewann Klein-Linden das letzte Spiel. Der Gegner wurde durch eine Verletzung eines Spielers gefchwächt. Wißmar verzichtete kampflos auf die Punkte. Großen-Bufeck verpflichtete sich Steinbach und kam zu einem sicheren Siege, obwohl nur neun Mann zur Stelle waren. Schwer hatte Garbenteich zu kämpfen, bis es gelang, die Gäste nach der Halbzeit zu besiegeü. Geilshausen hat sehr mit Mannschaftssorgen zu kämpfen und konnte zum Spiel in Göbelnrod nicht antreten. Bei dem Lokalkampf in Saasen zogen die Platzherren den Kürzeren. Der Gegner war in jeder Beziehung besser und siegte verdient. Eine deutliche Abfuhr holte sich Staufenberg gegen die Dritte vom VfB.-Reichsbahn. Obwohl auf eigenem Platz antretend, hatte die zweite Mannschaft der SA. gegen den Meister nichts zu bestellen und verlor zweistellig.
Klein-Linden I — Rodheim I 3:0 (2:0).
Rach langer Pause gab es für Klein-Länden einen Sieg: Klein-Linden konnte das letzte Pflichtspiel gegen Rodheim mit 3:0 für sich entscheiden. Rodheim stellte eine schnelle und entschlossen handelnde Elf. Sie trug allerdings gegen den in stärkster Aufstellung spielenden Gegner, der seine Mannschaft durch zurückgekehrte Arbeitsdienstmänner wieder einmal vollzählig aufstellen konnte, eine harte Note in den Kampf. Klein-Linden mußte sich deshalb sehr stark zur Wehr setzen, wenn ein Sseg erzielt werden sollte. In der Mitte der ersten Halbzeit wurde das Führungstor durch den Rechtsaußen erzielt, dem sich kurz vor Halbzeit, nachdem der rechte Verteidiger der Gäste durch eine unglückliche Abwehr schwer verletzt wurde und ausscheioen mußte, das zweite Tor anschloß.
Die Platzbesitzer, die für ihre zufriedenstellende Leistung ein Gesamtlob verdienen, spielten in der zweiten Halbzeit sehr verhalten und erzielten gegen die sich tapfer wehrenden Gäste durch einen schön verwandelten Kopfball des Halblinken Ströher den dritten Treffer.
Zugend-Jußball im
Gwßcn'Linden l.Jgd. — BfB.'R. l.Jgd. 1:5 (1:5).
Die 1. Jugend erledigte eine alte Rückspielverpflichtung in Großen-Linden gegen die dortige 1. Jugend. In den früheren Jahren lieferten sich beide Mannschaften immer spannende Spiele, was man auch diesmal erhoffte. Aber die Grünweißen ließen sich nicht überraschen, und spielten ihren Fußball wie man es von ihnen gewohnt war. Die erste Hälfte
stand daher im Zeichen der Gießener, die Ins zum Wechsel fünfmal einfenden konnten, während die Platzbefitzer nur zu einem Tore kamen. Besonders der Sturm war in guter Schußlaune. Das Spiel kam jedoch nicht ganz zum Austrag. Bald nach Beginn der zweiten Hälfte wurde das Spiel von leiten der Gastgeber abgebrochen.
Die 2. Jugend weilte in Heuchelheim, ryn mit der dortigen 2. Jugend ihre Kräfte zu messen. Durch Absagen in letzter Minute, konnte die Mannschaft nicht ganz vollständig antreten. Obwohl die Spieler ihr bestes hergaben, war es ihnen nicht möglich zu einem neuen Siege zu kommen. Sie mußten sich mit 3:1 geschlagen bekennen.
