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Hr.39 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Mittwoch, !5. Hebruar 1939

Aus dem Reiche der Frau.

Dieter lutscht am Däumchen.

Selbst der.Struwwelpeter' kann nicht helfen.

Dieter lutscht am Daumen, und ich kann es ihm nicht abgewöhnen", klagt eine junge Mutter ganz verzweifelt.

Woher kommt eigentlich das Daumenlutschen? Die Kinderärzte sind der Ansicht, daß es im allgemeinen ein Ueberbleibsel des Saugens ist. Nicht alle Kinder lutschen, und wenn, dann verliert es sich bei den meisten von selbst. Aber die anderen, die das Lut­schen nicht lassen wollen, ja, die sogar noch als Schulkinder Daumenlutscher sind was tun wir mit ihnen?

Das Radikalmittel, das der guteStruwwel­peter" vorschlägt, den Daumen mit der Schere ein­fach abzuschneihen, ist zwar ein erzieherisches Hilss- und Abschreckmittel, aber doch leider nicht in die Tat umzusetzen.

Was soll nun aber die Mutter tun, wenn nichts mehr hilft. Bor allem muß sie sich darüber klar fein, daß solche Angewohnheiten wieDaumen­lutschen" überhaupt nicht mit Strafen auszurotten sind. Hier kann nur eiserne Konsequenz der Mutter und ebenso viel Geduld zum Ziele führen.

In den meisten Fällen gelingt es, den Kindern das Daumenlutschen am Tage abzugewöhnen, weil man sie ja ständig beobachten kann und in einem Gefahren-Augenblick sofort mit irgendwelchen Spie­len ablenken und beschäftigen kann, so daß sie das Lutschen einfach vergessen. Darum klagen die meisten Mütter darüber, daß das Kind nachts lutscht. Das kann man zum Glück ganz genau kontrollieren. Denn erstens ist ja der Daumen immer wund und weh, ja, sogar der Mund zeigt Spuren. Und nicht nur diese sehr unerfreulichen Anzeichen auf die Dauer kann übrigens wirklich die Form des Dau­mens durch ewiges Lutschen verunziert werden bringt das Lutschen mit sich, sondern das Schnal­zen des Kindes ist meist so laute, daß es die an­deren Geschwister damit weckt und womöglich auch zum Lutschen verführt.

Im frühen Alter von 1 oder 2 Jahren kann man dem Kind natürlich noch nicht mir Vernunftgrün­den kommen. So greifen die meisten Mütter zu einem anderen Mittel. Sie setzen sich abends ans Bettchen des Kindes und halten die Hand so lange fest, bis das Kind eingeschlafen ist. Das mag aus­gezeichnet gegen das Daumenlutschen helfen. Aber es hat den Nachteil, daß man dem Kind eine andere Unart angewöhnt: nicht einzuschlafen, ohne daß Mutti da ist. Und man soll ja niemals einen Fehler mit einem neuen Fehler austreiben.

Dagegen ist ein schon oftmals wirkungsvolles Mittel, das Däumchen des Kindes mit einer schlecht schmeckenden, natürlich völlig unschädlichen Tinktur zu bestreichen. Aber bei richtigen Daumenlutschern will das ebenso wenig helfen, wie etwa Handschuhe. Da wird nämlich ganz einfach der Daumen mit dem Handschuh in den Mund gesteckt. Als ausge­zeichnetes Mittel hat sich aber folgendes bewährt: Man näht an das Nachthemdchen ein paar dicke wollene Aermlinge oder Strümpfe, in die die Aermchen des Kindes genau hineinpassen. Das Kind kann nun den Daumen nicht finden und wird wohl oder übel ohne Daumenlutschen einschlafen müssen. Die ersten Nächte wird es sich natürlich mit Schreien oder großer Unruhe rächen. Wenn aber die Mutter durchhält und nicht etwa Dieterden bösen Aerm- ling" aus Mitleid oder eigener Ruhebedürftigkeit ab­macht, wird schon nach wenigen Tagen der Erfolg da sein. In ganz schweren Fällen gibt es nur eines: Die Aermcken des Kindes anzubinden; dann aber sollte die Mutter das Kind unbedingt nachts in nächster Nähe haben.

