^tan.
! »M
">
\Ä
EinÄ
;*K
auf
11 Indien.
feb05 °°- LN»--N
twirtj.
'd-r stabt rb!
• e durch den "anddtt e kenterte ein ^.starke $e. „ wurden jeen3er n*mmert
bl
2*3#*« er Mrt nach ^denburgifche ^bwidng noch 1 kreuzen. Der 'M. DÄei usses drei leicht war fofort zur M zwei der r l e g e n.
vus verunglückt. Betriebsausflug 5 an einer ob- >tt und Lolken. en Waaen. Der
Insassen teils Elt Schwer. !r Krankenhaus
'Unglücks.
einem schranken, lunfchweig-Tift ;ter Kraftwagen u sehen war und merksam machte, von der So- ldO Meter weit , zwei Braun- ht. Die Schuld an der notwen-
ii von Mlfen
den zwei Moen fuhren, im vonWölsen e eine Truppe iendem Geheul den Autobussen ine der Wagen, ine Panik. Die ndigkeit, und die . Nur der größte t ausgeben. Der laß es von einem
Rippen in den Das Tier wurde [en und dann in
„Atlantis^, aus. in eines Man- m 3uni 1784 m kn waßte. 2ni igländerin, Mrs- >, aus dem man leite mit gr-b-m ne in
Lunard. uni ie erfk $«*
106
ibflnl'WÄ ÄS"; 1 Lm Toöe ihrer ÄEL rSZ - Ä-i» Md muigrb, 1'"!% iSeil«;
’ti li-b'' M'L * .rtarn«'
m 'S1"’’'!?! Ar"-
hanse"^ zap n. ll-n/W« ir„r,S 6«e
VS' »5»fS
108 o^J? A W
Hr.122 Drittes Blatt
Aus der Stadt Gießen.
Glück im Winkel.
L8>er — gibt es das nicht? O doch, man muß es nur zu finden wissen! Liegt man zum Beispiel krank, ist plötzlich die Welt eine ganz andere. Der Raum um dick verengt sich, draußen die laute Welt mit ihren Ansprüchen verliert ihre Wichtigkeit, nur die vier Wände des Krankenzimmers bleiben be- stcken. So geborgen kommst du dir vor. Man malt mit den Augen das Tapetenmuster nach — eigentlich sieht man es jetzt zum ersten Male richtig —, man verfolgt eine Fliege auf ihren Zickzackflügen, die immer wieder auf der Lampe endigen. Eigentlich müßte man sie fortjagen — ach, laß sie doch!
Schön ist der Tulpenstrauß, den man dir ins Zimmer stellte, auch ein kleines Glück: in schlanker, weißer Base ein paar lange Stengel, köstlich frisch, rosa einige und andere ganz müde, braunlila. Man sieht sich wieder als Kind im väterlichen Garten zur Frühjahrszeit — o wie schön war der Sonnenschein und das Bienengesumm! — wenn man zaghaft hineinschaute in die leuchtenden Kelche.
Von den Tulpen gleitet dein Blick zu dem Stück Himmel, das sie dir gelassen haben, als sie nebenan ein Haus bauten. Der Spiegel an der Wand vergrößert deinen Himmel noch um ein beträchtliches Stück! Du siehst nun nach den ziehenden Wolken, und natürlich fällt dir Mariu Stuart ein:
„Eilende Wolken, Segler der Lüfte, wer mit euch wanderte, mit euch schiffte!"
Auf einmal erscheint ein Flugzeug: winzig klein, von ferne brummelnd, fliegt der Wolkenstürmer durch deinen Spiegel!
Und ist es nicht auch ein Glück, wenn man gegen Morgen wach liegt, und plötzlich fängt eine Amsel an 3U singen, süß und selig?
Oder, wie war es neulich? Das Fenster wurde aufgemacht: mit dem Frühlingsruch von draußen kamen mächtige, feierliche Töne vom Turm der Iohanneskirche zu mir hereingeströmt:
Nun danket Alle Gott
mit Herzen, Mund und Händen ..." E. L. St.
Bornotizen.
Tageskalender für Freitag.
Stadttheater: 20 bis 22 Uhr „Ein Glas Wasser". —Gloria-Palast (Seltersweg): „Broadway-Melodie 1938"; Spätvorstellung 10.45 Uhr, „Der König". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Ehesanatorium".
