(III
mJ
Abel.
uIW' ZS Deiommi Oer -öerDraucger in 08* u.
23. Oktober bis 19. November je 25^ EjL toff.elftärfemehl uiw.
>-h°
Sann
«Men
n Mei
otabttl
Ne
mierni
der Kinder von 6 bis 14 Jahren.
Berliner Uraufführungen
ar. - lü Dun Wlsgen
S,'
s
Zeit vom ‘ Sago, Kartoffelstärkemehl usw.
Die erfolgt die kaffeezuleilung?
Kaffee-Ersatz oder -Zusatzmittel werden auf bU Nährmittelkarte in folgender Form zuge> teilt:
1 bis 10 gibt es vom 23. Oktober bis 19. November je 25 g Nährmittel, ebenso auf die Abschnitte 11 bis 26 in der Zeit vom 6. bis 19. November. Aus 11, 12, 27 und 28 bekommt der Verbraucher in der
[ibt in die Mitte ge.
MM
auf die Zuckerabschnitte.
Kinder bis zu ...
Nli ®5ortj(
►Sie c
l-:
jfm ®
ITibrid) m Dl
schmecken. Die Suppe vom Feuer nehmen, evtl, mit Eigelb legieren oder die Milch zugeben und gehackt« Petersilie überstreuen.
Vielseitige Kartoffel.
äs gibt es
auf die neuen Lebensmittelkarten?
Büchertisch.
— Emil Witting: Frate Nicolae, der siebenbürgische Karpathenbär. Eine Lebensgeschichte. In Leinen 4,80 RM. Verlag Rütten & Loening in Potsdam. — Was uns Witting diesmal geschenkt, ist das Porträt des ausgewachsenen Bären in seiner ganzen Urigkeit, Wildheit und furchtbaren Kraft. Der wirkliche und wahrhaftige Roman eines gewaltigen Recken, dessen Werden, Leben und Verlöschen wir von seiner Felsenwiege bis zum Grabe vor unserem Auge sich vollziehen sehen in
§ itli Ut,
vom 6. November bis 19. November.
Die Denge ist aufgedruckt.
Ljuen i Kempei W L !Bi Eje ri Eie, t | ’M' U in r Mer lerere Win 2
I, M'
L und fcniine |r 8* ittrinql | Iahlo
Jin, ha M S«
125 g auf 13 vom 23. Oktober bis 19. November, 25 g auf 14 in der gleichen Zeit, je 125 g auf 29 vom 30. Oktober bis 19. November und auf 3d
14 w Argi ,1! M »e
Ad &
berg b. Leipzig. Preis göb. RM. 7,50 —260— Drö Uederfetzungen Henry von Heifelers sind ein wesem liches Stück seiner Lebensarbeit; nicht nur als Bo weife feinhörigen sprachlichen Nachschaffens, auch als Zeugnisse für das ost-westliche Mittlertum, dar dieser Dichter durch die ganze Art seines Daseim; ?;eübt hat. Wie er den Dramatiker Puschkin durch e'ine Nachdichtung den Deutschen offenbarte, so tut er hier an einigen hervorragenden russischen Ei' zählern. Zugleich wird ein Weg der russischen SeeL« — ein geheimer, von den Zeiten noch verschüttetsk — in diesem Buch erkennbar: vom klassisch gehlü« tenen Stil Turgöniews, durch den Rußland an einer europäischen Tradition teilnimmt, zu den grau« samen Aufhellungen, Verstörungen, Erschütterungen Dostojewskijs, und darüber hinaus in die ländlich weite, wundersam tiefe und wahre, von Humwc und Frommheit überglänzte Welt des großem Ljesiköw.
