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Trick des Hasardeurs gelang, die demokra- Weltfriedensheuchler hatten ihr zartes Ge
Die deutsche Gesandtschaft in Prag muh durch Militär gegen den kommunistischen Mob geschützt werden. (Scherl-Bilderdienst-M.)
Vertrauen stütze sich die Hoffnung auf die Erhaltung des Friedens.
Die „Daily Mail" sagt, daß die Tür zum Frieden noch nicht geschlossen sei. Die britische Regierung benutze als Hauptquellen der Diplomatie alles, was Klugheit und Erfahrung nur anempfehlen, um den Weg zur Versöhnung zu finden. Der „Daily Expreß" meint, die gestrige Rundfunkrede Chamberlains habe die Nation mit Stolz erfüllt. Das Blatt hebt dann besonders hervor, daß England die Dominien in derartig ernsten Fragen der Außenpolitik um Rat fragen müsse und deren Antwort abwarte. Dem englischen Volk aber könne man sagen: „Folgt Chamberlain!"
Der Führer hat sich bereit erklärt, durch internationale Kommissionen alle Fragen der Grenzbereinigung erörtern zu lassen, nachdem das unzweifelhaft sudetendeutsche Gebiet von uns besetzt worden sei. Er hat es begrüßt, daß die englische Legion, die Vereinigung der Männer, die einst im Kriege den Deutschen mit der Waffe gegenüberstanden und wissen, was ein Krieg bedeutet, die Kontrolle in den Abstimmungsgebieten ausüben will. Er hat darauf hingewiesen, daß diese Abstimmung nach dem Saarreglement erfolaen soll. Im übrigen ist der kurzfristige Termin für die Räumung der unzweifelhaft sudetendeutschen Gebiete den Räumungsbestimmungen ähnlich, die Frankreich 1918 im Waffenstillstandsvertrag für die ehemaligen deutschen Reichslande festlegte.
Benesch hat durch seinen Rundfunk die Behauptung in die Welt gesetzt, daß sich Deutschland zusammen mit den 3,5 Millionen Sudetendeutschen auch noch rund 8 0 0 0 0 0 Tschechen einverleiden wolle. Das ist eine jener Lügen, dazu bestimmt, den wahren Sachverhalt einzunebeln und die übrige Welt gegen uns in Frontstellung zu bringen. Tatsache ist, daß die Gebiete, um die es geht, also die mit rein deutscher Bevölkerung sowie die gemischtsprachigen, einer Volksabstimmung unterworfen werden. Das steht deutlich im deutschen Memorandum, das hat noch deutlicher der Führer in seiner Rede zum Ausdruck gebracht, indem er auch die rein deutschen Gebiete in die Volksabstimmung einbezog. Diese Abstimmung bedeutet nicht mehr und nicht weniger als die Verwirklichung des von den Versailler Mächten zwanzig Jahre hindurch mißhandeltes Selbst- bestimmungsrechtes. Es kommt in den fraglichen Gebieten den Deutschen ebenso wie den Tschechen zugute, das Ergebnis dieser Abstimi ung ist also für die Grenzziehung maßgebend. Uno die Grenzziehung wird wieder — siehe auch hier die Führerrede — durch eine internationale Kommission vorgenommen. Es kann also gar keine Rede davon sein, daß Deutschland 800 000 Tschechen in das Reich hineinnehmen will. Entscheiden sich diese 800 000 Stimmberechtigte für den Tschechenstaat, dann kommen sie selbstverständlich zu diesem. Darüber kann es nach den klaren Worten des Führers keinen Streit geben. Nicht der Führer, nicht das Reich bestimmt also, wie das Schicksal der Bevölkerung in den Grenzgebieten ausfallen soll, sondern einzig und allein die Bevölkerung dieser Gebiete.
