daß mir Zusammenhalten wollen, ganz gleich, was kommen mag. daß wir jeden Angriff auf diesen heiligen deutschen Boden mit den uns zur Verfügung stehenden Kräften entschlossen abwehren werden und jeden Befehl unseres Führers Adolf Hitler, den er uns gibt, zur Ausführung bringen.
Möge der Tag nicht mehr fern fein, an dem wir wiederum hier zusammenkommen, nicht mehr zu einer Protestkundgebung, sondern zur Feier der Wiedervereinigung Danzigs mit dem Grotzdeutschen Reich.
„Wirwollen heim zum Reid) 1", fo klang n gewaltigem Chor der Hunderttausende der Ruf. Und immer wieder wiederholten sich diese Worte. -Die Rufe der Danziger galten allen deutschen Volksgenossen im weiten großdeutschen Vaterland.
Grenzenlose Begeisterung brach sich Bahn, die .en Willen zum Durchhalten bis zum Letzten beendete, als der Gauleiter in sieben Punkten den Standpunkt Danzigs endgültig feststellte.
Immer wieder hallten die Rufe: „Ein Volk, < in Reich, ein Führer!" aus den Kehlen der ^-underttausende in unbeschreiblicher Begeisterung Iber die Plätze und durch die Straßen der deutschen Stadt Danzig. Als der Gauleiter seine Rede mit !aem feierlichen Gelöbnis endete, jeden Angriff auf diesen heiligen deutschen Boden entschlossen abzu- mehren und dem Befehl des Führers zu folgen, and der Beifall kaum noch ein Ende. Als der Bauleiter zum Schluß noch der Hoffnung Ausdruck ent), daß dis nächste Kundgebung der Feier der Diedervereimgung Danzigs mit dem Grotzdeutschen leich gelten möge, war den Danzigern aus dem Kerzen gesprochen.
Danzigs Treuegelöbnis an den Führer.
Unter der begeisterten Zustimmung der Danziger Bevölkerung wurde an den Führer folgendes Telegramm abgefandl:
„Wein Führer! Zehnlaufende deutsche Danziger. Ise zur Protestkundgebung gegen die polnische !»ohung, Danzig mit Kanonen zusammenzuschießen, nif den Plätzen der ewig deulfchen Stadt Danzig nrsammelt sind, blicken mit größtem ver- I au en zu Ihnen auf und grüßen Sie in lyrerbietung und unerschütterlicher Treue llr ihren Führer!
Gez. Albert Forster. Gauleiter."
„Sin poliiisches Ereignis ersten Ranges."
Der Eindruck in London.
iLondon, 11. Aug. (DRB. Funkspruch.) Die istriae Großkundgebung in Danzig und die Rede :es Gauleiters Forster werden von der Lon- hner Presse in ihrer vollen Bedeutung gewürdigt. Ise Korrespondenten der englischen Zeitungen sind nn der unerschütterlichen Geschlossen- 1 ?it und dem gewaltigen Ausmaß der m o n st r a t i o n sichtlich beeindruckt.
Die „Times" bringt einen verhältnismäßig krzen Auszug des Reuterbüros, den sie mit dem Wsspruch Forsters überschreibt: „Bereit, jeden Angs ff zurückzufchlagen."
.Daily Telegraph" bringt auf der ersten eöite folgende Meldung: „Die Danziger Bevölke- r.ng ist absolut klar und fest davon überzeugt, daß bie Stunde der Befreiung nahe ist und dtz Danzig wieder zum Reich zurückkehren wird.
„.Daily Herald" bringt auf der ersten Seite b große Schlagzeile „Die Befreiung ist nahe. — iMschland wird und muß helfen."
..News Chronicle" hebt unter der lieber« Irrift „Die Stunde wird kommen" dieselben Stellen iroor wie „Daily Telegraph". „Daily Expreß" Itreibt, Forster erklärte, die Stunde der Befreiung ij nahe. Auch „Daily Mail" hebt als Kernpunkt b’7 Rede Forsters hervor, daß die Stunde der Be- friung nahe sei und der Tag der Feier der Wieder- rireimgung bald kommen möge.
