Ein Appell zur strengsten Verkehrsdisziplin
(Nachdruck verboten!)
34 Fortsetzung.
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seinen vortrefflichen Charaktereigenschaften und seiner allezeit hilfsbereiten Gesinnung begründet war. Dem Heimgegangenen wird daher in weiten Kreisen der Bevölkerung unserer engeren Heimat ein dankbares Andenken bewahrt werden.
Noch immer verwirrt vor Ueberraschung, andererseits aber mit klopfendem Herzen in der Erwartung des Kommenden folgt Joachim dem Alten.
„Wir suchen uns ein Abteil in der Mitte des
broke ... Gott sei Dank! ...
„Komm! Und fetze gefälligst deinen Hut auf, damit sie dich nicht noch im letzten Augenblick schr— pen!" befiehlt Friedrich Hellmers und geht voran.
Der Täter mitten unter uns Roman von Kurt Riemann Copyright by Verlag Oskar Meister, Werdau L Sa.
Alles ernten?
Eine so reiche Gemüse- und Obsternte, wie sie dieses Jahr gebracht hat, verführt leicht dazu, das Abernten nicht mit der Genauigkeit durchzuführen wie in anderen Jahren. Man hat ja — so ist die Ansicht vieler Gartenbesitzer — schon so viel -geerntet, daß es auf ein paar Früchte, die am Baum oder aus den Beeten bleiben, nicht mehr antommt. Ob ein hoher oder niedriger Ertrag, im Garten ist alles bis aufs Letzte abzuernten, ganz besonders in der heutigen Zeit, in der wir uns über jede gute Ernte dopvelt freuen wollen. Haben wir gerade in den Erntewochen selbst Ueberfluß an Obst, so finden wir bestimmt im Bekanntenkreise freudige Abnehmer. Selbst Mangel an Zeit ist kein Grund, das Obst nicht völlig abzuernten. Wie gerne wäre zum Beispiel mancher Familienvater bereit, bei der Ernte mitzuhelfen, wenn seine Arbeitszeit in Form von „überflüssigem" Obst bezahlt würde, das seine Kinder mit Vergnügen essen. Was nicht sofort verzehrt wird, wird eingekocht oder in Form von Dörrobst und Dörrgemüse haltbar gemacht oder zu Marmelade, verarbeitet. Im Winter freut man sich doppelt, nrtnn man den Küchenzettel abwechselungsreicher gestalten kann. Darum: Alles ernten und für unsere Ernährung verwenden!
Die Zeit der Obstversteigerungen.
Die Obstversteigerungen in den Dörfern der näheren und weiteren Frankfurter Umgebung, aber auch die Versteigerung des Obstes an den Reichsund Landstraßen hat begonnen. Da die Spätobsternte überall gut ausfällt und die Nachfrage nicht nur vom Handel, sondern auch von privaten Stei-
gerern groß ist, können die Gemeinden und die übrigen Baumbesitzer schöne Einnahmen buchen, die einen gewissen Ersatz für d-en völligen Ausfall der Obsternte im vergangenen Jahre bieten. Durch Dorschätzungen fyat man bei vielen Versteigerungen dafür gesorgt, daß das Obst zu einem erträglichen Prelis abgegeben und nicht sinnlos hincvufgesteigert wird.
Neuregelung des Milchverkaufs und der Landbutterberstellung.
NSG. Die Hauptvereinigung der deutschen Milch- und Fettwirtschaft hat durch eine Anordnung vom 6. September 1939 eine für das gesamte Relchsgebiet geltende Regelung getroffen, nach der sämtliche Genehmigungen, die Milcherzeugern für den Verkauf von Milch ab Hof durch die Milch- und Fettwirt- schaftsverbände erteilt wurden, ungültig sind. Nur diejenigen Erzeuger sind in Zukunft berechtigt, Vollmilch ab Hof zu verkaufen, die eine neue Genehmigung durch den Milch- und Fettwirtschafts- verband erhalten. Diese Erzeuger sind verpflichtet, die Bezugsscheine von den Verbrauchern einzuziehen und an von den Ernährungsämtern zu bestimmenden Terminen (wöchentlich, 14tägig oder monatlich) an die Ernährungsämter abzuführen. Alle übrige Milch ist, soweit sie nicht im Betriebe des Erzeugers zur Selbstversorgung benötigt wird, an ine zuständige Molkerei abzuliefern.