— Um Carl Maria von Weber und
einer Reihe herrlicher, mit der Wärme des echten Naturfreundes empfundenen, in wunderbar dichterischer Sprache geschriebenen Skizzen. Wir bangen um bas Schicksal der von ihrer Bärinmutter abgesprengten Jungen, freuen uns über die immer reichere Entfaltung des naturgewollt und am Beispiel sich entwickelnden Jnstinktlebens der Bärenkinder, begleiten Rauhbautz auf erfolglos-frühe Brautfahrt, sind erregt bei dem ersten selbständigen Einbruch des angehenden Bären in die Hürde und erschüttert im Anblick des Kampfes naturgehegter Urkraft des Hauptbären mit dem gewaltigen Stier, dem mutigen Beschützer der Herde.
— Lilly Gräfin z u Rantzau: „Der weiße Esel". Roman. Preis Ganzleinen 4 RM. Deutscher Verlag, Berlin. — Ein junger Mediziner aus baltischem Adel, der durch alle Entbehrungen des Werkstudententums hindurchgeht, nur von seiner experimentellen Arbeit besessen, und eine junge, vermögende Deutschamerikanerin, die ihn liebt, nicht, wie es zuerst scheint, aus Laune, sondern aus tiefstem Gefühl, und die nicht ruht, bis sie mit ihm verheiratet ist, das sind die Menschen, die in diesem Roman sich begegnen, sich vereinigen, sich entfremden, ourch einen tragischen Irrtum sich verlieren. Erschütternd ist ein Nebenmotiv: das der Mapie Staven, die in seelischer Wirrnis es unternimmt, die schöne und reiche Feindin zur Rechenschaft zu ziehen und durch die Zärtlichkeit der Rivalin entwaffnet wird.
— Josef Hofmiller. Franzosen. Verlag Karl Rauch, Markkleeberg bei Leipzig. Preis geb. RM. 7,50 — 259 — Josef Hofmiller hat sich in immer neuem Bemühen und leidenschaftlicher Hingabe mit dem Erfassen des französischen Schrifttums, seiner kritischen Untersuchung und Deutung beschäftigt. Der vorliegende Band umfaßt die großen Essays, die Hofmiller einzelnen Erscheinungen der Literatur des Nachbarvolkes und ihrer Gesamterscheinung widmete. Es bekundet sich in ihnen eine liebevolle Zuneigung, die bei aller Hingabe und Begeisterungsfähigkeit doch niemals sich in Abhängigkeit oder Frankophilie verirrt. Die Gesamtheit der hier gesammelten Arbeiten, insbesondere die umfangreichen „Bemerkungen zur französischen Literatur' nebst deren Ergänzungen aus dem Nachlaß bekunden deutlich, wie jedes einzelne feiner Urteile einer fundamentalen Sachkenntnis, einer überlegenen Bildung entspringt und zugleich — auch da, wo es für ihn nur Ablehnung gibt — immer durch eine echte Liebe zum Gegenstand (wenn auch zuweilen eine solche des enttäuschten Herzens) geadelt wird.
— Russische Erzähler, deutsch von Henry von Hei feier, Verlag Karl Rauch, Markklee-
Apselkartoffeln bereitet man aus rohe» Kartoffeln, die man schält und in Scheiben schneidet. Dann schält man ebenso viel Aepfel wie Kartoffeln, entfernt das Kernhaus, schneidet die Aepfel zu Ria. gen. Nun setzt man in einer geräumigen Pfanne Fett zum Feuer, schneidet auf je drei mittlere Kar. toffeln eine kleine Zwiebel hinein, mischt Kartoffeln mit den Aepfeln zusammen, gibt kleine Prisen Salz Pfeffer und Zucker daran, legt alles ins heiße Feh und läßt 35 Minuten unter öfterem Schwenken gardämpfen. Als Beilage — wenn es fein muß - eignen sich Seefisch koteletten dazu. Gertrud Abel.
