Einzelbild herunterladen

Nr. 21 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, 25. Zanuar (939

Musikerziehung in Schule und Hitter-Zugend.

Die musikalischen Erziehungsbereiche der Schule, der Hitler-Jugend und der Familie be­rühren sich. Ausgangspunkt und Kernpunkt ist die Familie, in der das Kleinkind aufwächst. End­ziel der Erziehung ist, aus diesem Kleinkind einen Menschen zu formen, der am Kampf, an der Arbeit und an den kulturellen Werten seiner Nation An­teil hat. Für die Musikerziehung gilt es insbeson­dere, eine persönliche und aktive Beteiligung am Musikleben im Volk auf allen Erziehungswegen zu erreichen. Der eine Weg geht aus der Familie über den Kindergarten durch die Grundschule und die Formen der h ö h e r e n S ch u l e mit dem lehrplan- mätzrgen Musikunterricht und der freiwilligen zusätz­lichen Beteiligung an Schulchor und Schulorchester. Ein zweiter Weg ist der, daß auch die musikalische Betreuung und Anregung durch die Familie, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer mehr nachgelassen hat, durch die Anleitung zur Musik­übung in den Jugendorganisationen erneutes Leben bekommt und daß die starken Eindrücke in Zukunft auch von der Familie her für die musikalische Len­kung des Jungen oder des Mädels angedeutet wer­den. Der dritte und heute fast entscheidende Weg musikalischer Anregung führt durch die Jugendorga­nisationen vom 10. bis 18. Lebensjahr in der HI., vom 10. bis zum 21. Lebensjahr im BDM. Neben die Berührung mit der Musik, in die die kleinste Er­ziehungseinheit der Kameradschaft und Schar durch das Singen und Spielen auf Heimabend, auf Fahr­ten und im Lager gebracht wird, treten hier zusätz­lich musikalische Erziehun-gsformen: die Spielschar, Musik-, Spielmanns- und Fanfarenzüge, es tritt weiter dazu die ständige Betreuung in denMu­sikschulen für Jugend und Volk" und der in Verbindung mit diesen Schulen eingerichtete Jn- strumentalunterricht.

Es mag dahingestellt sein, in welcher Form sich der eine ober der andere daran beteiligt, ob er spä­ter Hausmusik treibt, ob er sich einem Orchesterverein oder einer Volksmusikgruppe anschließt, ob er einem Ehor oder einer Singgemeinschaft beitritt ober seine Freude am Mannschaftsgesang hat, ob er sich zum Konzertbesucher entwickelt ober ob ihn sein Weg auf eine musikalische Berufsausbildung geführt hat; irgendwie muß und soll er am musikalischen Leben des Volkes seinen Anteil haben. Es gilt nun, auf Grund dieser Darstellung die drei Erziehungswege in Schule, Familie und Haus so aufeinander abzustimmen, daß überflüssige Reibun­gen vermieden und höchstmögliche Leistungen in Ge­meinschaftsarbeit erreicht werden.

In diesem Zusammenhang wird die gemein­same Regelung grundlegender musikerzieheri­scher Fragen zwischen Hitler-Jugend und Schule eine Rolle spielen. Unterrichtsmethoden sind in Uebereinstimmung zu bringen; die musikalischen Richtlinien für den Lehrplan der Grundschule und die Musikarbeit in der Hitler-Jugend haben ihre Eigenarten und besonderen Aufgaben herauszustel­len. Die Hitler-Jugend ist ebenso interessiert daran, daß in allen Schulgattungen der Musik im Lehrplan ein wesentlicher und wichtiger Platz eingeräumt wird, daß die Musik aus ihrem Winkelbasein erlöst wirb.

Da erfahrungsgemäß bie musikalischen und hand­werklichen Leistungen innerhalb ber Grundschule zum größten Teil bas gesteckte Ziel nicht erreichen, tritt bei ber zusätzlichen Musikerziehung burch die Ju­gendorganisation die gleiche Aufgabe erneut in den Gesichtspunkt ber erzieherischen Maßnahmen. Schule und Hitler-Jugend haben sich gemeinsam um die Gesetze der Kunstübermittlung zu bemühen, und es steht die Forderung: gegen jede überflüssige, zeitrau­bende Methoderei bie gemeinsam zu erftreitenbe lebenbige Lehrweise zu finden. Die Musik­erzieher der Hitler-Jugend haben die Aufgabe ge­stellt bekommen, kraft ihrer eigenen Persönlichkeit

Lebendige Erdkunde.

