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Gruß an Gießen. |

geht uns folgende Miteilung von.

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von

der Ortsgruppe Mainzlar, Staufenberg, Daubringen

l e r t durchgeführte Kur- häusliche Krankenpflege

Vom Wohlfahrtsamt zum Sozialamt

Wirtschast

an

Aus den GieZener Gerichtssälen

den des

und soll im Sinne dieser Berufung teilhaben dem weiteren Aufstieg unseres Volkes."

daß die Zeugin Sch. innerlich und unbewußt ver­sucht habe, sich von der ihr zur Last gelegten Aeuße- rung zu lösen. Klar fei, daß die drei Zeuginnen, die eng miteinander befreundet seien, sich in der Folgezeit über den Inhalt der fraglichen Unter­redung unterhalten hätten. Sicher hätte sich die Zeugin dahin geäußert, daß sie doch nur den einen SatzGlaubst du, die hätten keine" gesagt habe. Unbewußt hätten sich die beiden anderen Gesprächs­teilnehmerinnen die Auffassung ihrer Freundin zu eigen gemacht. Nachdem man* sich so (unbewußt) auf die einfache Formel geeinigt hätte, habe man vor dem Amtsgericht in Friedberg in diesem Sinne auch einen Eid geleistet. Auch wegen der Einfachheit und Kürze des einen Satzes sei es mcht verwunderlich,.

Unter der Anklage der Unterschlagung hatte sich gestern der G. I. aus Lauterbach zu verantworten. Der Angeklagte, der selbständiger Sägewerksbesitzer ist, hatte von einer größeren Firma einen Posten Holz erhalten, den er für diese schneiden und ver­arbeiten sollte. Entgegen seinem Auftrag verarbeitete er jedoch einen Teil dieses Holzes für sich und ver­kaufte es an andere Firmen auf eigene Rechnung. Er schädigte durch diese Manipulationen die Liefer-! firma um rund 1100 RM. Der Angeklagte war voll geständig und behauptete, durch äußerste wirtschaft­liche Not zu dieser Straftat gekommen zu sein. Da diese Angaben den Tatsachen entsprachen und der Angeklagte bisher noch unbestraft ist, beließ es das Gericht bet einer verhältnismäßig geringen Strafe und erkannte auf 6 Wochen Gefängnis.

2luS Moinj geht uns folgende Mit. unseren früheren Gießener Artilleristen zu:" treuem Gedenken an den 25. Oktober 1935, Öen Tag unseres Einzuges in Gießen, wünschen rolt Euch Gießenern von herzen alles Gute. In Dankbarkeit die

nen. Dieser Deutungsversuch habe nichts mit der Fragehie Wahrheit, hie Meineid" zu tun. Es wäre doch nur zu natürlich, daß sämtliche Teil­nehmer an dem Gespräch, der Angeklagte sowohl, als auch die drei Zeuginnen, chre bedeutungslose Unterhaltung zunächst einmal vergessen hätten. Kein Mensch hätte ja damals geahnt, daß die Un­terhaltung den Gegenstand einer Prioatklage und später sogar einer Verhandlung vor dem Schwur­gericht bilden würde. Auch die Zeugin Sch. habe sich sicherlich erst wieder an die Unterhaltung er­innert, als sie eine Ladung zu einem Sühnetermin vor der Bürgermeisterei Meckesheim erhalten hatte. Es sei menschlich voll und ganz verständlich,

Das Schwurgericht sprach den Angeklagten der Anklage des Meineides frei.

«Schöffengericht Gießen.

Aus der engeren Heimat.

Manöverball in (Staufenberg.

# Staufenberg, 25. Oft. Staufenberg er­lebte zu Ende der vergangenen Woche ereignisreiche Tage. Die Kraftfahrkolonne, die hier in Staufen- berg zusammengestellt worden war, kehrte zurück und diese Rückkehr rourttf festlich begangen. Am Samstagabend fand deshalb in derBurg" ein großer Manöverball statt, an dem die Einwohner­schaft lebhaftesten Anteil nahm und damit ihre Per» bundenheit mit den Soldaten bewies. Der Saal der Burg" konnte die Besucher kaum fassen. Bürger­meister Reuter begrüßte die zurückgekehrten Sol­daten, der Leutnant, der die Truppe führte, gab in herzlichen Worten der Verbundenheit der Soldaten mit dem Städtchen Staufenberg Ausdruck und Leh­rer E m m e l erinnerte an die großen historischen Tage und Stunden und würdigte die jüngsten großen Erfolge unseres Führers. Der Gesangverein trug durch einige Liedvorträge zur Verschönerung des Abends bei. In schönster Harmonie klang der Abend aus.