Kartoffelpa st ete, die man aus den Resten von Rührkartoffeln herstellt, ist besonders schmack. haft. Man streicht dazu eine Backform mit Feil aus, füllt Boden und Rand mit einer gleichmäßigen Schicht des Kartoffelbreis, gibt in die - wässerte kleingeschnittene Heringsfilets, . , welche man weichgekochte Zwiebelringe legt un) spritzt ein dichtes Gitter von Kartoffelbrei darüber das man an den Kreuzungen mit Fettflöckchen belegt Gründlich durchbacken.' Als Ergänzung dazu Salat, besonders geeignet Bohnensalat.
Zweitens aber achte man auf die Unterbringung der Seife. Die soll hohl liegen, sodaß sie sich nie im Nassen befindet, sondern möglichst schnell ttock- net. Nasse Seife verwäscht sich um ein vielfaches schneller als ttocken gehaltene Seife, ohne daß sie auch nur eine Spur mehr Nutzen stiftet. Eine tief gerippte Schale oder eine solche mit Löchern, schließlich auch ein Netz sind als Seifenbehälter geeignet. Unansehnliche, unhandliche Seifenreste werden ent- weder zusammengeschmolzen oder in ein dünnes MullbeUtelchen gefüllt. Man kann aber auch solche Reste auflösen uyd in einem Fläschchen auf den Waschtisch stellen. Solcher flüssigen Seife bedient sich die Reichsbahn schon lange in ihren Wasch- räumen zur Zufriedenheit der Reisenden.
Gertrud
Heißer Quittentranf ist bei Halserkältungen vor- züglich.
Apfelmarmelade mit Quitten saft: Dickes Apfelmus von sauren Spätäpfeln wird je Kilo mit 600 Gramm Zucker vermischt und tüchtig gekocht, bis es bräunlich wird. Dann kommt, Dicksaft von Quittenschalen und Kernhaus (Rückstände von Quittenschnitzen, siehe oben!) dazu, der brausend vier Minuten mit durchgekocht wird, dann die Marmelade fast kühl rühren, um recht viel Dampf zu entfernen, eingefüllt und erkaltet zuge- bunben.
Wie sparen wir ©trumpfe?
Auf die richtige Behandlung kommt es an.
„Wenn nur die Strümpfe nicht so schnell kaputt gingen!" Dies ist ein Ausruf, den man von den Frauen gerade in diesen Tagen besonders zahlreich vernehmen konnte. Warum yaben eigentlich unsere Strümpfe meistens eine so kurze Lebensdauer? Weil sie in der Regel nicht richttg behandelt werden. Die Strümpfe verlangen nämlich Verständnis für die Webart und Maschenfestigkeit. Man darf keinesfalls mit ihnen achttos umgehen, weder mit den neuen Strümpfen noch mit den schon im Gebrauch befindlichen.
Besonders die neuen Strümpfe sind überempfindlich. Wenn man sie sofort anzieht, nachdem man sie gekauft hat, darf man sich nicht wundem, wenn sie schnell kaputt gchen. Neue seidene und kunstseivene Strümpfe sollen vor dem ersten Anziehen kurze Zeit durch lauwarmes Wasser gezogen werden. Das entfernt die Appretur und macht die Fäden elastischer. Uebrigens bekommen Strümpfe, die nicht vorgeweicht wurden, im Regen häßliche Flecke, abgesehen davon, daß sie sich nicht glatt überziehen lassen und Falten werfen.
Das dauernde Abgleiten der Maschen kann man verhindern, wenn man bei neuen Strümpfen unterhalb des Knies mit feinem Seiden- garn in der Farbe des Strumpfes den Faden ein paar Mal durchsteppt. Den Stich darf man natürlich nicht zu fest spannen. Wer trotzdem, vielleicht durch etwas starke Waden, an vielen Laufmaschen „leibet", sollte — und das sei besonders berufs- tätigen Frauen empfohlen — ein kleines Fläschchen Nagellack bei sich zu führen. Spürt man das geheimnisvolle Riefeln oder gibt es den gefürchteten Knacks, dann schnell die gefallene Masche lacken — sie läuft dann keinesfalls weiter.
