Nr. 75 Zweites Blatt
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Mttwoch, 29. März (939
Aus dem Reiche der Krau.
Mde und Tracht.
Von Sigrid Ebert
Schon lange beschäftigt sich der Städler und der Wissenschaftler mit der Bauerntracht und sucht ihren Ursprung zu ergründen. Denn nicht zu Unrecht schien es ihm, daß er mit dem Auffinden ihres Ursprungs und mit dem Wissen um ihre Entwicklung auch einen Einblick in die Wesensart des Bauern als solche gewinnen konnte. Zunächst erschien alles ganz einfach: Man fand beim Ueberblicken der Hof- und Stadlmoden der Jahrhunderte oftmals Aehnlichkeiten zwischen diesen und unseren Bauerntrachten und sagte: Die Bauerntracht ist eine stehengebliebene Stadtmode, die das Landvolk übernommen hat. Und weil es gern am Alten festhält, hat es diese Mode nicht weiterentwickelt, sondern ist jahrhundertelang dabei geblieben. Es hat höchstens noch einmal, wenn ihm in späteren Moden eine Jacke, ein Tuch oder die Schuhe zusagten, dies oder jenes Stück aus der neuen Mode ausgenommen.
Man merkte aber doch recht bald, daß in diesen »einfachen Gedankengängen nicht alles stimmen konnte. Die Formen stimmten doch nicht immer so igang genau überein. Da meinte man dann: Die Bauernfrau verzichtet natürlich nicht ganz auf eigene 'Ausgestaltung ihrer Tracht. Sie sucht sich doch nur ldas aus, was zu ihr paßt und was ihr gefällt. Außerdem verändert sie das Uebernommene nach -eigenem Geschmack Bei diesen Ueberlegungen blieb du an dann lange Zeit, bis man plötzlich durch Der» fschiedene Ausgrabungen und durch die genauere Befrachtung ganz alter Steinbilder und Denkmäler eine meue Kenntnis der germanischen und sogar zum Teil ^indogermanischen Trachten bekam. Und nun fiel es uns plötzlich auf, daß Einzelheiten unserer heutigen Lauerntrachten eine ganz enge Verwandtschaft mit Liesen germanischen Trachten haben, ja, daß sich manches in gerader Linie von dieser Zeit bis in un= "ere Gegenwart hinein erhalten hat.
Nun wuchs erst recht die Hochachtung vor unsrer Bauernkultur, die solch alte Ueberlieferung in ich trägt und doch auch jetzt noch in der Gegenwart :in lebensvoller Ausdruck echt bäuerlicher Gemein- »chaft ist. Gerade heute erkennen wir wieder, was uns eine solche Gemeinschaft in unserem Volke zu bedeuten hat. Und wenn wir nun einmal unter diesem neuen Gesichtspunkt die Geschichte der Mode ansehen, dann fällt uns immer mehr auf, wie sehr gerade zu Zeiten, die uns für unsere völkische Entwicklung am wertvollsten erschienen, auch die Mode- irachten sich ihre Anregungen von den deutschen Zauerntrachten geholt haben. So, wie sich Stadt- mobe und Bauerntracht wechselseitig beeinflussen, zeigen sie uns ein Bild der gesamten Kräfteverteilung >es Kulturlebens in unserem Volk. Der Bauer lernt >om Städter, und der Städter holt Kraft und Ziel- iichtung vom Bauern. Beide zusammen aber tragen ie die deutsche Kultur.
Dik MchMne hülfen nicht vernach'.Mgt werden.