Don Or.W.Iantzen.

Mancher Sekundaner kam früher aus dem Gäh­nen nicht heraus, wenn es hieß, für die nächste Erdlundestunde die Grundgesetze der Klimakunde dem Gedächtnis einzurammen. Heute ist ein Aus­gangspunkt für das Interesse an solchen Dingen da. 'Die jungen Segelflieger in der Klasse, die in ihrer Wiegergefolgschaft praktisch und theoretisch an die mächtigsten Fragen der Fliegerei herangeführt wer- Sden, wissen tolle Dinge zu erzählen, etwa von Auf- Winden über der Front von Gewitterwolken, die die bisherigen Großleistungen im Segelflug ermög­licht haben. Sie haben längst erfahren, daß die Thermik über den Sand- und Steinböden, sogar auch über den menschlichen Steinwüsten, den Groß­städten, eine andere ist als über Wald- und Wasser- oebieten. Sie haben davon gehört, daß in den Tropen ein Segelflieger fast vis zu 5000 Meter Höhe auff teigen konnte, daß deutsche Segelflieger sich tagelang in der Lust hielten und so den ewigen Traum von der Eroberung der Luft längst in die Wirklichkeit umsetzten.

Die Erd kund estund e ist bei solchen Anknüpfungs- punkten aus der Feme der Wissenslasten mitten in das lebendige Leben der Jungen gerückt. Der Erdraum bekommt neue Bedeutung, wenn der Junge vor dem Globus sich nicht mehr als ab gefragter Schüler vorkommen muß, sondern im Geiste aus dem Flugzeug hinabschaut auf jenes merkwürdige Relief, das durch seine Gebirge und Ebenen, durch seine verschieden stark erwärmten Landflächen den darüber liegenden Lustraum so stark beeinstußt, daß das Wohl und Wehe des Fliegers von der Beherrschung ber meteorolo­gischen Gesetze, vom zuverlässigen Wetterdienst »nb von ber Tüchtigkeit bes Orters abhängt! Für (eben Erdteil, für jebe Zone bringen heute Flieger­schicksale Wissen unb Erfahrungen, die keiner mchr i»ergißt. Die Nebelwände an der Golfstromzone des Nordatlantik umfingen Hühnefeld und Köhl bei chrer Landung nach der Ozeanüberquerung. Im Zackeis der Arktis zerbrachen Nobiles Hoffnungen, Zyrb bezwang den Südpol mit seiner Maschine, icachbem Scott mit seiner Begleitung geblieben war. Heber Südamerika endete das reiche Fliegerleben Mschows. Die Tundren Nordrußlands wurden irstmals von den Augen der Zeppelinfahrgäste überschaut. Ueber der afrikanischen Wüste flog ein

Jugend und Hochschule.

ohne Anlehnung an bisherige Methoden eine ihnen entsprechende Lehrweise zu entwickeln. Fest steht in der Musikarbeit der Hitler-Jugend, daß das Volks­tum und Brauchtum Grundlage, Wurzel und Ziel auch für die Musikarbeit ist.

Wir wenden uns scharf dagegen, daß man den BegriffHJ.-Musik" irgendwo prägt, wie es auch genau so wenig von der Schule aus erwünscht sein wird, eine GattungSchulmusik" zu pflegen. Wir bemühen uns um einen neuen Musik- und Musizier- willen, aber nie um die Prägung einer neuen Gat­tung, denn es gibt nur eine deutsche Musik und deren vielfälttgen Ausdruck.

