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16./17. September 1959

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderheffen)

r. 217 Drittes Blatt

(Genaue Anschrift des Bestellers)

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(Feldpostanschrlst genau angebm)

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lurbe feiine Einrichtung angeordnet. Daß diese Raßnahrne, mit weit vorausjchauendem Blick ge- plant, gut und segensreich ist, erwies sich bereits Jm ersten Tage der Tätigkeit dieses neuen Amtes. 3'öem Volksgenossen wurde mit gerechtem Maß das Seine zuerkannt und gesichert, so daß jeder­mann die Gewißheit hat, nach Recht und Gerechtig- ftit seinen lebensnotwendigen Bedarf zu erhalten.

allen Volksgenossen unserer Stadt die Schätze der dramatischen Weltliteratur in vorbildlicher Bühnen­gestaltung darzubieten. Es war unser Bemühen, nicht nur zur Unterhaltung oder zur Vertreibung der Langeweile beizutragen, sondern die Traurigen aufzuheitern, die Müden zu neuer Arbeit zu be­geistern, den Suchenden neue Wege zu innerer Er­füllung zu zeigen und den Zweifelnden neue seelische und geistige Kräfte zu eröffnen. Wir glauben, daß die höchste Ausgabe des Theaters darin besteht, allen Volksgenossen neue Lebenskraft für ihr all-

Taten erhebt.

Damit stellt sich das Theater in die vorderste Front der deutschen Soldaten. Es kämpft um die Erhaltung der deutschen Kultur, es kämpft um die Größe des deutschen Volkes, es kämpft um den kraftvollen, mutigen deutschen Menschen.

In diesem Kampf brauchen wir Sie als die Träger unseres Theaters. Wir haben unsere Kräfte aufs äußerste angespannt, um Ihnen das zu bieten, was Sie in diesen Tagen suchen. Kommen Sie zu uns, besuchen Sie unsere Aufführungen, bestellen Sie eine Platzmiete. Es sind alle Vorbereitungen und Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um Ihnen zu einem ungestörten Genuß der herrlichen Werke deutscher Kunst zu verhelfen.

Wir beginnen die neue Spielzeit am Freitag, 29. September, mit HebbelsAgnes Bernauer'. Wir bitten Sie, Ähre Platzmiete umgehend anzu­melden, damit wir Ihnen gute Plätze sichern können.

beiden letztgenannten Fällen die Zustimmung ein­geholt werden. Eine Kündigung ist ohne Zustimmung des Arbeitsamts nur dann zulässig, wenn die beiden Beteiligten sich über die Beendigung des Arbeits­verhältnisses einig sind, wenn ein Betrieb stillgelegt werden muß, wenn ein zur Aushilfe oder Probe Beschäftigter innerhalb eines Monats entlassen wird oder wenn die Beschäftigung nur in gelegentlichen oder geringfügig bezahlten Arbeitsleistungen bestand (bis zu einem Drittel des Ortslohnes), die nicht krankenversicherungspflichtig sind. Wer hiernach ohne Zustimmung des Arbeitsamtes kündigen darf, hat aber die Pflicht, sich unverzüglich nach seinem Aus­scheiden beim Arbeitsamt zu melden.

Die neu eingeführte Meldepflicht aller frei gewor­denen Arbeitskräfte sichert dem Arbeitsamt den voll­ständigen Ueberblick über den Arbeitsplatzwechsel. Es liegt im Interesse jedes Betriebsführers und jedes Beschäftigten, die neuen Vorschriften genau zu be­achten, da Verstöße gegen die Verordnungen ober Umgehungen der Bestimmungen bestraft werden.

wiesen, Verstöße zu verfolgen. Auf die auf allen Bahnhöfen ausgehängte Bekanntmachung211 a r m" sei besonders aufmerksam gemacht.

Oberregierungsrat i. 2R. Heß t«

Am gestrigen Freitag ist im Alter von 62 Jahren der Oberregierungsrat i. R. Dr. jur. August Heß nach längerem Leiden gestorben.

