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Heber den zerrissenen Hängen der Cote du Poivre liegt bleiches Mondlicht. Kalt ist die Nacht und em Klingen liegt in der Lust. Aus den Schluchten pfeift ein eisiger Wind, treibt schwere Wolkenballen über die im Neuschnee erglänzenden Hänge und zerrt die Nebelschwaden zu wirren Fetzen auseinander. In den Postenlöchern und Sappenköpsen stehen und kauern die Posten dick vermummt und reiben sich die klammen Hände, oft nur durch kümmerliche Zeltbahnen gegen das Toben des Sturmes und den nadelscharfen Schnee geschützt, der aus dem ziehenden Gewölk herniederprasselt. Im Augenblick herrscht hier in diesem Abschnitt der Front fast unheimliche Ruhe. Ab und zu nur knallt ein vereinzelter Posten- chuß, weckt ein dumpf dröhnender Abschuß das Echo der Berge.
Und doch lebt diese Nacht, lebt ein eigenes, gespen- tisches Leben. Ein Zittern geht durch den Leib der hartgefrorenen Erde, als hämmerten Giganten mit ehernen Fäusten den Boden und mahle die Menschen, diese elenden, müden, in hundert Schlachten zu Schlacke zerglühten Kämpfer zu Staub. Im Geflacker des Mündüngsfeuers der schweren Ferngeschütze kommen durch das zersplitterte Stangenholz Batterien mit schwer schnaubenden Gäulen und fluchenden Reitern. Ambulanzen mit stöhnenden Menschen tauchen auf wie Schemen und verschwinden wieder, als habe die Nacht sie geschluckt. Nur das Wimmern der Verwundeten hängt noch lange in der Luft.
Ab und zu öffnet sich weit drüben beim Feind im Hinterland das glänzende Auge eines Scheinwerfers, tastet mit weißen Fingern den Himmel nach Flugzeugen ab — erlischt — und beginnt nach einiger Zeit das Spiel von neuem. Zitternde Leuchtkugeln hüllen minutenlang die ganze Gegend in weißes Licht, und im Spiel der Schatten und Reflexe offenbart sich eine eigenartige Welt. Mondlandschaften scheinen es zu sein, in denen alle Gegenstände groteske Formen annehmen und ins Ungeheuerliche wachsen. Zersplitterte Bäume werden zu Fabelwesen und strecken ihre Aeste wie mächtige Fangarme in die Luft. Die Schrecken des Inferno sind hier zur Wirklichkeit geworden.
Am Nachmittag noch lag schweres Artilleriefeuer über den Gräben, jetzt mühen sich nächtliche Gestalten, sie wieder herzustellen. In den Drahtverhauen flicken Pioniere die zerschossenen Hindernisse. Stumm und schweigend wird gearbeitet, damit der Feind nichts merkt, und wenn das weiße Licht der Leuchtkugeln über den Stellungen geistert, erstarrt alles Leben. Von Zeit zu Zeit durchzucken einzelne Schüsse die Nacht, Granaten hauen irgendwo jaulend in den hartgefrorenen Boden ein. Von hinten klingen dumpfe Schritte von marschierenden Mannschaften,
das Klappern von Schanzzeugen tönt durch die Nacht. Nach rückwärts bewegen sich dunkle Gestalten. Essenholer sind es, die für ihre Kameraden weit hinten bei den Feldküchen warmes Essen und Getränke holen wollen. Wohl kennt der Franzmann diese Stunden — wumm — haut eine schwere Granate mitten auf die Straße, und aus lodernden Flammen fliegen Sprengstücke durch die Nacht. Wie weggefegt spritzen die Leute von der Straße über zertrümmertes Gerät und Pferdekadaver in die vereisten Laufgräben, in denen das Spiegeleis der Wassertümpel zersplittert und Schlamm und Wasser nach allen Seiten spritzt, während auf der hart gefrorenen Straße die Essenkübel polternd weiterrollen. Wieder einmal ist es gut gegangen.