Aber bisher haben die wollenen Aermlinge noch niemals ihre Wirkung verfehlt, also wollen wir es doch einmal probieren. L.

Das andere Zch.

Kostümplauderei zur Faschingszeit.

Einmal im Jahr ist Karneval." Einmal im Jahr wird das Alltagskleid des täglichen Daseins abge- fftreift und ein buntes Narrenkostüm übergeworfen.

Es ist nicht gesagt, daß unser Kostüm einNarren- :fleib" an sich sein soll. Es kommt ja vor allem 7!tur darauf an, daß man etwas anderes anzieht als Las übliche Vor-, Nachmittags- oder Abendkleid. Man will losgelöst sein vom Gewohnten, man will Mitten Zwang abschütteln, innerlich ebenso wie äußer- Üich. Kurz gesagt man will wenigstens einmal im 'Jahre sich frei und ungehindert geben können, wie snan ist.

Und nun kommt das Allernärrischste an der gan­zen Narretei: um sich so natürlich geben zu können, muß man sichverkleiden", braucht man Perücke, Maske, Schminke ... Es gibt Mucker und Schwarz- feher genug, die da behaupten, die Karnevalszeit sei die einzige Zeit, da der Mensch ungeschminkt und maskenlos echt Herumlaufe, während er sich sonst mmer hinter einer Maske verstecke. Aber solche Schwarzseher sind doch wohl recht farbenblind der Wirklichkeit gegenüber oder gar Blindgänger des Lebens, die die Buntheit des Karnevals nicht recht vertragen können. Denn ganz so falsch ist die Welt »enn ja doch nicht. Nicht einmal die Frauenherzen ind so trügerisch ...

Aber noch einen Narrenwitz erlaubt sich diese tolle Zeit, und spielt damit manchem seiner Narren und Närrinnen einen rechten Schelmenstreich. Da schickt ie plötzlich den großen Unbekannten vor. Der schaut der eifrig im Modeheft blätternden Schönen über die Schulter, tippt mit gebieterischem Finger auf (in Kostüm, das ihm zusagt, und zwingt sie, dies umd kein anderes zu nehmen. Dieser Gestrenge lomrfit aus den dunklen Tiefen des Unterbewußt- Isins. Dort lag er ein ganzes Jahr gefesselt. Mode, Anstand, gute Sitte und derlei Hüter der Ordnung keßen ihn 360 Tage lang nicht zu Wort kommen. Aber jetzt, wo alles auf dem Kopf steht, da schut- telt er die Ketten ab, schleicht sich ans Lampenlicht tnb zeigt, wie er ist. Richtiger gesagt, er zeigt, wie sie ist, die sich aerobe ein Kostüm aussucht, oder er, nenn ein Er sich Kostümsorgen macht.

Doch bleiben wir bei Ihr, zunächst sucht sie mit sonz klarem Bewußtsein etwas, was ihr steht. Lilles andere ist nicht maßgebend. Aber da taucht nie der Geist, aus der Flasche das Unterbewußtsem cmf und bestimmt anders. Man könnte es das zweite Ich nennen, dieses verborgene Leben, das sch ein ganzes Jahr lang Pflichten, Beruf, Erzie- iiung und dgl.höheren Gewalten" beugen und in