Kurse gegen den Anfang. Die erst später festaestekl. tcn Kurse lagen sehr uneinheitlich, wobei Abschwächungen üoerwogen. Stärker ermäßigt waren Rhein. Braunkohlen auf 212,50 (214,50) und nach Pause Feldmühle Papier auf 111,50 (114). Am Einheitsmarkt gingen Bankaktien z. T. weiter zurück, Deut- sche Bank 117,50 (117,75), Commerzbank 111 (111,25), von Hypothekenbanken Frankfurter Hyp. 104,50 (106).
Abendbörse still.
An der Abendbörse kam es zwar nur zu kleinem Geschäft, da von der Kundschaft Aufträge kaum ein- gegangen waren, die Grundstimmung war aber nach dem schwankenden Verlauf des Mittagsoerkehrs etwas freundlicher. Indessen entwickelten sich die Kurse weiterhin uneinheitlich. Im allgemeinen betrugen die Abweichungen kaum mehr als 0,25 bis 0,50 o. H. Als fest zu erwähnen sind jedoch Verein. Deutsche Metall mit 175 (173,50), MAN. mit 141,50 (140) und Gesfürel mit 131,50 (130,25). IG.-Farben erholten sich um 0,75 v. H. auf 147,25, ebensoviel höher lagen Deutsche Erdöl mit 122,25. Verein. Stahl lagen mit 103 behauptet, während Mannesmann 0,25 v. H. abbröckelten auf 108,50, ferner Licht und Kraft auf 127,50 (128), Bemberg auf 129,25 (129,50), Rheinmetall auf 126,50 (126,75) und Reichsbank auf 177,25 (177,50). Am Rentenmarkt herrschte Geschäftsstille. 6proz. IG.-Farben blieben zu 121 unverändert, ebenso Reichsbahn-VA. mit 123 und im Freiverkehr Kommunal-Umschuldung mit 93,40.
Gießener Schlachtviehmarkt.
,u dem gestrigen Gießener Schlachtoiehmartt lSchlachtviehverteilungsmarkt) in der Versteigerungshalle Rhein-Main in Gießen wunden 7 Ochsen, 4 Bullen, 45 Kühe, 25 Färsen, 132 Kälber, 186 Schweine, 4 Schafe aufgetrieben.
Preise: Ochsen 29 bis 45, Bullen 41,5 bis 43, Kühe 22 bis 4o,5, Färsen 39 bis 44,5, Kälber 30 bis 65, Schafe 25 bis 41 Pf. je 1!i kg Lebendgewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,15, bl (135 bis 149,5 kg) 1,13, b2 (120 bis 134,5 kg) 1,11, c (100 bis 119,5 kg) 1,03, d—f (unter 100 kg) 0,97, gl (fette Specksauen) 1,13, i (Altschneider) 1,11, g2 (andere Sauen) und h (Eber) 1,01 Mark.
Marktverlauf: Großvieh und Schweine Zugeteilt; Kälber und Schafe ausverkauft.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 28. März. Auftrieb: Kälber 946 (gegen 909 am 21. 3 ), Hämmel und Schafe 126 (68), Schweine 4956 (4149). Notiert wurden je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 62 bis 65 (62 bis 65), b 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 33 bis 40 (35 bis 40). Hämmel bl) 48 bis
50 (48 bis 50), b2) 44 bis 45 (45 bis 46), c) 33 bis
38 (40 bis 42), d) 20 bis 32 (—). Schafe a) 40 bis
42 (40 bis 42), b) 35 bis 39 (33 bis 39), c) 20 bis
32 (22 bis 28). Schweine a) 58,50 (58,50), bl) 57,50 (57,50), b2) 56,50 (56,50), c) 52,50 (52,50), d) 49,50 (49,50). Sauen gl) 57,50 (57,50). Marktverlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel.
Jude wegen Raffenschande ins Zuchthaus.
LPD. Frankfurt a. M., 28. März. Die Große Strafkammer verurteilte den 35jährigen Juden Salomon Sternbach wegen Rasfen- schände zu drei Jahren Zuchthaus. Der Angeklagte unterhielt, mit . Unterbrechungen durch Reisen nach Polen, seit 1932 Beziehungen ju einer Arierin.
