sind, jeder Tscheche aber in höchster Sorge schwebt, von seinen eigenen Landsleuten als Verräter angeprangert zu werden. Denn auch nur der bescheidene ^Versuch, an eine Lösung des Nationalitätenproblems heranzugehen, ist in den Augen aller Tschechen Verrat. Darum auch die zweite Front als Sicherheitsfaktor, darum die fortgesetzte Arbeit an der Erhaltung einer Atmosphäre, von der die Tschechen erhoffen, daß sie die Verhandlungen schließlich unmöglich machen und ersticken.
Proben dieser Atmosphäre werden der Welt täglich geliefert. Das Neueste sind die Massenausschreitungen gegenüber der sudetendeutschen Bevölkerung, die sich in der Form der Terrorisierung ganzer Ortschaften äußert. Wieder ist Blut geflossen, wieder mußten schwerverletzte Sudetendeutsche, auch ein Kind, vom Schauplatz tschechischer Untaten weggetragen werden. Auch hier wirkt die zweite Front, die nun den Augenblick für gekommen hält, ein Kesseltreiben gegen Konrad Henlein und die Führer der Sudetendeutschen zu inszenieren. Man erinnert sich der „Erfolge" mit dem Slowakenführer T u k a. den man kurzerhand einkerkerte und der körperlich und seelisch gebrochen erst nach Jahren wieder das Zuchthaus verlassen konnte. Genau so möchte man mit Henlein und den anderen sudetendeutschen Führern umspringen. Darum jetzt das Signal der „Lidove Noviny", sich mit dem „gesetzwidrigen" Verhalten Henleins, Franks und Köllners zu beschäftigen. Konrad Henlein soll in aller Form in den Anklagezustand versetzt werden, Konrad Henlein soll in den Augen des Auslandes als ein kriminelles Subjekt erscheinen.
Ein „feines" Verfahren der Tschechen, das indessen zu allem paßt, was wir bisher rund um ihre „Verständigungs- und Ausgleichsbereitschaft" erlebt haben. Ein doppeltes Spiel wird hier getrieben, das uns immer wieder zwingt, gleichgültig was der in der Auslandspresse bereits angekündigte neue Benesch-Plan enthält, ein gesundes Mißtrauen an den Tag zu legen. Wenn wir mißtrauisch sind, so ist das die Schuld der Tschechen, die nichts unterlassen, um unsere Zweifel in die Ehrlichkeit ihrer Derständigungsabsichten stündlich und täglich zu verstärken. Sbt.
Parlament nicht nötig.
Paris, 31. Aug. (DNB. Funkspruch.) Im Anschluß an den gestrigen Ministerrat erklärt man in unterrichteten Kreisen nunmehr, daß die Regierung vor den am 13. Oktober stattfindenden Senatswahlen und vor dem am 26. Oktober beginnenden radi- kalsozialen Parteikongreß in Marseille eine außerordentliche Einberufung von Kammer und Senat, die wegen des Streits um die 40= Stundenwoche erwogen wurdd, nicht ins Auge fassen wird. Da eine außerordentliche Einberufung des Parlaments danach aber mit de-m ordentlichen Zusammentritt von Kammer und Senat (8. November) fast zusammenfallen würde, erachtet man eine außerordentliche Einberufung des Parlaments überhaupt für unwahrscheinlich.
Wie man weiterhin in politischen Kreisen erklärt, wird sich der für Freitag angesetzte Minister rat in erster Linie mit der Festlegung eines neuen Brotpreises beschäftigen.
Krosta schrieb Geschichte.
Oer tschechische Außenminister über das Gudetendeutschtum.
i.