Eine Unruhe liegt über der Front. Jeder suhlt es mit dem Instinkt des Frontsoldaten, daß diese Nächte zu Ueberraschungen geeignet sind. Plötzlich erzittert die Erde, mit einem Schlage setzt ein Feuerüberfall ein. Im wirbelnden Tanze sprühen Leuchtraketen zum Himmel, weiß, blau, grün, gelb, je, wie die Lage es erfordert. Taghell ist das Vorfeld, und überall im Gelände spritzen Erd- und Rauchfontänen krepierender Granaten auf; dazwischen hämmern Maschinengewehre, aber ihr Tacken geht unter im Lärm des Artilleriefeuers. Zusammengefaßtes Feuer liegt auf den vordersten Gräben, die sich binnen weniger Minuten in ein wüstes Chaos verwandeln. Hinein mischt sich die eigene Artillerie und verhundertfacht den gewaltigen Eindruck.
Eine Stunde dauert der Spuk. Langsam verrinnen die Sekunden, zu Stunden dehnen sich Minuten. Da — ebenso plötzlich, wie es gekommen, — verstummt das feindliche Artilleriefeuer. Erhöhte Gefechtsbereitschaft. — Der Befehl läuft durch den Graben, bis zu den entferntesten Vorpostenlöchern. Im Handumdrehen ist alles gefechtsbereit, steht jeder Mann geduckt hinter der Grabenwand. Wird der Feind angreifen? Die Frage ist jedem auf das Gesicht geschrieben. Plötzlich schreit es schrill durch die Nacht — Gas — Gas — und schaurig geben die Alarmvorrichtungen die Warnung weiter. Durch die Nacht tönt das Klappern der Gasmasken, die hastig aufgestülpt werden. Fester werden die Kinnriemen der Stahlhelme angezogen. Und — nun ruhig geatmet in der Gasmaske. In die Dunkelheit starren die Augen — aber niemand kommt. Zehn Minuten vergehen — zwanzig Minuten vergehen, immer noch sind die Nerven wie Bogensehnen gespannt. Endlich kommt der Befehl — Gasmasken — ab! Erhöhte Gefechtsbereitschaft beendet. Wie wohl die beißende Kälte jetzt tut, Schweiß läuft über die Gesichter, langsam lost sich die Spannung. Ruhig liegt wieder die Nacht.
sechsjährigen Durchschnitt der Erntemengen gewonnen und sind eher zu niedrig als zu hoch angesetzt. Rechnet man dazu den Verlust, der später noch bei der Lagerung der Ernte durch Ungeziefer entsteht, so kann man leicht ermessen, welche Gefahren entstehen können, wenn man nicht für den Schutz und die Widerstandsfähigkeit unserer Kulturpflanzen sorgt.
Es war also selbstverständlich, daß die Landwirtschaft sich selbst zuerst regte, um einen Pflanzenschutz zu organisieren. So richtete die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft schon im Jahre 1889 zahlreiche Auskunftsstellen zur Beratung der Landwirte ein, die zugleich als Meldestellen über das Austreten von Pflanzenkrankheiten dienten. Bald aber stellte sich heraus, daß diese Sachpolizei allein den immer mehr wachsenden Anforderungen nicht gerecht werden konnte. So wurde nach dem ersten Auftreten des Koloradokäfers und der Reblaus auf deutschem Gebiet im Jahre 1898 die Biologische Abteilung des Kaiserlichen Gesundheitsamtes gegründet, in der nun alle diese Aufgaben zusammenge- saßt wurden. Schon 1905 mußte diese Abteilung zu einem eigenen Amt ausgebaut werden.
Die Arbeit der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft in Dahlem, die in diesen Wochen ihr dreißigjähriges Jubiläum begehen konnte, hat sich als außerordentlich segensreich erwiesen. Ein äußeres Zeichen dafür ist die Tatsache, daß ihr Aufgabenkreis sich ständig erweiterte; immer neue Fragen und immer mehr Probleme mußten gelost werden. Sie wurde For-
Ruhe, Verpflegung und Sammeln neuer Kräfte bringen sollte. Am 12. April rückte das Regiment endgültig aus diesem Abschnitt ab.