Sie sind ebenso wichtig wie die bleibenden Zähne, .’ie Milchzähne sind Platzhalter der bleibenden und naben bis zum 12. Lebensjahr die Kaufunktion lncherzustellen. „Sie fallen ja doch aus", sagt manche Mutter so leichthin, wenn ein Beißerchen Habhaft wird, „es ist ja ,nur* ein Milchzahn" — ind denkt nicht daran, ihn plombieren zu lassen. Ist Jber so ein Milchzahn erkrankt, macht das Kauen Äufig Beschwerden; das Kind kaut schlecht oder gar icht, die ungenügend zerkleinerte Nahrung gelangt iifolgedessen unvollständig vorbereitet in die Ver- Inuungsmege und kann Magen- und Darmstörun- (?n Hervorrufen. Zahnfäule der Milchzähne kann cienfo wie die der bleibenden Zähne zu Kiefer- dfranfungen und den verschiedensten Allgemein- likrankungen führen. Frühzeitiger Verlust der Milch- rihne hat nicht selten Unregelmäßigkeiten der Kie- srr- und Zahnftellung zur Folge.
Milchzähne müssen darum genau so gut gepflegt taerben wie die bleibenden. Vom zweiten Lebensjahr ab sollte in halbjährlichen Abständen, zum min- dssten aber sofort, wenn sich Verfärbungen an den lÄlchzähnen zeigen, eine Untersuchung und wenn niitig, Behandlung beim Zahnarzt stattfinden. Daß silche Schäden möglichst frühzeitig behandelt wer- bin, ist schon darum wichtig, weil jede Zahnfäule i: ihrem Anfangsstadium ohne Schmerz für das 5ind behandelt werden farm.
;3ur kräftigen Entwicklung von Zähnen und Kiefen gewöhne man das Kind vom zweiten gebens« jaht ab an den Genuß harter Speisen, z. B. von rchen Mohrrüben, Aepfeln, hartem Vollkornbrot, ome gleichzeitige Zuführung von Flüssigkeit. Das frinb wird dadurch auch frühzeitig an sorgfältiges uib genügendes Kauen gewöhnt. Erst nach dem Es- [tm soll das Kind trinken.
Wenn nun noch regelmäßig nach dem Essen die Zahnbürste mit kräftigen Borsten benutzt wird — »in oben nach unten bürsten, dann spülen —, so ifi das Beste getan, was für die gesunde Entwicklung des Kiefers und der bleibenden Zähne getan virden kann. Lfr.
Oster-Vorbereitungen.
Das Deutsche Frauenwerk, Abteilung | Mkswirschaft — Hauswirtschaft, Gaustelle Hesscn-
RJiffau, Frankfurt a. M., schreibt:
Wenn die Vorbereitungen zum Osterfest auch nicht lÜIfeitig wie zu Weihnachten sind, so will doch alles lechi bedacht sein, damit mir frisch und unbeschwert n.t unseren Lieben das Fest des wiedererwachten Üoöens begehen können. Sind wir Hausfrauen doch toiür verantwortlich, daß die Feste im Jahreslauf wen seelischen und körperlichen Kraftquell für die scinilie bedeuten.
Den Frühjahrsputz haben wir nun größten- !ti» hinter uns. Aus unserer Wohnung ist der Bmterftaub ausgezogen. Draußen fängt alles an u wachsen und zu grünen. Auch unser Körper ist
Winters müde, sehnt sich nach Sonne, frischer sLi’t und frischer Nahrung. Diesem Bedürfnis sollten ’ ar gerade in den Dftertagen besonders Rechnung ; tragen. Wie auch zu Weihnachten denken wir uns : drsn Küchenzettel aus, der uns erlaubt, die Feier- ■ in« dazu zu benutzen (falls das Wetter uns keinen rlnch durch die Rechnung macht) möglichst viel m i t iseren Kindern ins Freie zu gehen. Für
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
FÜR .
V
Der besonders für Reise und Sport geeignete Mantel in weiter, aparter Raglan form (rechts) mit den Bananenärmeln, den schräg einge- schnittenen Taschen und den breiten Steppnähten ist aus sehr breit gegräteter und stark gerauhter n a - turfarbener Wolle. Das Material hat eine hellbraune Abseite, der Mantel daher ein kurzes Rücken- und Aermelfutter aus gesteppter Rohseide.
