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Zwei Sudelendeutsche am Vorlage der Wahl

die Opfer lschechischer Soldateska

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Krofta hat sich noch am Sonntagoormittag bei dem deutschen Gesandten Eisenlohr entschuldigt, bevor noch der deutsche Gesandte von diesem un­liebsamen Zwischenfall informiert war.

Einberufung eines Jahrganges.

Prag, 21. Mai. (DNB.) Amtlich wird mitge­teilt:Der Minister für nationale Verteidigung hat gemäß den diesbezüglichen Bestimmungen des Wehrgesetzes die Zustimmung der Regierung, einen Jahrgang der Reserve und E r - satzreservisten, ergänzt durch Angehörige der Spezialtruppen, zu einer außerordentlichen Hebung e i n b e r u f e n. Den Grund zu dieser Maß­nahme bildet die Notwendigkeit, die Reservisten i n

kendeulsche Partei, ein wahrhaft glän­zendes Ergebnis angesichts der herrschenden schwierigen Lage. Es bedeutet dies gegenüber den in diesen Gemeinden bei btn Parlaments­wahlen im Jahre 1935 für die Sudelendeutsche Partei gezählten 58 221 Stimmen einen wei­teren Zuwachs von nicht weniger als 44,5 v. h. In den erwähnten 33 deut­schen Gemeinden wurden außerdem noch 4266 kommunistische und 17 892 tschechische TNinder- heitsstimmen gezählt. Es ist ein Beweis, daß dos Gebiet trotz aller Tschechisierungsversuche deutsch geblieben ist. Die Wahl ist aber auch ein stolzer Beweis für die Volkstreue der Sudetendeutschett, die gewiß in der Weltöffent­

lichkeit ihr gebührendes Echo finden wird.

Aus zahlreichen Gemeinden des sudetendeutschen Gebietes liegen jetzt Wahlergebnisse vor, die über­einstimmend das Bild eines eindrucksvollen Wahl­erfolgs der Sudetendeutschen Partei, zeigen. In vielen Fällen hat die' Sudelendeutsche Liste -sogar mehr als 90 v. S). aller abgegebenen Stimmen auf sich vereinigt, in anderen Gemeinden wurde über­haupt nur eine, deutsche Liste aufgestellt. In der Stadt Bad König Lwarth bei Eger z. B. er­hielten bie Sudetendeutsche Partei 1149 Stimmen, die Kommunisten 45 und die tschechische Wahlliste 69 Stimmen. Auf die Sudetendeutsche Partei ent­fielen 22 Mandats, auf die Kommunisten und die Tschechen je ein Gemeinderatsmandat. Die Sudeten­deutsche Partei erhielt 91 d.S). aller a b ge - ge denen Stimmen. Bei dtzn letzten PattO- mentswahlen hatte die Sudetendeutsche Partei 821 Stimmen auf sich vereinigt. In Z w o d a u (Bezirk Falkenau) wurden von 2764 Wahlberechtigten 2761 Stimmen abgegeben. Davon waren zwei ungültig. Die Sudetendeutsche Partei erhielt von den abge-

Zwischenfälle hlnzuweisen und gleichzeitig der tschechoslowakischen Regierung zu bedeuten, weiter an einer umfassenden Regelung zu arbeiten."

In London hält man am Sonntag die Gefahr einer weiteren Verschärfung der Lage in der Tsche­choslowakei zunächst für gebannt. Die Sensations­presse versucht allerdings ihr Geschäftsinteresse zu wahren, indem sie Meldungen zweifelhaften Wer­tes in entsprechender Aufmachung wiedergibt. Hin­gegen ist der Ton der seriöseren Presse nach wie vor überaus zurückhaltend. So bewahrt derOb- server" bei der Beurteilung der Lage größte Ruhe, gibt keine Alarmnachrichten wieder und bemerkt in einem kurzen Kommentar:Der wirklich dunkle Punkt in der tschechoslowakischen Frage ist und bleibt das Bündnis Prags mit Moskau". Das Ver­dienst am Abbiegen einerKrisengefahr ersten Ran­ges" wird in erster Linie auf die Disziplin zu­rückgeführt, die die Sudetendeutschen zei­gen. Während dieSunday Times" sich in einem ziemlich angriffslustigen Ton gefällt und zu ver- * stehen gibt, daß sie weder das sudentendeutsche Pro­blem noch die einwandfreie Schuld des tschechoslo­wakischen Systems an der Zuspitzung der gegenwär­tigen Lage begriffen hat, istSunday Expreß" we­sentlich zurückhaltender.Dieser Streit geht uns nichts an", schreibt das Blatt.Wir sind nicht gewillt, die Grenzen der Tschechoslowakei zu ver­teidigen. Wir sind auch nicht gewillt, der tschecho-