Die „Große Schlacht in Frankreich" ging zu Ende. Sie war nach englischem Urteil die größte Niederlage, die England je in der Geschichte erlitten hat und, wiederum im Urteil unserer Geaner, eine der größten Leistungen der Weltgeschichte Aber auch das beste Heer, so schreibt ein englischer General, kann ungenügende Stärke weder durch Tapferkeit noch durch neuartige und geschickteste Taktik ersetzen. 20 Jahre sind seitdem vergangen. Voll Stolz blicken wir alten 116er zurück auf unser Regiment, das trotz eines Krieges von über dreieinhalb Jahren gegen eine Welt voll Feinden den Geist von Anloy bewahrt hatte, und gedenken in Treue und Dankbarkeit der Kameraden, die damals ihr Bestes gaben fürs Vaterland, auch ihr Leben.
Wirkung hervor, die schwerste Verluste im Gefolge hatte. ,
Indes verschmutzten die Waffen, ließen die Kräfte o nach, daß die Leute den Weg durch Schlamm ind Wasser zum Essenholen scheuten. Die Gefechtstärke der Bataillone betrug kaum noch 100 Gewehre. Die 9. Kompanie hatte noch 6 Unteroffiziere und 4 Mann und wurde mit der 11. vereinigt, so daß beide zusammen über 30 Gewehre verfügten. Die Maschinengewehrkompanien hatten dazu durch Volltreffer schwere Verluste an Waffen und Gerät gehabt. Die 3./Pi. 21 und R./Pi. 89 mußten in vorderer Linie, mit eingesetzt werden. Die Reserven in der Mezieres-Schlucht, bald die Todesschlucht genannt, litten unter schwerem Artilleriefeuer und unter Fliegerangriffen. Dazu regnete es ohne Unterbrechung, die Krankenzahl stieg. Endlich, am 9 April tarnen die Vorkommandos des 7. Garde- Regiments zu Fuß. Die Ablösung nahte, üie
Das Krankenhaus der Pflanze.
30 Iahre Biologische Aeichsanstali für Land- und Forsttvirifchast.
Pflanze ist wie jeder Organismus vielerlei Krankheiten unterworfen. Der Naturkundige weiß das, der Laie aber macht sich nur selten darüber Gedanken, obwohl es. heute bereits eine ausgebildete Pflanzenpathologie gibt, die eine ganze Wissenschaft darstellt. Allerdings hat sich diese Wissenschaft erst mit zunehmender Bedeutung der Kulturpflanzen entwickelt, denn die Fragen der Pflanzenkrankheiten traten erst mit der Feststellung in den Vordergrund, daß die hochgezüchtete Kulturpflanze viel leichter von Krankheiten und Schädlingen befallen wird als das Wildgewächs. „Was wir ernten, ist in Wirklichkeit nur das, was die Parasiten uns übriglassen" hat man mit Recht gesagt. Wenn man die Verluste durch tierische und pflanzliche Schädlinge mit 15 v. H. ansetzt und den Produktionswert der gesamten pflanzlichen Erzeugung der Landwirtschaft Deutschlands mit jährlich 13 Milliarden, so darf man bei vorsichtiger Schätzung 2 Milliarden Reichsmark als jährlichen Schaden durch Krankheiten und Schädlinge annehmen. Man rechnet beim Getreide mit 20 o. H., bei Kartoffeln mit 30 v H., bei Zucker-- rüben mit 20 v. H., bei Gemüse mit 20 v. H., bei Obst mit 30 v. H. und bei Wein mit 40 v. H. Verlust von der Ernte. Diese Ziffern wurden aus einem
schungsanstalt und Reichsbehörde zugleich. Die wissenschaftliche Arbeit galt zunächst der Pflanzenschutzforschung. Man beschäftigte sich vor allem mit den Brandkrankheiten des Getreides, der Kartoffelfäule und dem Kartoffelkrebs, also der mykologischen Forschung (Pilzkunde), zu der erst später die Jnsektenforschung '(Entomologie) hinzukam. Da die Wissenschaft heute zwei Millionen Jnsektenarten kennt, kann man sich den Umfang und die Bedeutung aller dieser Forschungen kaum noch vorstellen. Organisatorisch wurde der gesamte Pflanzenschutz, den die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft bis dahin in 34 Beobachtungsstellen im Reich unterhielt, übernommen und ausgebaut. Aus den drei Abteilungen, in denen man bisher arbeitete, wurden im Jahre 1933 sechs, und zwar folgende: die Pflanzenschutzabteilung, die Prüfstelle für Mittel und Geräte, die Botanische, die Zoologische und die Mikrobiologisch- Chemische Abteilung und außerdem die Abteilung der Außenstellen, die in Naumburg a. d. S., Aschersleben, Stade, Berncastel-Cues, Kiel und Gliesmarode untergebracht find. Der Pflanzenschutzdienst — im Dritten Reich eine Organisation des Reichsnährstandes — umspannt heute mit seinen Pflanzens,chutzämtern das gesamte Reich.
