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Paris fürchtet die Brandfackel Moskaus.

Don unserem E $

Paris, 22. April 1939.

Die französische Oeffentlichkeit ist in den letzten Wochen den Maßnahmen der Regierung, die diese infolge der außenpolitischen Ereignisse für angebracht hielt, größtenteils schweigend gefolgt. Im all­gemeinen hat man die Dinge mit einem erheblichen Fatalismus hingenommen. Im übrigen hat die Presse seit etwa vierzehn Tagen alles getan, um durch eine Anhäusung tendenziöser, teilweise direkt falscher Nachrichten das Bild der drohenden Kriegsgefahr oorzuspiegeln und die Achse RomBerlin von vornherein ins Unrecht zu setzen. Natürlich gab es Ausnahmen hierbei, aber sie zählen kaum.

Ueber den Kern der von der französischen Regie­rung in engem Einvernehmen mit London betrie­benen außenpolitischen Verhandlungen indessen gab es bis vor wenigen Tagen über­haupt keine öffentliche Aussprache. Diese Verhandlungen sind gefährlich genug für die Sache des Friedens und für die Sache Frankreichs selbst, denn sie bezwecken nicht mehr und nicht weni­ger als die Einbeziehung Sowjetruß- land's in ein chimäres Bündnissystem im Osten Europas, dem man schamhaft den NamenVer- te-idigungo-System" gibt, das aber in Wirklichkeit gar nichts anderes sein soll als ein S y st e m zur Einkreisung Deutschlands.

Die schwere Verantwortung, die die Leiter der französischen Außenpolitik auf sich zu nehmen im Begriff stehen, ist jetzt plötzlich vor den Augen einer ganzen Anzahl von Politikern d^r französischen Rechten erschienen, und dieses Gefühl hat seinen Niederschlag auch in der Presse gefunden. Man muß sich in dieser Beziehung die innenpolitische Lage ver­gegenwärtigen, wie sie in Frankreich gegenüber dem Kommunismus besteht: Die französischen Kommunisten, von jeher die Todfeinde von Staat und Gesellschaft, waren im Jahre 1935 nach dem Abschluß des Beistandspaktes zwischen Frank­reich und Sowjetrußland sozusagenhoffähig", bei­nahe regierungsfähig, geworden. Sie hatten mit einem Schlage auf eine Anweisung von Moskau hin ihre antimilitaristische Propaganda ausgegeben, sangen die Marseillaise und schwenkten die Triko­lore. Bei den Volksfrontwahlen im Jahre 1936 schwoll die Zahl der kommunistischen Deputierten in der Kammer von 10 auf 73 an. Die zwei trüben Jahre der Volksfrontherrschaft von 1936 bis in die Mitte des Jahres 1938 brachten Frankreich d i e Quittung für dieses Experiment in Gestalt einer 50prozentigen Verminderung des Wertes seiner Währung, zahlloser Streiks und Fabrikbesetzungen und sonstigen wirtschaftlichen Verfalles. Als es nicht mehr anders ging, hat sich d i e neue Mehrheit für D a l a d i e r bis ganz nach rechts hin gebildet, und die Kommunisten waren endgültig i n d ie Op­position gedrängt, als die marxistische General- streik-Parole vom 30. November 1938 mit einem offenen Mißerfolg endete.

Die außenpolitischen Manöver, die jetzt nach Moskau hin angesponnen werden, müssen die logische Folge haben, daß die Sowjets Frankreich eines Tages die Rechnung präsentieren, um sich mit der Wiederherstellung der Volksfront von 1936 für ihre jetzige diplomatische Unterstützung bezahlen zu lassen. Die Kommunisten würden dann durch die Hintertür wieder hereinkommen, nachdem man sie zur Haustür hinausgeworfen hat. Die Haltuna der marxistischen Blätter, vor allem der kommunistischenHumanitä",.läßt in dieser Hinsicht keinen Zweifel zu. Die Kommunisten, wie auch die Sozialisten, bekämpfen seit September den Außen­minister Bonnet als ihren Todfeind. Wenn sie auch jetzt nach der Einleitung der Verhandlungen mit Moskay mit ihren Angriffen gegen Bonnet fort- sahren, dann deswegen, weil sie Bonnet nicht für sicher genug halten und von ihm auch eine ge­wisse Nachgiebigkeit gegenüber Spanien be- befürchten. Denn natürlich bleibt General Franco auch jetzt noch der Feind der französischen Marxisten.