Stadltheater Gießen.
Heute um 20 Uhr zum letzten Mal „Ein Glas Wasser", Lustspiel nach Scribe von Otto Stockhausen. Spielleitung: Hans Geißler, Bühnenbild: Karl Löffler. Außer Miete! Ende 22 Uhr. In dieser Vorstellung verabschiedet sich Else M o n n a r d von dem Gießener Publikum, die für die nächste Spielzeit an das Hessische Landestheater Darmstadt verpflichtet wurde.
^DitDtatfiljcJltWront
RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude".
Theatervorstellung.
Samstag, den 28. 2Rai, Beginn 20 Uhr, KdF.- Niete Gruppe I. Letzte Darstellung der Spielzeit:
„Der Mustergatte"
von hopwood.
Linzelkarten im freien verkauf zum Preise von [ —.90 RM. sind in der Kartenverkaufsstelle, Gießen,
Seltersweg 60, und durch die Betriebswarle er- । hältlich. 3586D
1 Omnibusfahrt am 1. pfiugstfeiertag nach Wiesbaden.
Die vorstehende Fahrt führt die Teilnehmer über Bad Homburg—Saalburg nach Wiesbaden. Abfahrt ; in Gießen um 8 Uhr am Haus der Deutschen Arbeitsfront, Rückkunft gegen 24 Uhr. Teilnehmer-
Fäden hin und her.
I Roman von Hedda Westenberger.
Copyright by Carl DUncker Verlag, Berlin W 35.
32. Fortsetzung. (Nachdruck verboten!)
Marga lacht noch immer. „Der arme Lenzsch", sagt sie und wischt sich mit der Hand über die Augen, „der arme Kerl! Da bricht er sich den Fuß und sähe uns am liebsten darüber vor Mitleid zerfließen, und wir zwei sitzen hier äußerst fidel in unserem Wagen, und es fehlt nicht viel und wir knobeln noch darum, wann wir spätestens dem guten Lenzsch unseren Beileidsbesuch abstatten müssen. Aber es liegt an ihm selbst, wissen Sie. Wenn ein anderer aus dem Fenster gesprungen wäre und sich den Fuß gebrochen hätte — etwa Kahl oder auch Ähr Papa — so wür- ' den wir ihn bestimmt auf die ernsthafteste Weise von i der Welt bedauern und kein bißchen lachen. Aber bei ; Lenzsch bekommt alles einen irgendwie komischen An- i strich, finden Sie nicht? Schon die Vorstellung: Der i dicke Lenzsch springt hinter einem Ball her aus dem
Fenster! Und wie er dann dasaß und die himmelblauen Augen rollte! Und das Gestöhne und die zer- ’ knirschten Stirnfalten! Ach, ich weiß, es ist nickt sehr nett, so zu lästern, aber ich kann nicht dafür, ich muß darüber lachen. Nun stellen Sie sich noch vor, wie | er in feinem Bett liegt — sicher hat er Nacht
hemden mit roten Säumchen — wie er also so da- Hegt, sich in seine Märtyrerrolle hineinlebt und sich j oornimmt, was er alles sagen und tun will, wenn
wir morgen früh mit mitleidsbleichen Gesichtern kommen werden, und wie er sich genußvoll ausmalt, wie wir nun heute abend in Ihrem Haus ?lle miteinander wie die aufgescheuchten Hühner lerumsitzen werden, weil er nicht da ist! Und statt besten werden wir vermutlich mopsfidel sein und -ms ebenso gut unterhalten, als wenn er da wäre — vielleicht noch besser."
^Monika betrachtet die andere unsicher von der Seite: Was soll das alles fein, was sie da sagt?
' Ist ihr Lenzsch wirklich so gleichgültig? Hat sie wirklich so wenig für ihn übrig? Oder spielt sie mmer noch Theater?
Und wenn sie kein Theater spielte? Wenn sie [ kein Interesse an Lenzsch hätte, sondern Lenzsch höchstens an ihr?