Die Biologische Reichsanstalt ist also das K r a n« kenhaus ' unserer heutigen Kulturpflanzen. Pflanzenärzte im wahren Sinne des Wortes sind die Wissenschaftler, die hier in weißen Kitteln in 30 Laboratorien nicht nur die Krankheiten erforschen, sondern beispielsweise auch die von der Industrie angebotenen Schutzmittel prüfen. Bewährt sich ein Mittel und erfüllt, es die recht hoch gespannten Anforderungen, so wird es in die Liste der vom Deutschen Pflanzenschutzdienst geprü ten Mittel ausgenommen. Theorie und Praxis fin hier immer eng verbunden. Ein Versuchsfeld, das mit der Anstalt verbunden ist und 12 Hektar umfaßt, leistet den Wissenschaftlern wertvolle Dienste. Hier-findet man Gewächshäuser, in denen die Pflanzen im geschlossenen Haus, wie im Beet oder im Freigelände beobachtet werden können; Häuser für Infektionskrankheiten, ein Obstgarten, Unkrautgar- ten, Parasitengarten, ein Vogelschutzgehölz, ein Stück Wald, der alle Baumarten unseres Waldes enthält, einen Ulmenhäin usw. Das eigentliche Versuchsfeld aber ist Freilcwd. Hier können z>B. Hunderte von Weizensorten ausgesät werden.
Wertvoller als jede direkte Schädlingsbekämpfung allerdings sind alle vorbeugenden Maßnahmen des Pflanzenschutzes. Fragen der Sortenwahl, die Zucht frostfesten Getreides oder krebsfester Kartoffeln mögen die Bedeutung dieses Gebietes beleuchten. Der Kampf gegen den Kortoffelkrebs z. B., unter dem unsere Landwirtschaft sehr zu leiden hatte, wurde schließlich zu einem Wissensgebiet für sich. Der Pilz, der diesen
MWcher Spuk an der Westfront
Von Otto Müller.
Oie hauswirischastliche Lehre.
Wir brauchen tüchtige Fachkräfte im Haushalt und in dex Landwirtschaft. In allen gelernten Berufen des Handwerks, des Handels, der Landwirtschaft usw. kennen wir zwei Wege zur Berufsausbildung: die Lehre und die Fachschule. So gibt es auch im hauswirtschaftlichen Beruf die Ausbildung in einer Haushaltungsschule und die haus» wirtschaftliche Lehre.
Durch die hauswirtschaftliche Lehre, die zwei Jahre dauert, soll ein fachlich gut ausgebildeter Nachwuchs in der Hauswirtschaft herangezogen werden. Es liegt also im eigensten Interesse der Haus- frau, sich als Lehrfrau zu melden und ein Mädchen in ihrem wohlgeordneten Haushalt in allen haus- wirtschaftlichen Arbeiten mütterlich anzuleiten. Der Lehrling besucht außerdem einmal wöchentlich die Berufsschule, wo seine Kenntnisse in praktischem Können und theoretischem Wissen ergänzt werden. Die Ausbildung des Lehrlings erfolgt nach einem bestimmten Plan und findet ihren Abschluß durch eine- Prüfung. Außer Kost und Wohnung erhält der Lehrling ein Taschengeld. Es liegt niedriger als der ortsübliche Lohn für eine „bezahlte Anfängerin' desselben Alters, weil die Hausfrau mehr Muhe und Verpflichtung dem Mädchen gegenüber hat. Wer Lehrfrau werden will, erhält jede Aus- fünft bei der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirt» schäft tm Deutschen Frauenwerk oder bei der Ab« teilung Berufsberatung im Arbeitsamt. Mögen sich viele Hausfrauen der schonen Aufgabe widmen, neue zuverlässige Kräfte für die Haus- und Landwirtschaft heranzubilden! p £
der die Kompanie mit um so größerem Stolze erfüllte, weil er nur 1 Toten und 2 Verwundete gekostet hat.
