1§./I5.Ottober 1959
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)
Schön.
Heinz Chöre: Harry
Uhr: „La Traviata", Oper von Giuseppe Verdi. Musikalische Leitung: Heinz Markwardt, Spielleitung: Ber narb Schmitz. Freitag-Miete, 4. Vorstellung.
Sonntag, 22. Oktober, Anfang 19 Uhr, Ende gegen 22 Uhr: Erstaufführung „Gasparone", Operette
von Karl Millöcker. Musikalische Leitung: Markwardt, Spielleitung: Harry Grüneke, Richard Boeck. Tänze: Thea Maaß und Grüneke. Außer Miete!
ist, gelangte der Ruhm dieses Werkes" doch bis. ziH Kaiser Rudolf II. nach Prag, der ebenso wie eilt Jahrhundert später Zar Peter von Rußland den Stadt vergeblich hohe Geldsummen bot, wenn sis ihm dieses Bildwerk überlassen wollte. In jener! dunkelsten Epoche Preußens vor den Befreiungss kriegen mußten die Danziger dann ihren Memling doch für eine Zeit missen. 1807 schickte Napoleon! durch ein Edikt das Danziger Altargemälde nach Paris. Neun Jahre blieb es dort, bis es Friedrich Wilhelm III. 1816 für die Stadt Danzig wieder zu- rückforderte."
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Wir haben uns mit dem Kreisfachschafts- walter der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe, Kreisgruppe Gießen, über die Kriegsaufgaben der Gaststätten und ihre Erfüllung im Dienste der Volksgemeinschaft, zugleich auch im Hinblick auf den Dienst am Kunden, unterhalten. Das Ergebnis der Unterredung ist wie folgt zusammen- zufassen.
Durch Erlaß des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft ist vom 2. Oktober ab die Abgabe von Fleisch, Brot und Nährmitteln in Gaststätten nur noch auf die entsprechenden Abschnitte der Haushaltskarten bzw. der sog. Reisekarten gestattet. Nach einer Anordnung des Leiters der Wirtschaftsgruppe Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe hat seit diesem Ministerialerlaß jede Gaststätte ein kartenfreies preiswertes Gericht für die Gäste bereitzuhalten, das die Bezeichnung „Stammgericht" führt. Ferner ist die Speisekarte in ihrem Ausmaß der vorrätigen Speisen, wie auch in der Verwendung der Lebensmittel den gegenwärtigen Kriegsverhältnissen und der jeweiligen Vorratslage anzupassen. Dieser Sachverhalt stellt die Inhaber von Gaststätten täglich neu vor eine verantwortungsvolle Aufgabe, die in der rechten Art zu erfüllen jedem Gastwirt von seiner Berufsorganisation zur besonderen Pflicht gemacht ist.
Das Gastwirtsgewerbe betrachtet sich als im Dienste der deutschen Volksernährung befindlich. So sorgsam muß auch in den Küchen der Gaststätten röten wirtschaften muß, so zweckentsprechend und sorgsam muß auch in den Küchen der Gaststäten mit diesen Vorräten umgegangen werden. Jeder Gaststätteninhaber muß sein besonderes Augenmerk darauf richten, daß von den Lebensmitteln nichts vergeudet und daß damit die äußerste Wirtschaftlichkeit erzielt wird. Zugleich muß er aber auch, sowohl unter dem Gesichtswinkel der Gegenwartsverpflichtung, als auch im Hinblick auf seine eigenen Interessen in der Zukunft, darauf achten, daß seine Gaststätte den Gästen AU jeder Zeit als eine behag-
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Interesse der Gäste, denen dadurch eine größer^ Abwechslung in der Verpflegung geboten wird.
