kraft aus. Uw
Iu der schwülen Treibhausluft des Aequators vergeht einem langsam die Arbeitslust. Mit großen Plänen waren wir nach Südamerika gekommen, und nun liegen wir meistens auf der luftigen Veranda unseres Tropenhotels und denken an nichts. Gan; dumpf und hohl ist uns im Kopf, wenngleich der Zollbeamte in La Guara lächelnd versichert, daß dies nur die „tiefste" Wintertemperatur von Venezuela ist-
Unheimlich sieht die ganze Gegend aus. Bis hoch in die Wolken ragen die dunklen Wände der unberührten Küftenkordillere. Oben sind sie dicht bewaldet, doch unten am Hafen treten die Felsen offen zutage, rot und sonnenverbrannt, ohne jede Vegetation. Hier flimmert die Luft wie über einem feurigen Krater, und schon der Gedanke, da hinaufklettern zu müssen, verursacht Schweißausbrüche.
Und doch gab es mutige Abenteurer, die hier bereits ihre Lager aufgeschlagen hatten, als es noch keine Wege und Hafenplätze gab und feindliche Jn- dianerstämme die unbekannten Dschungel bewohntep. Mit Erstaunen haben wir in alten Historien gelesen, daß es in der Mehrzahl deutsche Konquistadoren und Landsknechte waren, die hier schon vor vier Jahrhunderten erste Pionierarbeit geleistet hatten.^ Es waren ganze Kerle nötig, um die gebrechlichen Frei- beuterschiffchen sicher durch die Wirbelsturme der Karibensee zu lenken und am damaligen Ende der Welt in Fieberluft und Sonnenglut die ersten Han-
Deutsche Landsknechte am Amazonas.
In den Urwäldern von Venezuela. - Deutschlands erste Kolonie. Abenteuerlicher Marsch über die Anden. - Die Giftpfeile der Indianer.
delsorte aufzubauen. Während wir an diese abenteuerliche Entdeckerzeit zurückdenken, schämen ^wir UNS der eigenen Faulheit und beschließen, den Spuren der kühnen Landsleute zu folgen.
Inzwischen ist das Reisen hierzulande aber um vieles einfacher geworden. Für ein paar Bolivar fahren wir zehn Stunden lang mit der Eisenbahn durch märchenhafte Palmenhaine und Urwälder. Dann saust die Bahn durch endlose Tunnels und schraubt sich in vielen Kehren an den steilen Kor- dillerenwänüen in die Höhe.
Das sagenhafte Dorado.
nezuela. Damit begann der erste Abschnitt in der deutschen Kolonialgeschichte.
Im Februar 1529 ankerte das erste deutsche Schiff an der Nordküste Südamerikas. Verwegen drangen die Eroberer in die verwunschene Welt des tropischen Dschungels ein. Unter unglaublichen Mühsalen und Opfern gelangten sie in weitentlegene Gebiete, die seitdem kaum wieder von eines Weißen Fuß betteten wurden. Auf einer solchen abenteuerlichen Fahrt entdeckten sie auch das Quellgebiet des Amazonas. Aber die rauhen Landsknechte waren nicht der Wissenschaft zuliebe nach Südamerika gekommen. Ihre guten Siedlungsabsichten waren bald vergessen, als die ersten Gerüchte von den unermeßlichen Reichtümern tief drinnen im Urwald unter den Einwanderern bekannt wurden. Auf einmal wollte niemand mehr von Pflug und Maurerkelle etwas wissen. Es galt, so schnell wie möglich reich zu werden. Der Goldrausch hatte diese Abenteurerschar gepackt!
Der erste Versuch, das sagenhafte Dorado aufzufinden, kostete den meisten Teilnehmern das Leben. Fast schutzlos waren die tapferen Manner den unbekannten Gefahren der tropischen Wildms preis- geqeben. Qualvoll waren die Nächte in dem stickigen Pflanzenmeer, wo überall unsichtbare Feinde lauerten. Mit ihren Schwertern mußten sich die Eindringlinge erst mühsam einen Pfad in die wuchernde Buschmauer schlagen, aus der ununterbrochen ein Regen von giftigem Ungeziefer auf sie herabneselte. Sie standen den schweren Fieberanfällen machtlos gegenüber und wußten nicht einmal, daß es vor allem die winzigen Moskitos waren, die sie auf Schritt und Tritt mit dem Tode bedrohten. Fast jeden Tag forderte die Wildnis ihre Opfer. An den Körpern der Toten hingen oft rätselhafte bunte Hölzchen, die wie kleine Schmetterlinge herange-
der Lösung. — ------ , -
an ein märchenhaftes Dorado, das irgendwo in dieser Wildnis liegen mußte. Ein unbekannter Indianerstamm sollte so viel Gold besitzen, daß er Waffen und Hausgeräte daraus herstellte. Der Häuptling (wurde erzähll) ließ sich jeden Tag von oben bis unten mit Goldstaub überziehen. Zahllose Abenteurer, darunter viele Deutsche, zogen auf die Suche nach diesem sagenhaften Goldland. Das Augsburger Handelshaus der Welser entsandte seinen besten IMann, den Kolonialdirektor Eh in g er, nach Ve-
schwirrt kamen. Sie sahen gänzlich harmlos aus, doch wen sie trafen, war des Todes. Unhörbar schlichen die Indianer durch den Dschungel und bliesen aus langen Rohren einen tödlichen Regen von Gift» pfeilen herab. Die Abenteurer säumten ihren Pfad mit Toten.
Mit dem Goldschatz verschollen ...