der Gegenfrage, warum so weitgehende Maß­nahmen getroffen werden, da doch in keinem Orte auch nur bet Schein einer Re­volte de-s Sudetend^utschtums erweckt oder von der Regierung und den zivilen Behörden .behauptet worden ist. Es wurde vielmehr aus freien Stücken wiederholt anerkannt, daß das Sudeten­deutschtum Disziplin und Ordnung ge­halten hat. Wenn anderseits die ausländische Presse aus Prag darüber informiert wird, daß die Regierung zu allem bereit sei, um die innerpolitische Beruhigung herbeizuführen, jedoch die Sudeten­deutsche Partei das Verlangen nach Erfüllung von Voraussetzungen stelle, die erst Gegenstand von Ver­handlungen sein könnten, so ist demgegenüber fest­zuhalten, daß das gesamte Sudetendeutschtum den Standpunkt vertritt, daß in der Tat Voraus­setzungen geschaffen werden müssen. Diese allgemeine Ueberzeugung des Sudelendeutschtums ist in den zwölfjährigen Erfahrungen w o h l b e g r ü n d e t, die der deutscheAktivismus^ machen mußte und die ihn dazu gebracht haben, in feiner Gesamtheit einer tschechischen Koa­lition Platz zu machen, die heule die ganze Verantworlung für den Staat und für die gegenwärtigen Entscheidungen zu tragen hat. Verhandlungen erscheinen daher der deutschen Bevölkerung zwecklos, solange nicht von der Regierung eine Atmosphäre geschaffen wird, die eine vernünftige und dauernde Klärung gestattet. Der Politische Ausschuß stellt gleichzeitig fest, daß die Vorkommnisse der letzten zwei Tage Zweifel darüber aufkommen lassen, ob die Schaffung einer solchen Atmosphäre noch von gewissen tschechischen Kreisen g e w ü n sch t wird."

Trotz dieser ungeheuren Provokation bewahrte die deutsche Bevölkerung Ruhe. Die Leitung der Sude­tendeutschen Partei in Asch durfte schließlich ihre Ordnerschaften auf die Straße schicken, wodurch die Ruhe bewahrt werden konnte. Die Mannschaf­ten der Sudetendeutschen Partei lösten schließlich auch dieRote Wehr" im Sicherheitsdienst bei den lebenswichtigen Objekten ab, da die Behörden cm- sahen, daß diese Provokationen unerträglich geworden waren. Im Ganzen gesehen ergibt sich augenblicklich im Egerland das Bild, daß eine durch nichts begründete Älarmmaßnahme einen zum Zerreißen gespannten Zu st and ge­schaffen hat. Damit ist der Beweis geliefert, daß die Exekutive aus psychologischen Gründen nicht m der Lage ist, die Ruhe und Ordnung zu garantie­ren, während die sudetendeutsche Bevölkerung und die Sudetendeutsche Partei jede Gewähr für die Aufrechterhaltung der Rühe leisten können.

Während des ganzen Samstags war die Lage m den Städten Eger und Asch außerotdentlich ge= spannt. Zu der staatlichen Exekutive gesellte sich schwer bewaffnet dieNationale Garde der Tschechen. In Asch übernahm sogar dieRote Wehr (die Kampfformation der Marxisten) auf Auf­forderung der Behörden mit den Sicher­heitsdienst. Schließlich kam es soweit, daß, Kom­munisten in Zivil mit tschechischem Militäv zusammen in dem Walde zwischen Asch und Eger patroullierten. Es wurden sogar einige Komunisten militärisch eingekleidet.

Erneute Dorstettungen Englands und Frankreichs in Prag.

L o n d o n, 22. 7Nai. (DRV.) Wie von unter- richteler Seite mitgeteilt wird, find in Fortsetzung der Versuche, eine Entspannung der gegenwärtigen Lage herbeizuführen, in Prag dringende Vor­stellungen sowohl von der britischen wie von der französischen Regierung unabhängig vonemander erhoben worden, um eine friedliche Regelung dec sudetendeutschen Frage zu erreichen.

Gonntags-Kabinettsrat in London.

Dringende Empfehlung in Prag, weitere Zwischenfälle zu vermeiden und um­fassende Regelung vorzubereiten.