Das Prager Regime sucht sich und anderen ferner einzureden, es verlöre durch die reinliche Scheidung von Deutschen und Tschechen wertvollste Bodenschätze und hervorragende Wirtschaftsgebiete. Die gesamten wirtschaftlichen Interessen des Staates gingen bei der Lösung des sudetendeutschen Problems, wie es jetzt zur Debatte steht, in die Binsen. Auch dazu ein paar aufklärende Worte: Der Träger der Wirtschaft des tschechischen Nationalitätenstaates war bisher in der Hauptsache das Sudetendeutschtum. Mit allen möglichen Mitteln hat man versucht und auch erreicht, daß die deutsche Wirtschaft zerschlagen oder Tschechen in die Hände gespielt wurde. Trotzdem blieben die Deutschen die Haupteinnahmequelle für die Tschechen. Sie brachten auf dem Umwegs über ihren Export die m e i st e n Devisen, sie zahlten die meisten Steuern. Geht bei der Scheidung ein Teil der Wirtschaft mit den Deutschen, so geht- eben nichts anderes in das deutsche Lager als das Eigentum und die Wirtschaftskraft des Sudetendeutschtums. Man jammert dann weiter, die Bodenschätze gingen an das Reich verloren. Auch diese Behauptung ist plumper Schwindel. Die Bodenschätze, wie Eisen, Braunkohle usw. liegen gleich mäßig im tschechischen und im deutschen Gebiet verteilt. Steinkohle ist sogar in der Tscheche! starker vertreten als im Sudetenland. Die nordböhmischen Bezirke sind in hohem Maße auf die industrielle Ausfuhr angewiesen (Glaswaren, Textilien, Porzellan, Spielwaren, Heimarbeit). Landwirtschaftlich wird das Sudetengebiet als Zuschußgebiet zu betrachten fein, denn die Gebirge sind zwar reich an Wald, aber arm an fruchtbarem Boden. Die Tschechen haben immer behauptet, daß die Besonderheit dieser wirtschaftlichen Struktur gerade die Ursache der großen Arbeitslosigkeit sei, die zur Verelendung ganzer Gemeinden geführt habe, weil die Tscheche! angeblich die von den Deutschen erzeugten Gütermengen nicht abnehmen könne — jetzt soll auf einmal dieser selbe Reichtum des Landes unentbehrlich für die tschechische Wirtschaft fein!
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Hoffnung hat die Züge der gequälten Flüchtlinge übergossen. Tränen rinnen über die abgehärmten Wangen. Die Frauen und Männer fingen die Lieder der Deutschen.
23370Ü sudetendeutsche Flüchtlinge!
Großzügige Hilfsmaßnahmen.
B e r I i n, 27. Sept. (DNB.) Die vorn Sudetendeutschen Flüchtlingshilfswerk zusammen mit der NSV. vorgenommene Zählung der sudetendeutschen Flüchtlinge ergab bis zum Dienstagnachmittag eine Zahl von 233700 Flüchtlingen. Durch das ungeheure Anschwellen der Flüchtlingszahl werden das Hilfswerk und die NSV. vor neue große Aufgaben gestellt. Das Elend der Flüchtlinge macht großzügige Sofortmaßnahmen notwendig. Um die Flüchtlinge für die nächste Zeit ordnungsmäßig unterzubringen, find außer staatlichen auch eine große Zahl von privaten Erholungsheimen, insbesondere die von Firmen und Gesellschaften, dem Flüchtlingshilfswerk zur Verfügung gestellt worden. So konnten im Harz, in Süddeutschland und an der Ostsee bereits Flüchtlingslager in leerstehenden Heimen und Hotels geschaffen werden. Unter den Flüchtlingen befinden sich mehr als 5 0 0 0 schwangere Frauen, die von dem Hilfswerk Mutter und Kind betreut und Mütterheimen zugeführt worden find.