Der Verewigte war in Gießen geboren. Er be* suchte hier die Vorschule und bis 1895 das Gym­nasium. Dann studierte er in Gießen, Leipzig und Berlin Rechtswissenschaft. Im Sommer 1898 legte er sein Referendarexamen ab. Seine weitere Aus­bildung erhielt er bei den Gerichten in Butzbach und Gießen, beim Kreisamt in Mainz und böi-h einigen Rechtsanwälten. Danach bestand er sein Staatsexamen upd promovierte.

Nach längerem Aufenthalt in England und Frankreich war er von 1905 ab als Regierungs­assessor an verschiedenen Kreisämtern tätig. Vom 15. April 1912 bis 1. März 1920 wirkte er als Regierungsrat und Kreisamtmann beim Kreis amt in Lauterbach, dann kam er als Regierungsrat an das Kreisamt Gießen. Hier erfolgte später seins Ernennung zum Oberregierungsrat, bis er im Sommer 1933 nach Darmstadt in die Verwaltung der Hessischen Drandversicherungskammer versetzt wurde. Dor einigen Jahren kehrte er nach seinem Uebertritt in den Ruhestand nach Gießen zurück.

Während seiner langjährigen Tätigkeit als Re­gierungsrat und als Oberregierungsrat bei dem Kreisamt Gießen widmete er sich mit besonderer Liebe auch der Arbeit für das Rote Kreuz, das in ihm einen allezeit tatfrohen Förderer hatte. Durch feine Amtstätigkeit kam er auch mit weiten Be­völkerungskreisen in Stadt und Land in Berüh­rung, denen er im Rahmen seiner Möglichkeiten immer gerne mit Rat und Tat beistand. Bei seinen Mitarbeitern im Kreisamt und bei zahlreichen Volksgenossen, die mit ihm durch sein Amt, durch das Rote Kreuz oder durch andere Körperschaften und Vereine in Berührung kamen, genoß er alle Wertschätzung, die auf seinem freundlichen Wesen,

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Lever Wechsel des Arbeitsplatzes genehmigungspflichtig.

Meldepflicht für freiwerdende Arbeitskräfte.

MMposMM des SieSemMeigels hält die ersehnte Derbinduna unserer Soldaten und Arbeitsdienstmänner mit ihrer oberhessischen Heimat täglich aufrecht! - Senden Sie an uns die Anschrift Ihres Familienangehörigen ober Ihres Freundes ein; alles übrige wird von hier aus pünktlich erledigt.

Aus der Stadt Gießen.

Zwei Wochen Crnährungöamt.

Am morgigen Sonntag vollendet sich die zweite Woche des Wirkens des Ernährungsamtes. Völlig lüieimartet vor der breiten Oestentuchkeit und aucy ö0n den mit dieser Arbeit betrauten Beamten

An den

Betlag des Siebener Anzeigers. Sieben

Versenden Sieden GießenerAnzeiger zum Bezugspreis von RM. 1.80 für den Monat unter folgender Anschrift:

flügelschlagend und schreiend voraus. Und aus allen Höfen wurden wir herzlich begrüßt. Wir fuhren dann weiter nach dem Forsthaufe Lindenberg. Durch unabsehbar-flache Felder ging die Fahrt, wieder dem Walde zu.

Das Nadelholz drängte schon langsam vor, die Nähe der Tuchler Heide meldete sich damit an, jener Heide, die wohl zu den schönsten Heiden Deutsch­lands gehörte. ,

Dann lud uns das Forsthaus Lindenberg em.

Das war kurz vor dem Weltkrieg.

Westpreußen ist eine mächtige Waldprovinz, aber ber Wald wird immer wieder von breiten, bebau­ten Strichen Landes unterbrochen. Wie gewaltige Flächen sind diese ernsten Dörfer und ihre anliegen­den weiten Feldern aus den Wäldern herausge­schnitten. , . _ .. ,,

Der Gang der Jahreszahlen gcht rote ein Gedicht über das westpreußische Land hin. Auch die Winter sind von unbeschreiblichem Zauber. Bis nahe an die Häuser tritt in den strengen Wintern das Getier des Waldes heran.

