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folgten Ernennung zum Oberbefehlshaber ©nippe 2 in Staffel wurde List nach der Wiedervereinigung Oesterreichs im März 1938 Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos 5 (Wien).

Der militärische Schuh Böhmens und Mährens.

Ständige Standorte im deutschen Siedlungsgebiet.

Berlin, 17. April. (DNB.) Der Oberbefehls­haber des Heeres, Generaloberst v. B r a u ch i t s ch , hat gemäß dem Erlaß des Führers zur Eingliede­rung Böhmens und Mährens ins Reich, wonach das Deutsche N.eich den militärischen Schutz der Länder Böhmen und Mähren übernimmt, nähere Anordnungen getrof­fen. Hiernach ist im Protektorat Böhmen und Mäh­ren eine ständige Belegung mitTruppen- teilen des Heeres unter Wahrung der Terri­torialhoheit des Protektorates vorgesehen. Truppen des Heeres werden in ständigen Standorten, in dem deutschen Siedlungsgebiet in-1

nerhalb des Protektorates untergebracht. In über­wiegend tschechischen Sprachgebieten wer­den sie in gewissen Zeitabschnitten a u s ge­wechselt.

Der Oberbefehlshaber des Heeres hat dem Ober­befehlshaber der Luftwaffe sowie dem Reichs­führer jf und Chef der deutschen Polizei seinen Dank ausgesprochen für die Leistungen der dem Heere unterstellten Telle der Luftwaffe, der ff» Verfügungstruppe und der Polizei anläßlich des Einmarsches in Böhmen und Mähren und für die kameradschaftliche Zusammenarbeit. Ferner hat Ge­neraloberst von Brauchitsch ein Schreiben an den Stellvertreter des Führers gerichtet, in dem er für die Unterstützung dankt und besonders die schnelle Einsatzbereitschaft der Gliederungen der Partei, vor allem der SA. der Grenzaaue, der NSV. und des Hilfszuges Bayern hervorhebt. Dank und Anerken­nung hat der Oberbefehlshaber des Heeres auch den Reichsbehörden und unterstellten Dienst­stellen, insbesondere dem Zollgrenzschutz, aus­gesprochen, die das Heer bei der Durchführung der vielseitigen Aufgaben während der militärischen Ver­waltung des Protektorates tatkräftig unterstützt haben.

Wachsende Opposition gegen Roosevelts Kriegshetze.

Washington, 18. April. (DNB.-Funkspruch.) Die Berliner Ankündigung, derzufvlge der Führer den Reichstag einberufen hat, um Roosevelt die Antwort zu erteilen, war das große Ereignis des Montag. Die Kriegshetzer machen allerdings lange Gesichter, denn es wäre ihnen lieber gewesen, wenn sich ihreVoraussage", der Führer werde die Rooseoeltsche Herausforderung unbeachtet lassen, erfüllt hätte. Ihre Absicht ging ja dahin, die An­hänger der Jsolierungspolitik, deren Haltung in den letzten Wochen etwas schwankend geworden war, endgültig auf ihre Seite zu ziehen. Die Absicht wird sich jetzt nur ziemlich schwer verwirklichen lassen.

Der Republikaner Hamilton Fish, der zu den Isolationisten" gehört, die Roosevelt durch seinen heuchlerischenFriedensschritt" mundtot machen wollte, erklärte am Montag im Abgeordnetenhaus, er bezweifle, ob RooseveltsFriedensappelle" mehr als eine sensationelle Geste bedeute. Roose^ velt habe vorher die autoritären Staaten alsVan­dalen" undGangster - Nationen" bezeichnet, und das schließe jede Annahme von ihm kommender Friedensoorschläge aus. lieber ein Jahr lang hätten Roosevelt und sein Kabinett Hitler und Mussolini in heftiger und pro­vozierender Sprache angegriffen. Zum ersten Male in der amerikanischen Geschichte erlaube sich die Außenpolitik der Vereinigten Staaten Drohungen und Angriffe auf die Regierungssormen und die Oberhäupter ftemder Nationen. Dies stelle ein erstaunliches Abweichen von der ame­

rikanischen Ueberlieferung dar und habe im Inland wie im Ausland Kriegshysterie rzeugt. Er sei überzeugt, sagte Fish, daß England und Frankreich schon lange auf friedlichem Wege ein Abkommen erzielt hätten, wenn Roose­velt sich nicht in die europäischen Dinge ein- ge mischt hätte, indem er England und Frank­reich glauben machte, Amerika werde sich für sie einsetzen.