Monika lauscht ernsthaft in sich hinein. Dann I näre ja eigentlich der Weg zu Walter Lenzsch wie- I »er frei, sagt sie sich. Dann wäre dies Wochenende, f nur als ein unglückseliges Intermezzo zu betrachten,
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
DerReichssportwMampsimVDM.Obergaul3
„Es ist mein Wille, daß die gesamte deutsche Jugend sich einmal im Jahre einer großen sportlichen Leistungsprüfung unterzieht und mit dieser vor der ganzen Nation Zeugnis ab legt von der Kraft und Unbesiegbarkeit des Volkstums." .Adolf Hitler.
NSG. Zum fünftenmal tritt in diesem Jahr die ganze deutsche Jugend zu einem großen Leistungswettkampf an. Während sich die Kameraden der HI. am vergangenen Wochenende zum Wettstreit stellten, führt der B D M. am 2 8. und 29. Mai seine Entscheidungen durch. Heber allem Einsatz stehen das Wort und der Wille des Führers, aber auch die unbedingte Bereitschaft des einzelnen, fein Bestes herzugeben und damit der Gemeinschaft zum Erfolg zu helfen.
Zum Wettkampf treten alle Iungmädel, die nach dem 1. Juli 1924, und alle Mädel, die nach dem 1. September 1916 geboren sind, an. Sie kämpfen innerhalb "ihrer Mäpelschaft, bzw. IM.-Schaft untereinander um den Sieg. Nicht teilnahmeberechtigt sind Führerinnen, die das vorgeschriebene Alter bereits überschritten haben. Für sie ist ein Unter® führerinnen-Dreikampf ausgeschrieben, der in diesem Jahr erstmalig zur Austragung gelangt. An diesem Dreikampf nehmen ferner all jene Führerinnen teil, die auf Grund ihrer Dienststellung am Reichssportwettkampf verhindert sind. Als Uebun- gen sind vorgeschrieben für Iungmädel: 60-Meter- Lauf, Weitsprung, Schlagball-Weitwurf, für den BDM.: 75-Meter-Lauf, Weitsprung, Schlagballweitwurf. Es wird nach der 100-Punktwertung innerhalb jeder Altersstufe bewertet. Wer 180 Punkte und darüber erreicht, erhält die Siegernadel 1938. Von den zehn besten Elnzelkämpferinnen werden dann die Punktzahlen zusammengefaßt, die für die Bewertung der Mannschaft maßgebend sind. Die siegreiche Mannschaft jeder Mädel- bzw. Jung- mädel-Gruppe erhält die vom Führer unterzeichnete Ehrenurkunde. Später tritt sie zum Mannschaftsmehrkampf des Untergaues an und kämpft mit den besten aller Untergaue um die Berechtigung zur Teilnahme am Dbergaufportfeft.
Der Wettkampf wird in allen Jungmädel-Grup- pen des Obergaues 13 am Samstagnachmittag, in allen BDM.-Gruppen am Sonntagvormittag durchgeführt.
Zum erstenmal schließen sich in diesem Jahr an die Wettkämpfe die Gruppensportfeste an, die in unserem Obergau am Sonntagnachmittag durchgeführt werden. Die Arbeit eines Jahres, für die sich rund 800 ©ruppenfportroartinnen eingesetzt haben, soll hier unter Beweis gestellt werden. Wie auf den Untergau-Sportfesten der vergangenen Jahre der beste Durchschnitt antrat, so wird das Gruppensportfest nun Wertmesser für die gesamte geleistete Arbeit der Einheit. Die Mädel zeigen gemeinsame Körperschule, die eine ständige Vervollkommnung zur Bewegungsgymnastik erfahren hat. Firner geben sie Einblick in die fröhliche Seite des Sports: Spielwiese, Tanz, Ball-Wettspiele. Die Standortführungen der Großstädte führen zumeist nur den Sportwettkampf am Nachmittag des Samstags und. Sonntags vormittags durch und legen die Gruppensportfeste zu einem großen Untergau-Sportfest, Das später stattfindet, zusammen. Dagegen werden
fast sämtliche Gruppen-Standorte des Obergaues das Sportfest anschließend an die Wettkämpfe am Sonntagnachmittag durchführen. .
Führerinnen-Fünfkampf im BDM.