Entgegen den bisherigen Anordnungen über die Milchablieferungspflicht ist es ferner den Milch- erzeugern heute nicht mehr gestattet, Landbutter zum eigenen Bedarf herzustellen. Sämtliche Milch- erzeuger sind heute verpflichtet, die für ihren Betrieb benötigten Buttermengen ausschließlich von ihren Molkereien zu beziehen. Die Herstellung von Landbutter kann nur dann erfolgen, wenn seitens des Milch- und Fettwirtschaftsverbandes im Einvernehmen mit dem Ernährungsamt (Kreisbauernschaft) eine Genehmigung hierfür erteilt wurde. Es kann sich hier aber nur um Ausnahmefälle handeln, die ihre Begründung in der Unmöglichkeit der Milch- erfasfung finden.
lassen werden dürfen, eine rote Schlußbeleuchtung führen müssen. Es genügt eine kleine Lampe, die selbstverständlich nach oben abgeschirmt sein muß. — Dem
Huhgänger
kann nicht oft genug eingeschärft werden, daß er die Fahrbahn nur dann betreten soll, wenn sich kem Fahrzeug nähert. Lieber einige Sekunden länger auf dem Bürgersteig warten, als direkt in den Tod hineinzulaufen. Es ist sehr schwer, die Entfernung und das Tempo eines herankommenden Kraftwagens oder Radfahrers bei völliger Dunkelheit abzuschätzen. Das Ueberqueren des Fahrdammes soll nach Möglichkeit nur an Straß en kreu- jungen erfolgen, da hier der Fahrzeuglenker nut ganz besonderer Aufmerksamkeit fahren muß. Insbesondere bei der Verdunkelung empfiehlt es sich — wie auch sonst — auf freier Landstraße links zu gehen. Dadurch kann entgegenkommenden Fahrzeugen leicht ausgewichen werden, und durch Heber« holen der Fahrzeuge sind die Fußgänger auf der linken Straßenseite sowieso nicht gefährdet.
Der Appelle zur strikten Verkehrsdisziplin sind genug an die Öffentlichkeit gerichtet. Es gibt jetzt nicht mehr die Ausrede, die Verordnungen nicht zu kennen, und auch mit einem Hinweis auf angebliche Unklarheiten kann sich heute feiner mehr rein waschen.
Bremswirkung überprüfen können.
Durch den Wegfall der Straßenbeleuchtung gibt es keine Laternengaragen. Wer fein Fahrzeug nicht auf einen Parkplatz oder abseits der Straße abstellt, sondern auf der Fahrbahn stehen läßt, muß es unter Beachtung der Verdunkelungsmaßnahmen beleuchten, darf jedoch auch hier kein blaues Licht benutzen. Verkehrswichtige Straßen müssen unbedingt von parkenden Fahrzeugen freigehalten werden. — Auch für die
Radfahrer
gilt die Warnung, vorsichtig und mit einer den Verhältnissen angepaßten Geschwindigkeit zu fahren. Sie dürfen nicht darauf losbrausen im Glauben, schnell und sicher ausweichen zu können, um an der nächsten Ecke auf einen Fußgänger raufzubrummen. Spazierfahrten während der Dunkelheit sind zu unterlassen, und den Ausflüglern wird dringend empfohlen, ihre Heimfahrt noch vor Eintritt der Dunkelheit beendet zu haben. Die Eltern müssen mit aller Strenge darauf achten, daß ihre halbwüchsigen Kinder während der Dunkelheit nicht
den augenblicklichen Verkehrsschwierigkeiten besteht die Gefahr, daß trotz größten Bedarfs an Der« packungsmaterial sich dasselbe mehr als bisher bet den Verarbeitungsbetrieben und Verteilern anhäuft und dort zu verkommen - droht. Dies muß unter allen Umständen vermieden werden. Die Haupt« Vereinigung der Deutschen Gartendauwirtschaft be* müht sich deshalb durch Verhandlungen mit der Reichsbahn die bevorzugte Transportierung von Verpackungsmaterial zu erwirken. Verschiedene Reichsbahndirektionen haben den Wünschen der Hauptvereinigung bereits Rechnung tragen können, in anderen Bezirken wird mit einer Verringerung der Beanspruchung der Reichsbahn der Transport von gebrauchtem Verpackungsmaterial ebenfalls erleichtert werden. Bis dahin ist es unbedingt not« menbig, daß die Verarbeitungsbetriebe und Verteiler das gebrauchsfähige oder wieder instandsetz« bare Leergut sorgfältig aufbewahren und vor Verderb schützen. Der dafür benötigte Raum muß unbedingt freigestellt werden. Es ist sicher zu erwarten, daß in kurzer Zeit der Rücktransport des Leergutes überall möglich fein wird, und die Rücknahme zu angemessenen Preisen geregelt ist. Deshalb gebrauchtes Verpackungsmaterial aufbewahren!
