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Nr. 275 (Erftes Blatt

189. Fahrgang

Donnerstag, 23. November 1939

Lrlchemi rügltch. außer öonmaqs und feiertags Betlagen: Die Illustrierte Giessener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle

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Mehener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Entlarvt

Organisator des Münchener Verbrechens. Sein Lebensweg ergibt ein klares Bild des an Charakter-

osiakeit selten konsequenten Emigranten. Am

19.9.1897 in Deggendorf (Bayern) geboren, ist er

Der Brief eines Verräters

Nr. 6.

Nr. 7.

Nr. 8.

Berlin, 22.Nov. (DNB.) DerVölkische Be­dachter" schreibt: Otto Strasser ist der sachliche

Depute Grumbach.

Ministerialdirektor Spieker.

Willi Münzenberg,Rote Hilfe".

Wer ist poyne Best?

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ftto Sttasser einen m Zahori bei Prag mit Unter» stüßung des tschechischen Nachrichtendienstes gebauten ('genanntenF r e i h e i t s s e n d e r" an. der neben ter propagandistischen Arbeit schon damals die den 1 ttentatsabsichten Otto Strassers und seiner Helfers- telfer entsprechenden Parolen gab. So schlossen z. B. s,st alle Aufrufe dieses im Jahre 1934/35 arbeiten» ten Senders wörtlich mit der immer wiederkehren- ten Aufforderung, daßAdolf Eitler sterben müsse".

Die deutsche Regierung hat damals offiziell oon ter tschechischen Regierung d i e Beseitigung dieses zum Mord an deutschen Regierungsmitglie- tern auffordernden Senders gefordert Nachdem die tlchechische Regierung behauptete, von der Existenz Leies Senders keine Kenntnis zu haben, wurde ihr ter Standort des Senders genauestens angegeben. 2a Herr Benesch naturgemäß auch dann nicht 1 ereil war, Len von tschechischem Gelde aufge»

neuerlichen Sprengstoffanschlag, der auf einer Großveranstaltung der NSDAP, zur Ausführung gelangen sollte. Er bediente sich dieses Mal seiner engsten Mitarbeiter, des ehemaligen Hoteldieners Karl D ö p k i n g und des Kaufmannes Helmut Kremln. Auch dieser neuerliche Anschlag mißglückte.

Die Höllenmaschinen, die nach Deutschland ge­bracht und auf den Bahnhöfen in Dresden und Leipzig aufbewahrt worden waren, konnten sicher- gestellt werden. Döpking und Kremin wurden am 25.5.1938 festgenommen und durch Urteil des Volksgerichts vom 22.9 1939 zum Tode verurteilt.

Schon im Herbst 1938 versuchte Strasser von Prag aus ein neues Attentat zu orga- nifieren. Nach dem Sturz von Benesch verließ Strasser Prag und trat nunmehr in engste Beziehung zum britischen Geheim­dienst. Auf Weisung dieser seiner neuen Lon­doner Auftrag- und Geldgeber gelang es ihm nunmehr, den dritten verbrecherischen Ver­such auf das Leben des Führers ausführen zu lassen. Dieses Mal hat nun wirklich nur die Vorsehung das volle Gelingen des verbreche­rischen Anschlages in seiner ganzen grauen­haften Lndzielsehung verhindert. 3n der Nacht vom 8. zum 9. November 1939 versuchte der Verbrecher Elfer in der Nahe von Konstanz in die Schweiz zu gelangen. Dabei wurde er verhaftet. Otto Strasser, der auf die An­kunft feines Werkzeuges gewartet hatte, und nunmehr nach 24 Stunden erfuhr, daß der An­schlag auf den Führer doch wieder mißglückt der Tater selbst anscheinend beim Uebetfdjreiten der Grenze aefancen morden war, verlieb darauf­hin am 10. November sofort überstürzt die Schweiz, nm nach London zu feinen Auftraggebern zurückzufahren.