Pilsen zuständig ist.

Amtliche Feststellungen."

Scharfer fudetcndeutscher Protest gegen Verfälschung der Tatsachen.

Prag, 21. Mai. (DNB.) Amtlich wird ge­meldet:Am 21. Mai 1938 kam es auf der von Eger auf den Goldberg führenden Straße in den frühen Morgenstunden zu einem bedauernswerten Ereignis, bei dem zwei Personen durch ihr eigenes Verschulden ums Leben kamen. Auf dieser Straße fuhr ein mit zwei Männern besetztes Motorrad. Beide Führer, in denen später der Land-, wirt Georg Hofmann, geboren 1892 in Fonsau, politischer Bezirk Eger, dorthin zuständig, und Nikolaus Böhm, geboren 1894 m Ober-Lohma,

Ohne Klärung der Atmosphäre Verhandlungen zwecklos

Oie tschechischen Alarmmaßnahmen gänzlich unbegründet.

Die Wat von Gger.

präg, 21. Mai. (DJIB.) Samstag, um 3.30 Uhr früh, fuhren auf einem INotorrad die beiden Land­wirte, der 25jährige Nikolaus Böhm aus Ober­lohma und Georg Hofmann aus Fonfau, von Eger heimkehrend nach Franzensbad. In der Nähe der G r e n z j ä g e r k a f e r n e in Eger, wo schon seit längerer Zeit mit Gewehren bewaffnete Staatspolizei postiert war, fiel plötzlich ein Schuh, und die beiden Land­wirte stürzten vom Rade. Hofmann war sogleich tot, Böhm wurde in den Bauch ge­troffen und schwer verletzt mehrere Vieler über den Erdboden in die Kaserne geschleift. Auf seine Hilferufe eilten die Bewohner der benachbarten Häuser auf die Straße und wollten ihm zu Hilfe kommen. Sie wurden aber zurückgetrieben und ihnen bedeutet, daß sie die Häuser nicht zu verlassen hätten. Er st nach dreiviertel Stunden wurde Böhm in das Krankenhaus von Eger geschafft, wo er aber trotz sofort vorgenommener Operation in den frühen Vlorgenstunden ver­starb. Vor seinem Tode tonnte er noch über den Hergang des Vorfalles berichten, woraus hervor- geht, daß beide vollkommen ahnungslos niedergefchoffen worden find.

Um 5.30 Uhr früh erschien der Abgeordnete der Sudetendeutschen Partei Dr. K ö l l n e r am Tat­ort der mit Hilfe von Augenzeugen den genauen Sachverhalt feststellte und folgenden Bericht er­stattete Der schwerverletzte Nikolaus Böhm gab bei vollem Bewußtsein nach seiner Einlieferung in das Eger Krankenhaus um 4.15 Uhr folgenden Bericht: Hofmann und ich fuhren auf dem Motorrade Hof­manns' die Franzensbader Straße in der Richtung auf den Goldberg in einem mäßigen Tempo. Wie wir an -die Grenzjägerkaferne kamen, fiel plötzlich ein Schuß, und wir beide stürzten vom Rade. Ich habe weder einen Polizeimann ge- Zehen, noch irgendein Warnungs- fignal oder einen Ruf vernommen. Ich fühlte mich verletzt und rief um Hilfe und bat

gebenen Stimmen 2127 (23 Mandate), die Tschechen 320 Stimmen (4 Mandate), die Kommunisten 114 Stimmen (ein Mandat), die Sozialdemokraten 200 Stimmen (2 Mandate). Auch hier erhielt die Sude­tendeutschen Partei 91,5 v. H. der sudetendeutschen Stimmen.