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
k. G. Sch. Wir haben mit Hilfe der Universitäts- Bibliothek nur das folgende Buch ermitteln können: „Das Wetterhexchen und feine Geschwister", Erzählung von I. pon Garten, erschienen im Verlag Bachem, Köln 1912. — Da die Erzählung aus der Universitäts-Bibliothek nicht vorhanden ist, war nicht festzustellen, ob sie mit dem gesuchten Roman identisch ist.
Generalversammlung des VsV.-Reichsbahn.
Der VfB.-Reichsbahn Gießen hielt im „Schipka- paß" feine Generalversammlung ab. Der Vereins- ührer Reichsbahnrat Ko eh ne begrüßte die Sportkameraden und erstattete den Geschäftsbericht für die Zeit vom 3. September bis zum Ablauf des Jahres. Da bereits bei dieser Veranstaltung am 3. September der Jahresbericht vorgelegt und die sportlichen Erfolge des VfB.-Reichsbahn eingehend gewürdigt worden waren, blieb dem Vereinsführer nur noch übrig, auf die sportlichen Erfolge beim Deutschen Turn- und Sportfest in Breslau einzugehen. Er konnte der Sportkameradin Lotte Diehl die Siegerurkunde für die Beteiligung am volkstümlichen Dreikampf für Frauen, in dem sie mit 53 Punkten den 17. Platz belegt hatte, überreichen.
Der VfB.-Reichsbahn konnte allein zehn Gaumeisterschaften des Gaues XII (Hessen) erringen. Die Gaumeisterschaften im Kugelstoßen mit 13,91 Meter und im Diskuswerfen mit 42,35 Meter errang der bekannte Leichtathlet Dr. Luh, die Gaumeister- chaften im Dreisprung mit 12,23 Punkten, im 100- Meter-Lauf mit 11 Sek. und im 200-Meter-Lauf mit 23,08 Sek. errang Hellmuth Möll, denen die ent- prechenden Siegerurkunden überreicht werden konnten. Außerdem hatten sich die Junioren Menzel im Weitsprung und Zörnsch im 5000-Meter-Lauf als Gaumeister durchgesetzt. Weiterhin errangen die 4 x 100-Meter-Staffeln der Männer, der Frauen und der Junioren die Gaumeisterschaften, so daß der .Verein stolz auf die Erfolge seiner Mitglieder sein kann.
In letzter Zeit sind eine Handball- und eine Basketballabteilung gegründet worden. Eine Boxsportabteilung soll unter der Leitung von Kreisfachwart Feldhus arbeiten. Weiterhin sind eine Schützenabteilung und eine Geräte-Turnabteilung im Entstehen begriffen.
Auch nach der wirtschaftlichen Seite hin hat sich der Verein günstig entwickelt. Die Mitgliederzahl war am 1.1.1939 auf 1110 aktive und fördernde Mitglieder angestiegen und in den letzten Wochen sind weitere Zugänge zu verzeichnen.
Aus dem Bericht des Fachwortes für den Fußball, Kamerad Erb, war zu entnehmen, daß die drei Mannschaften des Vereins sich günstig entwickelt haben, so
Wirtschaft.
Rhein-Mainische Börse.
RUttagsbörse schwankend.