Entsprechend dem Führer-Zehnkampf der HI. hat der Reichsjugendführer für die Führerinnen des BDM. und des Jungmädelbundes die Durchführung eines Führerinnen-Fünfkampfes verfügt. Die Bedingungen des Wettkampfes find: 75-Meter- Lauf, Hochsprung, Weitsprung, Schleuderball-Weitwurf und 100-Meter-Brustschwimmen. Die Teilnehmerinnen sind in zwei Altersstufen — Stufe A von 17 bis 21 Jahren und Stufe B von 22 Jahren an aufwärts eingeteilt. Die Wertung erfolgt nach einer 1000-Punktwertung. Für diejenigen Mädel und Jungmädelführerinnen, die weder am Reichssportwettkampf des BDM., noch am Führe- rinnen-Fünfkampf teilnehmen, hat der Beauftragte für die Leibeserziehung der deutschen Jugend, Obergebietsführer von Tfchammer und Osten, die Ableistung eines Unterführerinnen-Dreikampfes ange- ordnel, der mit feinen Bedingungen (75-Meter-Lauf, Hochsprung und Schleuderball-Weitwurf) bei einer altersmäßigen Staffelung eine Vorstufe des Führerinnen-Fünfkampfes barfteUt., Wie Der Fünfkampf, so ist der Dreikampf in allen BDM.-Untergauen des Reiches bis zum 15. August 1938 durchzuführen. Die aus dem Fünfkampf als Siegerinnen hervorgegangenen 15 besten Führerinnen des Reiches werden vom Reichsjugendführer alljährlich auf Dem Reichsparteitag Dem Führer oorgestellt.
BOM.-Äntergau 116.
Achtung! hessen-Rassau-Fahrtleilnehmerinnen!
JeDes MäDel, das an der Hessen-Nassau-Fahrt vom 2. bis 9.6. teilnimmt, tritt am Sonntag, 2 9. Mai, bei den Reichssportwettkämpfen ihrer zuständigen Gruppe mit gepacktem Tornister zur Vorbesichtigung an.
Der SonDerzug am 2.6. geht um 13.20 Uhr in Gießen ab. Antreten um 13 Uhr am Gießener Bahnhof.
Die Gießener Mädel erhalten ihrtz Fahrkarte am Bahnhof, die auswärtigen Mädel durch ihre Gruppenführerin, damit diese auf Grund der Sonderzugskarte eine 75prozentige Ermäßigung vom Heimatort nach Gießen erhalten.
Die Gruppenführerinnen sind mir für die Benachrichtigung und Dorbesichtigung der Tornister verantwortlich.
Die Untergauführerin.
Mädelgruppe 3/116.
Vekr.. Reichssportwettkämpfe.
Am 29. Mai tritt die Mädelgryppe 3/116 mit vorschriftsmäßigem Turnzeug um 7.30 Uhr auf dem Ludwigsplatz an. Die Schaftsführerinnen werden ihre Mädels benachrichtigen. Die Beurlaubungen sind an diesem Tage aufgehoben, auch für die Mädels, die aus gesundheitlichen Gründen vom Sport befreit sind.
Betr.: Hessen-Rassau-Fahrt.
Alle Mädels, die an Der Fahrt teilnehmen, treten am 29. Mai, um 7.30 Uhr, in vollständiger Fahrtenausrüstung auf Dem Ludwigsplatz an.
preis einschl. Stadtführung in Wiesbaden 5,— RM. Anmeldungen: Kartenverkaufsstelle Seltersweg 60, Ruf 2141. 3612V
RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude". Theatervorstellung.
Samstag, den 28. Mai, Beginn 20 Ahr (Karten vom 30.4.38 haben Gültigkeit), Miete Gruppe I.
Letzte Vorstellung der Spielzeit:
„Der Mustergatte" von hopwood.
Linzelkarten im freien' Verkauf zum Preise von —,90 RM. sind in der Kartenverkaufsstelle, Gießen,
Seltersweg 60, und durch die Betriebswarte erhältlich. 3586V
Kreiswaltung Wetterau.
Fachabteilung „Druck und papie r".
Am Montag, dem 30. Mai, 20 Uhr, findet im großen Saale des Studentenheimes, Leihgesterner Weg, ein Vortrag von Dr. Wilhelm h. Lange, Offenbach a. M., statt über das Thema: „Rudolf koch und die Schriftkunst unserer Zeit".