An Ergebnissen in der Tschechoslowakei liegen weiter vor: Brüx: SDP. mit 106.71 Stimmen (26 Mandate) 94,9 v. H. der deutschen Stimmen, Deut­sche Sozialdemokraten 572 Stimmen (1 Mandat), Kommunisten 716 (2 Mandate), Tschechen 4985 (12 Mandate), Juden 374 (1 Mandat). Dux zeigte gegenüber den früheren Ergebnissen einen starken Linksruck, doch wurde die SDP. mit 3669 Stimmen (16 Mandate) die stärkste Partei und vereinigte 87 v. H. der deutschen Stimmen aus sich. Die Deutschen Sozialdemokraten erhielten 549 Stimmen (2), Kommunisten 713 (3), Tschechen 3449 (15 Mandate). Aussig: Für die Sudeten­deutsche Partei 19 847 Stimmen (29 Mandate), d. h. 8 7 v. H. aller deutschen Stimmen, sur die Sozialdemokraten 3032 Stimmen 4 Mandate, für die Kommunisten 1338 Stimmen (2 Mandate), für die Tschechen 4464 Stimmen (6 Mandate) und für die Juden 588 Stimmen (1 Mandat). Böhmisch - Leipa: 9056 gültige Stimmen, 6247 Stimmen entfielen auf die Sudetendeutsche Partei gegenüber den Parlamentswahlen mit 5576 (25 Mandate), also 9 4 v. H. aller gültigen deutschen Stimmen; auf die Sozialdemo­kraten 386 Stimmen (1 Mandat), auf die Kommu­nisten 389 (2 Mandate), auf die tschechischen Par­teien 1986 (8 Mandate). Ketschen a. d. Elbe: 8851 gültige Stimmen, 6704 entfielen auf die Sudetendeutsche Partei (28 Mandate), also 91 v. H. der deutschen Stimmen, auf die Sozialdemokraten 671 (2 Mandate), auf die tschechischen Parteien 1476 (6 Mandate).

um Wasser." .

Wie Abgeordneter Dr. Köllner durch Umfrage bei den Einwohnern der umliegenden Häuser fest­stellen konnte, sind die Rufe Böhms gehört worden, und man versuchte, dem Manne zu helfen. Die Polizisten trieben jedoch die Ein­wohner in die Häuser zurück und forderten sie auf, die Fenster zu schlichen. Der schwerverletzte Bohm und der auf der Stelle tote Hofmann wurden in die Grenzjägerkaserne gebracht. Die Wache reinigte die Straße vom Blut. Böhm wurde um 4.15 Uhr, also 45 Minuten nach dem Vorfall, in das Eger Krankenhaus eingeliefert und sofort vom Primarius Dr. Kmente und Dr. Sorger operiert. Die Operation blieb erfolglos. Böhm starb ungefähr dreiviertel Stunden später. Der P o l i - ze'ichef Dr. Jäckel erklärte bei der Vorsprache des Abgeordneten Dr. Köllner diesem und dem Schwa­ger des getöteten Hofmann, Zartner, daß in der Nacht das Verlassen des Stadtgebietes durch Fähr- ' zeuge verboten gewesen war und daß aus die­sem Grunde der Polizist instruktionsgemäß gehandelt Hütt?. Hierzu ist festzustellen, daß die Bevölkerung in keiner Weise auf ein aufmerksam gemacht

Tschechische Exekutive vertiert die Heroen.

Völlig unbegründeter Alarm im Egerland.Hole Wehr-' in Asch einge­setzt. - Sudetendeutsche bewahrten Disziplin.

Sudetendeutsche Abgeordnete erneut bei Hodza.

Prag, 23. Mai. (DNB.) Das Presseamt der Sudetendeutschen Partei teilt mit:Der Politische . Ausschuß der Hauptleitung der SDP. setzte auch am Sonntag seine Arbeiten fort und nahm die Berichte der einzelnen Parteiamtswalter aus > allen Gebieten entgegen. Das Bild, das sich auf Grund dieser Berichte ergibt, läßt keinen Zweifel darüber, daß die Aufklärung und Begründung der Vorgänge der letzten Tage, wie sie der Ministerpräsident und der amtlich^ Bericht am Vortage gegeben hat, in keiner Weise a u s r e i ch t, um die aus dem deutschen Siedlungsgebiet mitgeteilten Maßnahmen im Rahmen der geltenden Gesetze als begründet erscheinen zu lassen. Es fehlen wesentliche gesetzmäßige Handlungen der Re­gierung und des Staatspräsidenten, die den getrbffenen Maßnahmen und dell tatsäch­lichen Vorgängen vorausgehen müßten. In einer Vorsprache der Abgeordneten Frank, Kundt und Neuwirth wurde an Hand konkreter Tatsachen dafür der Beweis geführt. Ministerpräsi­dent Hodza verwies darauf, daß er gewisse mit­geteilte Tatsachen überprüfen lassen werde, und gab zur Entwicklung der letzten Tage der Hoff­nung Ausdruck, daß in Kürze eine Aenderung ein­treten könne.

