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zeitig das Jubiläum seiner oierzigjähriaen Che feiern.

** Zwei Achtundsiebzigjährige. Am heutigen Donnerstag kann der Rentner Adam Koch, Am Riegelpfad 26, in geistiger und körper­licher Frische seinen 78. Geburtstag feiern. Eben­falls den 78. Geburtstag begeht am morgigen Frei­tag, 28. Januar, Frau Katharine Nicolai, Frankfurter Straße 159. Wir beglückwünschen!

* Ehrung von A r b e i t s j u b i l a r e n. Die Firma Georg Philipp Gail AG., Zigarren­fabriken in Gießen, feierte am heutigen 27. Januar, ihrem Geschäftsgründungstage, wie alljährlich ihre Arbeitsjubilare. In diesem Jahre waren es der Maschinenmeister Georg L i n d e n st r u t h aus Gießen, der im Hauptbetrieb, und die Zigarren­macherin Margarethe M ü h l i g W w e. aus Rod­heim, die im Filialbetrieb Rodheim a. d. Bieber tätig ist. Den Äubilaren wurden durch den Be­triebsführer und Inhaber der Firma, Herrn Dr. Gail, Ehrenurkunden und Geldgeschenke als äußeres Zeichen des Dankes der Firma für ihre 25jährige treue Arbeitsleistung überreicht.

Aus -er engeren Heimat.

Seneralappell

-er Kriegerkameradfchast Klein-Linden.

> Klein-Linden, 24. Jan. Zu dem General­appell der Kriegerkameradschaft Klein- Linden im SaaleZur Burg" hatten sich die Vertreter der Ortsgruppe der NSDAP., die Kreis­führung des Kyffhäuserbundes und viele Kamerad­schaftsmitglieder eingefunden.

Nach dem Einmarsch der Fahnenabteilung richtete Kameradschaftsführer Friedrich Schimmel herz­liche Begrüßungsworte an die Versammlung und wies nach kurzem geschichtlichen Rückblick auf die Bedeutung des Tages der Reichsgründung hin. Er sprach ferner über den hohen Sinn der Kamerad­schaft. Den Toten des Weltkrieges, den Gefallenen der nationalsozialistischen Bewegung und den ver­storbenen Kameraden widmete er einen warmen Nachruf. Während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte, verweilte die Versammlung in stillem Gedenken.

k Kassenwart Valentin Kehl erstattete den Rech­nungsbericht, der ein günstiges Bild aufwies. Die Rechnung, die von den Prüfern Heinrich M a g o ld und Friedrich Lenz in Ordnung befunden war, wurde genehmigt. Dem Rechner wurde der Dank für die mustergültige Buchführung ausgesprochen. Kameradschaftsführer Schimmel sprach dann über den Segen der Sterbegeldversicherung durch den Kyffhäuserbund.

Kreisfuhrer Dr. M o n n a r d (Gießen) erinnerte sodann an die Zeit, in der es den Mitgliedern schwer gemacht wurde, in Kameradschaft zusammen­zustehen. Weiter nahm der Kreisführer die Ehrung einiger besonders verdienter Kameraden vor, die auf eine 40jährige und längere Mitgliedschaft zu­rückblicken können, und überreichte ihnen im Auf­trag des Reichskriegerbundes künstlerische Ehren­urkunden mit den Bildern des Führers, des ver­storbenen Reichspräsidenten von Hindenburg und des Barbarossadenkrnals auf dem Kyffhäuser. Die Ehrung wurde folgenden Kameraden zuteil: Hein­rich M a g o l d , Ludwig Euler, Wilhelm Klein, Philipp Weigel XXIII., August Ruhl, Philipp Jung XVII. und Heinrich Bernhardt. Eine besondere Ehrung wurde dem Kameradschaftsführer Friedrich Schimmel zuteil. Ihm, d^ in Deutsch­lands schwerster Zeit die Kriegerkameradschaft Klein-Linden in Treue zusammenhielt, wurde das Ehrenkreuz zweiter Klasse des Kyffhäuserbundes überreicht. Kamerad Schimmel dankte mit dem Gelöbnis der weiteren Treue zu den Zielen des Bundes. Eine Auszeichnung erfahr auch noch der Fechtwart der Kameradschaft, Kamerad Reinhard Wagner, dem Herr Schimmel den Dank für seine treue Mitarbeit unter Überreichung einer Ehrenurkunde abstattete.