die tiefste Tiefe der Seele verkriechen muß. Dieses zweite Ich wagt sich zum Karneval hervor. Denn dieser erlaubt gar viel, warum also auch ihm nicht einmal die Freude am Dasein? Dazu sucht es sich ein ihm passendes Kostüm aus. Vielleicht würde der Trägerin ein anderes viel besser stehen. Aber das zweite Ich redet ihr vor, dieses und kein anderes stünde ihr fabelhaft. Warum soll sie auch nicht mal ihre hübschen Beine zeigen, wenn der Alltag sie stets unter langen Röcken versteckt? Warum soll sie überhaupt nicht ihre gute Figur durch ein pralles Futteral betonen? Und warum soll sie schließlich in den Tagen der gelockerten Freiheit sich mit allzu viel Stoff beschweren? So und ähnlich flüstert es ihr zu. Und sie fügt sich. Im Grunde genommen ist es nämlich nicht nur die kleine Koketterie mit ihren hübschen Gliedmaßen die vielleicht sogar noch nicht einmal berechtigt ist sondern der im All­tag gewaltsam niedergehaltene Lebens- und Liebes­hunger, der ein recht keckes, vielleicht sogar sehr ge­wagtes Kostüm aussucht. Der Witz der ganzen Sache ist aber, daß sie sich dessen oft gar nicht bewußt ist, sondern einfach unter dem Zwange des großen Unbekannten, eben ihres zweiten Jchs, handelt.

Je nach dem Charakter dieses zweiten Jchs fällt also das Kostüm aus. Ist er leidenschaftlich, )o wird er sich zigeunerhaft oder spanisch, jedenfalls aber irgendwie wild, farbentoll oder phantastisch kleiden. Ein sanftes Gemüt verrät er in biedermeierlichen, rokokomäßigen, elfen-, feen- ober märchenhaften Ge­wändern. Ost fallen seine Wünsche mit dem Wesen seiner Trägerin so zusammen, daß ihre Wahl schnell und ganz eindeutig vor sich geht. Das trifft immer

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE

dann zu, wenn das zweite Ich jahrüber nicht allzu stark unterdrückt wurde und an und für sich in die Karneoalszeit paßt. Meist aber zeigt er das Gegen­teil des Alltagsmenschen. So steckt ein Hang zum Praktischen, eine nie ausgetragene Liebe zu Hand­fertigkeiten die Geistesarbeiterin plötzlich in ein Handwerkerkostüm (Koch, Bäcker, Schornsteinfeger usw.). Die würdige Vorgesetzte, deren frisches Jung­mädchentum aber innerlich noch nicht abgestorben ist, erscheint womöglich als Groteskpuppe, Cowboy oder gar Lausbub, jedenfalls mit Vorliebe im Hosenkostüm. Ueberhaupt ist die Hose sehr bevor­zugt von all den Frauen, die das Einengende des Rockes als lästig empfinden. Ein Zeichen ihres Frei­heitsdranges, der sich im täglichen Leben nicht aus­wirken kann. In eine bäuerliche Tracht kleidet sich nur die Frau, die sich eine starke innere Beziehung zum Land erhalten hat, selbst wenn diese im Groß­stadtgetriebe nach außen hin verloren ging. Der große Unbekannte holt sie zum Karneval wieder hervor. Und in seinem ungestillten Fernweh greift er nach exotischen Gewändern unerreichbarer Lande.

Allerdings hat es das zweite Ich nicht immer leicht, sich in der Kostümwahl durchzusetzen. Da stel­len sich ihm oft genug äußere Widerstände entgegen, sei es in Gestalt einer wachsamen Frau Mama, eines eifersüchtig-ängstlichen Bräutigams, eines vor­sichtigen Ehemannes oder einfach, was wohl am häufigsten ist, in der überschlanken Linie des Geld­beutels. Doch ganz läßt es sich nicht aus dem Felde schlagen. Irgendwo, wenn auch nur in einem Zipfel, zuckt es verräterisch hervor.

Maria Mohr-Reucker.

wir tragen?

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Von den heute gezeigten neuen Rockformen ist Modell I aus breitplissiertem, hellbraunem Wollstoff. Die Plissees sind im oberen Viertel zu einem Sattel abgesteppt, der in einem schmalen Stoffgürtel (mit Stoffknöpfen) seinen Abschluß findet.

Figur II zeigt einen schlichten Glockenrock aus sechs Bahnen. Das schwarze Seidenmaterial macht ihn besonders für den Nachmittag geeignet.

