Aus aller Welt.
Ehrung einer hundertjährigen.
Der Führer hat der Frau Theresia Steinbau e r in Wiener Neustadt aus Anlaß der Vollendung ihres 10 0. Lebensjahres ein persönliches Glückwunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen.
Eisenbahnunsall auf der Strecke Weimar—Gera.
Nach einer Mitteilung der Pressestelle der Reichs- bahndirektion Erfurt e n g l e i st e bei der Einfahrt in den Bahnhof Göschwitz der Linie Weimar—Gera der siebte Wagen eines Personenzuges. Vier weitere Wagen wurden aus den Schienen gerissen. Nach etwa 100 Meter weiterer Fahrt fielen die fünf Wagen zur Seite. Vier Reisende wurden getötet und acht schwer verletzt; von diesen sind in der Klinik zwei ihren Verletzungen erlegen. Die Unfallursache ist noch nicht geklärt. Bisher wurden von den Getöteten vier Namen festgestellt: Fräulein Helmr ich aus Stadtroda, Fräulein Hildegard Hoffmann aus Großburschla an dkk Werra, Kurt Drössiger aus Harpersdorf bei Kraftsdorf und der Reisende Seyfarth aus Siebleben bei Gotha.
Zwei Todesopfer eines Wolorradllnglücks.
In Baden-Baden ereignete sich ein Verkehrsun- ylück. Ein Motorradler englischer Nationalität versuchte mit hoher Geschwindigkeit einen langsam fahrenden Lieferwagen zu überholen und raste dabei in eine Fußgängergruppe. Ein Fußgänger und der Motorradler selbst wurden getötet. Der englische Beifahrer und ein weiterer Fußgänger mußten mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus geschafft werden. Ein dritter Fußgänger wurde leichter verletzt.
Dem Gegner die Hase abgebissen.
Bei einer Tanzveranstaltung in Niederbreitbach an der Wied endete eine Auseinandersetzung, die zwei junge Männer austrugen, schließlich in Tätlichkeiten. Dabei wurde einem der Streithähne, die von der Polizei getrennt werden mußten, die Nase a b - gebissen.
Sechsunddreißig Grad hihe in Belgien.
Die seit zwei Tagen in Belgien herrschende Hitzewelle hat am Mittwoch noch zugenommen. Die Temperatur stieg bis auf sechsunddreihig Grad im Schatten. Zahlreiche H i tz s ch l ä g e werden gemeldet.
Eine Schwindlerbande schädigte belgische Sparer um sieben Millionen.
In Brüssel wurde ein großer Prozeß gegen eine Schwindierband abgeschlossen, die die belgischen Sparer um sieben Millionen Franken betrogen hatte. Die 42 Mitglieder der Bande, die jahrelang ihr Unwesen unter der Tarnung einer groß aufgezogenen nationalen Finanzgesellschaft getrieben hatten, wurden zu Gefängnisstrafen von zwei Monaten bis zu fünf Jahren verurteilt. Der Trick der Betrüger, die sich teilweise als Vertreter der Belgischen Nationalbank ausgaben, bestand darin, daß sie den kleinen Sparern gefälschte Anteilscheine an den belgischen Prämienanleihen verkauft hatten. Als die Geprellten eines Tages ihr Geld zurückverlangten, wurde festgestellt, daß von den sieben Millionen Franken nichts mehr vorhanden war.
Schweres Brandunglück in Litauen.
Die litauische Gemeinde Uzoentis wurde von einem Großfeuer heimgesucht. 40 Häuser wurden völlig zerstört. Der Schaden beläuft sich auf 300 000 Lit.
Verheerende Brände in Polen.
Durch ein Schadenfeuer wurden 15 Häuser in dem Lodzer Vorort R e t k i n a vernichtet. In den Flammen kam ein Kind umsLeben. — In einem Dorf im Kreise Wielun westlich von Lodz wurden sämtliche Gehöfte bis auf zwei Wohnhäuser eingeäschert. Bei diesem Feuer erlitt eine 80jährige Frau schwere Brandwunden, denen sie bald darauf erlag.
Neues Vrandunglück in Warschau.
Warschau wurde am Mittwochabend von einem neuen Brandunglück heimgesucht. Das Feuer brach in dem größten Warschauer Gefängnis Moko- tow aus. Es wurden mehrere Löschzüge eingesetzt, die den Brand, der seinen Ausgang von einer auf dem Gelände des Gefängnisses befindlichen Papierfabrik nahm, nach mehrstündiger Arbeit löschen konnten.
Sechs Todesopfer eines Eisenbahnunglücks bei Warschau.
