Ausgabe 
24.11.1938
 
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Nacht

Wirtschaft

Aus -er engeren Heimat

Im Auftrage des Reichsanstalt für ältere Ge­richte sprach dann Studienrat Dr. Glöckner. Er

haftem Interesses

)( Ruppertsburg, 22. Nov. Aus unserer Ortsgruppe, bestehend aus den Dörfern Rup­pertsburg und Gonterskirchen, konnten zusammen 2 3 3 Zentner Kartoffeln für )as Winterhilfswerk auf dem hiesigen Bahn­hof verladen werden. Davon lieferten die Bauers-, teilte aus Ruppertsburg 143, die aus Gonterskirchen 90 Zentner. Wie wichtig die Anlegung v o n Leimringen an den Ob ft bäumen ist, kann man in unserer Gemarkung jetzt deutlich sehen. Der Frostspanner tritt so stark auf, daß die Kleb- gürtel über und über voll hängen. Besonders star­ker Befall ist bei den Bäumen zu bemerken, die auf Rainen, Tristen und in Grasgärten stehen. Ein schlimmer Sturm, wie er hier seit langer Zeit nicht beobachtet wurde, wütete in der " auf Dienstag und richtete an Dächern und

Arbeit am Volke.

Kreisversammlung des NG.-Lehrerbundes

der Kreisfachgruppe der Ausstellungsgeflügelzüchter mußte in letzter Stunde wegen der Maul- und Klauenseuche verboten werden. Der Lollarer Geflügel- und Brieftaubenzuchtverein rechnet damit, daß er im kommenden Jahre die Ausstellung für die Kreisgruppe Gießen wieder übernehmen kann.

I Lollar, 22. Nov. In derGermania" fand ein Vortrag überDeutsche Vorgeschichte" statt. Der Besuch der Veranstaltung hätte allerdings besser sein dürfen. Der orkanartige Sturm, der in der vergangenen Nacht hier wütete, hat besonders in den Gärten außerhcüb des Ortes Schaden angerichtet. In der Adölf- Hitler-Straße wurde einer der schönen Lindenbäume entwurzelt.

O Kesselbach, 22. Nov. Am vorigen Sonn­tag konnte unser ältester Einwohner, der Küfer- meister und Landwirt, Altveteran von 1870/71 Wil­helm Becker IV. bei guter Gesundheit seinen 9 0. Geburtstag feiern. Ueberaus zahlreich waren die Glückwünsche und Geschenke, die aus der Gemeinde und auch von auswärts bei dem Jubilar eingingen. Vertreter erschienen von Partei, Ge­meinde, Spar- und Vorschußkasse und der Krieger­kameradschaft bei dem Jubilar. Von den vielen Gra­tulanten seien noch besonders erwähnt der Kyff- häuserbund, der Landes- und Kreisverband. Ein Glückwunschtelegramm sandte u. a. auch der Sohn seines ehemaligen Hauptmanns Reh, mit dem er in der 1. Batterie des Feldartillerie-Rgts. 25 Darm­stadt den Feldzug 1870/71 gegen Frankreich mit­machte, Regierungsbaurat Reh in Berlin. Diese Familie hat noch keinen Geburtstag des alten Herrn vergessen, ein sichtbarer Beweis echter Kamerad­schaft. Don den 6 Kindern, die der Ehe Entsprossen, sind noch 3 Söhne am Leben, die mit 11 Enkeln und 16 Urenkeln dem hochbetagten Vater ihre Glück­wünsche überbrachten und eine schöne Familienfeier damit verbanden. Möge dem Jubilar noch ein wei­terer schöner Lebensabend beschieden sein.

5 Albach, 24. Nov. Am heutigen Tage kann Frau Anna Maria Katharina Arnold, geb. Schäfer, Ehefrau des Karl Arnold, Landwirt, in bester Gesundheit ihren 7 0. Geburtstag feiern. Die Eheleute Arnold, die im 48. Jahre ihrer Ehe leben, haben im Weltkriege ihren jüngsten Sohn verloren.

