Sanitäter im Feuer
ge-
zurückgehenden Feindes zu erkunden. Lebhaftes Ar- tilleriefeuer hemmte das Unternehmen des Spähtrupps, der aber seine Aufgabe erfüllte, begleitet von den Sanitätern. Ich Hörle, wie der Oberarzt die anaetretenen Sanitäter zu einem stillen Gedenken aufforderte für einen Kameraden, der in Erfüllung seiner Pflicht gefallen war. Seltsam berührten mich diese Worte, die in die Reoierstube herüb er klagen. Ich bin aufgestanden und habe still zugehört. Dann lobte der Oberarzt einen seiner Männer mit besonders auszeichnenden Worten und kündigte an, daß ihm das Eiserne Kreuz verliehen werden wurde. Gespannt horchte ich zu: es handelte sich um einen Sanitätshilfssoldaten. Er war mit einem anderen Spähtrupp unter Feuer vorgegangen. Er verband einen schwerverwundeten Kameraden so geschickt, daß das Verbluten verhindert wurde. Dann nahm er den Kameraden auf die Schulter und trug ihn durch das Feuer in die rückwärtige Stellung.
Hart und ohne Sentimentalität wurde das Lob gespendet. Jeder aber spürte das mitreihende Gefühl, das bei diesen Worten alle erfüllte.
Als dann der Oberarzt kam, um mein Knie zu untersuchen, schämte ich mich fast, ihn und seine Sanitäter wegen einer solchen Kleinigkeit zu belästigen. Egon Louis.
B ertin, 13. Nov. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Erneute Versuche starker feindlicher Spähtrupps auf den höhen beiderseits Liederschiedt, 11 Kilometer südwestlich Pirmasens, Fuß zu fassen, blieben ohne Erfolg. Ein Offizier und 24 Wann wurden als Gefangene eingebracht.
Beiderseits Saarbrückens etwas stärkeres Mtfil- leriefeuet als in den letzten Tagen.
Starker feindlicher Spähtrupp abgewiesen.
Der Wehrmachtsbericht vom Montag.
Büchertisch.
— A. Dürer, Landschaftsaquarelle; 2. Folge. Eingeleitet von Dr. H. E. Pappenheim. 24 Seiten Text mit 11 Abbildungen und 9 farbigen Tafeln; Preis: 2,80 RM. Verlag Woldemar Klein, Berlin. — (225) — Die vorliegende neue Folge der Landschaftsaquarelle Albrecht Dürers wird gewiß freudig begrüßt werden von allen, die den großen deutschen Maler schon in der 1. Folge als Landschafter kennenlerntrn. Neben den eindrucksvollen, rein architektonischen Schloßhöfen von Innsbruck und den Blättern mit dem Steinbruch Jo- hanniskirchlein und Trockensteg — Zeugnisse seiner liebevollen Beschäftigung mit den landschaftlichen Motiven seiner fränkischen Heimat — bringt der Band erstmalig in farbigen Wiedergaben Landschaftsskizzen (die Baumgruppe im Hochgebirge, das Schloß Segonzano), die die ganze Frische einer ersten Naturimpression vermitteln; Blätter, die in Auffassung und Kolorit fo modern wirken» daß
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Rucktäschel kam stolz vom Revier heim.
,^habe heute einen fabelhaften Blattschuß macht!"
,Lluf einen Hirschen? Auf einen Bock?"
Jlnihml Auf em Blatt am BaunU"
Hasenjagd.
Don So Hanns Rösler.
Kimme geht seit Jahr und Tag auf die Jagd- Kimme hat seit Jahr und Taa nichts getrosten. Geschossen hat er enorm viel. Aber einmal war die Büchse daran schuld, einmal das Pulver und einmal das Mei, dann wieder der Schaft und der Hund und der Riemen und ein Sommerfrischler und der Hase und das Reh, kurz Kimme kam zu keinem guten Schuß. Ader wie es der Zufall will, heute donnerte Kimme einen Hufen nieder. Beim vierten Schuß lag das Tier. Mit gewaltigem horrido stürzte sich Kimme auf den toten Feind. Stolz stand er daneben. Dann schulterte er die Buchse, warf einen letzten Mick auf den Hasen und ließ ihn liegen.
