,Wie ein neuer Stoff
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,Die Deutschen in
Gießener Erinnerungen
1. 5.—16.5.
15. 5.-23. 5.
6 Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
5.
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6.
Nationalsozialistische
Kriegsopferversorgung
Kameradschaft Gieße«.
Allgäu, Pfronten Murgtal Bodensee Salzburg Schwarzwald Weinstraße
Prof. Dr. F e u l g e n: „ deckt wurde".
Prof. Dr. Rudolph:
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Im Anschluß an den Aufsatz „Vorbildlicher Dienst zum Wohle der Stadt Gießen, zum Gedächtnis an Gießens ersten Berufs-Bürger- und Oberbürgermeister Bramm" im „Gießener Anzeiger" Nr. 88, vom 15./16. April 1939, wird uns von einem angesehenen, jetzt im Ruhestand lebenden Gießener Schulmann u. a. folgendes geschrieben:
„Auch die Schulraumnot in den Volksschulen wurde zu seiner (Bramms) Zeit behoben oder zu beheben versucht. Von 1885 bis 1887 erstand das Haus der Stadtmädchenschule in der Westanlage (Altbau der heutigen Goetheschule mit 16 Klassensälen), und 1887 und 1888 wurde durch Schulvorstand und Baudeputation beantragt, für die Stadtknabenschule einen Neubau zu errichten. Am 17. Mai 1888 beschloß die Stadtverorüneten-Versammlung, diesen Anträgen zu entsprechen und bis 1891 auch für die Knaben-Volksschule einen Neubau zu erstellen. Bramm erlebte zwar die Fertigstellung dieses Hauses (bisherige Pestalozzischule am Wernerwall) nicht mehr, aber die für die Errichtung dieses Baues notwendigen Anträge und Beschlüsse wurden schon während der Dauer seiner Amtsführung gefaßt.
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Gießen erstellte in den ersten zwei Jahrzehnten nach dem Frankfurter Frieden nach dem Kriege 1870/71 für alle seine Schulden, die Universität eingeschlossen, im damaligen Sinne schöne und ausreichende Bauten (1876 Realschule, 1879 Gymnasium, 1880 Höhere Mädchenschule, 1881 Vorlesungsgebäude der Universität, 1887 Stadtmädchenschule, 1891 Stadtknabenschule). Die Bauzeit des letztgenannten Gebäudes hat ihre besondere Geschichte, nämlich Gründung des Nordost-Bezirksvereins im Januar 1889 und Brand der Turnhalle des Schulhauses im Juni 1891. Diesäs Haus ist für Tausende von Gießenern, die von 1891 bis 1939 in diesem Schulhaus im Unterricht ihrer acht Schuljahre, in der daran anschließenden Fortbildungsschule der Vorkriegszeit und im Knabenhort einen großen Teil ihrer Vorbildung für ihren späteren Beruf erhalten haben, ein Stück Heimat gewesen, namentlich dann, wenn das Elternhaus versagte. Nun hat es feine Bestimmung gewechselt. Fröbelseminar und Kaufmännische Berufsschule sind dort eingezogen. Mögen auch sie zum Segen von Volk und Vaterland in diesem Hause wirken."
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machte zwei kurze, ruckartige Verbeugungen hintereinander, was bei seiner kleinen, gedrungenen Figur reichlich komisch wirkte. Dann zahlte er, ergriff das inzwischen eingeschlagene Buch und verließ den Laden, nicht ohne vorher noch einen seelenvollen Mick auf Dina geworfen zu haben.
Hinter ihr kicherte es. Sie sah sich um. Fräulein Anna verdrehte gerade ihre munteren Augen, rocil Herr Giesebrecht gar so gefühlvoll dreingeschaut. „Fast jeden Tag ein Buch aus der Leihbibliothek und jeden zweiten Tag einen Philosophen, das kann kein Mensch verdauen", flüsterte sie Dina zu, wohl darauf bedacht, daß Fräulein Wolfram sie nicht hörte. „Und den ollen Nietzsche kaust der doch bloß, um vor Ihnen damit anzugeben."
