sie nur zugezogen sei. Das polnische Blatt möchte die Dinge Jo darstellen, als ob Polen üi der Danziger Frage weitestgehend Zugeständnisse gemacht habe. Niemals könne Polen, so betont der polnische Artikelschreiber, den Wünschen der deutschen Bevölkerung Danzigs folgen. Polen könne keine Kompromis e mit den Deutschen machen, sondern es gebe nur ein Ent« weder — Oder. Wörtlich schließt „Prosto z Mostu" seinen Aufsatz mit der Drohung: „Ent« weder die Deutschen erkennen unsere Ansprüche in ihrer Gesamtheit an und nehmen unsere Rechtsansprüche in vollem Umfange zur Kenntnis, daß Danzig im Gebiet des polnischen Lebensraumes gelegen ist, oder sie tun das nicht. Die Nichtanerkennung unserer Rechte diktiert uns nur einen einzigen Ausweg: den Krieg!"
Wenn man sich in Polen einbildet, mit immer neuer Aufwärmung alter Lügen könne die unsinnige Forderung Polens auf den besitz Danzigs stärker fundiert werden, so irrt man sich gar sehr. Daß D an z i g eine rein deutsche Stadt ist, kann im Ernst auch von Polen nicht bestritten werden. Uebrigens haben ja Cham« b e r l a i n und der polnische Außenminister B e ck wiederholt öffentlich den völlig deutschen Charakter und die deutsche Geschichte Danzigs eingestehen müssen. Neuerdings hat sogar Kmg-Hall durch seinen Brief an den Führer der Hitler-Iuaend in Danzig bestätigt, daß „Danzig in Deutschland liegt. Das polnische Geschwätz über das angeblich „polnische Danzig" und über die ,LugeHörigkeit Danzigs zum polnischen Lebensraum" ist eben nichts anderes als em Teil des verbohrten Größenwahns der Polen, der schon fast pathologisch ist. Daher wird auch niemand mit gesundem Menschenverstand einer derartigen Unverschämtheit, wie sie in der vorstehenden polnischen Pressestimme wieder zum Ausdruck kommt, Gewicht beilegen. 3m übrigen wird das deutscheDanzigam heutiaen Donnerstagavend bei einer großen Kundgebung durch den Mund des Gauleiters Forster den Polen die erforderliche Anwort geben.
„Danzig - Germany."
Sogar King-Hall bescheinigt es.
Danzig, 9. Aug. (DNB.) Der „Danziger Dor- posten" veröffentlicht das Faksimile eines Briefumschlages des berüchtigten englischen „Propagandagenies" King-Hall, der sich ausgerechnet den Führer der Danziger HI. ausgesucht hat, um ihn mit seinem Brief zu beehren. Das Inter- essante an diesem Schreiben des „ollen englischen Seemannes" dürfte die Tatsache sein, daß auch er endlich einmal einen Lichtblick gehabt hat. Auf seinem Briefumschlag steht als Bestimmungsort „Danzig — German y". Ist sich King-Hall bewußt geworden, daß seine Briefe doch nichts ändern können? Wir aber nehmen zur Kenntnis: Für England ist es klar: Danzig gehört zu Deutschland. Danzig in Germany!
„10 Mionen Unterdrücke."
Auch eine Rechnung.
Oie Achse ist eine Verbindung der Herzen.
Mtion-Isozia'istm un» Faschist-» sind Träg» der «»Wicklung des 20. Zahrhund-ris.
Venedig, 9.Aug. (DNB.) Reichsproppganda- Minister Dr. G o e b b e l s und Reichspresseckef Dr. Dietrich haben am Mlttwochvormlttag in Be- gleituna des italienischen Ministers ur Boltsbll- dung A l f i e r i, in der Gedächtnishalle für die gefallenen Faschisten einen großen hakenkreuzgeschmückten Lorbeerkranz niedergelegt. Hierau, sand im Festsaal des Dogenpalastes eine außerordentliche Tagung des F°,chisti,ch-n V-rb°nd-s für freu Be- rufe zu Ehren von Relchspropagandamlmster Dr. Goebbels in Anwesenheit von Vertretern des ganzen italienischen Schrifttums unter besonders starker Beteiligung der Presse statt. Die Festver- ammlung begrüßteReichsminister Dr. Goebbels, Reichspressechef Dr. Dietrich und Minister Al- f i e r i mit stürmischem Beifall und brachte den deutschen Ehrengästen wiederholt begeisterte Huldigungen dar.
