Sprecher ihn aus dem Hause wies. Nichts illustriert besser die moralische Hohlheit und biaotte Heuchelei der britischen Plutokraten, als diese Szene. Der immer lauter werdenden Kritik an seiner Krieg- führung meint nun Chamberlain am besten mit einer Geheimsitzuna des Parlaments Herr werden zu können. Hier soll der wachsenden Der- stirnmung ein Ventil geöffnet werden, aber um von dem Ansturm unbequemer Fragen nicht überrannt au werden, ist die Geheimsitzung auf nur einen Tag beschränkt. Diel kann also dabei nicht herauskommen und die englische Oeffentlichkeit bleibt natürlich nach rote vor ohne Aufklärung über die wahre Kriegs-
§e weniger die englische Kriegführung mit irgendwelchen Erfolgen auf weisen kann, ja je weniger sie sich imstande zeigt, den hörbar knirschenden Sand im Räderwerk der britischen Wirtschaft zu beseitigen, um so weniger will begreiflicherweise die Frage nach dem K r i e g s z i e l verstummen. Nachdem das alberne Märchen von der Garantie für Polen schon n den ersten drei Wochen des Krieges an der harten Macht der Tatsachen zerschellt -ist, mußte man sich in London dazu bequemen, die Katze aus dem Sack zu lassen. Das geschah zwar nur peu ä peu und in den verschiedensten, sorgfältig abgestuften Variationen, aber es kann nun doch auch für das britische Volk keinem Zweifel unterliegen, daß seine führende Kaste es in den Krieg gehetzt hat um der Vernichtung Deutschlands willen. Darüber vermögen auch die salbungsvollen Phrasen des britischen Außenministers Lord Halifax nicht einen Augenblick bimveazutäuschen. Daß England eigentlich nur deshalb Krieg fuhrt, um das deutsche Volk darüber zu belehren, was ihm frommt, um in Wohlanständigkeit und Ehrbarkeit das Wohlwollen Englands zu erringen, ist ebenso naiv und unverschämt wie das Winken mit einer Friedenskonferenz, zu der Deutschland freilich nur zugelassen würde, wenn es artig und brav seine Lektion gelernt hat, die Herr Halifax uns Deutschen nun anscheinend mit der Huchtrute eintrichtern möchte. Wer wir kennen diese Schalmei allzu gut und haben in Versailles für falsche Töne ein feines Ohr bekommen. Halifax und seine Clique scheinen noch immer nicht begriffen zu haben, daß sich inzwischen die Zeiten grundlegend geändert haben und die Wunschträume, die sie ihrem Volke vorgaukeln, Illusionen sind, aus Denen es eines Tages für sie alle ein mrsanftes Erwachen geben wird. Dafür kämpft das nationalsozialistische Deutschland mit all der zähen Entschlosienheit, zu der nur ein in gleicher Weltanschauung geeintes, zu höchsten Leistungen und letztem Einsatz bereites Volk unter der genialen Führung eines Adolf Hitler fähig ist. Die Welt muß wieder frei atmen können. Die Völker Europas müssen die Gewißheft bekommen, daß es mit der Vormundschaft, die England sich angemaßt hat, für alle Zeiten vorbei ist und sie ohne die ständige Einmischung Englands ihre Lebensinteressen selbst gegeneinander ab grenzen und sichern können. Das ist die Lektion, die England von uns Deutschen in diesem Kriege empfangen wird.