Landkreis Gießen

gfs. Mainzlar, 25. Okt. Der im Oktober in

L Abt. MrL-RgL 36.

® c l *e, Major und Abteiluugskommaudeur.

spritze Grünberg 1 Führer und 10 Mann, Freiwil­lige Feuerwehr Allendorf 1 Führer und 6 Mann.

Besprechung des Uebungsverlaufs.

Der Kreisfeuerwehrdezernent, Regierungsrat Dr. Fuhr, läßt die Wassergabe schnell abbrechen, da die Hebung ja nur dem Zwecke dient, die S ch n e l - ligkeit der Wehren hinsichtlich chrer Ein­satzbereitschaft zu erproben. Er betont, daß diese Uebung die erste dieser Art und dieses Zweckes ist: nämlich die Dezentralisation der B e - Zlrksmotorspritzen und die neueAnlage des stillen Alarms zu prüfen.

Diese stille Alarmanlage besteht aus einem T e» lephon-Rundruf, bei dem an der Kom­mandostelle der örtlichen Feuerwehr ein Klingel­zeichen gegeben wird, das zur gleichen Zeit in ailen an die Leitung angeschlossenen Wohnungen der Feuerwehrmänner ertönt. Bestimmte Arten des Läutens zeigen an, ob es sich um einen Brand im Orte, oder um ein Feuer außerhalb des Ortes han­delt. Diese sinnreiche und technisch bis ins letzte durchgearbeitete Meldeorganisation in Verbindung mit der vorbildlichen Tatbereitschaft und Einsatz­kraft der Mannschaften der Bczirksmotorspritzen ge­währleisten hinsichtlich der Kürze einen Feuerschutz von so außerordentlicher Schlagkraft der Zeit und hinsichtlich der Leistungsfähigkeit des Materials, daß man ruhig von einer wohl kaum mehr zu über- Hetenden Schlagkraft unseres Feuerwehrdienstes im Kreise Gießen sprechen kann.

Diese Gewißheit erlangen aus den aufschlußreichen Darlegungen des Kreisfeuerwehrdezernenten nicht nur die Männer der an der Uebung beteiligten Wehren, sondern auch die Gäste als eine im Inter­esse unseres Feuerwehrschutzes sehr zu begrüßende Tatsache.

Regieruugsral Dr. Fuhr betont, daß die neuen Einrichtungen sich voll bewährt haben und daß es in Zukunft im fireife Gießen keinen größeren Brand mehr geben wird, der nicht in

Amtsgericht Gießen

2)er G. B. aus Gießen und feine Ehefrau hatten oon dem Amtsgericht wegen ruhestörenden Lärms Strafbefehle über 1 Woche Haft bzw. 15. RM Geldstrafe erhalten. Während die Ehefrau den Straf­befehl rechtskräftig werden ließ, legte der Angeklagte Einspruch ein, der geftetn vor dem Amtsgericht ver­handelt wurde. Der Angeklagte hatte am 16. 7. spät nacf)ts in Begleitung seiner Ehefrau durch lautes schreien groben Unfug verübt. In der gestrigen Hauptverhandlung bestritt der Angeklagte die Tat, wurde jedoch durch die Beweisaufnahme überführt. Weil der Angeklagte seine Vorstrafen bei der Ver­nehmung verschwieg, erhöhte das Gericht die Strafe um einen Tag und erkannte auf 8 T a g e H a f t.

Gießener Schlachtviehniartt.

Zum gestrigen Gießener Schlachtoiehmarkt (Schlachtviehverteilungsmarkt) in der Viehversteige- runashalle Rhein-Main in Gießen wurden 2 Ochsen, 3 Bullen, 36 Kühe, 38 Färsen, 107 Kälber, 57 Schweine, 50 Hammel aufgetrieben.