Nach Ansprachen des stellvertretenden Bürgermeisters von Denedig und des Dekbandspräfidenten sprach
Minister für JMbildungMien
Er unterstrich dabei vor allem, das italienische Schrifttum sei stolz darauf, daß jeder in seinem Teil seine Kräfte für die Verwirklichung der vom Duce aufgestellten Richtlinien einsetze. Die Bedeutung der neuen Zusammenkunft mit seinem Freunde Reichsminister Dr. Goebbels werde auch im Auslande erkannt. Die i t a l i e n i s ch e n S ch r i f t« lei ter zählten, wie der Minister unter außerordentlich lebhaftem Beifall hinzufügte, den Reichs- Minister als einen der ersten und schärfsten Mitarbeiter des Führers aus der Kampfzeit des Na- tionalfozialismus auch zu den ihrigen. Er persönlich wolle diese Tatsache noch mit dem Hin- weis unterstreichen, daß er gerade im Hause des Reichspropagandaministers 1933 den Führer Adolf Hitler kennenlernen und mit ihm eine erste sehr wichtige Unterredung habe haben können.
Im Gegensatz zu dem demokratischen Ausland und seiner Nervenkrise beobachteten Italien und Deutschland mit vertrauen auf den Duce und auf den Führer die internationalen Ereignisse völlig ruhig.
Bei der Gestaltung der geistigen Gemeinschaft der beiden Großmächte und ihrer Völker fühlten sich die Schriftleiter der beiden Länder als die Bannerträger im Kampf um den geistigen Lebensraum der faschistischen und der nationalsozmllsti- schen Kultur.
Reichsminister Dr. Goebbels
drückte dann in seiner Rede zunächst seinen und seiner Mitarbeiter tiefempfundenen Dank aus für den wahrhaft enthusiastischen Empfang, den diese
einzigartige Stadt ihm und seinen Mitarbeitern bereitet habe. Er richtete diesen Dank zuerst an seinen Freund und Kollegen Alfieri, dann an die Behörden und die Bevölkerung Venedigs. „Die- ser Empfang ist für uns auch ein Ausdruck und Beweis der t i »f e n Verbundenheit zwischen Italien und Deutschland, die weit über die Zweckmäßigkeit des rein Politischen hin- ausgeht. Die A ch s e ist heute eine Verbindung der Herzen, und ihre Politik bedeutet eine über die materiellen politischen Tagesinteressen hinaus- greifende Zusammenarbeit zweier Völker, zweier aus gleichem Geist geborener Revolutionen in der gleichen Atmosphäre der Verständigung."
Dann nahm Dr. Goebbels die Festtaaung zum Anlaß, vor den Vertretern des italienischen Schrifttums zwei Gedanken besonders hervorzu- hcben. „Die sogenannte demokratische Welt", so erklärte Dr. Goebbels, „macht sich einen Beruf daraus, den totalitären Staaten Kulturlosigkeit vorzu- werfen. Zu allem anderen, nur nicht dazu hat sie ein Recht. Man braucht nur eine Fahrt durch Vene- dig zu machen, um festzustellen, daß etwa der Dogenpalast hier auf eine bedeutendere Kultur und Geschichte zurückschaut, als sie gewisse Parvenü- staaten besitzen, die sich als berufene Bannerträger der Demokratie ausgeben." Stürmischer Beifall dankte für diesen Vergleich. „Es besteht daher kein Grund, dieses demokratische Geschwätz ernst zu nehmen. Zumeist haben die Demokratien nur wenig von der Kultur, die sie besitzen wollen. Möaen sie sich also zuerst eine Kultur schaffen, die zu besitzen sie dann allerdings auch das Recht haben
Seit jeher ist die politische Zusammenarbeit zweier Staaten immer dann besonders fruchtbar für die große geschichtliche Entwicklung gewesen, wenn sie von dem kulturellen Verständnis und einem lebendigen geistigen Austausch beider Völker begleitet war. Politische Zusammenarbeit an sich ist zunächst immer nur die tätige Auswirkung gleicher politischer Interessen. Politische Interessen aber können wechseln. Kulturelle Verflochtenheit dagegen ist etwas Bleibendes.