Zeugwart Gottfried Benderoth nahm die Auszeichnung der besten Schützen des verflossenen Vereinsjahres vor und überreichte dem Kameraden Walter Müller die silberne Ehrennadel. Mit Überreichung der bronzenen Ehrennadel wurden folgende Kameraden ausgezeichnet: Friedrich Stein, Heinrich Weber, Christian 3u n gv Heinrich Keudel, Wilhelm Müller, Fritz Klingel- Höfer, Philipp Jung XVII., Karl Haas, Fritz Jung VIII., Jakob Kopp, Wilhelm Erle, Reinhard Wagner und Gottfried Benderoth.

Kreis-Propagandaobmann Kamerad K ö h r e s (Gießen) warb noch für den Kyffhäuserbund. Mit einem Aufruf zum vollen Einsatz für die. großen

plarrarchive und Kirchenbuchämter.

Eine Benutzungsordnung.

Der Beauftragte der Kirchenkanzlei für das kirch­liche Archiv- und Kirchenbuchwesen, Konsistorialprä- sident D. Hosemann, hat eine für alle deutschen evangelischen Landeskirchen verbindlicheBenut­zungsordnung für Pfarrarchive und Kirchenbuchämter" herausgegeben, der sich jeder Benutzer eines kirchlichen Archivs durch feine Eintragung in die Benutzerlifte unterwerfen muß. Danach ist die Einsichtnahme in Kirchenbücher und kirchliche Archive nur solchen Personen gestattet, die sich ordnungsgemäß durch einen amtlichen Ausweis mit Lichtbild und eigenhändiger Unterschrift über ihre Persönlichkeit ausweisen können und gegen deren Zulassung der Pfarrer, oder Kirchenbuchfüh­rer keine Bedenken hat. Berufs-Sippenforscher haben einen mit bem, Sichtvermerk der Reichsstelle für Sippenforschung versehenen Ausweis vorzulegen. Ausländer dürfen bei größeren Forschungen nur mit Genehmigung der zuständigen Kirchenbehörde zugelassen werden. Die Einsichtnahme ist nur in den Diensträumen und in den Dienststunden des Pfarr­amtes oder Kirchenbuchamtes zulässig. Ein Aus­

leihen von Archivstücken in Prioatwohnungen ist grundsätzlich ausgeschlossen.

Alle oorgelegten Archivalien Verzeichnisse, Kirchenbücher usw. sind auf das sorgsamste zu behandeln. Entdeckt ein Benutzer Unstimmigkeiten ober Schäden in den Kirchenbüchern, oder stellen sich der Benutzung Schwierigkeiten entgegen, so ist dem Pfarrer, sowie Kirchenbuchführer sogleich An­zeige zu machen und ihre Hilfe zu erbitten. Eigen­mächtige Vermerke, Verbesserungen, Abläsen über­klebter Teile u. dgl. sind den Benutzern streng ver­boten. Genaue Einzelbestimmungen regeln das Ver­halten in den Archivräumen und die Behandlung der wertvollen Kirchenbücher. Verstöße gegen die in der Benutzungsordnung enthaltenen Bestimmungen haben die sofortige Entziehung der Benutzungser­laubnis zur Folge, Radieren, Ausschneiden, Ver­fälschungen in den Archivalen ober Entfernung von Büchern aus den Diensträumen usw. werben ge­richtlich verfolgt. Zugleich wird in solchen Fällen im Benehmen mit ben staatlichen Archivverwaltun- gen eine vollständige Archivsperre gegen ben Be­troffenen für das ganze Reichsgebiet herbeigeführt.

und schweren Aufgaben, die bas Dritte Reich und fein Führer von uns verlangen, schloß Orts­gruppenleiter Dr. Crößmann ben schön ver­laufenen Generalappell, der im Treuegelöbnis zum Führer gusklang.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 24. Jan. Das Winter­fest der Radfahrervereinigung Klein - Linden am Sonntagabend im SaaleZur deut­schen Eiche" war außerordentlich stark besucht. Der stellvertretende Vereinsführer Johannes Gärtner begrüßte die vielen Besucher. Gut eingeübte Reigen und eine Dierrad-Pyramide erfreuten die Besucher. Großes Interesse brachte man auch ben Kunst­fahrten entgegen, bei benen sich namentlich die Mit- glieber Eberhard Kopp und die Brüder Walter und Willi Will als große Könner erwiesen. Be- onderen Anklang fand das Kunstfahren eines erst ünfjährigen Knaben, Heinz Klein, der mit für ein Alter außerordentlichen Leistungen aufwartete. Fahrwart Albert Mohr hatte sich um die Ein­übung der schönen Darbietungen verdient gemacht. Eine heitere Theaterszene, Verlosung und Tanz füllten ben übrigen Teil des wohlgelungenen Festes aus.