Mitglieder der Fachabteilung „Druck und Papier", fowett sie der DAF. angehören, haben hierzu freien Eintritt; von den anderen Besuchern werden 30 Rpf. Unkostenbeitrag erhoben.
über Das man mit einigem Geschick ganz gut hinwegkönnte ... Nun? Und? Atmet nichts m ihr erleichtert auf? Fällt kein Stein von ihrem Herzen? Nein. Nichts. Eine kleine Genugtuung regt sich, wenn man genau hinhört. Sonst nichts.
Verspielt, Walter Lenzsch. Falsch gespielt. Am Ende sogar: falsch gesetzt!
„Warum sinD Sie Denn so still?" fragt Marga nach einer Weile leise. Monika hebt lächelnd Den Kopf. „War ich still? Ach, ich Dachte nur über Lenzsch nach. Und über Sie."
„So? Und was dachten Sie da?"
„Gott, so allerhand, was man nicht so ohne weiteres sagen kann."
„Auch ryd)t andeuten?"
Monika schüttelt den Kopf: „Auch nicht anbeuten. Nur das kann ich Ihnen ehrlich gestehen, daß ich einsche, mich vielleicht Ihnen gegenüber in diesen zwei Tagen wirklich sehr albern benommen zu haben. Aber das lag an verschiedenen Dingen, von denen Sie nichts wissen. Wahrscheinlich werde ich mich von jetzt ab nicht mehr so albern benehmen."
Marga lacht leise auf. „So. Wahrscheinlich. Und wovon wird das abhängen?"
„Don Ihnen selbst", sagt Monika rasch. Dann setzt sie sich etwas behaglicher zurecht, verschränkt die Arme über der Brust, schlägt die Beine übereinander und fügt beinahe herzlich hinzu: „Auf alle Fälle werde ich, wenn ich Darf, von jetzt ab Marga zu Ihnen sagen, zum Zeichen, daß ich.. "
Eine lächelnde Handbewegung vollendet den Satz.
Äuch Marga lächelt. Du seltsames Mädchen, denkt sie, mit einem beinahe mütterlichen Gefühl für die andere.
Da streifen schon die ersten Lichter von Eigelstem ihre Gesichter.
21. Marga entdeckt Schattenseiten in Eigelstein, und Tante Martha ruft im falschen Moment zu Tisch.
Der Doktor macht ihnen selber die Tür auf. Sein erster Blick gilt Margas Gesicht. „Nun, war Der Abschied sehr schwer? Habt Ihr ihn gut abgehoben, den Unglücksraben?"
Die beiden nicken und bemühen sich, dem Begrüßungsansturm von Tapsy und Seppl standzuhalten. Alles sei sehr schnell und glatt gegangen, sagt Monika, der Portier habe mit zugegriffen, und Kahl habe, während er seinen Freund aus dem Auto herausbugsiert habe, so viele Dumme Witze gerissen, daß sie alle miteinander Tränen gelacht hätten. Sogar Lenzsch habe gelacht, obwohl er es im Grunde wahrscheinlich viel'lieber gesehen hätte, wenn man
seinen Unfall dramatischer und tragischer behandelt hätte.
Der Doktor betrachtet die beid"n, wie sie nun nebeneinander vor dem Spiegel stehen und ihre Haare ordnen: Monika, bas kleine Kämmchen zwischen bie Lippen geklemmt, und Marga noch mit dem klappernden Autoschlüssel' am kleinen Finger. Eigentlich sehen sie beide verdammt gutgelaunt aus, denkt er verwundert. Und so — einträchtig. Als ob irgend etwas zwischen ihnen plötzlich beiseite- geräumt worden märe. Ober als ob ...
2ld), er muß doch gleich mal heute abenb Monika fragen, wie ihr Marga Montwill eigentlich jetzt gefällt. Sie kennt sie doch nun schon ein bißchen besser und wirb sie heute im Laufe bes Abends, wo der verflixte Lenzsch nicht immer störend dazwischenhockt, noch besser kennenlernen.