Eine praktische Hausfrau, die immer Strümpfe Qnzuziehen hat, niemals die verpönten Berge von zerrissenen Strümpfen ober gar Riesenlöcher aufzuweisen hat, erzählte, daß sie jeden Abend vor dem Schlafengehen ihre Strümpfe nachsieht und kleine auftauchende Schäden sofort aus- bessert. Ein Rat, der befolgt, sich geradezu als wun- derwirkend erwiesen hat.
Wer dazu neigt, daß sich der Fuß schnell warm und feucht läuft, sollte sich zur Regel machen, feine Strümpfe jeden Abend leicht in Essigwasser durch- zuspülen, ohne reiben und kneten, dann im klaren Wasser schwenken, nachdem man vorher in leichtem Seifenwasser gewaschen hat. Ein Mal waschen mehr, schadet dem Strumpf nichts, dagegen ist das Tragen von hartgewordenen Strümpfen ungesund und diese sind dem Zerreißen wett mehr aus- gesetzt. Die Vorbedingung zur Strumpfwäsche selbst ist -lauwarmes Wasser; in heißem Wasser wird der Seidenfaden unnötig angegriffen und reißt dann leichter. Dor allem aber niemals Strümpfe lange Zeit im Wasser liegen lassen. So gepflegt, kann man die Lebensdauer der Strümpfe erheblich verlängern — eine Sparmaßnahme, die sich nicht nur am Geldbeutel erfreulich auswirkt, sondern die heute für jede Frau zur selbstverständlichen Pflicht geworden ist. L. P.
Aund um die Seifen-Schale. .
Achtungsvoll behandelt die Hausftau ihr Seifenpulver, ihre Kernseife bei der großen Wäsche. Leider hat sich die Toilettenseife noch lange nicht so -viel Aufmerksamkeit zu erringen verstanden; bescheiden liegt sie neben der Waschschüssel, neben der Badewanne und wird gedankenlos verschwendet. Besondere Maßnahmen im Umgang mit der Toiletten» seife? Daraus kommen nur wenige. Und doch gibt es eine ganze Menge kleiner Tricks, durch die man
Richard Wagner. Novellen. Verlag «Streifet & Schroeder, Stuttgart. Mit sechs Bildtafeln. 3in Leinen RM. 3,60 — (282) — Den beiden SanM' hingen musikalischer Novellen „Um Haydn mv Mozart" und „Um Vach und Beethoven" folgt M ein weiterer Band mit Erzählungen um zwei bet größten deutschen Musiker des neunzehnten IM' Hunderts: Der Lebensgang von Carl Maria von Weber führt auch über den deutschen Süden, i®3 er in Stuttgart als eleganter Kavalier ein in Saus und Braus führte. Der ungerechte M»' dacht, junge Burschen ihrer Soldat en pflicht entzogen zu Haden, führte zu feiner Verhaftung. Die Ur' tersuchung brachte zwar seine Unschuld zutage, führt» aber doch zur Ausweisung aus Württemberg. Iemr qualvollen Tage im Gefängnis reiften den funjp Sausewind zum ernsten Mann. In der Novelle Wende" zeigt M. Gerster diesen seelischen Uffy schwung. i Findeisen schildert in der kleinen „Aufforderung zum Tanz" die Entstehung diept berühmten Komposition in Klein-Hosterwitz. Rovm Hohlbaums Novelle „Damiels Ende" führt rn Berliner Kämpfe zwischen den Anhängern Italieners Spontini und des Deutschen Weber, mit dem Sieg des „Freischütz" enden. Berlioz ena* lich zeigt das groteske Ende eines Weber-Gegneru, dessen Gerippe die Wolfsschlucht als Gespenst v«- wahren muß. Zdenko von Kraft bringt zwei fpanncn Episoden aus dem Leben von Richard Wagm-' Hohlbaum zeigt den Flüchtling in Paris, wo „Tannhäuser" von Chauvinisten niedergepflllA wird. Karl Söhles biedermännische Erzählung heMge Gral" läßt die Wunder der PaLftÄ-MM vor weltfernen Menschen erblühen. i
MM v ist ei fte tro
Toilettenseife schonsam behandeln kann.