In Prag ist eine Verhandlunaspause eingetreten, die von dem englischen Berater Lord R u n c i m a n benutzt werden soll, um Möglichkeiten zu neuen Verhandlungen zu gewinnen, nachdem die Sudetendeutschen die tschechischen Vorschläge als völlig ungenügend bezeichnen mußten. Diese Pause mag Veranlassung bieten, einige Einwendungen der tschechischen Agitation auf Grund historischen Materials zu beleuchten. Dazu gibt uns auch ein Buch des Historikers Kamil Krofta Gelegenheit,' das 1932 erschienen ist und auch in deutscher Sprache vorliegt. Sein Verfasser ist inzwischen tschechischer Außenminister geworden, seitdem B e n e s ch dieses Amt mit dem des Staatspräsidenten vertauschte. Krostas Buch („Geschichte der Tschecho-Slowakei") ist offenbar zur Propaganda im Auslande bestimmt gewesen. Bei scheinbarer Objektivität hat es der Verfasser verstanden, gewisse „dunkle" Stellen der tschechischen Geschichte durch allgemeine Wendungen geschickt zu überschlagen. Trotzdem — oder gerade deshalb — lohnt es sich, einen Blick in diese Darstellung zu tun, die an vielen Stellen die Behauptungen der tschechischen Agitation glatt widerlegt.
Die Tschechen pflegen es so hinzustellen, als sei das Land Böhmen von Anfang an von ihnen allein bewohnt gewesen. Diese Behauptung wagt Krofta nicht aufzustellen. Die staatlichen Anfänge verlieren sich auch hier im geschichtlichen Dunkel. Der junge böhmische Staat stellte sich von Anfang an unter die Souveränität des Frankenreiches. Krofta schildert den damaligen deutschen Einfluß in dem Lande, das in die Lehensabhängigkeit zum Deutschen Reiche trat. Die Geistlichkeit war vorwiegend deutsch, deutsche Kaufleute kamen in großer Zahl nach Böhmen. Die Stödtegründungen waren überwiegend ein Werk der Deutschen, das eine massenweise Einwanderung zur Folge hatte. „Ganze Gegenden, besonders an den unbebauten Rändern des Landes, wurden von ihnen besiedelt und empfingen zum großen Teil auf die Dauer deutschen Charakter. Auch das erste Bürgertum der böhmisch-mährischen Städte war fast nur deutsch und verlieh diesen Städten deutschen Charakter." (Trotzdem behauptet heute die tschechische Agitation, das dortige Deutschtum sei durch Germani- fierung der tschechischen Einwohner entstanden.)
Auch Krofta bestätigt, daß die hussitische Bewegung vor rund 500 Jahren weniger religiösen als politischen Charakter getragen habe. Sie gab „dem Ringen zwischen der tschechischen und der deutschen Nationalität um die Macht und den Vorrang im Lande ihre besondere Färbung und floß mit ihm zusammen". Dann kommt ein bezeichnender Satz: „Die natürliche Tschechisierung (!) der fast durchweg von deutschen Einwanderern gegründeten und anfangs von ihnen verwalteten böhmischen Städte wurde durch die hussitische Bewegung rasch auf die Spitze getrieben. Infolge der Vertreibung der dieser Bewegung feindlichen Deutschen nahmen die meisten Städte tschechischen Charakter an. Die Prager Universität überließ den Deutschen gleichfalls keinen Platz."
Aber dann — so schildert Kroftä — sei wieder ein Umschlag eingetreten. Die Tschechen verloren durch die langjährigen Hussitenkriege viele Einwohner, und bald darauf habe eine neue deutsche Massenbesiedlung stattgesunden. Die Städte begannen sich wieder mit deutschen Handwerkern und Kaufleuten zu füllen, denen das Gesinde gefolgt sei. Unter den Habsburgern (zu Beginn des 17. Jahrhunderts) habe dann der eingewanderte deutsche Adel die deutsche Kolonisation unterstützt. In den Städten und Herrschaftsgütern wurde damals in deutscher Sprache amtiert.