„Aber Fräulein Anna", mahnte Dina lächelnd, „so dürfen Sie doch nicht über die Kundschaft reden. Haben Sie die Zettel alle eingeklebt?"
Anna vergewisserte sich durch einen Mick in Dinas Gesicht, daß der Tadel nicht allzu ernst gemeint war. „Bin gleich fertig", gab sie zurück. „Aber mit dem macht mir doch keiner was vor. Vorigen Sommer, wie ich eintrat, hat er egal gemeckert: dies Buch gefiele ihm nicht und das nicht, als ob wir sie alle selber schrieben. Aber seitdem er weiß, daß Sie das viele Geld geerbt haben, ist er wie Honig und Lakritzenwasser.
„Eine schauerliche Zusammenstellung", sagte Dina entsetzt.
„Haben Sie's mal probiert?"
„Um Gottes willen, nein!"
„Na also, ich sage Ihnen, genau wie der Giese- brecht, wenn man zuviel davon kriegt, zum —"
„Nun aber Schluß!" sagte Dina energisch, und Fräulein Anna verzog sich feixend in die hinteren Regionen. Aber etwas von ihren Worten war doch hängengeblieben. Dina dachte darüber nach, als sie sich abends wie immer in der kleinen Küche ihr Teewasser heiß machte. Sie hatte ihr möbliertes Zimmer beibehalten; es lag günstig zum Geschäft, und Frau Köhler war eine nette alte Dame und durchaus nicht das, was man häufig unter einer möblierten Wirtin versteht. Eine neue" Wohnung zu suchen, hatte wenig Zweck, da sie im Januar, wenn sie frei war, ohnehin auf Reisen gehen wollte.
Nein, äußerlich hatte sich für Dina wenig geändert, wenn auch manches ungewohnt war." Vor allem benahmen üch nun ihre Mitmenschen, seit die Nachricht von ihrer Erbschaft sich wie ein Lauffeuer verbreitet hatte, etwas merkwürdig. Sie hatte diese Erbschaft als Begründung ihrer" Kündigung kurz erwähnt, hatte keine Einzelheiten angegeben, keine Zahlen genannt, um so ungehemmter konnte die Fama sich also austobcn.
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Roman von Hedda Lindner Copyright by Carl Duncker Verlag, Berlin
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„Ganz sicher", erwiderte der Alte ruhig, „selbst, wenn sie verknackt wird, ist es immer noch besser für sie, als zu pfeifen. Sie weiß, daß ich ihr nach Möglichkeit helfe, und viel können sie ihr sowieso nicht tun; sie hat schon ihre Instruktionen bekommen. Du gehst vorläufig ruhig in deinen Laden zurück und wartest ab."
„Da steht der Meinete von der Polente", sagte der junge Mann.
„Laß ihn, er muß für sein Geld schließlich auch was tun", witzelte der Alte, was von dem Jungen, der übrigens in der Nähe längst nicht mehr so jung aussah, gebührend belacht wurde. „Du rührst dich nicht, bis du von Springer deine Befehle kriegst", wurde ihm nochmals eingeschärft.
„Springer hat Mordsschwein gehabt, daß sie ihn nicht geschnappt haben", murmelte der andere vor- sichtigt, denn sie kamen jetzt in Hörweite an Mei- neke vorbei.
„Aufgepaßt hat er, wie sich das gehört." Der Alte sprach in einem gleichmäßigen Tonfall, ohne die Stimme zu verändern und unterstrich seine Worte durch dozierende Handbewegungen. „Die Idioten glaubten wirklich, er würde in Dübendorf an der Spree auf sie warten. Wie er dem Zubringerauto an der verabredeten Stelle begegnete und keine Frau ihm bas, vereinbarte Zeichen machte, wußte er natürlich sofort, daß etwas schief gegangen war und richtete sich danach. So, da wären wir."
„Bleiben Sie in Berlin?" wagte der Jüngere zu fragen.