Aus hellgrauem F l a n e l l ist der F a l t e n-

Sachwerterhaltung im Haushalt.

Die deutsche Hausfrau ist nicht nur Verwalterin des Hausvermögens, sie ist auch Verwalterin der ihr anoertrauten Sachwerte. Zu Neuanschaffungen sind oft nicht genügend Mittel vorhanden, und so muß sie versuchen, das Vorhandene zu schonen, um eine möglichst lange Lebensdauer zu erreichen. Da­für nachstehende Winke:

Holzlöffel und Quirle schont man, indem man sie sofort nach Gebrauch in einen am Rand des Herdes stehenden, halb mit Wasser gefüllten Topf gibt. So zieht das Fett aus der Suppe oder Tunke nicht in das Holz ein, und zugleich erreicht man, daß Speisereste nicht erst antrocknen und dann die Reinigung erschweren. Holz breiter werden vor Gebrauch mit Wasser abgespült; Fleischsaft, Fett oder Farbstoffe (Petersilie Spinat) ziehen dann nicht ins Holz ein.

Lehm als Scheuermittel ist wenig be­kannt, eignet sich aber vortrefflich zum Reinigen der Küchenbretter und Küchentischplatten aus Holz. Man streicht den feuchten Lehm auf die zu reinigen­den Gegenstände und läßt ihn etwas antrocknen; dann ist mit leichtem Seifenwasser gut nachzu­waschen, und das Holz wird rem fleckenlos. Es ist wohl bekannt, daß man Holzbretter, Schemel, Tische und rohe Holzdielen in der Faserrichtung scheuert, andernfalls wird das Holz rauh, wodurch das Aus­sehen leidet und die Reinigung erschwe^wird.

rock mit dem Sattel und den einaeschnittenen Taschen. (Figur III.) Eine einfache Bluse mit eben­falls eingefchnittenen Taschen aus dem gleichen.Ma­teri al kann (mit einem roten Schlangenledergurtel) dazu getragen werden.

Der Rock mit den gegeneinandergelegten Falten und den aufgesetzten Taschen (Figur IV) ist aus dunkelblauem^, festem Wollstoff. Das schmale Gürtelchen ist angearbeitet und wird (wie die Taschen) mit blauen Galalithknöpfen geschlossen. H.

Nasse Scheuerbürsten, auch gewaschene Haarbürsten usw. leat man zum Trocknen auf die Seite ober auf die Borsten. Die Politur bet Kleider- und Haarbürsten schützt man beim Waschen, indem man sie vorher mit Oel bezieht.

Kuchenbleche schützt man vor Rost, indem man sie am besten nur mit Salz und Zeitungs­papier abreibt. Ist damit eine Reinigung nicht mög­lich, wäscht man sie in schwacher Sekfenlauge; auf keinen Fall darf man sie mit Sand oder Ata scheuern, da dadurch die rostschützende Schicht ab­gescheuert wird.

Emaillegeschirr muß man sorgfältig behan­deln, wenn man es lange brauchbar erhalten will. Da Emaille ein Ueberzug aus einer gefärbten und undurchsichtig gemachten Glasart ist, springt diese bei unachtsamer Behandlung leicht ab, kann in die Speisen geraten und zu schweren Verdauungsstörun­gen führen. Deshalb darf der Wechsel zwischen heiß und kalt nie plötzlich sein.

In vielen Haushaltungen erfahren die Besen nicht die richtige Behandlung; die zwangsläufige Folge ist, daß sie vorzeitig unbrauchbar werden. Niemals dürfen die Besen in der Nähe des Herdes hängen, da durch die Hitze das Pech, mit denen die Besenbündel in das Holz eingesetzt sind, schmilzt und die Borstenbündel dadurch herausiallen. Ebenso verursacht die Hitze das Springen und Reißen der Hölzer. Daß Besen nicht mit den Borsten auf dem Boden stehen sollen, braucht ja wohl nur kurz er­wähnt zu werden. M. L,

Fastnachtstüchle.

X5on Frida Aisch.