Auch General Johnson erklärte, Roosevelt ver­letze die Monroedoktrin, deren erster Satz laute: Amerika wolle sich nicht in europäische Kri­sen mischen. Was Roosevelt jetzt sage, bedeute aber, daß er sich das Recht anmaße, nach Belieben in Europa einzuschreiten, aber jede Einmischung Euro­pas in die Verhältnisse Amerikas mit Gewalt be­kämpfen wolle.

Vor dem Außenausschuß des Abgeordnetenhauses, der die Vorschläge Zu einer Aenderung des Neu­tralitätsgesetzes berät, wandte sich der frühere Prä­sidentschaftskandidat Norman Thomas gegen den Antrag, den Präsidenten zu ermächtigen, die An­greiferstaaten zu bestimmen und wirtschaftliche Sank­tionen anzuwenden. Thomas erklärte, Amerika habe kein Recht, einen Wirtschafts- friegin Aussichtzu nehmen, außer es erwarte einen militärischen Krieg. Er befürwortete dann ein Handelsverbot für Waffen und bestimmte Rohstoffe, das in Friedenszeiten gelten soll.

Gebührende Abfuhr in Italien.

R. G. Rom, 17. April.

Die Botschaft des Präsidenten Roosevelt findet auch in der römischen Presse eine ausgesprochen ablehnende und ironische Aufnahme. Sie wird hier politisch als ein weiteres Glied in der Kette der zweifelhaftenInitiativen" angesehen, die seit den Zeiten des Präsidenten Wilson Europa habe über sich ergehen lassen müssen. Man bemerkt hier, daß auch diese neue Botschaft aus dem Westen ihren geistigen Ursprung da habe, wo alle ihre Vor­läufer sie gehabt hätten, in den Einflüssen der Pluto- fratie und in den Ideologien des Wilsonschen Kate­chismus. Damit wird in römischen Kreisen auch schon zum Ausdruck gebracht, daß die Botschaft in hohem Maße Ausdruck innerpolitischer ame­rikanischer Bedürfnisse ist, d.h. von den Bedürfnissen eines Mannes diktiert worden fei, der demnächst wieder gewählt zu werden wünsche.

Heber die außenpolitische Bedeutung gibt sich Rom keinem Zweifel hin.Messaggero" bringt das mit folgenden Worten zum Ausdruck: Wir laffen uns nicht täuschen von den beredten Worten des Präsidenten. Die Botschaft Rooosevelts ist ein Akt, der in den weitge­spannten Kriegsplan gehört, den seit einiger Zeit die Demokratien gegen die nichtbesitzen­den Nationen in Bewegung setzen. Die unmittel­baren und zukünftigen Rückwirkungen der Botschaft sind nicht schwer zu begreifen für den, der die per­sönliche Politik Roosevelts seit zwei Jahren ver­folgt hat. Wer wüßte und sehe nicht, daß es der Aufmarsch der Vereinigten Staaten zugunsten eini­ger europäischen Nationen im Falle eines Konflikts ift? Wenn aber die Absichten Roosevelts wirklich die wären, die er zum Ausdruck bringt, so würde er seine Vorschläge nicht einem öffentlichen Doku­ment anvertraut haben, das die Empfänger durch die Zeitungsageyturen früher erfahren haben als auf dem normalen Wege der Diplomatie. Die Ein­kreisungspolitik, die die europäischen Demokratien gegen die autoritären Mächte betreiben, findet in der Politik Roosevelts Ermutigung."