CO Klein-Lind en, 26. Febr. In der Mit­gliederversammlung des Geflügelzuchtver­eins wurde namentlich über die von der Reichs­fachgruppe angeoröneten Förderungsmaßnahmen der Geflügelkleinhaltungen gesprochen. Die Mit­glieder berichteten über ihre Mitarbeit. Daraus war zu entnehmen, daß an viele Geflügelhaltungen die aus Reichsmitteln beschafften Legelisten verteilt wurden. Die Geflügelkleinhalter wurden von den Vereinsmitgliedern eingehend beraten, so daß der Erfolg nicht aus blieb: Allein fünf moderne Stall­bauten und ein Stallumbau sind die sichtbaren Er­gebnisse der Beratungen und Aufklärungen.

a Klein-Linden, 25. Jan. Am Samstag­abend versammelten sich die Mitglieder des G e - sangvereinsEintracht" imDeutschen Hof" zur 73. Generalversammlung. Vereinsführer Wilhelm Rinn gab zunächst den Jahresbericht. Der Verein nahm am Kreiswertungssingen in Heu­chelheim mit gutem Erfolg teil. Den Ehrenmitglie­dern und aktiven Sängern Georg Neurath und Philipp Jung konnte konnte aus Anlaß ihrer 40jährigen Mitgliedschaft die silberne Ehrennadel überreicht werden. Die Zahl der Mitglieder stieg im verflossenen Jahre um 6. Der Besuch der Sing­stunde war im allgemeinen gut. Besondere Dankes- roorte widmete der Vereinsführer dem Chormelster Harnisch (Watzenborn-Steinberg), der in uner­müdlicher Arbeit und mit großem Eifer die Sän­ger immer wieder zu neuen Leistungen anspornte. Aus Anlaß ihrer 25jährigen Zugehörigkeit zum Verein wurden folgende Mitglieder zu Ehrenmit­gliedern ernannt: Wilhelm Rinn III., Friedrich Wilhelm Jung, Hermann Volk, Hermann Klein, Ferdinand Weller, August Weller und Karl Jung, lieber die Kassenverhältnisse, tfie als gut anzusprechen sind, berichtete Vereinsrechner Wilhelm Jung. Die Rechnung wurde einstimmig genehmigt. Der Verein beabsichtigt am 12. März fein Stiftungsfest zu feiern. Ferner soll in diesem

Sommer ein auswärtiges Sängerfest besucht wer­den. Es wurde noch die Gründung einer Reisekasse oorgenommen. Der Vereinsführer rief zum Schluß noch zum starken Besuch der Singstunden auf.

A Heuchelheim, 26. Jan. Der Kolonial- bund, Ortsbunb Gießen, hielt im Saale der WirtschaftZum Treppchen" einen gut be­suchten Vortragsabend ab. Der Redner, Herr Blümers, verstand es, aus eigener Anschauung, infolge seines Aufenthaltes in der Kolonie Deutfch- Südwestafrika, einen guten Ueberblick über diese Kolonie zu geben und hob hervor, daß die Deut­schen als gute Kolonisatoren bei den Eingeborenen erkannt sind. Die Forderung auf Rückgabe der Kolonien muß von jedem Deutschen unterstützt wer­den. Nach dem Vortrag erfolgten Anmeldungen zum Kolonialbund.

gfs. Wiese ck, 26. Jan. Zu einem anregenden Vortragsabend fand sich die Frauenschaft ein. Frau Schliephake aus Gießen zeigte durch praktische Vorbilder den Unterschied von geschmack­vollen und gefälligen Stoffmustern im Gegensatz zu auffallenden und schlechten Farben und Zeich­nungen. Die Rednerin verstand es, das Thema fesselnd zu gestalten. Die Teilnehmerinnen dankten durch reichen Beifall und blieben dann in lebhafter Aussprache noch länger beisammen.