Geradezu heiß brennt die Märzsonne, die Zunge klebt am Gaumen, die Träger der Maschinengewehre können kaum noch fort. Zur Linken brennt gerönne, die alte, uns von 1915 her wohlbekannte Stadt. Unö dort jenseits des Kanals am Hang wallt der Staub auf, feindliche Batterien in vollem Rückzug, Infanterie dazwischen. Schon sind unsere Batterien herangeholt, und Schuß auf ^chuß sitzt mit direkter Beobachtung. Der feindliche Rückzug gestaltet sich zur Flucht. Unablässig drängt das II. Bataillon nach, durchschreitet das trockene Kanalbett — aus der Sommeschlacht allen Kämpfern im Regiment gar wohl bekannt und läßt den Feind nicht zum Halten kommen. Schon stoßen Spähtrupps gegen Bouchavesnes vor, wo am 20. September 1916 das L Bataillon so schwere Blutopfer gebracht hatte. Da wird das Bataillon angehalten und nach Allaines zurückgeholt. Das Tagesziel soll nicht überschritten werden! Ein erfolgreicher Tag lag hinter dem Regiment, 15 Kilometer war es an diesem Tage hineingestoßen in -die feindliche Front.
Indessen hatte sich der Engländer in der Linie Rancourt—Bouchavesnes—Clery wieder gestellt. Ihn hier zu werfen, war die Aufgabe des 24. März. Alle drei Regimenter der Division kämpften in vorderer Linie, das Regiment 116 am linken Flügel mit dem Schwerpunkt des Angriffes. Das HL Bataillon ist vorne und kommt bald mit dem Gegner in Gefechtsberührung. Der feindliche Widerstand versteift sich, die Begleitbatterie aber schafft Luft. Es ist ein schweres Vorwärtskommen in dem blutgetränkten, durchwühlten und von Gras und Strauchwerk überwucherten Boden der Somme- fchlacht. Das III. Bataillon wird nach Süden abgedrängt und stoßt auf heftigen Widerstand von der maschinengewehrgespickten Rabenhöhe bei Le Forest. Auch das I. Bataillon wird in diese Kämpfe verwickelt, bis es endlich um 5 Uhr nachmittags gelingt, die Hohe im Sturm zll nehmen. Ein harter Kampf Mann gegen Mann setzt ein, der Kamps wird zu einem Ehrentag der 11/116. Das II Bataillon hatte indessen lange in der Mulde zwischen Clery Und Le Forest gelegen, weil JR. 115 bei der Hospitalferme auf heftigen Widerstand von Schottländern stieß. Endlich war es soweit, daß'die Schotten mit flatternden Röckchen ihr Heil m der Flucht suchten. Da schob sich das II. Bataillon in der Lücke zwischen dem III. und 115 in die vordere Linie und stieß vor, bis es leider in eigenes Artilleriefeuer geriet und schon gewonnenen Boden z. T. wieder aufgeben mußte. Doch schon sehen wir es wieder im Vorgehen, einzelne Nester werden genommen, der Feind flieht gen Maricourt.