Giornale d'Jtalia" faßt die italienische Haltung zu der Erklärung des Präsidenten Roosevelt in vier Punkten zusammen. Im Punkt 1 erklärt Gayda: Italien kann Roosevelt kein moralisches Recht und keinen politischen Rechts­titel einräumen, in den europäischen Streitigkeiten zu intervenieren. Für Italien bedeutet Roose­velt nicht das ganze Amerika. Italien wünscht im Gegenteil seit längerer Zeit, diesen Mann, den die Geschichte unter die unheilvollsten Persönlichkeiten einreihen wird, von der Masse des amerikanischen Volkes, das er mit seinen wahrhaft diktatorischen und unkontrollierten Handlungen tyrannisiert, isoliert zu betrachten." Weiter heißt es in Punkt 2, die Erklärung Roosevelts enthülle sich nur als ein neues, aber schlecht berechnetes Manö­ver. Roosevelt habe sich vor allem inder Ad resse geirrt. Indem er sich nur an Deutschland und Italien gewandt habe, enthülle er das Manöver, diese beiden Mächte in Europa moralisch und poli­tisch isolieren zu wollen. Unter Punkt 3 schreibt Gayda:Aus dem seltsamen Verzeichnis der Länder, denen Deutschland und Italien ihre Ga­rantie versprechen sollen, wird ersichtlich, daß Roose­velts Manöver nur den Zweck verfolgt, den Ein­druck einer kolossalen Bedrohung der­jenigen Mächte zu erwecken, die in der einen oder anderen Weife an der großen Einkreisung der inter­nationalen Plutokratien (gegen Deutschland und Italien) teilnehmen sollen." In Punkt 4 heißt es:Das Manöver Roosevelts weicht aber auch dem aus, was in der Zusammenfassung die lebenswich- tigen Probleme der beiden Staaten sind. Es spricht zwar von Abrüstung und Neuordnung der Welt­wirtschaft, läßt aber das dritte und h a u p t säch- l i ch st e Problem vermissen: die Gleichheit der moralischen Rechte. Das Dokument ist nur eine Karte mehr, welche die Vereinigten Staaten in das europäische Feuer werfen, um die Flamme zu schüren, ohne die Folgen er­messen."

pariser Geschäftigkeit.

E. F. Paris, 18. April.

Die Einberufung- des Reichstags auf den 28. April bildet am Montag die Sensation der Pariser Nach­mittagspresse. Wie vor jeder großen Rede des deut­schen Reichskanzlers ergeht sich die Pariser Presse auch diesmal in mehr oder minder vagen Kombi­nationen darüber, was Adolf Hitler erklären werde. Dort, wo man die Gedankengänge der französischen Außenpolitik wiedergibt, begnügte man sich mit der Feststellung, man habe einen neuen Zeitge­winn erlangt. Anscheinend meint man damit einen Zeitgewinn für die Fertigstellung der von Frankreich und England eingeleiteten Einkreisungs­politik gegen Deutschland in Südost-Europa. Darauf läßt auch die eindeutige Feststellung im halbamt­lichenTemps" schließen, der sagt, der Abschluß der von Frankreich in Südost-Europa vorbereiteten Bündnisse müsse weiter betrieben werden. Trotz oller geflissentlich zur Schau getragenen Zuversicht in dieser Hinsicht kann man nach wie vor keine Einzelheiten über den Charakter der Sowjetrußland hierbei zugedachten Rolle erfahren. Man gibt zu, daß die Modalitäten des sowjetrussischen und türki­schen Beistandes an Polen und Rumänien immer noch nicht endgültig festgesetzt werden konnten, weil Polen und Rumänien weiterhin Bedenken zu haben scheinen. Es wird für möglich gehalten, daß erst die Besprechungen des rumänischen Außenministers

G a f e n c u in Paris vom 26. bis 28. April eine Klärung in diesem oder jenem Sinne bringen werden.

Ministerpräsident Dalodier hat für Dienstag« vormittag einen Ttini ft errat einberufen. Der Ministerpräsident soll weitere Verordnungen zur Verstärkung der nationalen Verteidigung ausgear­beitet haben, die nun vom Ministerrat gebilligt werden müssen. Zweifellos wird sich Daladier auch über die außenpolitische Lage äußern. Er hat am Montagnachmittag eine Besprechung mit dem ame­rikanischen Botschafter Bvllit über die Initiative Roosevelts und ihre Aufnahme in Deutschland und Italien, gehabt. Auch hat Daladier mit Finanzmini­ster R e y n a n d wirtschaftliche und finanzielle Fra­gen besprochen, deren Verknüpfung mit der außen­politischen Lage immer enger werde. Schließlich hatte Daladier eine Besprechung mit Außenminister Bonnet über die internationale Lage.

Französische Seeflreitkräfte in Gibraltar.

London, 18. April (Europapreß.) Die fran­zösischen Seestreitkräfte, die sich in Gibraltar auf- hatten, wurden am Montagoormittag durch zwei F l o t t i l l e n - F ü h r e r s ch i f f e und einen Zer­störer verstörkt. Zwei oder drei weitere fron-

Die deutsche Gerichtsbarkeit im Protektorat Böhmen und Mähren.

