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Er. 48 vierter Blaff

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für OderMen)

26./27.gebruar W38

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Beim Kürschner am Arbeitstisch

sind. Kanada, Sibirien, Südafrika, Spanien, Ungarn

Die Felle werden nach der Fertigstellung gründlich durchgekämmt.

An der Spezial-Pelznähmaschine.

«ewist das, w°s Li-b-ch Uig gehalten, Lisbeth, Wie Sic plötzlich kronk wur, aum erhofft hätte, ;n der den, das war ganz große blasse. Wie Sie uener > überraschend. Sie neigte Ihren guten Ruf in der Vurgstraße «efa^den a

nm hpr aebeimnisvollen darauf verzichten, mir die Suppe Versätzen zu n und nlöbü» -rsta!^°Aber K°rh rch bin dach erst feit heute morgen

(Nachdruck verboten.)

27 Fortsetzung.

.Können Sie noch eine Se-

dieserStreifen muß selbstverständlich auch berücksichtigt werden, daß die Farben nicht durcheinander geraten und kein Haar dem Messer zum Opfer fällt. Das Wiederzufammennähen geschieht mit einer Spezial- maschine, die nach Art des Knopflochstiches die ein* zelnen Streifen wieder aneinanderbringt. Mit Hilfe einer Pinzette streicht die Näherin die Haare aus der Naht. Die Maschine arbeitet mit großer Ge­schwindigkeit und näht die Streifen fast schneller wieder zusammen, als sie der Meister auseinander­schnitt. Wenn mit der Hand genäht werden mußte, so würde diese Arbeit viele Stunden in Anspruch nehmen. Don der Haarseite her würde selbst ein

Der Kürschner beim Zuschneiden eines Fuchsselles.

(Ausnahmen |6J: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Es ist etwas Eigenartiges um die Stimmung in einem Kürschnerladen und um die halben Minuten des Wartens, bis der Meister aus seiner Werkstatt kommt. Rasch erstirbt der Klang der Glocke oder Klingel über der Ladentüre in der weichen Fülle der Pelze und Pelzkleidungsstücke, die offen oder hinter Glaswänden hängen. Ein feiner, weicher, unbe­stimmbarer Duft, der von den Pelzen ausgeht, er­füllt den Raum.

Die dunklen Farbtöne herrschen vor. In unendlich feinen Abstufungen findet man alle Tonwerte vorn Braunrot des Fuchses bis zum tiefen Blauschwarz. Erst allmählich und nach der Gewöhnung an das Licht m Raum vermag man der Gewöhnung an das zu erkennen. Die Gedanken schweifen hier leicht in die Ferne ab, in jene Länder unseres Erdballes, in denen jene Tiere leben, deren Felle wunderbar

Der Sealkragen vervollständigt den repräsentablen Mantel.

usw., das sind so jene Länder, aus denen heute i Felle kommen, über die große Felldörse London oder über den großen deutschen und europäischen i Rauchwaren Umschlagplaß Leipzig. 3m Kürschner- i laden, auch in den Geschäften unserer Gießener : Kürschner, trifft sich dann die internationale^Gesell- ! schäft von Silber, und Blaufuchs, von Bisam, Ka- i rakul und Persianer, von Waschbär, Iltis, Marder, i von Skunks, Seal, Biber und Kaninchen.

Kaninchen rangiert gegenwärtig sogar in erster Linie. Der weitaus größte Teil der in Deutschland verarbeiteten Felle stammt von Kaninchen verschie­denster Rassen. Die Beredelungsmethoden sind un- gemein verfeinert worden und es ist heute möglich, fast jegliches Tierfell aus Kanin zu imitieren. Wer möchte vermuten, daß für so manches wunder­bar gezeichnete Leopardcnfell das Kaninchen das Ausgangsmaterial gab?

