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moderne landwirtschaftliche Genossenschaft eine der wichtigsten tragenden Säulen der gesamten Kultur des Dorfes ist. Am deutlichsten wird uns das an dem Beispiel der Genossenschaften, die auf der Großdeutschen Tagung in Wien zum erstenmal innerhalb des Reiches mitgesprochen haben. Der siidetendeutsche Selbsterhaltungs- kampf etwa hätte schon längst als hoffnungslos aufgegeben werden müssen, wenn nicht das Ge­nossenschaftswesen mit seinem Grundsatz der unein- aeschränkten gegenseitigen Selbsthilfe auch unter Verzicht auf eigenen Vorteil die wirtschaft­liche Existenz der sudetendeutschen Bauern erhalten, deutschen Boden vor dem Uebergang in fremde Hand bewährt und für die umfangreiche nationale und kulturelle Arbeit die wirtschaftliche Grundlage gegeben haben würde. Das großdeutsche landwirtschaftliche Genossenschaftswesen ist sich über seine wirtschaftliche Zweckbestimmung hinaus der größeren Ausgaben im größeren Reich bewußt.

Kleine politische Nachrichten.

Eine von Gruppenführer B e ck e r l e geführte SA.-Abordnung hat am Ehrenmal der Ge­fallenen der faschistischen Miliz in Rom einen Lorbeerkranz niedergelegt und der feierlichen Ueberreichung der Fahne des 3. Schwarzhemden­bataillons der Division Littorio an den General­stabschef der Miliz beigewvhnt.

Der bulgarische Finanzminister und Präsident der Bulgarischen Notenbank, Bojiloff, weilt zur Zeit in Berlin, um mit der Reichsregierung wirtschaftliche und finanzielle Fragen zu besprechen.

Der Reichsarbeitsminister hat zur Besserung der Wohnverhältnisse in Grenzgebieten abermals Mittel bereitgestellt, mit denen Jnstand- setzunas- und Ergänzungsarbeiten an Wohngebäuden sowie An- und Ausbauten für Wohnzwecke gefordert werden.

Anläßlich ihrer 6. Reichstagung verlieh die Nor­dische Gesellschaft dem norwegischen Museumsdirek­tor Christian Koren Widberg in Anerken­nung seiner Verdienste um die Erhaltung hansischer Kulturdenkmäler in Bergen und um die Förderung der zwischenstaatlichen Beziehungen Norwegens und Deutschlands und dem isländischen Dichter Gun­nar s s o n aus Anlaß seines 50. Geburtstages das Ehrensiegel der Nordischen Gesellschaft.

Die polnische Regierung erteilte dem ersten slowakischen Gesandten in Warschau, Dr. Wladislaus Szathmary, das Agreement. Der Gesandte stand viele Jahre im tschechoslowakischen diplomatischen Dienst.

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Der Kommandant der spanischen Luftwaffe, Ge­neral K i n d e l a n, besichtigte die italienischen Fliegerschulen von Capua und Caserta. Zu seinen Ehren fanden Hebungen der Luftwaffe statt.

Der Oberbefehlshaber der englischen Chinastation, Admiral Sir Percy Noble, ist in Singapur eingetroffen, um der englisch-französischen Militar- konferenz beizuwohnen. Der Oberkommandierende der französischen Truppen in Jndochina, General Martin, wird am Mittwoch erwartet. Der Ober­kommandierende der britischen Truppen in China

sowie mehrere Stabsoffiziere der Marine und der Armee befinden sich ebenfalls bereits in Singapur. Die Besprechungen sollen sich auf Pläne für die Koordinierung der englischen und der französischen Marine- und Luftstreitkräfte im Kriegsfall beziehen.

Elli Beinhom-Rosemeyer auf dem Hückflug.

Die erfolgreiche deutsche Pilotin Elli Beinhorn- Rosemeyer kehrt jetzt von ihrem Fluge nach Indien wieder in die Heimat zurück. Aus ihrer Reise Hot sie erneut einen Beweis für ihr fliege­risches Können und auch die Leistungsfähigkeit der deutschen Technik geliefert. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Aus aller Wett.