Nach der Schlacht am Weißen Berge (1620) siegte die Gegenreformation. Die Lausitz fiel an Sachsen als Preis für die Unterstützung des Kurfürsten gegen den, böhmischen Winterkönig, die deutsche Sprache wurde in ganz Böhmen zur Amtssprache erklärt. An die Stelle der „Tschechisierung" sei nun, sagt Krofta, die Germanisierung getreten. Trotzdem sei aber das tschechische Landvolk so stark geblieben, daß es in manchen Gegenden, besonders in Mähren, eine „natürliche Expansion" entwickelte (also die Deutschen weiter zurückdrängte). Wörtlich schreibt der Historiker Krofta: „Bei" Beginn des 18. Jahrhunderts entsprachen die nationalen Grenzen im ganzen den heutigen." Das stimmt bekanntlich nicht ganz, denn in den letzten 20 Jahren hat eine „Unterwanderung" des geschlossenen deutschen Sprachgebiets durch tschechische Beamte und Staatsarbeiter stattgefunden, die dazu bestimmt ist, den deutschen Volksboden durch frem'dnationale Elemente zu unterhöhlen und den Prozeß der Tschechisierung wieder einzuleiten, der im Laufe der Jahrhunderte oft genug erfolgreich betrieben wurde-, wie selbst aus der gewiß unverdächtigen Geschichtsschreibung des heutigen tschechischen Außenministers hervorgeht.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß das Buch von Professor Kamil Krofta die tschechische Legende zerstört, daß die heutigen Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien „germanisierte Tschechen" seien. Böhmen war niemals ein ausschließlich von Tschechen besiedeltes Land, noch weniger kann das von der Tschecho-Slowakei gesagt werden. Die deutsche Kolonisation ergoß sich in Gebiete, die Überhaupt unbewohnt waren, Städte gab es damals nicht, sie wurden erst von den Deutschen gegründet. Im Laufe der Geschichte mögen an den Sprachgrenzen Verschiebungen erfolgt sein, die aber mehr zu Lasten der Deutschen als zum Nachteil der Tschechen vor sich gingen. Keinesfalls ist man berechtigt, den Deutschen hier eine alleinige Schuld zuzumessen. Die Greuel der Hussitenkriege und die Vertreibung deutscher Einwohner iy jener Zeit reden eine zu deutliche Sprache. In neuester Zeit hat durch die Prager Zentralisation eine erneute planmäßige Tschechi- jierung der rein deutschen Bezirke eingesetzt, die nicht ohne Erfolg gearbeitet hat, wie zahlreiche Beispiele beweisen. Daher fordert die Sudetendeutsche Partei mit vollem Recht die Wiederherstellung des Dolksbodens, so wie seine Besitzverhältnisse vor 20 Jahren gewesen sind.
Oer Aufbau am deutschen Volke.
Or. Ley spricht vor den Ausländsdeutschen.
Stuttgart, 31. Aug. (DNB.) Im Rahmen einer von Junkern der Ordensburg Crössinsee gestalteten Feier st unde sprach am Dienstag in der überfüllten Stuttgarter Stadthalle Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley anläßlich der 6. Reichstagung der Ausländsdeutschen.
Dr. Ley gab in seiner häufig von stärkstem Beifall unterbrochenen Rede zunächst einen großangelegten Ueberblick über all das, was seit 1933 in Deutschland, insbesondere für den deutschen Arbeiter, geleistet worden ist. Während früher K u n st und Kultur das Vorrecht weniger Besitzenden gewesen seien, so führte der Redner u. a. aus, nehme heute das ganze Volk Anteil daran durch die Organisation „Kraft durch Freude". Nicht weniger als 44 Millionen deutschen Menschen sei im vergangenen Jahr durch diese Organisation der Theaterbesuch ermöglicht worden. Eine ebenso grundsätzliche Wandlung sei auf allen anderen Gebieten des deutschen Lebens zu verzeichnen. Diese Wandlung sei allein dem Führer und seinem unerschütterlichen Glauben an Deutschlands Sendung zu verdanken. Daß heute in Deutschland alles aufwärts geht, sei keine technische oder wirtschaftliche Frage, sondern einzig und allein eine Frage des Glaubens jedes einzelnen an fein Volk. Der deutsche Arbeiter, so betonte Dr. Ley u. a. weiter, hat heute einen Heißhunger nach Kultur und Kunst, nach den Werken unserer Dichter und Denker, und man glaubt gar nicht, welches Wissen und Können in weiten Schichten unseres Volkes vorhanden ist. Es ist nicht richtig, daß unsere Arbeiter durch KdF. verwöhnt worden sind, sondern sie
haben dadurch nur mehr Kraft gewonnen und wissen heute, daß Deutschland ihr Vaterland ist.