F r g n k f u r t a. M., 28. März. Die Börse war am Aktienmarkt anfangs aus mäßige Rückkäufe,, hauptsächlich seitens der Kulisse, nach den Abschwächungen der letzten Tage leicht erholt. Die Umsätze blieben aber infolge der weiterhin schwachen Beteiligung der sogenannten zweiten Hand in engsten Grenzen, während die Besserungen vielfach Über den Durchschnittssatz von 0,25 bis 0,50 v. H. hinausgingen. So lagen beispielsweise Adlerwerke Kleyer fest mit 109 bis 110 (108), ferner Demag mit 143,50 (141), IG. Farben mit 147,50 (146), Hoesch mit 105,50 (104,25) und Mannesmann mit 108,75 (107,75). Noch leicht rückläufig lagen AEG. mit 111,25 (111,75), Reichsbank mit 177,50 (177,75), Gement Heidelberg mit 151,25 (152), Rheinmetall mit 126,75 (127) und Eßlinger Maschinen mit 106,50 (106,75). Nach den ersten Kursen konnten die Erholungen nicht überall voll behauptet werden, zumal
daß die 1. Mannschaft mit 22 Punkten an der 2. Stelle in der Bezirksklasse, die 2. Mannschaft mit 14 Punkten aus 11 Spielen gleichfalls an der 2. Stelle der Kreisklasse und die 3. Mannschaft mit 10 Punkten aus 10 Spielen an der 3. Stelle stehen. Die 1. Mannschaft hat sich trotz ihres Abstieges im Vorjahr wieder in der Bezirksklasse durchgesetzt und überraschend den 2. Tabellenplatz erobert.
Der Fachwort für Leichtathletik, Kamerad Dr. Luh, hatte keinen großen Bericht vorzulegen, weil der Sportbetrieb im Winter stille liegt. Lediglich beim Hallensportfest konnte die Mannschaft zwei 1. Preise und zwar Dr. Luh im Kugelstoßen und Menzel im Weitsprung, sowie einige 2. und 3. Preise erringen. Die Trainingsarbeiten werden fortgesetzt. Auch bei einem Sportfest in Wiesbaden konnte die Mannschaft sich gut plazieren.
Der Fachwort für den Handball, Kamerad Koch, konnte von einer guten Entwickelung der Jugendmannschaft berichten. Auch die Aktiven stehen in der 2. Kreisklasse an 2. Stelle.
Der Fachwort für Basketball, Kamerad Luh, legte gleichfalls einen erfreulichen Bericht über die gute Entwickelung der im Vorjahr gegründeten Abteilung vor.
Nachdem der Rechner Brühl über die Kassenverhältnisse referiert hatte, wurden dem Geldverwalter und zugleich dem gesamten Vorstand einstimmige Entlastung erteilt. Auf Vorschlag des stellvertretenden Vereinsführers Kamerad Overbeck, der der Arbeit des seitherigen Vereinsführers Dank und Anerkennung zollte, wurde Sportkamerad Reichsbahnrat Ko eh ne einstimmig in seinem Amt bestätigt, der mit Dankesworten an seine Mitarbeiter den bisherigen Führerrat in seinen Aemtern bestätigte.
Bei der Besprechung des Haushaltsvoranschlages benutzte der stellvertretende Vercinsführer Overbeck die Gelegenheit auf die gesunde Grundlage des Vereins hinzuweisen, die sich nicht nur aus geordneten Finanzverhältnissen, sondern auch aus dem kameradschaftlichen Geist ergibt, der alle Sportkameraden beseelt und sich in den einzelnen Abteilungen durch gute Erfolge auswirkt.
die Märkte noch nicht ganz frei von Abgaben waren und die Geschäftsstille ihr übriges tat. IG. Farben schwankten zwischen 146,50 bis 147 nach 147,50.
Am Rentenmarkt war das Geschäft ruhig. Reichsaltbesitz kamen mit unverändert 129,80 zur Notiz, im Freiverkehr lagen Kommunal-Umschul- dung gut behauptet mit 93,40 (93,35). Von Liquidationspfandbriefen gingen Pfälzische auf 100,75 (101), Rheinische auf 101 (101,10) zurück, dagegen Meininger 101 (100,90). Stadt anleih en und Staatspapiere lagen unverändert. Industrie-Obligationen schwankten bis 0,50 v. H. nach beiden Seiten; 6 v. H. IG. Farben 121 (121,50), 5 v. H. Mittelstahl 100 (100,25), andererseits 5 v. H. Gelsenberg 100 (99,75). Reichsbahn-Vorzugsaktien zogen 0,13 v. H. an auf 123.
