Ausgabe 
31.8.1938
 
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Nr. 205 Erstes Blatt

188. Zahrgang

Mittwoch, 31. August M8

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Krafiquell der Ration.

Die Arbeitsämter sind längst nicht mehr in der Lage, für alle ihnen mitgeteilten offenen Stellen genügend Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. Bis Ende Juli mußten 363 000 Arbeitsplätze im Altreich unbesetzt bleiben. Nichts kennzeichnet den Wandel der Zeit im Arbeitseinsatz besser als diese sechsstellige Zahlen. Hatte man einst Sorge, Arbeitsplätze zu finden, um ein paar Er­werbslosen aus dem Millionenheer der Arbeits­losen eine Freude zu bereiten, so hat man heute Sorge, wie man am besten die vorhandenen Ar­beitskräfte verteilt und die für das Dasein unserer Nation wichtigsten Arbeitsplätze besetzt. Es fehlt überall an Händen, es fehlt an Männern und Frauen, um das ungeheure Maß an Arbeit bewäl­tigen zu können.

War einst die Arbeitslosigkeit eine Lawine, die die ganze Nation zu erdrücken drohte, so muß heute auch der letzte Mann aufgeboten werden, um mit der Arbeit, die aus sich selbst heraus immer neue Arbeit entstehen läßt, fertig zu werden. Wer hätte wohl in den Jahren 1929, 1930, 1931 oder 1932 geglaubt, daß eines Tages auf den Stra­ßen nicht mehr arbeitslose Volksgenossen herum­stehen, sondern wieder jedes Verkehrsmittel in den Zeiten des täglichen Arbeitsbeginns und des Ar­beitsschlusses zum Brechen voll sein würde. Wer da­mals derartiges zu prophezeien gewagt hätte, wäre nicht nur glatt ausgelacht worden, man hätte auch an feinem Verstände gezweifelt.

Niemand unter uns wird behaupten können", daß er einer anderen Auffassung gehuldigt hätte. Unser Volk stand damals im Banne jener Kräfte, die das Resignieren, das Sichfügen predigen und die in einem Auflehnen gegen den Niedergang ein An­tasten der Grundfesten der Weimarer Republik' sahen. Zwar tat man in jener Zeit immer so, als würde Arbeitbeschafft", aber über kümmerliche Ansätze kam der Staat nicht hinaus, konnte er auch nicht hinauskommen, weil er der Nation nicht den Schwung zu vermitteln vermochte, der nun einmal notwendig ist, um fein Schicksal selbst zu bestim­men. Schließlich war das deutsche Volk soweit, daß es felsenfest daran glaubte, es wären jene zwanzig Millionen Menschen bei uns zu viel, die Clemen- ceau am liebsten von einem Tag zum anderen der Vernichtung überantwortet hätte.

Und heute? Ein Wunder hat sich in der Tat unter der Führung Adolf Hitlers vollzogen. Sei­nem straffen Regiment ist es zu danken, daß die Wirtschaftsmaschinerie wieder in Gang kam, dann auch die Energien erzeugte, die jedes Rädchen immer von neuem in Bewegung setzte, gleichzeitig aber auch das Tempo dieser Be­wegung ständig steigert. Es ist heute schon st stark, daß für mehrere hunderttausend Ar- b e i t s m ö g l i ch k e i t e n keine Arbeits­kräfte da sind, eine Erscheinung, die nur in posi­tivem Sinne ge- und bewertet werden kann. Gerade hier zeigt sich, daß die Arbeit der Kraft­quell der Nation ist. Nicht Gold und Natur­reichtümer, nicht üppige Felder und Wiesen, nicht die Milliarden im Geldschrank des Staates sind das Glück der Nation. Man muß mit all diesen Reichtümern auch etwas anzufangen wissen. Wer sie jedoch nicht zu nutzen weiß, wer nur stolz auf diesen Reichtum ist, der wird niemals die Last der Arbeitslosigkeit los.

Und wieviel größer ist die vom Führer voll­zogene Leistuna der Ueberwindung der Arbeitslosig­keit angesichts der Tatsache, daß wir ein geschwäch­tes und armes Volk sind. Uns stehen nur magere, Rohstoffvorräte zur Verfügung, wir haben auf dem Quadratkilometer ein Mehrfaches an Menschen als andere Nationen, wir besitzen keine Kolonien, wir sind in jeder Beziehung schlechter dran als andere. Dennoch ist aus der Arbeitslosigkeit ein Mangel an Arbeitskräften geworden, der schon empfindlich wird. Aber das wieder sind Sorgen, die wir freudig ertragen. Denn der Be­weis ist durch den Führer erbracht, daß nur die Arbeit d i e Grundlage der Existenz der Nation ist und daß die Arbeit sich dauernd vervielfältigt, solange ein Volk von einem nicht kleinzukriegenden Lebensmut beseelt ist.