Um den Gästen aber auch die Möglichkeit zu bieten, ohne Marken ein gutes und sättigendes Mittagessen zu erhalten, ist das „Stammgericht" get schaffen worden. Die Preislage ist auf 60 Rpf. als Mindestbetrag festgesetzt. Hinsichtlich der Kalkulation dieses Stammgerichts gilt die Richtlinie, daß der Preis in einer Höhe festgesetzt werden soll, die etwa! um den Preis der Fleischbeigabe zu einem gleichen! Gericht niedriger liegt; d. h., würde eine solche Speise mit Fleisch 1,— RM. kosten, so wäre, wenn olle' Teile des Essens gegeben werden und nur das Fleisch fehlt, ein Preis für das Stammgericht anzusetzen, der in der Höhe des Fleischpreises unten 1,— RM. liegt. Zwei Beispiele für ein Stammgericht: ein schmackhaftes und sättigendes fleischloses Gericht-ist folgendes: eine Kartoffelsuppe, Bratkar^ toffeln mit Zwiebel, gemischter Salat mit verschiedensten Gemüsen und Beigabe von frischem Obst, ober auch Rosenkohl-Eintopf mit Sellerie- unb Mohrrübenbeigabe. Natürlich gehört zu einer solchen Küchenführung, daß in bereitwilliger Weise auch eine Umstellung beim Koch ober ber Köchin selbst auf bie neue Art erfolgt.
Erforderlich ist ferner, daß die Mittagsgäste zu! den Mahlzeiten an fleischlosen Tagen ebenso erschein nen, wie an den Tagen mit Fleischspeisen. Nach dieser Richtung hin hapert es bis jetzt noch in bet Haltung mancher Gäste. Wie jeder verständige (9afte wirt stets bestrebt sein wirb, alles zur Befriebigung ber Wünsche seiner Kunbschaft zu tun, so muß anher* seits auch ber Gast nicht nur sich kennen, sonderns gebührende Rücksicht auf den Betrieb des Gaste stätteninhabers nehmen, denn beide befinden sich doch gewissermaßen in einer Interessengemeinschaft Wenn beide in dieser Weise zusammenstehen, dann leisten sie an ihrem Teile anerkenneswerte Mithilfe! bei der Erfüllung ber großen Aufgaben, die uns* allen jetzt auf dem Gebiete der Ernährungswirtschaft gestellt sind. B.
AS.-Flieqerkorps.
Sturm 6/75, Gießen, Trupp I.
B e tr.: Dienst im Oktober 1 939.
Es wird nochmals darauf hingewiesen, daß der Sturmbienst seit 1. Oktober wieder ausgenommen worben ist. Baubienst: Donnerstags, 20.15 Uhr, „Luftschloß". Flugbienst: Sonntags für Trupp I unb II, Aßlar. Treffpunkt 6.30 Uhr Bahnhof. Zum Flugdienst ist Meldung der Teilnehmer bis Donnerstag jeder Woche notwendig.
Das Sturmbüro (Kaiserallee 1) ist wie folgt ge- Das Sturmbüro (Kaiserallee 1) ist wie folgt geöffnet: Dienstag 15 bis 19 Uhr, Donnerstag 15 bis 20 Uhr, Samstag 12 bis 16 Uhr.
Dienst der Frauengruppe und der Flieger-HI. nach besonderer Vereinbarung.
Der Führer des Sturmes 6/75.
M. d. F. d. G. b. Crön i n g e r.___________
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Büchertisch.
Rudolf G. Binding: Dies war da 2 Maß. Die gesammelten Kriegsdichtungen und läge* bücher. Verlag Rüttner Loening, Potsdam. Preis in Leinen geb. RM. 8,50 — 248— Rudolf G. Binding selbst ist — wie durch die Wandlung gegangen, die ber Krieg verhieß. Der Krieg hat ihm wie allen Mitkämpfern das Maß der größeren Kraft gegeben, denn er stellte ihn vor die äußerste Erprobung seiner selbst, die sich Binding immer gewünscht hatte, auf die sein Leben von Jugend an gerichtet gewesen war. Und wie die Jahre des Kampfes sich in ihrer Mächtigkeit abheben, so trägt auch basf Werk, das aus dem Erlebnisgrunde des großen Krieges wuchs, das Zeichen der Wandlung, tritt es in seiner dokumentarischen Bedeutung aus allem zuvor und danach Geschriebenen heraus. Es war. daher sinnvoll, einmal bie Kriegsbichtungen und Tagebücher in einem Band zUsarnrnenzufassen und sie in dem ihnen gemäßen Zusammenhang auf bert Leser wirken zu lassen.