„Wozu chn mitnehmen?", sagte er traurig, „es glaubt mir ja doch keiner!"
P. K. 7. Nov. Nur wenige Kilometer von der Front. Ich gehe zur Reoierstube. Das versl...... Dreckwetter hatte den Boden so glatt gemacht, daß ich hingefallen war und eine Knieverletzung davon- ^Jch saß also auf der Revierstube; eine Viertel- stunde, eine halbe Stunde, eine ganze Stunde. Na a, die Hälfte seines Lebens. — Der Oberarzt hatte allerdings gesagt: „Warten Sie einen Augenblick. Ich habe den Augenblick benutzt, mir in aller Ruhe die Einrichtung der Revierstube anzusehen. Sauber sah sie aus, wie alles bei den Preußen. Wohlgeordnet standen die Medizinflaschen im Schrank, als wären sie in drei zu drei Gliedern angetreten. Aus dem Tifch lagen Messer und Scheren und harrten der Dinge, die da kommen sollten. Meine Schmerzen im Knie schienen nachzulassen. Offenbar hat die Revierstube die gleiche vorbeugende Wirkung wie das Wartezimmer eines Zahnarztes.
Da hörte ich nebenan die Stimme des Oberarztes. Er hatte die Sanitäter seines Bezirkes zusammen- gerufen. Die einzelnen Sanitätszüge waren von den Ortsunterkünsten nahe der Grenze zurückgekommen.
Mehrere Sanitäter hatten in der vergangenen Nacht, wie ich heraushören konnte, einen Spähtrupp begleitet, der den Auftrag hatte, die Stellung des
dann die Staatspartei ftärfer als bisher die poN- ttsche Führung innerhalb des Kabinetts erhalte» wird. *
Durch einen Gnadenakt des litauischen Staats« Präsidenten Smetona wurden dem ehemaligen litauischen Ministerpräsidenten Woldemaras die bürgerlichen Ehrenrechte wiedergegeben. Wolderna- ras war seit 1926 drei Jahre hindurch Minister« Präsident und faktisch der Diktator Litauens. Er wurde 1929 von Smetona gestürzt, als er die Staatsführung auch de jure an sich reißen wollte. Im Lause des von Smetona niedergeschlagenen Militärputsches vom 7. Juni 1934 wurde Wolde« maras verhaftet, kurz darauf vor ein Kriegsgericht gestellt und zum Tode verurteilt. Er wurde zu einer zwölfjährigen Zuchthausstrafe begnadigt und 1938 aus dem Gefängnis entlassen, unter der Bedingung, bah er sich im Ausland aufhalte. Im Sevtember 1939 kehrte Woldemaras mit Zufttmmung der Re- dierung nach Litauen zurück, doch wurde ihm der kleine Ort Zarfai im Nordosten Litauens als Zwangsaufenthalt zugewiesen.
teil von ihnen kehrte nach dem Wellkrieg in den ursprünglichen Siedlungen zurück und noch weniger blieben nach der Rückkehr in ihrer allen Heimat. Die polnischen Grundbesitzer^haben immer die wol- hynischen Deutschen nach allen Regeln der Kunst ausgefogen. Mit unendlicher Mühe haben diese Deutschen die Sumpfwaldungen gerodet und Wiesen und höher gelegene Aecker entwässert. Sie lebten aber auf Pachtland und nach dem Ablauf der Pacht- Verträge schraubten die polnischen Großgrundbesitzer sie kräftig in bie Höhe. Als dann Polen felbständig wurde, kannte die Besitzgier der polnischen Grundbesitzer keine Grenzen mehr und der polnische Staatsapparat schikanierte diese Deutschen, die schon vor der Gründung des Bismarckschen Reiches etn- gewandert waren, nach Strich und Faden. Fast alle dort angesetzten deutschen Kolonisten haben zunächst in Erdhöhlen gehaust, um es dann erst ganz allmählich zu einem Blockhaus und später zu einem ordentlichen deutschen Bauerngehöst zu bringen. Die deutschen Divisionen im Weltkrieg waren oft maßlos erstaunt, in der Nähe der Pripet-Sümpfe auf Volksdeutsche Siedlungen zu stoßen, von deren Exi- stenz sie nicht die mindeste Ahnung gehabt hatten.