Mit der Zeit konnte es trotz aller nationalen Disziplin nicht ausbleiben, daß die Gegensätze innerhalb der Parteien und vor allem auch inner­halb des Kabinetts selbst in der Presse ihren Ausdruck fanden. In einem Blatte der Rechten, dem Jour", hat dessen Leitartikler Leon Bailby aus die Tatsache aufmerksam gemacht, daß dem Kabinett wie zur Zeit der Septemberereignisse immer noch fünf Minister angehören, die alsbellizistisch", d- h. als Kriegsanhänger, zu betrachten sind. Diese Zahl ist vielleicht noch gering gegriffen. Es Hot keinen Zweck, allzu viele Namen zu nen­nen: nur die Tatsache möge genügen, daß dem Ka­binett immer noch der jüdische Kolonialminister Mandel und der halbjüdische Unterrichtsminister Jean Zay angehören. Den NamenBellizisten" haben sie erhalten, als im September bei den Erör­terungen über die Tschecho-Slowakei Frankreich sich schon einmal bedenklich nahe vor die Frage Krieg oder Frieden gestellt hat. ImJour" hat man sich nicht gescheut, auszusprechen, was andere verschwie­gen hoben, nämlich daß Ministerpräsident D a l a - vier und Außenminister B o n n e t sich einem Druck der deutschfeindlichen und interventionslustigen Ka­binettsmitglieder ausgesetzt sehen, der sie hindert, die Friedens-Chancen wahrzunehmen, die sich ihnen bieten. Wenn das Spiel dieser Friedensfeinde aus- gedeckt würde, so droht Bailby, so würde sich das ganze französische Volk gegen sie er­heben. Dabei ist Bailby nicht einmal deutschfreund­lich, er denkt mehr an Zugeständnisse an Italien und Spanien. Aber das genügt bereits, um ihm die Ver­dächtigungen der französischen Marxisten zuzuziehen, die darin bereits einen Vasallendienst für Hitler sehen.

Die Gefahren einer neuen außenpolitischen Ver­bindung mit Moskau und einer Festerknüpfung des bereits in Vergessenheit geratenen Pakts mit Sow­jetrußland waren in den Blättern der Rechten bis­her nur gelegentlich zaghaft angedeutet. Dem Füh­rer der früheren Feuerkreuz-Derbände, dem Obersten de la Rocque, blieb es vorbehalten, in seinem Blatt, demPetit Journal", einen Alarmruf zu er­heben. De la Rocque stellt vor allem die Frage, ob Frankreich auf Gedeih und Verderb im Schlepptau Englands fein müsse. Die Soli- barität der beiden Länder könne soweit nicht gehen. Auch Frankreich habe ein Wort zu sagen, und die Entente Cordiale von 1939 dürfe nicht in einem Protektorat Englands über die französische Außen­politik bestehen. Und dann protestierte de la Rocque vor allem gegen das sowjetrussische Bündnis, das zur Verstärkung der unterirdischen kommunistischen Propaganda in Frankreich führen müsse. De la Rocque hat sicherlich den Nagel auf den Kopf ge­troffen. Frankreich soll nicht nur der festländische Soldat Englands sein, es soll auch wieder den An- sturm der kommunistischen Wühlarbeit aushalten, vor dem sich Engländ besser schützen kann.

-Korrespondenten.