Der allgemeine Eindruck, den die Rede Forsters frvorgerufen hat, kann, soweit bisher Stellung- tchmen Dorliegen, was von amtlicher Stelle noch rcht der Fall ist, kurz in den Worten zusammen- o:aßt werden: Die nach der Panikhetze der letzten ?iit vermutete „Sofortaktion" ist ausgeblieben. Die Witter geben zu, daß Danzig zwar der Stunde b" Befreiung entgegenharre, aber nach den Worten Försters die Lage für Sensationen zu ernst sei. Die Blätter kennzeichnen die gestrige machtvolle timonftration der Danziger Bevölkerung allgemein ein politisches Ereignis er ft en Rian g e s und stehen sichtlich unter dem Eindruck le. unbändigen Willens der Bewohner Danzigs, IlLd wieder mit dem Reich vereinigt zu werben.
Paris ist durcheinander.
Karis, 11. Aug. (DRB. Funkspruch.) Die große frateftkundgebung der Danziger Bevölkerung mit le: Rede des Gauleiters Forster, die Ansprache lei Generalobersten von Brauchitsch sowie die jqegnung zwischen Reichsaußenminister von :< Sb b e n t r o p und Außenminister Graf C i a n o teen den Pariser Zeitungen zu diesem Thema viel Wen Stoff. Die Eindrücke über die schlagende Be- Lesführung der Rede Forsters kommen in einem M ligenDurcheinander zum Ausdruck, wo- in wie auch bei den übrigen Themen, alle Re- cher gezogen werden, um die Hauptursache der Mitten Lage, nämlich die Einkreisung, um jdm Preis zu verschleiern.
Oie neuen Minister in Spanien.
Madrid, 11. Aug. (DRB.) Amtlich wird fol- Zusammensetzung der neuen Regierung ® Spanien bekanntgegeben: Ministerpräsident: mieralissimus Franco; Außenminister: Oberst ’iii gb e b e r; Innenminister: Serano Sune r; ^nresminifter: General Varela; Marine- Bister: Admiral Moreno; Luftfahrtminister: jeueral Pague; Justizminister: Esteban Bil - ta*°; Finanzminister: Josö Larraz; Industrie- j J'* Handelsminister: Alarcon de la Sastra; ^Swirtschaftsminister: Joaquin B e n j u m e a; ^Steifetretär im Range eines Ministers: Gene- -Munoz Grande; Minister ohne Gefchäftsbe- lic:: Rafael Salchez Mazas und Petro Gamero Li Castillo. Die Eidesleistung der neuen Re- fiimg erfolgt am Samstag um 20 Phr.
polens Ziel: Deutschland ein Triimmechaufen.
Englands Blankovollmacht putscht den Haß auf.
5ßarfd)au,io. August. (DRB.) Der schwerindu- ftneüen Kreisen nahestehende „Ku r j e r Pol ki" veröffentlicht am Donnerstag einen Artikel, in dem er nicht weniger fordert als die Zerstörung Deutschlands! So wie Karthago vor 2000 Jahren zerstört werden mußte, erhöben sich heute immer mehr Stimmen, die den Herrschaftsgelüsten (!) Deutschlands über die Völker Europas ein für allemal ein Ende bereiten wollten, denn Deutschland sei an dem Wettrüsten, das die Welt zu riesigen Ausgaben zwinge, schuld. Deutschland trage angeblich auch die ganze Verantwortung dafür, der Welthandel nur vegetiert, ferner die Verantwortung für die Vertrauenskrise, die überall festzustellen sei; auch für die Wirtschaftskrise, die sich aus dem Weltkrieg, den die Deutschen heroorgerufen haben (!), ergebe.