- Lang-Göns, 23. Nov. Im letzten Kircken- jahr starben in unserer Gemeinde 28 Personen. Das ist eine unverhältnismäßig hohe Zahl. Im vorletzten Kirchenjahre waren es nur 11. Im Durchsämitt der letzten Jahre erhalten wir die Zahl 14 bis 15. Lang- Göns hat rund 2000 Einwohner, und die Sterblich­keitsziffer erreicht die Zahl der Geburten.

A Eberstadt, 23.Nov. Die hiesige Dämpf- kolonne, die im Vorjahre von der Bezugs- und Absatzgenossenschast angeschafst wurde, ist jetzt wie­der in voller iätigfeit. Zahlreiche Silos, die alle neu errichtet wurden, sind schon gefüllt; aber die meisten müssen noch geraume Zeit warten, geht doch die moderne Kolonne mit ihrem Leiter, dem Land­wirt Balser, hier fast von Haus zu Haus, wenn ihr auch im vergangenen Jabre norfi mancher ab­lehnend gegenüberstand. Die Silos fassen im Durch­schnitt 60 bis 200 Zentner. In unserem Dorfe berrscht gegenwärtig eine Masernepidemie. Viele Kinder müssen der Schule fernbleiben. Auch , bei kleineren Kindern tritt die Krankheit stark auf. In der Nacht zum Dienstag tobte über unserem Dorfe ein orkanartiger Sturm, der meh- ; rere Stunden anhielt und vielerorts. Schaden anrich­tete. Auf manchen Dächern wurden ganze Reihen Ziegel abgedeckt, offenstehende Fenster zersplitterten im Nu, die Bäume erlitten großen Schaden dadurch, [ daß besonders an älteren Bäumen große Aeste ab- i geknickt wurden.

t <-^> Langsdorf, 23. Nov. Auf Veranlassung : der NS. -Frauenschaft wurde im hiesigen t Rathause durch Fraulein Harter von der bauer» i lichen Werkschule ein gut besuchter Vortrag über die - gemeinschaftliche Verwendung moderner Geräte im - bäuerlichen Haushalt gehalten. Es handelte sich um i Dosenverschlußmaschinen bei den Hausschlachtungen, die sich als notwendig erwiesen haben, da der länd- > liche Haushalt in den letzten Jahren immer mehr i zur Konservierung der Fleischvorräte in Blechdosen

Kriegerehrenmal in Krofdorf-Gleiberg \ im Bau.