Wie dieses Forfthaus Lindenberg, so ist das ganze Land ein Märchen aus Wald und Feld, in hin­reißend schöner Harmonie aufgebaut.

Walter Schimmel-Falkenau.

Besucht Vas Stavttheater!

Don Dr. Hannes Razum, stellv. Intendant.

Dornotizen.

Tageskalender für Samstag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Sensationsprozeß Casilla".

Tageskalender für Sonntag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Sensationsprozeß Casilla".

Beim Aufenthalt auf Bahnhöfen beachten.

Eisenbahnanlagen gehören zu besonders luft­gefährdeten Teilen eines Ortes. Es liegt daher im eigensten Interesse der Bevölkerung, derartige Ge­biete nur aufzusuchen, wenn dies notwendig ist. Es muß also jeder unnötige Publikumsverkehr auf den Bahnhöfen unterbleiben. Die Züge werden durch Herabsetzung der Beleuchtungsstärke und durch Zu­ziehen der Vorhänge verdunkelt. Es ist im Interesse der Sicherheit der Reisenden unbedingt erforderlich, daß diese Verdunkelungsmaßnahmen nicht beein­trächtigt werden. Das Zugbegleitpersonal ist ange-

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Auf einem Bergrücken liegt es wie eine uralte Festung mit Mauern und Wehrtürmen: Püschen, ein altes deutsches Bollwerk gegen polnische Macht­gier. Eine Erinnerung und zugleich ein Wahr­zeichen. Seit Jahrhunderten.

Reiche Dörfer ziehen sich hm, wie beispielsweise Skalung, Jordansmühle, Golkowitz, Dörfer, deren Mittelpunkt der Herrensitz ist, schloßhast ragend.

Donnernd fahren die Züge durch das Land, kohle- tragend, güterbringsnd. ,

Dunkelgrün wie fette, unendliche Wiesen leuchten die Rübenfelder. Die Dörfer sind wie Obstgarten, unter den tragenden Wipfeln blühen die Beete. 21uf- recht sind die Menschen, arbeitsfam, bis zum letzten Mann, bis zur letzten Frau voll und ganz im Diente bes reichen Landes. Die Erntefeste sind Jubetiage. Die breiten Dorfstraßen hallen wider vom Lärm der Erntefuhren, die Maschinen donnern, die Scheu­nen erzittern unter ihrer Arbeit. Gespann um Ge­spann ist von früh bis tief in die Abende hinein zur Zeit der Ernte unterwegs. _

Freundlich und sauber sind die Gehöfte, und Feiertage sind für ihre fleißigen Bewohner die Tage der Stadtfahrt, in besonderen Fallen nicht nur m die Kreisstädte wie Kreuzburg oder Rosenberg oder Oels, sondern nach 'Breslau.

Das landwirtschaftlich so reiche mittelschlesische Land hat hier an der Grenze im Often em bezwm- aend tindrucksvolles Bild deutschen Bauernsteißes geschaffen, hier an dieser Grenze im Osten, wo sich nach dem Süden hin allmählich die mächtigen Kie­fernwälder Oberschlesiens zu ihrer Wanderung auf- richten und so weiter, über die Grenze hinaus das Lmd unter der schlechten Pflege feiner pofe]toen Besitzer immer mehr verwildert und verwahrlost.

Idyll in Westpreutzen.

Es ist überall das gleiche, fruchtbare Land wie »ftlich von Kreuzburg. Leicht gehügelt dehnt es sich. I Feld stoßt an Feld; in den Sommern ist das Land in der-Grenze hell im Scheine der reifenden Jtog« »en- und Weizenfelder. Waldstücke unterbrechen die Flucht der Felder« bald MijchMald^ bald

z Greifen.

in der Zentrale der Bevölkerung alle Beratung und Aufklärung zuteil, es empfiehlt sich aber, stets zu­nächst die Bezirksgeschäftsstelle aufzusuchen.