Battendeutsche beim Wiederaufbau des Warthegaues angeseht.
Posen, 13. Nov. (DNB.) In Posen trafen mehrere Transporte von Baltendeutschen aus Estland und Lettland ein. Nach kurzem Aufenthalt in den Sammellagern, in denen die Baltendeutschen von der NSV. und den Stamrn- fühvern und Ordensjunkern der Ordensburg Krössin- see betreut wurden, konnten bereits die ersten Baltenbauern im Warthegau an gesiedelt werden. Der erste Schub von 33 Familien wird im Kreise Schubin südlich Momberg im Nordgebiet des Warthegaues auf geeigneten Höfen angesetzt werden. Es handelt sich um eine landschaftlich schöne Gegend. Eine größere Gruppe von, Landwirten und Bauern wird in diesen Tagen in dem Schubin benachbarten Z n i n angosetzt werden.
Regierungsumbildung in Litauen.
K o w n o, 14. Nov. (Europapreß.) Der litauische Finanzminister General S u s k u s ist zurückgetreten wegen Differenzen wirtschaftspolitischer Art, die sich aus der Rückgliederung des Wilna-^Gebietes ergeben staben. Die sehr schleppende Einschaltung in den Lit- Umlauf und die sich hieraus ergebenden sozialen, wirtschaftlichen und politischen Folgen staben wohl den Ausschlag gegeben. Es ist nicht ausgeschlossen, daß der Rücktritt von General Suskus eine Umbildung der Regierung verursachen wird, in der
schauplatz zu schaffen, der von England selbst ab- lenkt. .
Damit folgt die Londoner Regierung nur Der alten und leider zu ost versuchten englischen Strategie, möglich st viele Krieg sscha u pl atz e zum Wohle der Sicherung Englands zu sch?sten. So schrieb schon die Times anläßlich des brittsch- türkischen Paktes, daß er nötigenfalls für England die Operationsbasis zu liefern vermöge, deren gehlen die Hilfe an Polen verhindert hätte. Man weiß, daß neben Italien und Griechenland auch S ü d s l a w i e n im Bewußtsein gestiegenen Eigenwertes den englischen Wünschen die kalte Schuller zeigt. Unter diesen Umständen ist es recht wesentlich, daß Molotow in seiner Rede vor dem Obersten Sowjet am 31. Oktober die klare Erkenntnis aussprach: „Darüber (Verzicht der Türkei auf die Neutralität) ist man in England wie in Frankreich sehr zufrieden, da diese Staaten möglichst viele neutrale Länder in die Sphäre des Krieges hmem- ziehen wollen." Or. Ho.
Worpswede wird entdeckt.