— Gerharb S ch u l tz e - P f a e l z e r : Dorf im Weltgewitter. Roman. Ganzleinen 6 RM. Propyläen-Verlag, Berlin. — Dieser ostbeutsche Heimatroman entfaltet ein wirklichkeitsgetreues und farbenreiches Gemälbe aus ben Jahren 1914/15^ Währenb in ber Ferne noch bie Kanonen grollen, beginnt in ben zerstörten unb niebergebrannten Ortschaften Ostpreußens tnieber bas Leben. Im Geschick! ber sich nach unb nach roieber zufammenfinbenben Dorfgemeinschaft unb insbefonbere in bem Schicksal ber brei ©rüber Leitner spiegelt sich bie schwer- Zeit Ostpreußens, die unter dem Zeichen der Heim« suchung und zugleich unter dem der Neuwerdung stand. Bemerkenswert an diesem Roman sind vor allem die Frische und die Lebensnähe seiner Darftel« lung. Der Verfasser hat freilich die Begebenheiten vielfach noch mit eigenen Augen betrachten können, zumal fein eigenes Elternhaus damals von des Russen zerstört wurde.
liche Heimstätte gilt, in ber sie sich wohlfühlen können. Das Wort vom „Dienst am Kunden" hat also hier seine besondere Bedeutung. Nachdem mittlerweile eine gewisse Uebergangszeit von der früheren markenfreien Abgabe von Essen zur jetzigen Praxis der Ablieferung der Kartenabschnitte vergangen ist, hat sich der Versorgungsapparat für Gastwirt unb Gast im großen unb ganzen eingespielt. Wenn es allerdings hier unb ba gelegentlich noch zu kleineren Unstimmigkeiten mit einem Gast in biefer ober jener Hinsicht kommt, z. B. wegen ber Abgabe ber Kartenabschnitte, so barf man boch hoffen, baß auch diese letzten Reste der Uebergangszeit bald verschwunden sein werden.
Grundsätzlich ist jeder Gastwirt durch die Anordnung der Reichsregierung verpflichtet, Essen mit Fleisch, Brot ober Nährmitteln nur gegen Abgabe der Karte nab schnitte zu verabreichen. Diese Kar- tenabschnitte muß ber Gastwirt auch schon um beswillen von jebem speisenden Gast fordern, weil er neue Lieferungen an Fleisch, Brot und Nährmitteln — vom 22. Oktober ab gilt die gleiche Regelung auch hinsichtlich ber Fettkarte — nur in bem Ausmaß der von ihm abgelieferten Kartenabschnitte erhält. Wenn er also die Verpflegung seiner Gäste sicherstellen will, so muß er in deren eigenen Interesse die Kartenabschnitte in Anspruch nehmen. Uebrigens kann auch fein Volksgenosse einen berechtigten Anspruch auf die Abgabe von marke npflich- figen Speisen erheben, wenn er Nicht seine Karten- abschnitte zur Verfügung stellt, denn niemand hat das Recht, in der Gaststätte gegenüber bem Volksgenossen im Privathaushalt ein Vorrecht in ber Belieferung mit karten pflichtigen Lebensmitteln zu ü erlang en. Gerecht denkende Volksgenossen werden ein Ansinnen dieser Art auch nicht an einen Gastwirt stellen. Ferner sind für jede Woche zwei fleischlose Tage, unb zwar Montag und Freitag, einge- ftihrt worden, an denen feinerlei Fleisch und Wurst verabreicht werben. Diese Einrichtung ist nicht nur im Hinblick aus die Vorratswirtschaft getroffen worden, sondern sie liegt auch nicht zuletzt im
Kriegsaufgaben der Gaststätten.
Sorgsamste Verwendung der Lebensmittel. — Guter Dienst am Kunden
Abenteuer eines Memling-Altars.