In den letzten Tagen hat das Ernährungsamt allen Haushaltungen Formulare zugehen lassen, die als Antrag auf Ausstellung eines Personal-Aus­weises für die Zuteilung von Lebensmittelkarten dienen sollen. Diese Formulare sind bis zum heuti­gen Samstag auszufüllen und den BeZirtsgefchäfts- stellen des Ernährungsamtes einzureichen, damit sie die Grundlage für die Ausfertigung der neuen Bezugsscheine bilden können. Etwa zu Ende der nächsten Woche werden die Ausweiskarten mit den neuen Bezugsscheinen für die Haushaltungen be­reitliegen. Damit wird die organisatorische Grund­lage für die Versorgung während der weiteren vier Wochen nach Ablauf des jetzigen Scheines vor­handen sein. -

Wie bisher, werden unsere Hausfrauen im Be­sitze der neuen Ausweise auch künftighin alle ihre Käufe mit Ruhe und Gelassenheit vornehmen kön­nen in dem Bewußtsein, daß dank der weisen Vorsorge für alle stets der Tisch gedeckt ist.

Donnernd fährt der Zug über ine Weichselbrucke b»i Thorn der Festung. Die kleinen sauberen Hau­ser der deutschen Stadt bilden gepflegte Straßen, große Plätze, einen weiten Markt inmitten des

Deicht- Jagdwagen Onkel Gechands der uns von der Bahn abhatte, fuhr uns bald aus der Stadt hinaus, in das schwermütige westpreußische Land hinein. Wälder warteten auf uns, L°ub- und Na- höthnij nt reichem Nti schwalb vereinigt. Breit führte d-? W/g Ündurch mächtige Wpfel bildeten ^U^°"dann°'d°s Darf, Lonkarfz htetz « Sang- ^streckt wie alle Dörfer im Osten, Gehöfte viel­fach aus rotem Backstein. Stattliches Vieh auf den Weiden pralle Schweine an den dampfenden Mist- Hamen.' Hübner. Gänse und Enten ragten uns

unb ichde. frtttn [ der über. ' i, die!

tägliches Dasein zu schenken.

Diese Aufgabe ist in der Gegenwart noch größer geworden. Denn wer könnte heute auf die tiefen Kraftquellen verzichten, die in den Werken unserer Dichter und Musiker verborgen sind? Hier finden wir Trost und Ermutigung, hier erwächst uns Freude und Glück, hier erheben wir uns an den heldenhaften Gestalten der Dichtung zu eigenem Heldentum und zu starker männlicher Bewährung. Mut und Kraft, Heldentum und Große aber brau=

I 2iefe Gewißheit hat denn auch sofort allenthalben vol- Ä t le- Vertrauen und vorbehaltlose Zustimmung zu den z, Nnährungswirtschaftlichen Maßnahmen der Staats- 1*r< I fthrung ausgelöst und damit besonders unfern S'c' : Hausfrauen das beruhigende Bewußtsein gegeben,

I diß sie sich um die Versorgung ihrer Familien mit L" fcni ausreichenden Bedarf für das tägliche Leben mi0, künerloi Kopfschmerzen zu machen brauchen. Ja,

8 in zahlreichen Fällen ist es sogar so, daß viele l. I gamilien in mancherlei Lebensrnitteln und bezugs- -r I Minpflichtigen Bedarfartikeln mehr bekommen, als W \ fj, vorher bei der regulären Deckung ihres Bedarfs Ä i eingetauft haben. Diese Tatsache wurde schnell er- U! 1 ftnnt und fand ebenfalls volle Zustimmung, weil

I « auf diese Weife ermöglicht wird, in mancherlei olden r f - - ' -........r-..........v