gfs. Trohe, 26. Jan. In unserer Frauen- schäft fand,ein Kochabend statt, an dem Fräulein Christ aus Gießen über die Zubereitung des See­fisches sprach und die mannigfaltigen Verwen­dungsmöglichkeiten zeigte. Gerade auf dem Lande ist es von größter Wichtigkeit, immer wieder auf den Fisch als ein dem Fleisch gleichwertiges Nah­rungsmittel aufmerksam zu machen. Wenn unsere Frauen sehen, wie schnell und angenehm die Zu­bereitung ist, und wie gern die Familie den Fisch als Abwechselung auf dem Mittagstisch annimmt, werden sie jede Woche mindestens einmal die Ge­legenheit zum Fischeinkauf benutzen. 65 Frauen nahmen an dem Abend teil.

$ Alten-Buseck, 26. Jan. Am Samstag­abend veranstaltete der Gesangverein Dau- bringen gemeinsam mit der hiesigen Sänger­oereinigung im Saale von Philipp Einhäuser einen stark besuchten Unterhaltungsabend. Die Ver­anstaltung wurde eröffnet mit dem Sängergruß und einigen schön vorgetragenen Chören unter Leitung des gemeinsamen Dirigenten Ludwig Schreiner, die mit starkem Beifall belohnt wurden. (5in Daubringer Sangesbruder sprach dann kurz über den Sinn dieses Abends, bei dem die Gäste einen kürzlichen Besuch des hiesigen Gesangvereins er­widerten. Dann kamen in bunter Reihenfolge noch verschiedene Chöre beider Vereine, einige Lieder des Daubringer Frauenchors, Musikeinlagen einer Kapelle und ein Theaterstück. Nach einer Verlosung blieb jung und alt noch einige Stunden bei Gesang und Tanz froh beisammen.

I Großen-Buseck, 27. Jan. Gestern feierte in körperlicher und geistiger Frische Herr Balthasar Hahn fernen 86. Geburtstag. 45 Jahre war der Alte in der Oberhesstschen Bahn-Nebenwerk­statt zu Gießen als Bohrer beschäftigt. Dann trat er in den Ruhestand. Im Dorre erfreut sich der Hochbetagte allgemeiner Belieblheit. Viel weiß er

Die

understadt am Tejo.

Streifzüge durch Lissabon - Oie Straßenbahn muß klettern. Auf den Spuren der Weltentdecker.

Don Dr Inh Iessel.

Lissabon gehört zu den Hauptstädten Europas, die sich einer besonders günstigen Lage erfreuen. Wie auch unsere meisten Hafenstädte liegt es an einem Fltiß, dem Tejo. Dreißig Kilometer stromaufwärts muß man fahren, um zur Hauptstadt Portugals zu kommen. Dort erweitert sich der Tejo gewaltig und bildet ein großes weites Becken. Am Nordufer liegen die Häuser am Abhang mehrerer Berge über­einander. Hell schimmern die weißen Häuser im Sonnenlicht. Vielleicht noch eindrucksvoller ist die Einfahrt bei Nacht. Schon weit vor Lissabon ge­wahrt man eine lange hell erleuchtete Uferprome­nade, bis das Häusermeer in strahlendem Lichter­glanz sichtbar wird. Ganz bezaubernd und roman­tisch wirkt diese Einfahrt bei Mondschein, so daß man sich kaum etwas Eindrucksvolleres vorstellen kann.

Schon die Lusitaner verfolgten eine bestimmte Absicht, als sie gerade hier so weit stromaufwärts ihre Stadt Ulisipo anlegten. Nicht weniger wußten später die Römer diesen Hafen wegen seiner vor­trefflichen Lage zu schätzen. Außer in M6rida wohnte gerade hier besonders häufig der römische Statthalter. Auch Reste der römischen Stadt hat man noch auf dem Burghügel gefunden, lieber 100 Jahre herrschte hier der germanische Volksstamm der Westgoten, bis er den Mauren im Jahre 711 in jener entscheidenden Schlacht bei Jerez de la Frontera zum Opfer fiel. Ganz im Gegensatz zu den südspanischen Provinzen konnten sich die Mauren hier nur bis 1147 halten. Seinen größten Aufschwung erlebte Lissabon infolge seiner günsti­gen Lage zur Zeit der Entdeckungen. Der Welt­handel verlagerte sich vorn Mittelmeer zum Atlan­tischen Ozean. Ungeheure Reichtümer flössen in diese Stadt, so daß sie binnen kurzer Zeit eine der wohl- habendsten Städte Europas wurde. Nur dadurch