Auch Herr Daladier, Frankreichs Minifter- präsident, hat in seiner letzten Rundfunkrede zum Kriegsproblem nichts Neues und nichts anderes $u sagen gewußt, als feine britischen Kollegen. Es ist bezeichnend für die flaue Stimmung im französischen Volke, daß Daladisr glaubt, von den zahlreichen „Defaitisten"-Prozessen, von den wirtschaftlichen und finanziellen Schwierigkeiten, von dem für die französische „Gloire” nur schwer erträglichen absoluten Mangel an irgendwelchen Erfolgen auf dem Kriegsschauplatz un„ schließlich auch von dem immer deutlicher werdenden Eklat des Handelskrieges, auf den England den ftanzöfischen Verbündeten vertröstet hat, ablenken zu müssen durch eine Erneuerung der Sicherheitspmchose, die dem französischen Volke in der Politik oes letzten Vier- teliahrhunderts ja schon so manchen dummen Streich gespielt bat. Aber dessen ungeachtet und ohne Rück- sicht auf die immer wieder wiederholten Vorschläge des Führers zu einer grundsätzlichen Be- reinigung der deutsch-französischen Beziehungen und Begründung einer aufrichtigen Freundschaft zwischen den beiden Völkern, die keinen irgendwie gearteten Konfliktsstoff zwischen sich haben, legt Daladier die alte Platte von der angeblichen Bedrohung Frank- reichs wieder auf und schiebt dem deutschen Volke die Absicht unter, die anderen Nationen Europas versklaven und knechten zu wollen. Herr Daladier vergißt dabei wohlweislich, seine Hörer daran zu erinnern, daß das Diktat von Versailles einst dazu bestimmt war, Frankreichs Vorherrschaft über Europa zu verewigen und daß in den Augen aller waschechten französischen Imperialisten nur die zaghafte Stümperhaftigkett der französischen Staatsmänner, die es unterließen, das wiedererwachende, zu sich selbst zurückgefundene deutsche Volk in einem Prätentivkrieg für immer zu Boden zu schlagen, schuld daran war, daß das Erbe Richelieus den Franzosen in den Händen zerronnen ist. Herr Daladier vermag diese Vergangenheit des französischen Imperialismus nicht von sich abzuschütteln, um Frankreich dann als Unschuldslamm zu dränieren, das von dem bösen deutschen Wolf Überfällen wurde. Frankreichs Ministerpräsident ist in den entscheidenden Tagen zwischen Krieg und Frieden zu schwach gewesen, um sich aus seiner. Verstrickung in die englische Politik zu befreien und sich auch von dem Einfluß seiner chauvinistischen Ministerkollegen im Kabinett loszumachen. Er war nicht der fest in sich ruhende, überragende Staatsmann, um in schwierigem Gewässer und stürmischer Flut einen eigenen Kurs zu steuern. Er vertraute bas französische Schiff dem britischen Lotsen an und findet nun, wo es gefährlich zu schlingern beginnt, nicht die Kraft, selbst wieder das Kommando zu übernehmen. Statt dessen sucht er seine Haltlosigkeit, die ihn zum Gefangenen der britischen Politik gemacht hat, vor seinem eigenen Volke mit hohlen Phrasen zu übertönen, die dem Wortschatz des britischen Lügenministeriums entliehen sein könnten. Das Fehlen jeglicher militärischer, wirtschaftlicher und politischer Erfolge läßt sich frei- lich bei einem für solche Dinge so hellhörigen Volke wie dem französischen nicht sehr lange durch lächerliche Schaumschlägereien vertuschen.
Vielleicht bucht man es in Paris und London als einen Erfolg, daß im nördlichsten Europa ein neuer Kriegsschauplatz entstanden ist. Es ist ja so, daß ebenso wie Deutschland auch die beiden neutralen europäislben Großmächte Italien und Rußland alles getan gaben, um den Konflikt zwischen dem Reich und den beiden Westmächten zu lokalisieren, während die britische Diplomatie alles daran gesetzt hat, um das von ihr entzündete Feuer zu einem Weltbrand zu entfachen. Auf dem Balkan hat die selbstsichere, ruhige Ueberlegenheit der italienischen Politik den britischen Intriganten den Wind aus den Segeln genommen. Der Tagesbefehl des Großen Rates des Faschismus stellt wiederum klar und eindeutig heraus, daß alle brittschen Bemühunaen vergebens sind und bleiben werden, das beutsch- ttattenische Bündnis zu lockern oder auch nur Ita- ltev in irgendeinem Punkt von seiner in voller
lieber einftimmuna mit dem deutschen Bundesgenossen selbstgewählten politischen Linie abzubringen. Daß England auch nicht damit rechnen kann, für eine völkerrechtswidrige Verschärfung der Wirt- chaftsblockade durch Einbeziehung neutraler Waren leutschen Ursprungs in Rom irgendwelches Verkünd nis xu finden, stellt der Beschluß des Großen Faschistischen Rates ebenfalls mit aller wünschens- werten Deutlichkeit klar. Und ebenso entschieden wiederholt das italienische Imperium seinen Anspruch auf Wahrung seiner Interessen im Donau- und Balkanraum. Hier ist den Wühlereien der brittschen Kriegshetzer ein scharfes Halt geboten. Die Balkanmächte selbst haben in der festen, unbeirrbaren politischen Linie Italiens die beste Gewähr dafür gesehen, den Balkan- und Mittelmeerraum aus dem Konflikt herauszuhalten.