Die Umstellung der Wirtschaft auf die Kriegsauf­gaben hat es notwendig gemacht, daß der gesamte Arbeitsplatzwechsel von den Arbeitsämtern erfaßt und planmäßig gesteuert wird. Die Verordnung des Ministerrates für die Reichsverteidigung vom 1. Sep­tember 1939 und die dazu ergangene Durchführungs­verordnung vom 6. September 1939 bestimmt des­halb, daß alle Einstellungen von Arbeitskräften und alle Kündigungen der vorherigen Zustimmung des Arbeitsamts bedürfen. Eine Künbigung, die ohne diese Zustimmung erfolgt ist, ist rechtsunwirksam, gleich, ob sie vom Betriebsführer oder vom Beschäf­tigten ausgesprochen wurde. Die Bestimmungen gel­ten sowohl für die Beschäftigung von Arbeitern, An­gestellten und Lehrlingen als auch von Praktikanten, Volontären und sogar mithelfenden Familienange­hörigen. Ein Zustimmung zur Einstellung ist nur dann nicht erforderlich, wenn Kräfte von Betrieben der Landwirtschaft, des Bergbaues und von Haus­haltungen mit Kindern unter 14 Jahren neu beschäf­tigt werden sollen; zur Einstellung von bisher in der Landwirtschaft Tätigen muß jedoch auch in den

Rund um den Souffleurkasten.

Devrienk wollte die klassischen Rollen, die er schon viele Male gespielt hatte, und auswendig konnte, ohne Souffleur spielen. Diesem Wunsch des Künst­lers, daß der hilfsreiche Geist im Kasten ganz ver­stummen sollte, wenn er die Bühne betrat, konnte jedoch nicht immer entsprochen werden, da die Mit- Spieler Devrients den Anschlag brauchten. Als Deorient nun bei einer Aufführung derBraut von Messina" sich durch den Souffleur gestört fühlte, bedeutete er ihm auf verschiedene Welse, daß er den Mund halten solle. Schließlich ging er bis nahe an den Kasten heran und sagte halblaut: Schiller? Schiller!", womit er andeuten wollte, daß man ScMer auswendig können müsse. Und der Souffleur wagte nicht mehr, auch nur den leisesten Ton von sich zu geben. Da wollte es er Zufall, haß Deorient steckenblieb und doch den Anschlag brauchte. Er zögerte die Szene hin uitd wartete vergebens auf den Einhelfer. Schließlich fah er den Souffleur durchdringend an und sagte ermunternd: Nun, nun!" Anstatt zu soufflieren gucfte der Souffleur aus seinem Kasten freundlich lächelnd zu dem Künstler empor und sagte leise: ,'Schmer. Schiller!" ... Schließlich hatte ex aber doch Er-

Hinsicht einen guten Ausgleich vorzunehmen und damit die Gesamtversorgung in vollkommen aus= rnchendem Maße zu befreiten. Nach dem Verlauf dr beiden ersten Wochen der bezugsscheinpflichtigen Versorgung kann man jedenfalls die erfreuliche Feststellung machen, daß der nunmehr schon seit Sagen in allen Teilen gut eingelaufene Apparat vidungslos funktioniert und sein Wirken zur all- «meinen Zufriedenheit aller vernünftig und gerecht Unkenden Volksgenossen verläuft.

