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radikal nur in den Provinzen Posen und Pomerellen verwirklicht, wo vor allem der deutsche Großgrundbesitz betroffen wurde. Der Landwirtschaftsminister P o n i a t o w s k i hat vor wenigen Tagen in Thorn bekannt gegeben, daß dort rund 4 5 0 0 0 polnische Familien neu angesiedelt wurden, die alszivile Grenzwacht in Westpolen" angesehen werden müß­ten. Milder wurde das Gesetz in Kongreßpolen und im Osten gehandhabt, so daß dort von den 100 000 Quadratkilometer Großgrundbesitz eigentlich noch weit über 60 000" Quadratkilometer aufzuteilen wären. Pis 1937 erwarben 696 000 Personen, das ist lediglich ein Drittel der bodenhungrigen, armselig wirtschaftenden Kleinbauern, Parzellen aus dem Titel der Bodenreform.

Um die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaft zu heben, will die Dorfkommrssion des Obersten Rates einebäuerliche Selbstverwaltung" organisieren. Das polnische Genossenschaftswesen, das jenem der ukrainischen.und deutschen Minderheit an Leistungsfähigkeit noch nachsteht, soll ausgebaut werden und vor allem den Absatz unter Ausschal­tung bts jüdischen Zwischenhandels organisieren. (Eine so geschaffene Gemeinschaftsarbeit der Bauern soll Speicheranlagen errichten, Bodenverbesserungen, Neubauten und die Kreditbeschaffung in Angriff nehmen.Der Faktor Arbeit ist im Ueberfluß vor­handen",' mejnt Skwarczynski im Hinblick auf die große Zahl der Arbeitslosen, er muß nur mobilisiert werden. Diese Mobilisierung der Arbeitskräfte wird einInspektorat für das Dorf" im Obersten Rat leiten. ' -

Jetzt geht es der Regierung darum, sich in der Bauernschaft willige Mitarbeiter zu sichern. Finden kann sie diese nur in jenen Reihen der Volkspartei, die dem Landwirtschaftsminister P o n i a t o w s k i nahestehen. Der linke Flügel der Partei drängt heute schon sehr stark in ein bedrohlich radikales Fahrwasser, besonders die Jugendorganisation Wici".

Gelingt es der Regierung durch wesentliche Er­folge ihre Aktionsfähigkeit auf dem Dorfe zu be­weisen, dann hat sie die wichtigste Voraussetzung für einen ihr günstigen Verlauf der kommenden Gemeindewahlen geschaffen. Die Enffcheidung aber wird im Jahre 1940 bei der Neuwahl des Staatspräsidenten und des Parlaments fallen. In Warschau weiß man genau, was die von dem Bauernführer Witos vor seiner Flucht in das Ausland geeinte Bauernschaft bei Neuwahlen be­deutet. Als im Mai 1920 die Bolschewisten vor Warschau standen, waren es die Bauern, die unter Marschall Pilsudski das Kriegsglück entschieden. Im Jahre 1940 geht es um den innerpolitischen Frieden, tim die Sicherung des Aufbauwerks der Regierung und um die Ueberwindungalter überlebter For­men", wie General Skwarczynski sagte, nämlich um die Beseitigung des Parteis y st emes. Ob die Sicherung des Werkes des Nationalhelden Josef Pilsudski auch nach innen gelingt, ist. in die Hand des polnischen Bauern gegeben, beziehungs­weise in die Hand einer Regierung, die die Dauern­frage zu lösen verstände.

!lm das Informationsrecht der Abgeordneten in England,

London, 27.- Juni. (DNB.) Im englischen Un­terhaus gab es heute eine Sensation. Der Abgeord­nete Duncan Sandys, der Schwiegersohn Churchills, hatte vor einiger Zeit dem Kriegs­minister gegenüber über eine angebliche Knapp­heit von Flakgeschützen gesprochen. Der Minister erklärte diese Angabe für f a l s cy , worauf Sandys ihm anbot, genaue Zahlen zur Ver­fügung zu stellen. Sandys tat das auch in Form einer Anfrage im Unterhaus, die er dem Kriegsminister zuleitete. Darauf wurde er vom Ge­neralstaatsanwalt ersucht, seine Informa­tionsquelle anzugeben. Gleichzeitig wurde ihm bei Nichtangabe der Quelle angedroht, daß er sich unter dem Gesetz zur Wahrung von Staatsgeheim-, nissen einer Gefängnis st rafe bis zu zwei Jghren schuldig machen könne.