Die Entdeckung von Worpswede und das Ge» heimnis seiner Landschaft schildert Manfred Hausmann in einem farbig illustrierten Aufsatz des Novemberheftes von Del Hag en & Klasings Monatsheften. Er veröfsent- licht darin auch einen Brief von Fritz Mackensen, der das Verdienst hat, Worpswede zuerst künstlerisch aufgefaßt zu haben. Mackensen erzählt, wie er auf dem Dach eines Omnibus gegen Abend in Worpswede ankam und die Wunder des Worps- weder Himmels erblickte. „Es gab Farben von Dunkelviolett, Kupferrot, Gold und Silber, und da, wo der Aether aufblitzte, erschien er grünlich oder, in den Gebieten der silbernen Zirruswolken, seidig blau. Unter einer solchen Herrlichkeit lagen die dunklen Aecker mit den Hafergarben, dem weinroten Stoppel des Buchweizens, den schwarzen Schollen der umgepflügten Erde und die dämmerige Weite mit den blitzenden Wasserläufen, auf denen schwarze Segel ihre Dahn zogen, auf den Waiden schwarzweiße Kühe, am Horizont das reiche Bild der Stadt Bremen. Ueberwälttgt von diesen Eindrücken trat ich, einem Zwang folgend, an einen Mann heran, der auf einem Acker aus umgehängtem Sack heraus säte, hoch aufragend gegen Himmel und Acker. — ,Sehen Sie mal, wie wundervoll das ist', redete ich ihn an. Der aber sah mich an, als hätte er einen Verrückten vor sich und antwortete: ,Düsse Nacht früßt et'. — An diesem Abend schrieb ich meiner Mutter: Hier male ich mein erstes Bild'."
man leicht geneigt märe, sie einem Meister aus dem Ende des 19. Jahrhunderts zuzuschreiben.
— Die Ratsherrntochter von Rothen« bürg. Erzählung von Adolf O e r i n g f. (Verlag A. Anton & Co., Leipzig. Gebd. 3,60 RM.) — (193) — Der Leser lernt hier in zeitnahem Ge« wände ein Stück deutscher Geschichte aus wildbe« roegter Zeit und zugleich einen packenden Ausschnitt aus dem Dreißigjährigen Kriege kennen. Zwei junge Menschen erleben diesen Abschnitt deutschen Geschehens gelegentlich eines Pfingsbesuches in der Tauberstadt Rothenburg im Nachspüren und Empfinden des Lebensschicksals der Barbara Hirsching, der Ratsherrntochter von Rothenburg. Der Dichter hat diese Geschichte in außerordentlich reizvoller Form geschildert und damit den starken Zauber der alten Freien Reichsstadt mit ihren Straßen und Gassen dem Leser anschaulich nahegebracht. Die Großen jener Zeit (Gustaf Adolf, Wallenstein, Tilly usw.) werden im Rahmen der Erzählung in den nrn Umblick des Lesers gestellt, dabei aber auch eben einer tapferen deutschen Frau und die ihr vom Schicksal zuerkannte Rolle feinsinnig geschildert. Das schöne Buch, das vor allem unseren Frauen und Mädchen empfohlen sei, bereitet dem von Anfang bis Ende stark gefesselten Leser einen wertvollen geistigen Genuß. Ernst Blumschein.
— Liebelei mit der Kleinbahn. Don Marga G a r n i ch. (Volkskraft Derlagsgesellschast m. b. H., Berlin. Gebunden 5,80 RM.) — (186) — Diese Erzählung von der Kleinbahn sind für den Leser eine besondere Freude. Die Fahrt beginnt in Ostpreußen auf der Haffuferbahn, die am Ufer des Frischen Haffs von Braunsberg nach Elbing führt. Dann geht es kreuz und quer durch alle Gegenden unseres schönen Vaterlandes, immer mit einer Kleinbahn und stets in so prachtvoller Gemütlichkeit und Gemächlichkeit, daß man sich gern der Reifeführung der Verfasserin anvertraut. Man erlebt und sieht dabei im Geiste eine Menge Schönes, das als unvergeßlicher Gewinn gern mit in den Alltag genommen wird. Eine Fülle von Zeichnungen, Kartenskizzen und ganzseitigen Photos bildet eine wertvolle Bereicherung des köstlichen Buches, das man immer wieder gern zur Hand nimmt. Ernst Eiumschein.
— D i e Wirtschaftskurve, herausgegeben unter Mitwirkung der „Frankfurter Zeitung" (Sozietäts-Verlag, Frankfurt) bringt in ihrem Heft II 1939 einen gerade durch die gegenwärtigen Ereignisse höchst aktuell gewordenen Aufsatz von Dr. Leonhardt Miksch über Wirtschaftsgroßmächte und Nebenländer. Auch der Aufsatz über Mangan-Erz dürft- heute auf besonderes Interesse stoßen.