Gießener Wochenmarktpreije.
♦ Gießen, 16. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Markenbutter, Y*x kg 1,60 RM., Matte 25 bis 50 Rpf., Käse, das Stück 4 bis 10, deutsche Eier, Klasse S 13, A 1214, B 12, C 1114, D 10^, Wirsing, 14 kg 4 bis 7, Weißkraut 3 bis 5, Rotkraut 5 bis 8, gelbe Rüben 7 bis 8, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 13 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün 20, gelb 15, Erbsen 20 bis 25, Feldsalat, t/io 10 bis 15, Tomaten, 14 kg 10 bis 13, Zwiebeln 8 bis 12, Kürbis 8, Pilze 45, Kartoffeln, 14 kg 4 Rpf., 5 kg 40 Rpf., 50 kg 3,25 bis 3,45 RM., Aepfel, 14 kg 15 bis 28 Rpf., Falläpfel 5 bis 7, Birnen 10 bis 25, Pfirsiche 35, Zwetfchen 10 bis 15, Mirabellen 12 bis 18 Rpf., Hähne 1,10 bis 1,20 RM, Suppenhühner 90 Rpf. bis 1 RM., Tauben, das Stück 50 bis 70 Rpf., Blumenkohl 10 bis 35, Salat 5 dis 8, Salatgurken 10 bis 30, Einmachgurken 1
wagen, Fahrrädern und anderen Fahrzeugen u n - ter jagt. Wer einen starken Lichtschein übermalen will, kann es mit schwarzer Farbe tun. Während auf freier Landstraße mit Fernlicht (natürlich bei abgedeckten Scheinwerfern) gefahren werden darf, ist es streng untersagt, bei Gegenverkehr und in geflossenen Ortschaften aufgeblendet zu fahren. Du Sitte an Straßenkreuzungen statt durch Hupen durch kurzes Aufblenden Signal zu geben, fällt ebenfalls unter dieses Verbot.
Besondere Bedeutung hat Punkt 5 des Appells, der ausdrücklich darauf aufmerksam macht, daß nur mit größter Vorsicht und mit geringer Geschwindigkeit gefahren werden darf. Da der Kraftfahrer jetzt des öfteren in den verdunkelten Straßen fein Fahrzeug auf den Meter zum Halten bringen muß, ist es selbstverständlich, daß Hand- und Fußbremsen vollkommen in Ordnung sind. Die Polizeibeamten haben eine Reihe von Prüfapparaten in die Hand bekommen, durch die sie an Ort und Stelle die
Dir bitten unsere Mitglieder der Gießener Ortsgruppen, ihre Beitragsmarken bei nachstehenden Ortswaltungen zu kaufen:
Gießen-Nord: Dalltorstraße 16. Sprechstunden: Montags, Mittwochs und Freitags abends von 20 bis 22 Uhr. p , .
Gießen-Süd: Friedrichstraße 1. Sprechstunden: Dienstags und Freitags, abends von 20 bis 22 Uhr.