Dieses Mol nehmen wir als Backfett am besten eine Mischung von einem Teil Rindsfett, einem Teil Schmalz, einem Teil Tafelfett. Sehr gut und geschmacklos ist frisches Olivenöl. Und bann ist bas erste, baß wir uns bie kleine Plauberei über K rep- Peibackfett, bie wir uns aufbewahrt hatten, versuchen. Sie staub in unserem lieben Gießener Anzeiger am 3. Februar 1937 imReich ber Frau". So, nun können wir anfangen. Da ist mir ein ur­altes Rezept aus Augsburg in bie Hänbe geraten:

Faftnachtsküchle mit Hefen. Es wirb 1 Pfund Mehl in eine Schüssel getan, 2 Eier zer- kleppert und ein hühnereigroßes Stück Fett ober Butter baran getan. An dieses wird ein wenig Milch gegossen und wohl 2 Löffel voll Hefe (30 Gramm), bas Mehl mitangemacht, nach Gutbünken gesalzen unb, wenn ber Teig so dick wie ein bicker Spatzen­teig ist, so lange geklopft, bis er sich vom Löffel schält. Dann wirb eine kleine Hanb voll Weinbeere daran gerührt unb ber Teig geht. Wann bies ge­schehen, läßt man ein klein wenig Fett in einem Pfännlein zergehen, tunkt, nachdem man sich die Hände sauber gewaschen hat, die Finger darein und ziehet aus dem Teig kleine runde Küchlein, welche man in heißem Fett schön gelb herausbäckt. Man kann den Teig auch ein wenig wirken, zwei- messerrückendicke Plätze auswärgeln, und mit dem Küchlein-Rädlein viereckige Stücklein daraus schnei­den unb so backen.

Man kann auch Fastnachtküchlein auf folgende Art machen: Zwei Eier werden mit wenig Salz und einem spitzig gemessenen Quart Milch zerklep- pert, und darein wird soviel Mehl gerührt, bis der Teig so ist, daß man ihn auswärgeln Fann. Wenn er ausgewärgelt ist, wird ein Vierling Fett auf ber Hälfte von dem Teig herumgefchnitten, bie andere Hälfte barübergelegt unb so ber Teig breimal über­schlagen. Alsdann ein messerrückendick ausgewärgelt, einem Küchlein-Rädlein ausgeschnitten und gc= bflRn.

Gebackene Hirschhörnlein. 90 Gramm Mehl, 1 Eßlöffel Fett, 1 ganzes unb ein Eigelb, 1 Eßlöffel Zucker werben zusammengewirkt zu mäßig festem Teig. Merkt man beim Kneten^ daß ber Teig zu fest wirb, gibt man wenig Milch zu. Auf bem Nudelbrett bünn ausrollen, kleine Streifen schneiden in Fingerbreite unb von diesen Würstchen rollen. Rechts unb links, den langen Weg, schneibet man an einer Seite einen schmalen Streifen ein, nicht ab. In ber Mitte müssen sie noch fest fein. Diese Streifen biegt man in ber Mitte wie einen Bogen zusammen, ber oben etwas auseinanber steht. In biesen Bogen macht man unregelmäßige Einschnitte mit einer kleinen Scheere. Wenn diese Kuchchen ins heiße Ausbacksett kommen, spreizen sie sich ausein­ander und sehn wie richtige Hirschgeweihe aus.