Der Reichsorganisationsleiter stellte in diesem Zusammenhänge fest, daß die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" von insgesamt neun Schiffen bereits über sechs eigene Dampfer verfüge, daß KdF.-Bäder gebaut und KdF.-Hotels erstellt werden und daß dem deutschen Arbeiter der Volkswagen gegeben werde. Mit allen diesen Maßnahmen gebe man dem deutschen Arbeiter seinen gerechten Anteil an dem, was Deutschland zu bieten vermag. Im kommenden Winter würden 130 000 deutsche Arbeiter die Möglichkeit haben, nach Italien, Griechenland, Nordafrika und anderen Ländern zu fahren.
Zum Schluß seiner Rede beschäftigte sich Dr. Ley mit den Zielsetzungen der Partei in der Zukunft. „Wir geben", so führte er hierbei u. a. aus, „in keiner Hinsicht nach. Auch für uns gilt das alte Wort: Eine siegreiche Armee wird nie müde. Auch die nächsten Jahrzehnte werden die heutigen führenden Männer frisch und fleißig sehen, und ihr Fanatismus wird nicht nachlassen, sondern immer fester werden. Das ist das Wesen unserer Idee, daß sie nicht verflacht, sondern sich immer tiefer in den Herzen festsetzt."
DieReichssrauensührerin spricht
Daß sich auch die auslandsdeutschen Frauen mit der Arbeit ihrer Schwestern im Reich verbunden fühlen, bewies die große Kundgebung, die im Rahmen der VI. Reichstagung der Ausländsdeutschen mit der Reichsfrauenführerin, Frau
Scholtz-Klink, am Dienstagnachmittag in der Gewerbehalle stattfand.
Frau Scholtz-Klink sprach über die Aufgaben, die sich die deutsche Frau im Dritten Reich gestellt hat.
Heute, so stellte Frau Scholtz-Klink mit berechtigtem Stolz fest, sind nicht weniger als zwölf Millionen deutsche Frauen in der deutschen Frauenorganisation zusam- mengeschlossen. Es ist selbstverständlich, daß von dieser Arbeit auch die auslandsdeutschen Frauen nicht ausgeschlossen werden wollten und konnten.
Die Frauenorganisation ist als Teil der nationalsozialistischen Bewegung auf Gedeih undDer- derb mit der Partei und ihrem herrlichen Führer verbunden. Was uns als Erziehungsideal vorschwebt, so betonte sie, ist weder ein wandelndes Pathos noch eine verkörperte Sentimentalität, weder die Jungfrau mit dem frommen Augenauffchlag, noch das vermännlichte Weib. Unsere Mädel urb jungen Frauen sollen vielmehr ebenso tapfer als großzügig, ebenso klug als gütig und ebenso mutig als anmutig fein.
Oer Wettbewerb der Gaue.
Um den preis des Veichsorganisationsletters Dr. Ley.
Auf dem diesjährigen Reichsparteitag wird — durch die Heimkehr der Ostmark ins Reich bedingt — die Zahl der Teilnehmer um ein erhebliches größer fein, als im vergangenen Jahr. Dies trifft selbstverständlich auch auf die Politischen Leiter zu, von denen diesmal 150 000, davon allein 10 000 aus der Ostmark, nach Nürnberg kommen werden.
Jeder weiß, daß die Anstrengungen für den Reichsparteitagteilnehmer nicht gering sind. Zu den einzelnen Veranstaltungen sind Anmärsche von 20, 30, ja 35 Kilometer zurückzulegen, früh am Morgen heißt es aufstehen, und oft kommt man erst am späten Abend oder in der Nacht wieder zurück. Nun befinden sich unter den Politischen Leitern in weit stärkerem Umfang, als es bei der SA., usw. der Fall ist, auch ältere Parteigenossen, für die die Tage in Nürnberg naturgemäß eine weitaus größere Anstrengung bedeuten, als für ihre jüngeren Kameraden von der SA. und ff.