Als erstes Gesetz hat zu gelten: Niemals unter fliehendem, womöglich unter warmem Wasser ein» seifen, ganz gleich ob man sich die Hände wäscht oder habet. Das ftänbige Bespülen schmilzt von der Seife unverhältnismäßig viel fort und erweicht das Stück so, daß es sich weit schneller verbraucht, als es im trockenen Zustande der Fall ist. Wir waschen uns also nach folgendem Rezept: Wir feuchten die Hände. gut an, nehmen dann die trok- kene Seife, reiben damit so weit wie möglich die Hände ein, spülen schnell den Schaum von der Seife ab, schwenken die Tropfen von ihr und legen sie in die Schale zurück. Nun kann das Hände- waschen nutzbringend vor sich gehen. Baden wir mit dem Schwamm, so haben wir Meist eine gewisse Neigung, den «Schwamm derart einzuseifen, daß nachher die Seife kaum herauszubringen ist. Auch hier Mit Vorsicht zu Werke gehen! Wenn wir überlegen, daß bei einer Familie von vier Personen täglich 12 bis 15 Mal die Seife benutzt wird, so kann man ungefähr ermessen, wie groß schließlich die Einsparung ist, falls man sich jedesmal ein wenig in acht nimmt.
Tuen wir das diesmal auf ganz billige Art und Weise'! Dazu sollen uns nun die vier Ecken der Bettlaken dienen. Es ergibt sich meistens aus einer Ecke ein Trockentuch von 70 cm Länge und 60 cm Breite. Die Tücher werden nach dem Zuschneiden gesäumt und gebändert und können in der Küche für alle Zwecke Verwendung finden. M. L. L.
Empfehlenswerte Rezepte.
Einfaches Tomaten-Pilzgericht:500 Gramm Tomaten, 500 Gramm Pilze, 500 Gramm gekochte in Scheiben geschnittene Kartoffeln, Salz, gehackte Petersilie, Fett oder Speck zum Schmoren, 1 bis 2 Zwieoeln. Die vorbereiteten Pilze in Fett mit der feingehackten Zwiebel in eigenem Saft gar schmoren. T)ann etwas Wasser auffüllen, die in Scheiben geschnittenen Tomaten und zum Schluß die gekochten Kartoffeln dazu geben. Das Ganze nochmals kurz durchschmoren lassen und mit Salz und gehackter Petersilie abschmecken.
Pilzsuppe: 250 Gramm Pilze, 2 Eßlöffel Fett, 4 Eßlöffel Mehl, Salz, gehackte Petersilie, i r^ Liter Wasser. Nach Belieben ein Eigelb oder etwas süße Milch.
Pilze putzen, 4» bis 5mal waschen, fein hacken. Aus 2 Eßlöffel Fett und 4 Eßlöffel Mehl und Wasser eine Helle Mehlschwitze Herstellen, die Pilze hineingeben, 15 Minuten kochen, mit Salz ab-
«Schließlich sei noch klar gestellt, daß unter ben Begriff „Kinder bis zu 6 Jahren" Kinder bis zum vollendeten 6. Lebensjahr zu verstehen sind. Da; Ungleiche gilt für Kinder dis zu 14 Jahren. Ein BeS- nir spiel: ein 6jähriges Kind gehört in die Grupp'«
Die deutsche Versorgungslage gestattet es, bei der Durchführung des Kartensystems, für Lebensmittel für die Zeit vom 2 3. Oktober bis zum 19. Noll e m b e r 1939 eine Reihe von Verbesserungen durchzuführen. Die wichtigsten Aenderungen seien hier kurz zusammengestellt.
Kinder erhalten mehr Butter.