Auch ausländische Beobachter hatten Gelegenheit, Flüchtlingslager zu besichttgen, sich mit den Flücht- lingen zu unterhalten und sich über ihre Schicksale berichten zu lassen. Sie sind mit einer, grenzenlosen Erschütterung über dieses ungeheure Elend aus den Lagern gegangen, und Engländerinnen und Schwedinnen haben zum Ausdruck gebracht, daß sie es niemals für möglich gehalten hätten, daß im Zeitalter des kulturellen Fortschrittes ein ganzes Volk zur Auswanderung gezwungen und mit derartigen brutalen und blutigen Unter- drückungsmethoden von Haus und Hof vertrieben werden konnte. Sie haben erklärt, daß sie in ihrer Heimat von dem Elend der Flüchttinge und ihren Schicksalen erzählen und darüber aufklärend wirken würden, da man in ihrer Heimat sich keinen Begriff davon machen könne, was es heiße, wenn 233 000 Menschen, darunter Zehntausende von Frauen und Kindern meist nur in der notdürftigsten Bekleidung alles verlassen mußten, was sie sich erarbeitet hatten. Hier sei ein Appell an alle sozialen und Frauenorganisationen in der Welt notwendig, um sie auf das Los dieser Flüchttinge aufmerksam zu machen und zu Hilfsmaßnahmen anzuregen.
gnade ausgeliefert. Wie Herr Benesch die Sudetendeutschen um ihre Rechte betrog, brauchen wir des Näheren nicht mehr auszuführen. Der Führer selbst hat in seiner Sportpalast-Rede dazu einige Ziffern genannt, deren Richtigkeit wohl auch die demokratischen Staatsmänner nicht bezweifeln dürften. Wenn man sich in London und Paris ttotzdem für Herrn Benesch, für dieses letzte Ueberbleibsel des Versailler Ungeistes, noch einsetzen zu müssen glaubt, so ist das nach dem Gesagten völlig unverständlich. H. Ev.
beruhigt, 3,5 Millionen Sudetendeutsche wurden ihren „Todfeinden" auf Gnade und Un-
Bas Maß ist übervoll!
Aus der Notzeit des Sudetenvolkes. - Flüchtlinge hörten die Führerrede
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Paris, 28. Sept. (Europapreß.) Während bisher die Linkskreise darauf drangen, daß die Kammer bald einberufen würde, ist nunmehr die Initiative hierzu auf einen Teil der französischen Rechtsgruppe übergegangen. Der ehemalige französische Ministerpräsident F l a n d i n unternimmt im „Journal" einen neuen Vorstoß. Daladiers bisherige Weigerung, die Kammer einzuberufen, hält Flcmdin nicht für gerechtfertigt, weil der französische Ministerpräsident über die Mittel verfüge, die außenpolitische Aussprache in der Kammer zu begrenzen, wenn ihm dies notwendig erscheine. Flandin als Wortführer einflußreicher französischer Rechtsgruppen erklärte, daß die englische Regierung das Unterhaus zusammenberufen habe, um sich zur Lage zu äußern; Adolf Hitler habe in Berlin eine Massenversammlung durchgeführt: Mussolini habe eine Reihe öffentlicher Reden vor der italienischen Nation gehalten: was aber habe die französische Regierung bisher getan? S i e schweige, obwohl es für den Durchschnittsfranzosen heute sehr schwierig sei, zu wissen, wo in der tschecho-slowakiscben Frage die Wahrheit liege. Die französische Regierung habe bisher weder den Text der englisch- französischen Vereinbarungen veröffentlicht, noch den Text des deutschen Memorandums, noch die amtliche Karte der Gebiete, die von den deutschen Truppen in der Tsck>echo-Slowakei besetzt werden sollten.