Auch derMatin" wendet sich sehr scharf gegen die Einbeziehung Sowjetrußlands in das französisch- englische Bündnis. Das letzte Ziel der Bolschewisten sei es, nach einem Krieg die Ausbreitung der Revolution in verstärktem Maße zu betreiben. Hohe kommun rstische Funktionäre hätten selbst er­klärt, Sowjetrußland wolle das Maß seiner Hilfe möglichst gering halten, um seine Partner nach dem Kriege desto sicherer ab tum m können. Weiter kommt imMatin" noch einmal der starke Zweifel am Wert der Roten Ar­mee zum Ausdruck. Von fünf Marschällen seien drei erschossen worden bzw. in Ungnade gefal­len, von 19 Kommandierenden Generälen seien drei­zehn und von 195 Divisionsgenerälen 110 erschossen worden oder aus der Armee ausgeschieden. Außer­dem seien 30 000 Offiziere verschwunden. Das Blatt schließt:Wenn man eine Versicherung nimmt, dann nimmt man nicht die erste beste Versicherungs­gesellschaft, vor allem nicht eine Gesellschaft, d i e schon bankerott gemacht hat oder für ihre Gewissenlosigkeit bekannt ist. Und wenn es sich darum handelt, seine Existenz zu verteidigen, dann holt man keine Giftmischer. Der Selbst­mord ist feine Verteidigung." Es fragt sich nur, wann die Einsicht in diese Dinge im französischen Volk dämmert, wann innerhalb der Regierung die bellizistischen" Minister dies gestatten werden, und man sich vor allem bewußt werden wird, welchen Ge­fahren man sich in dem Spiel mit eingebildeten Kriegsgefahren aussetzt.

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Mit Reitpeitsche und Gewehrkolben gegen arabische Frauen.

Jerusalem, 24.April. (DNB.) Die Araber haben in der Altstadt von Jerusalem ihre Ge­schäfte geschlossen, um damit gegen die

NSG. Den Abschluß der BDM.-Führerinnen- tagung des Obergaues 13 Hessen-Nassau, die in Frankfurt a. M. durchgeführt wurde, bildete eine Morgenfeier im Schumannkheater. Im Mittelpunkt der Feierstunde stand eine Ansprache des Gau- letiers und Reichsstatthalters Sprenger. Die geistige Vorbereitung unserer Jugend, so sagte er, beginnt im zartesten Alter, aber nicht wie ehedem, daß etwa unsere Jugend wissensmäßig hochgezüchtet wird, sondern die Stählung des Körpers geht voran, da nur in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist wohnen kann. Am Anfang all des großen Geschehens steht der Führer, der uns allen die nationalsozialistische Weltanschauung, die nationalsozialistische Idee und ihre Verkörpe­rung, die nationalsozialistische Bewegung schuf, in die ihr allmählich hineinwachst. Das Höchste, was uns der Führer lehrte, war, daß nur die Einig­keit aller die Bildung der Volksgemein­schaft ermöglichte und uns so die Kraft verlieh, uns von den Fesseln der Vergangenheit zu be­freien und unter seiner Führung den Weg anzu­treten in eine neue bessere Zukunft. Das ist der Geist, der den Führer beseelte, das ist der Geist, der übersttömte auf seine Gefolgschaft, das ist der Geist, der die Opfer ermöglichte, die der Mit­kämpfer Adolf Hitlers willig, gerne und selbstlos aüf sich nahm, um die große Aufgabe, die der Führer zuerst sich und dann seinem Volke gestellt hat, zu erfüllen. Es war ein Kamppf um die Seele eines jeden einzelnen Deutschen, ein Kampf aber auch, von höchstem Idealismus getragen, wie er nie zuvor im deutschen Volke Tat geworden ist.