Die ganze deulfch-ilattenlfche Geschichte ist ein einziger Beweis für eine kulturelle Zusammenarbeit von solchem Ausmaß, wie sie sonst zwischen zwei Völkern kaum wieder festgestellt werden kann. Wenn also die beiden großen Führer des deutschen und des italienischen Volkes sich in politischen Zielen fanden, so ist dies mehr als eine zufällige Ueberein- ftimmung politischer Interessen. Es ist die Erfüllung einer langen gemeinsamen Geschichte. Europa befindet sich heute in einer sehr schweren Krise, die nicht eher beendet fein wird, als nicht die Lebensinteressen auch der armen Völker geregelt sind. Es ist ein Unsinn, von Frieden zu sprechen, so lange diese Krise an
hält. Sie zu lösen, heißt nicht den Frieden stören, sondern den Frieden schaffen. Diese Krise kann nur durch einschneidende Maßnahmen über« wunden werden. Wir sind heute ungefähr in der gleichen Lage, in der sich Europa in der Zeit von 1789 bis 1848 befand. Ist eine Revolution fällig geworden, dann haben einzelne Völker die geschichtliche Aufgabe, mit ihr zu beginnen. Frankreich bat die liberale Revolution an gefangen, hat ihre Idee ausgebildet und durchgeführt und gab damit für das damalige Europa ein Beispiel. Es gewann durch feine Revolution einen Vorsprung vor anderen Völkern. Andere Staaten setzten sich gegen den Durchbruch der Revolution zur Wehr. Aber umsonst. So erlebte das Ende des 18. Jahrhunderts die liberale Revolution.
Heute erleben wir die Volksrevolution. Die liberale Revolution hat einen Stand befreit. Die Re- volution des 20. Jahrhunderts hat die Aufgabe, Völker zu befreien. Wir kämpfen nickt den Kampf der Klaffen, sondern den Gleichberechtigungskampf der Völker. Das 19. Jahrhundert ist nicht zufällig von Frankreich geistig beherrscht worden. Das Ergebnis der Französischen Revolution war nicht ein liberales Frankreich, sondern ein liberales Europa.
Das Ergebnis der Revolution der Gegenwart wird nicht ein faschistisches Italien und ein nationalsozialistisches Deutschland, sondern ein neues Europa fein. Es bedarf kaum einer besonderen Voraussicht, um einzusehen, daß Deutschland und Italien dazu bestimmt sind, das geistige Gesicht des künftigen Europas zu prägen. (Stärkster Beifall.)
Wir sehen deshalb mit souveräner Verachtung auf die frechen Überheblichkeiten der Demokratien herab. Wir stehen gefestigt in unserer Weltanschau- ung und in dem Glauben an unsere Mission. Belehrungen und wnnerhafte Ermahnungen haben wir nicht nötig. Wir wären im Gegenteil bereit und in der Lage, Europa Lehren zu erteilen, wenn schon Lehren gegeben werden sollen. Nationol« jozialisten und Faschisten wirken als Sie Träger der neuen Entwicklung der 20.1ahrhunderts. In der Arbeit an ihren geistigen Grundlagen treffen wir uns. Wir sind geistig und kulturell durch unsere Geschichte und für die Zukunft verbunden. Wenn demnach die Achse noch nicht existierte, dann müßte sie erfunden werden."
Bei dieser Feststellung brachen die Vertreter des italienischen Schrifttums und der Presse, die den Ausführungen des Ministers Satz für Satz mit großer Spannung gefolgt waren, in stärksten Beifall aus. Sie unterstrichen damit das, was Dr. Goebbels in Beantwortung der Worte des Ministers Alfieri über die Tiefe der geistigen, kulturellen und politischen Bindung zwischen Faschismus und Nationalsozialismus gesagt hatte.
Warschau, 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der Berliner Berichterstatter der „G a z e t a Polska" bemüht sich in aufhetzerischer Weise, die polnischen Begierden noch mehr aufzustacheln. Er bringt am Donnerstag eine glaubhaft sein sollende Zahlenkolonne von zehn Millionen durch Deutschland „unterdrückte Menschen". Er tut dies sichtlich in der Absicht, den Polen nahezulegen, zugleich mit Danzig, Ostpreußen, Schlesien usw. auch noch die von jenen zehn Millionen bewohnten Gebiete an Polen zu bringen, das ja sowieso ein Mosaikstaat ist. Die Liste der „zehn Mi l° lionen Unterdrückten" setzt der polnische Berichterstatter frivol wie folgt zusammen: 7 Millionen Tschechen, 1,5 Millionen Polen, 150 000 Slowenen und Kroaten, 130 000 Lausitzer (!), 78 000 Litauer, 12 000 Dänen, 8 000 Ungarn, 5 000 Slowaken und 4000 Friesen (!). Alle diese seien dazu ver- urteilt, germanisiert zu werden. Wenn man zu dieser Ziffer nach 500 000 Juden und 800 000 Halbjuden hinzurechnet, dann erhalte man 10,2 Millionen unterdrückte Menschen in Deutschland.