I

(D Krofdorf, 23. Nov. Was lange währt, \ tDtrb eriblid) gut Das kann man wohl von dem ; Krofdorf-Gleiberger Krie gerehrenmal, das nunmehr seiner baulichen Vollendung entgegengeht, , sagen, nachdem fast zwanzig Jahre lang durch die Art der dörflichen Verhältnisse der Plan einer Er­richtung nicyt verwirklicht werden konnte. Um so wehr Anerkennung gebührt der heutigen Gemeinde- Verwaltung, die im Verein mit einem aus Kriegs- ; teilnehmem gebildeten Denkmalausschuß mit Tat- , kraft planmäßig und zielbewußt die Lösung des , Projektes vorwärtstrieb. Das frische, wagemutige Anpacken fand die Unterstützung der Dorfgemein­schaft, die gern ihr Opfer in Form von Geldspen­den brachte, während zugleich die Gemeinde das Risiko des Baues übernahm. Eingehende Erörterun­gen erforderte die Platzfrage. Von den ins Auge gefaßten Plätzen wählte man den richtigsten, näm­lich den an der Krofdorf-Gleiberger Straße auf dem alten Friedhof. Am Ausgang Krofdorfs nach Glei­berg erweitert sich die Straße platzmäßig nach Osten über eine ausgefüllte, einst übel aussehende Hohl mit unmittelbarem Anschluß an den seit 1911 nicht mehr im Gebrauch befindlichen Friedhof. Auf dessen ältesten, nördlichen Teil, und zwar in der vorderen Hälfte, auf dem sich in dichtem Buschwerk nur noch wenig Grabsteine befanden, kam nach Säuberung des Platzes der Bau zu stehen. Dieser, im weiten Rund von einer Mauer eingefaßt, weist eine Höhe von 5,50 Meter auf und ist aus Bruch­steinmauerwerk aufgeführt, mit einer nach der Straße zu eingelassenen Nische zur Aufnahme einer über­lebensgroßen Kriegerfigur, deren Herstellung zur Zeit dem bekannten einheimischen Bildhauer Bour- carde obliegt. In der Umgebung des Denk- malbaueß, den Maurermeister K. Drescher von hier ausführt, sind Auffüllungsarbeiten notig. Man trägt zu diesem Zweck den schräg nach Süden an- steiqenden Friedhofsteil um einen halben Meter ab, wobei die dort befindlichen Grabsteine entfernt werden aber in pietätvoller Reihenanordnung Er­innerungsplätze an der oberen Heckenelnzaunung erhalten. Wenn dann später der große Platz im Gewände einer ansprechenden Parkanlage erscheint, dürste Krofdorf-Gleiberg eine würdige Gedenkstätte für die im Weltkrieg gefallenen Heldensohne besitzen, die in ihrer künstlerisch einwandfreien Form federn Einheimischen und Fremden gefallen rmrd. Das Dorfbild erfährt eine großartige Verschönerung welche die Verbundenheit von Mensch zu Mensch im Dorfe und die Liebe zur Heimat bekräftigt.

Dom Auio tödlich überfahren.

* Alsfeld, 23. Nov. Auf der Landstraße zwischen Alsfeld und Brauerschwend ereignete sich am Dienstagnachmittag ein Unglücksfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der bei Der Bahn beschäftigte Arbeiter Dotzert aus Romrod, der sich auf dem Wege zum Bahnhof Renzendorf befand, um nach Hause zu fahren, wurde von einem Auto, das aus der Richtung Lauterbach kam, erfaßt und heftig zu Boden geschleu­dert. Der Verunglückte erlitt dabei schwere Ver­letzungen, die seine sofortige Ueberführung in das Kreiskrankenhaus nach Alsfeld notwendig machten. Leider erlag der bedauernswerte Mann während des Transportes seinen Verletzungen. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt.

Landkreis Gießen.

£ Wieseck, 25. Nov. Weißbindermeister Karl Deibel, Karlstraße, wird morgen 70 I ah re alt. Herr Deibel befindet sich bei bester Gesundheit und geht noch täglich seinem Beruf nach. Er ent­stammt einer alten Weißbinderfamilie und betreibt selbst seit dem Tode seines Vaters mu jein em Bruder fein Weißbindergeschäft, lieber vier Jahr­zehnte ist er Leser seines Heimatblattes, des Gie­ßener Anzeigers. Dom Jubilar unseren herzlichen Glückwunsch.

Lollar, 23. Nov. Die für Samstag und Sonntag vorgesehene Kreisgeflügelschau

schichte sprach dann Studienrat Dr.

forderte zur Mitarbeit auf" dem Gebiete des Volks­tums und der Geschichte auf und regte insbesondere die Förderung des heimatlichen Schrifttums an. Er erinnerte an die Arbeit des Oberhessischen Ge­schichtsvereins, der mit seinenMitteilungen" wert­volles geschichtliches Material veröffentliche.

Der Kreissachbearbeiter für Sippenforschung, Leh­rer Döh n, erinnerte an die Ablieferung der Ahnen­tafeln und gab außerdem praktische Hinweise für die sippenkundliche Arbeit.