Berlin, 24. April. (DNB.) Der erste Lehrgang der Akademie für Jugendführung, die in wenigen Wochen das neue Gebäude i n Braunschweig beziehen wird, hat auf dem Gelände der Reichsakademie für Leibesübungen begonnen. Die geistige Ausbildung wurde durch einen Vortrag des Reichsleiters Alfred Rosen­berg eröffnet. Alle Fragen, so sagte er, die heute die Welt erschüttern, wie Judentum, Marxismus, Demokratie, Freimaurerei, Bolschewismus, seien durch das Geschehen des Weltkrieges ausgelöst und bereits in das Bewußtsein aller Menschen gestiegen. Die bolschewistische Re­volution sei kein neuer Anfang, sondern ein letzter Der zweif lungs aus druck) der Menschen, die gegenüber ihrem Lebensschicksal schon eine negative Antwort gefunden gehabt hätten. Die nationalsozialistische Revolution habe auf die Fragen nach der Lebensführung eine Antwort gegeben, die dem deutschen Wesen entspreche. Was sie gelöst habe, die Frage des Marxismus, und was sie wieder habe lebendig werden lassen, das Volkstum, seien heut schon Weltprobleme geworden, um die sich kein Volk mehr herumdrücken könne, eo habe unser Leben einen neuen Sinn bekommen, während das Lebensbild, das uns die Demokraten ausgemalt hätten und das für unser Volk schon maßgeblich geworden zu sein schien, bereits in der Welt zu­sammenzubrechen beginne.

Die Sendung des Nationalsozialismus liege dar­in, so wie es schon in früheren Jahrhunderten die Mission starker deutscher Bewegungen gewesen sei, die aus dem Osten kommenden Kräfte abzuwehren und in ihre Schranken zu verweisen. Die euro­päische Mission schien durch einige Jahrhunderte von den Randvölkern im Westen Europas getragen zu werden. Sie kehre heute wieder in das Zentrum unseres Erdteiles zurück. Das sei das Beglückende für die junge Generation unseres Volkes, daß die nationalsozialistische Bewegung nicht zum Siege ge­führt worden sei durch in Rentabilitätsprinzip und durch eine vernunftmäßige politische Beweisfüh­rung, sondenr durch den tiefen Glauben unsere s Volkes an eine hohe mit- reißende Idee. Die Aufgabe der NSDAP, könne nur darin bestehen, diesen Glauben für die Gegen­wart und für die Zukunft lebendig zu erhalten. Die ftontinuitdt unserer Charakterhaltung sei auch die

Mißhandlungen der Bevölkerung durch englisches Militär zu protestieren. Der britische Militärbefehls­haber erließ daraufhin eine Warnung, daß bei Fortdauer des Streiks eine zwangsweise Ladenschließung für immer angeordnet werde. Neben zahlreichen Verhaftungen haben be­sonders die täglichen Schikanen durch die Engländer die Erbitterung be£ arabischen Bevölke­rung ungeheuer vergrößert. So werden jetzt n. a. arabische Passanten, Frauen machen dabei keine Ausnahme, aufgefordert, die Polizei oder das^vttli- tär militärisch zu grüßen. Erfolgt diese Ehrenbezeigung" nicht, dann gehen die Engländer selbst gegen die Frauen brutal mit Reitpeit­schenhieben ober Gewehrkolbenschlägen vor, so daß täglich zahlreiche Verletzte zu beklagen sind.

Das dreitägige durchgehende Ausgehveroot in der Altstadt'von Jerusalem hat dazu beigetragen, die Notlage der Bevölkerung, die nicht ihrer Be­schäftigung nachgehen kann, ungeheuer zu ver­größern. Fast alle Lebensmittel, besonders Gemüse und Fleisch, verdarben. Hinzu kommt noch ein großer Trinkwassermangel, da auch der Tempelplatz mit den Zisternen geschlossen worden ist und ara­bische Wasserträger nicht arbeiten können. In Jeru­salem ist die Empörung gegen diese britischen Metho­den so gewachsen, daß sich ungeachtet aller damit verbundenen Gefahren Frauen und Kinder zu Demonstrationen versammelten, bei denen sie England anklagten und den Muftt und die ara­bische Nationalbewegung hochleben ließen. Auch hier wurde wieder Militär gegen die Frauen und Kinder eingesetzt. Eine Abordnung der arabischen Frauen Jerusalems wandte sich an die diplomatischen Ver­tretungen und bat die fremden Staaten um Lebensmittel zur Bekämpfung der größ­ten Not.

