Gauleiter Sprenger spricht in Wien.
NSG. Außer In den sieben Versammlun- gen lm Gau Hessen-Nassau spricht Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger noch in sechs Wahlversammlungen in anderen Gauen, darunter zweimal in Oesterreich. Er spricht am 28. Wärz in Chemnitz, am 29. Wärz in Zwickau, am 2. und 3. April in Thüringen, am k April io 2UUn mrd am ö. April in Graß,
den Weg ins Reich seelisch wie materiell zu ebnen, das ist Wille des ganzen deutschen Volkes, das ist ein Wert tätiger Gemeinschaft, von dem niemand sich ausschließen will. Wie an jeden von uns früher oder später die Gelegenheit herantreten wird, sich österreichischen Brüdern als Bruder zu zeigen, so geschehe es freudigen Herzens aus dem Bekenntnis zum großdeutschen Gedanken, der Raum genug bietet für die kulturelle und volkstümliche Eigenart eines jeden deutschen Stammes und jede öde Gleichmacherei verachtet. Wie wenig das der Entschlossenheit zuwi'derläuft, mit der der Nationalsozialismus durch seine große weltanschauliche Idee das ganze deutsche Volk zu einem stählernen Block eines einzigen politischen Willens zusammenschweißte, das wird die Abstimmung des 10. April erneut beweisen.
Die Abstimmung des 10. April soll aber auch dem deutschen Volk Gelegenheit geben, nach sorgfältiger Ueberprüfung der Ergebnisse des ersten Jahrfünfts nationalsozialistischer Staatsführung, zu diesen Ergebnissen Stellung zu nehmen. Das kann niemandem schwerfallen, der sich etwa — um nur einen wichtigen Sektor des nationalsozialistischen Aufbauwerks herauszugreifen — die beispiellos steile Erfolgskurve nationalsozialistischer Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik — vor Augen führt an Hand von einigen der eindrucksvollsten Zahlen, die Reichsminister Dr. Goebbels in seiner ersten Berliner Wahlrede bekanntgegeben h»t. Man mache sich nur in aller Ruhe an Hand einiger besonders in die Augen springender Zahlen klar, was es bedeutet, wenn die Zahl der Beschäftigten in Deutschland von 11,5 Millionen im Jahre 1932/33 auf 19 Millionen im Jahre 1932/38 gestiegen ist und im Jahre 1937 über 16 Milliarden Jndustriearbeitsstunden, also 8,1 Milliarden» mehr als 1932, für die deutsche Volkswirtschaft geleistet worden sind. Das ist eine sehr eindrucksvolle Illustrierung des vom Führer uns immer wieder und immer wieder eingehäm- merten Grundsatzes der nationalsozialistischen Wirt- schafts- und Sozialpolitik, daß der Wert der geschaffenen Produktionsgüter den Lebensstandard eines Volkes bestimmt und man keine Mark aus» geben kann, für die nicht erst eine entsprechende Gütermenge erzeugt wurde. Wir sehen an unserem französischen Nachbarn, wenn wir die eigenen Jn- flationsnöte schon vergessen haben sollten, wie eine Volkswirtschaft auf den Hund kommt, in der ständig mehr ausgegeben als erarbeitet wird. Und wir sehen , dort auch, wie niemand, weder der Unternehmer, noch der Arbeiter oder der Angestellte, weder der Staat, noch der Beamte zu seinem Recht kommt in dem wahnsinnigen Kreislauf von Lohn- und Preiserhöhungen, der es nicht erlaubt, tatsächliche Werte zu schaffen als Grundlage einer realen Erhöhung des Lebensstandards.