Das polnische Blatt fährt bann fort, vor zwanzia Jahren habe Europa vor dem Marsch' nach Berlin geschwankt. Man wollte nicht den Fuß auf den zu Boden geworfenen Gegner setzen. Anstatt die Friedensbedingungen in Berlin zu diktieren, habe man Deutschland an einen gemeinsamen Konferenztisch nach Versailles (!?) eingeladen. Dieser Fehler würde sich zum zweitenmal nicht wiederholen! Immer allgemeiner sei jetzt die Auffassung, daß „Karthago zerstört werden müsse". Es nähere sich mit raschen Schritten der Augenblick, in dem die Auffassung über die Notwendigkeit der Beseitigung des Pest Herdes im Zentrum Europas (!) Allgemeingut wird. Dann werde von Deutschland nur noch ein Trümmerhaufen übrigbleiben!
Wohl selbst den engstirnigsten und für Polen voreingenommensten Menschen in der Welt, vor allem in England und Frankreich, wird es nach den bisherigen polnischen Haßausbrüchen gegen Deutschland und neuerdings nach der hier wieder- gegebenen Aeußerung des ,Kurzer Polski" klar sein, was Polen mit der ihm von England erteilten Blankovollmacht erstrebt. Daß dieses Streben Polens und feiner Hintermänner vollendeten Wahnfinn darstellt, zugleich auch ein ungeheuerliches Verbrechen gegen den Frieden in Europa ist, versteht sich von selbst. Deutschland wird natürlich dafür sorgen, daß dieses Ziel der Friedensfeinde in London, Pqris und Warschau nicht erreicht wird. Die st arte deutsche Wehrmacht wird das entscheidende Wort sprechen, falls man auf der anderen Seite wirklich so verrückt sein sollte, den Wahnsinn der Worte in den Wahnsinn der T a t umzuwandeln. Polen muß sich darüber im klaren sein, daß es dann um feine ganze Existenz spielt und sein jetziges, durch Lug und Trug, Raub und Diebstahl zusammengewürfeltes Reich nur eine kurze Episode in der Weltgeschichte wäre. Aber eins fei heute schon mit aller Deutlichkeit festgestellt: Die Verantwortung für diesen Wahnsinn der Polen und die daraus möglicherweise entstehenden Folgen fällt in erster Linie auf England! Womit selbstverständlich keinerlei Freispruch für Polen verbunden sein soll.
polen — von innen gesehen.
Oer Betrug an Oberschlesien. — Opll.-Methoden in Brest-Litowsk. Oer Kall Grazynski.
ii.
Ob erschlesien 1921. Korfanty, der vor einigen Wochen erst als Emigrant nach Polen zurückkehrte, sofort verhaftet und nun plötzlich aus der Hast entlassen wurde, jetzt wieder auf großem Fuße lebt, ist 1921 groteskerweife Abstimmungs- kommissar in Oberschlesien. Dieser sonderbare Abstimmungskommissar kennt nur zwei Ziele: erstens engste Zusammenarbeit mit dem Kommandanten der 15000 Mann Franzosen, General Le Rond, zweitens die Vorbereitung des dritten Putsches der Aufständischen. Als Abstimmungskommissar? Selbstverständlich! In Polen fingert man dergleichen auf folgende Weise:
Wie man den General Z eli go w ski, der unter Vertragsbruch Wilna besetzte, als „Meuterer" erklärte, so wird Korfanty durch Warschau von seinem Posten als Abstimmungskommissar „adge- setzt". Und nun gehfs los. Im Handumdrehen entwirft Korfanty falsche Telegramme „aus Berlin" über die angeblich bereits gefallene Entscheidung der Botschafterkonferenz hinsichtlich Oberschlesiens. Alle polnischen Blätter und danach selbstverständlich auch die Presse Frankreichs bringen diese Telegramme. Der Plan Warschaus, der Botschafter- konferenz auf jeden Fall in Ostoberschlesien vorzugreifen, ist geglückt. Gleichzeitig brechen die Verbände der polnischen Aufständischen gegen das unglückliche Abstimmungsgebiet los. Sie Hausen dort in unvorstellbarem Terror derart, daß schließlich der Kommandant des italienischen Kontingentes der Abstimmungstruppen den Kampf gegen die Aufständischen aufnimmt, jedoch nach Verlust von 30 Toten und 50 Verwundeten der Ueberrnacht weichen muß. Es kostet äußerste Ueberminbung, auch heute noch und gerade heute, die vielen Photos auch nur flüchtig anzufehen, die die Ermordung von unzähligen Oberschlesiern durch die polnischen Aufständischen wiedergeben. Was man auf diesen Photos sieht, ist das Werk einer so viehischen Grausamkeit, daß man nur noch die grauenhaften Folterungen der Tscheka in Sowjetrußland und die Bestialitäten des roten Verbrechergesiydels in Spanien als Vergleich heranziehen Fann.