„Nee! Ich muß nach London und rauskriegen, wer die Anita verpfiffen hat. Werde mal den Messers vornehmen; der Junge stinkt schon lange."
Den andern überlief es unangenehm kühl. Er wußte, was der Ches unter „Vornehmen" verstand. Der leiseste Beweis gegen Messers, und er kam nicht wieder zum Vorschein, bis man eines Tages ein unkenntliches Etwas aus der Themse fischte. Der Chef war furchtbar, aber er bezahlte glänzend — und los kam man ja doch nicht wieder von ihm, dachte er resigniert, während er dem Alten nachsah^ der inzwischen die Sperre passiert hatte. An der Anita mußte ihm viel liegen, wenn er ihretwegen persönlich herkommt; sie ist bestimmt sehr tüchtig und weiß wohl auch am meisten.
Krankheitssymptome und Abhärtungssysteme werden ausgiebig besprochen. Die hier ausgebildeten Mütter sind befreit von übergroßer Aengstlichkeit, aber auch von sträflichen Leichtsinn ihren Kindern gegenüber. Aber auch ihrer eigenen Gesundheit wird gedacht, und die Lehrkraft des Mütterdienstes gibt ihnen hierfür ausreichende Ratschläge und Richtlinien. Jede deutsche Frau, die Mutter werden will, oder in anderer Weise mit kleinen Kindern zu tun hat, versäume nicht einen Kurs beim Deutschen Frauenwerk. Abt. Mütterdienst, mitzumachen.
Oberhessischer Gebirgsverein.
Der April zeigte sich der Wanderschar des "Zweigvereins Gießen des Oberhessischen Gebirgsvereins bei seiner 4. diesjährigen Wanderung am vorigen Sonntag von leidlich annehmbarer Seite. Die Wanderung führte diesmal vom Bahnhof Wetzlar aus zunächst nach Kloster Altenberg, wo nach kurzer Einkehr die Klosterkirche und das stattliche Hofgut
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BDM-u.ZM.-llntergau 116 Gießen
Betr. Führerinnentagung in Frankfurt.
Abfahrt ab Gießen am 21.4., O-Zug 12.34 Uhr oder Personenzug 11.20 Uhr. Treffpunkt für den Jungmädeluntergau: 13.45 Uhr Haus der Jugend, Frankfurt, Straßenbahnhaltestelle.
Die Ueberweisung des BDM.-Werkes Gießen findet nicht am 19.4., sondern am 24- 4. statt. Zur Ueberweisung der Jungmädel in den BDM. am 19. 4. tritt der BDM. um 20 Uhr an der Schlller- schule an, die Jungmädel um 19.45 Uhr am Brand- platz.
Die neuaufzunehmenden Mädel des Jahrganges 28/29 treten am Mittwoch, 19. 4., um 16.30 Uhr, am Brandplatz an.
Ueberweisung der Jungmädel in den BD21L
Heute findet um 20.30 Uhr in der Aula der Universität die feierliche Ueberweisung der Jungmädel in den BDM. statt. Die Obergauführerin Else Riese wird bei dieser Feier anwesend sein. Die Eltern der Mädel und Jungmädel sind hierzu herzlich eingeladen.
BDHL-®nippe 1/116 Gießen-Süd.
Am heutigen Mittwoch treten alle Mädel zwecks Ueberweisung der Jungmädel in den BDM. um 19.45 Uhr am „Hessischen Hof" in tadelloser Kluft an. Beurlaubungen sind nur an die Gruppenführerin zu richten.
Weitere Fahrten im Monat Juni, Juli, August und September sind noch frei und aus dem Jahresprogramm und den einzelnen Monatsheften zu ersehen. Nähere Auskunft sowie Anmeldungen Seltersweg 60.
polizeiverordnung über den Verkehr mit Frühlingslorcheln.