Reichsorganisationsleiter Pg. Dr. Ley hat nicht zuletzt auch deshalb für den diesjährigen Reichsparteitag einen Wettbewerb unter allen Gauen der NSDAP, ausgeschrieben, bei dem für die Bewertung der Sieger drei Faktoren maßgebend sein werden: die Gefamt- haltung der Politischen Leiter, die Gestaltung der Quartiere und die Durchführung kultureller Veranstaltungen.
Unter ersterem sind die Disziplin, das einheitliche, geschlossene Auftreten, das pünktliche Einhalten der Abmarschzeiten zu den einzelnen Tagungen und Appellen zu verstehen, kurzum alle die Dinge, die für den Eindruck, den der Hoheitsträger macht, maßgebend und bestimmend sind. Selbstverständlich gehören hierzu auch die Uniform und die gesamte Ausrüstung.
Bei der Gestaltung der Quartiere werden die Sauberkeit, der Bettenbau, das Anbringen von Bildern und Schmuck, die Unterbringung der Fahnen usw. ins Treffen geführt werden. Genau so großes Gewicht wie auf die Haltung der Politischen Leiter und die Gestaltung der Quartiere wird auf die Veranstaltungen kultureller Art gelegt, die die einzelnen Gaue zur Durchführung bringen, wie Theaterabende, möglichst mit künstlerischen Kräften aus dem Heimatgau, Filmvorführungen, Konzertdarbietungen, heitere Abende, die von „Kraft durch Freude" gestaltet werden, usw.
Der erste Preis, der von Dr. Ley ausgesetzt wurde, besteht aus 500 Uniformröcken, also ein Wertobjekt von einer recht hohen fünfstelligen Zahl. Wenn man weiß, daß die Beschaffung der Uniformen für viele Politische Leiter eine nicht immer einfache Sache ist, dann wird man verstehen, daß unter den einzelnen (Bauen ein edler Wettstreit entstanden ist. Auch die weiteren Preise bestehen aus Uniformröcken.
Wer jetzt der Stadt der Reichsparteitage einen Besuch abstattet, der kann — einige Tage vor Beginn dieses großen Bekenntnisses'der deutschen Nation — die Feststellung machen, daß von allen .(Bauen ganz besonders große An st re n- gungen gemacht werden, um die von Dr. Ley ausgestellten Forderungen nach besten Kräften in die Tat umzusetzen. Auf die Ausschmückung der Quartiere wird ebenso großer Wert gelegt, wie auf die Durchführung mannigfachster Veranstaltungen kultureller Art, wobei in jedem (Bau die Tendenz obwaltet, das Gaustandquartier zum Treffpunkt nicht nur der Politischen Leiter, sondern auch der SA., der ff, der Hitler-Jugend usw. aus dem ganzen (Bau werden zu lassen. Hier soll sich also ein richtiges „Familienleben" entwickeln.
' So ist die Gewähr dafür gegeben, daß auf dem
diesjährigen Reichsparteitag noch mehr, als es in den vergangenen Jahren der Fall war, die Erfüllung der Forderungen gesichert ist, die Dr. Ley aufgestellt hat.
400 3Berhd?armänner unseres Gaues in Nürnberg.
NSG. Für den Reichsparteitag 1938 stellt die Werkschar des Gaues Hessen-Nassau wieder einen erheblichen Anteil an dem nach Nürnberg zu entsendenden Kontingent von 8000 Werkscharmännern des Reiches. 300 hessen-nassauische Werkscharmänner nehmen als Abordnung der deutschen Betriebe an dem Reichsparteitag teil und sind Gast der Partei. Unter diesen Werkscharmännern, die die Fahnen der NS.-Musterbetriebe mit nach Nürnberg nehmen, befinden sich auch die Betriebsobmänner.