Heute nun teilte Duncan Sandys im Unterhaus mit, daß der Generalstaatsanwalt anscheinend in Uebereinstimmung mit dem Kriegsminister ihm eine Vernehmung auf Grund des Gesetzes zur Wahrung von Staatsgeheimnissen angedroht habe, wenn er nicht die Quelle angebe, aus der er das Zahlenmaterial für die Flakgeschütze erhalten habe. Der Abgeordnete stellte die Frage, ob er als Abgeordneter verpflichtet sei, derartige Auskünfte zu geben. Der Generalstaatsanwalt aller-

Münchener Kindl fuhr an die See.

Sommerreise im vorigen Jahrhundert.

Die Tochter des berühmten Malers Kaulbach aus München, Josefa Kaulbach, pflegte gern von ihrer ersten Reise an die See zu erzählen, die im Sommer des Jahres 1871 von der Familie des Malers unternommen wurde, als Josefa ein hüb­scher Backfisch war. Das freie Leben in der fremd- artiaen Natur machte auf sie einen außerordentlich starken Eindruck.

Die Reise nach Föhr ging in langsamen Etappen vor sich", pflegte sie zu erzählen,denn mein Vater genoß mit Behagen die Wandlung des Vaterlandes von Oberbayern über Nürnberg durch Thüringen, Westfalen nach Hamburg zunb Husum und bis zur Nordseeinsel hinauf. Die erste Seereise war sehr aufregend für mich, denn ich erwartete in meinem kindlichen Gemüt mindestens einen Sturm, Wale nnd Haifische, von Piraten gar nicht zu reden Aber es wurde dann eine sehr ruhige Ueberfahrt, und nur einige Seehundsfamilien waren das Merk- müßige an diesem Abenteuer, das viel zu gefahrlos und schnell vorüberging.

Mama mußte viel ruhen, und so schlossen Papa und ich mehr als je einander an, wanderten durch die Dünen, schauten und sprachen oft vor Ver­sunkenheit stundenlang keine Silbe mitsammen. Trotz unserer Zurückhaltung aber hatten wir bald einige Bekanntschaften unter den Badegästen, die mich auf Segelfahrten auf die benachbarten-Inseln Mitnah­men. Dort, auf manchmal unbewohntem Strand, wurde dann ein Feuer entzündet, eine Mahlzeit abgekocht und ein Picknick abgehalten, wie, ich es noch nie so ungebunden erlebt hatte. Kinder von heute, denen all dies selbstverständlich ist, werden vielleicht gar nicht begreifen, welche Freude wir an solchem Leben hatten. Aber sie würden lachen, wenn sie uns sehen könnten, wie wir in unseren zwar sommerlichen, aber recht unzweckmäßigen, eleganten Kleidern vorsichtig in den teerigen Segelbooten um- hertrippelten und beim Lagern im Sand unsere Schleifen, Spitzen und zierlichen Schuhe in acht nehmen mußten. An gemeinsames Baden war natürlich nicht zu denken, die damaligen Begriffe von dem, was schicklich ist, verurteilten das Freibad vhne weiteres.

hings hatte erklärt, daß er nicht die Absicht habe, das Gesetz gegen ihn in. Anwendung zu bringen, sondern er ihn als Kronzeugen haben wollte, um die Quelle festzustellen. Premierminister Cham­berlain erklärte sich bereit, eine Aussprache dar­über zuzulassen, ob das Gesetz zur Wahrung von Staatsgeheimnissen auf Unterhausmitglieder an­wendbar sei, die ihren parlamentarischen Verpflich­tungen nachkämen.

England und Frankreich

gegen eine Besetzung Hainans.