Der arabischen Handelskammer in Jerusalem ging eine von 54 Mitgliedern unterzeichnete Aufforderung zu, beim britischen Distriktskommissar gegen das Vorgehen der britischen Polizei zu protestieren und auch darauf hinzuweisen, daß dieseDerwaltungs- methoden" den Handel vollkommen still- gelegt hätten.

Ihr seid berufen und werdet dazu erzogen, das fortzusetzen, was heute begonnen worden ist. Die Hitler-Jugend und der Bund Deutscher Mädel sind Garant dafür, daß die deutsche Jugend von natio­nalsozialistischem Geist erfüllt in die nationalsozia­listische Weltanschauung hineinwächst und immer aufs neue in die Tat umsetzt. Der Führer hat den Weg vorgezeichnet. Ihr, die Jugend, seid dazu be­rufen, eines Tages die Fahne zu übernehmen und sie von Geschlecht zu Geschlecht weiterzureichen. Ihr seid heute Symbol des ewigen Deutschlands und morgen das ewige Deutschland selbst. Darum seid alle Zeit erfüllt vom Geiste unseres Führers Führers Adolf Hitler."

Im Anschluß an die Feierstunde zeichnete Ober­gauführerin Else Riese die besten Mädel- und Jungmädelgruppen des Leistungswettbewerbs 1938/39 mit einer Urkunde aus und gab die Beförderungen zum 20. April bekannt. Nach der Veranstaltung be­suchte der Gauleiter die Ausstellung des B D M.- WerkesGlaube und Schönheit" im Frankfurter Kunstverein, die einen Einblick in die Leistungen der einzelnen Arbeitsgemeinschaften gibt. Die ausgezeichneten Arbeiten, die in Sttl und Ge­schmack von dem neuen Kulturwillen des BDM. im täglichen Leben lebhaftes Zeugnis ablegen, fanden beim Gauleiter großes Interesse. Die besondere Auf­merksamkeit des Gauleiters zogen vor allem die aus- gestellten Arbeiten der B D M. - W e r k s ch u l e Urberach auf sich, die zeigten, welche Fortschritte das BDM.-Werk gemacht hat.

Kontinuität der deutschen Geschichte. Der National­sozialismus fei seinem Wesen nach eine bestimmte Haltung, die man schlechthin mit Kamerad­schaft bezeichne. Die Idee unserer Volkskamerad­schaft sei die unmittelbare Folge des Wettkrieaes, das Ergebnis einer soldatischen Gesinnung und Be­währung. Alles hänge davon ab, daß dieser Begriff fest zum Charakterzug aller deutschen Menschen werde und dieser Gedanke als selbstverständliche Haltung das Vorzeichen der deutschen Zukunft sei. Das Zeitalter einer Erziehung, die sich auf Furcht gründete, sei abgelöst worden durch eine Erziehung, die den mutigen und tapferen Charakter er­ziehen soll.

Eine Stiftung der Aerzteschaft zur Förderung des Nachwuchses.

(§) Ndz. Die Deutsche Aerzteschaft hat zum 50. Geburtstag des Führers eine Stiftung errichtet, die der verstorbene Neichsärzteführer, Dr. Gerhard Wagner, noch kurz vor feinem Ableben als Geschenk zum Geburtstage des Führers bestimmt hatte. In der Adresse, die noch die Unterschrift Dr. Wagners' trägt, heißt es:Am 50. Geburtstag des Führers und Reichskanzlers errichtet die Deutsche Aerzteschaft in tiefer Dankbarkeit und unwandel­barer Gefolgschaftstreue eine Stiftung von einer Million R M. Aus den Zinsen derselben, die jährlich nach Bedarf aus Mitteln der Aerzte­schaft auf 50 000 RM. aufgefüllt werden, sollen be­fähigte junge Deutsche Beihilfen zum Me- dizinstudium erhalten, und zwar besonders solche, die abseits von der vorgeschriebenen Schul­ausbildung sich aus eigener Kraft und Fähig­keit den Weg zum Studium erkämpft haben."