Sodann sprach Kreisschulrat N e b e l i n g über die großen politischen Ereignisse der jüngsten Ver- gangenheit. Er forderte auf, sich stets der großen Aufgaben im Dienste des großdeutschen Vaterlandes und der Dankesschuld gegenüber dem Führer be­

worben war piit dem Bestreben, wurzelechtes Volks­tum zu erhalten, zu fördern und im Volksbewußt- sein zu vertiefen. Der Redner kennzeichnete weiter die in der Folgezeit, insbesondere in der liberalisti- schen Zeit, aufgetretenen Mißverständnisse und Miß­deutungen, denen die Volkskunde ausgesetzt gewesen sei. Dabei sei auch mancher Wissenschaftler, der nicht wahrhafte und tiefe Volksverbundenheit in sich fühlte, auf falsche Bahnen geraten.

Die Dolkskundearbeit genieße im Dritten Reich alle Beachtung. Es fei eine Reichsarbeitsgemeinschaft für deutsche Volkskunde gegründet worden, deren erste Reichstagung in Braunschweig unter dem Wort Das germanische Erbe in der deutschen Doltskul- tur" gestanden habe. Die Arbeit dieser Reichs­arbeitsgemeinschaft werde sich bald in Schule und Partei auswirken. In seinen weiteren Darlegungen beschäftigte sich der Redner mit der Stellungnahme der Religionsgemeinschaften zur Dolkstumsarbeit, der jene bis 1933 völlig fremd gegenüberstanden. Nun aber glaube man, der völkischen Bearbei­tung der Volkskunde vorgreifen zu müssen* und be­mühe sich darum, die volkskundlichen Erscheinungen ausschließlich als nach dem Christentum hin orien­tiert darzustellen. Hier schilderte der Redner anhand zahlreicher Druckschriften die Bemühungen, insbe­sondere der Katholischen Aktion, Volkstumswerte ursächlich germanischer Art in den Dienst der eige­nen Sache zu stellen. Diese Bemühung gehe sogar so weit, die nationalen Feiertage des Dritten Reiches in ihrer Gestaltung beeinflussen zu wollen. Die evangelische Kirche glaube mit einerArbeitsgemein­schaft für religiöse Volkskunde" ihrer Sache dienen zu können.

Schulrat Nebeling

beschloß die Versammlung mit dem Hinweis, daß es dem Führer gelungen fei, dem Volke den Glauben an die eigene Kraft und die eigene Art wiederzu­geben. Der Kampf um die Erkenntnis des eigenen Volkstums gehe weiter. Das Volk dürfe nie wieder auseinandergerissen werden. Hier mitzuhelfen habe der Erzieher als' große Aufgabe vor sich, er müsse praktische Volkskunde treiben, völkische Gemeinschaft erleben, Volkgut bewahren, Dolksart lebendig erhal­ten helfen und kommenden Generationen weiter­geben. So sei die Arbeit des Erziehers Arbeit am Volke.

sprca ftunvcu Der xttum.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Sninstagnach- mittag geschloffen.

übergegangen ist. Empfohlen wurde ferner die ge­meinsame Beschaffung von Kalkspritzen für Bäume und Stallungen. Auch über die Verwendung' von Mostbereitungsgeräten wurde Auskunft gegeben. Eine Anzahl der empfohlenen Geräte wurde so­gleich bestellt. Endlich wurde die Einrichtung einer gemeinschaftlichen Waschanlage in den Kreis der Beratungen gezogen. Der von Ortsbauernführer Bender geleitete Vortragsabend begegnete leb-

Oer Arbeitseinsatz

in den Wirtschaftszweigen.

Eine für die Lenkung des Arbeitseinsatzes wich­tige Aufgabe der im Juni d. I. bei den Arbeits­ämtern Lurchgeführten Erhebung über die arbeits­buchpflichtigen Personen bestand darin, ein Bild davon zu geben, wie sich die beschäfttgten Arbeiter und Angestellten auf die einzelnen Wirtschaftszweige verteilen. Am Stichtag der Erhebung standen ins­gesamt 20,7 Millionen Arbeiter und Angestellte in arbeitsbuchpflichtiger Beschäftigung, davon 14,2 Mil­lionen Männer und 6,5 Millionen Frauen.