Frankreich verbietet der damaligen deutschen Reichsregieruna unter Drohungen jede Hilfe. Inzwischen hat General Le Rond die deutsche Selbstschutz-Polizei in Oberschlesien entwaffnen lassen! Der Weg für Korfantys Verbrecher- Horden wäre nun völlig frei — wenn nicht der deutsche Selbstschutz unter General Hoefer, dem Einarmigen, den Aufständischen trotz dürftigster Ausrüstung.und trotz aller Widerstände von Berlin (!) eine Niederlage nach 4 der anderen beibringen würde. Das geht aber direkt gegen die geheimen Abmachungen zwischen Korfanty und dem französischen General Le Rond. Der Franzose stellt sich mit seinen 15 000 Mann dem General Hoefer entgegen und zwingt ihn durch ein Ultimatum, nicht weiter vorzugehen.
Der Erfolg der polnisch-französischen Zusammenarbeit: fast die Hälfte des Abstimmungsgebietes, nämlich 321342 Hektar, mit einer Million Oberschlesier kommen an Polen, dabei sind elf Zink- und Bleigruben, 15 Stahl- und Eisengießereien, 23 Hochöfen, 55 Kohlengruben, neun Walzwerke, 12 Eifenerzgruben. Die neue Grenze schneidet 31 Eisenbahnlinien und 45 Landstraßen einfach mitten durch. Seitdem führt Polen den Ausrottungskrieg gegen das Deutschtum in Ostoberschlesien.
Di e Hölle von Brest-Litowsk. Als das polnische Parlament 1929 zusammentreten will, um gegen die enormen Etatsüberschreitungen des Fina'nzministers Czechowitz Stellung zu nehmen, wird die Versammlung durch das Zusammenströmen zahlreicher Offiziere im Parlamentsgebäude verhindert. 1930 wird der Sejm aufgelöst. Die regierenden Obersten wissen, daß eine reguläre Wahl eine vernichtende Niederlage der Regierungsparteien bringen muß. Am 10. September 1930 werden einfach fast alle Führer der parla- mentarischen Opposition verhaftet und in die Verließe von Brest-Litowsk geschafft, unter ihnen der frühere Ministerpräsident Witos und auch Korfanty, der „Held von Oberschlesien".
Die Verhafteten werden von der Außenwelt so hermetisch abgeschlossen, daß nicht einmal ihre nächsten Angehörigen wissen, ob sie noch leben. Sie dürfen keine Post, keinen Besuch, nicht einmal den eines Rechtsbeistandes empfangen. Gleichwohl wird das, was sich in den Kasematten von Brest-Litowsk in diesen Monaten abspielt, in kurzer Zeit zu einem solchen politischen Skandal Polens, daß selbst die polenfreundliche westeuropäische und sonstige Auslandspresse spaltenlange Schilderungen
über die entsetzlichen Marterungen bringt, denen die Verhafteten von Brest-Litowsk ausgesetzt sind; es genügt als Andeutung, daß es nur eine kleine Schikane im Vergleich zu den Folterungen ist, wenn beispielsweise die Abgeordneten die Soldatenaborte mit den bloßen Händen ausräumen müssen. Zuweilen hören die Häftlinge das Ausstößen von Gewehrkolben auf den Korridoren. Schlüssel klirren, Entsetzensschreie eines Zellen- insassen werden durch Kolbenhiebe zum Schweigen gebracht. Einige Minuten später kracht draußen im Hof die Salve. Immer wieder stößt man auf diese enge Verwandtschaft zwischen äußerster polnischer Brutalität und den bekannten Methoden der GPU.- Gefängnisse Sowjetrußlands.