Preise: Ochsen 44 bis 45,5 Pf., Bullen 28 bis 40, Kühe 16 bis 43,5, Färsen 38 bis 44,5, Kälber 37 bis 65, Hümmel 35 bis 46 Pf. je % kg Lebend­gewicht. Für Schweine wurden je kg Lebendgewicht folgende Preise bezahlt: Klasse a (150 kg und mehr) 1,16 RM., bl (135 bis 149,5 kg) 1,14 RM., b2 (120 bis 134,5 kg) 1,12 RM., c (100 bis 119,5 kg) 1,04 RM., df (unter 100 kg),98 RM., gl (fette Specksauen) und i (Altschneider) 1,14 RM., g2 (an­dere Sauen) und h (Eber) 1,02 RM.

Marktverkauf: Großvieh und Schweine zugeteilt. Kälber ausverkauft.

Rhein-Mainische Aörse.

Mitlagsbörse: kleines Geschäft.

Frankfurt a. $DL, 25. Okt. Trotz des anhal­tend kleinen Geschäftes verblieb an der Börse eine unverändert freundliche Grundtendenz. Es lag we­der nennenswerte Kaufmeinung vor, wie auch an­derseits kaum Angebot hevaudkam. Verschiedentlich erfolgten jedoch kleine Glattstellungen, so daß die Kursentwicklung am Aktienmarkt wieder nicht gaiiz einheitlich war. Im ganzen überwogen aber leichte Erhöhungen. Einzelne Papiere lagen dabei recht fest. Don Maschinenaktien stellten sich Demag auf 150 bis 151 (148,75), auch Rheinmetall weiter gefragt und auf 135,75 (135) erhöht. Am Elektro- markt stiegen Schuckert um 1,50 v. H. auf 182,50 und Mainkraft nach Pause um ebensoviel auf 88,50. Don Zellsto^fwerten erholten sich Aschaffenburger um 2,50 d. H. auf 123, Feldmühle gewannen 1,25 v. H. auf 132,25. Sehr still lagen Montanwerte, wobei Hoesch und Verein. Stahl bis 0,25 v. H. nachgaben, ander­seits Mannesm-ann 0,25 vH. anzogen. Kleine Um­sätze hatten auch Ehemiepapiere, IG.-Farben 153,50 (153,75), Metallgesellschaft 125 (125,25), Rütgers- werke 147,75 (148,75). Sonst kamen noch Conti Gummi mit 209 (207,75), Zement Heidelberg mit 155 (154), dagegen Reichsbank mit 193,50 (194) und Westdeutsche Kaufhof mit 104 (104,25) zur Notiz.

Am Rentenmarkt waren die Umsätze weiter klein und die Kursentwicklung ebenfalls nicht ganz einheitlich, die Veränderungen gingen hier aber kaum über 0,13 bis 0,25 v. H. hinaus. Reichsbahn- VA. 125,75 (125,65), Kommunal-Umschukdung halb­amtlich 93,95 (93,90). Reichsaltbesitz büßten jedoch 0,50 d. H. ein auf 130,50. Am Pfandbriefmarkt hat­ten Liquidationspfandbriefe bei leicht schwankenden Kursen einige Umsätze. Industrie-Obligationen und Stadtanleihen lagen wenig verändert, auch Staats­anleihen kaum abweichend.

Auch im Verlaufe war die Kursbildung unein­heitlich, die Veränderungen betrugen jedoch nur Bruchteile eines Prozentes und Besserungen über­wogen weiterhin. Hoesch erholten sich auf 119,25 nach 118,90, Verein. Stahl schwankten zwischen 110,75 bis 111, IG.-Farben zwischen 153,75 bis 154 nach 153,50. Conti Gummi gewannen nochmals 1 v. H. auf 210, dagegen bröckelten Demag 0,50 v. H. ab auf 150,50 und Daimler 0,25 o. H. auf 139,75. Bei den später notierten Werten ergaben sich meist Erhöhungen bis 1 v. H., Scheideanstalt fest und 3 o. H. höher mit 211,50. Bankaktien zogen bei klei­nem Geschäft weiter an.

Abendbörse zuversichtlich.