Flandin richtet dabei bittere Worte an die Volksfront, die es für notwendig halte, parlamentarische Debatten über die Einrichtung einer lokalen Eisenbahnlinie herbeizuführen, die aber dann das Parlament nicht einberufen wolle, wenn es sich u m Krieg oder Frieden handele. Es werde behauptet, daß eine Aussprache im Parlament die Moral der Mobilisierten retten kann. Er glaube im Gegenteil, daß die Moral derer, die plötzlich ihrer Arbeit und ihrer Familie entrissen würden, nicht besser gestärkt werden könne, als wenn sie von der Gerechtigkett der Sache überzeugt seien. Wenn Frankreich wegen seiner lebenswichtigen Interessen einen Krieg machen müsse, so dürfe kein Zweitel im Herzen der Menschen bleiben, die u^beachte1 ihrer persönlichen Ueberzeugung ihre volle Mitarbeit zur Verteidigung der großen Interessen des Vaterlandes sicherlich nicht verweigern würden. Die Autorität der Regierung würde bei Verhandlungen dadurch gestärkt fein, und die Entschlossenheit zu einem Krieg — wenn man soweit gehen müßte — könne
nicht mehr angezweifelt werden. Es gehe um das Wohl des Vaterlandes. Wenn eine Sache gerecht fei, so finde sie die Begeisterung der Franzosen. Nach dem man aber Handlungen aufeinander gehäuft habe, die den Krieg unvermeidlich werden lassen, dürfe man die Volksvertreter nicht vor die vollendete Tatsache stellen. Er wisse, daß es die Absicht gewisser Persönlichkeiten sei, das Parlament erst einzuberufen, wenn die Feindseligkeiten begonnen haben und Kammer und Senat auf diese Weise jede Aussprache über den Ursprung, die Gründe und die vielleicht schlimmen Folgen eines bewaffneten Konfliktes, der hätte Der- Mieden werden können, zu verbieten. Er, Flandin,
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hnn % \er tschechischen Ausfuhr ausgenommen, dagegen England nur 6,9; Ungarn 6,6; Amerika 6,3; ^goslawien 5 v. H. Frankreich und Sowietrußland haben so wenig bezogen, daß sie in vT ?.Alstlk überhaupt nicht erscheinen! Wäre der ttchechische Arbeiter und Bauer auf die Abnahme lemer Erzeugnisse durch diejenigen Mächte ange- wiesen die sich heute plötzlich als die besorgten Freunde der Tscheckei aufspielen, dann könnte er .Erhungern. Umgekehrt hat das „feindliche" Deutschland den Tschechen wirtschaftlich immer ge» dVisen und wird ihnen auch in Zukunft, sobald die Scheidung vollzogen, also alle Konfliktsstoffe aus dem Wege geräumt sind, helfen. Denn Deutschland sit wirtschaftlich nicht so eingestellt, daß es andere Volker untergehen läßt. Es weiß, wie sehr die na- ttonalen Wirtschaften zusammengehören und sich gegenseitig ergänzen müssen. Darum werden die Tschechen auch künftig im Warenverkehr mit Deutschland gut abschneiden. Mit dem Märchen aber, sie könnten die Scheidung, der sie grundsätz- lich zugestimmt haben, nicht durchführen, weil ihnen das angeblich aus wirtschaftlichen Gründen unmög-
Mit zerrissenen Kleidern, barfuß und zu Tode ermattet, stehen die Flüchtlinge in der Sammelstelle. Es ist immer das gleiche, herzzerreißende Bild und immer sind es die gleichen grauenhaften Untaten, von denen sie berichten. Verhaftungen, Raub, Plünderungen, Mißhandlung und Verfolgung. Die Flüchtlinge haben das Lachen verlernt. Ihr Stolz aber auf ihr Deutschtum, ihr Bekenntnis zur Schicksalsgemeinschaft des deutschen Volkes sind ungebrochen. Sie tragen ihr Unglück mit einem Heroismus, der in die Geschichte einzpgehen verdient.
Nichts ist imstande, die Größe des Kampfes unseres Führers besser zu unterstreichen, als der Anblick dieser Männer und Frauen in ihrem tiefstem Unglück, Menschen, die bestes deutsches Volksgut sind. Jedes ihrer Worte und jede ihrer Handlungen drückt eg aus, daß sie nichts als ihre selbstverständliche Pflicht für ihr Deutschtum erfüllen. Ihre Anspruchslosigkeit, ihre Dankbarkeit für jedes freundliche Wort, jeden Bissen Brot sind einfach rührend.