Gießen-Ost: Licher Straße 19. Sprechstunden: Dienstags und Freitags, abends von 20 bis 22 Uhr. 58960
Die Mitglieder der Ortsgruppe Gießen-Mille können ihre Beitragsmarken auf der Berwaltungs. stelle, Schanzenstraße 18, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr vormittags und 4 bis 6 Uhr nachmittags erhalten. . , ,, . ...
Ls ist Pflicht jedes einzelnen Mitgliedes, ,ich seine Beitragsmarken bei den angegebenen Stellen z' taufen, falls der Kassierer nicht bei ihm kassiert.
Die Deutsche Arbeitsfront Kreiswaltung 24 HJetferau Abts. Verwaltungsstelle Gießen.
Keine Schweine
unter 2 Zentner Lebendgewicht.
Für die Versorgung mit Schweinefleisch und -fett ist es unbedingt nötig, daß die Schweine richtig aus« gemästet werden. Tiere, die nicht schlachtreif sind, bedeuten keinen Gewinn für die Versorgung, wenn sie vorzeitig in die Schlachthäuser wandern. Der Leiter des Landes-Ernährungsamtes, Lanüesbauern- führer Dr. Wagner, hat daher angeordnet, daß Schweine unter einem Lebendgewicht von 100 Kilogramm nicht geschlachtet werden dürfen. Für diese zu leichten Tiere werden in Zukunst keine Schlachtscheine mehr aus- gegeben. Sinngemäß gilt diese Anordnung auch für Hausschlachtungen. Hier ist vor Ausstellung des Schlachtscheines das Stück Vieh amtlich zu wiegen und zu kennzeichnen. Der Metzger muß sich den Schlacht- und Gewichtsschein vorlegen lassen. Wo keine Gemeindewaagen vorhanden sind und der Antransport Schwierigkeiten macht, kann ein amtlicher Verwieger bestellt werden. Es muß auch in Zukunft der Dauer, wenn er selbst schlachtet, einen Schlachtschein haben. Im übrigen ist die Fleischversorgung ausreichend.
weil niemand da ist, der ihm helfen könnte macht er kurzen Prozeß, holt tief Luft und stößt aus vollem Herzen heraus: „Also .. das ist eine ganz gemeine Schweinerei!"
So. Das wäre gesagt. Ihm ist wohler. Er hat sich ja eigentlich eine Rede, sozusagen eine Ansprache, zurechtgelegt, aber die ist zum Teufel. Soll sie's sein! Ihm ist sowieso unheimlich zumute, wenn! er nicht reden kann, wie ihm der Schnabel ge* wachsen ist.
Lächelnd sicht Vivian zu dem Alten auf. Dann drückt sie ihn sanft, aber bestimmt in den Sessel, der hinter ihm steht.
„So, lieber Morell! Und nun sparen Sie sich alle Formalitäten und reden Sie freiweg ... gerade wie Sie's tun würden, wenn wir zwei in Ihrer Laube im Grünen säßen."
„Gott sei Dank!" stöhnt der alte Werkmeister. „Es wäre mir auch höllisch schwer gefallen, eine Rede zu halten, aber die andern meinten, das müsse so sein."
„Wer ist denn das: die andern?"
„Nu, so ziemlich alles aus ’m Betrieb, was nicht vernagelt ist. Natürlich die Herren Direktoren faselten da was von »schwebendem Verfahren^ und so. Die waren bloß froh, daß sie sich drücken konnten. Aber ich erkläre Ihnen, Mrs. Holgerson, das ist die bloße Schadenfreude! Den Kerlen hat der Doktor immer zu scharf auf die Finger geguckt, darum sind sie froh, daß sie ihn los sind. Das ist der ganze Witz!
Aber wir, wir aus dem Betrieb, sind der Meinung, daß da was geschehen muß! Wir können doch unfern Doktor nicht so einfach im Dreck sitzen lasten! Denn daß an dem Gerede von Mord und dergleichen 'fein Wort wahr ist, das merkt doch 'n unmündiges Kind! Die Polizei soll man einpacken!