Amsterdam, 23. Nov. (Europapreß.) Die Tat­sache, daß sich die Zentrale des Intelligence Service für Westeuropa bisher in dem Haag befand, hat in der holländischen Öffentlichkeit wie eine Bombe eingeschlagen. DerTelegraaf" schreibt, von den bei­den bei dem versuchten Grenzübertritt nach Deutsch­land verhafteten Beamten des Intelligence Service sei Stevens nicht bekannt. Sehr wohl bekannt sei aber Kapitäy Payne B e st. Dieser sei im Jahre 1916 als englischer Offizier in Holland bei einem Grenzübertritt interniert worden. Nach dem Kriege habe sich Best im Haag niedergelassen und dort als Vertreter ausländischer Firmen gelebt. In der hollän­dischen Gesellschaft seien seine guten Beziehun­gen zu englischen Regierungskreisen bekannt ge­meßen.

Nicht bekannt sei jedoch die Tatsache gewesen, daß es sich bei ihm um ein Mitglied des Intelligence Service gehandelt habe Trotzdem sei vielfach die Frage aufgetaucht, wovon Best eigentlich lebe, da seine Vertretungen ihm unmöglich das Geld hätten einbringen können, das er für feine kostspielige Lebenshaltung gebraucht habe. Erst noch vor kurzer Zeit habe er sich ein neues großes Automobil angeschafft, mit dem er dann nach Venlo gefahren fei.

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Sozialdemokraten, der nach kurzem Stu- dium der Volkswirtschaft die Leitung eines sozial­demokratischen Korrespondenzbüros übernimmt, während des Kapp-Putsches ist er Führer einer partakistischen Hundertschaft. Im Rah­nen seiner Entwicklung zum Nationalrevo­lutionär stößt er im Jahre 1925 zur NSDAP.

In der Mitte der 36 Jahre alte G e o r g E l s e r, der jetzt als Täter des ruchlosen Anschlags auf den Führer in München verhaftet wurde. Rechts und links die Bilder der beiden verhafteten britischen Agenten, Kapitän Stevens (links) und Mr. B e ft (rechts), die Leiter des britischen Intelligence Service für Westeuropa, die bei dem Versuch, die holländische Grenze nach Deutschland zu überschreiten, über­wältigt werden konnten. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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Die Hintergründe des Münchener Verbrechens

Zahlreiche Anschläge auf das Leben des Führers von Otto Straffer organisiert, jedoch rechtzeitig vereitelt.

.9.9.1897 in Deggendorf (Bayern) geboren, ist er Bruder Gregor Strassers und Paul Strassers, ter wegen homosexueller Verbrechen in das Aus­land emigrierte. Der Beginn seiner politischen Tätig­leit sieht ihn im Jahre 1919 als überzeugten

Die Kunde, daß der Münchener Akten» ater gefunden, daß Otto Strasser der Or- ;anijator dieses furchtbaren Verbrechens, bereng- , iscye Geheimdien st der Urheber sei, hat überall, nicht nur in Deutschland, wie eine Bombe eingeschlagen. In Strömen von Blut sollte der deutsche Abwehrkrieg gegen England erstickt und unser Volk seines Führers und seiner besten Män-

3. weil es der Meinung ist, daß bei Erzielung einer hohen Minderheit die Genfer Entscheidung ohnehin gegen Hikler ausfallen dürfte.

Um so mehr Wert aber legte man gerade au Erzielung einer solchen hohen Min­derheit durch Propaganda. Neben der Propaganda unter den Katholiken, die schon im Gange ist, sucht man nach Möglichkeiten, unter Öen Hitlerleuten felbft Propaganda machen zu können. Hier hofft man ganz besonders a u mich, da sowohl Marxisten wie Juden (und Katholiken) für diesen Personenkreis nicht in Frage kommen.

Ich habe in der gleichen Angelegenheit umgehend mit zwei verschiedenen Leuten wie 5 und 6 ge­sprochen, wobei Nr. 5 begeistert meinem Saarplan zustimmte, während Nr. 6 (in Uebereinftimmung mit den. Herren 24) sich aus­schließlich für Propaganda aussprach, wobei er ganz klar zu erkennen gab, daß Frankreich das letzte Wort noch nichi gesprochen habe. Ich bin heute abend noch mit dem Führer der deutschen Katholiken und Saarkämpfer Nr. 7 zusammen, der d i e Gelder für dieNeue S a a r p o ft" be­schafft hat, und werde mich über seine Meinung unterrichten.