Ein zweiter Trupp von 100 Werkscharmännern des Gaues Hessen-Nassau wurde für das Sonderkontingent der Werkschar für den Reichsparteitag 1938 abgestellt. Diesen Werkscharmännern liegt die Betreuung der durch die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" zum Reichsparteitag eingeladenen Arbeiter ob. Sie werden weiterhin in dem KdF.-Lager, in dem die Gäste der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" untergebracht sind, und in der KdF.-Stadt eingesetzt.
In der KdF.-Stadt, die in diesem Jahre weiter ausgebaut worden ist, werden den Besuchern des Reichsparteitages täglich Tanz, Spiel, sportliche Vorführungen und Varietevorführungen geboten. In der Stadt versehen die Werkscharmänner den Ordnungsund Wegdienst. Der Transpvrtführer für den aus den Gauen Düsseldorf, Köln-Aachen, Koblenz-Trier und Hessen-Nassau zusammengesetzten Werkschar- Sonderzug ist der (Baubeauftragte für die Werkscharen Hessen-Nassau, SA.-Standartenführer Holzapfel. Die Unterbringung geschieht, wie in den vergangenen Jahren, in einem Werkschar-Zeltlager.
12184 km in 704 Tagen.
NSG. Der Adolf-Hitler-Marsch der HI. stellt insgesamt eine gigantische Leistung dar. 2 0 0 0 Hit- ierjungen im Durchschnittsalter von 17 Jahren legen über 7 0 0 Tage lang täglich etwa 23 Kilometer Marsch st recke zurück. Sie marschieren in voller Uniform, die Fahnen der Jugend auf den Schultern, durch Sonne, Wind und Regen. Die Gesamtstrecke dieses Sternmarsches, dessen Ziel die Stadt der Reichsparteitage ist, entspricht einem Viertel des Erdumfanges. Dazu kommt, wie im Vorjahre, nach den großen Festtagen in Nürnberg der Marsch von Nürnberg nach Landsberg am Lech zu der Festung, in der der Führer einst das Buch des Nationalsozialismus „Mein Kampf" schuf. Diese Strecke wird von sämtlichen Marschteilnehmern in einem großen ge» schlossenen Marschblock zurückgelegt.
Das Gebiet Pommern hat in diesem Jahre die längste Marschstrecke aller 27 Marscheinheiten. Von Rügen bis Nürnberg werden von dieser Marsch- einheit in 50 Tagen insgesamt 801 Kilometer zurückgelegt. Nach ihr hat sich am 22. Juli die Marscheinheit des Gebietes Oftland auf den Marsch begeben, die in 43 Tagen 741 Kilometer zurücklegt. Als dritte begann die Marscheinheit des Gebietes Schlesien ihren Marsch, die eine Strecke von 786 Kilometer in 42 Tagen bewältigt. Die 76 Hitler- jungen des Gebietes Hessen-Nassau müssen 296 Kilometer in 16 Tagen marschieren. ■
Die gesamte Länge der Marschstrecke der 27 Marscheinheiten beträgt 12 184 Kilometer, die in 547 Marschtagen und 157 Ruhetagen, also insgesamt 7 0 4 Tagen, zurückgelegt werden.
Einöden des Empire.
Von unserem p -Miiarbeiier.
Diese Dinge aber besitzt das Empire im Uebersluß und überall. Aber in diesem Empire gähnen riesige Einöden, paradiesische Länder oft/die auf nichts warten, als daß der Mensch sie urbar mache.
Beginn der überspannten Industrialisierung besteben Zustände, die riesige Herrengüter mit nutzlosen Parks und gewaltigen Sportmiesen für die Herren - schicht brachten, dagegen „Slums", falsch und rücksichtslos angelegte Jndustriewohnviertel, die schon zu Dickens Zeiten ungenügend waren. Jetzt, da die Bevölkerung in England um rund zehn Millionen Menschen zugenommen hat, sind sie eine Hölle.