Hochschullehrer und Praxis.

Ndz. Durch eine gemeinsame Verordnung über die Nebentätigkeit der Hochschullehrer, die alle ent« gegenftehende Regelungen aufhebt, ordnen der Reichswissenschafts-, Reichsinnen- und Reichsfinanz­minister auch die Gutachtertätigkeit und die ärztliche Nebentätigkeit in diesem Bereich neu. Uebernehmen Hochschullehrer die Erstattung von Gutachten über Fragen ihres Fachgebiets ein­schließlich der hierfür erforderlichen Untersuchungen, ohne hierzu durch Gesetz, Rechtsverordnung oder

Symbol des ewigen Deutschland.

Gauleiter Sprenger sprach auf der Führerinnentagung des BDM.

Kameradschaft, der Grundzug des Nationalsozialismus. Nofenberg vor der Akademie für Zugendführung.

Derwaltungsanordnung verpstichtet zu sein, so steht diese Tätigkeit, wie die Neufassung sagt, im Zu- sammenhang mit der Lehr- und Forschungstätigkeit und bedarf keiner Genehmigung. Die Erstattung von Gutachten für Ausländer ist dagegen an die Genehmigung des Reichswisfen- schaftsministers gebunden, ebenso die Gutochtertätig- keit außerhalb des Fachgebiets. Den Direktoren der Universitätskliniken ist es gestattet. Kranke der I. und II. Verpflegungsklasse privat zu behandeln und dafür ein besonderes Honorar zu fordern, sofern die Kranken die persönliche Behandlung besonders wünschen. Auch dürfen die Direktoren grundsätzlich die freie Sprechstundenpraxis ausüben. Entsprechen­des gilt für die Direktoren der Tierkliniken.

Ein Aeichsfischereischein.

Im Reichsgesetzblatt wird ein Gesetz über den Fischereischein und eine erste Durchführungs­verordnung hierzu veröffentlicht. Mit diesen Vor­schriften soll die Rechtszersplitte-runa beseitigt wer­den, die bisher nach den Landesgesetzen hinsichtlich der Zulassung zum Fischfang bestand. Die neuen Vorschriften sollen den Staatsbehörden die Möglich­keit geben, alle Personen vom Fischfang auszuschlie­ßen, von denen eine Gefährdung der Fischerei etwa auf Grund ihrer Vorstrafen zu erwarten ist. Der Fischereischein gilt grundsätzlich im ganzen Reichsgebiet und ist für jede Art des Fisch­fangs von allen Berufs- und Sport- fischern zu läsen. Ausnahmen sind nur für die

große Hochsee- und Heringsfischerei der Fischdamp- ser und Motorlogger, für den Fischfang in Gewäs­sern unter 1000 Quadratmetern sowie für Gehilfen vorgesehen, die zusammen mit einem Inhaber eines Fischereischeins fischen. Die Durchführungsverord­nung sieht die Erteilung von Jahresfischereischeinen zu 3 Mark und von Monatsfischereischeinen zu 1 Mark vor, die von der Kreispolizeibe» Horde (Landrat) ausgegebn werden. Die Mögliche feit zur Versagung besteht bei Vorbestraften oder Personen, die sich sischereipolizellicher Uebertretun- gen schuldig gemacht haben, ferner dann, wenn nicht glaubhaft gemacht wird, daß der Antragsteller etwa durch Eigentum, Pachtung oder als Inhaber eines Erlaubnisscheins materiell zur Ausübung des Fischfangs auf einem bestimmten Gewässer be­fugt ist. Auch kann der Schein versagt werden, wenn die Fischereibehörde oder der Kreisbauern­führer es beantragt. Die Mitgliedschaft zu einem Verband von Berufs- ober Sportfischern ist keine Voraussetzung für den Fischereischein. Fischerei- scheine, die bis zum 30. April erteilt wurden, stehen dem neuen Reichsfischereischein gleich.