Die Einrichtung derMusikschulen für Jugend und Volk" wird weiter dazu beitragen, bie musik- interessierten Jungen unb Mäbel ber HI. in beson­deren Sing- und Chorgruppen zusammenzufassen, um im Anschluß daran auch den Einzel- und Grup­penunterricht auf allen Instrumenten erteilen zu lassen. Der Schulmusiker kann zu einem großen Teil durch eigeneh Einsatz an diesen neu zu errich­tenden Musikschulen und durch Werbung innerhalb ber Schülerschaft den großen Gedanken der zusätz­

lichen Musikerziehung vorwärtstreiben. In Ausbil­dungskursen für Leiter von Musikschulen für Jugend und Volk werden aus ber gesamten interessierten Er­zieherschaft (Schulmusiker, Privatmusiklehrer, Musik­wissenschaftler u. a.) bie Leiter der neuen Musik­schulen herangebildet. In diesen Schulen wird die Frage der Stimmbildung einen großen Raum einnehmen, allerdings wird man sie in einer seelenvollen Durchdringung anwenden, als das vielerorts in der Singschule geschieht. Ebenso soll erreicht werden, daß durch bie zusätzliche Musik­erziehung durch die Hitler-Jugend ber vielfach miß­brauchte Inhalt des WortesVolksmusik" seinen schönen unb ibealen Klang wieber bekommt.

So ist es bringend notwendig, daß Schule unb Hitler-Jugend auf allen Gebieten der Musikerzie­hung gemeinsam an einem großen Plan schaffen, und daß bie Aufgabengebiete sinngemäß in den Be­reich der Hitler-Jugend fallen. Die Zusammenarbeit ist gegeben. Wir wollen nunmehr Herangehen, um auf dem Gebiet der Jugendmusikerziehung jene sinn­volle Einheitlichkeit zu erstreben, die allein der Mu­sik und der Kunsterziehung überhaupt nützt, um.

Me Hochschulgemeinschaft Deutscher Frauen.

Offen für alle Frauen im Gau. Aufgaben und Ziele. Don A. Benner-Müller, Gau-ANSt.-Refereniin Hessen-Nassau.

NSG. Im Juni letzten Jahres entschloß sich das Amt Studentinnen der Reichsstudentenführung einen Zusammenschluß aller sich für Hochschule, Wissen­schaft und Frauenftudium interessierenden Frauen zu schaffen. Hieraus entstand analog zum NS.-Alt- herrenbund der deutschen Studenten dieHoch­schulgemeinschaft Deutscher Frauen". Ausschlaggebend für die Mitgliedschaft ist nicht der Abschluß eines Studiums, sondern das Interesse für die studentische Arbeit." ((Inge Wolff, Reichs-ANSt.- Referentin). Das ist also unser Ziel in ber HGDF.: bie Kräfte aller Frauen nutzbar zu machen unb zu steigern für die Lösung studenttscher Aufgaben.

Daß wir die Altakademikerin in unsere Arbeit einzuschalten versuchen, ist eine selbstverständ­liche Forderung. Gerade von den Frauen, die selbst einmal die Hochschule besucht haben, an ihr ebenso wie wir gelernt und gearbeitet haben, gerade von ihnen können wir eine besonders fruchtbringende Mitarbeit erwarten. Alle die Probleme, die auch sie früher beschäftigten, sind bie unseren. All die Fragen, bie ihnen dann im Beruf entgegengetreten sind, werden einmal die unseren sein! Unb warum sollten wir uns im gegenseitigen Gebankenaustausch bie von ben Altakademikern schon gesammelten Er­fahrungen nicht zunutze machen? Nicht nur für un­sere persönliche Entwicklung wird das gut sein, son­dern in erster Linie auch für unsere gesamte Ar­beit. Wir werden bie notroenbige stärkere Derbin- bung mit der Praxis erhalten und von hier aus viele Anregungen für die Einrichtung unseres Stu­diums und für unsere wissenschaftliche Arbeit. Für die Altakademikerin selbst wird es aber von eben solchem Nutzen sein, wenn sie aus ihrer oft vorhan­denen Vereinsamung heraustritt unb sich einer wahr­haften Gemeinschaft anschließt, in ber sie notwendig gebraucht wirb. Das gleiche gilt auch für alle an­deren im Berufsleben stehenden Frauen. Auch für sie wird die Verbindung mit der jungen Generation segensreich sein.