Zusammenfassend glaube ich, daß nach dem Ge­samteindruck mein Plan einerAktion" nicht öie notwendige Vorausetzung findet, so daß er aufzugeben ist. Dagegen ist die Propaganda ebenso notwendig wie erwünscht, wobei mir vor allem die Propaganda unter den Nazis selbst zu­fiele, die teils durch meine Zeitung, teils durch Flugschriften und Broschüren zu erfolgen hätte (wo­für ich Ihnen ia einen Plan ausgearbeitet habe).

Aus den zahlreichen interessanten Details meiner Gespräche mit den Vorgenannten sowie mit zahl-

ner beraubt werden. Aber die unerbittliche Neme- is hat das Verbrechergefindel am Kragen gepackt, die minutiöse, im Stillen arbeitende Organisation unserer Geheimen Staatspolizei hat zum erstenmal in der Geschichte den unumstößlichen Nachweis er­bracht, daß dieser ungeheuerliche Mordanschlag englisch war.

Der Attentäter Georg Elser hatte die Untat orgfältig vorbereitet. Gr hatte die Höllenmaschine mit einem Uhrwerk versehen, das die Ladung ge­rade zu der Zett zur Explosion bringen sollte, da der Höhepunkt der Führer-Kundgebung erreicht worden wäre. Der Umstand, der den Führer veran­laßte, seine Rede kürzer zu fassen, weil staats­politisch wichtige Geschäfte ihn riefen, verhinderte den Anschlag der britischen. Mordgesellen. Die un­geheure Erregung über das feige Attentat, der Dank für die Bewahrung des Führers durch eine all- roaltenöe Vorsehung, wurde oon der brittschen und französischen Pressekanaille mit den gemeinsten An­würfen erwidert. Noch am Tage des Attentats, wenige Stunden vorher, hatte der englische Sender Daventry geheimnisvoll von einerneuen Waffe Englands" gesprochen, die Hitler er­zittern lassen würde. Ehe das Deutsche Nachrichten­büro überhaupt eine Meldung vom Attentat gebracht hatte, konnte eine große Londoner Zeitung, die im Auftrage des Secret Service herausgegeben wird, derDaily Expreß", als einziges Organ ttiumphie- rend die Mitteilung von dem Münchener Anschlag verbreiten, obgleich das Blatt keine Korresponden­ten in Deutschland hat. Die aus Juden bestehende Redaktion dieses Blattes hatte also das Münchener Attentat ferngeahnt.

Vergeblich versuchte Öle englische Propaganda, die Schuld abzuleugnen. Umsonst war das Mühen, an­dere Faktoren für die Münchener Greueltat ver­

zogenen Sendedienst einzustellen, mußte von deut­scher Sette selbst eingegriffen werden, um diese fort­gesetzte Mordpropaganda zu unterbinden. Zwei -^-Führer des Sicherheitsdienstes haben befehls­gemäß am 26. Januar 1935 diesen Sender zer­stört.

In Vollzug der ihm von seinen damaligen Prager Geldgebern erteilten Aufträge versuchte nun Otto Strasser, die nach Deutschland auf dem Funkweg gesendeten Parolen auch praktisch zu verwirk­lichen.

1936 fanden Vorbereitungen für den ersten Spreng st offanschlag statt. Er sollte ursprünglich im Olympia-Stadion in Vertin während der Olympiade, später anläßlich des Parteitages 19 3 6 in Nürnberg und ichließlich anläßlich des Befuchesdes Duce 1937 zur Ausführung kommen. Otto Straffer bediente sich dabei durch Vermittlung feines engsten Mitarbeiters Friß Beer (Deckname Heinrich G^unowl eines ehe­maligen Studenten der Baukunst namens Helmut Hirsch.

Dieser Prager Jude erklärte' sich bereit, den Sprengstoftanschlag auszuführen. In zahlreichen eingehenden Besprechungen war der Plan des An­schlages genauestens fettgelegt worden. Als Kirsch mit zwei Höllenmaschinen, die durch ein Uhrwerk zur Explosion gebracht werden sollten und zehn Kilogramm Sprengstoff enthielten, d i e deutsche Grenze überschritt und sich nach Stuttgart begab, konnte er von Beamten der Ge­stapo noch rechtzeitig fe-ft genommen wer­den. Hirsch wurde der Staatsanwaltschaft über­geben und am 8. März 1937 zum Tode ver­urteilt. Das Urteil ist vollstreckt und damals in der deutschen Presse neröffentiuht worden.