Im europäischen Norden hat die britische Politik günstigeren Boden gefunden. Es war für alle Ein-- sichtigen selbstverständlich, daß eine große europäische Auseinandersetzung die dritte europäische Großmacht, die neben Deutschland und Italien zu den Leidtragenden der Pariser Friedensdittate gehörte, nämlich die Sowjetunion, auf den Plan rufen mußte, um wenigstens einige der damals gegen sie getroffenen Entscheidungen zu revidieren. Daß dies sehr wohl unter voller Wahrung der Souveränität der f le inen zu Ende des Weltkrieges unabhängig gewordenen Nattonen geschehen konnte, wie es übrigens auch einem Grundprinzip im Aufbau der Sowjetunion entspricht, das haben die Verträge mit Lettland und Estland bewiesen. Auch die Verhandlungen mit Finnland schienen sich anfangs gut anzulassen, bis das brttische Spiel in Helsinki emsetzte und den finnischen Politikern die Fata Morgana einer britischen Rückendeckung vorgaukelte, von der diese anscheinend sich so bestricken ließen, daß sie den Russen die falte Schulter zeigten auf die Gefahr hin, daß es zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit dem großen Nachbarn kommen würde, was ja denn auch nicht lange hat auf sich warten lassen. Nun sehen sich die Finnen, von den brittschen Einflüsterungen in einen aussichtslosen Kampf gehetzt, genau rote vor ihnen der Negus von Abessinien, rote Chinas Marschall Tschiangkaifchek, rote die roten Machthaber in Spanien und eben noch die Herren Beck und Konsorten in Polens allein auf weiter Flur, von den Briten und ihren skandinavischen Freunden mit platonischen Sympathiebeteuerungen abgespeist und auf die fast schon vergessene Genfer Liga oertröftet, die von Franzosen und Briten wieder einmal eine belebende Injektion erhält, um in dem neuen Trauerspiel, das britischer Dünkel und brittsche Fehlspekulation inszeniert haben, ihre Stattstenrolle zu übernehmen. Finnland ist damit nicht geholfen, es war besser beraten, solange es in direkten Verhandlungen mit Rußland ohne die Einmischung Dritter versuchte, zu einem Ergebnis über die russischen Wünsche zu kommen. Die skandinavischen Regierungen, denen sich nun England mit falschem Pathos als Retter aus der Gefahr vor einer russischen Expansion empfiehlt, sollten das dunkle Spiel durchschauen, das nur darauf hinausläuft, ihre Neutralitätspolitik auszuhöhlen, um sie bann den britischen Wünschen gefügig zu machen. ,Lhr laßt den Armen schuldig werden, dann überlaßt ihr ihn der Pein!" Diesen Grundsatz selbstloser britischer Politik sollte man sich in Stockholm und Oslo recht nüchtern vor Augen halten. F. W. Lange.
Kleine politische Nachrichten.
Der Reichsführer ff und Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, sprach am Freitag vor den Obergauführerinnen des BDM.