London, 27. Juni. (Luropapreß.) Zu der Ent­wicklung in Südchina erklärte der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Butter, sowohl die eng­lische, als auch die französische Regie­rung hätten ihre Botschafter in Tokio angewiesen, der japanischen Regierung gegenüber keinen Zweifel daran zu lassen, daß eine Besetzung der Insel Hainan durch japanische Streit­kräfte zu unerwünschten Verwicklungen

Ich erinnere mich noch mit Vergnügen an eine sehr heitere und reizende Sängerin auf unseren Fahrten. Sie gab uns den Rat, als Mittel gegen die Seekrankheit kräftig die Wellen anzusingen Und sowie die See ein wenig bewegter wurde und wir uns merkwürdig um den Magen herum fühlten, begannen wir aus voller Kehle einen mehr lauten als schönen Gesang gegen das Brausen' der Wellen. Es muß sich toll angehört haben, und selbst die unentwegt ruhigen Gesichter unserer Bootsleute zeigten ab und zu ein verdächtiges Zucken.

Mit einer fast gleichaltrigen Freundin gab ich mich einmal dem schönsten Vergnügen an der See hin mit einem kleinen Boot hinauf aufs Meer zu fahren. Einmal hatten wir dabei ein Abenteuer, das uns diesen Spaß etwas austrieb. Gegen Abend fuhren wir hinaus und vergaßen ganz daß wir nicht auf einem Binnengewässer waren, sondern mit Ebbe und Flut zu rechnen, hatten. Plötzlich merkte ich, daß alle Kraft meiner Arme das Boot nicht mehr vorwärts brachte, sondern die Strömung uns ins freie Meer hinaustrieb. Zuerst machte uns diese Fahrt, bei der wir uns nicht anzustrengen brauchten, Spaß, aber dann ging uns die Gefahr unserer Lage auf, und wir brauchten alle Selbst­beherrschung, um nicht jammernd in Tränen aus­zubrechen. Wir nahmen uns sehr zusammen, malten uns scherzend aus, daß wir wie Robinson an eine einsame Insel getrieben würden aber innerlich sahen wir uns verloren auf weitem Meere treibend, verdurstend, von grauenvollen Ungeheuern bedroht. Da aber tauchte aus der Dämmerung ein Segel­boot auf, wir schrien, wurden bemerkt, an Bord genommen und der heimatlichen Küste wieder zu­geführt. Die Eltern hatten unsere unfreiwillig ver­längerte Reise gar nicht einmal bemerkt. Mit unserer ausgestandenen Angst hatten wir ja auch genug Strafe weg. Aber die gemeinsam erlebte Gefahr schloß die flüchtige Sommerbekanntschast zu herz­licher Freundschaft zusammen.

Der Besuch in den nordischen Fischerhäusern, die Besuche an den Hünengräbern, die gerade geöffnet wurden, erweiterten die Eindrücke dieser Reise be­trächtlich, die einem Münchener Kindl einen starken und erlebnisreichen Ausblick in feine weitere Heimat vermittelt hatten und nie vergessen wurden."

Eva Leiter,

führen mühte. Tollten sich unglücklicherweise der­artige Verwicklungen ergeben, so fügte Butter hin­zu, würden England und Frankreich sich zwei­fellos so weit unter st ühen, wie das un­ter den gegebenen Umständen nötig sein würde. England gestaltet keine Durchsuchung seiner Schiffe.

Hongkong, 27. Juni. (Europapreß.) Die Durchsuchung unter englischer Flagge fahrender Schiffe an der chinesischen Küste durch japa­nische See st reit kr äste hat die englischen Marinebehörden veranlaßt, sämtliche Kapitäüe anzuweisen, solche Durchsuchungen nicht mehr zu gestatten. Dabei wird betont, die japanischen Seestreitkräfte hätten lediglich das Recht, durch Ein­blick in die Schiffspapiere sich zu vergewissern, daß die unter englischer Flagge fahrenden Schiffe tat­sächlich das R e ch t zur Führung dieser Flagge hätten. Das Recht der Durchsuchung der Ladung ober der Prüfung, anderer Dokumente, wie Passagierlisten, stünde den Japanern nicht zu.

Die schnellsten Tiere.