Hm, der verflixte Lenzsch. Da bricht der arme Kerl sich noch extra den Fuß, und trotzdem bringt man kein reines Wohlwollen für ihn auf. Warum eigentlich nicht? Aber den beiden jungen Damen bä scheint Lenzschs Mißgeschick auch nicht gerabe bie gute Laune verschlagen zu haben. Im Gegenteil. Ober tun sie nur so?
Der Doktor nimmt Marga, die jetzt ihre Jacke ausgezogen hat und Monika hilft, den Pingpongtisch' zusammenzuschlagen, scharf aufs Korn: Zittert nicht hinter ihrem vergnügten Lächeln doch eine heimliche Erregung und Betrübnis? Sind ihre glänzenden schwarzen Augen vielleicht nur von unterdrückten Tränen so blank und so abgründig schimmernd? Ach, wer kennt sich denn bei diesen Frauen auch aus! Sie sind alle miteinander bie vollenbeten Ko- möbiantinnen unb biefe ba gewiß letzten Endes auch.
Und was Monika anlangt, — bie tut ja geradezu, als sei ihr ein Druck von ber Seele gewichen. Noch vor ein paar Stunden hat sie doch bageftanben, unb um biesen Lenzsch, ben Marga Montwill ihr ausgespannt hat, geheult, jawohl, geheult. Versteht man bas? Kann ba ein normaler Mann mit?
„Na, unb was jetzt?" fragt Monika, nachdem ber Tisch zusammengeklappt unb bie schöne alte persische Decke roieber sorgsam barübergebreitet ist. ,,Was jetzt? Leistest bu Marga noch ein bißchen Gesellschaft, Papa? Ich muß erst mal in bie Küche, Tante Martha helfen. Unb wenn bu sonst nichts Besseres zu, tun hast, kannst bu Marga eigentlich ! mal unsere letzten Aufnahmen zeigen, bie von ber Jagd und die Gartenbilder vom Herbst. Magst du?"
Der Doktor Hammerbacher lächelt fein. Was sich boch bas Fräulein Tochter so einbilbet! Braucht er langweilige Photographien dazu, einer Frau wie
$rtitag,27.tnail958
Rach dem Vortrag spricht zu den Mitgliedern bq; Fachabteilung „Druck und Papier" der Gaufach- abteilungswatter pg. R t e l s e n , Frankfurt a. M.
Dir bitten alle Angehörigen obiger Fachabteilung, sich für diesen Abend frei zu machen. 3638V Kostenlose Ariernachweise für Kinder
beihilfen kinderreicher Familien.
EPNH. Zur Klärung von Zweifeln über die kostenfreie Ausstellung von Ariernachweisen für kinderreiche Familien zur Erlangung ber Kinder- beihilfen hat ber Herr Oberfinanzpräfibent Hessen folgenben Bescheid gegeben: Die Gewährung von Kinderbeihilfen an kinderreiche Familien setzt u. a. voraus, daß die Eltern deutsche Staatsangehörige
ld»s
ja
do. oeoortis«
Sunh»" r
F9 -310
.eil man
,olle". d°s ts9eide und ® choffen v/o\le< Soeben v>nntund
liehe ta,rpy9st oikofdrebsc^ wurduZnt FEX "o;ch^ hort verschob- worm ode k oL-ter V/osser-oo .stblU1g
«rferwe»ch-u' -gr nur
H. wo«ehlä»un9
deutschen oder artverwandten Blutes sind. Zum Nachweis hierfür sollen bie Antragsteller grunb- sätzlich Die 'Geburtsurkunden Der Kinber unb die Heiratsurkunben ihrer (ber Kinber) Eltern und Großeltern vorlegen. Diese Urhinben finb von den Behörben unb Dienststellen kosten- unb gebührenfrei zu erteilen. Die Finanzämter unb Gemeinbe- behörben finb jeboch bis auf weiteres ermächtigt, ben Nachweis ber arischen Abstammung ber Eltern durch Urkunden nur zu verlangen, wenn begründete Zweifel an ber arischen Abstammung der Eltern bestehen.
Fünfzig Jahre im Dienste der Stadt.