In der Wirtschaftsabteilung Land- und Forst wirtschaft" betrug die Zahl der be­schäftigten Arbeiter und Angestellten 2 164 000; dar­unter befanden sich 1386 000 Männer und 778 000 Frauen. In der Wirtschaftsgruppe:Landwirtschaft, Gärtnerei, Tierzucht" allein waren 1981 000 und in der Wirtschaftsgruppe:Forstwirtschaft, Fischerei" 183 000 Arbeiter und Angestellte tätig.

In der Industrie und im Handwerk wurden 11,8 Millionen Arbeiter und Angestellte ge­zählt, davon 9,4 Millionen Männer und 2,4 Mil­lionen Frauen. Diese Wirtschaftsabteilung ist die weitaus größte; sie umfaßt 57 v. H. aller beschäf­tigten Arbeiter und Angestellten, während es 1933 nur 49 v. H. waren. Von den einzelnen Wirtschafts­gruppen der Industrie und des Handwerks ist zu­nächst die Eisen- und Metallindustrie von besonde­rem Interesse. Insgesamt gehören zur Eisen- und Metallgewinnung und -Verarbeitung, einschließlich der elektrotechnischen, feinmechanischen und optischen Industrie, 3 740 000 Arbeiter und Angestellte; das sind 31 v. H. der in der Industrie und im Hand­werk überhaupt vorhandenen Arbeitsbuchpf sichtigen. Der weitaus bedeutendste Zweig der Eisenindustrie ist der Maschinen-, Kessel-, Apparate- und Fahr­zeugbau mit 1612 000 Beschäftigten. An nächster Stelle hinter der Metallindustrie folgt das Bauge­werbe und Baunebengewerbe, das am Stichtag der Erhebung, im Juli 1938, 2 071 000 Arbeiter und Angeftellte beschäftigte. Die Millionengrenze über­schreitet sonst nur noch die Textilindustrie mit einer Beschäftigungsziffer von 1026 000. Im Bergbau waren insgesamt 713 000 Arbeiter und Angestellte tätig; davon entfällt der größte Teil auf den Stein­kohlenbergbau mit 519 000 Beschäftigten. Rohstoff­mäßig eng mit dem Bergbau verbunden ist die Chemische Industrie, die 453 000 Beschäftigte auf­weist. Als bedeutsame Industrien und Handwerks­zweige sind weiter zu erwähnen das Nahrungs- pnd Genußmittelgewerbe (953 000 beschäftigte Arbeiter und Angestellte), das Bekleidungsgewerbe (675 000), die Industrie der Steine und Erden (632 000) und das Holz- und Schnitzstoffgewerbe (623 000).

Im Handel und Verkehr sind nach der Ar­beitsbucherhebung 3 469 000 Arbeiter und Ange­stellte tätig. Diese Wirtschaftsabteilung umfaßt so­mit ziemlich genau ein Sechstel aller beschäftigten Arbeitsbuchpfsichtigen; ihr Anteil an der Gesamt­zahl der Arbeiter und Angestellten ist etwas ge­ringer als 1933. Von den in Der Wirtschaftsabtei­lungHandel und Verkehr" Tätigen wird etwas mehr als die Hälfte durch den eigentlichen Handel (Groß- und Einzelhandel, Verlagsgewerbe, Ver­mittlung und Auskunft) und durch die Hilfsgewerbe des Handels (Spedition, Markt- und Messewesen) in Anspruch genommen; insgesamt entfallen auf diese Wirtschaftszweige 1 794 000 Arbeiter und Ange­stellte. Weitere 356 000 Arbeitsbuchinhaber, und 'war ganz überwiegend Angestellte, sind im Bank-, Börsen- und Versicherungswesen tätig. Sehr groß ist die orbeitseinsatzmäßige Bedeutung des Verkehrs­wesens. In den da-u aehörenden Wirtschaftszweigen wurden nahem 1 Million Arbeiter und Angestellte ausgezählt; Dabei ift zu berücksichtigen, daß hie Be- satzunaen her Seeschiffe her Arbeitsbuchpflicht nicht unterliegen und deswegen bei der Erhebung nicht erfaßt werden konnten.