konnte sie die Erdbeben von 1531 und 1575 so schnell überwinden. Nachdem jedoch die Holländer und später die Engländer den Portugiesen den Vor­rang abgelaufen hatten und nachdem sogar das furchtbare Erdbeben des Jahres 1755, das Imma­nuel Kant in klassischer Weise geschildert hat, den größten Teil der Stadt in einen Trümmerhaufen verwandelt hatte, da war Lissabon für lange Zeit feiner einstigen Bedeutung beraubt. Der Nieder­gang wurde dann vollends besiegelt durch den Ein­fall der Franzosen im Jahre 1807 und durch den Verlust Brasiliens. Der Tatkraft des deutschen Prinzen Ferdinand von Sachsen-Coburg und seiner Söhne, die auf dem portugiesischen 'Thron saßen, war es zu danken, daß Lissabon seinen Niedergang im großen und. ganzen wieder wettmachte.

Heute herrscht wieder ein reger Verkehr im Hafen. Fast alle Personen- und Frachtendampfer, die nach Südamerika, Afrika und Westindien fahren, legen in Lissabon an, davon auch eine Reihe deutscher Schiffe. Die portugiesischen vermitteln in der Haupt­sache nur den Verkehr mit den Kolonien des Lan­des in Afrika. Portugal führt vorzugsweise Kork, Wein, Olivenöl, Südfrüchte und Fischkonserven aus, und nimmt dafür Kohlen, Holz, Tabak, Kaffee, Reis und Jndustrieerzeugniffe herein. Das Leben in die­ser Hafenstadt ist vollkommen südeuropäisch. Das Klima ist wegen der geschützten Lage sehr mild und unterscheidet sich nicht wesentlich von den Mittel­meerhäfen. Heizung kennt man fast gar nicht. Da sich die Stadt terrassenartig auf Öen- 100 Meter hohen Hügelvorsprüngen des Vlateaus von Estre­madura ausbreitet, find die Straßen häufig recht steil. Oft müssen Drahtseilbahnen und elektrische Aufzüge die Höhenunterschiede überwinden. Man ist erstaunt darüber, in welchem Winkel die Stra­ßenbahnen noch emporklettern. Am dichtesten be­

wohnt sind natürlich diejenigen Stadteile, die sich direkt am Tejo erstrecken. Die Stadt, die etwas über eine halbe Million Einwohner hat, ist nicht nur eine Handelsmetropole, sondern auch der Sitz eines Erzbischofs und besitzt seit dem Jahre 1911 eine Universität. Neben Oporto ist es die einzige Großstadt in dem sonst dünn besiedelten Lande. Die schönste Straße ist die 90 Meter breite Avenida da Liberdade (Freiheitsallee), die mit zehn Baum­reihen bestanden ist. Zahlreiche gärtnerische An­lagen geben der Stadt ein anmutiges Gepräge. Schon seit langer Zeit wohnen hier eine Reihe von Deutschen, die sich in ihrem Gastlande sehr wohl fühlen. Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß sich hier auch eine große deutsche Schule befindet, die in den nächsten Jahren sogar bis zum Abitur ausgebaut wird. Welches Ansehen sie genießt, geht daraus hervor, daß zahlreiche portugiesische Eltern aus den führenden Kreisen ihre Kinder auf unsere deutsche Schule schicken, damit sie das deutsche Kulturgut in sich aufnehmen.

Einer der bekanntesten Vororte in Belem (der Name ist entstanden aus Bethlehem), wo auch der Präsident der Republik feinen Wohnsitz hat. Dort befindet sich das Kloster des Hircmymus. E- wurde erbaut an der Stelle eines Seemannshauses, wo Vasco da Gama die Nacht vor dem Antritt seiner Entdeckungsfahrt im Jahre 1497 zubrachte und zwe: Jahr später bei seiner Rückkehr aus Ost­indien von König Manuell, empfangen wurde. Der König hatte für den Fall des Gelingens den Bau eines Klosters gelobt. Noch im gleichen Jahre ließ er den Grundstein zu diesem großarttgen Bau legen. Bis zur Vollendung verging iedoch fast noch ein ganzes Jahrhundert. Neben mehreren Mitglie­dern' des Königshauses liegt auch der kühne Ent­decker ip der Apsis der Kirche begraben. Besonders sehenswert ist der großartige Kreuzgang, ein Mei­sterwerk des berühmten Künstlers Joao de Ca­stillo. Bei diesen zweistöckigen Bogenhallen fallen uns die zierlichen kandelaberartigen Säulen, das reiche Maßwerk und die Fülle der Ornamente auf. Am Ufer des Tejo aewahrt man noch einen alten Wachtturm, der einstmals zum Schutz der Fluß- einfahrt erbaut worden ist und ursprünglich auf einem Felsen im Flusse lag. Lange Zeit diente die­ser Turm als Staatsgefängnis.