Nach diesem mißlungenen Anschlag versuchte Otto Strasser noch immer Im Dienste der damaligen tschechischen Regierung einen

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2aß die Gründe hierfür nicht weltanschauliche, Realistische und selbstlose waren, beweist sein spä- erer Lebensweg. Als Hauptschriftleiter einiger im tampfoerlag erscheinender Zeitungen, an der Spitze erNationalsozialist", bemüht sich sein Geltungs­rang und sein zügelloser Ehrgeiz darum, politisch im Rahmen der NSDAP, eine besondere politische iiolle zu spielen. Als derr e v o l u t io n ä r e Sozialist", dem das Wort vomGemeinnutz zeht vor Eigennutz" stets ein Fremdwort geblieben □ar und der sich nicht einfügen konnte, seine egoisti- chen Ziele nicht erfüllt sah, verließ er, um dem rohenden Ausschluß aus der Partei zu mtgehen, mit der bekannten theatralischen Erklä- iingdie Sozialisten verlassendie NSDAP." ie Partei und gründete die sogenannte Kampf­gemeinschaft revolutionärer Natio- r a l s o z i a l i st e n.

Später führte ihn der Verräterweg mit dem Meu- lerer Stennes zusammen. Der erhoffte Einbruch in die NSDAP, gelang nicht, so daß er lediglich lin Gerippe von persönlichen Einzelgängern im Heich zurücklieh, als er im Jahre 1933 zunächst r a d) Wien emigrierte. Sein bisher im Reick irsckeinendes Organ dieSchwarze F r o n t§ irschien nun mit nur geringer Auflage als .Schwarzer Sender" im damaligen Oester- icich. Zur gleichen Zeit wurde im Reich der größte teil seiner Organisation aufgelöst und die Promi­renten seiner Mitarbeiter, soweit sie nicht emigriert □aren, hinter Schloß und Riegel gefetzt.

Als ihm auch in Wien der Boden zu heiß wurde, flüchtete Otto Straffer nach Prag, wo er sich unter Abstreifung des Scheines des Idealisten eindeutig als hoch- und Landesver­räter zum kauf anbot. ein für Geld gedunge­nes Subjekt fremder Nachrichten­dienste und Organ der mit ihm täglich ver­kehrenden jüdifchen Emigration. Sein engster Mitarbeiter war der unter dem Namen Heinrich Grünow aufiretende Emigrant Friedrich Beer. Seine Zeitung hieß bezeichnenderweife Die deutsche Revolution", der Geldgeber war die damalige tschechische Regierung Benesch.

Sttassers Haupttätigkeit in Prag war neben der Verbreitung von Hetzartikeln in Flug- und Zeit­schriften der Versuch, eine einheitliche Ausrichtung eiter Schattierungen der Emigration herzustellen. Sb er dabei die Zahl ferner Anhänger im Reich nit Wissen oder ohne Kenntnis überschätzte, ist be­langlos. Es steht jedenfalls nicht fest, ob zu dieser Seit Otto Strasser selbst auch nur im geringsten ioch an die Möglichkeit einer Revolution in Deutsch­land glaubte. Strasser lebte jedenfalls seit Jahren Ichon ausschließlich von den Geld zu Wen­dungen ausländischer Nachrichten- ! i e n ft e, denen er versprach, in Deutschland eine Revolution zuwege zu bringen, zumindest aber den Führer zu beseitigen. So machte er im Umi 1934 eine Reise nach Paris, um die französische Regierung zur Unterstützung eines Put- fches im Saargebiet zu bewegen, durch den die Saarrückgliederung unmöglich gemacht werden follte. Nach seinen eigenen Angaben, die in dem rieichzeitig veröffentlichten handschriftlichen Brief lvkumentarisch festgehalten sind, hat damals die französische Regierung diesen Plan a b g e l e h n t, 1« sie den durchzuführenden Umsturz im Reich ohne außenpolitische Belastung 1934 billiger zu erreichen löffle. Im übrigen kamen schon damals die gleichen Bedanken zum Ausdruck, die später den Derhand- Lmgen mit den Leitern des englischen Secret Ser» lüce in den Jahren 1938/39 zugrunde lagen.