Die vierte Wirtschaftsabteilung führt hie Be­zeichnungOeffentlicher Dienst und pri- oate Dienstleiftunge n". Sie umfaßt außer her öffentlichen Verwaltung jeglicher Art has Bil- hungswesen, Die soziale Fürsorge, dos Gesundheits­wesen und die im kulturellen Leben (Theater, Musik usw.) Beschäftigten. In der genannten Wirtschafts­abteilung sind insgesamt 1,8 Millionen Arbeiter und Angestellte tätig.

Es bleibt noch die WirtschaftsabteilungHäus­liche Dienste", Die in her Hauvtsache ein Be­tätigungsfeld her Frauen ist. In dieser Wirtschafts­abteilung wurden 1 426 000 Frauen und nur 12 000 Männer ausgezählt.

Rbein-Maimscke Börse.

Alillagsbörse weiter befestigt.

Fra.nkfurt a. M., 23. Nov. Die Erholung der Aktienkurse machte auch heute weitere Fortschritte. Während Abgaben kaum mehr erfolg­ten, hat sich die Rückkaufsneigung etwas verstärkt, zumal weitere Meinungskäufe der Kundschaft vor- genomnien wurden. Im ganzen gesehen blieb das Geschäft aber noch klein, nur einzelne Spezialpapiere verzeichneten zeitweise etwas mehr Umsatz. Die durchschnittlichen Befestigungen stellten sich im An­schluß an die Abendbörse auf 1 bis 1.50 v H. Aus- gesprochen fest tendierten Rheinstahl mit 131,75 (129), Bemberg mit 133,25 (131), Zellstoff Aschaf­fenburg mit 113,50 (111,75) und Westdeutsche Kauf­hof Mit 103,25 (101,50). Von Den Spitzenwerten i erhöhten sich Verein. Stähl aus 104,75 (103,25),

In der Turnhalle der neuen Pestalozzischule fan­den sich am gestrigen Mittwochnachmittag die Er­zieher der Stadt und des Kreises Gießen zu einer Kreisversammlung des NSLB. ein.

Kreisschulrat Nebeling eröffnete hie Versamm­lung mit einigen geschäftlichen Mitteilungen unb wies auf die Notwendigkeit Der Behandlung des ThemasLuftschutz" hin.

Hoesch auf 114,50 (113,50), IG. Farben auf 144,75 (144,25) und AEG. auf 114,50 (113,50). Maschinen, werte tarnen Überwiegend bis 1 v. H. höher an. Auch nach Den ersten Kursen blieb Die Haltung freundlich. Während Mannesmann nach unverändert 104 auf 104,90 anstiegen, bröckelten Verein. Stahl um 0,40 v. H. auf 104,40 ab.

Der Rentenmarkt lag still. Es bestand weiterhin etwas Angebot. Bei Pfandbriefen wurde es zu unveränderten Kursen ausgenommen, Kasseler Goldpfandbriete jedoch 0,25 v. H. schwächer mit 100. ReichsanleiheMltbesitz weiter abbröckelnd auf 130,30 (130,40), ebenso gingen im Freiverkehr Kommunal- Umschuldung auf 92,95 (93) und 4 w H. Renten- bank-Ablösung auf 90 (90,25) zurück. Industrie- Obligationen schwächten sich meist 0,25 bis 0,50 v. H., Farben-Bonds 0,75 v. H. auf 119,13 ab. Von Stadt­anleihen ermäßigten sich 4,50 v. H. Hanau auf 96,75 (97,50), 4,50 v. H. Heidelberg auf 97 (97,50) und 4,50 v. H. Mannheim von 26 aus 98 (98,25). Ligui- dationspfandbriefe gingen z. T. 0,13 v. H. zurück. Unverändert blieben Staatsanleihen.

Abendbörse Aktien weiter fest.