Wenn jemand gefragt wird, welches die schnellsten Tiere sind, so wird er in den meisten Fällen den Hasen oder auch den Windhund als die Rekord­läufer unter den Tieren bezeichnen. Ein englischer Naturforscher ist dieser Frage nachgegangen und hat die Schelligkeit der Tiere gemessen, indem er mit Hilfe einer Stoppuhr, während sie verfolgt wur­den, ihren Lauf über eine bestimmte Strecke be­obachtete und dann die Fußtapfen, die sie auf dem Boden zurückließen, nachmaß. Nach den Ergebnis­sen, die so erzielt wurden, kann nicht der Hase den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, der größte Schnelläufer des Tierreiches zu sein, sondern eher der Windhund. Ein erstklassiger Windhund kann eine kurze Strecke mit einer Geschwindigkeit von mehr als 50 Kilometern in der Stunde laufen, wäh­rend der Hase es höchstens auf 45 Kilometer in der Stunde bringt. Die schnellsten Tiere sind nach der englischen Aufstellung der Windhund, das Renn­pferd, die Antilope und der Fuchs: danach kommen der Fuchshund und her graue Wolf. Keines dieser Tiere kann aber seine Rekordschnelligkeit auf lange Strecken bewahren. Am ausdauerndsten im Schnell­lauf sind der Fuchs und der Wolf, die darin den Windhund und das Rennpferd übertreffen.

Interessant ist der Einfluß, den die Züchtung auf die Entwicklung der Schnelligkeit bei den Tieren gehabt hat. Jrn allgemeinen sind die wilden Tiere ausdauernder als die Haustiere. So kann der graue Wolf in einer Nacht über 150 Kilometer laufen, eine Leistung, die die Kraft jedes Pferdes übersteigt. Da­gegen ist auf kurzen Strecken das Pferd als Haus- tier schneller als das wilde Pferd. Welche ungeheure Leistungssteigerung auf kurzen Strecken bei den Rennpferden hervorgerufen wurde, geht daraus her- vor, daß es im Jahre 1806 das größte Aufsehen er­regte, als ein Pferd namens Pankee eine englische Meile, also 1,6 Kilometer, in 2 Minuten 59 Sekun­den zurücklegte, während nach Ablauf eines Jahr­hunderts die Leistung der Rennpferde so gestiegen war, daß sie eine Meile in weniger als zwei Mi­nuten laufen konnten.

Die Champions der Ausdauer unter den Tieren sind indessen nicht die genannten Tiere, sondern die Dromedare: diese bewältigen in den ersten fünf Stunden nur etwa 25 Kilometer. Sie können aber

Derfliegende Teppich" mit allem Komfort.

Berlin-KairoBerlin: ein Tagesausflug. Hervorragende Leistung des neuenCondor".

Kairo, 27. Juni. (DNB.) Das viermotorige Großverkehrsflugzeug FW 200Condo r", das kurz nach Mitternacht Berlin verlassen hakte, ist heute Vormittag kurz nach 11 Uhr MEZ. auf dem Kairoer Zivilflughafen Almasa glatt gelandet. Der deutsche Gesandte, der Landesgruppenleiter und viele Mitglieder der deutschen Kolonie hatten sich zur Begrüßung auf dem Flugfeld eingefunden. Die 3155 Kilometer lange Strecke Berlin Kairo wurde mit 21 Passagieren bei einer Durch­schnittsgeschwindigkeit von 360 km/st in elf Stunden zurückgelegt. Die größte Höhe wurde über dem Balkan mit 5200 Meter erreicht, während das Mittelmeer bei wundervollem Sonnenschein in 3300 Meter Höhe überflogen wurde. DerCon­dor" ist um 14.15 Uhr Kairoer Zeit (13.15 Uhr MEZ.) zum Rückflug nach Berlin gestartet. Das Flugzeug kam schon nach 17 Sekunden vom Boden ab. Bei der Zwischenlandung in Saloniki stellten sich leider Störungen in der Funkanlage heraus. Da das oberste Gesetz in der deutschen Verkehrsluftfahrt die Sicherheit der Fluggäste ist, entschloß sich die Flugführung, mit Rücksicht auf die in der Gegend von Saloniki herr­schenden schweren Gewitter, den Flug erst nach der Behebung des Schadens fortzusetzen, um so mehr, als der Rückflug sich über mehrere Nachtstunden er­streckt hätte.