Angesichts der Nachrichten aus der sudetendeut- schen Heimat muß der Politische Ausschuß darauf beharren, daß im sudetendeutschen Gebiet bereits ein Zustand eingetreten ist. der weder durch Leug­nung der Tatsachen, noch durch Beschuldigungen als normaler Verfassungszustand bezeichnet werden kann. Wenn im Auslande behauptet wird, daß das Sudetendeutfchtum die Schuld an den heutigen Wahnahmen trage, dann hat jedermann das Recht

politischer Bezirk Eger, dorthin zuständig, festgestellt wurden, wurden durch Handaufheb'en und wieder­holte Rufe eines Polizeiwachtrnannes in tschechischer und deutscher Sprache aufgefordert, stehen zu blei­ben. Dieser Aufforderung schenkten sie kein Gehör, verlangsamten die Fahrt nicht und fuhren im Ge­genteil mit dem Motorrade direkt auf den Polizei­wachtmann zu, so daß dieser zur Seite springen mußte, um nicht überfahren zu werden. Deshalb gab der Wachtmann aus seinem Gewehr einen Schuß ab, wobei er von der rechten Seite auf das Vorderrad des Motorrades zielte, um den Reifen zu beschädigen und so die Weiterfayrt unmöglich zu machen. Das Projektil traf jedoch beide Fahrer, da die Straße an dieser Stelle beträcht­lich ansteigt. Beiden .Verletzten wurde in der in der Nähe befindlichen Kaserne die erste Hilfe zuteil, wo einer der beiden kurz darauf verschied. Der an­dere, der in das Egerer Krankenhaus übergeführt wurde, ist gleichfalls bald nach seiner Einlieferung gestorben. In der Angelegenheit wurde die aller- strengste Untersuchung eingeleitet und auch die Strafanzeige erstattet." *

Das Presseamt der Sudetendeutschen Partei teilt mit:

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wurde. Es ist wohl schwer, anzunehmen, daß em geübter Schütze auf eine Entfernung von 15 bis 20 Schritt aus dem Militärgewehr die Brust des Fahrers absichtlich treffen konnte. Nach Meinung des Polizeichefs Dr. Jockel handelte der schießende Polizist in seiner Funktion als Posten der Staats­verteidigungswache, so daß für die gerichtliche Ver­handlung des Falles das Militärdivisionsgericht in

London, 22. Mai. (Europapreß.) Die während des Wochenendes entstandene politische Lage führte am Sonntag um 17 Uhr zu einer Sonder­sitzung des englischen Kabinetts. An ihr nahmen fast sämtliche Regierungsmitgtieder teil. Ministerpräsident Chamberlain war eigens zu dieser Sitzung aus Chequers nach London zurück­gekehrt. Im Laufe des Sonntags hatte Außen­minister Lord Halifax mehrere Unterredungen mit Vertretern auswärtiger Staaten, u. a. mit dem deutschen und mit dem franzö - s i s ch e n Botschafter.

Die Sonntagssitzung des Kabinetts diente, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wurde, in erster Linie dem Zweck, sämtliche Kabinettsmitglieder über die Geschehnisse der letzten Tage zu unterrichten. Ministerpräsident Chamberlain gab selber einen Bericht zur Lage. Beschlüsse sind nicht gefaßt worden. Jedoch soll bereits am Montag in beiden Häusern des Parlaments eine Erklärung der Regie­rung zur tschechoslowakischen Frage abgegeben wer­den. Man erklärt, England versuche angesichts der Lage alsFriedensmahner" aufzutreten. Das könne jedoch nur geschehen, wenn den »eng­lischen Bemühungen Vertrauen entgegen­gebracht werde. Das englische Volk wolle keine Parteinahme. Man müsse alles tun, um eine weitere Beruhigung zu fördern. In diesem Sinne versuche die englisch Regierung alles, was in ihrer Macht stehe, zu tun, um in Prag auf die Not­wendigkeit der Vermeidung weiterer