Interessant dann, den Kürschnermeister selbst zu hören, der aus reichem Wissen und ebenso reicher Erfahrung von der Art und der Herkunft der Felle erzählt, die in großer Mannigfaltigkeit in seinem Laden vereinigt sind. Er zeigte uns wunderbar zarte kleine Breitschwanzfelle von nur wenige Stun­den alten Lämmern und fein gelockte Persianer- Felle von Lämmern, die nur einige Tage das/ Licht des Tages blicken durften. lief, versinkt die Hand in das weiche und ungemein dichte Winterkleid des ka­nadischen Silberfuchses, der in großzügiger Farm­wirtschaft (aber doch in völliger Freiheit) in kaltem Klima auf kleinen Inseln gehalten und ausschließ­lich mit Fischen ernährt wird. Glänzende Fohlen und schöne Pferdefelle sind durch die Rauchwaren- indUstrie der Pelzmode zugänglich geworden. Noch manches Wissenswerte wäre an Hand der Dinge zu erfahren, die in einem Kürschnerladen vorzufinden sind. Verständlich, daß in Pelzen große Werte fest­gelegt werden müssen. Die Anfertigung eines Breit­schwanzmantels könnte für einen Kürschner, allein um die dazu nötigen Felle anzuschaffen, einen Ka- - pitalaufwand von 3000 Mark notwendig machen.

Solche Ereignisse ^sind aber selten. Es gibt ja auch viele andere Möglichkeiten, unter erheblich geringe- i ren Geldaufwänden zu schönen und repräsentablen i Pelzkleidungsstücken zu kommen.

Folgt man nun dem Kürschnermeister in seine > Werkstatt, so kann man an Hand der sachkundigen > Erklärungen weiter eindringen in ein handwerkliches i Fachgebiet, das naturgemäß in seiner Technik nicht i so volkstümlich sein kann, wie die Tätigkeit des ' Schreiners, des Schneiders, des Schlossers usw.

Für die Herstellung eines Pelzlleidungsstückes ist das A und O die Sortierung der Felle,

Mit einer Klopfmaschine werden die Felle gereinigt und geläutert^^^^^

vom andern, wenn oft auch nur in Feinheiten, verschieden. Der Fach­mann überprüft also nun zunächst auf Farbe auf Haardichte und auf Zeich­nung, denn das Klei­dungsstück darf nach sei­ner Fertigstellung nicht erkennen lassen, ob es aus einem oder aus dreißig Fellen zusammev- gesetzt ist. Unauffällig muß sich also ein Fell an das andere fügen. Im Grenzfall kann man sich vvrstellen, daß es nicht leicht sein kann, aus Maul- wurfsfellen einen Mantel anzufertigen. Weist doch

jegliches Fell auf der

Rückenlinie (demKratzen", sagt der Kinlchner) eine andere Farbe und Haardichte auf, wie an den Seiten. Um diesen Ucbergang von einem Fell zum andern so unauffällig wie möglich zu machen, wer­den die 5elle meist auch nicht in gerader Linie, sondern in Zacken oder in vielfach geschwungener Linie geschnitten. Bevor die einzelnen Felle aber zugeschnitten werden, müssen sie angefeuchtet und gespannt werden, so daß sie sich bei der Verarbei­tung nicht mehr länger ziehen und dadurch die Gesamtform beeinträchtigen können.

Wenn es sich darum handelt, ein Kleidungsstück aus teurem Material anzufertigen, bann wird es erst ganz aus Leinen an- gefertigt, genau angepaßt und dann erst in Pelz ausgeführt. Schnittver­luste aus Aenderungen müssen des teuren Mate­rials wegen vermieden werden. Alle schlechten Stellen im Fell, seien sie durch Krankheit des Tie­res, durch Riß aber Biß (im Kampf mit anderen i Tieren) entstanden, fallen . schonungslos unter das t Messer. Dann erst wird i zusammengenäht, und auf Watte und Futter ge­arbeitet. In diesem Sta­dium der Arbeit ähnelt die Tätigkeit des Kiirsch- ners der des Schneiders. In sorgfältiger Arbeit wachsen so Mäntel und Jacken heran.

in festen Händen!" ...

Formell - ja, ich wußte es aber natürlich von vornherein, daß du spätestens heute morgen in festen Händen sein würdest."

Frechdachs!" sagte Lisbeth,was soll Frau Macher von mir denken, wenn sie hort, wie eilig wir es gehabt haben." .

Als Frau Macher kam, stellte Viereck ihr se ne Braut vor. Die kleine Frau schloß Lisbeth wortlos in die Arme und schüttelte Viereck kraft.g dieHand. .Ich hab's gewußt", sagte sie schließlich.Vis ich Herrn Viereck hier bei der Arbeit sah, sagte ich zu meinem Mann der oder keiner holt sich unsere

Ein Alaska-Fuchs in '®eit. Das Futter wird ei

^^Si^ sollten wirklich ein Heiratsbüro aufmachen, Frau Macher!" sagte Lisbeth lachend ..