Der Fall Grazynski. In Ostoberschlesien fuhrt einer der berüästigsten Deutschenhetzer, der Wojewode Grazynski, unter wohlwollender Förderung durch die polnische Regierung den Ausrottungskrieg gegen alles, was deutsch ist. Wie sagte doch Grab ski im Oktober 1919 in einer Posener Rede: „Das fremde Element wird sich umsehen müssen, ob es sich nicht anderwo besser befindet. Das polnische Land ist ausschließlich für die Polen da." Und der frühere Ministerpräsident Witos antwortete einer Abordnung deutscher Bauern auf ihre Klagen über die niederträchtige Terrorisierung durch die polnische Polizei: „Dies ist der erste Stoß gegen die deutsche Intelligenz. Es ist h ö ch st e Zeit, daß hie deutschen Kulturträger verschwinden!"
Grazynski, Wojewode, also Oberpräsident und damit der höchste Regierungsbeamte in Ostoberschlesien, führt diese Schreckensherrschaft, ins Vielfache gesteigert, fort. Der Deutsche Dolksbund verliert seine sämtlichen dokumeRtarischen Unterlagen über die rechtmäßigen Grundbesitzverhältnisse durch polizeiliche Beschlagnahme. Jederzeit hat Grazynski gekaufte Kreaturen als „Belastungs- zeugen" bei der Hand. 1826 werden allein von 8560 Anmeldungen zu den deutschen Schulen in Ostoberschlesien 7114 unter den albernsten Vorwänden einfach gestrichen. Wie Warschau, pfeift natürlich auch der Wojewode Grazynski auf die gegenteiligen Entscheinungen des Präsidenten Calo n d e r, auf die „Empfehlungen" des sog. Völker- bundsrates, und den Spruch des Haager Schiedsgerichtes von 1928 beantwortet er sofort mit der Schließung von weiteren 16 deutschen Minderheitsschulen. Mit Dokumenten, die sogar der polnische Rechtsanwalt W o l n y , Kumpan von Korfanty aus der Aufstandszeit, vor Gericht als Fälschungen nachweist, wird der deutsche Abgeordnete U l i tz angeklagt; der Leiter des polnischen Spitzeldienstes in Kattowitz, Kapitän Cychon, liefert auf Wunsch jedes „echte" Belastungsmaterial, das feine Auftraggeber verlangen.
Bei den Wahlen von 1930 werden allein im Wahlkreis Kattowitz innerhalb von 48 Stunden 3 0 0 0 0 deutsche Wähler einfach aus den Listen gestrichen. Aber Grazynski kann noch ganz anders. Die Wojewoden und Staroften haben von Warschau Anweisung, auf jeden Fall eine Regierungsmehrheit zu besorgen. Sofort geht die nächste Terrorwelle über Ostoberschlesien, Hunderte von Deutschen werden niedergeschlagen, die polnische Polizei steht dabei und sieht zu. In jedem Wahllokal sind acht bis zehn Aufständische postiert; sie handeln nach der „Anordnung Nr. 4", die wörtlich lautet:
„Jeder Wähler, dessen Stimmzettel von den Aufständischen nicht kontrolliert werden kann, wird als Gegner der Regierung angesehen und dann außerhalb des Wahllokals entsprechend behandelt."
Das Uebermaß entsetzlicher Folterungen gegen Deutsche ist so groß, daß es trotz der französischen Warnung an die Reichsregierung zu einer Debatte in Genf über den polnischen Terror kommt. Allerdings hat den polnischen Außenminister Zalewski noch unmittelbar vor feiner Abreise aus Warschau der englische Botschafter über den un- schädlichen Verlauf der Genfer Sitzung im vertraulichen Gespräch völlig beruhigt! (Schluß folgt.)