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Das können Sie heute jederzeit haben: Sie setzen sich in eines dieser fabelhaften deutschen Großflug-, zeuge modernsten Typs, brauchen dabei, wenn Sie nicht wollen, n o ch n ich t einmal einen Hand­koffer, sondern nur eine Akterftasche mitzuneh- men, und fliegen an einem einzigen Tage, d. h. binnen 24 Stunden, beispielsweise von Berlin über fast ein halbes Dutzend fremder Staaten und über ein ganzes Meer weg bis nach der ägyptischen Hauptstadt Kairo, also bis nach Nordafrika und wie­der zurückl Dabei gibt es eine knappe halbe Stunde Zwischenlandung, etwa in Saloniki oder in Athen, es gibt eine Stunde Aufenthalt in Kairo, und Sie haben eine Blitzreise, aus einem Erdteil in d e n anderen gemacht, die Sie Ihr Leben lang nicht vergessen werden.

Das braucht nun nicht durchaus die Strecke Ber­linKairo zu fein. Die mächtigen Flugzeuge des Typs. Focke-WulfCondor", wie dieSaarland", die das gestern machte, werden in Zukunft a u f verschiedenen Lang st recken eingesetzt wer­den. Eine solche Maschine hat gerade in diesen Ta­gen uneingeschränkte Bewunderung für ihre eben» s o schöne wie praktische Inneneinrich­tung und für ihre Flugleistungen gefunden. Denn diese libellenschlank wirkende, rassig elegante Maschine hat immerhin eine Spannweite von 3 3 M e t e r, eine Reisegeschwindigkeit von 370 Kilo­meter und eine Höchstgeschwindigkeit von 430 Kilometer pro Stunde! Sie wiegt selbst die Kleinigkeit von 15 500 Kilo und kann selbst bei voller Belastung und mit etwa 30 Menschen bis auf 8500 Meter Höhe steigen, wobei sie für je 1000 Me­ter nur 2,1 Minuten braucht!

In den letzten Jahren ist bei solchen technischen Spitzenleistungen oft gesagt worden, nun seien die kühnen Phantasien des französischen Schriftstellers Jules Dernes tatsächlich der Erfüllung nahe oder gar Überboten. Aber die Zeit, in der die Phanta­sien eines Jules Vernes scherzhaft noch als Maßstab für außergewöhnliche technische Leistungen angelegt wurden, sind längst vorbei, wie haben heute nur noch ein nachsichtiges Lächeln fürEine Reise um d i e (Erbe in 80 Tagen" und nicht weniger für den unter See lebenden geheimnisvollen Fremden des französischen Schriftstellers und feinen stählernenNarwal". Nein, wir müssen heute schon andere Maßstäbe anlegen, und da erscheint das rei­zende Märchen vom fliegenden Teppich ausTau­send und einer Nacht" gerade eben noch ausreichend. Aber auch das ist schon wieder übertroffen. Denn jener fliegende Teppich muß im praktischen Ge­brauch eine verdammt zugige und kalte Angelegen­heit gewesen fein, während man in den Flugzeugen der obengengnnten Art mit ihren tiefen Klubsesseln, ihrer Schallabdichtung, ihrer automatischen Frisch­luftzufuhr (und im Winter Dampfheizung!), ihrer Küche mit ausgezeichneter Verpflegung usw. einen Reisekomfort hat, wie ihn selbst ein Luxuszug kaum zu bieten vermag.

Um die Mitternachtsstunde haben wir den Start auf dem weiten Rollfeld des Tempelhofer Flug­hafens erlebt, und wurden trotz allem, was wir in den letzten Jahren auf diesem Gebiet an Erstaun­lichem erlebt haben, doch nachdenklich: diese selben Menschen, die wir bei Beginn des neuen Tages un­ter dem Donnergetöse der vier Motoren von je 8 7 0 PS hatten abfliegen sehen, waren um die Tagesmitte gemächlich in Nordafrika gelandet ... Man stelle sich vor, daß die Berliner, die heute 60 oder 70 Jahre alt sind, noch davon erzählen, wie sie als Kinder mit ihren Eltern gelegentlich einen ganztägigen Ausflug von Berlin nach Charlot­ten bürg im Kremser machten und bann spät abends fröhlich, aber auch reichlich strapaziert wieder in Berlin eintrafeti! Heute ist BerlinKairoBerlin ein ganztägiger Tagesausflug, über ,6300 Kilometer.

Zollfreie Einfuhr deutscher Waren nach Österreich.