Vivian schießt es feucht in die Augen. Herrgott, was sind das für anständige Kerle, und wie muffen sie »ihren Doktor* lieben! Hier fühlt sie es wieder ganz deutlich: wenn sie Hellmers richtig kennen- lernen will, dann muß sie seiner Arbeit nachspüren. Arbeit und Mensch... sie sind untrennbar miteinander verbunden. Er ist ein Mann, der nicht von sich spricht, dessen Wesen nur in seinem Werk klar und hell wird. Da ist feine ganze Liebe, da lebt und wirkt seine Kraft ungebrochen, da sind sie eins: Mann und Werk! (Fortsetzung folgt«)
„Hast du den Paß auch gut weggesteckt? Habe ihn noch auf Vorrat aus Pqris Mitgebracht ... Merk dir bloß den Namen: Renee Dunois, Ge- schäftsr eisender aus Lille. Der Teufel soll dich holen, wenn du auch nur mit der Wimper zuckst!
„Du roirjt sehen ..."
„Pjsst! Ich kenne deine schlappe Art. Du kannst Mnen alten Hut durch den Zoll schmuggeln ohne 'blaß und zittrig zu werden wie 'ne alte Jungfer..!
Der Zug steht schon bereit. Das Reisepublikum ist stark mit Ausländern vermischt, man merkt, daß es die letzte Verbindung zum Boot Harwisch—Hoek van Holland ist.
Joachim sieht sich die Augen aus--Pem
broke ist nicht zu entdecken.
Herr des Himmels, wie soll denn dieses entsetzliche Spiel weitergehen? Was soll er denn ntit dem Alten anfangen? Vielleicht ist Pembroke erst in Harwich am Boot?
Was hast du denn? Guck dich doch mcht so blöde um!" zischt der Alte. „Willst wohl erst jeden nachdrücklich auf dich aufmerksam machen? Los, vorwärts! Nimm beinen' Koffer! Ich hole mir noch ein paar Zigarren! Warte am Zug!"
Während der Alte schnell in den Verkaufsstand huscht, späht Joachim noch einmal suchend umher: aber wie er sich auch den Hals verrenkt — kein Pembroke ist zu sehen.
„Darf ich Sie um Feuer bitten?
Gedankenlos und verärgert über die Störung reicht er dem Jüngling Feuer, der da mit einem riesigen Rosenstrauß auf seine Tanzstundendame oder seine erste Liebe wartet.
„Schönen Dank, Mister Hellmers! Und bleiben Sie bitte ganz ruhig! Linkerton nimmt Ihren Partner am Zuge fest! ... Vielen Dank, mein Herr'/
Vollkommen verstört greift Joachim zum Hut, der Jüngling lächelt höflich und geht an ihm vorbei durch die Sperre.
... Natürlich, das war er, das ist Allan Pem-
Wagens. Ich fahre nicht gern über den Achsen." „Ganz wie Sie wünschen, Herr Hellmers!" tönt eine volle Stimme hinter ihm.
Und ehe Friedrich Hellmers sich umwenden kann, fühlt er eine Hand auf seiner Schulter, flucht unter einem schmerzhaften Griff auf — dann schnappen schon Stahlbänder um feine Gelenke.
„Nicht ich ... der da ... das ist der Mörder!" kreischt der Alte wild. „Was wollt ihr von mir? Greift ihn doch, den entsprungenen Mörder!"
„Das lassen Sie nur unsere Sache fein!" lächelt Linkerton verbindlich. „Und nun ab!"
„Das ist doch der Falsche!" schreit da eine Stimme, und über den Köpfen wedelt eine Abendzeitung. „Unerhörter Fehlgriff!"
„Pumpt euch bloß nicht auf! Scotland-Vard weiß schon Bescheid! Also los ... weitergehen!’
Zwischen zwei Beamten acht Friedrich Hellmers den gleichen Weg zurück, den er vor kurzem so siegessicher angetreten hat.
Die Zuschauer der Szene aber wundern sich des Todes über den seltsamen Polizeimann, der dem „Mörder" freundschaftlich die Hand drückt, und plaudernd mit ihm davon geht.
„Und so was nennt sich nun Polizei!" stöhnt ein Dicker und wischt sich den Aufregungsschweiß schnaufend von der Stirn. „Da hat man doch bestimmt den Falschen verhaftet!"