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Reichsbauernführer Darrs gab auf einer Tagung der Leiter der Hauptabteilung II der Landesbauernschaften die Richtlinien für die Fortsetzung der Erzeugungsschlacht im Kriege. Er betonte, daß keine grundsätzlichen Umstellungen in den landwirtschaftlichen Betrieben notwendig feien, daß es vielmehr vor allem daraus ankomme, Die Produktion wo irgend möglich noch zu steigern. Anschließend sprachen Staatssekretär Backe, Reichsobmann Behrens und Reichshauptabtei- lungsleiter Dr. Brunnenbaum sowie die zuständigen Sachbearbeiter.
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Die deutsche Kommission für die Aussiedlung der Deutschen Ostpolens hat die deutsch-russische I n t e r e s s e n g r e n z e bei Radymno und Kowel überschritten. Die Kommission umfaßt 307 Personen, darunter Aerzte, Tierärzte, Sanitätspersonal und Kraftfahrer. Sie verfügt über Fahrzeuge, Lastkraftwagen, Sanitätskraftwagen so- tmt einen Sonderzug, der bei Lemberg stationiert
werden wird. Der Hauptbevollmächtigte hat seinen Sitz in Luck, die Gebietsbevollmächtigten in Luck, Ko'stopol, Wladimir-Wolinsk, Bielsk, Lemberg, Sttj und Stanislau.
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Die „Stampa" meldet, daß der englische Botschafter in Rom, Sir Percy Loraine, in Malta eingetroffen ist, um mit dem Kommandanten der britischen Mittelmeerkräfte die italienische Beschwerde über die Anwendung der englischen Schiffskon- trolle und der Verschärfung der Blockade zu besprechen.
In einem halben Dutzend Ständen in der Birminghamer Markthalle brach Feuer aus. Man will die Brände auf die Tätigkeit irischer Nationalisten zurückführen. Vorher hatte eine Verkäuferin zwei Streichholzschachteln gefunden, in denen sich mit Explosivstoff gefüllte Gummiballons befanden, rote sie von der IRA benutzt worden sein sollen.
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Der türkische Staatspräsident Inönü soll plötzlich seine Pläne für eine Reise nach dem Süden der Türkei geändert haben und sofort nach Erzerum abgereift sein. Erzerum ist ein wichtiges türkisches Militärzentrum, etwa 240 km westlich der russisch- armenischen Grenze, das im Jahre 1916 von den Russen besetzt und im Jahre 1918 an die Türkei zurückgegeben wurde.
Der Senat der Republik Uruguan hat den Austritt der Republik aus der Genfer Liga beschlossen.
Die Königin der Niederlande besichttgte verschiedene Heeresteile und Stellungen in Utrecht und Gelderland. Sie wurde begleitet von dem Kommandanten des Feldheeres unb ihrem persönlichen Adjutanten.
Oaladiers Kampf gegen den Defaitismus.
Brüssel, 8. Dez. (Europapreß.) In Arras hat eine Verhandlung gegen fünf Mitglieder einer pazifistischen Geheimgesellschaft stattgefunden, die sich „Ritter vom Wachtturm" nannte. Sie waren verhaftet worben, weil sie in zahlreichen Orten des nordfranzösischen Bergwerksgebietes eine lebhafte defaitistische Propaganda, vornehmlich unter den polnischen Bergarbeitern, entfaltet hatten. Die fünf Angeklagten wurden zu je secks Monaten Gesänanis verurteilt. In der 23er» Handlung hatten sie versucht, ihre Idee, die sich auf die Verweigerung des Militärdienstes aus Gewissensgründen bezog, zu verteidigen. Demnächst wird in Bsthune ein Riesenpro^eß gegen 68 weitere Angehörige dieser Geheimgesellschaft stattfinden, die ebenfalls unter der Anklage der defaltistischen Pro» paganda stehen.
MilttänscheVorbereitungenderAlliierten im nahen Osten.