In Deutschland dagegen wurden 1937 über 33 Milliarden Reichsmark mehr erarbeitet als im Jahre 1932. Das Volkseinkommen ist von 45,2 Milliarden RM. im Jahre 1932 auf 68 Milliarden RM. im Jahre 1937 gestiegen. Das hat sich natürlich auch auf den Reichshaushalt ausgewirkt. Einem Haushaltsabschluß von 6 Milliarden RM. im Jahre 1932/33 stehen dank der steigenden Einnahmen aus Besitz- und Verkehrssteuern trotz wesentlicher Steuererleichterungen und -senkungen im einzelnen fast 14 Milliarden RM. im Jahre 1937/38 gegenüber. Wie man sich vor der nattonalsozialisttschen Machtergreifung in Deutschland half, um die Staatsfinanzen mühselig über Wasser zu halten und sich auf alle mögliche Weise Geld zu verschaffen, zeigt allen denen, die es in unserer schnellebigen Zeit schon vergessen haben sollten, wiederum ein Blick nach Frankreich, wo ein Nachtragshaushalt den andern jagt und Zwischen- oder Ueberbrüdungs» kredite an der Tagesordnung sind, die schwebenden Schulden, also das Mißverhältnis zwischen Kassenbedarf und Kassenbestand, immer bedrohlicher anwachsen. Gesunde Staatsfinanzen sind nur der Spiegel einer gesunden Wirtschaftspolitik und diese schafft erst die Möglichkeiten einer gesunden Sozialpolitik. Dies Jneinandergreisen, im Frankreich der Volksfront sträflich mißachtet, hat der Nationalsozialismus in der Praxis sorgsam gepflegt und so wahrhaft die Wirtschaft in den Dienst des Volksganzen gestellt. Durch die Energie der nationalsozialistischen - Staatsführung mit ihren Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurde das große Schwungrad der deutschen Wirtschaft wieder in Bewegung gesetzt und mit der Wiedereingliederung von 6,5 Millionen zum Teil jahrelang Arbeitslosen in den Produktionsprozeß auch die Landwirtschaft und Konsumgüterindustrie in ungeahntem Ausmaß befruchtet. Nennen wir zur Erläuterung noch einige Zahlen aus dem umfangreichen Material, das Dr. Goebbels vor seinen Hörern ausbreitete: Der Verbrauch an Fleisch stieg von 42 Kilogramm im Jahre 1932 auf 46 Kilogramm im Jahre 1937 pro Kops der Bevölkerung, an Butter von 7,5 auf 8,9 Kilogramm, an Weizenmehl von 44,7 auf 55,4 und an Zucker von 20 auf 24 Kilogramm. Das sind Zahlen, die eine sehr klare Sprache sprechen.
Der Nationalsozialismus lehnt es ab, dem schaffenden deutschen Volksgenossen ein Zpkunftspara- oies oorzuaaukeln, das es auf dieser Erde nicht gibt. Nur durch unsere Arbeit schaffen wir unser Glück, das wird Reichsorganisattosleiter Dr. Ley nicht müde, uns einzuhämmern, aber mit Freude und Stolz sollen wir unsere Arbeit tun können, denn der deutsche Arbeiter ist der beste der Welt, und er steht dank der Tat des Führers hoch geachtet und als gleichwertiges Glied mitten in seinem Volk. Wie die Deutsche Arbeitsfront und ihre NS.» Gemeinschaft „Krafts durch Freude" den schäftenden deutschen Volksgenossen betreut, steht in der ganzen Welt ohne Beispiel da. Grade in diesen Tagen waren die Tripolis-Fahrt von 2000 deutschen Arbeitern und die erste Fahrt des ersten eigens für diese Zwecke gebauten Urlauberschiffes „Wilhelm Gustloft" sprechende Zeugen eines deutschen Sozialismus der Praxis. Auch das wollen wir uns vor- Augen halten, wenn wir am 10. April dem Führer unsere Stimme geben und damit zu unserem bescheidenen Teil den selbstverständlichen Dank sagen für die Befreiung unseres Vaterlandes aus Zerrissenheit, Not und Verzweiflung und die Begründung der deutschen Weltmacht, auf die gestützt die kühne Tat des 13. Mär§, die Wiedervereinigung Oesterreichs mit dem Reich zum neuen großen Deutschland gelingen konnte.