Die Monatsration an Butter für Kinder bis zu 6 Jahren ist von 320 g auf 450 g erhöht worden. Außerdem erhalten Kinder bis zu 6 Jahren zweimal je 125 g Kunsthonig, der einmal in der Zeit vom 23. Oktober bis 19. November und ein zweitesmal vom 20. November bis zum 18. Dezember 1939 zugeteilt wird, und zwar auf Einzelabschnitt F 3 der Reichsfettkarte.
Kinder von 6 bis 14 Jahren bekommen über die im übrigen unverändert gebliebene Ration hinaus noch für je zwei Wochen 100 g Marmelade, sowie für die Zeit vom 23. Oktober bis 19. November und vom 20. November bis 18. Dezember je 125 g Kunsthonig. Kunsthonig gibt es auf Abschnitt F 3, die Marmelade auf die hierfür vorgesehenen Einzel- ab schnitte.
Zucker zum Elnmachen.
Um den Wünschen der Hausfrauen entgegenzukommen, mehr Zucker für die Zwecke des Ein- machens bereitzustellen, ist angeordnet worden, daß auf die Reichskarte für Marmelade und Zucker an Stelle von 400 g Marmelade in vier Wochen 160 g Zucker bezogen werden können.
Mehr Buller stall Margarine.
Die Wochenrationen an Fett sind neu festgesetzt worden. Die wesentliche Aenderung besteht darin, daß an Stelle von Margarine mehr B u t» t e r zur Verfügung gestellt wird. Die Butterratton beträgt für sämtliche Verbrauchergruppen 112,50 g. An Margarine oder entsprechenden Fetten bekommt künftig der Normalverbraucher 93,75 g, der Schwerarbeiter 156,25 g, der «Schwerstarbeiter 218,75 g und. Kinder von 6 bis 14 Jahren 93,75 g. Dazu kommen für den Normalverbraucher 62,50 g «Schweineschmalz oder Speck ober Talg, für. Schwerarbeiter 125 g, Schwerstarbeiter 408,75 g. Wie üblich werden ferner 62,5 g Käse oder 125 g Quark an alle Verbrauchergruppen ausgegeben. Dafür wird im Interesse der Vorratswirtschaft für Margarinerohstoffe die Zuteilung an Margarine oder Pflanzen- ober Kunst» speisefett ober Speiseöl entsprechend vermindert.
Neu: Die Nährmillelkarle.
Die „Lebensmittelkarte" ist in „Nährmittelkart e" umgetauft worden. Aus ihre Abschnitte
Die Wintergarderode.
Jetzt geht es ans Richten her Wintergardewbe, und diesmal geht es. ohne Neuanschaffungen! Laßt uns mal unsere Truhen und Schränke gründlich durchsehen! Ach, so manches Stück fällt uns da in die Hände, das wjr schon als nutzlos weggele-gt hatten, das sich aber bei näherer Betrachtung noch gut verwenden läßt. Da ist zum Beispiel ein alter Pullover ober eine alte Strickjacke, die unmodern geworden ist und deren Farben schon recht verblichen sind. Wir trennen sie auseinander, ribbeln die Teile auf und wi'k- keln dabei das Garn über ein Brett ober ein Buch (Größe des Brettes etwa 25 cm). Wenn wir ungefähr 80 bis 100 mal herumgewickelt haben — nicht mehr, da das Garn sonst zu lange zum Trocknen braucht —, reißen wir den Faden ab und binden bie aufgewickelte Wolle an zwei Stellen zusammen. Dann wird das Wollgarn in einer schwachen Setfenlösung gewaschen und gründlich gespült. In dem letzten SpÄwasser hat man eine ,Aaltfarbe" aufgelöst, zieht die Wolle mehrere Male langsam hindurch, spült in Essigwasser nach und hängt die Wolle an einem luftigen Ort zum Trocknen auf. Die auf diese Weise wiedergewonnene Wolle ist wie neu und läßt sich herrlich zu einem notwendigen, brauchbaren Stück verarbeiten. Genau wie Wolle ist auch Seide beim Umarbeiten zu behändfln.