Einberufungen in Rumänien.
Bukarest, 11.Aug. (DNB.) Für den 15.August hat Rumänien zehn Jahrgänge der Reserve zu den Waffen gerufen. Vier Armeekorps von sieben werden dadurch auf ihre volle Stärke gebracht. Ab 15. September sollen weitere Einberufungen erfolgen.
Oäs Reich an der Seite Danzig«!
Das deutsche Danzig hat durch den Gauleiter Al- bert F o r st e r den Polen und allen anderen in Europa, die meinen, sie könnten über Danzigs Schicksal frei schalten und walten, eine starke und mannhafte Antwort erteilt, wie sie am allerwenigsten von jenen Hetzern und Friedensstörern erwartet worden fein dürfte, die sich der seltsam an» mutenden Hoffnung Hingaben, sie könnten mit ihren Bestrebungen, eine neue Versailler Diktatatmosphäre 3,u schaffen, Glück haben. In der Tat, betrachtet man ich das Spiel der jüngsten Zeit, dann gewinnt man tarf den Eindruck, als ob die Versailler Gei - t e r wieder auferstanden wären. Da stellte man sich an der Themse und an der Seine hin und suchte mit drohendem Tone jede Regung Danzigs, vom S e l b st b e st i m m u n g s r e ch t Gebrauch zu machen, zu verbieten. Man wollte diktieren, man wollte nicht zuletzt aus den Polen einen Gendarmen und Büttel gegen Danzig machen. Und die Polen, von krankhaftem Chauvinismus beseelt, haben in der Tat nichts unterlassen, um erneut alle Erinnerungen an Versailles und seine Folgeerscheinungen zu er- wecken. Sie führten um Danzig herum wilde Kriegstänze auf, sie waren aber auch in ihrem liebermut nicht mehr zu bändigen, selbst gegen den deutschen Nachbarn Drohungen über Drohungen vom Stapel zu lassen.
Jetzt hat das deutsche Danzig gesprochen, feierlich und würdig, fest und entschlossen. Es ist nicht gewillt, sich von dem Boden des Selbstbestimmungsrechtes abdrängen zu lassen, der durch den Präsidenten Wilson seinerzeit vorbereitet und geschaffen wurde, es ist erst recht nicht bereit, auch nur einen Bruchteil feines Rechtes auf Rückkehr ins Reich aufzuaeben. Aber gerade um dieses Recht geht der Kampf, um dieses Recht drehen sich alle Anstrengungen der Polen, dieses Recht war auch für Warschau Veranlassung genug, einem Wink seiner westdemokratischen Gönner schleunigst Folge zu leisten und durch ein Presseorgan verkünden zu lassen, man werde Danzig mit Kanonenschüssen in einen Trümmerhaufen verwandeln.
Danzig hat die Aufmerksamkeit der Welt auf diese Politik der fortgesetzten Drohungen und Bedrohun- aen gelenkt, es fjat ein Uebriges getan und bärge» legt, daß es gegen jeden Akt der Verwirklichung derartiger Drohungen gewappnet ist. Und es fjat chließlich ebenso klar darauf hingewiesen, daß a n einer Seite das Großdeutsche Reich teht, daß Adolf Hitler und mit ihm das deutsche Volk gewillt und bereit sind, jeden Angriff auf Danzig mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln abzuwehren. Man gebe sich also nunmehr in Warschau und anderswo keinen trügerischen Hoffnungen mehr hin, und man glaube vor allem nicht, die Entwicklung aufhalten zu können, die Gauleiter Forster in sichere Aussicht stellte, als er davon sprach, daß die nächste Zusammenkunft auf dem Langen Markt eine Feier der Wiedervereinigung Danzigs mit dem Reich sein werde. Sch.
Deutsche Kameradschaft.