Brüssel, 8. Dez. (Europapreß.) Die Antwerpener Zeitung „Metropole" macht in einem Bericht aus Ankara Mitteilung über militärische Vorbereitungen, die die Alliierten im Nahen und Mittleren Osten treffen. In dem Bericht, der sich zunächst mit den Befürchtungen beschäftigt, die bei den Alliierten hinsichtlich einer Ausdehnung des deutschen Einflusses in der Türkei und des russischen Einflusses in Afghanistan und Iran herrschen, heißt es, das Oberkommando der alliierten Orient-Armeen beschäftige sich unter der Leitung des französischen Generals W e y g a n d mit der Bildung eines Expeditionskorps, das sich einem Sowjetvormarsch in Ostanatolien und Zentralasien zu widersetzen habe. Dieses Expeditionskorps, das hauptsächlich aus arabischen Kriegern bestehen werde, werde unter Leitung französischer, englischen und anglo-indischer Offiziere gleichzeitig in Syrien und im Irak gebildet.
Die syrische Gruppe werde zahlreiche Tschechen und Polen umfassen, die auf dem Balkan und in sonstigen Ländern Mitteleuropas Zuflucht gesucht
und zum Dienst bei der französischen Armee gemeldet hatten. Unter Umstünden würde die iranische Armee zu diesem Expedittonskorps hinzu- kommen, jedoch könne man nicht" ohne weiteres über den Iran verfügen. Auf jeden Fall fei es sicher, daß die Alliierten sich bereits darauf vorbereiteten, der Sowjetunion in Zentralasien entgegenzutteten.
Außer der Bildung eines Expeditionskorps, so heißt «s in dem Bericht der „Metropole" weiter, fei bereits mit der eiligen Errichtung eines Netze« von Flugstützpunkten begonnen worden, die die bereite bestehenden Flugplätze im Libanon, in Syrien, Palästina und im Irak vervollständigen soll. Dieses Flugnetz dehne sich längs der arabischen Küste des Persischen Golfs aus. 5m Emirat Ko- weit seien die Befestigungen und die Errichtung der Flugstützpunkte bereite beendet. Neue Flu^ Häsen mürben im Sultanat Maskat und der Insel Bahrein errichtet. Ein anderer Flugplatz in Makalla werde längs des Omanmeeres das Gebiet von Hadramaut in €>übara,bien kontrol« Heren.
Durch Flakscheinwerfer zum Absturz gebracht!
PK. In tiefstem Dunkel liegt die Großstadt am Rhein. Aufgerissene Bewölkung läßt nur für kurze Augenblicke da und dort ein paar Sterne aufblinken. Dort aber, wo sich außerhalb der Stadt die von den alten Läufen des Rheins durchzogenen Auenwälder und Wiesen erstrecken, ziehen Nebelschwaden, die sich stellenweise zu richtigem Bodennebel verdichten.
Mitternacht ist schon längst vorbei — die Großstadt ist zur Ruhe gegangen. Beruhigt können sich die Menschen dem Schlaf hingeben, denn sie werden ja vor überraschenden Ueberfallen aus der Luft von den Männern der Flak beschützt. Nicht unnötig wird der Schlummer der Bevölkerung gestört, auch bann nicht, wenn die Fluawachen von der Grenze den Hereinflug eines feinolichen Fliegers melden. Noch aufmerksamer lauschen die Flugmeldeposten in den einzelnen Stellungen auf jedes Geräusch, Denn das Auge ist in dieser stockdunklen Nacht ja vollkommen ausgeschaltet. Da wird ein aus großer Hohe kommendes Motorengeräusch vernehmbar. Die inzwischen stärker geworbene Bewölkung schließt eine Bekämpfung der hoch über den Wolken fliegenden Maschine zunächst völlig aus. Man könnte ja Sperrfeuer schießen und so den Weiterflug verhindern — aber wozu auch! UeberaH stehen die Bedienungen an den Geräten und Geschützen, bereit, die erste Gelegenheit auszunützen unb ben feindlichen Eindringling her- unterzuholen.
Das Motorengeräusch verliert sich in der Fern«. Di« Spur der Fliegers geht ob« nicht verloren.