Am 23. Mai 1938 konnte ber Derwaltungsinspek- tor Lubwig R ö h r i ch vom Wohlfahrtsamt Der StaDt Gießen in körperlicher unD geistiger Frische auf eine 50jährige Berufstätigkeit zurückblicken. Er tritt mit Diesem Tage in-Den wohlverDienten Ruhestand. Aus Diesem Anlaß versammelten sich Die Ge- folgschaftsmitglieDer zu einer schlichten, würdigen Abschiedsfeier. Namens der Stadtverwaltung Gießen würdigte Bürgermeister Prof. Dr. Hamm die jahrelange pflichtbewußte Arbeit des Jubilars unb sprach ihm hierfür ben Dank ber Stadtverwaltung aus. Verwaltungsamtmann Keitzer, ber gleichzeitig im Namen aller Berufskameraben sprach, hob in herzlichen Worten bie hohe Berufsauffassung des aus bem Amt Scheibenben hervor. Durch seine vor- bilbliche Berufserfüllung hat sich Der Jubilar bet seinen Berufskameraben für alle Zeiten ein treues (Bebenfen gesichert.
*
** Arbeitsjubiläum. Am heutigen Freitag, 27. Mai, konnte ber Former Heinrich Mohn aus Klein-Linben auf eine 25jährige Tätigkeit bei ber Firma Bänninger G, m. b. H., Gießen zurückblicken.
Marga Me Zeit zu vertreiben? Toll eigentlich, wie wenig so eine Heranwachsende Tochter von ihrem Vater beziehungsweise von seinen gesellschaftlichen Talenten hält. Unb in biefem befonberen Fall...
Er macht also nur eine lässige Hanbbewegung zu seiner Tochter hin: Keine Sorge, mein Kind... und bann öffnet sich für Marga zum zweitenmal an diesem vielstündigen Sonntag bie Tür zum Stubio.
Unwillkürlich tut Marga einen tiefen, behaglichen Atemzug.
Der Doktor hört cs, unb fast gegen seinen Willen steht für Sekunben eine beutlidje Zärtlichkeit in feinen Augen.
„Monika meinte, ich solle Ihnen Photos zeigen, um Ihnen bie Zeit zu vertreiben", sagt ^r mit einem kleinen Auflachen, „aber ich glaube, uns wirb auch ohne Bilder die Zeit nicht lang werden. Meinen Sie nicht? So, und nun machen Sie sich's gemütlich. Da stehen Zigaretten, unb ein Schnäpschen habe ich auch hier. Das ist gut für ben Kummer."
„Ich habe aber gar keinen Kummer."
Der Doktor, mit ber Likörflasche in ber Hand, bleibt breitbeinig vor Marga stehen. „Nun, Kummer ist vielleicht zu viel gesagt, aber immerhin ist es bitter, eine treue alte Liebe, kaum, baß man sie roiebergefunben hat, erneut zu verlieren, wenigstens missen zu müffep. Aber bas ist Tücke Des Schicksals; da kann man nichts machen. Es ist zumindest tapfer von Ihnen, sich nichts.anmerken zu lassen. Also prost! und meine Hochachtung für Paul Montwills hübsche Tochter."
Er hält Marga Das Glas hin, um ihr zuzutrinken. Aber er findet bei Marga keinen WiD^rhall. lieber ihre große kluge Stirn läuft vielmehr eine tiefe Falte. „Ich weiß gar nicht, was Sie hier alle wollen! Auch Monika hat sich unterwegs in so merftDÜrbigen Worten ausgelassen. Was haben sie benn nur alle? Wieso soll Denn geraDe ich Durch Lenzschs Mißgeschick so sehr rtiebergeDrücft fein? UnD wenn es so wäre — warum sollte ich mir Dann nichts anmerken lassen? Aber es ist nicht' so? Lenzsch ist ein netter, lieber Kerl, unD ich habe mich gefreut, ihn mal wieDerzusehen; aber es geht mir mit ihm heute genau so wie Damals: er hat irgenD etwas an sich, was einen auf die Dauer reizt. UnD Daß er mir gegenüber so sehr auf Die Rechte eines alten FreunDes oDer, um mit Ihren Worten zu reben, auf bie Rechte einer alten Liebe pochte, bas hat ihn mir zuweilen beinahe unerträglich gemacht. Außerdem: Sitze ich vielleicht seinetwegen hier bei Ihnen im Hause?"
(Fortsetzung folgt.)