Die Abendbörse brachte eine weitere Befestigung her Aktienkurse, Die nicht fetten über-1 vH. be­trugen. Der lebhaften Kaufneigung, für die man zuversichtliche Betrachtungen hinsichtlich her außen­politischen Lage anführte, stand nicht das entspre­chende Angebot gegenüber. Die Umsätze waren daher ziemlich beschränkt und erreichten nur vereinzelt leb- hafteres Ausmaß. Färben-Industrie waren ohne Umsatz 2 v. H. höher gesucht mit 148. lieber den Durchschnitt von 0,50 bis 1 v. H. hinaus erhöht waren ferner MAN. mit 136,65 (134,75), Demag mit 145,50 (144), Licht und Kraft mit 137,50 (136), Rheinmetall mit 133 (131,75), Junghans mit 99 (97,75) und Mannesmann mit 106 bis 106,50 (105,13) sowie Hoesch mit 116,25 (116). Außerdem tarnen u. a. Verein. Stahl bei etwas mehr Umsatz mit 105,75 bis 106 (105,25), Rheinstahl mit 133 (132,50), Aschaffenburger Zellstoff Mit 115,50 (114,50), Bemberg mit 134 (133,50), Eßlinger Ma­schinen mit 109 (108), Gesfürel mit 133 (132), Metallgesellschaft mit 118,50 (118), VDM. mit 175 (174,50) unh Westdeutsche Kaufhof mit 104,50 (104) zur Notiz. Bankaktien notierten je 0,25 v. H. höher.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 23. Nov. Es notierten (Ge­treide je Tonne, alles übrige je 100 Kilogramm) in Mark: Weizen W9 202, WH 204, W12 205, W 13 206, W 16 209, W 18 211, W 19 213, W 20 215, Roggen R 11 187, R 12 188, R 14 190, R15 191, R 16 193, R 17 194, R 18 195, R19 197 Groß­handelspreise her Mühlen der genannten Preis­gebiete. Futtergerfte, Futterhafer. Weizenmehl Type 812 W13 29,35, W16 29,35, W 18 29,35, W 19 29,35, W 20 (Kreis Alzey) 29,35, W 20 (Kreis Worms) 29,70 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Für Weizenmehl Type 812 mit Beimischung von Mais- backmehl liegen die Preise 30 Pf. unter den Notie- . rungen. Roggenmehl Type 997 R12 22,45, R1-5 22,80, R 16 22,95, R 18 23,30, R 19 23,50 plus 50 Pf. Frachtausgleich. Weizenfuttermehl 13,60. Wei­zenkleie W 13 10,75, W 16 10,90, W 18 11,00, W 19 11,10, W 20 11,20' Mühlenfestpreis ad Mühlen- station. Roggenfuttermehl R19 12,50, Roggenvoll­kleie R19 11,00. Roggenkleie R 12 9,95, R 15 10,15, R 16 10,25, R 18 10,40, R 19 10,50 Mühl en festp reis ab Mühlenstation. Treber. Wiesenheu, handels­üblich, gesund, trocken 5,00, Wiesenheu, gut, ge­sund, trocken 5,80 bis 6,00, Kleeheu, gut, gesund, trocken 7,00 bis 7,50, Weizenstroh, binhfahenge- preßt oder gebündelt 2,80, Roggenstroh, do. 3,00, Hafer- und Gerstenstroh do. 2,60 bis 2,70 Erzeuger­preis ab Erzeuger-Verladestation. Tendenz: ruhig.

Sranffurlr- Schlachtviehmarkl.

Frankfurt a. M 24. Nov. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Dorauftrieb: 1341 Rinder (198 Ochsen, 108 Bullen, 767 Kühe, 268 Färsen), 253 Kälber, 148 Hämmel, 130 Schafe, 292 Schweine. Es kosteten: Ochsen 36 bis 46,50 Mark, Bullen 35,50 bis 44,50, Kühe 20 bis 44,50, Färsen 34 bis 45,50, Kälber 35 bis 65, Hammel 30 bis 52, Schafe 20 bis 42, Schweine 50 bis 59 Mark-. Marktverlauf: Rinder, Kälber, Schweine zugeteilt; Hümmel und Schafe mittelmäßig.