Das tiefste Erleben aber dieser Tage war ein Abend unter den Flüchtlingen auf dem Markt der Grenzstadt Waldmünchen, wo sie den Führer hörten. Männer des Freikorps in Reih und Glied; neben ihnen find Flüchtlinge, Frauen mit schlafenden Säuglingen auf dem Arm, ihre armselige Habe im Kissen oder Knüpftüchern verpackt; Kinder, die auf der Durchgangsstelle fürsorglich mit Kleidungsstücken ausgerüstet waren. Sie hören den Jubel, der ihre Landsleute im Sportpalast umtobt, die letzte Mahnung des Führers an die Unterdrücker und fein ehernes Wort: Sudetendeutsches Gebiet kommt sofort zu Deutschland. Ein Schimmer neuer
lief) ist, dürfen sie uns nicht kommen. Ihre Wirtschaftsinteressen bleiben voll gewahrt, sie werden sie künftig eher noch ausweiten können.
Alle diese Dinge werden in der Weltpresse kaum gestreift oder als belanglos hingestellt, während sie doch den Kern der Sache ausmachen. Man versucht in gewissen Hetzblättern noch immer einen „nichtprovozierten Angriff" und daraus die Notwendigkeit des durch die Verträge erzwungenen Eintretens für die Tschechen zu konstruieren, während wir uns am 1. Oktober nur nehmen, was selbst durch die Zusage des Benesch als uns zugehörig bezeichnet worden ist. Gerade weil Benesch seine Zusage nicht hielt, sind wir dazu gezwungen. Der Provokateur ist er. Aber die einfachste und klarste Tatsache existiert nicht, wenn sie zugunsten des deutschen Rechtes spricht. Das ist die Lage. Wir sind gegenüber den moskowitischen Methoden eines Benesch am Ende unserer Geduld. Wir nehmen uns das Recht, ob auch die Westdemokratien drohen sollten. Denn es gibt nur ein R e ch t in der sudetendeutschen Frage und kein Kompromiß, um das sich die demokratischen Politiker nur deshalb und vergeblich mühen, weil es den deutschen Rechtsanspruch verwässern und schließlich zunichte machen möchte.
SMrJjelt wäre übrigens die tschechische Wirt- chaft langst zusammengebrochen, wenn Deutsch- } a " "lcht l h r b e st e r Kunde wäre. Deutsch-
Reinliche Scheidung.
Die Botschaft des Führers hat in der ganzen 'r ", * v * u c n e i Munoe wäre. .Deuftcy-
Welt einen Eindruck hinterlassen, der selbst in den i (mit Oesterreich) hat in den meisten Jahren böswilligen Unterstellungen der internationalen De- ' n "" mokratenpresse durchschimmert. Fast durchweg — so in der „Times", im „Daily Telegraph" — wird versichert, die Rede habe die Tür nicht zugeschlagen. Paris, das mit besonderer Spannung £>er Rede lauschte unb sich darüber freut, daß kein Ion des Mißfallens gegenüber Frankreich gefallen ist, sagt, die Lage habe sich durch die Worte des Führers nicht verschärft. Der „Matin" meint, die Verhandlungen könnten fortgesetzt werden, das halbamtliche Büro Havas stellt ebenso wie d'Ormesson fest, die Worte des Führers enthielten nichts, was die Lage noch gespannter mache und der „Jour" meint sogar, und sicherlich nicht ohne geheime Freude, die Rede sei wie ein Hammer auf einen Amboß gefallen, also auf Benesch.