Fastnachtskreppel. 1000 Gramm Mehl, 100 Gramm Zucker, 200 Gramm Feit, 4 ganze Eier, abgeriebene Zitrone, wenig Milch. Salz nach Wunsch. Als Trieb 50 Gramm Hefe.. Davon einen mittelfesten Teig kneten, gehn lassen, zweimal her- unterschlagen. Sie dürfen nur mäßig gehen. Das zweimalige Herunterschlagen macht den Teig wollig. Wir müssen dieses Jahr "den Teig etwas fester hal­ten, als wir das bei den Mehlen der früheren Jahre taten. Denn der Teig quillt nicht mehr so viel nach­träglich. Auf bemehltem Brett werden eigroße Ku­geln zum Aufgehn gesetzt. Ein Tuch muß daraus gedeckt werben, damit keine harte Haut entsteht. Sie werden, nur wenig gegangen, in heißem Fett aus­gebacken. Zu sehr. gegangene Pfannkuchen, trinken zu viel Fett. Wenn sie eine Füllung erhalten sollen, rollen wir Platten aus, stechen weinglas- große Plätzchen aus, geben in die Mitte des einen etwas Fruchtmus, keinen Gelee, der würde voll­ständig verschwinden. Dann decken wir ein anderes Plätzchen darauf und stechen noch einmal mit dem Weinglas aus. Dadurch sitzen bie Ränder gut auf­einander. Ist das nicht ber Fall, back die Füllung heraus. \

Mutze nmandeln. 100 Gramm Zucker, 50 Gramm Butter ober Fett, 4 ganze Eier mit Zimt, Nelken gut würzen und einem Löstet voll Rum. tüchtig klopfen. Dann 500 Gramm Mehl dazu ar­beiten, bis alles ziemlich fester Teig ist. Dann kne­ten wir eine Handvoll geriebene Mandeln darunter und eine Prise Hirschhornsalz. Als Kugel ruht der Teig zugebeckt einige Stunben, damit er sich bünn ausrollen läßt, ohne zu reißen. Die Manbeln kön­nen auch fort bleiben. Wir stechen Manbestorm"N aus, bie im heißen Fett ausgebacken werben und bann durch bas Hirschhornsalz so aufgepuftet sinb, wie bitte braune Manbeln.

Räberkuchen machen wir aus demselben Teig, wenn wir mit dem Kuchenrädchen Streifen schneiden in Fingerlänge und Breite. In bie Rtitte kommt ein Schlitz, burch den bas eine Enbe geschlüpft wirb. Mit Vanille gewürztem Puderzucker bestreuen.

Fa st nachts st erne. Lasse einen großen Eß­löffel Butter ober Fett zerstießen, gib 4 ganze Qjier; V2 Tasse Milch unb 150 Gramm Zucker bazu und klopfe es tüchtig. Würze mit zwei abgeriebenen Zi­tronenschalen, gib V2 Teelöffel Hirschhornsalz bar- über unb knete soviel gesiebtes Mehl barunter, daß der Teig sich leicht ausrollen läßt. Vor dem Aus­rollen ruht er eine Stunde. Sterne werden ausge- stochen, in Fett ausgebacken und mit Zucker und Zimt bestreut.

Echte Braunschweiger Prillken. Mache ein Hefestück aus 1 Tasse Milch, 40 Gramm Hefen und Vs Kilo Mehl. Während des Gehens rühre 150 Gramm Butter ober Margarine sahnig, gib 4 Eier bazu und 150 Gramm Zucker und schlage weiter. Würze nach Belieben mit Mandelöl, Vanille ober Zitrone. Eine Hanb voll Rosinen unb eine Hanb voll Korinthen kommen bazu, unb bann bickt man ben Teig mit einem reichlichen Pfunb Mehl. Wenn ber Teig gut gegangen ist, sticht man kleine Klößchen ab, bie in schwimmendem Fett ausgebatfen werden.

Faschingsbrummer. 4 Eigelb werden mit 100 Gramm Zucker unb 100 Gramm Margarine ober Butter unb Vanillezucker schaunrig gerührt. Dann siebt man einen großen Eßlöffel Kakao unb soviel Mehl barunter, baß ein nicht zu fester Teig entsteht. Hieraus rollt man fingergtieblange Röllchen, bereu eines Enbe man burch Eindrücken zum Kopf formt. Der längere Teil wirb hinten etwas zuge­spitzt. Rechts unb links fetzt man hinter bem Kopf je eine halbierte Manbel schräg als Flügel ein. Augen werben gebilbet durch kleine Stückchen Zitronat. Etwa 20 Minuten Backzeit in mäßig heißem Ofen.