„Klar!" nickt ihm ein halbwüchsiger Zeitungsboy zu. „Den Richtigen haben sie hier stehen lassen, damit er sich den Schweiß abwischen kann, weil's sonst ’n Fettfleck gibt."
Worauf es der Dicke vorzieht, schimpfend m sein Abteil zu verschwinden.
Langsam rollt der Zug aus der Halle ... der kleine Zwischenfall ist bald vergessen.
29.
Morells Ansprache.
„Mrs. Holgerson! Ich stehe hier nicht allein ... Das heißt, ich stehe hier doch allein ... aber ich will damit besagen, daß ich eigentlich nicht allem stehe, weil, gewissermaßen die andern alle bei mir sind, sozusagen im Geiste ... denn wir können hier natürlich nicht tausend Mann hoch 'rauftrampeln, es genügt, wenn Ihnen einer die Diele dreckig macht ... ja, also ... ich wollte ... ich mochte ..."
Der graue Hüne steht sich hilfesuchend um» aber
Obwohl durch die starke Einschränkung der Treibstoffabgabe ein sehr großer Teil der Kraftfahrzeuge aus dem Straßenbild verschwunden ist, obgleich zahlreiche Hinweise von amtlicher Stelle auf richtiges Verhalten während der Verdunkelung gegeben wurden, ist in dieser verkehrsarmen Zeit leider kein entsprechender Rückgang der Verkehrsunfälle, besonders der tödlichen, zu vermerken. Diese bedauerliche Tatsache hat den Reichsführer h*l als Chef der deutschen Polizei veranlaßt, noch einmal einen Appell an die Öffentlichkeit zu richten, der feine neue langatmige Verordnung dar stellt, sondern klar und eindeutig alles herausstellt, was jetzt von jedem Verkehrsteilnehmer strikt und ohne Einschränkung erfüllt werden muß. Nur so wird es möglich sein, uns vor Opfern an Blut und Gut zu bewahren, die in dieser kritischen Zeit unter allen Umständen vermieden werden müssen.
Den Appell des Reichsführers jf soll sich jeder ausschneiden und aufbewahren, d. h. öfter einmal wieder Wort für Wort durchlesen und ihn genauestens befolgen, um sich und andere Volksgenossen vor Schaden zu bewahren. Zunächst ein Wort an den
Kraftfahrer.
Für ihn muß oberster Grundsatz fein, das Fahrzeug vor jeder Fahrt genau zu prüfen, ob alle Lichtquellen auch noch richtig verdunkelt find. Damit nicht durch eine versehentliche Bedienung das Nebellicht, Kurven-, Rückfahrt- und Suchscheinwerfer betätigt werden, sind sie durch Kabelunterbrechung oder Entfernung der Sicherung außer Betrieb zu setzen. Die Lichtquelle des amtlichen Kennzeichens darf nicht ganz abgedeckt fein, damit es erkennbar bleibt. Es ist auch unzweckmäßig, die Scheinwerfer nur mit Papier zu überkleben, das vom nächsten Regen bestimmt abgespült wird. Der fünf bis acht Zentimeter lange Ausschnitt an der Scheinwerferkappe muß waagerecht liegen. Denkt daran, daß eine zu starke Lichtquelle, auch wenn sie angeblich nur auf die Straße fällt, aerobe von regennasser Fahrdecke, besonders vom Asphalt, nach oben reflektiert wird. .
Das Führen von blauem Licht ist Privat-
„Nur, was ich auf dem Leibe trage."
Jomm!"
Er winkt einer Taxe.
In Hast kaufen sie einen Koffer, füllen ihn mit den notwendigen Dingen.
„Das ist natürlich später zu verrechnen!, bemerkt Hellmers und schreibt auf, was er ausgelegt hat. ,Zch sehe keinen Grund, dir Geschenke zu machen!
„Wurde auch nicht erwartet!"
In einer stillen Nebenstraße läßt er halten.