In dem Vorort Puszkow bei Warschau entgleiste am Mittwoch der aus Kattowitz—Wien kommende Schnellzug. Sechs Personen kamen ums Leben, während 16 ernste Verletzungen erlitten. Nach der amtlichen Verlautbarung des polnischen Verkehrsministers ist das Unglück sowohl auf eine unvorschriftsmäßige Gefchwindigkeit, als auch auf eine Lockerung der Eisenbahnschienen zurückzuführen. An der Unglücksstelle habe die vorschriftsmäßige Geschwindigkeit 50 Kilometer betragen dürfen, während der Zug mit 98 Kilometer Geschwindigkeit gefahren sei.
Fährbook-llnglück in Rumänien.
In der Nähe des rumänischen Dorfes Rosetti kenterte ein Fährboot auf dem Fluß Porcea infolge falschen Manövrierens. Das Fährboot beförderte eine große Anzahl von Landarbeitern, Kindern und Vieh. Die Zahl der Opfer konnte noch nicht ermittelt werden, da man noch nicht feststellen konnte, wie viele Fahrgäste sich auf dem Boot befunden hatten. Bisher wurden vier Leichen geborgen. Auch zahlreiches Vieh ist in den Fluten umgekommen.
Korrupte Bürgermeister in USA.
Der Oberbürgermeister der Stadt Binghampton im Staate Neuyork wurde unter der BeschuDigung, seine Amtsgewalt strafbar mißbraucht zu haben, verhaftet. Er war während der Prohibitionszeit Sheriff von Binghampton, dem Zentrum der Kohlenindustrie im Staate Neuyork. Die Anklage wirft ihm vor, von den Besitzern verbotener Spielhöllen Geld erpreßt zu haben. Die feudale Villa des jüdischen Bürgermeisters Ellen st ein der Stadt Newark (Staat New Jersey) war dieser Tage in mannshohen Buchstaben mit' Teer bemalt. Ellenstein befindet sich immer noch im Amt, obwohl er seit Monaten in einen Riesenskandal verwickelt ist: er wird beschuldigt, mit städtischem Grundbesitz betrügerisch spekuliert zu haben.
Große Schnnerigkeikea bei der Hebung des A-Booles „äqualus".
Aus Anlaß des amerikanischen Heldengedenktages gedachte die USA.-Marine der 26 Opfer des gesunkenen U-Bootes „S q u a l u s". Marineflugzeuge warfen über der Unglücksstelle Kränze ab, und die am nächsten gelegene Küstenbatterin feuerte langsam 21 Schuß zu Ehren der Toten. Die Bergungsarbeiten sind mit ungeheuren Schwierigkeiten verbunden, da die See sehr stürmisch ist und an der Unglücksstelle außerordentlich kalte Strömungen auftreten. Die Hebung des U-Bootes dürfte daher kaum vor zwei Wochen möglich sein. Mehrfach mußten Taucher, da sich im Innern ihrer Helme eine Eiskruste bildete, unverrichteter Sache umkehren. Auch riß das Kabel, das das U-Boothebeschiff mit dem Wrack verband. Das Heck des „Squalus" ist völlig mit Schlamm bedeckt, was die Befestigung der Hebetaue erschwert.
Ausbruch eines Alaska-Vulkans.
Nach einer Mitteilung der Küstenwache von Seattle im Staate Washington ist der seit mehreren Wochen tätige Alaskavulkan Denias- m i n o f erneut mit noch nicht dagewesener Heftigkeit ausgebrochen. Augenzeugen berichten, daß eine aus dem Vulkan schießende Feuergarbe eine gewaltige Höhe erreichte. Der Wind trägt einen riesigen Aschenregen über das Gebiet der Umgebung des Vulkans, das ständig von schweren Erdbeben, die lautes unterirdisches Rollen begleitet, erschüttert wird. Die Einwohner des nahegelegenen Dorfes Perryoille sowie die dort ansässigen Indianer sind aus der Nähe des Vulkans geflohen.
hihe und Eisberge machen Amerika Sorge.
Seit etlichen Tagen herrscht an der Ostküste der Vereinigten Staaten eine starke Hitzewelle, die bereits unter der Einwohnerschaft von Neuyork Opfer gefordert hat. Zu gleicher Zeit haben das amerikanische Marine-Departement und der Küstenwachdienst sämtliche Schiffe funkentelegrafisch aufgefordert, ihren Kurs weiter südlich zu nehmen als gewöhnlich, da eine außerordentlich große Zahl von Eisbergen gesichtet sei, die langsam aus den grönländischen Gewässern nach Süden treiben.