Spendenbeträge auf das Konto 4444 der Reichsleitung der NSDAP, bei der Bayerischen Ge- meindebank in München, Girozentrale, abzusuhren. Gleichzeitig richtete der Reichsschatzmeister an die Dienststellen des Reiches, der Länder und der Gemeinden die Bitte, mit den bei. ihnen einlaufenden Spenden in gleicher Weife zu verfahren.
Der Kriegseinsah der deutschen Frau.
Die Reichsstauenführerin Frau Scholtz-Klink veranstaltete in ihrem Gästehaus in Dahlem einen Empfang fiir die ausländische Presse in Berlin. Sie gab einen Ueberblick über den Aufbau und das Wesen der deutschen Frauenorganisatton unter besonderer Berücksichttgung des Kriegseinsatzes der deutschen Frau und betonte, daß der gesamte Ein- atz von 15 Millionen Frauen auf der Grundlage völliger Freiwilligkeit beruhe. Auf dem Gebiete der Ernährungspolitik habe die Frau entscheidend mitgewirkt an den zahlreichen Maßnahmen, die zur Sicherung der hauswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Bedürfnisse des deutschen Volkes not- wendig waren. Die deutsche Frau weiß heute, daß sie durch ihre Arbeit dazu beiträgt, daß das Werk Des Fuh^rs ^m siegreichen Abschluß gelangt. Diese Gewißheit ist chr tiefste Verpflichtung.
Oie Wolhynien-Oeutschen kommen!
Das deutsch-russische Si edlun gsab - kommen, über das wir wiederholt berichtet haben, sieht einen Bevölkerungsaustausch der deutschstämmigen Kolonisten in O st g a l i z i e n, dem angrenzenden W o l h y n i e n und dem nördlich gelegenen Podolien gegen die Ukrainer und Weißrussen vor, die diesseits des Narew, des Bugs und des Sans wohnen. Das Bekenntnis zur Nationalität erfolgt durch einfache Willenserklärung. Jetzt wird gemeldet, daß bis Ende November bereits 50 000 Volksdeutsche über Litauen nach Deutschland kommen. Auf den litauischen Bahnhöfen, besonders in Kowno. wird für Bewirtung und Erfrischung gesorgt. Es bleibt immer zu de- achten, daß sich das Umsiedlungsabkommen nur auf die Volksdeutschen in der jetzigen Westukraine beschränkt und also nicht etwa die recht zahlreichen Deutschen in der S ü d u k r a i n e („Schwarze-Meer- Deutsche") oder die Kaukasus- oder dieW o Iga- ober die sibirischen Deutschen umfaßt. Wie groß nun die Zahl der westukrainischen Deutschen ist, läßt sich lediglich vermuten. Man weiß aus den Dorkriegsstatistiken, daß in Ostgalizien gut 30 000 und in Pobolien und Wolhynien über 150 000 Volksdeutsche leben. Im Weltkriege wurden aber etwa 100 000 der wolhynischen Deutschen zur Ansiedlung nach Sibirien gezwungen. Nur ein Bruch-
Am Montag trafen sie sich wieder.
„Warum hast du mir denn keinen Hasen geschickt!", murrte der Freund beleidigt.
,^Jch soll dir keinen Hasen geschickt haben?"
„Nein."
„Ich habe dir doch einen Hasen geschickt, Emil!" „Ich habe feinen bekommen."
Da hob der alte Förster Donnerbüchse feine Stimme und grollte so laut, daß die Fenster flirr» ten: .