Berlin, 27. Juni. (DNB.) Waren öster­reichischen Ursprungs sind bei der Ein­fuhr in das Altreich seit dem 26. März 1938 zollfrei. Jetzt hat der Reichsminister der Finanzen, um den Warenverkehr aus dem Altreich nach dem Lande Oe st erreich zu erleichtern, für zahlreiche Waren die Zollsätze des österreichischen Zolltarifs aufgehoben. Es handelt sich insbe­sondere um eine große Reihe von Waren auf dem Gebiete der Landwirtschaft und Ernäh­rung, um die meisten Textilwaren mit Ausnahme von Seide und Seidenwaren und um viele Waren aus den Klaffen Leder, Metalle, elektrische Maschinen und Apparate, Instrumente und Chemie. Der Wert der Ge­samteinfuhr aus dem Deutschen Reich nach Oester­reich betrug im Jahre 1937 158,3 Millionen Mark,

der Wert der nunmehr zollfreien Einfuhr etwa 30 Millionen Mark; dieser erste große Zollabbau um­faßt also ein Fünftel des früheren Warenverkehrs.

Zm Kampf.

gegen den Geburtenschwund!

NSG. Wird es dem deutschen Volk noch einmal gelingen, sich von d?r furchtbaren Umklammerung durch die SeucheGeburtenschwund" freizumachen? Noch sind wir ein sterbendes Volk! Mitten in den Kernpunkt bie-fer Fragen führte eine Arbeitstagung, bie vom Rassenpolitischen Amt bes Gaues Hessen- Nassau unter ber Leitung von Gauamtsleiter Pros. Dr. Kranz in Derbinbung mit ben Sachbearbei­terinnen für Frauen- unb Mäbelarbeit unb bem Lanbesverbanb bes Reichsbundes ber Kinberreichen in ber GauschuleBergstraße" in Auerbach burchgeführt würbe. Der erste Vortrag bes Dozenten am zoologischen Institut ber Universität Frankfurt a. M., Dr. Kuhl, mit Vorführungen von jeweils mit Zeitraffer ober Zeitlupe aufgenommenen Fil­men zeigte bas Wunber ber Befruchtung des Tier- eis, ber Zellteilung unb Entwicklung bis zum Aus­schlüpfen bes lebensfähigen jungen Tieres. In leichtverständlichen Dergleichen nahm ber Landes­leiter des Reichsbundes der Kinderreichen, Professor H o l s e l d e r (Frankfurt a. M.), die vorgeführten Bilder zum Ausgangspunkt, um das Aufgabengebiet dtzs RdK. aufzuzeigen: Auslese einer erbbiologisch gesunden und leistungsfähigen Gruppe deuffcher Eltern, die ihren Beitrag zur Sicherung des Be­standes unseres Volkes in Gestalt von mindestens vier tüchtigen Kindern geleistet haben. Ueber die Aufgabe der Frau als gleichverpflichtete Schickfars- Gefahrtin des politischen Soldaten sprach die Reichs­sachbearbeiterin für Frauen- unb Mäbelarbeit, Pgn. Martha Heß (Berlin). Zwar begreift bie Frau mit bem Gemüt, währenb ber Mann ben Forbe- rungen seines Verstanbes folgt. Dennoch soll und barf" e£ keine Aufglieberungen geben, benn das gemeinsame Ziel ist bie (Einigung bes beutschen Volkes im Sinne bes Nationalsozialismus. Gau­amtsleiter Professor Dr. Kranz (Gießen) arbeitete bie nordische Bebingtheit Unserer Weltanschauung heraus, bie mit allen Mitteln zu erhalten unb zu stärken bie bebeutenbste Aufgabe unserer Tage bleiben muß. An Hand jahrelanger beruflicher Er­fahrung als Eheberater konnte er nachweisen, von welchem Segen bie mit Hilfe ber nationalsozialisti­schen Rassen- unb Ehegesetzgebung staatlich gelenkte Förderung unseres Nachwuchses für bie Zukunft unseres Volkes werben muß, insbefonbere, wenn späterhin ber rassische Auslesevorgang immer schär­fer gehanbhabt werben wirb.