Ich mache es eben zu! Meine diesbezüglichen Aufgaben sind endgültig erfüllt!"

*

Als Viereck einige Zeit darauf am Klingelknopf der Grunewaldvillä drückte, war ihm doch etwas unbehaglich zumute. Er wollte lieber alle Tage em sprödes Mädchen erobern als em einziges Mal e ne alte Justizrätin bekehren. Aber man ließ ihm> keine Zeit zum Uebedegen. Er hatte dem Stubenmädchen kaum seinen Namen genannt und bmzugefugt, er käme in der Angelegenheit Macher, als auch die Iustizrätin schon wie das heilige Donnerwetter an- qebraust kam und ihn anschrie: ..Es ist höchste Zeit, daß Sie kommen! Seit drei Tagen laßt mein Sohn nichts von sich hören! Ist das eine Art?

Viereck verbeugte sich.Es ist allerdings keine Art gnädige Frau. Wenn Sie aber die große Liebenswürdigkeit haben werden mich anzuhoren, hoffe ich, Ihnen alles erklären zu können.

Die Iustizrätin strafte ihn mit einem Blick des Unwillens, dann schritt sie voraus und Viereck nahm Qn daß er ihr folgen müsse.

'Ich hoffe", sagte sie,es ist nichts Unangenehmes, was Sie mir zu berichten haben!"

Dor dieser Drohung wäre selbst em Leichenbitter zurückgeschreckt und hätte anstatt zum Begräbnis zu einer Taufe geladen. Viereck begann mit dem

geschäftlichen Teil und zählte die bisherigen Erfolge auf, wobei er es vermied, das WörtchenIch" zu gebrauchen.Die Gläubiger wurden durch eine in Aussicht gestellte Zahlung von zwanzig Prozent ihrer Scheinforderungen befriedigt Herr Bukofzer, an den Patente und Modell verpfändet waren, hat die Pfänder freigegeben, als ihm nachgewiesen wurde, daß ihm alle anderen Wege, zu Geld zu ge­langen, versperrt sind. Für sein Wohlverhalten wurde ihm eine Gewinnbeteiligung von drei Pro. zent in Aussicht gestellt. Insgesamt ist mit einer Be­lüftung von rund 12 000 Mark zu rechnen, die aber erst im Fall eines Gewinnes fühlbar wird. Dem­gegenüber steht ein Barkapital von 20 000 Mark. Das reicht zur Vollendung des Modells. Herr Professor Hauschild vom Dampfkesselverein zeigt seit der vollzogenen Bereinigung der Patentlage wieder überraschendes Interesse..."

Hier unterbrach ihn die Iustizrätin.Davon ver­stehe ich nichts", sagte sie,ich höre immerfort 20 000 Mark Barkapital. Hat denn mein Sohn all das zuwege gebracht, ohne das Kapital anzutasten?

Ihr Herr Sohn kam gar nicht dazu, das Kapital anzutasten", sagte Viereck diplomatisch,eben weil es gelang, mit den Gläubigern eine so günstige Ver­einbarung zu treffen, vor allem aber die Gläubiger gegeneinander auszuspielen." ,

Sieh da, mein Sohn", lächelte die Iustizrätin geschmeichelt,wer hätte das von ihm gedacht.. .1 Und was sagt Fräulein Lenz dazu?"

Fräulein Lenz ist überaus glücklich."

Die Iustizrätin strahlte gewissermaßen in sich selbst hinein.Haben Sie den Eindruck, daß auch mein Sohn glücklich ist ich meine, ob ihn seine Arbeit befriedigt?"

Ich zweifle nicht daran, daß ihn seine gegen­wärtige Arbeit sehr befriedigt, ja man kann dar- über hinaus sagen, daß er sich für den glücklichsten Menschen der Welt hält."

Die Iustizrätin schwamm in Seligkeit und sie gab Viereck etwas davon in Form eines wohlwollenden Blickes ab. Dann sagte sie:Sie Jinb wohl ein neuer Angestellter meines Sohnes?"

Ja, das heißt, genau genommen, der Firma Macher."