In der zweiten Börsenstunde kam das Geschäft nahezu zum Erliegen. IG. Farben gaben -1 v. H. ab auf 146,50, ferner AEG. 0,40 v. H. auf 110,90 und Rheinstahl 0,40 v. H. auf 131,65, auch sonst hörte man vielfach 0,25 bis 0,50 v. H. ermäßigte
Rund um die Weltkugel.
Von Grete Corzilius.
Hans, der Sechsjährige, neugebackener Abc- Schütze, angehender Wissenschaftler, Philosoph und dergleichen, hat von seinem Großvater eine richtiggehende Erdkugel, einen Globus, geschenkt bekommen.
Wie hypnotisiert starrt er auf die unzähligen kleinen Pünktchen und Striche, und andächtig zeichnet er mit dem kleinen Finger die Konturen des Atlantischen Ozeans nach. Dann kommt er gesprungen: „Mutti, wo hört die Welt hier auf", und fuchtelt ihr mit dem kugelrunden Ding vor der Nase herum. Die Mutter, teils um ihn zu wecken, teils um unabsehbaren Fragen aus dem Wege zu gehen, deutet aufs Geratewohl zum Nordpol hin: „Dort!" jagt sie.
„Hahahaha ..." jubelt er, „... habters alle gehört." Worauf die Mutter hastig sich korrigiert: „Ach nein, hier meine ich!" und schnell zum Südpol weist.
Da bricht aus Hänschens Brust ein wahrhaft diabolisches, schadenfrohes Geschrei: „Habters alle gehört? Hier soll, die Welt aufhören und da ...! Weißte denn nicht", sagt er, wieder zur Mutter gewandt, „daß die Erde da bloß dran festgeschraubt ist?" Aus belehrenden, gütig-blauen Augen schaut er die Mutter so eindringlich an, daß sie beschämt den Kopf finken läßt. Aber dann, als wollte der Knirps ihre Niederlage mildern, zeigt er auf die trostlosen Eisfelder Alaskas und sagt: „Da fahre ich später mal mit dir hin!" Schon etwas getröstet, aber dennoch zweifelnd fragt die Mutter zurück:
„Aber wirst du denn soviel Geld auch haben? Bedenke, wieviele Stunden, Tage und Wochen wir die Eisenbahn und das Schiff benutzen müßten, um dorthin zu gelangen!"
„Ich?" sagt er verwundert, „Batt gibt uns doch natürlich das Geld, wenn du dich darüber freust! Mittlers haben ja soviel Geld nicht, die müssen Brot kaufen und Blumenkohl und eine Oelkanne für Datts Motorrad! Aber weißte was?" Er unterbricht sich und hat offenbar eine neue Idee, „wenn ich zum Geburtstag solch eine Dampfwalze bekomme, die von selber läuft, dann walz ich dir vorm Haus die ganze Straße und bann gibst du mir Geld dafür, nicht wahr? Dann können wir fein fahren!"
Eine solche reine Geberfreude strahlt der Mutter aus den Kinderaugen entgegen, daß sie den kleinen Kerl erst einmal fest in ihre Arme Meßen muß.
„Warum", eröffnet er danach sofort wieder die Diskussion, „rutscht man denn nicht auf der Erde aus, wenn sie doch eine Kugel ist. Und warum läuft denn das Wasser da nicht über, da hinten am Meer und so?"
„Ach, das weißt du doch, das kommt daher, Hans", will die Mutter zum soundsovielsten Male in Erklärungen sich ergehen, doch großzügig schneidet er die stammelnde Entgegnung ab: „Ja, ich weiß schon. Weil se so groß ist! Ameisen rutschen ja auch nicht ab von ihrem Berg, und der ist doch so groß, wie für uns Menschen die Erde. Bloß, daß die Häuser und so alle stehenbleiben ...? Ist doch komisch, nicht, Mutti? Möchtest du lieber eine Flugmaschine sein?"