Nach unbeschreiblichen Strapazen gelang es E h i n g e r einen Goldschatz im Wert von etwa 80 000 Mark aufzutreiben. Aber der Trupp, der ihn zur Küste bringen sollte, ist unterwegs spurlos verschwunden. Das Gold liegt irgendwo im Wald Der. graben.
Der Haupttrupp war indessen bis zum Magda- lenensttom gelangt. Und gerade hier, in diesen mörderischen, fieberverseuchten Sümpfen, brach um verhasst die Regenzeit herein. Bold waren alle Wege abgeschnitten — das Unternehmen schien dem Untergang geweiht. Da zwang Ehinger seine Leute zu einer letzten verzweifelten Leistung. Er stieg mit ihnen über die winterlichen, eisbedeckten Anden nach Kolumbien hinein, lieber hundert Europäer und indianische Träger fielen den rasenden Schneestürmen zum Opfer, die Ueberlebenden wurden von den Giftpfeilen der Indianer empfangen. Eins dieser kleinen Hölzchen traf den kühnen Führer. Zwei Tage darauf begrub man den ersten deutschen Konquistador irgendwo in den Tälern der Sierra Nevada. Der Traum vom Dorado war für lange Zeit zerronnen
Genau vierhundert Jahre später besuchen wir die- selbe Tropenlandschaft. Und während uns die Eisenbahn durch ausgedehnte prachtvolle Plantagen fährt, begreifen wir, daß man das Gold an falscher Stelle suchte. Den eigentlichen Reichtum dieses unvorstellbar üppigen Tropenlandes haben die Abenteurer übersehen. Rudolf Jacobs.
Die geheimnisvollen blauen Berge, die aus dem feuchten Dschungel des Tieflandes steigen, übten auf den Menschen stets eine merkwürdige Anziehungs- *• gezählte Rätsel harren hier heute noch Bis ins 18. Jahrhundert glaubte man
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Am Donnerstag, dem 16. März 1939, 17 findet im Stadthaus, Bergstraße 20, eine öffentliche Sitzung der Ratshecren
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einheitlich für jeden Hund.
Erhebungsstelle für die Hundesteuer, die jetzt reine Gemeindesteuer ist, bleibt auch künftig die Stadtkasse Gießen.
Diejenigen hiesigen Einwohner, die im Laufe des Rechnungsjahres 1938 Hunde abgefchafft aber nicht abgemeldet haben, wollen dies spätestens bis zum 31. März 1939 entweder schriftlich oder mündlich auf dem Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 24, in der Zeit von 8 bis 12 Uhr anzeigen. Vordrucke für diese Abmeldungen sind dort erhältlich. Die Verbindlichkeit zur Entrichtung der Hundesteuer dauert bei Nichtabmeldung auch im folgenden Jahre, und zwar so lange fort, als die entsprechende Anzeige versäumt wird.
Gießen, den 3. März 1939.
Der Oberbürgermeister: Ritter.
Gießen, den 9. März 1939. 1699C
Der Oberbürgermeister^ RitlLL.
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Bett.: Volks-, Berufs- und Betriebszählung am 17. Mai 1939.
Die durch Gesetz vom 4. Oktober 1937 für das Jahr 1938 vorgesehene allgemeine Volks-, Berufs- und Betriebszählung findet auf Grund des Gesetzes vom 6. Juli 1938 nunmehr bestimmt am 17. Alai 1939 statt. 1698C
Zum Aählungskommissar habe ick) gemäß den Ausführungsbestimmungen bestellt:
Beigeordneter Nicolaus, Stadthaus, Bergstraße 20 (Fernfprech-Aummer 2851).
Gießen, den 8. März 1939.
Der Oberbürgermeister.
Bett.: Hundesteuer.
Bekanntmachung.
Die Hundesteuer ist in der Stadt Gießen für das
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Damen- und Backfisch-Mänteln
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sind eingetroffenI -- Wir erwarten Sie!
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Nach einem arbeitsreichen Leben nahm Gott der Herr gestern unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater
Balthaser Burk V.
im Alter von 81 Jahren zu sich in die Ewigkeit
Die trauernden Hinterbliebenen;
Familie Balthaser Burk
Familie Balth. Häuser II.
Familie Georg Harnisch IX. Wwe.
Familie Karl Burk.
Watzenborn-Steinberg, Köln, Bonn, den 10. März 1939.
Die Beerdigung findet Sonntag.den 12.März.nachmittags21/? Uhr statt
___________01203
Sie mag sich noch so gut kleiden l
Die Sommersprossen wirken immer störend 1 und lästig. Läßt sich dagegen gar nichts tun) I Aber natürlich! Es gibt ja „FrttcM’s Schwanen« J weifl“, das schnell wirkende Spezialmittel. Be* | sorgen Sie es sich noch heute. — Zur weiteren Pflege 7 der Haut SchönheflswaMer flphredile \
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Bekanntmachung.
Gartenbesitzer und Pächter, welche im kommenden Sommer das Wiedersehen des Gartenwassermessers wünschen, wollen sich bis zum 25. b. 21L auf unserer Kasse, Gartenstraße 3, melden. 1693A
Gießen, den 5. März 1939.
i Direktion der Stahlwerke Gietzeu.
Einspaltige Kleinanzeigen werden zum ermäßigten Grundpreis von 5 Pf. für dl« Mllllmeterzelle veröffentlicht
Stadttheater
Heute
19.30 bis nach 23 Uhr
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Der Rosenkavalier
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| Samstag |
j 20 bis nach
| 23 Uhr
Die andere Seile
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Preise: RM. 0.60-3.10.