Um noch wirksamer als bisher die Gefahren auszuschalten, die sich beim Genuß der Frühlingslorcheln ergeben können, hat der Reichsinnenminister eine Polizeiverordnung erlassen. Danach müssen frische Frühlingslorcheln, die zum Verkauf eilgehalten werden, durch ein Schild deutlich als olche gekennzeichnet sein. Ferner muß in den Ge- chäftsräumen und Verkaufsständen an gut sichtbarer Stelle in der Nähe der feilgehaltenen Lorcheln ein Schild angebracht sein, das darauf hin- wyist, daß frische Frühlingslorcheln zur Verhütung von Gesundheitsschädigungen vor dem Genuß fünf Minuten lang gekocht werden müssen und daß das Kochwasser wegzugießen ist. Zuwiderhandlungen gegen die Polizeiverordnung werden mit Geldstrafe bis zu 100 Mark oder mit Haft bis zu zwei Wachen bestraft.
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Donnerstag, 11. Mm:
Prof. Dr. Vogel: „Aufgaben der Tierzüchtung zur Ernährungssicherung".
Prof. Dr Sessous: „Neuere Kulturpflanzen in ihrer Bedeutung für die deutsche Wirtschaft".
Prof. Dr. Rauch: „Kunstdenkmäler und Denkmalpflege in Hessen und im Mittelrheingebiet".
Prof. Dr. Fischer: „Die amerikanische Kultur des mittleren Westens in der Gegenwart".
Prof. Dr. Stade: „Neue Forschungen zur Geschichte der Chatten in früh geschichtlich er Zeit".
Freitag/ 12. Mai:
Prof. Dr. Eger: „Das Recht im täglichen Leben".
Prof. Dr. G o e tz e: „Wesen und Werden der deutschen Familiennamen".
Prof. Dr. W i l l e k e: „Aufgaben und Methoden der wirtschaftlichen Raumforschung".
Besichtigungen:
An den "Nachmittagen der genannten Tage finden Besichtigungsführungen mit erläuternden Vorträgen in einer Reihe von Human- und Deterinärkliniken, im Physikalischen, Chemischen, Geologischen und im Institut für Erb- und Rassenpflege, außerdem im Botanischen Garten, auf dem Oberen Hardthof und den Versuchsfeldern beim Unteren Hardthof statt.
Die Ludwigs-Universität in Gießen veranstaltet in der Zeit vom 8. b i s 1 2. M a i eine Hochschulwoche. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden am Montag und Dienstag, ferner am Donnerstag und F r e i t a g ber Deranstaltunaswoche Vorträge von zahlreichen Professoren des Gießener Lehrkörpers gehalten werden Zum Teil werden diese Vorträge zur gleichen Zeit stattfinden, jedoch sollen möglichst keine Ueberschnei- dungen erfolgen. Die Vorträge werden jeweils in den Abendstunden gehalten. Der Zutritt ist für jedermann offen.
lieber die Vortragsveranstaltungen liegen bis jetzt folgende Ankündigungen der Vortragenden und der Themata fest:
Montag. 8. Mai:
Prof. Dr. Scharrer: „Aufgaben der landwirtschaftlichen Chemie, Kampf um unsere Nahrungsfreiheit".
Prof. Dr. Dietz: „Wandel des Arbeitsrechts im neuen Reich".
Prof. Dr. Herzog: „Biologische Bedeutung der Gewebezüchtung" mit Filmvorführung.
Dienstag, 9. Mai:
Prof. Dr. v. Jaschke: „Die Bedeutung des Selbststillens im Kampf gegen die Säuglingssterblichkeit und die praktische Durchführung des Selbst- ftillens bei auftretenden Schwierigkeiten".
Prof. Dr. Weitz: „Was ist und was will die Chemie".
Hochschulwoche der Llniverfität Gießen
Zahlreiche Professoren sprechen über dringende Fragen unserer Zeit.
Oie Säuglingskurse
des Deutschen Frauenwerkes.
Gfs. Vor einigen Tagen hörte ich von einer jungen Mutter, ihre Kinder kämen aus Erkältung und Husten nicht heraus, die Wohnung sei kalt (wie viele andere Wohnungen auch), sie ziehe den Kindern' nachts 5 Jäckchen und 5 Wollhöschen übereinander an, die Kinder ließen sich aber nicht zugedeckt und blieben nicht unter der Decke!