In Gießen mußte, wie überall, die Organisation fcs Ernährungsamtes geradezu aus dem Boden gsttampft werden. Durch die weitschauende Agrar- und tzrnährungspolitik des Relchsbauernführers, Reichs- irinifters Darre, war auch für diese Maßnahme in der von ihm geschaffenen Marktordnung In ausgezeichneter Weise der Grund gelegt worden, |o daß der Apparat über Nacht entstehen konnte. Zaum war die Anordnung der Reichsregierung er­gangen, so wurde mit aller Beschleunigung der lrganisatorische Unterbau in seinen wichtigsten Tei- In geschaffen. Am Montag, 4. September, früh- rorgens, konnte man das in der Nacht vorher irganifierte Ernährungsamt bereits an der Arbeit schen. Es ging zwar in den ersten Stunden etwas hastig und durcheinander, aber noch ehe es Mittag tturbe, lief der Apparat bereits in guter Weife auf rollen Touren. Im Sitzungssaal der Ratsherren uar die Zentrale des Amtes eingerichtet worden, der iann im Verlaufe des weiteren Aufbaues in einigen mgrenzenden Zimmern die Vervollständigung folgte. Das Bezugsscheinverfahren bürgerte sich außer- rrdentlich schnell ein, da jedermann erkannte, daß in den Geschäften alles zu haben war, was nach tem gerechten Maß zufteht, und vor allem, daß Einerlei Grund zu irgendwelchen Angstkäufen vor­handen war. Diese Gewißheit hat sich im Verlaufe ier beiden Wochen noch mehr verbreitet, so daß es |?ute für jedermann felbftverständlich ist, daß er an rdem Tage und überall auf seinen Bezugsschein as erhält, was zu feiner Versorgung erforderlich fit, und daß er zu keiner Zeit irgendeine Besorg- ' ris zu hegen braucht, die zu Angstkäufen Anlaß töte Um der Bevölkerung die Sache weiter zu er­leichtern, hat unser Gießener Ernährungsamt schon nach wenigen Tagen die gute Einrichtung der Be- ürksgeschäftsstellen geschaffen, damit die Volksge­nossen bei Wünschen und Anfragen nicht immer den Veg zum Stadthaus in der Bergstraße zu machen brauchen, sondern möglichst nähe gn ihrer Woh- rung Gelegenheit finden, sich nach jeder Richtung Hn aufklären zu lassen bzw. ihre Anträge in be­quemer Weise vorzubringen. Die Dezentralisation ber Verwaltungsarbeit hat sich als sehr zweckdien-

?ch erwiesen. Selbstverständlich wird nach wie vor

barmen mit 'Devrient und half ihm aus der 23er* legenheit.

Auch der Schauspieler Döring behauptete immer, daß er den Souffleur nicht brauchte, während er in Wirklichkeit von dem Einhelfer abhängiger als irgend ein anderer war. Ueberaü wo er gastierte, war darum sein erster Weg der zum Souffleur, dem er folgende Weisung gab:Mein Lieber, ich brauche Sie gar nicht. Ich habe meine Texte ganz sicher. Geben Sie mir darum von jedem Satz nur das erste Wort sehr scharf, den Mittelsatz recht deut­lich und dann noch das Verbumja, das Verbum! Und dann noch vernehmbar den Ansatz zum Schluß!" C. K.

Hochschulnachrichten.

Ernannt wurden zum außerplanmäßigen Pro* fessor die Dozenten: Dr. med. habil. Günther B u - delmann in Hamburg; Dr. med. habil. Heinrich yj einlein an ber Universität Bonn; Dr. med. habil. Hans Hellner in der Medizinischen Fakultät der Universität Münster; der nichtbeamtete außerordent­liche Professor Dr. phil. habil. Heinz Kirsch* bäum in Aachen; die Dozenten Dr. med. habiL Johannes Ko ch in Halle (Saale); Dr. phil. habil. Robert Mertens in Frankfurt a. M.; Dr. med. habil. Heinz O e 11 e l in Berlin; Dr. Peter Paul­sen in Berlin; Dr. med. habil. Arthur Pickh a n in Berlin; Dr. med. habil. Helmut Richter in Erlangen; Dr. med. habil. Heinz-Gerhard Riecke in Kiel; Dr. med. habil. Bernhard Simons in Jena; Dr. med. habil. Gustav Störring in Göt­tingen; Dr. med. Odorico v. Susani in Graz; Dr. phil. und Dr. med. habil. Hags Vogel in Hamburg; Dr. phil. habil. Theodor W a g n e r -, I a u r e g g in Frankfurt a. M.; Dr. phil. habiL Hermann Wenzel in Kiel.