Berlin, 17. April. (DNB.) Nach dem Erlaß des Führers über das Protektorat Böhmen und Mähren unterstehen die deutschen Staats­angehörigen im Protektorat deutscher G e- richtsbarkeit. Neben der deutschen Gerichts­barkeit bleibt die Gerichtsbarkeit des Pro­tektorats, das im Rahmen feiner autonomen Verwaltung seine Hoheitsrechte selbst ausübt, u n - berührt, soweit ihr nicht Interessen des Reiches entgegenstehen. Der Reichsminister der Justiz hat gemeinsam mit dem Reichsminister des Innern den Aufbau der deutschen Gerichte im Protektorat ge­regelt und ihre Zuständigkeiten gegenüber den Ge­richten des Protektorats abgegrenzt. Danach wer­den das deutsche Oberlandesgericht Prag, die deutschen Landgerichte Brünn und Prag und 12 deutsche Amtsgerichte nach den im Reich geltenden Vorschriften verwaltet und Recht sprechen im Namen des deutschen Volkes.

Für die deutschen Staatsangehörigen im Pro­tektorat gilt das deutsche Strafrecht; ihre Straftaten werden von den deutschen Gerichten ver­folgt. Die Straftaten aller anderen Personen, also auch der Ausländer und der Staatenlosen, wer­den von den Gerichten des Protekto­rats nach dem Strafrecht des Protektorats ge­ahndet. Nicht deutsche Staatsangehörige unter­stehen der deutschen Gerichtsbarkeit, wenn sie, eine Straftat begehen, die gegen d i e Inter­essen des Reiches im weitesten Sinne gerich­tet ist, z. B. einen Hochverrat oder Landesverrat, I

eine Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Ge­setze, eine Beschimpfung des Reiches oder der NSDAP., ober wenn sich die Tat gegen die Wehr­macht ober gegen den Träger eines deutschen Amtes oder eines Amtes der NSDAP, richtet, ferner wenn sie einen erpresserischen Kindesraub oder einen Straßenraub mittels Autofallen begehen, wenn big Tat in einem deutschen Dienstgebäude begangen ist, oder ein deutscher Staatsangehöriger gegen sie eine Privatklage, z. B. wegen Beleidigung, Körper­verletzung, erhebt.

In bürgerlichen Rechts st reitigkeiten ist die deutsche Gerichtsbarkeit begründet, wenn an dem Verfahren ein deutscher Staatsangehöriger als Partei beteiligt ist. Exekutions-, Konkurs- und Aus­gleichsverfahren gehören zur deutschen Gerichtsbar­keit, wenn der Verpflichtete, der Konkursschuldner oder der Schuldner, der den Ausgleich beantragt hat, deutscher Staatsangehöriger ist. Schließlich ist die deutsche Gerichtsbarkeit im Verfahren der frei­willigen Gerichtsbarkeit begründet, wenn das an­zuwendende Recht davon abhängt, welche Staats- angehöriakeit die an dem Verfahren beteiligten Per­sonen besitzen, und diese Personen deutsche Staats­angehörige sind. Hierhin gehören namentlich Dor- mundschafts- und Nachlaßsachen, nicht aber z. B. Grundbuchsachen. In solchen Rechtssachen, die den Personenstand einer Partei betreffen, namentlich in Ehesachen, erstreckt sich die deutsche Gerichtsbarkeit auch auf Ausländer und Staatenlose.

zösische Zerftörer werden im Laufe des Montagabends erwartet. Insgesamt werden sich dann die beiden SchlachtschiffeBretagne" undLorraine" (beide 22 OOO Tonnen), die Flottillen-Führerschiffe Audacieux" undVolta", die vielfach als leichte Kreuzer angesprochen werden, sowie fünf oder sechs Zerstörer im Hafen von Gibraltar befinden. Nach­dem der englische SchlachtkreuzerR e p u l s e" Gibraltar am 13. April verlassen hat, befinden sich nun abgesehen von kleineren Hilfsfahrzeugen keine englischen Kriegsschiffe im dortigen Hafen.

Chamberlain wieder in London

Bor einer neuen NnLerhaus-Erklärung.

abs. London, 17. April.