Auch viele, schon lange ausgediente «Strümp f e finden wir noch vor. Meistens sind die Füßlinge total hinüber; da machen wir bann eben aus zwei Paaren ein Paar gebrauchsfertig. Die Füßlinge werden abgeschnitten und als Schnitt benutzt, und zwar werden wir neue Füßlinge aus den meist noch recht guten oberen Teilen des zweiten Paares Strümpfe schneiden, und zwar so, daß die Spitzen den verstärkten doppelten Rand bekommen. Mit der Maschine nähen wir die Füßlinge zusammen und bringen sie bann mit der Hand kunstgerecht an die Längen. „Für das Haus" gchen diese «Strümpfe noch immer.
Ja, und dann liegen da noch immer ein paar alte Bettlaken; es find reinleinene Tücher, häufig noch von Mutter oder Großmutter selbst gesponnen. Bis auf die vier Ecken, die noch sehr gut sind, läßt sich nicht mchr viel mit den Tüchern anfangen. Aber wir müßten ja eigentlich ein paar Trockentücher ober W i s chtücher ergänzen.
Die Spielzett, die im ersten Kriegsmonat etwas zögernd begann, ist jetzt im vollen Gange. Drei Uraufführungen in wenigen Tagen; zuerst Hauptmanns neues Drama im Staatlichen Schauspielhaus, dann zwei weitere Uraufführungen an aufeinanderfolgenden Abenden. Das Renaissance- Theater hat sich mit Fritz Schwieferts Theaterstück „Die große Komödiantin" einen lange anhaltenden Serienerfolg erspielt. Der Titel verrat, worum es geht: um Anfang, Aufflug und Ruhm der Schauspielerin Anna Dürnstedt, um das beliebte „Theater im Theater". Die bekannten Theaterrequisiten werden aufgebaut, der Bühnenraum „hinter den Kulissen", die Garderoben und Boudoirs der Diva, Jntendanturzimmer und Probebühne der Wiener Hofburg. In diesem Rahmen, der schon um seines Milieus willen immer gefällt, läßt Schwiefert (der Autor von „Marguerite : 3") heftiges Theater los. Im ersten Teil, wenn die angftbebenbe Debütantin auf die Bühne gezerrt wird, wenn sie sich mit ihren Liebhabern balgt und ihren eigenen Selbstmord vorspielt, schlägt es ins Lustspielhaste, am Ende aber wird's schwer und ttagisch, wenn die Künstlerin sich anschickt, als Phädra auf die Bühne zu treten, tränenden Auges, weil sie eben die Nachricht vom Tode ihres Freundes erfahren hat: der sentimentale Bajazzo-Effekt, mit dem das Theater-Sluck angemessen enbet. Diese Anna ist, der Leser ahnt es schon, eine Bombenrolle, die eigens für Hilde Hildebrand geschrieben zu sein scheint. Dazu eine von Direktor Alfred Bernau ausgezeichnet aeleitete Aufführung, und die Begeisterung der Zuschauer ist unbeschreiblich.
♦
In eine ganz andere Welt führt Franz Streichers Schwank „Der verkaufte Großvater", der im Theater in der Saarland st raße herauskommt. In einen naturali- stifch-bayerischen Bezirk konstruiert der Autor eine schwankhafte Handlung, die an Unwahrscheinlichkeiten und Unklarheiten nicht eben arm ist. Man muß sich schon damit abfinden, daß der Haslinaer dem Kreithofer den nichtsnutzigen Großvater für bare tausend Mark abkauft, um sich nach dem Tode des Alten feine zwei Häuser zu erschleichen. Es gibt ein Hin und Her von List und Gegenlist, bäuerlicher Gaunerei und großväterlicher Durchtriebenheit, bis Großvater schließlich als rächender Richter dasteht, der die Guten belohnt, die Bösen
! *
>£ in*
! 1
■ < if5 b?nl
»in
111*1(11 ■* Lt#
bessert und nebenher noch eine Verlobung zwischen den Kindern der verfeindeten Hose stiftet, womit denn alles zum vorschriftsmäßigen guten Ende gediehen wäre. Eugen Klopfer stimmt die Aufführung auf derbes Volksstück ab, Josef Sieber spielt den verschmitzten Großvater mit schmunzelnder Laune, der Beifall ist stark.