Dr. Fr. W. Lange.
Das befreite Oesterreich begrüßt Hermann Göring.
Oie Ostmark des Reiches bleibt deutsch in alle Zukunst.
3n Wels und Linz
Ueberall ein Sturm der Begeisterung um den Generalfeldmarschall.
Wels, 25. März. (DNB.) Pünktlich um 9 Uhr traf der Sonderzug mit dem M i n i st e r - Präsidenten Generalfeldmarschall Göring und seiner Begleitung auf dem von der Bevölkerung umlagerten Bahnhof von Wels ein. Der ßanoesleiter der NSDAP, in Oesterreich Staatsminister Klausner hieß den Ministerpräsidenten im Namen von Gauleiter Bürckel auf deutsch- österreichischem Boden herzlich willkommen. Dann fuhr der Ministerpräsident durch, ein endloses Spalier zum Hauptplatz. Ueberall herrschte eine Begeisterung, die in ihrer Herzlichkeit an die ersten Stunden des befreiten Oesterreichs erinnerte. Vor dem Rathaus wurde der Generalfeldmarschall von den Behörden der Stadt herzlich begrüßt. Er antwortete, immer wieder von Begeisterungsstürmen unterbrochen, daß es für ihn schwer gewesen sei, nicht schon vor 14 Tagen an der Seite des geliebten Führers in das befreite Oesterreich einziehen zu können. Er sagte: „Wir haben immer die Gewißheit und das tiefe Bewußtsein gehabt, daß der Führer uns von Gott gesandt ist, aber daß in einem solchen elementaren Ansturm die Fesseln fielen, das haben wohl wir alle nicht für möglich gehalten. In dieser Stunde des Glücks über allen Jubel hinaus hat jeder Deutsche die Pflicht zu beweisen, daß er mit ganzem Herzen einstehen will für die Heimkehr ins Reich. Die Welt soll sehen, daß die Ostmark des Reiches hundertprozentig adzu stimmen weiß. Wir wollen der Welt zeigen, daß die Deutschen alle Zeit bereit sind, ih r Wort dem Führer einzulöfe n."
Nach einem Besuch auf Schloß Lichtenegg bei Staatsminister Hueber und beim Fliegerhorst Wels begab sich der Ministerpräsident allein zum Friedhof von Leonding,wo er am Grabe der Eltern des Führers in stillem Gedenken verweilte. Dann fuhr der Generalfeldmarschall nach Linz, wo ihn ein ungeheurer Jubel der Bevölkerung begrüßte. Auch hier brachte er in einer kurzen Ansprache der Bevölkerung noch einmal das Geschehen der letzten Wochen nahe. „Ihr werdet beweisen", so sagte er, „daß d i e Ostmarkdeutsch war und deutsch ist und in alle Zukunft deutsch bleiben wird, daß von nun an alle deutschen Gaue ein unzertrennbares Ganzes sind. Wer es anpackt, trifft auf die gesammelte Kraft der geeinten Nation. Wenn ihr jetzt eure Söhne in die deutsche Wehrmacht schickt, bann sind wir uns bewußt, daß damit allerbeste Soldaten zu uns kommen. Unter den Getreuen des Führers muß feine engste Heimat tue treueste fein."
Die Fahrt donauabwatts.
Als Generalfeldmarschall Göring den Dampfer „Franz Schubert" betrat, ging am Mast d i e Marschallstandarte hoch. Gleichzeitig wurde am Bug die Reichskriegsflagge gehißt. An Bord richtete der Generalfeldmarschall eine kurze Ansprache an die anwesenden reichsdeutschen und österreichischen Wirtschaftsführer, in der er auf die Bedeutung der Besprechungen über die Ausdehnung des Vierjahresplanes auf Oesterreich, die an Bord des Schiffes geführt wurden, hinwies. Als sich das große weiße Donau» schift in Bewegung setzte, brachen die Menschen- massen an den Ufern noch einmal in einen Jubel- fturm ohne gleichen aus. Immer wieder klangen die Sieg-Heil-Rufe auf. Göring trat an die Reeling und grüßte mit d-em Marschallstab.