H.
Seim Gemüse bleibt es im April zwar bet oer grundsätzlichen Forderung in unserer Ernährung, dem Gemüse einen bevorzugteren Platz als in den letzten Jahrzehnten einzuräümen. Wir müssen aber aud) im April noch bedenken, daß wir uns im Frühjahr bei der Gemüseversorgung in einer Ueber- gangs^eif befinden, die es unmöglich macht, alle Wunsche zu befriedigen, zumal der neue Einbruch non Frost und Kälte die Entwicklung des Früh- gemüfes außerordentlich gehemmt ljat. Die Bestände der Herbstmaffengemüse sind nunmehr so gut wie erschöpft. Wir werden im April noch in erheblichem Umfange aus die Einfuhr von Gemüse und Salaten angewiesen sein. Wir können mit einer ausreichenden Blumenkohl einfuhr rechnen. Audi die Salatversorgung ist im April durch den Umfang der Einfuhr bestimmt. Ende April wird allerdings ,e nach Witterung aud) schon inländischer Salat tetlweise am Markt erscheinen. Der Bedarf an Spinat wird im April noch nicht voll gedeckt werden können, Ende April steht allerdings die Einfuhr beträchtlicher Mengen aus Holland in Aussicht. Immer noch ausreichend sind Kohlrüben vorhanden. Günstiger als im Vorjahr ist Unsere Versorgung mit Zwiebeln. Wir werden erhebliche Einfuhren von den kanarischen Inseln und aus Aegypten in den nächsten Wochen haben ar ®e,inl .D b ft können mir naturgemäß auch im 21^11 ferne großen Ansprüche stellen. Die Aepfel- bestande sind geräumt, Birnen stehen vorübergehend einmal in kleinen Mengen aus Italien zur Verfügung. Die Bananeneinfuhr rnird sich im April etwa auf der Höhe des Vorjahres halten, und bei Apfelsinen rnerden etwa ebensoviel wie im Marz zur Einfuhr gelangen. Zitronen werden aus. selchend vorhanden sein. In diesem Zusammenhang sei darauf hlngewiesen, daß trotz der nickst gerade reichlichen Obstversorgung im letzten Winter infolge der schlechten Obsternte 1938 der Zuckerverbrauch außerordentlich zugenommen hat. In den Monaten Oktober bis Februar 1938/39 wurden fast 15 v. H. mehr Zucker verbraucht als im Oktober bis Februar 1937/38. Je Kopf der Bevölkerung ist der Zucker- oerbraud) von 19,9 kg im Jahre 1933 auf 24 kg im Jahre 1938 gestiegen.
Schließlid) kann nod) mitgeteilt werden, daß nack- menschlichem Ermessen die zum Osterfest erwünschten E i e r zur Verfügung stehen werden. Grundsätzlich wird jedoch auch in diesem Jahre wiederum das Ziel verfolgt, in den Monaten der stärksten Eierproduk- tion, d. h. im Frühjahr, möglichst viel Eier in die Kühlhäuser zu bringen,, um auch im Winter eine einigermaßen befriedigende Eierversorgung sichev, stellen zu können.
die Kleinen bereitet der Osterhase dann unterwegs manche kleine Freude, mit den größeren Kindern freuen wir uns so recht von Herzen der wiedererwachten Natur.
Schon in den Tagen vor Ostern sammeln wir bei diesen Frühlingsspaziergängen alles, was uns draußen an köstlichem jungem Grün zur Nahrung geboten wird. Junge Brennefseln (mit Handschuhen gepflückt) ergänzen den Spinat zum Gründonnerstag. Frischer Sauerampfer dient zur Suppe, Löwenzahn, Gänfeblümchenblätter und Brunnenkresse zum Salat, vielleicht mit Feldsalat gemischt. Haben wir keine Gelegenheit zum Selber- Sammeln, so gibt es doch jetzt allerlei Frisches. Kräuter, Mistbeetsalat und Radieschen auf dem Markt. Einen Schnittlauchstock haben wir ja sicher schon lange ans Fenster gestellt und eifrig geschnitten. Auch der erste Rhabarber wird unseren Hunger nach Obst nach diesem obftannen Winter stillen.