♦
Während in den Hauptstädten anderer kriegführender Länder der Theaterbetrieb stockt, sind auch im verdunkelten Berlin die Vorstellungen ausgezeichnet besucht, weil hier immer noch vorzüglich Theater gespielt wird. Zwei Ereignisse von vielen seien mit wenigen Worten vermerkt. Im Kleinen Haus des Staatstheaters gibt es unter Leitung des jungen Spielleiters Ulrich (Erfurt!) eine wundervoll graziöse und tändelnd beschwingte Aufführung von Lope de Vegas Schelmenkomödie „D e r Ritter vom Mirakel", deren Helden, einen abenteuernden Aufschneider und Don Juan, Viktor de Kowa mit jungenhafter Ausgelassenheit und bestrickender Eleaanz darstellt. Mit dem Ergebnis, daß die Vorstellungen schon im voraus ausverkauft sind. Den gleichen Erfolg verzeichnet das Deutsche Theater, wo Heinz Hilpert eine wirklich klassische Einstudierung von Shakespeares „W a s Ihr wollt" zergt, die die beiden Teile des Lustspiels — die zarte Liebeskomödie und die derben Narrenszenen — zu einer wundervoll klingenden Harmonie vereinigt. Gisela v. C o l l a n d e und Eva Lifsa, Otto Wernicke, Wilfried S e y f e r t h , Paul Dahlke sind Hauptdarsteller. Zwei Aufführungen, die den Menschen aus dem Ernst einer harten Zeit in jene Bereiche der Kunst erheben, die vom Licht der Heiterkeit und Daseins- freude erfüllt sind.
Gerhard Bohlmann.
Vom Verbraucher wird dankbar begrüßt werden, daß in Zukunft bie einzelnen Tt engen, L^] die auf die Teilabschnitte bezogen werden können, auf gedruckt sind. Nur bei der „Nährmittelkarte' j (also der bisherigen Lebensmittelkarte) wird dou einem solchen Aufdruck abgesehen, weil die Arten ^ble und Mengen der Lebensrnittel von Fall zu Fall, |n entweder für das ganze Reichsgebiet, oder je naq X (ejt der Dersorgungslage getrennt. für die Bezirke der ejne Ernährungsämter beEanntgegeben werden. EL
Ferner ist zu beachten, daß auf der Reichs« Miluc
fclijos, ; Ms
05 Ml
* Men
fleisch karte für Kinder bis zu 6 Jahren o vier weitere Abschnitte mit den Ziffern 1 bis 4 erscheinen, auf die jedoch Zuteilungen noch vorbs« U m(r halten bleiben. Auch bei ben Reichsfettkart en ( für Äinb-er bis zu 6 Jahren und für Kinder bl;
zu 14 Jahren sind vier neue Einzelabschnitte F 1 ; bis F 4 erschienen, von denen F1 und F 2 für Kin
der von 6 bis 14 Jahren zum Bezug von 100 i $ un(., Marmelade berechtigen. Auf die übrigen Abschnitt ^2 bleiben Zuteilungen Vorbehalten.
Die Reichskarte für Marmelade un b JcLJ Zucker enthält den Hinweis, daß der Verbraucher entweder 400 g Marmelade, oder 160 g Zucker nach seiner Wahl beziehen kann und dementsvrechen.b entweder den Bestellschein 1 für Marmelaoe, ober den Bestellschein 2 für Zucker abzugeben hat. Bs- stellschein 3 dient für den Bezug von 1000 g Zucker