Die Szenerie am Ufer wechselte während der siebenstündigen Fahrt fast jede Minute. Ueberall brachte das Volk dem Generalfeldmarschall immer wieder Doationen dar. Auf Gerüsten und Kohlenhalden standen die Arbeiter in ihrer Arbeitskluft. Sie bildeten Sprechchöre und riefen laut den Jubel ihrer Herzen bis zum Schiff hinüber. Immer wieder die gleiche Begeisterung, das gleiche malerische Bild, wenn in allen Dörfern am User des Sttomes, in allen Städtchen die Schuljugend versammelt stand und mit flatternden Tüchern dem Generalfeldmarschall auf dem Schiffe zuwinkte.
So ging die Fahrt durch den Strudengau und durch die herrliche Wachau, in der bereits die Obstbäume blühen. Auf steilen Felsvorsprüngen winkten SA.-Männer mit riesengroßen Fahnen dem Schiff entgegen. Ueberall von den Berghöhen und vom Ufer klang die gleiche jubelnde Begeisterung zum Generalfeldmarschall hinüber. Die Dunkelheit brach herein, als das Schiff sich T u 11 näherte, das 34 Kilometer von Wien liegt. Beim Eintreffen wiederholen sich die begeisterten Kundgebungen der österreichischen Deutschen. Durch das ttlometerlange Spalier der SA. und der Bevölkerung nahm Hermann Göring seinen Weg unter dem sich immer wieder erneuernden Jubel oer Massen zum Bahnhof.
Die Besprechungen an Bord.
Stärkste Förderung
der österreichischen Wirtschaft.
Wien. 25. Wärz. (DNB.) Heber die an Bord des Dampfers „Franz Schubert" erfolgten B e - prechungen wird vom Reichswirtfchaftsminifter, der von Tulln aus sofort nach Wien weiterreiste, folgende Mitteilung ausgegeben:
3n den Besprechungen mit den österreichischen Wirtschaftsführern an Bord des Dampfers „Franz Schubert" lieh sich der Generalfeldmarfchall Hermann Göring zunächst eingehend über d i e Auswirkungen der letzten Maßnahmen zur Eingliederung der österreichischen Wirtschaft in das gesamtdeutsche Wirtschaftsgebiet berichten. Bei den weiteren Beratungen wurden alle Probleme der Einführung des Blerjah- resplanes in Oesterreich besprochen, die eine Steigerung der Produktion auf vielen Gebieten bringt. Der Generalfeldmarfchall ordnete an, daß vordringliche Maßnahmen zum Neuaufbau der österreichischen Wirtschaft, vor allem ihre Beteiligung am Wirtschaftsaufschwung im Reiche, sofort in Angriff genommen werden, hierzu trafen weitere Maßnahmen zur Förderung des Außenhandels und zur Unterstützung der Exportindustrie. Der Generalfeldmar- Uchall betraute einzelne Persönlichkeiten mit der
Durchführung der von ihm bestimmten Maßnahmen und ordnete an, daß ihm in kürzester Zeit über das Ergebnis berichtet werden soll.
Warum gerade Bauferndors?