Einführung der Postsparkasse im Großdeutschen Reich.

Berlin, 30. Aug. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt Nr. 134 vom 30. August 1938 wird ein Erlaß des Führers und Reichskanzlers vom 26. August 1938 zur Regelung des Postfparkas- senwesens im Deutschen Reich veröffent­licht.

Bereits im Erlaß vom 19. März 1938 hatte der Führer und Reichskanzler das feit 1883 in Wien bestehende Postsparkassenamt in die Deut­sche Reichspost eingegliedert. Durch den neuesten Erlaß des Führers' und Reichskanzlers wird eine Einrichtung des Landes Oesterreich auf das ganze Reich ausgedehnt, die sich als eine der sozialsten Einrichtungen nicht nur bei der Be­völkerung Oesterreichs größter Beliebtheit erfreute, sondern auch für die österreichische Wirtschaft stets segensreich gewirkt hat, und die in der ganzen Welt als mustergültig galt.

Durch den Postsparkassendienst der Deutschen Reichspost werden im Altreich mehr als 47 000 Aemter und Amtsstellen der Deutschen Reichspost, lind zwar etwa 3000 Postämter, 2000 Zweigpost­ämter, 10 000 Postagenturen, 26 000 Poststellen und 6000 Posthilfsstellen demSpargedankennu tz- bar gemacht werden. Hinzu kommt ein Heer »on 16 000 Landzustellern, die ebenfalls Sparein­lagen annehmen und Rückzahlungen leisten werden.

22300000 Arbeitsbuchpflichtige im Altreich.

Erste Ergebnisse der Arbeitsbuchstatistik der Reichsanstalt. Oer Wirtschastsaufschwung hat zu starker Erweiterung des Personenkreises der Arbeitsbuchpstichtigen geführt.

Berlin, 31. Aug. (DNB.) Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat am 25. Juni d. I. im Altreich erstmals eine Er­hebung über die arbeitsbuchpflichtigen Personen durchgeführt. Es ist dies die umfas­sendste Zählung der Arbeiter und Angestellten, die seit der letzten großen Berufszählung vom 16. Juni 1933 veranstaltet werden konnte. Sie stützt sich auf die bei den 339 Arbeitsämtern und ihren Neben­stellen vorhandenen Karteien der Inhaber von Ar­beitsbüchern. Auf das Land Oesterreich konnte die Zählung noch nicht ausgedehnt werden, weil dort das Arbeitsbuch erst allmählich zur Einführung ge­langt.

«sinn und Zweck dieser ersten großen Erhebung war, für die Lenkung des Arbeitsein­satzes und des beruflichen Nachwuchses nach der stürmischen Entwicklung, die sich seit 1933 in der deutschen Wirtschaft vollzogen hat, einen möglichst aktuellen Einblick in die heutige Gliede­rung der rund 22 300 000 arbeitsbuch- pflichtigen Personen zu erhalten. Die Er­hebung erforscht daher die Verteilung der Arbeiter und Angestellten auf die Bezirke der Landesarbeits­ämter und Arbeitsämter und ihre Schichtung nach 27 Berufsgruppen und rund 200 Berufsarten (Be­rufen), nach zehn Altersstufen, sowie nach der Zu­gehörigkeit zu 58 Wirtschaftszweigen. Sie bietet außerdem Einblicke in die Versorgung der Berufe mit Lehrlingsnachwuchs, in die berufsfremde Be­schäftigung und in die Einsatzfähigkeit für einzelne wichtige Mangelberufe.

Die ersten Ergebnisse über die Verteilung der Ar­beiter und Angestellten auf die Landesarbeitsamts­und Arbeitsamtsbezirke liegen bereits vor und be­sagen folgendes:

Am Stichtag der Erhebung wurden bei den Arbeitsämtern insgesamt *22 287 000 arbeits­buchpflichtige Personen gezählt. Sieht man von bengeringen Abweichungen in der Umgrenzung des erfaßten Personenkreises gegenüber den Arbeitern und Angestellten der Berufszählung vom 16. Juni 1933 ab, deren Zahl sich mit Ein­schluß des nachträchlich eingegliederten Saar­gebietes auf 20 434 000 belief, so zeigt sich, daß der wirtschaftliche Aufstieg zu einer beträchtlichen Ausweitung des Personenkreises der Arbeiter und Ange­stellten geführt hat.