Jrn Rahmen seiner verräterischen Arbeit setzte

Nachstehend geben wir den Wortlaut des im vorstehender Artikel erwähnten handschrift­lichen Briefes wieder, in dem Otto Straf» s e r auf feine Pläne, die Saarrückgliede­rung unmöglich zu machen, eingeht. Eine Na» m e n 5 I i ft e der in dem Brief durch Nummern be­zeichneten Personen ist beigefügt.

Paris, den 22. 6.1934. Lieber Freund!

Ich freue mich, endlich Gelegenheit zu haben, Ihnen einen kurzen Bericht über die bisherigen Ergebnisse meiner Reise zusenden zu können.

Nach meiner Ankunft am 18. abends begab ich mich anderntags gleich ZU G. (Nr. 1), mit dem ich kurz meine Pariser Mission besprach, und der bte Verbindung zu Nr. 2 herstellte. Leider war M. C. persönlich abwesend, doch empfing mich fein Pn- vatsekretär, mit dem ich eine stundenlange Aus­sprache hatte, die abends mit einem gemeinsamen Souper schloß, an das sich am 21. nochmals eine Aussprache bei einer Tasse Tee in meinem Hotel anschloß. Im Zusammenhang damit wurde ich an Nr 3 und Nr 4 verwiesen, mit denen ich ebenfalls Aussprachen von dreiviertel bis eineinhalb Stun­den hatte Besonders die Unterhaltung mit 4, der einer der katholischen Führer ist, war oon höchstem Interesse, zumal er besonderer Vertrauensmann von Nr. 2 ist.

Das Ergebnis dieser Aussprachen war ungefähr folgendes: Frankreich hält sich strickt an den Ver­trag und hat für Experimente an der Saar deswegen kein Interesse weil es

1. fürchtet, daß man ihm die Verant War­tung dafür zuschieben würde;

2 weil es hofft, daß bis zur Abstimmung we­sentliche Aenderungen im Reich ein­treten;

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reichen deutschen und französischen Bekannten (dar­unter ein langes Gesträuch mit Nr. 8) sind u. a. folgende Einzelheiten interessant:

1. Nach neuesten Nachrichten soll Amerika be­reit sein, eineraenrilberten" deutschen Regierung erhebliche Rohstoftkredite einzuräumen; desgleichen will Frankreich in diesem Fall das 300 000 Mann-Heer gewähren, wenn aleichzeittg Deutsch­land nach Genf zurückkehrt. Welcke personellen und sachlichen Sicherungen für dieseMilderung" verlangt werden sollen, war eindeutig nicht zu er­fahren. Allem Anschein nach versteht man darunter eine Kabinettsumbildung im Reich, an die ich persönlich nicht recht glaube. Sollte sie aber kommen, so würde es sich nur um einen Schachzug Hitlers handeln, um obige Geschenke des Auslandes zu erbctlten.

2. An unsere Herren alsNationalbolsche­wisten" glaubt man sehr. Für das große Interesse, das man an uns nimmt, $euat u. a. der Artikel, den ich Ihnen gab, sowie die Zusicherung, wöchent­lich im Straßburger Sender Auszüge aus meiner Zeitung zu bringen.

Alles in allem bin ich mit dem Erfolg sehr zu­frieden und hoffe Ihnen durch eine große Propa­ganda an der Saar und im Reich entsprechend nutz­bar machen zu können, wobei ich nach wie vor um Ihre feste Mitarbeit bitte.

In diesem Sinne grüßt und Handschlag! Ihr (gez.) Otto Strasser.

Liste:

Nr. 1. Minister des Innern a. D Grzesinski, Rue de l'Abbö Rousselet Nr. 7.

Nr. 2. Ms. Cornmere, Quai d'Orsay.

Nr. 3 M. Recouly, Cditions de France, Avenue Rapp 20.

Nr.4. Mr. Robert d'H arcourt, Rue de Gre* nelle 113.

Nr. 5. Graf Michael Karolyi.

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