Am 31. März spricht Hermann Göring in Mauterndorf. Lieber Leser, hast du schon etwas vom Mauterndorf gehört? Warum gerade in Mauterndorf? Das Lexikon sagt nur, daß das s a l z -
weis auf einen guten Gasthof. Ein wohlmeinender Freund flüstert uns mit überlegenem Lächeln einen guten Rat: „Sieh in dem Gritzbach-Buch über Hermann Göring nach!" und richtig, da finden wir's. Das Schloß Mauterndorf, ein herrlicher Besitz im österreichischen Lungau, wurde von einem Paten des Generalfeldmarschalls Hermann Göring als Ruheplatz für seine Kunststudien um die Jahrhundertwende erworben. Wir lesen weiter: „Der Zehnjährige (Hermann Göring) erlebt diese Reise, die ihn zum erstenmal von der Heimat durch österreichisches und deutsches Land führt, wie ein Erwachsener, Mauterndorf wird ihm zur
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zweiten Heimat. Bis zum Krieg verlebt er hier regelmäßig die großen Ferien, während die Eltern und Geschwister den ganzen Sommer dort zu Hause sind. In Mauterndorf erschließt sich dem ►jungen Hermann Göring eine Welt. Die Gewalt dieser herrlichen Natur nimmt dem Jungen vor Staunen und Bewunderung fast den Atem. Andächtig und ehrfürchtig steht der sonst so wilde Knabe in der Landschaft vor der Allgewalt des.Schöpfers." Dort, in Mauterndorf, erklärte der wilde Knabe seinen Eltern die unabänderliche Absicht, Soldat zu werden. „Und um seine soldatischen Eigenschaft- ten, Mut und Furchtlosigkeit zu beweisen, läßt er sich am gleichen Tage mit einem Seil, an das als Sitzunterlage ein Heusack gebunden ist, vom Burg-
bur gische Dorf Mauterndorf 915 Einwohner zählt, 1116 Meter über dem Meere an der Bahn Unzmark—Mauterndorf liegt und als Mineralbad und Sommerfrische ausgesucht wird. Auch unser Vorkriegs-Bädeker „Oesterreich-Ungarn" ist nicht viel aufschlußreicher, tröstet aber mit dem Hin
hof auf den 44 Meter hohen Schüttboden des höchsten Wehrturms der Burg hinaufwinden. Als es dafür Prügel setzt, zieht er aus dieser «völlig ungerechten Bestrafung' die Konsequenz und verschenkt seine Lateinbücher am folgenden Tage an Zigeuner, die vor der Burg lagern." — Und: Darum Mauterndorf!
Unter das „Ja" gehört Dein Kreuz!
Volksabstimmung und Großdeutscher Reichstag
Stimmzettel
VV Du wtt der am 13. Mrz 1938 vollzogenen
Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich tiDPCTtonöen und Mwmst Du für die Liste unseres Führer»
Adolf Hitler?
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Der Stimmzettel zur Volksabstimmung und zur Wahl des Großdeuftchen Reichstages am 10. April, der für Deutsche aus weißem, für Oesterreicher aus grünem Papier besteht. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Wie am 10. April abgestimmt wird.
Erläuterungen zur Volksabstimmung und Reichstagswahl.
Berlin, 25.März. Amtlich wird zur Erläuterung der Verordnung des Reichsministers des Innern über die Volksabstimmung und die Wahl noch folgendes mitgeteilt: An der Volksabstimmung und der Reichstagswahl nchmen alle r e i ch s - deutschen sowie alle österreichischen Stimmberechtigten teil.
1. Reichsdeutsche, die ihren Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt in Oesterreich haben, können vor den österreichischen Stimmbehörden ihre Stimme abgeben.
2. O e st e r r e i ch i s ch e Stimmberechtigte, die ihren Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt im bisherigen Reichsgebiet haben, können vor den reichsdeutschen StimmbeHörden ihre Stimme abgeben.
3. Reichsdeutsche, die sich am Wahltag in Oesterreich aufhalten, ohne dort ihren Wohnsitz oder ständigen Aufenthalt zu haben, also z. B. Reisende, können mit einem von der reichsdeutschen Heimatbehörde ausgestellten Stimmschein vor den österreichischen Stimmbehörden abstimmen.