Daß wir uns an bie Hausfrauen unb Mütter roenben, wird wohl vielen bei nur ober­flächlicher Betrachtungsweise zunächst nicht verständ­lich sein. Diese Ansicht ändert sich aber sofort, wenn wir bedenken, daß die Aufgaben unseres völkischen Lebens heute einen weitgehenden Einsatz aller Frauen verlangen. Dies gilt in unserem Falle nicht nur für die im Berufsleben stehende, wissenschaft­lich vorgebildete Frau, sondern darüber hinaus für bie Gesamtheit unserer Frauen. Alle müssen sich ihrer Verpflichtung gegenüber dem Volk und ber

einzelnen Frau bewußt sein. Das Verständnis aber gerade für bie Fragen bes Frauenstubiums muß Sei allen Frauen vorhanden sein, wenn diese Fra­gen einer guten Lösung entgegengeführt werden sol­len. Die N a ch w u ch s f r a g e n auf der Hochschule sind so brennend, daß sie ohne tätige Mithilfe der Mütter gar nicht gelöft werden können. Wenn die Mutter sich wieder für Frauenstudium, akademische Berufsfragen usw. interessiert, dann wird sie es und bas wird von der Haltung unserer Studen- tinnen abhängig fein für erstrebenswert erach­ten, ihrem Mädel auch einmal eine wissenschaftliche Vorbildung zukommen zu lassen.

Darüber hinaus und dies ist ein nicht zu un­terschätzender Faktor hat die Frau, die schon einen eigenen Hausstand hat, die Möglichkeit, eine ganz neue Art der Geselligkeit mit diesen jungen Studentinnen zu pflegen. Indem sie unsere Mädel in ihr Haus einlädt bitte hier nicht an große und kostspielige Festlichkeiten denken zu wollen gibt sie ihnen die Möglichkeit, ihre Frei­zeit, die ihnen neben Studium und Dienst bleibt, in einem Familienkreis zu verbringen.

Dies mag genügen. Ich hoffe, an diesem kleinen Ausschnitt gezeigt zu haben, welche Möglichkeiten in der Schaffung der Hochschulgemeinschaft deutscher Frauen liegen. Die Erfassung der Frauen vollzieht sich dann ähnlich der der Alten Herren. Bierabende und dergleichen fallen selbstver­ständlich weg. Das bedeutet aber nicht, daß der Frohsinn aus unserer Arbeit innerhalb ber Hoch­schulgemeinschaft gestrichen sei. Einlabungen zu ben Veranstaltungen des Amtes Studentinnen und der einzelnen Gruppen, Teilnahme an fröhlichen und ernsten Gemeinschaftsabenden der gesamten ANSt. einer Hochschulgruppe, Heranziehung besonders der wissenschaftlich vorgebildeten Frauen zu unseren Ar­beitsgemeinschaften u. a. mehr werben eine gute Zu­sammenarbeit gewährleisten.

Die burch die Beitragsleistungen zufließenden Mittel werden restlos zur Errichtung neuer Stu- dentinnenwohnheime unb zum Ausbau bereits vorhandener Heime verwendet werden. Des weiteren beabsichtigen wir, hiervon Auslandsfahrten und Lager zu finanzieren unb besonders begabte Studentinnen zu unterstützen.

Die Aufgaben sind vorhanden. Mögen alle Frauen und unsere jungen Kameradinnen erkennen, daß nur aus ihrer Gemeinschaft Ersprießliches für unser Volk und für jede einzelne von ihnen kommen kann.

deutsches Mädel spazieren. So brauchen also Topo­graphie und Klimakunde in der Schule nun nicht mehr um ihrer selbst willen gelernt zu werden, son­dern Jungen und Mädel sehen den tieferen Sinn und haben Lust, alles in sich aufzunehmen.