Mit ber Stadt Danzigist auch eines ber schön- ften Werke mittelalterlicher Malerei ins Reich heimgekehrt: Hans Memlings berühmter Altar mit ben Dilbern von Jüngsten Gericht. Die „neue linie" reproduziert in ihrem Oktoberheft die Gemälde auf ben beiben Flügeln, bazu bas gewaltige Mittelbilb. Ein kleiner Text erzählt von bem abenteuerlichen Schicksal bes Kunstwerks: „Wie eine Obyssee mutet die Geschichte an, bie bieses Bilb- werk seit seiner Entstehung bis ins vergangene Jahrhunbert erlebte. Im Jahre 1473 erbeutete ber Danziger Seefahrer Paul Beneke ein Schiff, bas von Brügge mit Labung über London nach Italien gehen' sollte. Es trug unter anderem e in Altargemälde, das von ber Hanb bes Brügger Meisters Hans Memling geschaffen und wahrscheinlich für eine Florentiner Kirche bestimmt war. Jebenfalls war es im Auftrage eines Florentiner Kaufherrn — Jacopo Tani —, ber den Medici naheftand, gemalt worden Nun wurde die Danziger Marienkirche feine Heimatftatte. Obgleich Memlings Name in der Nachzeit rasch vergessen und eigentlich erst seit der Romantik wieder voll in bas Bewußtsein der Kunstwelt gedrungen
GA.-Plahkonzert für das WHW.
Neben den Konzerten der Musikkorps von Abteilungen der Luftwaffe zur Förderung des Kriegs- Winierhilfswerks 1939/40 gibt auch der Musikzug der Standarte 116 unter Leitung des Musikzugführers, Sturmführer Herrmann, am morgigen Sonntag, 11 Uhr, am Lindenplatz ein Platzkonzert. Dortrags'folge: 1. Germania-Marsch von G. Keil. 2. Ouvertüre Marinarella von I. Fucik. 3. Zwei Stücke aus „Sigurd Iorsolfar" von Ed. Grieg. 4. Hyons Zauberhorn, Fantasie aus „Oberon" von Carl Marta von Weber. 5. Gute Nacht, du mein herziges Kind, Lied für Trompete, Solo von Abt. 6. Marsch der Legion Eondor von K. Högelsack.
Aeichstheaterzug kommt nach Gießen.
Großes VarieieProgramm.
Der Reichstheaterzug der NS.-Gerneinschaft „Kraft durch Freude" — eine Schöpfung der Reichsorga n isati o n sieitung der NSDAP. — wird am kommenden Montag im Cafö Leib ein Gastspiel geben, das beste VarietSkunst vermitteln wird. Der Reichstheaterzug und seine Künstler, die schon während des Baues des Westwalls vielen Tausenden von Arbeitern Stunden der Freude bereitet haben und sich jetzt auf der Reise nach dem Westen befinden, um vor den Soldaten ihr Können zu beweisen, machen in Gießen eine Reise pause und
Einmal geschah ein Wunder. Bomperlahn fragte Keilchen nach einer Seeschlacht, bei der Admiral Nelson persönlich mitgewirkt hätte. Alle erwarteten, daß Keilchen Salamis angeben würde. Bomperlahn wußte die „4" wieder streichen, die er immer schon vor Keilchens Antwort in sein Notizbuch bohrte. Keilchen sagte: „Trafalgar!"
Als Bomperlahn wieder Luftschnappen konnte, stammelte er: „Wünsch dir was!"
Keilchen, wohl noch unter dem Einfluß des Admirals Nelson stehend, sagte: „Sie sollen mal unser Kielschwein sein."
Bomperlahn kam in unser Bootshaus. Er lobte die Einrichtungen, klopfte mit dem Siegelring gegen die Bootswände, schrie „Ahoi !, legte sich ins Boot nieder und packte seine Schinkenstullen aus.
Wir machten eine Kaffeefahrt nach Müllers Mühle Wieder auf dem Gelände des Bootshauses anaekommen, sagte Keilchen zu, mir: „$afc auf, hier wird er sich nicht so wohl suhlen wie am Stammtisch." Er holte Kugel und Diskus und bot Dr Bomperlahn freundlichst zum Gebrauch an.