Diese Mutter hat keinen Sä u gli ngsp siege kur s beim Deutschen Frauenwerk mitgemacht. Sie hätte hier die sachgemäße Behandlung ihrer kleinen Lieblinge als Kleinstkinder und als Heranwachsende Kinder in gesunden und kranken Tagen aufs eindringlichste vor Augen geführt bekommen. Mütter, die einem Lehrgang beigewohnt haben, werden sicher und ruhig in der Behandlung ihrer Kinder. Sie bekommen hier die richtigen Handgriffe beim Säugling gezeigt, die wichtige Ernährung wird erläutert,
Kriegsopfer zur Parade antreten um 10.15 Uhr, Ecke Artilleriekaserne-Sportplatz-Philosophenwald.
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Bdr.: Urlaubssahrlen und Seefahrten.
Im Gegensatz zu den Behauptungen, die uns dauernd zu Ohren kommen, veröffentlichen wir hiermit die „KdF."-Urlaubsfahrten, zu denen noch Anmeldungen angenommen werden. 2865D
Norwegen (Stefahrlen).
SF. 103 vom 10. bis 17. 6. 39, Teilnehmerpreis 65,—RM.
SF. 105 vom 19. bis 26. 8. 39, Teilnehmerpreis 65,—RM.
»Landfahrlen im Monat Mai.
besichtigt wurden. Don der Südterrasse aus bot sich ein prächtiger Ausblick in das Lahntal. Der weitere Weg führte durch Wald und schöne Wiesentaler empor. Von der Höhe des Hackenberges aus wurde ein schöner Ausblick auf die Berge des Taunus, wie auch auf den Dünsberg im Nordosten genossen. Die Mittagsrast wurde im nahen Berghausen gehalten. Dann wanderte man hinab in das Dilltal nach Aßlar, dem Ziel der Wanderfahrt. Der Ausflug stand im Zeichen des Frühlings, der ersten Blumen und Blüten.
Freier Nachmittag der Jugendlichen.
Infolge verschiedener Rückfragen in den letzten Tagen teilt die Deutsche Arbeitsfront, Kreiswallung Wetterau, Abt. Jugend, mit, daß der freie Nachmittag der Jugendlichen infolge eines in bie Woche fallenoen Feiertages, wie Karfreitag, Ostermontag, Führer-Geburtstag, Nationaler Feiertag des deutschen Volkes usw. unter keinen Umständen ausfallen darf, damit die Jugendlichen nicht benachteiligt werden. Es wird hierbei auf das Jugendschutzgesetz besonders hingewiesen.
Gemeinsame Arbeitstagung für Feiertagsgestaltung.
NS.-Sludenlenbund und KdF.
Der Nationalsozi alistische Studentenbund Gießen hält in Verbindung mit der Abteilung „Volkstum — Brauchtum" des Amtes „Feierabend" der NS.- Gemeinschast „Kraft durch Freude" in den Tagen vom 23. bis 30. April in Gießen im Studentenhaus am Leihgesterner Weg eine Arbeitstagung über artgemäße Feiergestaltung ab. Im Verlauf der Tagung sindet am Sonntag, 30. April, um 11 Uhr, eine öffentliche Morgenfeier und 15 Uhr eine öffentliche Schlußveranstaltung mit Gesang, Spiel und Tanz statt, zu der die Bevölkerung eingelctden ist.
Teilnehmer-Appell
zum Schaufenster-Wettbewerb.
Gestern abend trafen sich die zum großen Teil noch jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem diesjährigen Schaufenster-Wettbewerb zu einem Appell im Haus der Deutschen Arbeitsfront. Durch den Wettkampfleiter Steine! erhielten sie für die nunmehr beginnende Arbeit die letzte Ausrichtung, sie wurden hingewiesen auf den tieferen Sinn und den Zweck der Veranstaltung und aufgefordert, die eigene Leistung nach besten Kräften einzufetzen.