Von den natürlichen Gegebenheiten ist nur ein kleiner Schritt zu der Ordnung, die ber Mensch fest­legt. Man fliegt nicht auf gut Glück seines Weges irgenbwohin. Feste Flugstrecken haben sich heraus- gebilbet. Sie mürben bedingt durch die Lager ber Flughäfen, burch bie Entfernungen, burch bas Landschaftsrelief unb nicht zuletzt durch bie Ab­hängigkeit von ber Machtbefugnis ber überflogenen ßänber. Unb trotzbem ist bas Ergebnis oerblüffenb. Ein findiger Kauz hat sich einmal ben Spaß ge­macht, die Karte der Hauptflugstrecken neben eine solche der Vogelflugstrecken zu legen. In ben we­sentlichsten Grunbzügen becften sich beibe. Die hohe Technik bes Menschen führt zu denselben Ergeb­nissen wie der sichere Instinkt ber Tiere! Wie rätsel­haft und wundervoll ist der Erdball, der heute durch unsere Geographiestunde rollt, an Stelle grauer Namen unb Zahlen von ehebem.

Wer hat in Europa bie größte Streckenleistung in Flugkilometer? Deutschland! Wer die höchste Flugkilometerziffer? Deutschland! Politische Geographie wird es, wenn mir fragen, welche Linien in der Welt draußen regelmäßig von deut­schen Maschinen beflogen werden. Wer weiß es schließlich heute in Deutschland, daß dieDeruluft" in Rußland, bieConbor" in Südamerika, bie Eurasia" in China unb bieSkabta" in Kolumbien hier neben ben allbekannten Zeppelinlinien aufzu­zählen sind?

Auf alle Fälle wird sich heute ein praktischer Erd- kundelehrer in ben unteren Klassen nicht mehr da­mit abmühen, die Schüler nach alten, methodisch- didaktischen Vorschriften in bas Verständnis der Kartenkunde einzuführen. Er baut im Sandkasten ober mit Knetmasse bas Heimatborf, bie Wiesen unb Wälber, bie Flüsse unb Straßen. Im einfachsten Reliefbilbe wird lebenbig, was auf ber Karte bann zwar sauber unb exakt, aber nicht so plastisch schön unb einleuchtend» zu sehen ist.

Auch bie Wirtschaftsgeographen wer­ben burch ihre flugbegeisterten Schüler aus bem Bau ihrer Statistiken herausgelockt werben müssen. Die Zahlen ber Weltwirtschaft stimmen ohnehin alle nicht mehr. Aber bie Standorte ber Rohstoffe unb Industriezentren sind feit dem Kriege von größter Wichtigkeit geworden. Die Frage der Luftgefahr hat die große Politik schon tiefer beeinflußt, als man­

cher wahrhaben will. Das deutsche Volk packte mit Eifer seine Luftschutzpflichten an, die bis mitten in bas Leben ber Schule eingreifen. Rußlanb verlegte stillschweigend seine Großproduktionsgebiete ins In­nere Nordasiens, wo sie für Zugriffe aus ber Luft schwer erreichbar geworben sind ... und Italien lehrte, wie heute eine Erdkundestunde ein gut Stück Wehrgeographie zu fein hat, die alles bas zusammenfaßt, was mir in knapper Form geftreift haben.

Perugia.

Italiens Universität für Ausländer.

Perugia turrita bieturmreiche Stadt" mit ihren Jahrtausende alten Mauern aus der Zeit der Etrusker und dem ewig jungen, aller Kunst und Schönheit offenen Herzen Italiens, mit ihrer alten geschichtlichen Tradition unb ihrem fungen Streben nach Kraft unb Größe, mar wie feine anbere italie­nische Stadt berufen, zum Ausgangspunkt ber Faschistischen Revolution zu werden. Ein nicht niederzuringenber Wille zum Kampf, zu Herrschaft unb Helbentum, hat bas Gesicht dieser hochgebauten Stadt mit ihren weiten Horizonten, dem Blick auf das grüne umbrische Land und bie im Hintergrund blauen Bergketten bes Apennin, geprägt.