Bomberlahn lächelte .schmerzlich steckte seine derben gesunden Hände in die Taschen und sagte.
Das ift ad) leider, nicht mein Gebiet. Wahl euch, die ihr gesund und stark ben Spielen obliegt ... Keilchen aber, der sich auf dem Rasen um em paar Kopf erwachsener vorkam als auf der Schul- bank lachte den bequemen Schönredner einfach au^ Da sah ich Bomperlahn zum ersten Male wirklich küsl» Er überfiel den guten Jungen mit einem Schock Sprichwörter, die alle eine tabelnle Mnmer. tung zum Fall enthielten, nahm fernen ftyfen Sjut UnDannSfam der Krieg. Bomperlahn kam in die Gtaooe 3um Schluß rückte auch die damalige Tertia ins Feld. Keilchen wurde schwer verwundet
Bootshaus versammelt, mos ber_ Sncfl ^end°7rh°7'"r X Äfe* miNei^r (fr hatte sich ein Damensahrrad besorgt, $18° eine Mial kose herabhöngend, das andere sest- »^.nd aemacht So konnte er radsahren! Er ru- derk hüpf" und schwamm mit zäher Energie und .Mer Leidenschaft. Seine Leistungen waren - ab- echter ^eioeni j I . trykcren aber standen
■O1mer0CM»kbeträd)tlS> über dem Durchschnitt. Ja, e7?Üderte^noch f° l,u? daß er als Ersatzmann e,n RenE Mfuhr! Bowperlahns Fuße waren nut
der Zeit k. v. erklärt worden, und er hatte Gelegenheit gehabt, Fühlung mit der Welt der Tatsachen zu nehmen. Er war an manche schöne Stadt gekommen, die er indessen dreimal zu umlaufen verabsäumte, und wenn es ihm auch nicht gegeben war, „in Wettstreit und Gefahr zu glänzen", so hatte er doch entdeckt, daß feine Füße nicht so schwach waren, wie seine damalige Weltanschauung es gebieterisch von ihm gefordert hatte.
Mir aber — und darum erinnere ich mich an alle Einzelheiten so genau — mir war die Entwicklung dieser beiden Menschen das erste konkrete Beispiel der einstigen Kathederweisheit: „Es ist der Geist, der sich ben Körper baut."
Viele, viele Wanderfahrten im Doppelkuller haben wir noch zusammen gemacht. Der unbeugsame Wille in Heinz' stählernem Körper, jung, kraftvoll unb aktiv zu bleiben, teilte sich wie eine zünbenbe Energie uns anderen mit. Der Dr. Bomperlahn nahm ein für allemal seine gesunden Hände aus der Tasche der Betrachtung und schmiß mit Kugel und Diskus und ähnlichen Gegenständen ganz anständige Löcher in die Luft. Er wurde zehn Jahre jünger und — wie das nicht anders zu erwarten war — um zehn Jahre weiser. „Heinz", sagte er, „ich will dir was sagen: Die einzigen Leute, von denen man lernen kann, sind die eigenen Schüler ..."
M. 241 Drittes Blatt
Aus Der Stadt Gießen.
Zeder erfülle feine Pflicht!
Am heutigen Samstag beginnt die erste Reichs- sdaßensammlung des Kriegswinterhilfswertes j§39/40. Tausende von Männern ber DAF. aus ben Gau Hessen-Nassau treten heute und morgen, Sonntag, in allen Städten und Dörfern an, um Tin allen Volksgenossen aus dem Rhein-Main- (ijcbiet bas Opfer entgegenzunehmen. Niemand in leerem Gau wird sich aus der inneren Front aus- jchießen. Jeder wird das Opfer bringen, das der Göße unserer Zeit und der der Heimat gestellten gewaltigen Aufgaben entspricht. Bedenke jeder, daß ouh die größte Spende nur gering ist gegenüber
Opfer und der Hingabe unserer Soldaten an ter Front für das Vaterland.