Wenn man die englische und französische Presse, ihre Beschwörungen, ihre Aengste, ihre vagen Hoffnungen lieft, dann fällt doch eins auf: sie redet u m den Kern herum. Die teilweise Mobilisierung in Frankreich und England ist gerade in diesem Augenblick nicht geeignet, als Friedensarbeit angesehen zu werden, und wenn die Londoner und Pariser Presse erleichtert feststellt, Deutschland habe nicht mobilisiert, dann vergißt man die Frage an die eigenen Regierungen: wozu diese doch nur als Ausfluß einer Kriegspsychose zu deutenden Maßnahmen? Gerade die drohende Bereitschaft englischer Linkspolitiker und französischer Volksfrontkreise, den Tschechen beizustehen, hat Herrn Benesch sein Bankerotteurspiel erleichtert. Von dem Klüngel der Kriegshetzer in London und Paris ließ sich Herr Benesch dazu ermuntern, seinen Haß gegen Deutschland auszutoben. Das ist eine schwere 'Verantwortung, die in diesen Tagen auf London und Paris ruht und von der sich die dortigen Regierungen nur durch einen energischen Druck auf Prag entlasten können. Denn es ist kein Zweifel darüber, daß. wie der Führer sagte, das Memorandum nichts enthielt, was Benesch nicht bereits versprochen hatte. Also kann die Besetzung des von den Tschechen wenigstens in Verhandlungen mit der englischen und französischen Regierung aufaegebenen 'sudetendeutschen Bodens doch nicht als „Angriff", als „Gewaltmaßnahme" angesehen werden. Hier bewegt sich die Logik der Demokratien nach Art der Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt.
©er Daier der Lüge.
Die demokratischen Staatsmänner Englands und Frankreichs geben sich auch nach der Führerrede noch den Anschein, als ob sie das deutsche Mißtrauen gegen Prag nicht verstünden. Sie bauen daraus ihre These auf, daß die tschechische Regierung nicht mit Waffengewalt, sondern nur mit friedlichen Mitteln dazu gezwungen werden dürfe, die Abtretung des sudetendeutschen Gebietes an das Reich vorzunehmen. Abgesehen davon, daß den tschechischen Machthabern nach Ueberreichung des deutschen Memorandums noch eine lange Woche zur Verfügung stand, die auch von uns gewünschte friedliche Uebergabe der deutschen Länder Böhmens zu vollziehen, ist es doch ein starkes Stück, Herrn Benesch als einen vertrauenswürdigen und ehrlichen Kontrahenten in diesem Streitfall hinzustellen.
Die Lebensgeschichte des Herrn Benesch besteht doch nur aus einer einzigen Kette von Lügen unb gebrochenen Versprechungen, von Winkelzügen unb Täuschungsmanövern, auch wenn die Engländer daran nicht gern erinnert werden wollen. Die eitle Wichtigtuerei dieses Politikers, der niemals für feine sogenannten „Ideale" gerade gestanden ist, der sich während des Weltkrieges in der Etappe herumgedrückt hat, der sein ergaunertes Millionenvermö- gen in französischen Banken deponierte und dessen Flugzeug mit laufenden Motoren ständig zur Flucht bereit auf dem Prager Flughafen steht, kann uns jedenfalls über den wahren Charakter seines politischen Hasardspiels nicht hinwegtäuschen. Es wäre gut, wenn sich auch die Staatsmänner des Westens jene Episoden aus der Laufbahn des Herrn Benesch ins Gedächtnis zurückrufen würden, die ihn ein für allemal zum Partner einer aufrichtigen Verständigung ungeeignet machen.