„Wenn wir auch nicht so viel Hühnereier färben können, wie früher, so machen wir die wenigen
die schon bei kleinen Nachlässigkeiten schnell unerfreulich aussehen. Es sind Arbeiten, die kaum in Erscheinung treten, oft nur unbewußt wohltuend empfunden und in ihrer Selbstverständlichkeit auch nur flüchtig bemerkt werden und doch immer erneut Liebe und Sorgfalt verlangen. Man erwartet nun hier von der Hausgehilfin, und zwar mit Recht, daß sie unermüdlich in Freundlichkeit und Entgegenkommen für die Familiengemeinschaft tätig ist.
Ist es da nicht begreiflich, liebe Hausfrau, wenn auch in der Hausgehilfin der Wunsch aufsteigt, jeden Tag, ohne gleich vor Müdigkeit ins Bett sinken zu müssen, ein bestimmtes Maß von persönlichem Leben zu' haben (ich meine damit nicht, daß sie jeden Abend im Kino oder auf dem Tanzboden zu finden sein muß)? Man nenne mir einen Beruf, der in gleicher Weise s o die ganze Zeit eines Menschen beansprucht, wie der der Hausgehilfin!
Hinter unseren jungen Mädels, die dank der na» tiönalsozialistischen Erziehung in Schule und Haus an Luft, Sonne und Sport gewöhnt sind, darf keine Tür zum Leben zufallen, wie es heute leider noch immer geschieht, wenn sie den Beruf einer Hausgehilfin wählen. Der Hausfrau erwächst hier die Pflicht, mit Verständnis und mütterlicher Kameradschaftlichkeit dem jungen Mädel die Liebe zu den vier Wänden, und find sie noch so klein, und das Aufgeschlossensein für eine sinnvolle Einteilung der Freizeit tief einzupflanzen. Sei es die Freude an einem schönen Buch oder an einer Handarbeit, der Besuch einer Freundin, das beschauliche Lesen einer Zeitung, das gemeinsame Erlebnis nationalsozialistischer Feierstunden und das einmal auch von den anderen respektierte: „Für sich sein", — so wird sie immer neuen Auftrieb ihrer Fröhlichkeit erfahren und damit Liebe zu ihrer Arbeit empfinden.
Die Lösung dieser Aufgabe legt Pflichten auf, die Selbstlosigkeit verlangen; aber in ihrer Erfüllung liegt allein der Grund, auf dem in gegenseitiger Achtung und Zuneigung die Familiengemeinschaft erwächst, die den Boden für di? von der ganzen Nation angestrebte Volksgemeinschaft vorbereitet.
A.Ko.
Unsere Ernährung im April.
Von Dr. Wolsqanq Clauß, Äerlin
Der in den letzten Wochen an die Verbraucher wiederholt und mit besonderem Nachdruck gerichtete Appell, dem Verzehr von Seefischen die besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden, ist nicht un- gehört geblieben. Wir haben im Januar und Februar 1939 eine erhebliche Steigerung des Vcr« zehrs von Seefischen im Vergleich zu den entspre- chenden Monaten des Vorjahres zu verzeichnen. Wahrend im Januar 1938 32 Millionen kg See- ftiche vom öeutfdjen Volk verzehrt wurden, betrug öer Seefischverbrauch im Januar 1939 40 Millio- nen kg. Im Februar 1939 erreichten wir einen Seefischverbrauch von 39 Millionen kg gegen 30 Millionen im Februar 1938. Wir haben also eine Steigerung des Verbrauchs um 26,9 v. H. zu verzeichnen. Das ist außerordentlich erfreulich.