An der Abendbörse erhielt sich die zuversichtliche Grundstimmung, obwohl wieder weitestgehende Ge- chäftsstille herrschte. Es bestand aber weiterhin eher kleine Nachfrage. Am Aktienmarkt kamen die meisten Papiere unverändert zur Notiz, nur vereinzelt ergaben sich geringfügige Abweichungen. Don Maschinenaktien blieben Rheinmetall beachtet bei 136,65 (135,75), auch Demag wurden zu unv. 150,50 gefragt, ferner Moenus mit 126,50, MAN. mit 142 und Iunghans mit 104,50. Montanwerte lagen still und behauptet, Buderus 114, Mannes­mann 114, Rheinstahl 140,50, Verein. Stahl 110,75. IG. Farben notierten eine Kleinigkeit höher mit 154,13 (154), ebenso Metallgesellschaft mit 125,25 (125); Scheideanstalt uno. 211,50. Am Elektromarkt kamen Licht & Kraft mit 141,75 (141.50), Lah- meger mit 127,25 (126,50), Bekula mit 162,50, Ges-

I von Schwester Iosefine Eg l

| fus für Gesundheits- und , ______y_ .... ri._n

bat seinen Abschluß gefunden. In klarer, anschau­licher Weise lehrte Schwester Iosefine die ersten Hilfeleistungen bei Krankheits- und Unglücksfällen im Hause. Alle Teilnehmerinnen folgten den Aus­führungen mit größtem Interesse. Als Abschluß des Kursus fand eine schöne, schlichte Feier statt. Im festlich geschmückten Müllerschen Saale hatten sich fast alle Teilnehmerinnen mit ihren Angehörigen eingefunden. Nach der Begrüßung durch die Frauen­schaftsleiterin Frau Wehn, leitete Schwester Io- stfine den Abend mit einem schönen Gedicht ein, dem Lieder der Bewegung, Volkslieder, Gedichte, kleinere Theaterstücke folgten. U. a. schilderte Schwe­ster Iosefine nochmals Zweck und Sinn des Reichs­mutterdienstes mit seinen Kursen. Dann sprach Orts­gruppenleiter Pflüger in kurzen Worten und mahnte zum Schluß, den Dank, den wir unserem Führer schulden, in kommender Zeit mit offenen Händen und Herzen abzustatten. Mit dem Deutsch­land- und dem Horst-Wesiel-Lied klang die ein­drucksvolle Feier aus.

Schwurgericht In "'der ersten Verhandlung hatte das Schwurgericht den Beweisantragen des Ver- teidigers stattgegeben und zwei weitere Zeugen ge­laden. Die gestrige Sitzung brachte die Vernehmung dieser beiden Zeugen. Der eine, ein ludlscher Hano­ier aus einem benachbarten Dorfe, mußte zugeben, daß eine der Hauptbelastungszeuginnen noch im Jahre 1936 zu feinen Kunden gehörte.

Nach der Beweisaufnahme ergriff der Vertreter der Anklage das Wort zu seinem Plädoyer. Er kam zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte sich rm Sinne der Anklage schuldig gemacht hatte, und be­antragte gegen chn eine Zuchthausstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Weiterhin beantragte er dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren abzuerkennen.

Einen anderen Standpunkt als der Staatsan­walt nahm der Verteidiger in längeren Ausfuhrun gen ein. Die Zeuginnen hätten zugeben müssen, daß sie dem früheren Privatklager den Dorrourf des Aepfeldiebstahls Hütten machen sollen Wenn nun die Zeugin Sch. ausgesagt habe, sie hatte imLaus der damaligen Unterredung nur gesagt: "Meinst du. die (der damalige Privatklager) hatten keine (Aepfel)?!", so sei diese Angabe unglaubrouring. Natürlich sei es vielmehr, daß diese Zeugin dem Angeklagten als Feldschützen, da man die em nun !ch°n D6ft6iebff_a61 annyc.g °uch n°ch

chon den Obstdievllayi ang?dugi ,

mehr sagte. Es widersvrüche jeder Lebensersah^ng. | wenn man annehme, daß nach dem fragnyen brei Frauen vor dem Schwurgericht er-

spruch der Zeugin Sch. k-m weüeres neuf if)re Aussage beschworen Hütten. Nicht nur die

gefallen sei und sämtliche >^ug Perteidi- Freundschaft der drei Frauen, die sie den Haß der Gänse" auseinaiidergelausen wäre . Sch. gegen ihren früheren Privatkläger Schä. und

ger stellte hierauf hie Reiben besten Hauptzeugen, den heutigen Angeklagten, tei-

Angeklagten denn zu einem Mein h Anlaß 1 len ließ, sondern auch chr Gefühl der Uebermacht

lönnew Es läge hierzu Nicht der germgst' j^and! wir drei Frauen gegen den einen Zeugen und ft" den Angeklagten vor. ^eg m Angeklagten) hätten bewußt oder unbe-

irgendwelche Haßgesuhle gehegt. Ware er n d) V« ihren eidlichen Auslagen geführt. Was die