Hierzu hat zunächst die Tatsache beigetragen, daß in den Jahren 1934 bis 1938 im Vergleich zu den unmittelbar vorhergehenden Jahren wieder starke Jahrgänge an Schulentlassenen ins Erwerbs­leben eingetreten sind. Anderseits ist der natürliche Abgang von Erwerbstätigen durch längeres Ver­bleiben im Beruf geringer geworden. Außerdem ist aus dem Kreis der bisher nicht, oder nicht mehr Erwerbstätigen (Berufslose, Sozialrentner u. ä.) eine erhebliche Zahl von Personen in die Schicht der 2Irbeiter und Angestellten eingetreten bzw. zu­rückgekehrt: bei den bisher Berufslosen handelt es sich vornehmlich um Frauen. Schließlich ist auch ein Zugang aus den selbständigen Kleingewerbe­treibenden und den mithelfenden Familienangehöri­gen erfolgt.

Die starke Zunahme der Arbeiter und Angestell­ten ist deshalb besonders beachtlich, weil nach der Wiedereinführung der Wehrpflicht mehr Arbeits­kräfte als 1933 durch den Wehrdienst gebunden find.

Unter ben* arbeitsbuchpflichtigen Personen wurden 14 ^74 000 Männer und 7 313 000 Frauen gezählt. 1933 waren es 14 128 000 und 6 306 000 Frauen. Der Personenkreis der Män­

ner hat demnach um 6 v. h., der der Frauen um 16 v. h. zugenommen. Die starke Zunahme der Frauenarbeit erklärt sich ebenfalls aus dem obenerwähnten Arbeitermangel.

Die Aufgliederung der Arbeitsbuchpflichtigen nach Landesarbeitsamtsbezirken ergibt folgendes Bild:

An der Spitze steht der Landesarbeitsamtsbezirk Brandenburg mit Berlin, in dem bei der Erhebung

2 988 000 Arbeiter und Angestellte gezählt wurden. An zweiter Stelle folgt Rheinland mit 2 851000. Vier Bezirke, nämlich Sachsen, Mitteldeutschland, Westfalen und Südwestdeutschland, weisen 1,5 bis knapp 2 Millionen Arbeiter und Angestellte auf, sechs weitere Bezirke, nämlich Niedersachsen, Nord« mark, Schlesien, Südbayern, Hessen und Nqrd« bayern liegen zwischen 1 und 1,5 Millionen. Die

Leipzig Baustein der Wirtschaft.

Von unserem Leipziger-Messe-Sonderberichierstatier.

Die ständig wachsende Zahl der Aussteller, die die Leipziger Herbstmesse beschicken, ist ein Zeichen da­für, daß die Bedeutung der Leipziger Herbstmessen angesichts des Auf b aus der deutschen Wirt­schaft immer mehr zunimmt. Die Vorstellung, daß die Herbstmesse gegenüber der riesenhaften Früh­jahrsmesse eine nur untergeordnete Rolle spiele, wird auch in diesem Jahre dadurch verdrängt, daß mehr als fünfeinhalbtausend Ausstel- l e r in Leipzig vertreten sind und daß die Zahl der geschäftlichen Besucher mit mehr als 100 000 nicht zu hoch angenommen wird. Ist so auch die Leipziger Herbstmesse zum Baustein der Wirtschaft geworden, so hat sie in diesem Jahre neben der bildlichen Bedeutung auch eine praktische. Sie ver­dient die BezeichnungBaustein der Wirt­schaft" diesmal ganz besonders dadurch, daß sie dem Bauwesen erhöhte Beachtung geschenkt hat und auf diesem Gebiete eine Fülle von Neuerungen bringt, die die große Wandlung in der Werkstoff­umstellung aus dem Bereich der Versuche und Expe­rimente in die praktische Bauwirtschaft überführt.