4. Ebenso können österreichische Stimmberechtigte, die sich am Wahltag im bisherigen Reichsgebiet befinden, ohne dort ihren Wohnsitz ober ständigen Aufenthalt zu haben, vor den reichsdeutschen Stimmbehörden mit einem von der österreichischen Heimatbehörde ausgestellten Stimmschein absttmmen.
5. Der einzige Unterschied bei der Absttmmung der reichsdeutschen und der österreichischen Volksgenossen ist der, daß die Reichs
deutschen mit einem weißen Stimmzettel ab stimmen (auch wenn sie in Oesterreich abstimmen!) und daß die österreichischen Stimmberechtigten mit einem grünen Stimmzettel ab« stimmen (auch wenn sie im bisherigen Reichsgebiet absttmmen).
6. Der Zweck dieser verschiedenen Farbe der Stimmzettel ist folgender: Bei der Ermittlung des Ergebnisses der Abstimmung über den Anschluß werden die gesamten Ja-Stimmen auf grünem Stimmzettel zusammengezählt, so daß das Abstimmungsergebnis der österreichischen Stimmberechtigten klar vorliegt, ohne daß die Stimmen von reichsdeutschen Stimmberechtigten irgendwie darauf eingewirkt haben.
7. Wie weiter oben bekanntgegeben wird, können die östereichischen Volksgenossen im alten Reichsgebiet nicht in jedem Abstimmungslokal ihre Stimme abgeben, sondern nur in bestimmten, hierfür besonders vorgesehenen: In jedem einzelnen Stadtkreis und am Sitze jeder Land- Ereisoermaltung ist ein Abstimmungs- ra um vorgesehen, in welchem auch ^österreichische Stimmberechtigte ihre Stimme (grüner Stimmzettel) abgeben können. In Großstädten sind mehrere derartige Abstimmungsräume vorgesehen; außerdem kann auf einer größeren Zahl von Uebergangs- bahnhöfen des alten Reichsgebietes, die in der Tagespresse und auf den Bahnhöfen bekanntgegeben sind, der österreichische Stimmberechtigte seine Stimme abgeben.
veffen-Aaffail bekennt sich zur Vesreiungstat des Führers.
Sauleiter Sprenger eröffnet
NSG. Am Freitagabend eröffnete der Gauleiter in Dieburg die lange Reihe feiner Wahl- reden. Nahezu die gesamte Bevölkerung hatte sich eingefunben, um sich zu der großen geschichtlichen Tat des Führers, der Wieder» Vereinigung Deutsch-Oesterreichs mit dem Reiche, zu bekennen. Mit einem geschichtlichen Ueberblick über den großdeutschen Gedanken leitete der Gau- leiter seine Rede ein. Im besonderen erinnerte er in diesem Zusammenhang daran, daß in der Mitte des vorigen Jahrhunderts sich in Darmstadt ein Stimme erhob, die eine Zentralvertretung des Reiches forderte. Auch das Parlament der Pauls- kirche in Frankfurt a. M. fand hierbei feine Erwähnung. Aber die Macht gehörte zu jener Zeit yoch nicht tarn Bolt«, sondern einigen wenigen,
den Wahlkampf in Dieburg.
die sich für ihre Sonderinteressen einsetzten. Daher mußten alle Versuche zu einer Lösung scheitern. Und dennoch, so fuhr der Gauleiter fort, ist auch bie kleindeutsche Lösung Bismarcks als notwendiges Fundament für unser heutiges Großdeutschland zu werten. Bismarck hatte das Format zur Schaffung des großdeutschen Rei» ches, bie Zeit aber war noch nicht reft.
Der Gauleiter erinnerte bann an den Zusammenbruch des deutschen Volkes. Aus dem völkischen Verfall entwickelte der Gauleiter bann den Auf- ^ag des Führers. Die tieftte Erniedrigung unseres Volkes hatte den Einklang der Vervunft mit dem Herzen bei den besten Deutschen ausgelöft. Durch bie nationalsozialistische Idee, die etwas ganz Neues schuf, wurde der Weg «ms dem Chaos