Ueberreichung des Adlerschildes an Professor Heinrich Sohnrey.

Staatssekretär W i l l i k e n s überreichte im Auf­trag des Führers Professor Heinrich Sohnrey den Adlerschild des Deutschen Reiches und übermittelte bei dieser Gelegenheit die Glückwünsche und den Dank des Reichsbauernsührers Reichs­minister Darre. Das deutsche Bauerntum wisse, daß ihm die ganze Lebensarbeit Sohnreys gegolten habe. Der innere Wert und der Erfolg des Wir­kens von Professor Sohnrey liege darin, daß das deutsche Bauerntum selbst durch diese Arbeit wieder zu seinen eigenen Werten zurückgefunden habe. Da­für werde das deutsche Bauerntum und das deut­sche Volk Professor Sohnrey,den Hüter und Pfleger eines gesunden Bauerntums", wie ihn der Führer auf dem Adlerschild genannt.habe, noch in weiter Zukunft dankbar sein.

Kraftwagen stürzt in den Millstätter See.

Ein Kraftwagen durchbrach infolge Platzens des Vorderreifens bei übermäßig hoher Gewindigkeit

das Geländer der Straße am Millstätter See in Kärnten und wurde in den See hinausgeschleudert, wo es sofort in 15 Meter Tiefe versank. Die beiden Insassen fanden dabei den Tod. Der Wagen konnte gehoben werden.

17 Tote beim Autobusunglück auf der Grohglocknerstrahe.

Die Zahl der Toten bei dem Omnibusun­glück in Heiligen blut auf der Großglockner-Hoch­alpenstraße hat sich auf 17 erhöht.

Leichter Autounfall Sven hedins.

Der bekannte schwedische Forschungsreisende Sven Hedin erlitt in Stockholm einen Auto- Unfall. Er wurde im Gesicht leicht verletzt. Nach­dem er in einem Krankenhaus verbunden worden war, konnte sich der Forscher nach Hause begeben.

Gattenmörder hingerichtet.

Berlin, 20. Juni. (DNB.) Am 20. Juni 1939 ist der am 20. Februar 1909 geborene Wilhelm Raffel aus Wuppertal hingerichtet worden, der am 9. März 1939 vom Schwurgericht in Wup­pertal wegen Mordes zum Tode und zum Ver­lust der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt worden ist. Wilhelm Raffel hat am 2. Dezember 1938 seine von ihm geschiedene Ehefrau erdrosselt. Er wollte sich für seine bevorstehende zweite Heirat in den Besitz^ ihres Hausrates setzen.

Der Untergang des U BpolesPhönix".

Ein französisches Wasserflugzeug, das an den Geschwaderübnngen in der Bucht von Camranh, in deren Verlauf das U-BootPH enix" gesunken ist, teilgenommen hatte, hat nunmehr seine Be­obachtungen während des Unterganges des H-Boots bekanntgegeben. Danach soll im Augenblick des Tauchens des Bootes ein starker Wirbel an der Meeresoberfläche erschienen sein. Der Torpedo, den das U-Boot abschießen sollte, sei nicht abgefeuert worden. Aus diesen Angaben schließen die Sach­verständigen, daß beim Tauchen eine Luke geöffnet ae blieb en sei oder aber daß sich im Augenblick des Unterwassergehens eine Explosion an Bord ereignet habe. Die Lage derPhönix" ist jetzt mit Sicher­heit festgestellt worden. Bisher angestellte Hebe­oers u ch e blieben erfolglos, da die Hebeketten zerbrachen. Man will jetzt versuchen, das Boot in geringere Tiefe zu schieben, um es dann durch Tauchen untersuchen zu können.

Feuer in einer französischen Pulverfabrik.