Prag, 22. Mai. (DNB.) Nachträglich gewinnt man aus Einzelheiten ein Bild von den unsinnigen und völlig unbegründeten Maßnah­men, die das Vorgehen der tschechischen Organe gegen foie. Sudetendeutschen im Egerland kenn­zeichnen. Während das ganze Egerland in der Nacht vom Freitag zum Samstag friedlich inr Schlafe lag, wurde^ plötzlich um.Mitternacht^Staats- polizei, Gendarmerie und Militär alarmiert. Bis M den Zähnen bewaffnete Exekutive schlug Alleebäume um, errichtete Barrikaden und sperrte so jeden Zugang von einem zum anderen Bezirk. Die Polizei hatte Be- fehl erhalten, auf alle, die die nicht bekanntgegebene Straßensperre zu passieren suchten, s o f o r t z u schießen. Da nicht das Geringste vorlag, bleibt nur die Annahme übrig, daß eine Behörde von. einem tschechischen oder roten Provokateur durch eine ungeheuerliche Alarmnachricht aufgeputscht worden war, und die Behörde in blinder. Angst den sofortigen Ausnahmezustand aller­dings ohne ihn öffentlich zu verkun- ben über das völlig friedliche Egerland ver­hängte. In Asch wurden noch in der Nacht zum-Teil mit vorgehaltenem Revolver Lastautos re­quiriert, auf denen man Kinder und Frauen der tschechischen Beamten ins Landesinnere beför­derte. Wer unterwegs war, schwebte in stän­diger Lebensgefahr. Der gesamte Verkehr wurde lahmgelegt. In dieses Durcheinander fiel die entsetzliche Bluttat von Eger, die zwei Südeten- deutschen das Leben kostete.

Zwischenfall

an der deutschen Grenze.

Tschechische Abschwächungsversuche.

Berlin, 22. Mai. (DNB.) Nach einer Mit­teilung des Gendarmeriepostenkommandos Mistel­bach haben am Samstag zwischen 12 und 14.10 Uhr tschechoslowakische Soldaten auf beute schem Gebiet die von Berhartsthal über die Thaya auf das tschechoslowakische Gebiet führende Holzbrücke zu sprengen versucht. An verschiedenen Stellen der Brücke wurden 10 Kilo­gramm Protyl in Büchsen zu je 0,5 Kilogramm angebracht. Der Sprengstoff war bereits mit Zünd­schnuren versehen. Der Anschlag wurde durch die Aufmerksamkeit zweier deutscher Grenzbeamten verhütet, bei deren Her­ankommen die tschechoslowakischen Soldaten über die Grenze flüchteten. Die Sprengladung ist noch auf der Brücke montiert.

Zu dieser Nachricht bemerkt das Tschechoslowa­kische Prehbüro: Tschechoslowakische Soldaten haben tatsächlich versucht, am Sonntag über die Brücke auf deutsches Gebiet hinüberzugehen, keineswegs aber in der Absicht, die Brücke in die Lust zu sprengen. Als sie die deutschen Zollwachleute er­blickten, flüchteten sie. Ein Soldat ließ seine Kappe auf deutschem Gebiet zurück. Die tschechoslowakischen Militärbehörden haben die Angelegenheit zugleich nach Bekanntwerden dem Ministerium für Aus­wärtige Angelegenheiten mitgeteilt und diesen Uebergriff untergeordneter Organe verurteilt. Der Minister des Aeußeren Dr.

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Am Anfang stet 1 an dem die Sui milder Tagung in friedlichen Au recht nach Wilfan!

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derAnwendungderneueingef ührte n Waffen (ebenso wie dies in anderen Staaten geschieht) einzuüben. Gleichzeitig wurde auf das Bedürfnis Rücksicht genommen, die heutigen unzu­länglichen Bestände zu erhöhen, um in der heutigen bewegten Zeit die Ruhe, Ordnung und Sicherheit des Staates zu sichern sowie alle weiteren Zwischenfälle zu ver- h i n d e r n , die sich in gewissen Orten der Republik ereignet haben." Die Einberufenen wurden zum Teil direkt von ihren Arbeitsplätzen in die Kasernen gerufen, so daß es ihnen nicht mehr möglich war, ihre Angehörigen zu verständigen und ihre Ver- hältmsse zu ordnen.

Auf Grund der amtlichen. Nachrichten, die vom Tschechoslowakischen Pressebüro über die Vorfälle im sudetendeutschen Gebiet herausgegeben wurden, war die Sudetendeutsche Partei gezwungen, an zu­ständiger Stelle Protest einzulegen. Es >ft neuer­dings unmöglich geworden, den wah­ren Sachverhalt über die Erschießungen der Mitglieder der Sudetendeutschen Partei Nikolaus Böhm und Georg Hofmann in Eger zu veröf­fentlichen, den der Abgeordnete der Sudeten­deutschen Partei Dr. Fritz Kölln e r.erhoben hat. Diese Darstellung ist neuerdings der Beschlag­nahme verfallen. Die Sudetendeutsche Partei weist den amtlich herausgegebenen Bericht über die Erschießungen in Eger zurück, da er dem wah­ren Sachverhalt nicht entspricht und wird unmittelbar bei den zuständigen Regierungs- stellen schärfsten Protest gegen eine bie Tatsachen entftellenbe amtliche B e - richterstattung vortragen."