noch aus feiner Jugendzeit zu erzählen. Stets macht er noch feinen Spaziergang durch das Feld. An allen Geschehnissen der Gegenwart nimmt er durch regelmäßigen Bezug des Gießener Anzeigers regen Anteil.

wg. Großen-Buseck, 24. Jan. Der Iäh­re s st a t i st i k unserer Kirchengemeinde für das Jahr 1937 seien folgende Einzelheiten ent­nommen: Der Gottesdienstbesuch in sämtlichen ab­gehaltenen Gottesdiensten betrug 6125 Männer, 9349 Frauen und 6161 Kinder. Das bedeutet einen Besuch je Gottesdienst von 100 Männern, 156 Frauen und 101 Kindern bei einer Seelenzahl von 2000 Landeskirchlich - Evangelischen. Außer den Hauptgvttesdiensten fanden 17 Nebengottesdienste, einschließlich der Christenlehren, statt. Zum Heiligen Abendmahl gingen 745 Männer und 1052 Frauen, das sind rund 119 v. H. der Erwachsenen. Konfir­miert wurden 40 Kinder, 19 Knaben und 21 Mäd­chen. Geboren wurden 28 Kinder und 30 getauft. Zwei der getauften Kinder wurden noch im Jahre 1936 geboren. 22 Paare ließen sich kirchlich trauen. 26 Personen wurden beerdigt.

oo Beuern, 26. Jan. Die hiesige Krieger- kameradschaft vereinigte ihre Mitglieder und viele Gäste zu einem Kameradschaftsabend, der im Saale von Dietrich stattfand. Kameradschaftsführer Müller gedachte zunächst des verstorbenen Feld­herrn Ludendorff. Im Mittelpunkt des Abends stand dann ein Dortrag des U-Bootfahrers Kratz aus Freienseen, der in anschaulicher Weise von sei­nem Leben, seiner Wanderschaft, seinem Dienst bei der Marine 'und schließlich von seinen U-Bootfahr­ten während des Weltkrieges erzählte. Herzlich be­grüßte er den Kameraden Karl W i ß n e r von hier, der mit ihm zusammen auf einem Schiffe war. Die Zuhörer folgten den Ausführungen des Kameraden Kratz mit größter Aufmerksamkeit. Eine Anzahl Lichttülder veranschaulichte das gesprochene Wort.

* Daubringen, 25. Jan. Der hiesige Vieh- Versicherungsverein hielt bei Gastwirt Erb seine Hauptversammlung ab. Der Vereins­führer, Karl Grülz, erstattete den Jahresbericht und gab den Mitgliedern zur Kenntnis, daß durch die großen Verluste an Vieh ein nochmaliger Bei­trag erhoben werden müsse. Rechner Ludwig Schultheiß erstattete den Kassenbericht, der in Einnahme (einschl. des Sonderbeitrages) 1771,86 Mark und in Ausgabe 1 394,20 Mark verzeichnete. Die Rechnung wurde in Ordnung befunden und dem ' Vorstand Entlastung erteilt. Der Gesamtvor­stand wurde in seinem Amte neu bestätigt. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde L. Klingel.- Höfer bestimmt.