Es ist übertragen worden: dem ao. Professor Dr. med. Amr eich in Innsbruck der Lehrstuhl für Geburtshilfe an der Universität Wien; dem Professor Dr. Ludwig Bergmann der Lehrstuhl für Physik an der Technischen Hochschule Breslau; dem städtischen Klinikdirektor Ormed Fünf* gelb in Magbeburg der Lehrstuhl für Psychiatrie an der Universität Köln; bem Stabtbaurat Bruno Lehnemann in Stettin der Lehrstuhl für Städtebau an der Technischen Hochschule Hanno* ner; dem Oberreichsbahnrat Wilhelm Staufer in München der Lehrstuhl für Eifenbahnmafchinen- wesen an der Technischen Hochschule Breslau; dem Oberregierungrat Otto U h d e n der Lehrstuhl für landwirtschaftlichen Wasserbau an der Technischen Hochschule Hannover*

Das Gießener Stadttheater hat in den vergange-1 chen wir dringender als je in diesen großen Tagen, ncn Jahren seine höchste Aufgabe darin gesehen,' da Feindschaft und Haß uns entgegenschlagen und ~ v t unser deutsches Volk sich zu neuen weltgeschichtlichen

Oeuisches Land im Osten.

In den ostoberschlesischen Wäldern.

Wie ein ferner Gesang hinwandernder Wälder IIfliegt das feierliche Rauschen der Kiefernwipfel über ler Landschaft nördlich des oftoberschlesi chen In­dustriegebietes. Kleine Dörfer find in diese unend- üchen Äälder eingebettet. Dörfer, deren Bewohner vornehmlich vom Walde leben. Frauen und Man- ner arbeiten in den Kulturen und sind unter Aus­sicht der Forster mit den Walbarbelten beschäftigt, ; mit bem Stecken der Pflanzen, dem Bauen der

33ege, den Arbeiten in den Schlägen.

Der Kulturball vereint sie alle im Spätsommer um Feste. Das kleine Dorfgasthaus kann dann die Menge der Fröhlichen gar nicht fassen.- Eine be- cheidene Dorfmusik spielt bis in die tieje Nacht Yin- j (in zum Tanze auf. .

Etwas Verträumtes liegt über diesem deutschen, waldreichen Lande und etwas Verträumtes he^t euch in den Augen seiner Bewohner. Weit, fast end­los scheint es, führen die Wege durch die Forsten, i 'rindige Wege, in denen die Räder der schweren

Wagen mahlen. _

Weiche Lieder klangen durch die Abende. Die Dörfer sind nicht reich. Hühner, Enten und Ganse »eleben die Dorfstraße, Pferde und Kühe sind selten und bedeuten Wohlstand. , . , . x

Die Winter freilich sind still, tiefvereinsamt und voller Schnee. Die Spinnräder schnurren, h^r uno i da noch ein Webstuhl, dessen Schiffchen

leine Reise macht, und um Spinnrad und Webstuyl ! itzen Frauen und Mädchen in ihren weihen ftop.i5 ! üchern und fingen alte Lieder ober hären zu, rote I eine Alte erzählt. Man geht hierzulande m Den

langen, tiefen Winterabenden gernzum Lichten iueinanber. ... .. .

I, Sommer und Winter aber steht über diesen Wai- ' d-em des ostoberschlesischen Landes ein Heller, I^u-

bin strahlender roter Schein am Himmel: Das lodernde Zeichen der Gruben, des Industriegebietes, b-es Kohlenlandes, das Zeichen der Städte Beuthen, Tleiwitz, Kattowitz und Könrgshütte.

Deutsches Grenzland in Mittelschlesien.

sieht schau, n dar ! solche tifeln! I Zwei- n| st er. n der renze.

Gifte r gr­ünd * scher wil«

Bec Optiker am Balmhaf