Ein halbes Jahrhundert lang brachte es das britische Parlament fertig, diese Hölle zu ignorieren. Eduard VIII., kurz nach der Thronbesteigung, versprach jenen Menschen in den „Slums", daß er alle feine Kräfte einsetzen würde, um ihnen zu helfen. Er kannte die Elendsgebiete weitaus besser, als seine Kabinettsmitglieder. Diese setzten selten einen Fuß in die Industrieviertel. Eduard besuchte schon als
Prinz von Wales in jedem Jahr andere Stätten dieses weitgespannten Infernos und kannte die traurige Lage.
Es ist interessant, bei den englischen Einwänden auf die berechtigten deutschen Kolonialforderungen immer wieder zu hören, wie sich England nach außen hin den Anschein gibt, daß sein Empire durchaus intakt sei, daß die Menschen, die das Glück genießen, unter dem Union Jack zu wohnen, nur einen Wunsch hätten — eben unter dieser Fahne weiterleben zu dürfen. Man vermeidet geflissentlich, jenen Artikel des Versailler Diktats zu erwähnen, der von kiner Mandatsherrschaft spricht. Man verwechselt geflissentlich „Mandat" mit Herrschaft.
Wie aber ist es um dieses Empire bestellt? Es besteht, um es nur ganz kurz zu umreißen, aus Dominions und Kolonien. Die Dominions haben Selbstverwaltung, die Kolonien werden vom Kolonialministerium in London aus regiert. Es gibt
......., _______m , keine Edgar-Wallace-Romantik der britischen „Com- Weshalb also die "Menschen, die in qualvoller' miKsioners". die als unumschränkte „Könige" in den Enge im Mutterland leben, nicht in jenen frucht-1 afrikanischen Wäldern und Ebenen herrschen. Sie baren Gegenden ansiedeln? Es gehört doch alles sind Verwaltungsbeamte, die ihre Politik aus West- Großbritannien!? 1 minfter vorgefchrieben bekommen von Ministern,
- Die englischen Regierungen bleiben diese Antwort die ihre Kolonien, in denen beinahe 60 Millionen feit mehr als hundert Jahren schuldig. Seit dem Menschen leben, nur wenig oder aus einem Kultur- * ...... ~ ....... ' " ' film kennen. Es besteht in England nicht einmal
jene Einrichtung, der Frankreich die glückliche Beseitigung vieler Kolonialprobleme verdankt, es gibt im Kolonialministerium nicht einmal jene „Inspec- teurs", die in Frankreich nur dem Minister verantwortlich sind und ihre Amtszeit damit verbrin- g$n, von einem Kolonialgebiet zum nächsten zu fahren und sich auf Grund eigener Beobachtungen ein Bild der jeweiligen Lage des Landes verschaffen. England läßt oft nicht einmal feine „Commissio- ners" genügend lange Zeit an Ort und Stelle, um das ihnen unterstellte Land kennenzulernen. Es geschieht in jedem Monat, daß ein Beamter, der sich in Westafrika eingelebt hatte, nach einem britischen Südsee-Protektorat beordert, ober daß ein Beamter, der die Anamiten kennenlernte, plötzlich zu den
Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika — überall bietet sich dem Reisenden das gleiche Bild: übervölkerte Städte mit unheimlichen Ar-, beitslvsenziffern — weites Hinterland, oft fruchtbar genug für zwei Ernten im Jahr, jungfräuliche Erde, große Bodenschätze. Heber all diesem Land weht die blaurotweiße Flagge, der Union Jack. Es ist ein weltumspannendes Empire.
Der Reisende kommt nach England, nach London vielleicht, oder Manchester, Glasgow, Plymouth ober Liverpool. Er sieht bie riesigen Elenbsgebiete mit Menschen, bie burchschnittlich im 40. Lebensjahr sterben, weil ein Mensch unter diesen Umständen nicht älter werden kann. Er sieht die Kinder dieser Männer und Frauen: unterernährte, hohlwangige, tuberkulöse Geschöpfe, die nichts weiter brauchten als ge- fHnbe, ausreichende Nahrung und frische Luft.