«S&STÄ.ÄC EsÄ-S... N. » M. IM N-

Schwurgericht Gießen. |

dem lediglich dienstliches Interesse^ gehabtz zudem Bereits in der vorigen Woche stand der Kaspar C5 in jenem Jahre viel Obst gab. Dann verachte e ß aus Weckesheim wegen Meineid vor dem der Verteidiger zu erklären, wie es überhaupt zu .. - < den widersprechenden Aussagen habe kommen kön-

der kürzesten Zeit von den Vezlrksmotorsprihen niedergekämpft werden kann.

Regierungsrat Dr. Fuhr spricht am Schlüsse der Uebung allen Feuerwehrmännern, der Post, der Gendarmerie, den Bürgermeistern und der Presse des Kreises seinen herzlichen Dank aus, den er mit Worten höchster Anerkennung für die Feuerwehr­männer verknüpft.

Kreisfeuerwehrführer Bouffier bespricht noch einige technische Einzelheiten der Uebung und dankt auch seinerseits den Kameraden der Wehren. Re­gierungsrat Dr. Kruger als Vertreter des Kreis­direktors richtet ebenfalls Worte der Anerkennung und des Dankes an die Feuerwehrmänner für ihre hervorragende Leistung.

Mit dem Gruß an den Führer findet die Uebung ihren Abschluß.

Leider ein Unfall.

Auf der Fahrt von Grünberg zur Uebungsftätte kam kurz vor Geilshausen ein Hornist der Grün- berger Feuerwehr mit dem Motorrad zum Sturz. 'Der bedauernswerte Mann trug dabei leider Kopf­verletzungen und eine leichte Gehirnerschütterung davon. Seiner vollen und baldigen Wiedergenesung galten die herzlichen Wünsche aller Kameraden der Wehren, vom Dezernenten bis zum jüngsten Wehr­mann.

Versorgung zu erhalten. Nachdem durch gesetzliche Maßnahmen (z. B. den Ausbau der Kleinrentner­gesetzgebung) diese Loslösung bereits bis zu einem gewissen Grade Tatsache geworden ist, werden diese Gruppen von Hilfsbedürftigen es als einen wei- teren Fortschritt begrüßen, daß nun auch äußerlich ihrer Betreuung jebes Merkmal der Wohlfahrts­unterstützung genommen ist. In dem gleichen Maße gilt dies von allen Volksgenossen, die heute, sei es Zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes bei vorüber­gehendem Wegfall ihres Einkommens, fei es zur Förderung ihrer Familie, oder im Interesse der Volksgesundheit, durch das Sozialamt betreut wer­den. Es seien hier nur erwähnt: die Familienunter­stützung für die Angehörigen der zum Arbeitsdienst, aur aktiven Dienstpflicht, oder zu kurzfristigen Hebungen bei der Wehrmacht Einberufenen, die Entgegennahme, Prüfung und Bearbeitung der An­träge auf Gewährung einmaliger oder laufender Beihilfen für Kinderreiche, sowie der Anträge auf Gewährung von Ehestandsdarlehen, die Ausgabe der Fettverbilliaungsscheine und der Bezugscheine für verbilligte Margarine, mit denen die Peichs- regierung die Fettoersorgung für weiteste Kreise der minberbemittelten Bevölkerung sichergestellt hat, die Entgegennahme und Prüfung von Anträ­gen auf Befreiung von Rundfunkgebühren, die Ge­sundheitsfürsorge, die in erster Linie vorbeugenden Charakter trägt (hierunter fällt auch die Mitwir­kung bei der Durchführung des Gesetzes zur Ver­hütung erbkranken Nachwuchses), die Wohnungs­fürsorge u. a. m. Einen breiten Raum in der Tätigkeit des Sozialamtes nimmt natürlich auch heute die Tätigkeit der Abteilung Jugendamt ein, die in enger Zusammenarbeit mit der HI. und NSV. die Pflege und Förderuna der Heranwach­senden Generation als Garant unserer Zukunst zur vornehmsten Aufgabe hat.