Natürlich genau genommen. Und wie kam man gerade auf einen so tüchtigen Mitarbeiter?"

(Fortjetzung folgt.)

Als Lisbeth erwachte, hatten dieWürgern gerade den musikalischen ^ohepmi' -ercn ^rid Ti-

finfome erheitert, und da das qet[ungen hatte, riUieren schon durch lhre Traume germng meinte sie, das ungewohnte Z 1 unqcroöi)n: weckt Aber ihre Uhr zeig mer aufr|d)tctC/ cmp° liche Stunde, und als sie sich I 8» ^i äe(>re ln der fand sie ein schmerzhaftes ) l ) ^QYQn erinnern, Magengegend, und sie mußte s ) aU9gefaUen daß ihr Abendessen metea tot«« «9 1°Uqge der

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feri-fl, da n «Sf dem Feniter-

J*£{ aWtmÄ. »er der WUche Duft heißen Kaffees entströmt-

Ja es ist schade, daß wir beide so !ch"ckliche Theoretiker sind", sagte Stelling und holte Aktenbündel aus dem Schrank,sonst »Dacn Sonst?" Carla spannte einen neuen Bog

an bie Stelle ber Theorie treten (offen tonn.

Aber es gibt noch an­deres zu tun! Der Pelz­kragen, die Pelzrnan- schette, der umgehängte Pelz, der Muff, die Pelz­mütze all das gehört in den Bereich des Kürsch­nerhandwerks. In diesem Zusammenhang verdient der besonderen Erwäh­nung, daß der geschickte Kürschner einen Kunst­griff anwendet, mit dessen Hilfe er z. B. ein Fuchs- feil um 15 bis 20 Zenti­meter verlängern kann, da das Fell unseres hei­mischen Fuchses selten stir einen Pelzumhang aus­reicht. Zum Zwecke dieser Verlängerung wird das Fell systematisch in spitz zulaufende Streifen ge­schnitten, die Streifen der Länge nach auf jeweils einige Zentimeter aus» einandergerückt und dann alles wieder zusammen- genäht. Beim Schneiden

Die Mädchen ans der Dnrsflraße

Vornan von Hilde K Lest.

Diese Gabe war' nun j, .

sich vielleicht noch im Traum erhofft hatte, -n Der | Wirklichkeit kam sie jedoch überraschend. Sie neigte sich aus dem Fenster. ... *" TV1"""" Gabenguelle nachzuspüren, und plötzlich erstarrte ihr das Blut in den Adern: Neben dem vorsprin­genden Mansardenfenster saß auf dem glatten, steilen Strohdach Karl Viereck und hatte die Beine gegen ein Stangenholz gestemmt, das der Befesti­gung der Strohauflage diente.

Wie kommen Sie hierher?" rief Lisbeth

Er legte den Finger an den Mund und. flu|terte. Fragen Sie lieber, wie ich ein Tablett mit Zwei Käseglocken hinüberbalanciert habe!"

Gehen Sie sofort zuruck! befahl Lisbeth.

Gehen ist fliA", flüsterte er wollen Sic mir bitte sagen, wie, nachdem mitten im schönsten Kaffeeservieren das verdammte Stangenho z ent- zMeigebrochen ist, das von meinem Fenster so'chon zu Ihrem führte? Immerhin ich Hoffe, daß dieser letzte Rest noch eine Weile hält Es ist verantwor­tungslos oon Dntel Peetz, so schlechtes Material zu verwenden ..." Lisbeth erblaßte.

künde aushcmen?" .

Ich gewiß. Und wenn eie dem Holz gut ou- reöen, tut es Ihnen auch den Gefallen.

Lisbeth war noch nie m Ihrem Leben so schnell in die Kleider geschlüpft. Nun

dem Fenster und half ihm aufs Fensterbrett. ,2lber nicht weiter!" sagte sie übriaen -

Danke, das genügt sa auch Im ubr gin mein Kompliment. Sie sind in jeder Hmncht ein ßs

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Herr Ober, S^ftärtt stnd.

3d; bontc. U l ba Auseinonberlctznno von

! gestern <Zb fortfetjen. Sie hoben fich mustert

präpariert, gefärbt oder ungefärbt hier vereinigt die dafür verwendet wei>

*' v ~ ....... " i den sollen. Jedes Fell ist