Sein Flugweg wirb von den Flugmeldeposten erkannt, verfolgt und weitergegeben. So erfährt man in den Flakstellungen der Großstadt, daß sich nach mehr als zwei.Stunden der Flieger roieoer nähert. Wieder ist alles in höchster Alarmbereitschaft an den Geschützen. Aber nicht nur an den Geschützen, sondern auch an den Flakscheinwerfern stehen die Flak« kanonier« jederzeit bereit, ihren Teil zur erfolg« reichen Bekämpfung des Gegners beizutragen. Die Männer am Horchgerät haben inzwischen den wie« der he-rankommenden Gegner auf-gefaßt und geortet. Zur gleichen Zeit wird an drei mitgerichteten Scheinwerfern der Befehl gegeben ,Licht auf!" Drei gleißende Arme durchschneiden das Dunkel der Nacht, und dort, wo sie sich treffen, leuchtet ein winziger Punkt auf: der feindlich« Flieger. Nun heißt es aber aufgepaßt — der „Vogel" darf nicht mehr entwischen! Da verdichten sich wieder di« Nebelschroaden und verhindern jede Sicht nach oben. Es wird unmöglich, mit dem Auge dem Flieger zu folgen, der sich durch Kursänderungen dem Scheinwerferkegel zu entziehen sucht und dem es auch tatsächlich gelingt, aus dem Licht herauszukommen. Nun tasten die Arme langsam ben Himmel ab, überall am Himmel leuchten jetzt di« Strahlenkegel btt tiefgestaffelt im Gelänbe verteilten Flakscheinwerferstellungen auf. Eifrig wird das Suchen nach dem Flieger fortgesetzt, der inzwischen eine Höhenande« rung vorgenommen hat unb der, dem Motorengeräusch nach zu schließen, an der einen Scheinwerfer^ ste llung vorbei fliegt, ohne daß er durch den w*
Der erste Spatenstich zum Oder—Donau-Kanal.
Der Adolf-Hiiler.Kanal durch den Giellverireier des Führers nach einer Rede des Reichsverkehrsministers seiner Bestimmung übergeben.
G l e i w i tz, 8. Dez. (DNB.) Nach sechsjähriger Bauzeit ist nun ber Adolf-Hitler-Kanal, der bas oberschlesische Industrie-Gebiet mit ber Oder Der« binbet, fertiggestellt. Arn Freitagoormittag nahm ber Stellvertreter bes Führers, Reichsminister Ru- bolf Heß, im Gleiwitzer Hafen die Einweihung vor. Dabei führte Reichsoerkdhrsminister Dr. D o r firn ü l l e r vor Augen, welch gewaltiges Binnenschifffahrtssystem Deutschland seiner schaffenden Bevölkerung bieten wird, wenn im Westen ber Rhein und im Osten bie Ober mit ber Donau Der« b u n b e n finb, wenn sich ein Kanalring um unb burch Deutschland zieht, an ben bie Hauptproduk- tionsstätten unseres Vaterlandes angeschlossen sind. Ein Ring, ber im Norden ben Rhein, die Weser, bie Elbe und bie Ober umschließt unb mit ber Nord- unb 0stsee oerbinbet unb im Süden über bie Donau das Schwarze Meer erreicht. Dazu kommt noch, baß eine östliche Verlängerung des Adolf-Hitler-Kanals die Weichsel auf ihrem ganzen Lauf unter deutschen Einfluß bringt unb sich außerdem noch die Perspektive einer Kanalver- binbung nach bem Dnjester unb damit auf einem zweiten Wasserweg zum Schwarzen Meer eröffnet. Dieser Kanal trägt mit vollem Recht ben Namen unseres Führers, benn die Inangriffnahme der Bauarbeiten wurde im Herbst 1933 von ihm begonnen. Nicht ein einzelner hat den Plan erdacht und durchgeführt, viele Köpfe haben ihn ersonnen, unb viele starke Arme waren in jahrelangem Fleiß au seiner Verwirklichung tätig. Ihnen allen sprach der Reichsminister seinen Dank aus und gedachte zugleich ber 16 treuen Berufskameraden, die ihr Leben für dieses Werk geopfert haben. — Der Stell
vertreter des Führers übergab alsdann ben Kanal seiner Bestimmung.