„Kay Broothers, Advocats", liest Joachim und gibt sich Mühe, den Namen zu behalten, ihn sich fest einzuprägen. , „
Was kann er hier noch so spät zu tun haben? Es geht auf sieben Uhr, die Geschäfte beginnen zu chließen. Die Kanzlei der Juristen muß langst ge° «lassen fein. ...
Als der Alte zurückkehrt, tragt er eine dicke schweinslederne Tasche unter dem Arm.
Joachim hütet sich, danach zu fragen. Er weih, was darin ist.
Seine Pläne. Wieder hat Pembroke richtig gerechnet. Der alte Fuchs hat sie an einer Stelle deponiert, an der sie niemand gefunden hatte. Seine Hochachtung vor dem Kombinationstalent des unscheinbaren jungen Mannes, der wie ein Pennäler aussieht, wächst von Stunde zu Stunde.
Gegen neun Uhr fährt der Zug nach Harwig jum Kanalboot. Jetzt darf Pembroke nur nicht auf dem falschen Bahnsteig stehen ... nur das nicht Aber das ist wohl ausgeschlossen, es kommt nur dieser eine Bahnsteig in Frage; nämlich der auf dem dieser Zug abfährt, 'der alle Reisenden nach dem Kontinent aufnimmt. . .
Im stillen betet Joachim letzt em Stoßgebet
Trubel rundum, Unruhe, Geschrei, hastende Menschen m
izu Wettfahrten antreten oder noch eine „kleine Bummelfahrt" unternehmen. Der Rückstrahler am Rad hat heute noch nicht seinen Sinn verloren, er muß aber gerade jetzt peinlich sauber gehalten werden um wirksam zu bleiben.
Mit besonderem Nachdruck wird darauf hingewie- sen, daß alle Fahrzeuge, außer Fahrrädern, also selbst der kleinste Handwagen, das Bauernfuhrwerk ober bie Ackergeräte, die übrigens auf keinen Fall unbeleuchtet auf den Landstraßen stehen ge«
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Bezugscheine für Tierhalter.
Stehen Tierhaltern zur Versorgung der Tiere nicht genügend Futtermittel zur Verfügung, so erhalten sie von den Ernährungsämtern auf Grund der Verordnung über die öffentliche Bewirtschaftung von Getreide, Futtermitteln und sonstigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen vom 7. September 1939 Bezugscheine, die zum Bezug von Futtermitteln auf Gründ der vom Reichsministere für Ernährung und Landwirtschaft festgesetzten Höchstmengen berechtigen. Gewerbliche ober sonstige nicht landwirtschaftliche Tierhalter haben den Ernährungsämtern Art und Menge ber Futtermittel anzugeben, die aus dem eigenen Betrieb an fallen und zur Versorgung der Tiere zur Verfügung stehen. Das Er- nährungsamt beftimmt nach näherer Anweisung des Landes- oder Provinzialernährungsamtes Art und Menge der Futtermittel, die von den Tierhaltern trotz der Beschlagnahme innerhalb eines von ihm bestimmten Zeitraumes verfüttert werden dürfen.
Verpackungsmaterial für Obst und Gemüse aufbewahren. Sämtliches Verpackungsmaterial muß heute Pfleglich behandelt und möglichst oft verwendet werden, denn es besteht aus dem wertvollen Rohstoff Holz. Vernichtung ober Beschädigung durch mangelhafte Aufbewahrung ift Verschwendung. Die Hauptvereinigung ber Deutschen Gartenbauwirtschaft wird deshalb ihre früheren Bestrebungen fortsetzen, und bei den dafür zuständigen Behörden verstärkt darauf hinwirken, daß eine Rückkauforganisation das gesamte gebrauchte Verpackungsmaterial zu angemessenen Preisen aUkaUft. Es soll dann ausgebessert, von den Verbrauchs gebieten in die Erzeugergebiete zurücktransportiert und dort den Erzeugern wieder zur Verfügung gestellt werden. Zwar wurde bisher ein Teil des gebrauchten Leergutes schon mehrfach verwendet, ein wesentlicher Teil jedoch verdarb? oder wurde bei den Obst- und Gemüsever- teilem ober Verarbeitungsbetrieben vernichtet. Bei