Da kommt die falsche Nachricht, Maricourt sei 'schon genommen. Rasch sammelt das Bataillon in Marschkolonne und tritt an: Richtung Maricourt. Brennende Tanks beleuchten den Weg. Der Regimentskommandeur, Oberstleutnant Mansfeld, ein alter Schutztruppler, ist an der Spitze. Da stößt die 7. Kompanie auf eine englische Feldwache. 5. und 7. packen zu, überrennen den Feind, bekommen aber verstärktes Feuer aus Richtung Maricourt. Der Regimentskommandeur befiehlt Abbruch der Verfolgung und Verteidigung am Feuersteinberg. Die Aufklärung stellt fest, daß der Engländer von Maricourt her wieder stark vorfühlt, dem Bataillon aber fehlt neben Verpflegung vor allem Munition. Da werden alle englischen Maschinengewehre in Feuerstellung gebracht, Beutemunition ist genug da. Schließlich warten 14 englische Lewisgewehre "c ihre früheren Besitzer. Als der Tag graut, starker feindlicher Artilleriebeschuß ein, der französische Batterien schließen läßt. Dreimal versucht der Engländer unter ihrem Schutze einen Angriff, dreimal weist ihn das II./116 mit den dem Feind abgenommenen Waffen blutig ab. Doch immer empfindlicher wird der Munitionsmangel, immer unangenehmer die Lage des Bataillons, das hier allein ohne Anschluß liegt. Die eigene Artillerie, vor allem die schwere, ist noch zurück. Der Vormarsch ging zu schnell, die Straßen waren zu schlecht und überlastet. In der Nacht traf das Grenadierregiment 3 ein, die Division kam in die 2. Welle. Endlich, nach fünf Tagen ununterbrochenen Kampfes, ein Ruhetag! Dieser 26. Mcjrz wurde zur Munitionsergänzung, zur Bestattung der Toten und zur Einreihung des Ersatzes benutzt. Denn 15 Offiziere und 628 Unteroffiziere und Mannschaften
Krebs verursacht, war chemisch nicht abzutoten. So mußte man schließlich dazu übergehen, krebsfeste Kartoffeln zu züchten, und das ist dann auch gelungen. In ähnlicher Weise wird der Kampf gegen die'Kartoffelfäule geführt ,
An Problemen fehlt es hier nie. Vor einigen Jay» ren erregte das Ulmensterben allgemeine Aufmerksamkeit. Die Reichsanstalt legte einen Ulmenhain an, in dem alle Sorten von Ulmen, etwa 'echs, durchgeprüft wurden. Man machte Jmpfver- uche und stellte bald fest, daß der Erreger em Pilz st, der in den Gesäßen der Ulme wachst und zuerst in Holland beobachtet wurde. Da es kein Mittel gibt, Pilze im Baum abzutöten, suchte man immune Sorten und fand sie. r
Das Laboratorium für Sorten künde ist einer der jüngsten und bedeutsamsten Zweige der Reichsanstalt. Hier wird zum ersten Mal versucht, eine wissenschaftlich exakte Beschreibung der Sorten zu geben. Jährlich werden hier Tausende von Neuzüchtungen geprüft, von denen sich immer nur wenige als brauchbar erweisen. Hier gelang auch eine besondere Methode zur einwandfreien Feststellung von Sorten, die sogenannte Lichtkeimprüfung, die man heute als den ErkennungS'bienst für Kartoffeln bezeichnen kann. Selbstverständlich ist man auch daran gegangen, die Weizen- und Ru- bensorten zu registrieren. .....
Dieser kurze Einblick in das Tätigkeitsgebiet der Biologischen Reichsanstalt zeigt, welche Bedeutimg und welchen Wert der Pflanzenschutz für die Sicherung der Ernäherung unseres Volkes hat. K. M.
Ludwig Wüllner -f.
Der berühmte deutsche Schauspieler, Sänger und Rezitator Dr. Ludwig W ü l l n e r ist, einer Meldung aus Berlin zufolge, nach kurzer Krankheit im 80. Lebensjahre g e ft o r b e n.
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Wüllner wurde am 19. August 1858 zu Münster (Westfalen) als Sohn des Musikpädagogen und Dirigenten Franz Wüllner geboren; sein Großvater war Germanist und gehörte zum Freundeskreise der Brüder Grimm. Ludwig Wüllner studierte zunächst ebenfalls Germanistik, promovierte 1882 zum Dr. phil. und war 1884 bis 1887 als Dozent in seiner Vaterstadt tätig; dann gab er die akademische Laust
in offenen, von Schlamm und Wasser gefüllten Granattrichtern. Durchfall und Erbrechen waren die Folge. Die Zahl der Kranken wuchs von Tag zu ^ag. Hier konnte nur der Angriff weiterhelfen. Am 4. April sollte dieser einsetzen, wobei die drei Bataillone den Wald von drei Seiten anpacken sollten. Leider kamen die Befehle zu spät an, die Bereitstellung war z. T. noch nicht begonnen, als andere Teile schon zum Sturm ansetzten, der zer- flatterte und ohne Ergebnis blieb. Ein zweiter Versuch scheiterte an gänzlich ungenügender Artillerievorbereitung, rief aber eine feindliche Gegen-
(Scherl-Bilderdienst-M.)