Am Nachmittag begaben sich Rudolf Heß und Dr. Dorpmüller zur Schleuse Ehren forst am neuen Adolf-Hitler-Kanal, von wo bie Fahrt durch bie festlich geschmückten Städte und Dörfer nach Blech- Hammer führte. An ber Stelle, rop der projektierte Oder-Donau-Kanal vom Adolf-Hitler- Kanal abzweigen wirb, nahm Reichsverkehrsmini-1 fter Dr. Dorpmüller das Wort. Der Gedanke so sagte er, Ober unb Donau durch eine Wasserstraße zu verbinden, geht bis auf Kaiser Karl IV. im 14. Jahrhundert zurück. Die politischen Grenzen der zu durchfahrenden Länder waren aber das Haupthindernis, weshalb dieses Verkehrs« vorhaben niemals zur Ausführung kam. Der Tatkraft des Führers blieb es vorbehalten, mit der Heimkehr der Ostmark und des Sudetenlandes und durch bie Schaffung des Protektorats Böhmen! und Mähren alle politischen Hindernisse zu spren-' gen, bie ber Verwirklichung dieses Planes im Wege standen. Die Zurückgewinnung des o stöber schlesischen Bergwerks- unb Jnbustriegebietes unb des Kar- roiner Kohlenreviers erhöhte den Wert ber Wasserstraße. Dadurch, daß der Kanal auch eine ©in- mündung in die Donau bei Men erhalten wird, ist seine Bedenttmg weiter geftiegen.Die Ober wird für den beutschen Ostraum das werden, was der Rhein für Westbeutschland ist: Die Hauptverkehrs, aber und ber Lebensnerv! Unb wenn wir wissen, daß Rhein und Ober durch leistungsfähige Kanäle miteinander verbunden werden, die bis nach Oft- preußen hineinführen, jo eröffnet sich uns für bie Zukunft eine unbeschränkte Freizügigkeit für bie
gesamte Binnenschiffahrtsflotte. So beginnen mir nun dieses große Werk trotz ber gewaltigen Anstrengungen, bie uns ber uns aufgezwungene Krieg auferlegt. Möge über unserer neuen großen Arbeit weiter ein glücklicher Stern leuchten!
Ein Polier ersuchte ben Stellvertreter des Füh- rers ben ersten Spatenstich zu tun. Rudolf Heß tat dies mit folgenden Worten: „Mitten im Kriege wird ber Spatenstich getan für ein gewaltiges Werk bes Friedens. Die anderen fuhren diesen Krieg nicht zuletzt deshalb, weil sie uns unsere politische Entwicklung, unseren wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg nicht gönnen, ben bie,es neue Reich genommen hat. Für uns geht der Krieg darum, baß wir uns nun einen wirklichen Friedenerkämp. f e n, einen Frieben, der nicht nach wenigen Jahren von den anderen gebrochen werben kann, einen Frieben, der uns davor sichert, daß wir nicht wieder durch andere eingekreist unb überfallen werden können, weil es ihnen nicht paßt, daß wir eine solche Entwicklung nach aufwärts nahmen, weil es ihnen nicht paßt, daß wir schaffen, und rote wir unsere Schaffenden behandeln unb betreuen. Sie haben Angst, daß eines Tages ihre eigenen Schaffenden sie zwingen würden, sie auch so zu behandeln und zu betreuen wie wir. Wir werden diesen wahrhaften Frieden erkämpfen, ber unsere Kinder davor bewahrt, wieder einmal ausziehen zu müssen und einen solchen Krieg zu führen, wie wir es heute tun müssen. Wir werben den Frieden erkämpfen burch den Sieg. Wir grüßen den Führer: Adolf Hitler Sieg-Heil!" >