Das Kernstück der diesjährigen Bauausstellung ist der von der Stadt Leipzig auf Anregung der Reichsstelle für den Wirtschaftsausbau geschaffene Musterbau zweier Vierfamilien - Häuser mit zusammen acht Wohnungen, bei deren Errichtung in weitestem Umfang heimische Werkstoffe verwendet mürben. Schon bei den Kellerdecken wird gezeigt, wie man eisenfparende Bauweisen durch Verwendung von Betonbalken, Gewölben und Zementdielen durchführen kann. Die Wände der Gebäude sind ebenfalls auf verschiedene Weise ausgeführt. Vergleichsweise wurden neben Mauern aus Normalsteinen auch Hohlmauerwände, Wände mit innen angesetzten Dämmplatten, Leicht­bauwände verschiedenster Art und mehrere Möglich- lichkeiten der Ausbildung und Isolierung von Fuß­böden und Decken ausgeführt. Zur Minderung der Schallübertragung befinden sich in den Decken Ein­lagen aus Zementdielen, aus Torfplatten und aus Glaswolle. Man erreicht mit diesen Bauweisen gegenüber der früher viel angewendeten Lehm- stakung nicht nur eine Erhöhung des Schallschutzes, sondern umgeht auch die Gefahr, mit der Einbrin­gung von Deckenfüllungen Ungeziefer in die Woh­nungen einzubauen. Auch die Treppenstufen sind in verschiedener Bauweise ausgeführt, um auf diese Weise praktische Erfahrungen über die Eignung von Betonhohlstufen, Steinholzarten und Natur­steinen zu gewinnen. In den Musterhäusern ist auch die Hausinstallation, bie' Zu- und Abführung des Wassers, die Einrichtung von Bad und Küche so­wie die Wahl der Beheizung deutlicher erkennbar, als wenn sich die Wohnungen in betriebsfertigem Zustande befinden. Für die Beheizung hat man nicht nur den eisensparenden Kachelofen für Ein- und Mehrzimmerheizungen gewählt, sondern man findet auch die gasbefeuerte Stockwerksheizung, die durch die Schaffung formschöner und wirtschaftlicher

Gaskessel bemerkenswerte technische Fortschritte er­kennen läßt. Von den Möglichkeiten einer Warm­wasserversorgung ist durch Aufstellung von kohle-, gas- und strombeheizten Heißwasserbereitern Ge- brauch gemacht worden. Für die 'Verteilung des Wassers wurden an Stelle guß- und schmiedeeiserner Rohre Bauteile aus Steinzeug, Kunstharz und Porzellan eingebaut. Die Musterbauten stellen ferner unter Beweis, baß Regenrinnen aus email­liertem Eisenblech oder aus Steinzeug bereits han­delsübliche Artikel geworden finb, die auch ber äußeren Gestalt eines Hauses eine besondere Note geben. Wie weit man mit der Eisenersparnis bei Herden gehen kann, zeigen die verschiedenen Aus­führungen von keramischen Herden, die teils aus Kacheln gebaut oder mit porzellanartigen Wand­platten belegt sind. Ofenunterlageplatten aus Asbest­zement, Wassersstülkästen aus Porzellan, Glas oder Preßstoff, elektrische Leitungen aus Aluminium mit Zellwolle und Kunstkautschukumhüllung oder Aus­gußbecken und Badeeinrichtungen aus Feuerton sind einige Beispiele für die umfangreiche Umstel­lung, die unser Bauwesen zur Zeit erfährt und in der Fachwelt den Begriff des deutschen Haus- baues zu prägen beginnt.

Die bewußte Herausstellung der Musterbauten aus heimischen Werkstoffen ist auch auf die übrige Gestaltung der Leipziger Baumesse nicht ohne Ein­fluß geblieben. So hat sich der Stahlbau den Erfordernissen an Werkstoffeinsparungen durch konstruktive Maßnahmen anzupassen gewußt. Wo nur angängig ist der vollwandige Bauteil bem hohlen Bauteil gewichen, um gleichzeitig bie äußere Gestalt ber Stahlbauteile umzuformen unb eine Ge­wichtsersparnis herbeizuführen, die wiederum auf das Transportwesen und die Arbeit der Halbstoff- hersteller von Einfluß geworden ist. Die Technik der Metallplattierung hat einen hohen Stand erreicht. Bleche aus Leichtmetall sind durch das Aufwalzen dünner Kupferhäute bezüglich ihres Gewichtes und der Formgebung mit den Vorzügen ber reinen Leichtmetalle behaftet unb vermeiden die Anfällig­keit ber Leichtmetalle gegen Witterungseinflüsse burch Ueberbeckung mit chemisch wiberstanbsfähigen Metallplatten. Auch ber Rostschutz von Eisen, bie Korrosionsbestänbigkeit von Aluminium, Elektron unb anberen Legierungen und bie Auskleibung me­tallischer Werkstücke mit keramischen Massen lassen ben Fortschritt in ben Bestrebungen, Werkstoffver­luste zu verhüten, erkennen.

Außer den genannten Arbeitsgebieten sind auf der Leipziger Messe eine Fülle von Herstellergrup­pen vertreten, bie durch sorgfältige Kleinarbeit an ihren Erzeugnissen ihre Mitarbeit am Fort­schritt unb an der Durchführung des Vierjahresplanes bekunden. Mag auch der einzelne nur ein Mosaiksteinchen zum Aufbau ber Wirtschaft beitragen, so wird niemand auf seine Hilfe verzichten mögen, wenn das Gesamtbild des Wirtschaftsaufbaues lückenlos erscheinen soll. J. B.