„Der Führer macht Geschichte", so heißen die schs Buchabzeichen, die bei der 1. Reichsstraßen- fanmlung des Kriegs-Winterhilfswerkes von dem Smimelkorps der Deutschen Arbeitsfront zum Der- tauf angeboten werden. Sie tragen aus den Jahre,- 1933 bis 1939 Worte aus den bedeutendsten Wen des Führers mit den entsprechenden Bild- botumenten. Soviel wie möglich dieser Buchabzei- cfrri zu erwerben, muß der Stolz jedes Dolksge- noifen sein. Der Erfolg muß erneut der Welt unsere Einsatzbereitschaft für den Führer zeigen.
6o ergeht nochmals an die Bevölkerung des Gaues Hessen-Nassau der Ruf: Erfüllt an. Sams- t§§ und Sonntag in der gemeinsamen Front der Mmat eure Pflicht. Die Parole lautet: „Schaffende sammeln — Schaffende spenden"!
Dornotizen.
Tageskalender für Samstag.
Platzkonzert der Wehrmacht zur Sammlung für tw WHW., Landgraf-Philipp-Platz: 15 bis 15.45 Dir; vor dem Stadttheater: 15 bis 15.45 Uhr; Stadt- thiater: 16 bis 17 Uhr; Landgraf-Philipp-Platz: 16 bis 17 Uhr. — Gloria-Palast (Seltersweg): „Robert unb Bertram". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ilnsterblicher Walzer".
Tageskalender für Sonntag.
.Platzkonzert der Wehrmacht zur Sammlung für ba WHW., vor dem Stadttheater: ab 11 Uhr. — Platzkonzert des Musikzuges der Standarte 116 zur WhW.-Sammlung am Lindenplatz ab 11 Uhr. — Südttheater: 11.30 bis 12.30 Uhr: „Die Tochter von hiulihan": 19 bis 21.15 Uhr „Bezauberndes Fräu- kh". — Gloria-Palast (Seltersweg): „Robert und Sfrtram". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Unsterblicher Walzer". — VHC.: Vereinswanderung.
Ssielplan des Stadttheaters vom 15. bis 22. Ott.
llls 2. Morgenveranftaltunq kommt morgen, Ginntag, 11.30 Uhr, „Die Tochter des Houlihan", Sksche Sage von William Butler Yeats, im Gießer Stadttheater zur deutschen Uraufführung. Dis Stück des bedeutendsten Dichters der national» Wchen Literaturbewegung spielt zur Zeit des in- jht nAufstandes im Jahre 1798. Spielleitung: Dr. Mines Razum. Es wirken mit: Hilde Kneip, Jnge- ||g Riehl, Rose Stiert, Hans Caninenberg, Siegst d Lowitz, Karl Volck. Bühnenbild: Karl Löffler. -Um 19 Uhr kommt die Operette „Bezauberndes tzmulein" von Ralph Benatzky zur Wiederholung. Spielleitung: Harry Grüneke. Musikalische Leitung: &m<3 Markwardt. Bühnenbilder: Karl Löffler. Die Mlrolle singt Friedel Fornallaz. Die Vorstellung findet außer 'Miete statt. Ende 21.15 Uhr.
Dienstag 17. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende ge- Mi 22.15 Uhr: „Bezauberndes Fräulein", Operette W Ralph Benatzky. Spielleitung: Harry Grüneke, mfikalifche Leitung: Richard Boeck. Dienstag- Mete, 3. Vorstellung.
Mittwoch, 18. Oktober, Anfang 19.30 Uhr, Ende 2115 Uhr: „Agnes Dernauer", Schauspiel von frbbel. Spielleitung: Hannes Razum. Mittwoch- Mete, 3. Vorstellung. v _A
Freitag, 20. Oktober, Anfang 20 Uhr, Ende 22.30
Es ist der Geist,
-er sich den Körper baut...
Don per Schweden.