Im Baurnwollager der Pulverfabrik von Angou­leme brach Feuer aus. Das etwa 150 Meter lange Gebäude brannte nieder. Die Baumwollvorrate wurden vernichtet. Der Sachschaden ist sehr er­heblich.

Indische Rauschgiftschmuggler in Paris verurteilt.

Die Pariser Strafkammer fällte das Urteil gegen den Groß-Rabbiner von Brooklin, Jsak Leiser, ber in Einbanddecken des Talmuds versteckt große Mengen von Rauschgift nach den Vereinigten Staaten geschmuggelt hatte. Das Urteil lautete auf die Höchststrafe von zwei Jahren Gefängnis und 5000 Franken Geldstrafe. Der Helfershelfer Leifers, der jüdische Buchhändler Kantorowicz, erhielt die gleiche Strafe. Dagegen wurde der Jude Hermann Gottdiener, der den Versand der heiligen Bücher" besorgt hatte, freigesprochen. Man hatte ihm nicht nachweisen können, daß er in die Geschäfte des Groß-Rabbiners eingeweiht gewesen mar. Der Prozeß hatte in Frankreich beträchtliches

Aufsehen erregt, weil Jsak Leiser ein in Paris wis in Neuyork bekannter Jude war.

Schwere Unwetter in Ungarn.

In der Umgebung der nordungarischen Stadt Erlau, die eines der berühmtesten ungarischen Weinbaugebiete darstellt, wütete mehrere Stunden lang ein Unwetter. Durch Blitzschläge wurden ein'Winzer getötet und zehn Personen schwer verletzt. Die aus den Weinbergen kommenden Wasser- und Schlamm-Massen überfluteten die Stadt Erlau und legten den Verkehr lahm. Ein schwerer Hagelschlag richtete in den Weinbergen und Obstkulturen schweres Unheil an. Auch in an­deren Teilen Ungarns richtete das Unwetter schwere Schäden an. In der Fünfkirchener Gegend in Ost- Transdanubien wurden mehrere Ortschaften über­flutet. Zahlreiche Häuser wurden beschädigt und verschiedene Brücken fortgerissen.

Wölfe aus einem Zoo ausgebrochen.

In Neunkirchen (Saar) waren im Zoo drei Wölfe aus ihrem Zwinger ausgebrochen. Sie trieben sich in der Einfriedigung des Zoos herum. Da Gefahr vorhanden war, daß die Wolfe in den nahen Wald flüchteten, wurde das Ueberfall- kommando alarmiert. Nach mehrstündiger Arbeit gelang es, zwei Wölfe wieder in ihren Zwinger zurückzutreiben, während der dritte in den Wald flüchtete. Der Wald wurde umstellt und systematisch abgesucht. Es gelang, den Wolf aufzustöbern' und durch einen wohlgezielten Schuß zur Strecke zu bringen.

Weiterbericht

Während sich über Nordwesteuropa ein starkes Hochdruckgebiet entwickelt hat, liegt das europäische Festland noch immer im Bereich einer ausgedehnten Tiefdruckzone. Sie gab am Dienstag auch in unserem Gebiet zu unbeständigerem Wetter mit strichweise recht ergiebigen Niederschlägen Anlaß und bedingt auch weiterhin Unbeständigkeit, wenn auch nicht durchweg unfreundliches Wetter.

VorhersagefürDonnerstag: Unbestän- big, mit zeitweiliger Aufheiterung, doch auch Neigung zu teilweise gewittrigen Niederschlägen, bei lebhaften Winden meist um Ost ziemlich warm und etwas schwül.

Vorhersage für Freitag: Noch immer unbeständig, doch nicht durchweg unfreundlich.

Lufttemperaturen am 20. Juni: mittags 14,3 Grab Celsius, abenbs 13 Grad: am 21. Juni: morgens 14,6 Grad. Maximum 18,6 Grad, Minimum heute nacht 12,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 20. Juni: abends 19,6 Grad: am 21. Juni: morgens 15,9 Grad. Niederschläge 6,6 mm.____________

Hauptschriftleiter l)r. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thy> riot. Verantwortlich für Politik und die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein (beurlaubt): i. V. Heinrich Ludwig Neuner; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlick für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A.V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preis­liste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.