„Das nenne ich eine Gemeinheit! So ein Lump! Da ist er einfach nicht zu dir gekommen! Aber ich habe dir einen Hasen geschickt. Gleich nach dem wir uns getrennt hatten, habe ich einem Hasen zu- gerufen: geh sofort zu meinem Freunde Emil! Wenn der nicht gekommen ist, Emil, da kann ich wirklich nichts dafar." *
Lauschen jagt Hasen. Er jagt zwei Stunden, er jagt vier Stunden. Jeder Schuß ein Luftloch. Da zieht Läufchen feine Jägeruhr, nickt befriedigt und brummt:
„Genug für heute! Jetzt schieße ich noch schnell an zwei Hasen vorbei und dann gehe ich nach Hause."
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Herrmannsdorfer ist ein eifriger Jäger vor dem Herrn. Jeden Sonntag hält ihm der Wildbrethänd- ler Weidmannsdank feinen Hasen zum Abholen bereit. Eines Sonntags aber bleibt Herrmannsdorfer aus. Er bleibt auch in der nächsten Woche aus. Schon sechs Wochen hat jetzt Herrmannsdorfer bei Weidmannsdank feinen Hasen nicht abgeholt. Eines Tages trifft ihn nun der Wildbrethändler.
„Ich habe Sie jetzt fchon lange nicht bei mir gesehen", begrüßte ihn, „Sie schießen wohl jetzt bei der Konkurrenz?"
Ueber das Büchsenlicht sind Bücher geschrieben mordest. Unser alter Ja gdp achter braucht das alles nicht. Jüngst saß ich mit ihm auf der Jagdkanzel in der Genossenschaft. Es dämmerte bereits stark und aller Augenblicke hobd er Jäger seine Hand und betrachtete sie eingehend.
„Was machen Sie denn da?", flüsterte ich.
Er brummte:
„Ach nur von wegen dem Büchsenlicht. Solange i ich nämlich noch den Dreck unter den Fingernägeln i sehen kann, so lange ist Büchsenttcht."
Drei Jäger vor dem Herrn saßen beim Schüssel, treiben und erzählten von ihren Jagdtrophäen. Und die drei Jäger hießen — die Namen sind nicht erfunden, man kann sie im Jägeradreßbuch für die Pfalz Nachlesen — Piff, Paff und Puff.
,Zch habe gestern einen Hasen von zehn Pfund ge chosfen", begann Puff stolz zu erzählen.
„Was? Zehn Pfund? Mein schwerster Hase heuer wog sechzehn Pfund!", meinte Paff.
Piff machte eine wegwerfende Handbewegung.
,Zhr Schinder!", sagte er mitleidig, „so leichte Hasen lasse ich laufen. Unter^ zwanzig Pfund schieße ich überhaupt keinen Hasen."
Da begann Puff bitterlich zu meinen.
Immer heftiger wurde fein Schluchzen.
„Was weinst du, Puff?"
„Ach!"
,Mas denn?
„Das ist eine solche Gemeinheit — immer muh ich als Erster erzählen!" *
Der alte Förster Donnerbüchse schnallte seinen Hund an und ging in den Wald, Hasen zu sagen. Unterwegs traf ihn ein Freund.
„Lieber Donnerbüchse", bat er, ,chich kosten die Hasen doch nichts — schick Mir doch Sonntag einen als Sonntagsbraten!"
„Wird gemacht!"
„Du willst mir wirklich einen Hasen schicken?
„Freilich. Ich schicke ihn dir noch heute." „Weidmannsheil!"
Meidmannsdcmkl*
Neuer Berfchleierungsversuch.
Kriegswille und Kriegsschuld Großbritanniens sollen vertuscht werden.