Diese Aufzählung erhebt weder für die Gegen­wart Anspruch auf Vollständigkeit, noch sind damit die Aufgaben des Sozialamtes für die Zukunst er­schöpft und abgegrenzt. Ein wesentlicher Zweig un­serer Gemeindeverwaltung, der sich früher als Ein­richtung des^ Wohlfahrtsstaates marxistisch-libera- listischer Prägung keiner großen Beliebtheit er­freuen durfte, ist damit eingespannt in den Zug und das Tempo nationalsozialistischer Aufbauarbeit

fürel mit 139,50 (140) und Schuckert mit 182 (182,50) zur Notiz. Don sonstigen Werten stellten sich Bemberg auf 141,25 (141).und AG. für Ver­kehr auf 126 (126,50). Bankaktien lagen ruhig und unverändert. Am Rentenmarkt waren Reichs­altbesitz um 0,25 v. H. erholt auf 130,75 bei etwas größerem Geschäft. Farben-Bonds wurden zu unv. 121,75 gefragt. Im Freioerkehr fanden verschiedene österreichische Renten weiter Beachtung.

frankfurter Schlachtoiehmarkt.

Frankfurt a. M., 25.'Okt. Auftrieb: Kälber 349 (gegen 341 am 18. Okt.), Hümmel und Schafe 591 (894), Schweine 2088 (1428). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Külber a) 63 bis 65 (63 bis 65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 48 bis 50 (45 bis 50), d) 35 bis 40 (33 bis 40). Hämmel b2) 47 bis 52 (47 bis 52), c) 40 bis 45 (39 bis 46), d) 32' bis 38 (34 bis 38). Schafe a) 39 bis 42 (40 bis 42), b) 33 bis 38 (33 bis 38), c) 20 bis 32 (22 bis 32). Schweine a) 59 (59), bl) 58 (58), b2) 57 (57), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 58 (58). Marktoerlauf: Kälber und Schweine zugeteilt, Hämmel und Schafe mittel.

Oie Eichelhäher.

Mit die erste Stelle in der unser Forsthaus um­wohnenden Vogelwelt nahmen die Eichelhäher ein. »Man hör' sich nur diese freche Häherbande wieder an!" sagte unser Vater oftmals, wenn er am Stu­benfenster stand und seine lange Rauchtabakspfeife ausklopfte. Wir Buven wußten, daß das ärgerlicher klang, als es gemeint war. Niemand von uns, ob groß oder klein, hätte die schmucken, munteren Ge­sellen im Tagesgeschehen missen mögen. Schon in' aller Frühe klang ihr Gekrächze eine feinere Be­zeichnung dafür wäre unangebracht von drüben aus dem Eichen- und Buchengeäst, zankten und jagten sie sich bis in die Obstbäume des Gartens und machten in wunderlichen Tönen und mit mehr oder weniger ^manierlichen Sprüngen ihre Morgen­reverenz; sträubten aber sogleich ihr rostbraun und himmelblaues Gefieder und fingen mächtig zu schimpfen an, wenn Stropp, der Dackel, in Nah­rung der Würde des Hauses sie anbellte. Dann schwangen sie sich in die höchsten Gipfel der Tannen und schrien Mordio bis dort hinaus.

Manchmal trieben sie ihr Wesen öder Unwesen gar zu toll, plünderten beispielsweise ein Vogelnest, balancierten an den Kornhalmen herum und bissen aus purem Uebermut die Aehren ab, fraßen an halb­reifen Aepfeln und Birnen und versuchten die Jo­hannisbeeren im Garten. Kirschen brauchten wir schon gar nicht zu ernten, da waren sie ganz ver- festen drauf. Da fürchteten sie keine, noch so furcht­erregende Scheuche. Und wenn selbst einmal einer von ihnen abgeknallt wurde, so quittierten sie das mit verstärkter Räuberei. Hart setzte ihnen mitunter ein strenger Winter zu. Dann vergaßen sie gänzlich die Distanz zum Menschen. In ihrer Not mischten sie sich unter Meisen und Finken und nahmen ganz fein und artig das ihnen auf dem Hof gestreute Futter. Manch einsame Stunde im eingeschneiten Forsthaus ließ uns durch die Scheiben stumm Zwie­sprache halten mit den gefieberten Freunden draußen als den einzigen Lebewesen um uns; ließ uns auch erkennen, wie der Schöpfer im Geschöpf zu ehren ist.

P.

Rundfunkprogramm

Donnerstag, 27. Oktober.