Amerikanischer Ozeanstieger verschollen.
Am Pfingstsonntagmorgen war der junge amerikanische Flieger Thomas Smith an der Küste des Staates Maine mit einer nur knapp 65 PS. starken Maschine aufgestiegen, um mit seinem „Baby- Clipper“ (Kinderflugzeug) den Ozean zu bezwingen und in Croidon (bei London) zu landen. Smith, der kein Radio mitführte und weder über Neufundland noch von Schiffen gesichtet wurde, wurde am Montag beim Ueberfliegen der irischen See beobachtet. Seit Montagnachmittag fehlt aber jede Spur. Man vermutet, daß er den Kurs verlöten hat und möglicherweise abgestürzt ist.
Singapur-Expreß entgleist.
Wie man aus Singapur meldet, ist 150 Meilen nördlich von Singapur der Puala — Lumpur — Singapur-Expreß entgleist und eine etwa acht Meter hohe Böschung hinuntergestürzt. Der Lokomotivführer wurde getötet und rund 300 Passagiere verletzt. Man führt den Unfall auf Sabotage zurück, um so mehr, als von mohammedanischer Seite verschärfte Propaganda gegen England zu spüren ist.
WeikervenLi
Die Großwetterlage hat eine Umgestaltung er* fahren. Dabei wurden kühlere Luftmassen auf ba4 Festland in Bewegung gesetzt, die auch bei uns leichte Abkühlung bringen werden. Im wesentlichen bleibt jedoch auch weiterhin Hochdruckeinfluß bestehen. Doch wird es zeitweilig wieder zu Bewölkung kommen. Die Neigung zu Niederschlägen oder gewittrigen Störungen bleibt auch für die Folge seht gering.
Vorhersage für Freitag: Vielfach heiter und trocken, bei lebhaften Winden um Nord leicht abgekühlt.
Vorhersage für Samstag: Im wesend lichen heiteres und trockenes Wetter.
Lufttemperaturen am 7. Juni: mittags 29,2 Grad Celsius, abends 19,9 Grad; am 8. Juni: morgens 15,4 Grad. Maximum 29,9 Grad, Minimum 9,8 Grad. — Erdbodentemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. Juni» abends 26,9 Grad; am 8. Juni: morgens 20,6 Grad. — Sonnenfcheindauer 15,6 Stunden.
Witterungsvoraussage
für die Zeil vom 8. bis 17. 3uni.
Herausgegeben vom Forschungsinstitut für langfristige Witterungsvorhersage des Reichswetterdienstes, Bad Homburg, am 7. Juni 1939 abends.
An den nächsten Tagen im ganzen Reich bei hochsommerlichen Temperaturen weiterhin trocken und überwiegend heiter, höchstens im Westen und Süd- westen, sowie im Alpengebiet Wärmegewittern. In zwei bis drei Tagen auch im Osten Auftreten von Wärmegewittern.
Ungefähr um den Wochenwechsel, mit Einbruch von Meeereskaltluft west-ostwärts fortschreitend, Uebergang zu kühlerem und veränderlichem Wetter^ Niederschläge meist schauerartig, vielfach in Verbindung mit Gewittern, jedoch im Tiefland und am Süd- und Ostrand der Gebirge auch im allgemeinen nur leicht. Kein ausgesprochen unfreundliches Wetter. Im Südosten des Reichs (Ostmark) Eintreffen der Meeresluft wahrscheinlich erst gegen Mitte der nächsten Woche. Am längsten wird das heitere Wetter voraussichtlich im äußersten Südosten, in Kärnten und Steiermark, bestehen bleiben.
Gegen Ende des zehntägigen Zeitraums in Westdeutschland wieder Wetterbesserung. Anzahl der Tage mit Niederschlag im Südosten etwa drei, im übrigen Reich drei bis sechs. Gesamtsonnen'schein- dauer im Südoften meistenorts über 80 Stunden^
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum* schein. Verantwortlich für Politik und die Bilder: 0r. Fr. W. Lange (verreist), i. 23.: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gießen, Provinz und Wirtschaft: Ernst Blumschein; für Sport: Heinrich Ludwig Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Äümmel. D. A. V. 1939: 9133. Druck und Verlag: Brühlsche Universitäts- druckerei, R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. September 1937 gültig.
Für die vielen Bekundungen herzlicher Teilnahme
an dem schweren Leid, das uns durch den tragischen,
allzufrühen Tod unseres lieben Sohnes und Bruders
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getroffen hat, sagen innigen Dank
Dr. med. Adolf Weyl und Kinder.
Gießen, den 8. Juni 1939.
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