Mitschuldig
durch Verschweigen.
Danzig, 9. Aua. (DNB.) Aus dem Langen Markt in Danzig findet am Donnerstag um 2 0 Uhr eine große Protestkundgebung der gesamten Danziger Bevölkerung statt, auf der Danzigs Gauleiter Albert Forster gegenüber der -n- glaublichen Drohung der Polen, Danzig mit Kano-
ner den Bann des Verschweigens. Man freut sich, daß die Polen Deutschland so „kräftig" mit dem Mund bekriegen, aber man sagt dem englischen und dem französischen Volk nichts davon, denn polnische Annektionsabsichten könnten doch besser aufklären, als es lange Leitartikel zum Lobe der eigenen Wahrheitsliebe und der polnischen Duldsamkeit, sowie Betrachtungen über die deutsche Bösartigkeit tun würden. Die Verdummung des britischen, französischen und amerikanischen Leser« kreises ist ein Verbrechen gegen die Wahrheit, die nicht zum ersten Male von den Skribenten der Einkreisung gemeuchelt wird. E. S.
Heute abend spricht Danzig.
So weiß in den gelobten Ländern der „Pressefreiheit" der Leser nichts von den haßerfüllten Ministerreden Kwiatkowskis und anderer, nichts von der Rede des Managers des „Sauers der nationalen Einigung", des Obersten W e n o a , der bereits am 2. Juli Ostpreußen, Deutsck-Ober- schlefien und weite Teile des gesamtdeutschen Reiches verlangte und ein „Wehe euch" über die West- demokratien ausstieß, die angeblich diese „berechtigten" polnischen Forderungen nicht erfüllen wollten. Das polnische Militärblatt „Polska Zbrojna" hat noch nach Wochen die Ausführungen dieses Mitgliedes der Oberstenclique rühmend hervorgehoben. Von den irren Phantasien, die z. B. der Flieger- Hauptmann Poleszyns landauf landab vor den polnischen Reserveoffizieren produziert, und von der Mär der zu „befreienden" Gebiete, die tagtäglich die polnischen Gazetten ihren Lesern vorsetzen, wollen wir schweigen. Daß Polen nicht nur Danzig und Ostpreußen fordert, druckte noch am Dienstag der „Ilustrowany Kurjer Codzienny", der Jllu- ............
ftrierte Krakauer Kurier, schwarz auf weiß. I nen'zusammenzuschleßen, den Willen Ter deutschen
Gegenüber solchen unverhohlenen polnischen Stadt Danzig vor aller Welt zum Ausdruck brin- Raubgelüsten verhängen die Londoner und Pariser | gen wird.
Blätter ebenso wie die demokratischen Staatsmän- —
Die Londoner „Time s" spricht im Hinblick auf die jüngsten Vorgänge von einer Intensivierung der deutschen Propaganda gegen Polen. Sie registriert zwar kurz die ungeheuerliche Bemerkung des „Czas", der polnische Geschütze auf Danzig gerichtet wissen wollte, aber sie hat ebenso wie die übrige englische und französische Presse ihrem Publikum kein Sterbenswörtchen davon erzählt, daß erst das britische Hilfsversvrechen die polnischen Kriegs« und Annexionsabsichten in geradezu tropischer Hitze entwickelte. Dor einigen Tagen noch schrieb die ehrenwerte „Times", weiter- gehende Ziele seien in Polen nur in einem sehr engen Kreise zu suchen, der keinen Einfluß auf die Voltsmassen hätte. Folgerichtig verschwiegen die englischen Lügengazetten alles, was sich an Größenwahn bei den Polen zeigte, bei der herrschenden Oderstenklique sowohl, wie bet deren Blättern.