Ministerpräsident Chamberlain ist in Be­gleitung seiner Gattin am Montagmittag von Windsor nach London zurückgekehrt, wo er an einem Gedächtnisgottesdienst für den ver­storbenen australischen Ministerpräsidenten Lyons teilnahm. Vor seiner Abfahrt von Windsor hatte der Ministerpräsident noch eine längere Unterredung mit dem König und dem amerikanischen Bot­schafter Kennedy. Dabei sollen die Pläne für die Amerika-Reise des Königspaares besprochen worden sein. Unter den Gästen des Königs auf Schloß Windsor während des Wochenendes befand sich auch der Sohn des amerikanischen Präsidenten, James Roosevelt, der mit dem amerikanischen Botschafter Kennedy noch bis Montagnachmittag auf Schloß Windsor verblieben ist.

Der sowjetrussische Botschafter Maiski sprach amMontag im Foreign Office vor, wo er in Abwesenheit viM Lord Halifax von dem Leiter der Abteilung Nord- und Nordosteuropa C o l l y e r empfangen wurde. Wie von gut unterrichteter Seite verlautet, wird sich Maiski in den nächsten Tagen nach Moskau begeben, um feiner Regierung Bericht über die in London geführten Gespräche zu erstatten. Ein weiterer Besucher im Foreign Office war der französische Botschafter Corbin. Das Unterhaus tritt am Dienstag wieder zusammen. Ministerpräsident Chamberlain wird auf Anfrage der Opposition vermutlich eine kurze Erklärung über die internationale Lage abgeben. Nachdem bereits in der Montagnachmittagspresse diesbezüg­liche Meldungen aufgetaucht waren, stellt Preß Association jetzt die kuppe Behauptung auf, R u - mänien sei jetzt bereit, den Durchmarsch sowjetrussischer Truppen zu gestatten. Die Bearbeitung der Türkei durch die englische Diplomatie wird mit aller Hartnäckigkeit fortgesetzt um der Türkei einen Garantievertrag nach bekann­tem Muster aufzudrängen. Don den türkischen Er­klärungen, daß die Türkei auch ohne fremde Hilfe in der Lage sei, sowohl ihr Gebiet als auch die Sicherheit ihrer Meerengen zu schützen, lassen sich die Einkreifungshetzer keineswegs stören. In Wirt­schaftskreisen redet man von neuen englischen Kreditangeboten, um die englischen Ver­lockungen den Türken schmackhafter zu machen. Hin­sichtlich der englisch-fowjetrusfischen Be­sprechungen müssen die Blätter zugeben, daß sie nur sehr langsam vorwärtskommen. So stellt der diplomatische Korrespondent derTimes" lakonisch fest, Chamberlain werde dem Unterhaus wahrscheinlich mitteilen können, daß dieBespre­chungen über die Organisierung der Sicherheit in Osteuropa", wie das Blatt die britische Einkrei­sungspolitik im Südosten irreführend bezeichnet, einen zufriedenstellenden Verlauf nehmen.

Zweifelhafte Garantie.

Schweden hält an strikter Neutralität fest.

Stockholm, 17. April (DNB.)Aftonbladet" untersucht den Wert der Garantie der Westmächte für Schweden und kommt auf Grund einer Be­trachtung über die Verwendbarkeit, Verfügbarkeit und Schlagkraft der Flotten der Westmächte und der Staaten des Antikominternpaktes zu dem Schluß, daß man den Eindruck erhalte vom Unvermö­gen der West möchte, insbesondere Englands, solchen Garantien im praktischen Falle nach zu- ko' m m e n. Eine Garantie, die nicht erfüllt werden könne, sei doppelt gefährlich; einmal würde z. B. dem schwedischen Volk ein falsches Sicher- heitsgesüh 1 eingeimpft, und andererseits würde die Garantie bei den südlichen Nachbarn Mißstimmung und Mißtrauen Hervor­rufen. Schweden könne unter keinen Umständen davon absehen, daß es ein O st s e e st a a t sei. Deutschland aber beherrsche die Ostsee. Deutsche Verärgerung könnte verhängnisvolle Folgen haben. Der Weg Schwedens sei und müsse bleiben die Neutralität. Auch der Friedensappell Roose­velts könne das schwedische Volk von seinem Dilemma nicht befreien, in das es durch ein Garantieangebot der Westmächte versetzt werden würde.

AuchNya Do-ischlst Allehcmda" meint, Schweden müsse es sich gerade jetzt angelegen sein lassen, zu

unterstreichen, daß es sich bedingungslos dem Spiel der Großmächte fernhalten wolle und daß es feine Verpflichtung (Engage­ment) auf sich nehme, ganz gleich, welcher Groß­mächteblock dies wünschen sollte. Es wäre vielleicht angezeigt, wenn auch die schwedische Regierung eine ähnliche Neutralitätserklärung abgeben 'würde, wie dies soeben in Kopenhagen und Oslo geschehen sei.