bahn auf und studierte in Köln am Konservatorium, das damals unter der Leitung seines Vaters stand, Geigenspiel und Gesang. Als Schauspieler wirkte er anfangs mit großem Erfolge in Helden- und Charakterrollen im berühmten Ensemble der Meininger; seit 1896 trat er mit noch größerem Erfolge als Rezitator und Sänger auf. Feste Engagements, u. a. einen Ruf als Nachfolger Ernst von Poffarts nach München, lehnte er ab. Gastspielreisen führten ihn durch ganz Deutschland und auch nach Amerika. Der preußische Staat bewilligte Wüllner auf Vorschlag der Akademie der Künste in Berlin 1934 einen jährlichen Ehrensold von 2000 Mark.
Wüllners Leistungen als Schauspieler, Sänger und Rezitator blieben bis in sein hohes Alter hinein erstaunlich; er war einer der letzten großen Wortkünstler und Sprechmeister alten Stils; die Verbindung von sprachlicher Gestaltungskraft und einer oft verblüffenden Zuverlässigkeit und Reichweite des Gedächtnisses kennzeichneten seine Vorträge, die übrigens auch auf dem Podium stets von geschmackvoll beherrschten schauspielerischen Akzenten begleitet waren und seinen berühmt gewordenen Abenden häufig einen melodramatischen Charakter gaben. In Wüllners großem Repertoire standen .wohl sein Schubert-Programm und seine Rezitationen Goethescher Dichtungen an erster Stelle. Als Schauspieler gab er u. a. mit Vorliebe den Faust, den Shylock und den Nathan; in den beiden zuletzt genannten Rollen sahen wir Wüllner vor Jahren in Gießen und als Gast bei den Marburger Festspielen. Auch als Rezitator ist Wüllner hier bei uns zu Gast gewesen; manche werden sich der großen Eindrücke seines letzten Vortragsabends in der Neuen Aule noch heute gern erinnern.
fehlten.
Doch am Morgen des 27. März stand das Regiment schon wieder zusammen mit Feldartillerie- Regiment 25 als „Kolonne Mansfeld" am Ostrand von Maricout und bezog an der Bronfay- Ferme Biwak. Am 28. in der Frühe rückte es als Reserve hinter die 1. J.-D., deren Gefechtsstreifen als fernstes Ziel Amiens umfaßte! Die ersten erhaltenen Dörfer nach einer feit dem 21. März durchschrittenen Wüstenzone waren erreicht. Nach einem Ruhetag am 29 März war für den 30. ein Angriff in breiter Front gegen die feindlichen Stellungen bei Hamel geplant. Die 25. J.-D. sollte nach Heberschreiten der Somme auf Notbrücken der 228. J.-D als zweites Treffen folgen. Doch der Angriff jener Division kam ins Stocken, und am gleichen Tage noch wurde das Regiment weiter südwärts nach Bayonvil- l e r s verschoben. Die Lage hatte sich unerfreulich geändert. Am 26. März hatten sich die Engländer dem Oberbefehl des Generals Fach unterstellt, der alle irgend verfügbaren Abwehrkräfte dorthin warf, wo die Gefahr des Durchbruches am größten war, in den Abschnitt vor Ämieys. Von Stunde zu Stunde wuchs die Feuertätigkeit des Feindes. Südlich der Luce ging der Gegner sogar zum Gegenangriff vor und drängte die dort schwer ringende 199. und 208. J.-D. zurück. Die 25. J.-D. wurde alarmiert, das Regiment an der großen Straße von Roye nach Amiens eingesetzt, wo um einen Wald südöstlich von Hourges schon in den letzten Tagen schwer gerungen worden war.
Die Stellungen waren sehr ungünstig, starkem Flankenfeuer ausgesetzt, ohne viel Deckung. Großes Schanzzeug fehlte. Der Wald steckte voller Maschinengewehre, die dort mangels jeder Beobachtung kaum zu fassen waren. Den schweren Waffen, der Artillerie und den Minenwerfern, fehlte die Munition, um der Infanterie wirklich helfen zu können. Ohne Schutz gegen Wetter und feindliches Feuer, ohne warme Verpflegung lag diese Tag und Nacht