Generaloberst von Brauchitsch hat am gestrigen Donnerstag zu den Arbeitern und Angestellten der großen Rüstungswerkstätten Rheinmetall-Borsig gesprochen. Soldatische Worte, gewiß, aber auch Worte, die von echter Kameradschaft und tiefstem sozialem Verständnis zeugen. Aber gerade das wird in den westlichen Demokratien schwer oder gar nicht verstanden. Denn daß der Oberbefehlshaber des Heeres zu den Arbeitern in die Werkstatt geht, daß er kameradschaftlich zu ihnen spricht, daß er ankündigt, wie das Band der Kameradschaft zwischen Arbeitern und Soldaten noch enger geknüpft werden Fann, für bas alles fehlt es drüben an Beispiel und Verständnis. Es gibt allerbings drüben noch eine andere Auslegung. Es wird auch in diesem Zusammenhang versucht, im Sinne der Kriegshetze gegen bas großbeutsche Volk unb seinen Führer zu wühlen. Daß Generalfeldmarschall Göring, daß Generaloberst von Brauchitsch zu Arbeitern sprechen, damit aber auch zum ganzen deutschen Volke, bas wirb von ber öffentlichen Meinung in den westlichen Demokratien so gebeutet, als ob dem deutschen Volke Mut zugeredet werden müßte. Wie Hammerschläge, die sehr gut sitzen, hat Generaloberst von Brauchitsch auf diese unb andere törichte Täu chungsmanöver geantwortet: In Großdeutschland ist der beste Arbeiter ununterbrochen am Werke, um ür den besten Soldaten auf der ganzen Erde die denkbar besten Waffen und das denkbar beste Kriegsgerät herzustellen!
Daß es so sein muß, ist nicht die Schuld Deutschlands, bas ist hundertprozentig noch immer bie Nachwirkung ber verbrecherischen Politik von Versailles. Das deutsche Volk hat vor bald 21 Jahren nach einem heroischen Widerstand ohnegleichen, getäuscht durch die feierlichen Zusagen demokratischer Staatsmänner, seine Waffen niedergelegt. Es wurde für diesen Beweis stolzen und männlichen Vertrauens in einer Weise aedemütigt unb ausgeplünbert, entehrt unb entwaffnet, wie es in ber neueren Ge- chichte noch feinem anderen Volke begegnet ist. Kein anderes Volk hätte die gewaltige Leistung fertig» gebracht, alle Kräfte zusammenzuraffen, um b e m zührer folgen zu können, ber unbeirrt voran- chritt, der die Fesseln von Versailles zerbrach, um bann ein neues unb gewaltiges Reich aufzurichten. Der Oberbefehlshaber bes Heeres ist wohl wie fein anderer mit den Dingen und Zusammenhängen vertraut, auf die es anfommt, unb er ist wie fein anberer berufen, aus bieser Kenntnis ber Tatsachen heraus bem deutschen Volke zu sagen, baß es gelassen und ruhig in die Zukunft blicken fann.
Daß es so ist und nicht anders, wissen auch viele Leute in den westlichen Demokratien, in denen leider leichtfertig unb vielfach unverantwortlich mit Kriegs- zeschrei gespielt wird. Ehe sie sich darüber mit der eelischen und geistigen Beschaffenheit des deutschen Volkes beschäftigen, ehe sie sich drüben vorschwindeln, ber beutsche Arbeiter sei unzufrieben, mögen ie dort bie Slums in Lonbon ausrotten sowie bie grauenhaften Elendsviertel in Liverpool unb Birmingham. Vor allem aber auch in einem ber größten Elendsgebiete, die es überhaupt gibt, nämlich im Kohlendistrikt von Süd-Wales. In Frankreich ist es nicht viel anders, eher noch schlimmer, wie es denn eine Feststellung der Sozialstatistik ist, daß in den Industriegebieten Frankreichs die niedrigsten Lohne von allen europäischen Industrieländern ge» zahlt werden. Wäre es nicht so, so könnte es in Frankreich nicht Streikwellen von dieser Heftigkeit geben, nicht soziale Verhältnisse, die mit staatlicher Ordnung nichts mehr zu tun haben, sondern schon Anarchie sind.
Es ist nicht mehr töricht, es ist schon närrisch,