Diese Tatsache sollte besonders in den nächsten Wochen beachtet werden. Wir werden auch im April reichlich über Seefische verfügen; insbesondere wird Kabeljau und Rotbarsd) am Markt fein. Es bleibt also auch weiterhin Volkswirtschaftlid) sehr erwünscht, möglichst viele Seefische zu üerbraud)en. Sies ist um so mehr der Fall, als eine Vermehrung Des Verbrauches an Fleisch volkswirtschaftlich ganz allgemein unerwünscht ist. Vor allem gilt dies für Schweinefleisch und Kalbfleisch. Mit Kalbfleisch müssen wir sparsam fein, weil cs notwendig ist, unseren Rindviehbestand mieder aufzufüllen der unter der Maul- und KlauenseuchS und dem Mangel an Arbeitskräften im letzten Jahr gelitten hat. Beim tod)iDeinefIeifd) ist es notwendig, zu bedenken, daß die Anlieferungen von Schweinen saisonmäßig erfahrungsgemäß im Sommer zurückzugehen pflegen. Cs ist gut, wenn wir für diese Zeit uns von den jeßigcn Anlieferungen Schweinefleisch durch Einlagerung in Kühlhäusern aufheben. Die Verminderung unseres Rindviehbestandes im letzten Jahr macht es naturgemäß aud) erforderlich, eine weitere Verbrauchssteigerung bei Rindfleisch auf jeden Fall Zu verhindern.
. Wenn trotz des Rückgangs des Milchkuhbestandes im letzten Jahr um knapp 3 v. H. die Buttererzen- gung gegenwärtig etwa auf der Höhe des Vorjahres liegt, so ist dies lediglich auf die stärkere molferetmaßige Erfassung und erhöhte Einzelleistun- gen im Verfolg des Ausbaues der Milchkontrolle zuruckzufuhren. Die beiden letztgenannten Maßnahmen hatten aber eigentlich eine Steigerung der -öuttererzeugung gegenüber dem Vorjahr erwarten lassen, Hine grundsätzliche Slenberung un- erer Versorgung mit Fett ist demnach nicht zu verzeichnen. Wir müssen hier nad) wie vor besonders sparsam fein, zumal die Buttererzeugung mehr und mehr durd) das Anwachsen des Trinkmilchverbrauchs beeinträchtigt wird. Der T r i n k m i l ch verbrauch ist in den letzten Monaten teilweise gegenüber dem fcorjabr um 8 bis 10 v. H. gestiegen. Auch diese Entwicklung muß auf das unbedingt Notwendige befdjranft werden. Wir müssen uns klar sein, daß jede Steigerung des Verbrauchs von Vollmilch eine -ßermjnberung der für die Buttererzeugung zur Verfügung stehenden Milchmenge zur Folge hat. Wir sollten uns deshalb nod) mehr als bisher auf den Verbrauch von entrahmter Milch bzw. von Erzeugnissen aus entrahmter Mild) cinfteUen. Diese stehen uns ja reichlich zur Verfügung, da die entrahmte Mild) ein zwangsläufiges Nebenerzeugnis der Butterherstellung ist. Als solche Erzeugnisse 'sind besonders, zu nennen: Quark, Harzer-, Mainzer-, Schimmelkäse und ähnliche Käsearten sowie Trocken- milchpuloer. Zur Fettersparnis kann auch weiterhin auf den verstärkten Verbrauch von Kohlehydraten, wie. Zucker, Kartoffeln, Marmelade, die ja zu etwa 50 v.H. aus Zucker besteht, ferner Haferflocken, Graupen und die verschiedenen Erzeugnisse der K a r t o f f e l, wie Sago, Kartoffelstarkemehl und deutsches Puddingmehl, verwiesen werden.