Todes-Anzeige.

Walter Wurlitzer

aus Großen-Linden.

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Gießen, den 21. Juni 1939.

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Wir trauern um den guten Kameraden und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

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Unter Bezugnahme auf unsere Veröffentlichung vom 4. 3. 1939 an dieser Stelle und um Mißverständ­nissen vorzubeugen, weisen wir unsere landwirtschaft­lichen Abnehmer auf folgendes hin:

Gemäß § 9 der Tarifordnung für elektrische Energie vom 25. 7. 1938 sind jedem Abnehmer zwei Tarife mit verschiedenen Grundpreisen und verschiedenen Arbeitspreisen zur Auswahl anzubieten. Dies tourbe auch in dem Absatz 2 der Einführung in unserer Veröffentlichung vom 4. März ausgedrückt.

Hierin heißt es, daß der Landwirtschafts-Tarif und der Nachtstrom-Tarif vorerst zur wahlweise« Einführung vorgesehen wird, und daß jeder Abnehmer die Tarife selbst zu wählen hat, nach denen er in Zukunft elektrische Energie zuxheziehen wünscht, d. h., jeder Landwirt kann nach seinem Ermessen den neuen Landwirtschaftstarif annehmen oder den seitherigen beibehalten.

Von den verschiedenen vom Gesetzgeber vor­geschriebenen Tarifen mußte als erster bis jetzt lediglich der Landwirtschaftstarif L 8 fertiggestellt und der Allgemeinheit zur Kenntnis gebracht werden (vgl. III, Ziff. 1 unserer Veröffentlichung vom 4.3.39). Weitere Tarife sind gemäß den gesetzlichen Vor­schriften noch in Bearbeitung und werden ebenfalls veröffentlicht, wenn der Reichskommissar für die Preisbildung die Tarife daraufhin geprüft hat, daß sie sich in den vom Gesetzgeber gezogenen Grenzen bewegen.

Wie in Ziff. 4 des von uns veröffentlichten Land- wirtschaftstarifes angeführt, können die landwirt­schaftlichen Abnehmer mit mindestens 2,5 ha land­wirtschaftlicher Nutzfläche den Landwirtschaftstavs für sich beanspruchen, d. h., es besteht für sie kein Zwang zur Annahme dieses Tarifes. Dies gilt be­sonders für die unter 2,5 ha landwirtschaftlicher Nutz­fläche liegenden Abnehmer, für die der vorerwähnte neue Landwirtschaftstarif grundsätzlich überhaupt nicht in 'Frage kommt. Diese unter 2,5 ha fallenden Landwirte haben aber das Recht, auf besonderen Antrag (vgl. Ziff. 4 unserer Veröffentlichung vom 4. 3. 39) von dem neuen Tarif Gebrauch zu machen, wenn sie sich von einer Annahme dieses Tarifes be­sondere Vorteile versprechen.

Sämtliche landwirtschaftlichen Abnehmer können also nach wie vor ihren Strom zu den z. Z. noch gültigen Strompreisen beziehen. Erft mit Einführung ! der noch in Bearbeitung befindlichen vorerwähnten weiteren Tarife verlieren unsere seitherigen Tarife nach dem Willen des Gesetzgebers ihre Gültigkeit, und jeder Abnehmer hat alsdann das Recht, unter den Tarifen denjenigen auszuwählen, der für ihn am günstigsten ist.

Eine nochmalige Erläuterung des neuen Landtvirt- schaftstarifes mit praktischen Beispielen wird in den demnächst erscheinenden UWO-Nachrichten ($a.u/ mitteilungen des Ueberlandwerkes Oberhessen, Frrec^ berg) erfolgen. 4426U

Ueberlandrverk Oberhessen-^ Werbe-Drucksachen bei Brühl, Gießen