Während gegen Ende des Weltkrieges die abgekämpften Heere aller Völker sich die letzten blutigen Schlachten lieferten, faß der Agitator Benesch in den bequemen Sesseln des Logenhauses „Grand Orient de la France" in Paris unb schacherte hier, im Hauptquartier der Weltfreimauerei, bereits um die, Beute aus dem bevorstehenden Zusammenbruch der Donaumonarchie. Als dann das Ende des Krieges gekommen ist, schlägt Eduard Beneschs große Stunde. Er darf als Vertreter eines noch gar nicht existierenden Staates an den Beratungen der Waf- scnstillstandskonferenz teilnehmen. Er ist mit seinen ungebetenen Ratschlägen nicht sparsam unb weist in Denkschriften an die Entente auf die „hervorragende" Rolle der Tschechen hin, die sie in Mitteleuropa spielen. So heißt es in seinem Memoran- rum Nr. 1, das er den Alliierten unterbreitet: ,Zhre (der Tschechen) allgemeine Lage machte sie notwendigerweise zu Todfeinden der Deutschen, denn diese waren ja ihre Unterdrücker. Die Frage, ob sie es wollten oder nicht, brauchte gar nicht gestellt zu werden, sie waren es durch die Macht der Tatsachen, es war ihre geschichtliche Ausgabe!"'In der Tat, ein Zeugnis hoher und edler Denkungsart, die sich zum Prinzip der Todfeindschaft zweier Völker bekennt! Herrn Benesch hinderte dies Prinzip nicht, im gleichen Augenblick ober wenig später, als bei den Friedenskonferenzen zu Versailles und St. Germain doch einige Bedenken gegenüber den tschechischen Forderungen zu hören waren, plötzlich die mildeste Tonart anzuschlagen und in seinem Memorandum Nr. 3 zu erklären: „Die Deutschen würden in Böhmen dieselben Rechte haben wie die Tschecho-Slowa-
Die englische presse tritt aus der Stelle.
London, 28. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die englische Presse zeigt eine gewisse Zurückhaltung, da man es offenbar vermeiden will, sich in irgendeiner Richtung festzulegen, so lange die Dinge in Fluß sind. Der deutsche Standpunkt in der tschechischen Frage wird nach wie vor mit wenig Verständnis erörtert, ja es fehlt auch nicht an ausgesprochen gehässigen und böswilligen Auslegungen der Absichten Deutschlands.
Die Times sagt, daß niemand jetzt bereits sagen könne, ob Chamberlains Bemühungen mit dem einzigen Erfolg gekrönt sein würden, der ihm eine entsprechende Belohnung geben würde, mit der Erhaltung des Weltfriedens. Was jetzt noch bleibe, sei nichts anderes als die Frage der Durchfüh- rung einer auf dem Uebereinkommenswege schon gefundenen Regelung. Die Times hebt dann weiter als positive Punkte in der Führerrede, die einige Hoffnung auf Verständigung gäben, die hervor, in denen Adolf Hitler sich zu einer schließlichen Garantie der Tschecho-Slowakei bereit erklärt und eine Kontrolle der Abstimmungsgebiete durch die Britische Legion angenommen habe. Abschließend sagt die Times, daß sich zwischen dem Führer und Chamberlain eine Ar t von persönlichem Vertrauensverhältnis herausgebildet habe, und auf dieses
Waldmünchen, 27. Sept. (DNB.) Immer noch kommen in endlosem Zuge in allen Grenzorten der bayerischen Ostmark die von Hof und Herb vertriebenen, von den Schergen Benesches gepeinigten, vom roten Mob geschundenen Sudetendeutschen, Greise, Männer, Frauen und Kinder an. Wenigen ist es geglückt, etwas von ihrer Habe, ein paar Stück Vieh, etwas Hausrat, Betten obe,r Decken zu retten. Alte unb gebrechliche Menschen sind den lautlichen Vollzugsorganen unb den bolschewisti- chen Banden in die Hände gefallen, niedergeschla- jen, niedergestochen unb niedergeschossen worden. Nur dem Wagemut der Freikorpsmänner, die immer wieder seit Tag unb Nacht über die Grenze gehen, unb ihr Leben wagen, um den Flüchtlingen beizustehen, ist es zu verdanken, daß der Gemorde- deten nicht noch mehr sind. Systematisch werden die Dörfer unb Ortschaften im sudetendeutschen Gebiet, die größtenteils bis auf wenige alte Leute entvölkert sind, von dem roten Gesindel geplün - de r t.