Berlin, 13. Nov. (DNB.) Der britisch« König und der französische Staatspräsident haben auf die Botschaft des Königs der Belgier und der Königin der Niederlande in zwei Noten geantwortet, die sich weder dem Geiste noch dem Inhalt nach von der Tonart unterscheiden, mit der die britische Re- gieruna seit Monaten glaubt, das deutsche Volk herausfordern zu können. Bei der Erwähnung früherer Vermittlungsversuche, bei der Begründung für die Kriegserklärung an das Reich und bei der Behandlung der sogenannten brittschen „Kriegsziele" arbeitet Großbritannien wiederum mit Verdrehung von Tatsachen und bedient sich der gleichen scheinheiligen Argumente und überlebten Propagandaphrasen, die schon die Reden des brittschen Premierministers vom 12. Oktober und des Außenministers vom 2. November, auf die sich die brittsche Note ausdrücklich beruft, kennzeichnen. Nachdem unter Hinweis auf diese Erklärungen der brittschen Regierung, die eine Herausforderung des deutschen Volkes darstellen und die Vernichtung Deutschlands als Kriegsziel offenbaren, jeder Friedensverntttt- lungsversuch bewußt von vornherein sabotiert wird, sind die Noten als ein weiteres taktisches Manöver zu bewerten, durch die der absolute Kriegswille und die Kriegsfchuld Großbritanniens verschleiert werden sollen.
Koweit.
Die stanzösische Nachrichtenagentur Hcwas meldet die Absicht der Engländer, im Sultanat Koweit eine Flottenbasis zur besseren Kontrolle des Schiftsverfehrs der beiden Staaten Saudi-Arabien und Irak (mit der Hauptstadt Bagdad) anzulegen. In der letzten Zeit wurde der I r a k genannt, weil et dem aus dem syrischen Mandatsgebiet Frankreichs geflüchteten Großmufti von Jerusalem die Aufenthaltserlaubnis gewährt hatte,' das Arabien des mächtigen Wahabitenkönigs Ibn Saud aber befleißigt sich im gegenwärtigen weltpolitischen Konflikt einer strengen Neutralität. Die „leichtere und bessere Kontrolle" der Schifffahrt dieser beiden Staaten hat also einen bemerkenswerten Hintergrund.
Das Sultanat Koweit, nach dem sich jetzt die Hand Englands ausstreckt, ist an sich ein kleiner Staat von nur 5000 Quadratkilometer Fläche unb etwa 40 000 Einwohnern, von denen 30 000 allein in der gleichnamigen Hauptstadt Koweit leben. Aber das Ländchen ist strategisch und wirtschaftspolitisch wichttg. Schon seit Jahren reiben sich hier die Engländer mit Ibn Saud. Im Jahre 1919 versuchten seine Wahabiten einen Vorstoß mit Waffengewalt, wurden aber von englischen Bombern mit Luftbonbons und Maschinengewehrfeuer traktiert. Ern zweiter Versuch Ibn Sauds, sich in den Jahren 1927/28 des Gebiets zu bemächtigen, von wo der Araberkönig eigentlich feine Laufbahn
Oie Ermittlungen zum Münchener Sprengstoffanschlag.
Berlin, 13,Nov. (DNB,) Der Oberreichr- anwalt beim Volksgerichtshof für das Deutsche Reich, Lautz, der mit dem Münchener Generalstaatsanwalt vorn Abend des 8. November ab die reichsanwaltschaftlichen Aufgaben bei der Untersuchung des hoch- und landesverräterischen Mün- chener Sprengstoffanschlags wahrnimmt, hat am Montag dem Reichsminister der Justiz eingehenden Bericht über den Stand und die bisherigen Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens erstattet.
EinheitlicheBetreuungderAngehSrigen der Toten und Schwerverletzten des Münchener Attentats.
Berlin, 13. Rav. (DNB.) Der Reichsschatz- meister der NSDAP, hat alle Maßnahmen getroffen, um die materielle Hilfeleistung für die Angehörigen der Toten und Schwerverletzten des Müncheners Attentats sicherzustellen. Außerdem sind aus allen Kreisen des deutschen Volkes spontan zahlreiche Spenden bei der Reichsleitung und bei anderen Dienststellen der Partei eingelaufen. Um eine einheitliche Betreuung durchführen zu können, erließ der Reichsschatzmeister an alle Dienststellen der Partei und ihre angeschlossenen Verbände die Anordnung, die dort einlaufenden
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