Rundfunkprogramm

Freitag, 25. November.

6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nach­richten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Froher Klang zur Werkpause. 9.30: Nachrichten. 9.40: Mutter turnt und spielt mit dem Kind: Heisa, heut' ist Schützen­fest. 10: Schulfunk: Rohstoff Wasser! Eine Hörfolge. 10.30: Augen auf! Eine Landschule treibt praktische Verkehrserziehung. 11.45: Ruf ins Land. 12: Mit­tagskonzert. 13: Nachrichten. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dramatische Höhepunkte in Puccini-Opern. 15: Kleines Konzert. 16: Nachmit­tagskonzert. 18: Sport der Woche und für den Sonntag. 18.10:Dos größte Fürstengrab in Mit­teleuropa." Eine Entdeckung aus Der Hallstattzeit. 18.30: Italienische Unterhaltungsmusik. 19.15: Ta­gesspiegel. 19.30: Der fröhliche Lautsprecher. 20: Nachrichten. 20.15: Abendkonzert. 21:Die Schuld"- Ein Hörspiel. 22: Nachrichten. 22.15: Bücher, von denen man spricht. 22.30: Tanz und Unterhaltung. 24 bis 2: Nachtkonzert T. 2 bis 3: Nachtkonzert Ö.

Hauswänden erheblichen Schaden an. Die Windstöße waren so heftig, daß Die Häuser wie bei einem Erdbeben zitterten.

Kreis Alsfeld.

. Homberg, 22. Nov. In den vergan­genen beiden Wochen hat der SA.-Sturm 15/ 2 5 4 in Homberg, in Ober- und Nieder-Ofleiden, in Gonterskirchen und in Haarhausen altes Eisen gesammelt, insbesondere auch in Den Steinbrüchen unbrauchbar gewordene Rollwagen und Eisenterle zusammengettagen. Insgesamt ^wur­den 300 Zentner Alteisen gesammelt und nach Frankfurt a. M. verladen. Der Sturm, der in her Nacht zum Dienstag über die Landschaft brauste, hat auch in unserer Stadt einigen Scha­den angerichtet. Es wurden Bäume entwurzelt, Aeste abgerissen, von vielen Dächern wurden Zie­gel gelöst und auf die Straße geworfen. Auch m der Lichtleitung wurde durch den Sturm einiger Schaden angerichtet.

Kreis Bübingen.

| Gedern, 22. Nov. Im Saale des Bergwirts- Hauses fand die zweite Veranstaltung Der diesjäh­rigen Kulturvorträge statt. Dr. Gerber aus Frankfurt sprach über verschiedene Gegenwarts­fragen. Der geräumige Saal war wieder vollbesetzt.

mußt zu fein.

Zur Bereicherung der Tagung sangen unter Lei­tung von Rektor Bender Mädchen und Knaben der Volksschule Watzenborn-Steinberg einige vater­ländische Lieder, die starken Beifall fanden. Einige Gedichtvorträge bedeuteten schöne Abwechslung.

Im Mittelpunkt der Kreisversammlung stand ein Dortrag von

©r. Rieck, Frankfurt a. M.

über Das ThemaDie deutsche Volkskunde im Weltanschauungskampf unserer Zeit". Der Redner sprach davon, wie die deutsche Volkskunde die Grundlage für vielerlei Schulungs­arbeit in Partei *unh Schule bedeute. Aufgabe und Ziel Der Volkskunde sei es, Wesen und Art unseres Volkes in den vielerlei Erscheinungsformen zu er­fassen. Es gelte, arteigene Kräfte zur vollen Entfal­tung zu bringen. In seinen weiteren Darlegungen erläuterte er im einzelnen die Volkskunde, wie sie in der Vergangenheit erstmalig durch Möser, Ernst Moritz Arndt, Friedrich Ludwig Jahn, tfe Brüder Grimm und F. W. Riehl gepflegt