Doch nicht nur bas kriegerische Element schuf die Bedeutung Perugias; es mar und ist seit bem frühen Mittelalter bis hinein in bie heutige Zett bas geiftige Zentrum Umbriens, in dem neben ben schönen Künsten auch die Wissenschaften gepflegt werden. Der Ruf seiner Universität, deren Anfänge bis in bas 13. Jahrhundert zurückreichen, hat sich seit einigen Jahren über bie ganze zivilisierte Welt erstreckt; denn Perugia wurde im Jahre 1926 zum Sitz der Königlich-Italienischen Uni­versität für Ausländer bestimmt.

Daß unter ben Auslandsstudenten Deutsch­land zahlenmäßig an erster Stelle steht, nimmt bei ber Sympathie, bie ber beutsche Mensch sei­nem Sehnsuchtslanb Italien seit alters her ent­gegenbringt, bei ber engen Freundschaft, bie bie beiden faschistischen Nationen und ihre Führer ver- bindet, nicht wunder. Deutsche Studenten und Stu- bentinnen finden überall ein Entgegenkommen, bas weit über ben Rahmen der angeborenen Liebens­würdigkeit des Italieners hinausgeht.

Es verlohnt sich, die Universität für Ausländer im Sinne der Achse BerlinRom einer etwas

Akademische Berufslenkung.

Lwn Dr. Karl Jiau

Der Verfasser gehört der Führung der Stu­dentenschaft an.

Es ist allgemein bekannt, daß die derzeitigen Be­sucherzahlen der Hoch- und Fachschulen bei weitem nicht ausreichen, den zukünftigen arbeitsmäßigen Bedarf von Partei, Staat unb Wirtschaft zu decken. Es sei nur an die vor kurzem von Generalinspektor Dr. Todt getroffene Feststellung erinnert, daß be­reits im Jahre 1940 in Deutschland 7000 Ingenieure fehlen werden. Damit rückt bas Problem ber aka­demischen Berufslenkung unter den zahl­reichen anderen Fragen der deutschen Hoch- unb Fachschulen entschieden in den Vordergrund.

Bei allen Erörterungen über die Lage der geisti­gen Berufe hat sich sehr deutlich der' Mangel an einer Statistik der akademischen Berufe, welche die eigentliche Grundlage zu einer notwendigen akade- mischen Berufsplanung sein könnte, bemerkbar ge­macht. Während wir für fast alle anderen Berufs­zweige im Besitze fester Zählungen sind, kann für bie akademischen Berufe lediglich auf geschätzte Angaben der örtlichen Erhebungen jurücfgegrif­fen werden.

Bei kaum einer anderen Stelle ist die Frage der Auslese und Förderung und damtt ber be­wußten Berufslenkung von solch ausschlaggebender Bedeutung wie an ben beutschen Hoch- unb Fach­schulen.

Deutschlanb ist heute eine Gemeinschaft ber Schaf­fenden ; Können unb Leistung tragen diese Gemein­schaft. Wir sind deshalb weit davon entfernt, an die Frage des Hochschulbesuches und des geistigen Berufes mtt irgendwelchen sozialen oder garge­sellschaftlichen" Wertrnaßstäben heranzugehen. Ent­scheidend ist einzig und allein die Tatsache, ob ber richtige Mann entsprechend feinen Fähigkeiten an den richtigen Platz im Daseinskampf des deutschen Volkes gestellt wird.

In der Partei und ihren Gliederungen, im Ar­beitsdienst, besonders aber bei den letzten Reichs- berufswettkämpfen, wurde immer wieder festgestellt, daß es zahlreiche junge Bauern- unb Arbeitersöhne gibt, welche in vollem Maße bie Fähigkeiten be­sitzen, bie zur Ausübung eines geistigen Berufes notwendig sind. Es waren entweder junge Men­schen, die einem verkehrten Ausleseprinzip zum Opfer gefallen waren oder deren Eltern aus finan­ziellen Gründen ein Hoch- oder Fachstudium uner­schwinglich war. Diese Erkenntnis hat gerade bei der jungen Generation ben festen Willen geschaffen, an die geistigen Berufe diejenigen Volksgenossen heranzuführen, bie sich dafür eignen.