Eine Neichswirtschastsgruppe Fremdenverkehr.

Der Reichswirtschaftsmimster hat eine Verord­nung erlassen, durch die neben den bisher vor­handenen Reichsgruppen der deutschen Wirtschaft, Industrie, Handwerk, Handel, Banken, Versicherun­gen und Energiewirtschaft, eine Reichsgruppe Fremdenverkehr neu errichtet wird. Die behördlichen Bemühungen zur Förderung des Fremdenverkehrs finden ihre Zusammenfassung in der zuständigen Abteilung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda. Die Auf­gaben der Werbung für den Reiseverkehr in weitestem Sinne werden für das Deutsche Reich durch den Reichsfremdenverkehrsver- band, für das-Ausland durch die Reichsbahn- zentrale für den deutschen Reise­verkehr zusammengefaßt. Die Reichsgruppe Fremdenverkehr bildet das organisatorische Gegen­stück auf dem Gebiete der Wirtschaft; durch sie werden die einzelnen Unternehmungen des Fremden­verkehrs unmittelbar an die großen Aufgaben her- angeführt, die der Fremdenverkehrsförderung im nationalsozialistischen Deutschland gestellt sind. Staatssekretär Esser im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda ist Präsident der neuen Reichsgruppe; da er zugleich Präsident des Reichsfremdenoerkehrsverbandes ist, find bei ihm als Leiter des deutschen Fremden­verkehrs alle wichtigen Funktionen vereinigt.

Die Auszeichnung der Nationalsozialistischen Musterbetriebe.

B e r l i n, 24. April. (DNB.) Der zweite Leistungs­kampf der Betriebe, an dem sich 160 000 deutsche Betriebsgemeinschaften beteiligen, findet mit der Auszeichnung der nationalsozialistischen Muster­betriebe und der Ueberreichung der goldenen Fahnen der Deutschen Arbeitsfront auf einer Tagung der Reichsarbeitskammer als Auftakt zu den Feierlich­keiten des 1. Mai am 30. April 1939, mittags 12 Uhr, im Mofaikfaal der Neuen Reichskanz- t e t seinen Abschluß.

Lehrkräfte machen ihre Militärübungen in den Ferien.

Im Interesse des Schulunterrichtes und der Er­sparung von Vertretungskosten muß, wie der Reichs­erziehungsminister mitteilt, besonderer Wert darauf gelegt werden, daß Lehrkräfte militärische Hebungen möglich st nur in den Ferien ableisten. Das Oberkommando des Heeres habe deshalb angeorb- nct, daß Angehörige der Lehrberufe und Studie­rende im allgemeinen nur in den Ferien zu Hebungen einberufen werden sollen. Der Reichserziehungsminister ordnet an, daß Lehrkräfte, sobald sie einen Einberufungsbefehl zu einer mili­tärischen Hebung erhalten, den Urlaubsantrag hier­zu unverzüglich auf dem vorgeschriebenen Dienstweg ihrer vorgesetzten Dienstbehörde einzureichen haben, damit gegebenenfalls von dieser bei der einberufen den Stelle rechtzeitig das Erforderliche veranlaßt werden kann.

Neue Berechnung der Schulgeldfreistellen.

Der Reichserziehungsminister hat sich damit ein»' verstanden erklärt, daß die Schulgeldfreistellen künf­tig in Zehnteln, statt in Vierteln des ungekürz­ten Schulgeldes bewilligt werden. Die Freistellen können in Höhe von einembiszuzehnZehn- t e I n des Schulgeldbetrages gewährt werden. Im Falle der Geschwisterermäßigung treten sie