Eier für die Kinder besonders hübsd) zurecht, kaufen Biskuithäschen und Eier dazu und schmücken den Ostertisch mit recht viel Frühlingsblümchen. Neben dem traditionellen Hefegebäck (Brotkränzchen usw.) backen wir eine lustige Dftertorte. Der Küchenzettel ist so vorgesehen, daß wir am Ostersamstag alles vorbereiten können. So hat die Hausfrau zum Fest eine Erleichterung und kann sich einmal ganz ihrer Familie widmen.
Rezept zur Oftertorte: Man stellt einen einfachen Biskuitteig aus 2 Eiern, 100 Gramm Zucker, Schale einer Zitrone, 2 bis 3 Eßlö fel Wasser, 65 Gramm Mehl, 65 Gramm DPM und % Backpulver her. Form mit Papier auslegen. Nach dem Garwerden Torte stürzen. Von % Liter Milch, 1 Puddingpulver und Zucker einen Pudding Herstellen, bis zum Erkalten rühren und ganz vorsichtig mit 100 Gramm schaumig gerührter Margarine mischen. Torte füllen und bestreichen, mit kleinen Osterfigürchen (Eiern, Häschen) lustig garnieren."
Zwei typische Formen für vraktische Mäntel imSommer 1939 haben wir heute skizziert.
Der eng in der Taille anliegende und stark glockig geschnittene Mantel in strenger Herrenform (links) ist aus kräftiger, in Fischgrätmuster gewebter und in bleu, grau, fraise gestreifter Wolle gearbeitet. Er ist in sechs Bahnen geschnitten, auf drei Knöpfe geschlossen und hat vier schräggestellte Taschen (mit Patten) und bleu-fraise changierendes Taftfutter.
Dte Hausgehilfin in her Famillenaemeiufchafi.
Ueberall kann man es hören — und auch lesen: Es gibt keine richtigen Hausgehilfinnen mehr! Jeder, der sich einmal mit dieser Frage zwangsläufig beschäftigt, weil es auch ihn angeht, denkt schnell an sein Elternhaus, wo vielleicht ein guter Hausgeist in Gestalt von Else oder Marie Jahre seines Lebens immer für die anderen sorgend verbracht hat, nickt dann zustimmend mit dem Kopf und ergänzt murmelnd: Ja, ja, das war früher einmal, — aber heute, da ist es schon so. Und dabei bleibt cs denn auch!
Wie man diese Hausgehilfinnen-Not, wie wir sie einmal bezeichnen wollen, beseitigen könne, welche Wege man einschlagen müßte, um hier erfolgreich zu fein, davon hört man schon weniger, ja, ich möchte fast sagen, nichts. Sicher haben wir durch den Einsatz der Pflichtjahrmädel den fühlbarsten Mangel an Hausgehilfinnen gelockert, aber wenn man glaubt, daß hiermit allein das Grundübel beseitigt wird, so täuscht man sich gewaltig
Wenn unsere jungen Mädel, die Eignung und Liebe zum hauswirtschaftlichen Beruf haben, in diesem verbleiben sollen — sofern sie nicht heiraten, wünschen wir es ja —, muß auch die Hausfrau mit den Forderungen der Zeit mitgehen. Immer, wenn wir vor einer Aufgabe stehen, die uns so groß und so schwierig erscheint, daß uns der Mut zum Anfang fehlt, beginnen mir am besten mit der lieber« Prüfung der einfachsten und am nächsten liegenden Dinge.
Schauen wir uns einmal flüchtig den Arbeitstag einer Hausgehilfin, ganz gleich, ob sie älter oder jünger ist, an. Wir entdecken eine Reihe kleinster, fast unwesentlich erscheinender Dinge, die in ihrer verantwortlichen und exakten Erledigung doch das Wohlbefinden einer ganzen Familie bedeuten können. Ich erinnere an die langen Vorbereitungen für das Essen, das so schnell verzehrt ist, und an das sorgfältige Aufräumen und Reinigen der Zimmer,