Die vielen Wettbewerbs-Teilnehmer gingen nun heute morgen an die Arbeit, um zu zeigen, was sie bisher gelernt haben. Und wenn das eiaene Schaufenster fertig ist, dann wird wohl von jedem einzelnen der Wettbewerbsteilnehmer geforscht werden, was wohl die „anderen" gemacht haben. Das letzte Urteil darüber liegt aber bei den Wettbewerbsausschüssen!
In diesem Jahre gelangen etwa zwanzig Ehrenurkunden für die besten Leistungen zur Ausgabe. Die Zahl der Ehrenurkunden wurde, entsprechend der größeren Teilnehmerzahl, gegenüber dem Vorjahre erhöht.
Wölkchen am Himmel.
„Sieh mal, Heinz, da hinten über den Bäumen das ulkige weiße Wölkchen! Anscheinend kocht da jemand sein Mittagessen! Guten Appetit!"
„Aber das ist doch ausgeschlossen, Ilse! Das Feueranmachen im Walde wird streng bestraft! Allerdings, das weiße Wölkchen sehe ich auch! — Du, ich glaube, der Wald brennt! Wir müssen helfen!"
„Ach, was geht das uns an? Wir können ihn ja doch nicht löschen! Komm, wir wollen weitermarschieren! In einer halben Stunde sind wir in Klaus- tat. Ich freue mich schon auf die kalte Milch!"
„Ilse, nun mach aber Schluß! Du bist doch ein kluger und anständiger Kerl! Der Wald ist wertvollstes Volksgut, das unbedingt geschützt und erhalten werden muß! Es ist unsere heiligste Pflicht, den Brand auf schnellstem Wege der nächsten Polizei- oder Forstdienststelle zu melden und uns selbst an den Löscharbeiten zu beteiligen, falls es verlangt wird! — Aber nun auf, marsch marsch! In fünf Minuten sind wir im Forsthaus!" —
E. F. (RAS)
Die Fluggäste stiegen ein, und der ältere Herr kletterte mühselig die kleine Treppe hinauf; dankbar nahm er oben die Hilfe eines Mitreisenden an, um sich gleich darauf schwerfällig auf seinem Sitz niederzulassen. Er war ein ausgesprochener Gelehrtentyp: buschiges, schwarzgrau-meliertes Haar, nicht sehr gepflegt, Spitzbart, Bxille 'mit leicht gefärbten Gläsern, gediegen angezogen. Er saß so, daß er die Einsteigenden beobachten konnte. Seine scharfen Augen waren gewohnt, alles in sich aufzunehmen; so entging ihm auch nicht die Dame, die so vertraut mit dem ersten Flugleiter zu sein schien.
Dina schüttelte Holk die Hand und stieg ein. Dann wurde die Tür geschlossen, die Maschine rollte ab, ging in eine große Kurve und brauste schräg zurück- kommend dem Starter entgegen. Holk blieb unbeweglich stehen, bis sie sich rasch in die Höhe schraubte. Dann erst ging er an seine Arbeit zurück.
Daß er diese Frau Wiedersehen wollte, stand fest für ihn. lieber das Warum gab er sich vorläufig noch keine Rechenschaft.
In Dinas äußerem Leben änderte sich zunächst nicht viel. Frühmorgens fuhr sie ins Geschäft, spät abends kam sie abgespannt nach Hause, denn jetzt vor Weihnachten gab es viel zu tun. Und nun stand sie auf der obersten Sprosse der Regalleiter. Als Hermine Wolfram in diesen hintersten Geschäftsraum kam und Dina schwanken sah, wurde sie ganz aufgeregt:
„Aber Frau Wegner! Es ist doch wirklich nicht nötig, daß Sie selbst auf die Leiter fteigen. Wo ist denn Fräulein Anna?"
„Fräulein Anna klebt Schilder in die n^uen Leih- dücher, und wenn sich der alte Zarathustra schon mal so hoch verstiegen hat, sehe ich nicht ein, warum ich ihn nicht herunterholen soll", lachte Dina von ihrer Höhe herab, während sie eifrig weitersuchte. .Herr Giesebrecht wartet auf ihn."