So sagte immer unser Klassenlehrer, der Doktor bomperlahn. Ich wunderte mich dann immer, wie- i ein Geist, der es bis zum Doktor zu bringen Stufen war, sich selbst 3U solcher Leibesfülle verteilt hatte! Und außerdem zu einem chronischen Weiben ... Das letztere Gebrechen pflegte Bom- priahn sozusagen mit besonderer Liebe. Es ispenfierte ihn von allen den edlen und schweih- toibenben Tugenden unb Hebungen ber alten Rechen, die er uns vom hohen Katheder herab inner so beredt pries. Immer wieder ließ er h Unterrichtsstunden Achill und Hektor breimcü im die Mauern Trojas laufen. Und wenn er stcy
Feuer geredet hatte, folgte regelmaßig d Atacht von Marathon. Wenn dann der unselige Mter dieser klassischen Langstrecke im Vortrag k»de läseweise an der Mauer der Hermatstadt «lam, knapste Bomperlahn sich hochatmend die aus, wischte sich den Schweiß u°u der Stirn « sagte: „Glücklich, wem Gott gesunde Glieder t», in Wettstreit und Gefahr zu glanzen!
ler einzige Schüler, der Bomperlahn Schm«^-n »echte, war cheinz Keilchen. Der halt« me eme isliung, in welchem Jahre sich Überhaupt g *35 ereignet hatte; er befand sich in dem h ft-ubenden Glauben, Hektor sei E Grieche g°- d-!-n und Hannibal ein Romer. Auf die Frage W. in der Arena des Kaisers Nero >m Circus *xnus vorgegangen fei, erwiderte er. „S ch Sein,"Keilchens Beziehungen zum heroischen Zeit- «il-r der Antik- waren nicht die besten; dafür aber * er der Beste in der Turnhalle, auf dem W .fr und Rasen. Keilchen war die treibende See Hrer Ruderriege. Er war auch k°memoegs u kütig, weil er den Spuren der Antike nicht mit der *esohlenen Leidenschaft folgte — nur r°°rf sich b- Phantasie dieses gesunden Jungen auf alles -fr-enwärtige statt auf Vergangenes
• Öir waren unter Bomperlahns unverdrossener iÄrung bis Obertertia ausgeruckt. Keilche , fr unterhielten uns ost ^er unseren Klassenlehrer len wir im Grund unserer Seele ganz gut 1
Äehst du", sagte Keilchen.
fcc, pah, damit lief ich nun grrade. D
M nur wollen. Bomperlahn wäre ganz g h wenn ihm jemand starke Fußeunter der 2» frixung geben würde, nach Marathon, >a n ! M MN die. stäbtijchen Anlagen zu laujeni . 1--^-
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finben habet Gelegenhett, auch ber Gießener Be^ Dotierung einige unterhaltsame ©tumben zu beretN ten. Heinz Fürstenberg wirb sich als Ansagep um bie Gunst bes Publikums für sich unb feind Kameraben bemühen. Fünf Geschwister Ahrend' werben ber Tanzkunst zum Erfolg verhelfen. Herta Hi scher wirb sich auf bem Akkordeon mit Gefühl unb Routine äußern, bie brei Splenbibs roert ben mit ihrer Rollschuhakrobatik begeistern. In den! brei Bartons wirb man Akrobaten zu berount bem haben unb in Anboarez einen komisches Trapezkünstler. „6V2 ßi as" haben bie Absicht, als Ikarier bie Geschicklichkeit ihrer Füße zu zeigen^ Drei Ronbellos sorgen als Spaßmacher M ben notwendigen Humor.
Sind Sie erWel?
Dann achten Sie darauf, daß nicht durch Vernach^ lässigung unliebsame Folgeerscheinungen auftreten, Sorgen Sie für eine rasche Wiederherstellung Ihrer Gesundheit. Nehmen Sie vor dem Schlafengehen Klosterfrau-Melissengeist nach folgendem Rezept- Möglichst beiß je 1-2 Eßlöffel Klosterfrau-Melissengeist und Mucker mit etwa der doppelten Mengs kochenden Wassers gut verrührt trinken. Zur Nachkur und zur Vermeidung von Rückfällen nehms man noch einige Tage die halbe Menge.
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