[I] Reiskirchen, 26. Jan. Die hiesige Frei­willige Feuerwehr hielt ihre Generalver­sammlung ab. Hauptpunkt der Tagesordnung war die Bestimmung eines neuen B r a n d m e ist e r s, da der erste Brandmeister fein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Nach kurzer Beratung wurde der seit­herige stellvertretende Brandmeister, Bürgermeister Launspach, zum ersten Brandmeister ernannt. Die von der Freiwilligen Feuerwehr in der ver­gangenen Woche durchgeführte Werbung passiver Mitglieder hatte einen guten Erfolg. Bei der Gene­ralversammlung konnte der Brandmeister etwa 30 neue Mitglieder willkommen heißen.

ch Garbenteich, 25. Jan. Am Sonntag hielt der hiesige Sportverein 1928 bei gutem Be­such, insbesondere der Jugend, im Vereinslokal Becker seine Jahreshauptversammlung ab. Vereins­führer Coenen erstattete zunächst den Jahres­bericht, öepi zu entnehmen war, daß der Verein mit den im verflossenen Jahr erzielten Erfolgen zu­frieden sein kann. Kassenwart Vonderheid gab die Jahresrechnung bekannt, für die ihm Entlastung erteilt werden konnte. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurde Vereinsführer Coenen für weitere drei Jahre in seinem Amte bestätigt. Als Mitarbeiter bestimmte er, mit geringfügigen Ab- weichungen, die bisherigen Vorstandsmitglieder. Im Juli dieses Jahres will der Verein fein zehn­jähriges Bestehen mit einer größeren sport­lichen Veranstaltung begehen. Die Vorbereitungen dafür sind bereits im Gange.

V Watzenborn-Steinberg, 26. Jan. In der überfüllten Volkshalle veranstaltete am Sams­tagabend der hiesige Männergesangverein Eintracht" sein 69. Stiftungsfest. Vereinsführer Häuser begrüßte, die Teilnehmer, insbesondere die Gäste vom GesangvereinLiedertafel" Bad- Nauheim, der mit derEintracht" im vergangenen Jahre Freundschaft schloß. Sodann ehrte der Ver­einsführer die zwei noch lebenden Gründer des Vereins, Johannes Schäfer IX. und Balthasar Schmandt X, denen ff ein Geschenk übermittelt wurde. Der wettere Verlauf der Veranstaltung, des-

Fährt man den Strom abwärts, so kommt man nach Estoril, dem bekannten Seebadeort. Wie hei­matlich wirkt es für einen Deutschen, wenn er dort in einem Hotel, auf dem ständig die Hakenkreuz­fahne weht, seinen Kaffee trinken kann. Wenige Kilometer weiter liegt Cascaes, ein kleines hübsch gelegenes Fischerstädtchen, das ebenfalls von den begüterten Schichten der portugiesischen Bevölke­rung häufig besucht wird. Am Strande und an den Hügeln sieht man zahlreiche Dillen und Paläste mit wunderhübschen Gärten, die schon einen reichen subtropischen Pflanzenwuchs aufweisen. Brücken über das Tejobecken gibt es bei Lissabon natürlich nicht. Will man in den Süden des Landes fahren, so muß man sich mit einem Dampfer nach Bar- reiro am Südufer bringen lassen.

Der schönste Punkt in der Umgebung von Liss«' bon ist Cintra, ein Städtchen mit 5000 Ein­wohnern, wo die Sommerresidenz der ehemaligen: königlichen Familie war. Es liegt auf einem Berg­vorsprung und ist von hübschen Wäldern umgeben. Die kleine Stadt wird überragt von einem steilen Felsberg, auf dem die Maurenburg liegt. Dahinter befindet sich das Schloß. Dieses Stückchen Erde, das der englische Dichter Lord Byron schonbas herrliche Eden" nannte, wird infolge seiner schö­nen landschaftlichen Lage und feiner üppigen Deae tation nicht so leicht übertroffen. Das Schloß wurde auf der Grundlage eines älteren Maurenschlosser im maurischen und spätgotischen Sttl erbaut. Einer wunderhübschen Blick duf die Stadt, das Schloß und die zahlreichen bewaldeten Hügel hat mar auch von dem alten Maprenschloß. Weithin sicht­bar auf einem steilen felsigen Gipfel liegt das int mittelalterlichen Burgenstil erbaute Castello di Pena, das in der letzten Zeit die Köniasresibeny bildete. Der Erbauer ist der bereits erwähnte- nig-Gemahl Ferdinand von Coburg. Nur sehr schwer trennt man sich von diesen reizvollen Eindrücken in Cintra. , j

Die Bedeutung Lissabons hat in der Geschichte oft geschwankt. Die Portugiesen haben aber immer; wieder danach gestrebt, ihre mit Recht geschatfle 1 Hauptstadt weiter zur Geltung zu bringen. C'N nicht geringes Verdienst hat dabei aber auch bie einzigartige günstige Lage für einen in jeder An­sicht geschützten Häfen.