6.30 Uhr: Gymnastik. Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.40: Kleine Ratschläge für Küche und' Haus. 10: Schulfunk. Volksliedsingen. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittags­konzert. 14: Nachrichten. 14.10: Komponisten der Gegenwart unterhalten uns. Heute: Ludwig Sdimib- feder. 15: Für unsere Kinder. Wir spielen ein Mär­chen von Grimm. 16: Nachmittagskonzert. 18: Aus Arbeit und Beruf. 1. Wehrdienst was wird aus ber Familie? 2. Wie arbeitet die Berufsberatung? 18.30: Kammermusik. 19.15: Tagesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 22: Nach­richten. 22.15: Unsere Kolonien. Kreuz und quer durch Südwest. 22.30: Volks- und Unterhaltungs­musik. 24: Nachtkonzert I. 2 bis 3: Nachtkonzert II,

i hatte, betreffe, so habe die Verhandlung ergeben, daß sie in ihren Aussagen nicht voll zuverlässig sei. ,Es sei wohl wahr, daß der Angeklagte in früherer Zeit gefehlt habe. Die Urteile wiesen aber aus, daß damals Hunger und Not den Angeklagten zu Dieb­stählen geführt hätten. Kem Zeuge habe in der Verhandlung bekunden können, daß der Ange, klagte unglaubwürdig sei. Der Gemeinderechner habe dem Angeklagten sogar bescheinigt, daß man chm vertrauen könne. Es läge auch nicht der ge­ringste Grund vor, der die Annahme rechtfertigen würde, der Angeklagte habe seine Aussage aus Fingern gesogen. Er beantragte Freisprechung Angeklagten.

Jffiie aus der heutigen Bekanntmachung ersichtlich, führt das Städtische Wohlfahrtsamt in Zukunft die Bezeichnung Sozialamt. Hierzu wird uns von der Stadtverwaltung geschrieben:

Die hier Dorgenommene Umbennnung einer städtischen Dienststelle ist mehr als eine interne Verwaltungsangelegenheit; sie soll darüber hinaus den grundlegenden Wandel der Zeiten versinnbild­lichen. Es verschwindet hier nicht ein Name oder ein Begriff, sondern eine in den Jahren vor der Machtübernahme nur zu bekannte Einrichtung, deren wesentliche Aufgabe darin bestand, von Woche zu Woche in schematischer Weise der dringendsten Not des ständig anwachsenden Heeres ausgesteuer­ter Erwerbsloser abzuhelfen.

Als nach der Machtübernahme in Verbindung mit der Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit der Aufbau auf allen Gebieten unseres Volkslebens ein­setzte, wurden' auch den Wohlfahrtsämtern durch die Gesetzgebung neue und große Aufgaben übertragen, und heute, nachdem die Arbeitslosigkeit restlos be­seitigt ist, stehen diese Aufgaben im Vordergrund her Tätigkeit der Wohlfahrtsämter. Eine kleine Auszählung möge dies verdeutlichen. An dieser Aufzählung, die nur die wesentlichen Aufgabenge­biete umreißen soll, wird ohne weiteres deutlich, daß der Einsatz der Wohlfahrtsämter zur Durchfüh­rung nationalsozialistischer Ausbau- und Aus- artungsgesetze grundverschieden ist von der Wohl­fahrtsarbeit der Systemzeit und mit dieser keinerlei inneren Zusammenhang mehr hat. Diesen Wandel hem Bewußtsein aller Volksgenossen nahezubrin- gen, legt das Wohlfahrtsamt den Namen, her jede innere Berechtigung verloren hat, nunmehr ab und ersteht neu als Sozialamt im Dritten Reich. Die Volksgenossen, die heute mit dieser Amtsstelle in Verbindung kommen, werden dadurch befreit von hem Bewußtsein, in irgend einen Zusarnm nhang mit den betrüblichen Erscheinungen und Einrich­tungen einer überwundenen Epoche gebracht zu werden. t

Das Sozialamt betreut Gruppen von hilfsbedürf­tigen Personen, die durch den Krieg und seine Folgeerscheinungen auf öffentliche Hilfe angewiesen sind. Es sind dies die Gruppen der Kriegsopfer, der inflationsgeschädigten Kleinrentner und der Sozial­rentner. In diesen Kreisen ist naturgemäß, und mit Recht, von jeher der Wunsch lebhaft, von der uur* sorge losgelöst zu sein und eine ihrer Eigenart und ihren berechtigten Ansprüchen Rechnung tragende