Lachend versichert sie ihm, daß sie mit ihrer Funktion als Mensch ganz zufrieden sei, aber er schwärmt n m allerlei ins Blaue hinein. Daß es doch schön sein müsse, so in den Himmel fliegen zu können und mal fehen, wo denn die Engelchen wären und wo die Luft aufhörte.
Die Mutter schweigt dazu und denkt, solange er redet, braucht sie es nicht. Aber die Hoffnung, daß das so fortdauern möge, erweist sich als trügerisch.
Mit einem energischen Schwung stellt Hänschen jetzt die Kopie unserer schönen Gotteswelt vor sich hin und verlangt kategorisch zu wissen, wo die Affen wüchsen.
Jetzt lacht die Mutter ihn aus und sagt: „Wachsen, Hänschen? Aber bje Affen wachsen doch nicht ...! Natürlich wachsen sie," verbesserte sie sich wieder schnell, „ich dachte nur, du meintest etwa auf den Bäumen!"
Er lächelt dünn zurück: „Bleiben die Affen vielleicht immer klein, wachsen die gar nicht?"
Hastig antwortet die Mutter, schon sichtlich nervös: „Nun, ich hätte dich bald falsch verstanden! Du mußt richttger fragen: Wo leben die Affen?"
„Ach, das", winkt er ab, „das weiß ich ja. Warte mal", flink fährt er mit dem Finger über die blanke Fläche, über Länder und Meere. „A .. a .. affrifa ... darum heißt das ja so!" sagt er. Er sind et den Erdteil nicht gleich und fährt 'wieder weiter fort: „Ich glaube, du, das hamse vergessen .. die Männer .. die Fabrik, ... die den ... den Klobus ... gemacht haben!"
„Ausgeschlossen", widerspricht die Mutter, „sieh, hier ist Afrika und hier gibt es auch Assen!"
„Ja, das weiß ich doch!" Er nickt. „Ich meine bloß, wo sie denn großwüchsteten, so auf der Erde ober auf die Bäume?"
. „Es heißt: auf den Bäumen« Hänschen!"
Verzweifelt versucht die Mutter, dem kleinen Plagegeist zu entrinnen, und es gelingt ihr wahrhaftig.
Als sie sich an der Tür umdreht, sitzt Hänschen ernsthaft über den Globus gebeugt, den Kopf nachdenklich in die Hand gestützt und mit den Fingern über die Meridiane fahrend. Schließlich bläst er langsam die Backen auf und versucht eifrig, die Erde um ihre Achse zu drehen.
Oie Frühjahrsneuerscheinungen des Znsel-Berlages.
Der Insel-Verlag zu Leipzig legt von der auf sieben Bände berechneten Stifter-Ausgabe zunächst die beiden ersten vor, die Stifters „Studien" enthalten. Dem erften, Band geht eine Einleitung von Max Mell voraus. Der Band ist mit einem Porträt in Lichtdruck nach einem Gemälde von Bartholomäus Szekelyi geschmückt. Von der bereits angekündigten Dickens- Ausgabe legt der Verlag die ersten Bände vor, vollständige Ausgaben der Romane „Die P i ck w i ck i e r " und „David Copperfield", beide mit je 40 Bildern nach den englischen Originalausgaben. Georg Büchners '„Werke und Briefe" liegen in neuer vermehrter Auflage vor. Die „Briefe Rainer Maria Rilkes aus den Jahren 1892 bis 1914" find in drei Bänden neu gegliedert zusammengefaßt. Mit den bereits erschienenen Briefen der späteren Zeit bilden sie eine Ausgabe „Gesammelte Briefe in sechs Bänden". An neuen Werken erscheinen: Ernest Claes „Donkelhof und Wasinghaus", Roman. Ernst Bertram „Hrabanus", aus der Michaels- berger Handschrift, Sprüche in Prosa. Eberhard Meckel „Durch die Jahre", Gedichte. Benno Papentrigks Schüttelreime. In der „Bibliothek der Romane" erscheinen: Charles de Coster „Die Hochzeitsreise", Theodor Fontane „Der Stechlin", Charles Sealsfielb „Das Kajütenbuch". In der Insel - Bücherei erscheinen folgende Bändchen: Michelangelo „Sibyllen und Propheten", farbige Bilder aus der Sixtinischen Kapelle; „Tilman Riemenschneider im Taubertal"; Kolbe „Bildwerke"; Arnim „Der tolle Invalide auf dem Fort Ratonneau"; „Briefe der Frau Rat Goethe"; Edner-Efchenbach „Aphorismen"; Mell „Stifter"; B 1 u n ck „Gestühl der Alten"; Schneider „Elisabeth Tarakanow"; Timmermans „Ich sah Cäcilie kommen"; „Lieder des Hafis", Nachdichtungen von Bethge; „Die Saga vom Skalden ©unnlaug Schlangenzunge"-
Die „Räuber" für sechs Personen.