Der Tenor macht Hefiame.

Der polnische Tenor Jan Kiepura hat für den polnischen Verteidigungsfond 100 000 Zloty, also etwa 50 000 Mark, gestiftet und für die polnische Armee zwei Automobile zur Verfügung gestellt. Das alles ist selbstverständlich sein gutes Recht als pol­nischer Staatsbürger. Anders sind aber die Neben- umftänbe zu bewerten: Er hat diese Spende wäh­

Man nimmt

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rend eine ^Konzertreise in den Ver­einigten Staaten gemacht, wo heute die Kriegshysterie die absonderlicl)sten Blüten treibt; er hat seine Spende mit einem schwülstigen Tele­gramm, das sofort veröffentlicht wurde, an die große Glocke gehängt. Wer so heftig den Glockenklöppel in Bewegung setzt, muß cs sich gefallen lassen, wenn ihn nicht reine Gefühle der Selbstlosigkeit und Vaterlandsliebe unterstellt werden, Als Besitzer eines Luxustalents in der Tatra hat Jan Kiepura seine Reklametalente bereits brillieren lassen. Am Rande vermerken wir, daß er einen aut Teil seines Vermögens und feines Ruhmes auf deutschen Opernbühnen und in deutschen Fil­men erworben hat und mit der deutschen Film­schauspielerin Martha Eggert verheiratet ist.

Eine Stimme der Besonnenheit.

London, 16. April. (Europapreß.) Der bekannte Dirigent Sir Thomas Beecham bezeichnete seine Landsleute in einer Rede alseingebildete P e s s i rn i st e n". Sir Thomas wandte sich gegen die Leute, die fortgesetzt von außenpolitischen Krisen redeten. Er erklärte, er glaube nicht, ein Optimist, sondern nur ein Realist zu sein, wenn er in den kleinen Nadelstichen, die England von verschiedenen Seiten erhalte, keine Krisen sehen könne. Er fügte hinzu, feine Haltung fei durch die Ereignisse gerecht­fertigt.Nichts i st passiert, und ich bin voll­kommen sicher, daß auch in Zukunft nichts passieren wird, wenn wir nur darauf achten, daß nichts pas­siert." Sir Thomas Beecham gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß unter der fortgesetzten Krisen­stimmung das Kunstleben leide. Die englische Regie­rung solle sagen, wie weit der Kreis und das Ein­flußgebiet des britischen Empire reiche, und daß sie nicht darüber hinausgehen wolle. England solle so­fort aufhören, an die Vereinigten Staaten von Amerika wegen Hilfe zu appellieren, solange es seine eigenen Hilfskräfte noch nicht erschöpft habe. Es sei an der Zeit, daß England aus dem lächer­lichen und demütigenden Zu st and dau­ernder Angst herauskomme.

Englands Lebensmittelversorgung im Kriegsfälle.

London, 17. April. (DNB.) Für die lieber» wachung und Sicherstellung der lebenswichtigen Materialien und Produkte für den Kriegsfall hat sich die britische Regierung die Erfahrungen des Weltkrieges zueigen gemacht und ihren neuen Plänen die Organisation zugrundegelegt, wie sie im Jahre 1918 bestand. Alle Vorbereitungen sollen bereits getroffen sein, damit bei einem plötz­lichen Kriegsausbruch sofort von der Regierung der Groß- und Kleinhandel von Lebensmitteln sowie auch die für die Ernährung der Bevölkerung wich' tigen Zweige des Handels und der Industrie überwacht werden können. Die notwendigen Formulare und Lebensmittelkarten (etwa 60 Millionen) sollen bereits gedruckt sein. 1400 örtliche Ausschüsse für die Lebensmittelüber­wachung seien organisiert. Man habe Pläne aus­gearbeitet, um die Lebensmittellieferungen im Falle eines feindlichen Angriffes zu sichern. Vorräte an Getreide, Zucker und Oel seien geschaf­fen worden, um bei Unterbrechungen der Lebens­mittelzufuhr die Lücken ausfiillen zu können. Die Ein- und Ausfuhr von Rohstoffen aller Art wie auch die Herstellung von Rohstoffen werde unter