Deutsche Wasserwirtschaft

Aachen, 28. Juni. (DNB.) Im Rahmen der Reichswasserwirtschaftstagung fanb eine von ber Reichsarbeitsgemeinschaft ber beutschen Wasserwirt­schaft veranstaltete öffentliche Kunbgebung statt. Reichsminister Darr6 erklärte: Es ist in ber letz­ten Zeit bes öfteren von einer brohenden 93 e r» ft-e p p u n g Deutschlanb bie Rebe gewesen, ja, man hat sich sogar nicht gescheut, bie Erzeugungs­schlacht hierfür verantwortlich zu machen. Ich habe bereits in meinem 1930 erschienenen BuchNeuadel aus Blut und Boden" vor den Gefahren der Ver­steppung gewarnt, ich sehe die tatsächliche Gefahr weniger in einer falsch betriebenen Wasserwirtschaft als in erster Linie in einem auf liberalistischen An­schauungen beruhenden B o d e n r e ch t. Wo der Boden zur handelsmäßigen Ware entwürdigt wird, da muß er, auf bie Dauer gesehen, versanden oder versteppen, und-keine noch so ideal gestaltete Wasser­bewirtschaftung kann diese Entwicklung aufh-alten. Wenn Deutschland nicht bis zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches noch vielfach feine alten, guten Landrechte, die es nicht gestatteten, ben Bo- ben zur hanbelsfähigen Ware zu machen, gehabt hätte, wer weiß, ob wir heute nicht wie in USA. mühsam gegen die Versandung unserer Aecker und Fluren ankämpfen müßten. Wasseroerwaltung und Wasserrecht könne nur von einer übergeordneten Schau aus neu geregelt werben. Der gesamte beut» sche Wasserschatz ist eine untrennbare Einheit. Ein Tropfen Wasser, nachdem er ben Boben an ber Quelle verlassen hat, kann nicht auf feinem Wege zum Meer, rechtlich gesehen, einmal privaten, ein­mal öffentlichen Charakter haben. Ich habe vor brei Jahren bie Bilbung von Wasserwirtschaf ts- stellen angeorbnet, beren Dienstbezirke nicht nach politischen Grenzen festgestellt wurden, sondern nach den Einzugsgebieten der großen Ströme.

eine ganze Woche hindurch von den 24 Stunden des Tages 12 bis 14 Stunden mit derselben Geschwin­digkeit weitertraben, und das mit so geringer Nah­rungsaufnahme, daß ein Pferd dabei sehr schnell erliegen würde. Auch ber schwerfällige Elefant ist viel ausbauernber als das Pferb. Er legt in einer Stunbe nicht mehr als 12 dis 13 Kilometer zurück, aber er behält diese Geschwindigkeit 10 Stunden hindurch bei unb kann dies mehrere Tage fort» setzen.

Hochschulnachrichten.

Die Preußische Akabemie ber Wissenschaften hak in ber philosophisch-historischen Klasse Professor Dr. Wilhelm Pinder (Kunstgeschichte) an ber Univer­sität Berlin unb Professor Dr. Matthias (Belger (Alte Geschichte) an ber Universität Frankfurtzu orbentlichen Mitgliebern gewählt. Gleichzeitig be­stätigte bas Preußische Staatsministerium bie Neu­wahl ber Professoren D. Dr. Dietrich Wester- mann (Afrikanische Sprachen) unb Dr. Hermann Grapow (Aegyptologie), beide an ber Universität Berlin, zu Mitgliebern ber philosophisch-histori­schen Klasse.

Wegen Erreichung ber Altersgrenze traten in ben Ruhestanb die orbentlichen Professoren Dr. Gg. Wodbermin (systematische Theologie und Reli- gionspsychologie) an ber Universität Berlin; Dr. Rubolf Schenck (anorganische unb physikalische Chemie) unb Dr.-Jng. Max Kloß (Elektrotechnik) an ber Technischen Hochschule Berlin.

Zeitschriften.

Jeder zieht sich die Jacke an, die ihm paßt!" faat der Volksmund. In diesem Sommer wird es unfern Frauen nicht ganz leicht fallen, gleich die passende Jacke zu finden; denn die Mode beschert ihnen so viele schone und verschiedenartige Jacken, daß die Wahl zur Qual werden dürfte. Um die Frauen ein bißchen zu beraten, bringt dieM oben» weit" (Deutscher Verlag, Berlin) in ihrem Juli-Heft eine hübsche kleine Uebersicht über Jacken in allen Längen unb Farben und erläutert, nach welchen Ge­sichtspunkten man Jacken auswählen sollte. Das Heft bringt mit rund hunbert neuen Mobellen auch sonst wieder eine Menge nützlicher modischer Tips.