Die Spareinlagen werden mit 3 v. H. verzinst. Das Postsparbuch wird völlig freizügig sein. Einlagen auf das Postsparbuch werden inner­halb des ganzen Reichsgebiets von allen Aemtern und Amtsstellen der Deutschen Reichspost ange­nommen, gleichgültig, an welchem Ort das Postspar­buch ausgestellt worden ist. Auch Abhebungen können bei jedem beliebigen Amt vorgenommen werden, bei Abhebungen bis 100 Mark sogar ohne vorherige Kündigung, ein Vorteil, ber vor allem für ben inner- beutschen Reiseverkehr von erheblicher Bebeutung sein wirb.

Der Postsparkassendienst wird durch das Post­sparkassengeheimnis unter dem besonderen Schutz des Reiches stehen.

Im Reichspostministerium wird zur Zeit mit Be­schleunigung eine Postsparkassenordnung ausgearbei­tet, um nach dem Willen des Führers die Vorteile des Postsparkassendienstes möglichst bald dem gesam­ten deutschen Volk zugänglich zu machen.

Oie japanischen Journalisten in Hamburg.

Hamburg, 31. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die 15 japanischen Journalisten trafen auf ihrer Deutsch­landreise am Dienstagnachmittag in Begleitung des Leiters der Abteilung Ausland der Presseabteilung der Reichsreqierunq im Propagandaministerium, Mi­nisterialrat Professor Dr. B o e m e r, des General­konsuls Geheimrat Walter vom Auswärtigen Amt und des Referenten der Abteilung Ausland im

Reichspropagandaministerium von Mildenstein in Hamburg ein. Am Abend gaben der Ostasiatische Verein, der Reichsverband der deutschen Zeitungs­verleger und der Reichsverband der deutschen Presse im Uhlenhorster Fährhaus zu Ehren der japanischen Gäste einen Empfang, an dem u. a. auch der ja­panische Generalkonsul teilnahm.

Am Mittwoch werden die Gäste eine Fahrt nach dem Adolf-Hitler-Koog unternehmen, und am Don­nerstag geht die Reise nach Berlin weiter.

Oer Führer beglückwünscht Königin Wilhelmine.

Berlin, 31. August. (DNB. Funkspruch.) Der Führer und Reichskanzler hat der Königin derNiederlandezu ihrem Geburtstag drahtlich seine Glückwünsche übermittelt.

Heute Rundfunkübertragung der Rede Bürckels.

Berlin, 30. Aug. (DNB.) Die Rede, die der Beauftragte des Führers für die Wiedervereinigung Oesterreichs mit bem Deutschen Reich, Reichskom- misfar Gauleiter B ü r ck e l, im Rahmen ber Reichs­tagung ber Auslanbsbeutschen, morgen Mittwoch in Stuttgart halten wirb, unb in ber er einen Ueber- blick über bie bisher in ber Ostmark geleistete Auf­bauarbeit gibt, wirb in ber Zeit von 20 bis 22 Uhr burch bie Reichssenber Stuttgart, Saarbrücken unb Wien übertragen,

Oer nationalspamsche Heeresbericht.

Sowjetspanische Angriffe überall zurückgewiesen.

Salamanca, 31. Aug. (Europapreß.) Das na­tionalspanische Hauptquartier teilt in bem in ber Nacht zum Mittwoch von ihm herausgegebenen Heeresbericht mit:

An ber Estremadura-Front haben die nationalen Truppen alle feindlichen A n - griffe zurückgeschlagen. Dem Feind ist es trotz allergrößter Anstrengungen nicht gelungen, auch nur einen Schritt vorwärts zu rücken: er hat schwere Verluste erlitten. Die Zahl ber durch bie nationalen Truppen außer Gefecht gesetzten sowjet- spanischen Milizen beläuft sich auf 1500 T?ann. Im Verlauf eines einzigen Kampfes würben 25 tote Milizen vor ben nationalen Stellungen aufgefunben. Die nationalen Truppen haben 340 Gefangene gemacht.

Luftwaffe: Im Verlauf eines Luftkampfes an ber Estremadura-Front haben bie nationalen Flieger am Dienstag vier feinbliche Flugzeuge ab­geschossen: die nationale Luftwaffe erlitt keine Ver­luste. In ber Nacht zum 29. August hat bie natio­nale Luftwaffe die Kriegsmaterialfabrik in San Feliu mit Bomben belegt.