„Dann lassen Sie doch mich herauf", beschwor Fräulein Wolfram.
„Aber nein, da ist er schon!" Dina ergriff den gesuchten Band und kletterte gewandt die Leiter hinab. „Hoffentlich ist dem guten Mann vorn inzwischen die Zeit nicht lang geworden", sagte sie noch, während sie an Fräulein Wolfram vorbei in den Laden ging. „So, hier bitte schön! Sieben Mark fünfzig!"
„Viel Geld!" meinte Herr Giesebrecht und rückte seinen Kneifer zurecht; dabei sah er Dina an und nicht das Buch.
„Es ist ja auch viel Weisheit darin", lächelte sie zurück. ..Darf ich es einwickeln?"
„Selbstverständlich! Selbstverständlich! Werde sie doch nicht umsonst bemühen!" Herr Giesebrecht
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Die kleine Buchhandlung mit Leihbibliothek war die Filiale eines bekannten großen Unternehmens. Sie wurde von Hermine Wolfgang geleitet, einem älteren Fräulein, das keinerlei besondere Ansprüche an das Leben mehr stellte und wohl als Belohnung für langjährige Dienste auf diesen ruhigen und angenehmen Posten gesetzt war. Bei ihr war Dina vor ungefähr drei Jahren nach vielen aufregenden und bösen Erfahrungen wie in einem Hafen gelandet, und obwohl das Gehalt schmal war, war sie zufrieden, diese Stellung gefunden zu haben.
Abgesehen von gelegentlichem Andrang, wie jetzt vor Weihnachten, hatte sie nicht übermäßig viel zu tun und behielt also Zeit genug zu ihrer eigenen Weiterbildung. Die Bücher wurden bald ihre besten Freunde. Sie las viel und hatte ein vorzügliches Gedächtnis, so daß sie die Kundschaft bald beraten konnte und auf diese Weise eine wertvolle Kraft wurde. Außer ihr war noch Fräulein Anna im Geschäft, ein funges, schlaksiges, aber sehr aufgewecktes Ding, deren hauptsächlichste Tätigkeit in Botengängen zwischen Filiale und Hauptgeschäft bestand.
Nun war noch Fräulein Jürgen, ihre Nachfolgerin, hinzugekommen, die sie einarbeiten sollte und zu der Dina von Anfang an keine richtige Einstellung fand. Fräulein Jürgen wußte natürlich, warum ihre Vorgängerin ging; da sie selbst noch sehr viele Ansprüche an das Leben zu machen sich berechtigt fühlte, zeigte sie offenkundigen Neid. Ihr ständiges spitzes „Sie können es sich ja leisten!" und „Sie haben es doch nicht nötig!" fingen an, Dina gehörig auf die Nerven zu fallen. Bei Fräulein Wolfram zeigte sich die Veränderung in anderer Weife: sie war nicht neidisch, aber sie zeigte einen ausgesprochenen Respekt vor Dinas Reichtum. Es war ihr schrecklich, eine „Millionärin" — dazu hatte das Gerücht Dina inzwischen gemacht — als Angestellte arbeiten zu lassen; sie hatte jegliche Unbefangenheit verloren.
Die einzige, die sich nicht geändert hatte, war Anna. „Viel Geld zu haben, ist eine feine Sache", hatte sie gemeint, und damit war für sie die Angelegenheit erledigt. Sie fühlte sich durch das Konfekt, das ihr Dina von Zeit zu Zeit zusteckte, auch in keiner Weise bedrückt, währeist» Fräulein Wolfram verlegen wurde und Fräulein Jürgen es zwar großmütig annahm, aber zugleich durchblicken ließ, daß sie diese. Geschenke als Protzerei der Spenderin empfand. Da verlor Dina die Lust, ihre Kolleginnen durch Kleinigkeiten zu erfreuen, was ihr nunmehr sofort als Geiz ausgelegt wurde.
(Fortsetzung folgt.)