Maßstab für die Eignung ist die Fähigkeit, bas Kulturgut bes beutschen Volkes von der national­sozialistischen Weltanschauung aus her zu betrachten und den Stoff der wissenschaftlichen Forschung mit der politischen Wirklichkeit bes Volkes in einer Ein­heit sehen zu können. Es ist unantastbare Grund­voraussetzung, daß die Auslese ohne Rücksicht auf die wirtschaftliche Lage ber jungen Menschen bzw. ihrer Eltern stattzufinden hat.

Die Nachwuchslenkung an ben deutschen Hoch- und Fachschulen wird nur dann von Erfolg beglei­tet sein, wenn, wie oben schon angedeutet, das Problem ber Ordnung des Berufseinsatzes umfas­send, rasch und zentral in Angriff genommen mirb« Es ist gerade von studentischer Seite mehrmals be­tont worden, daß die Inangriffnahme einer Aus­lese ber Leistungsbesten sowie bie Durchführung einer planmäßigen Berufslenkung nicht länger an finanziellen Mitteln scheitern darf.

Von grundlegender Wichtigkeit ist bie Erkennt­nis, daß der Zugang zu einer deutschen Hoch- und Fachschule nicht mehr irgendwelchen Zufälligkeiten überlassen bleiben darf, sondern ausgerichtet nach den Lebensbedürfnissen der Nation einer planvollen Lenkung selbstverständlich ohne Zwang bedarf. In ber Durchführung dieser For-

näheren Beleuchtung zu unterziehen. Es gibt einen Einführungs-, einen Mittel- imb einen Oberkursus. Wer ben Einführungskursus in bie italienische Sprache belegt fyat, wirb begeistert sein von ber Lehrkunst, von bem Temperament ber Darstellung, von ben bie Worte begleitenden, ausbrucksvollen Gesten des Professors G., ber wie ein Zauberer in einem modernen Märchen mit seiner Konzen» trationsmethode auch ben verstocktesten Sprachlehr­ling innerhalb von vier Wochen zum Sprechen bringt. Und bas bei einer Klasse, die ein buntes Gemisch von Nationalitäten umfaßt! Der Mittel- kursus vermittelt eine grünblichere Kenntnis ber Grammatik, gibt interessante Einführungen in Ge­schichte und Literatur, in all das, was bann ber Oberkursus in ausgeprägtester Form fortführt. Die großen italienischen Dichtungen werben gelesen und ausgelegt. DerSonnengesang" des Heiligen Franz von Assisi, ber erstmalig bie Liebe zu allen Krea­turen predigt, erklingt, und unvergeßliche Dante- Stunden lassen die Sprache des Landes zu Musik werden.

Den passenden Rahmen für diese Vorlesungen, die alle von Professoren von Ruf abgehalten wer­den, bildet der Palazzo Gallenga, ein Barock- gebäube reinsten Stils aus bem 18. Jahrhundert, das nicht umsonst gegenüber dem alten Etrusker- bogen errichtet wurde. Geschmackvolle Salons die­nen zur Ausspannung zwischen den Stunden, geben den Studierenden Gelegenheit, untereinander ju diskutieren oder in kameradschaftlich netter Form mit den Professoren zu plaudern. Das Verhältnis zwischen Lehrkörper und Studentenschaft ist schlech­terdings ideal, was sich vor allem immer wieder auf den zahlreichen Ausflügen, die von ber Uni­versität unter Leitung eines Kunsthistorikers in das an Schätzen so reiche Land veranstaltet werden, ergibt.

In großzügiger Weise sucht die italienische Regie­rung ben Teilnehmern an den Hochschulkursen die Voraussetzungen zu einem Aufenthalt in Italien zu schaffen. Abgesehen von einer 50prozentigen Reiseermäßigung für die Fahrt nach Italien unb eine Anzahl von Fahrten auf ben Staatsbahnen während des Studienaufenchaltes ist der Eintritt in Bildergalerien und Museen, zu ben Denkmälern und Ausgrabungen Italiens für den Studierenden frei. Pensionen und Hotels in Perugia sind ge­halten in ihren Forderungen gegenüber ben Stu­denten mäßig zu sein.

Anne - Marie Meyex,