Die unüberbietbare Ruppigkeit des Tones, der lächerliche Größenwahn, der sich auf der anderen Seite mit Zerknirschung über die ausgebliebenen englischen Subsidien mengt, paßt natürlich in Lon- don und Paris ebensowenig zu den gegen Deutschland gerichteten Beschuldigungen, wie die Tatsache, daß in Polen ganz offiziell die Kriegs- und Eroberungsziele breitgetreten werden. Der englische Leser und der französische Demokrat dürfen davon natürlich nichts erfahren. Für sie muß Polen das Opferlamm fein, während es in Wirklichkeit der Amokläufer in Europa wurde. Der Londoner „Evening Standard" trieb die Niederträchtigkeit auf die Spitze, indem er am Dienstagabend darauf verweisen zu müssen glaubte, daß die deutsche Presse die bestehende Spannung verschärfe, indem sie Polnisch-Schlesien, Posen und den Korridor in den Komplex der Fragen einbezogen habe. In der Schriftleitung des „Evening Standard" scheint man nicht einmal deutsch lesen zu können. Trotzdem wird den geduldigen britischen Bürgern die angebliche Eroberungssucht Deutschlands ebenso fingerfertig bargelegt wie die Harmlosigkeit der Polen, denen Chamberlain und Halifax Loblieder spendeten, weil sie eben die polnischen Hände am englischen Geldbeutel nicht gerade lieben. Daß die Pariser Journaille, „Journal", „Epoque" und der halbamtliche „Petit Parisien", sich der englischen Gepflogenheit, aus Schwarz Weiß zu machen, anschließt, ist selbstverständlich, und die amtliche Agence Havas gibt zu dieser ungeheuerlichen Verfälschung eines jimpley Tatbestandes den Auftakt.
Englands wahres Gesicht.
USA. und Frankreich gegen Japan eingespannt.
Io H o , 10. Aug. (DNB.-Funkspr., Ostasiendienst.) Die Geschäftsträger der Vereinigten Staaten von Amerika und Frankreich sprachen im Außenarnt vor und erhoben im Namen ihrer Regierungen Vorstellungen, wobei sie betonten, daß USA. und Frankreich hinsichtlich der Währungsfrage und der Auslieferung der Silbervorräte in den Konzessionen gemeinsame Interessen mit England hätten. Wie man in politischen Kreisen Tokios hierzu erfährt, habe die japanische Regierung diese Vorstellungen entschieden zurückgewiesen und erklärt, daß Japan Wirtschaftsfragen ausschließlich mit England erörtern werde. Das gut unterrichtete Blatt „Tokio Schimbun" erklärt in diesem Zusammenhang, daß das Vorgehen Amerikas und Frankreichs ein deutliches Zeichen für die Frontbildung d e r Demokratien gegen Japan fei, mit der Absicht, auf die Verhandlungen in Tokio zu Gunsten Englands einen Druck auszuüben. Dieser Dreh Englands, so betont „Mijaho Schimbun", Frankreich und Amerika gegen Japan auszuspielen, lasse Englands wahres Gesicht erkennen und werde für die Gestaltung der englisch - japanischen Beziehungen wenig forderlich fein. Die feindliche Haltung Englands werde der antibritifchen Bewegung in Japan und China einen neuen Auftrieb geben.
»Schärfster Protest- Englands.
London, 10. Aug. (Europapretz.) Der englische Botschafter in Tokio, Sir Robert Craigie, ist am Mittwoch von seiner Regierung angewiesen worden, gegen die japanische Forderung schärfsten P r o t e ft einzulegen, die in der Provinz Honan gelegenen Bergwerke der Anglo-Chi-
nese Finance and Trabe Corporation a u s 3 u l i c • fern. Diese Forderung war von der japansreunb- lichen chinesischen Regierung von Honan gestellt worben. Die Kohlenbergwerke waren sei Oktober 1937 geschlossen.
Zwischenspiel in Swaiau.
England mutz sich entschuldigen.