Die Schmierendirektoren früherer Zeiten verfügten meist nur über ein beschränktes Personal, fühlten sich aber trotzdem verpflichtet, die klassischen Drq/nen mit der großen Zahl von Rollen aufzuführen. Es gab von den wichtigsten Repertoirestücken „Bühneneinrichtungen", die auf den Mangel an verfügbaren Kräften Rücksicht nahmen. So konnte man für die „Räuber" eine „Ausgabe für 10 Darsteller benutzen, eine „Ausgabe B" für 8 und eine „Ausgabe C" für 6 Personen. In dieser letzten Fasfung waren nicht weniger als zehn Rollen und die ganze Räuberbande durch Briefe ersetzt So wurde zum Beispiel die Szene, in der Kosinsky auftritt, so gegeben, daß der Räuber Moor plötzlich einen Brief aus der Tasche zieht und sagt: „Schreibt mir da e junger behmischer Edelmann — er heißt Kosinsky —, i soll ihm seine Geliebte — sie heißt Amalia — retten helfen, die in den Klauen eines Tigers ihr Leben verseufzt. Na, dös kenn' man ja machen."
Zeitschriften.
— Die gezähmte Natur der Taxushecken, W* dodendronbüsche und Zierbäume war das Garten« paradies, das unsere Väter und Großväter sich UItl eine Villa mit Türmchen und Pilastern herum träumten. Wie der Garten aussieht, nach dem w>r uns heute sehnen, zeigt die neue 1 i n i e in ihrem März-Heft (Verlag Otto Beyer, Leipzig. Preis lr* Mk.) auf großen farbigen Seiten, die sowohl den kleinen Wochenendgarten ohne Haus, wie den 9rtP ßen Wohngarten berücksichtigen und jedem Gaften- freund eine Fülle von Anregungen bringen. — abhängig das Haus vom Grundstück ist, zeigt. die Veröffentlichung fünf verschiedener Typen von Hausern, die aus fünf verschiedenen Landschaften herau entstanden sind. Große und kleine Vorschläge un heitere Randbemerkungen ergänzen die beiden Kerm thernen dieses Haus- und Gartenheftes. — 1,1 Freunde der Photographie werden entzückt sein vo den alten Familienbildern, den Frauen- und Ma nerbildnissen, die zum 100. Geburtstag des ticp bildes zusammengestellt sind und deren geheim Richard Hamann in seinem schönen Aufsatz &eute_ih, Der Landschaftsaufsatz ist diesmal Schlesien geww met. — Das Ergebnis des Erzählerpreifes der neue linie wird ebenfalls in diesem Heft bekcmntgege • gleichzeitig werden die Gewinner oorgeftellt uno erste Preisnovelle von Eugen Roth oerösientncy ■