London, 10. Aug. (Europapreß.) Bei einer Machtprobe zwischen englischen und japanischen Marine- dzw. Militärbehörden in Fernost haben die Engländer nach gegeben. Wie am Donnerstagvormittag aus Hongkong gemeldet wird, hat das englische Marinekommando sich wegen des Zwischenfalls in Sm a tau vom Mittwoch beim japanischen Marinekommando entschuldigt, wie dies von den Japanern verlangt worden war. Es hatte sich um folgende Vorgänge gehandelt: In Swatau hatte der englische Generalkonsul Marineschutz für englische Geschäftshäuser am gefordert, vor denen chinesische Kundgebungen stattfanden. Daraufhin hatte bas englische Marinekom- manbo von zwei Zerstörern Landungsabteilungen geschickt, die gegen die Chinesen vor- gtngen. Dabei wurde eine Reihe von Chinesen verletzt. Vom japanischen Militärkommandanten wurde hierauf eine Entschuldigung verlangt, während anderseits die Engländer vom japanischen Generalkonsul die Zurücknahme der gegen ine Landungstruppen gerichteten Vorwürfe forderten. Der japanische Generalkonsul kam dem englischen Ersuchen nicht nach und der japanische Militärkom- manbeur weigerte sich, den englischen Generalkonsul zu empfangen. — Demnach hat sich jetzt die japanische Auffassung über den Zwischenfall durchgesetzt.
Tommys im Streik.
L 0 n do n , 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Mit der Devise „5 Pfund für einen Matrosen, aber nicht für einen Tommy" traten in dem Militärlager
Houndstone zahlreiche Reservisten, die als Instrukteure dienen, am Mittwoch in den „S t r e i k". Es wird von 500 Streikenden gesprochen, obwohl das Kriegsministerium nur 150 zu- gibt Die Reservisten verlangen, nach „News CHw- nicle", beffere B e zahl ung als Entschäd/Mg für „Kleiberverschleiß" und Stellungsverlust,
Francos Aufbauwerk.
Burgos, 10.Aug. (DNB.) Der Caudillo erließ mehrere Dekrete, in denen er die Ernennungen für die führenden Posten innerhalb der Partei bekanntgibt. Zum Präsidenten des politischen Ausschusses der Falange wurde ernannt der jetzige Innenminister Serano Suner, der somit beide entstandenen Posten in Spaniens Innenpolitik beleihet. Zum Generalsekretär der Partei und Chef der Falange-Milizen wurde ernannt General Munoz Grande, der sich während des Krieges in den Kämpfen um Katalonien einen bedeutenden Namen erwarb. Zum Vizefekretär der Partei wurde ernannt Pedro Gemero del Castillo, einer der jüngsten Vertreter der Falange. Man betrachtet die Ernennungen als ein Anzeichen dafür, daß der kämpferische Geist der Bewegung beibehalten und verstärkt wird, da führende Posten der Partei Haupt« sächlich von jungen, aber bewährten Kämpfern bekleidet werden.
Paris erkennt endlich die Wahrheit.
Paris, 10. August. (DNB. Funkspruch.) Die durch General Franco vollzogene politische Neuorganisation in Spanien wird in der Pariser Presse einer eingehenden Betrachtung unter« zogen. Die Blätter müssen zugeben, daß das polt« tische Regime in Spanien f eft und un« erschütterlich dafteht. Große Beachtung findet vor allem die Verstärkung der Auto« rität des Staatschefs.
Kammerauflösung in Frankreich?
Paris, 10. Aug. (Europapreß.) In den Wan« bclgängen der Kammer verbreitete sich am Mitt« woch im Anschluß an eine Sitzung des Vorstands der radikalsozialistischen Äammeraruppe das Gfr rücht, daß im Oktober dieses Jahres mit erntt Auflösung der Sammer und ansckließendeo Neuwahlen zu rechnen fein dürfte, obwohl etji vor kurzem die verfassungsmäßig im Mai 1940 fal« ltgen Wahlen auf dem Verordnungswege um 3®# Jahre verschoben worden sind. Nach den Gw®* rungen eines führenden radikalsozialistischen Pom tikers würde Ministerpräsident Da lädier tnu einer solchen Politik den Zweck verfolgen, den Wahlfeldzug auf eine ganz kurze Zeitspanne, etwa fünfzehn Tage, zu beschran« ken, um den größtmöglichen Nutzen aus gegenwärtigen Volkstümlichkeit zu ziehen. Er hav an diese Möglichkeit bereits beim Erlaß der 25er* oränung über die Verschiebung der Kammerwahle» gedacht.
Zur Kammerauflösuna gehört nach der stonzo« fischen Verfassung außer der Unterschrift Staatspräsidenten auch die Zustimmung des Senats, die D alabi er wohl sicher wäre, wenn die internationale Lage eine Entspannung er fahren würde. Die Kammerauflösung stellt an pw in der französischen Politik einen seltenen Vorgang dar, und derjenige, der sich ihrer als politischen^ ftruments bedient, gerät stets in den Derda<vr,
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